Veröffentlicht am 3 Kommentare

Frauenrechte in Dubai und Abu Dhabi

Frauenrechte in Dubai und Abu Dhabi

Eine der wichtigsten Fragen, die angehende VAE Expats stellen lautet: „Wie sieht es mit den Frauenrechten in Dubai? Unterscheiden sich Frauenrechte in Dubai und in Abu Dhabi?“ Zunächst denkt man dabei an das alltägliche Leben der Frau. Darf ich Autofahren? Muss ich Burka, Nikab, Tschador, Hijab oder sonst irgendeinen Schleier tragen? Darf ich mich alleine frei bewegen? Darf ich als Frau in Dubai arbeiten? Wer sich mit dem Thema etwas tiefergehend befasst, denkt auch an nicht alltägliche Situationen wie eine Scheidung oder ein Todesfall.

Absolutistischer Staat

Zunächst ist es – für Frauen und Männer – wichtig zu verstehen, dass das Rechtssystem der Vereinigten Arabischen Emirate nicht mit europäischen Rechtssystemen zu vergleichen ist. Die Basis ist schlicht eine andere: auf der einen Seite muslimische Traditionen und die Sharia auf der anderen Seite christlich-abendländischen Tradition. Hinzu kommt, dass der Scheich an der Spitze des Staates ein absolutistischer Herrscher ist. Einer der Titel, die er trägt ist „Ruler“. Er ist also derjenige, der die Regeln macht – und zwar weitestgehend nach Gutdünken und gelegentlich auch rückwirkend. Die VAE sind keine Demokratie.

Jedes Emirat hat seinen eigenen Scheich bzw. Emir. Dadurch gibt es auch rechtliche Unterschiede zwischen den Emiraten. Hinzu kommt, dass Menschen aus unterschiedlichen Herkunftsländern unterschiedlich behandelt werden. Vor dem Gesetz sind nicht alle gleich. Diese Ungleichbehandlung geht leider oft zu Lasten von Frauen aus Ländern, die wirtschaftlich weniger entwickelt sind. Die folgenden Beobachtungen zu Frauenrechten in Dubai und Abu Dhabi gelten dementsprechend leider nur für Europäerinnen und Amerikanerinnen.

Frauenrechte im Alltag

Im Alltag gibt es für Expat-Frauen kaum Einschränkungen der Frauenrechte in Dubai und Abu Dhabi. Man muss keinen Schleier tragen. Frauen dürfen Auto fahren, sofern ihr Sponsor zustimmt. Und ihre Bewegungsfreiheit ist auch in keiner Weise eingeschränkt. Insofern wirken Dubai und Abu Dhabi wie westliche Städte – insbesondere in den Wohnvierteln, in denen man vorwiegend auf Expats trifft. Wobei Dubai etwas liberaler ist als Abu Dhabi. Manche Expats sagen sogar, dass Dubai das bessere London sei.

In Geschäften und Behörden werden Frauen sehr freundliche behandelt. Oft gibt es eigene Schalter und Schlangen für Frauen. Die Wartezeit dort ist in der Regel kürzer als für Männer.

Allerdings ist es nicht so, dass es gar keine Einschränkungen gibt – und zwar für Frauen und Männern. Jeder öffentliche Ausdruck von Zuneigung ist verboten. Küssen in der Öffentlichkeit ist also nicht gestattet.Theoretisch gilt das auch für Händchenhalten. Allerdings wird das aktuell gedultet.

Auch eine angemessene Kleidung wird erwartet. Schultern und Knie sollten bedeckt sein. Allerdings sieht man immer wieder Touristen, die sich nicht an diese Regel halten und mit äußerst knapper Badebekleidung nur das nötigste verdecken. So bekleidet würde ein vernünftiger Mensch aber auch nicht durch Berlin oder London laufen.

Sponsorensystem

Viele Freiheiten hängen in den VAE von der Zustimmung des Sponsors ab – das gilt sowohl für Frauen als auch für Männer. Egal ob Führerschein oder Alkohollizenz – ohne schriftliche Einverständniserklärung des Sponsors läuft nichts. Das  „Familienoberhaupt“ wird vom Arbeitgeber bzw. der Free Zone gesponsert. Das Familienoberhaupt wiederum sponsort dann weitere Familienmitglieder. Voraussetzung ist eine beglaubigte Eheurkunde bzw. Geburtsurkunden für die Kinder. Statistisch gesehen ist der Normalfall, dass der Mann zum Arbeiten in Dubai bei einem Unternehmen angestellt ist. Und dann Frau und Kinder auf sein Visum laufen. Es gibt aber auch eine signifikante Anzahl von Familien, in denen die Ehefrau  angestellt ist und den Ehemann und die Kinder dann selbst sponsort.

Die Einverständniserklärungen sind natürlich eine reine Formalität. Kaum ein Mitteleuropäer würde ernsthaft in Erwägung ziehen, seiner Frau das Autofahren zu verbieten. Aber die Tatsache, dass er es theoretisch könnte, reicht bei vielen Frauen schon aus, um am Ego zu nagen. Umgekehrt sind zahlreiche Männer bekannt, bei denen der Stachel nicht weniger tief sitzt. Insbesondere dann, wenn ihre Gattin als Sponsor vor dem Unterschreiben einer Erlaubnis kurz nachfragt, was der Herr denn dafür gewillt ist, zu tun.

Scheidung oder Todesfall

Die bisherigen Punkte betrafen Frauen und Männer gleichermaßen. Doch wenn es hart auf hart kommt, ist es um die Frauenrechte in Dubai respektive den gesamten VAE schlecht bestellt. Bei Scheidungen und Erbschaften hat ein Mann nach wie vor die besseren Karten. Beispielsweise fällt das Erbe eines verstorbenen Mannes an den nächsten volljährigen, männlichen Verwandten. Das kann ein älterer Bruder des Verstorbenen sein. Die Ehefrau wird dann zur Bittstellerin bei ihrem Schwager, den sie möglicherweise noch nie leiden konnte.

Frauenrechte in Dubai und Abu Dhabi – ganz OK

Alles in allem fühlen sich die meisten Expat-Frauen aus Europa in den VAE sehr wohl und nehmen im Alltag keine Einschränkung ihrer Rechte wahr. Leider kann man das nicht von allen Ländern im mittleren Osten sagen.

Wichtiger Hinweis: wir sind keine Rechtsanwälte. Der Inhalt diese Artikels beruht auf eigener Erfahrung.

Veröffentlicht am Schreib einen Kommentar

7 emotionale Phasen des Expat Lebens [mit Infografik]

Expat Phasen

Das Leben als Expat ist eine Achterbahnfahrt der Emotionen. So durchläuft man als Expat Phasen voller Glücksgefühle, aber auch Phasen, in denen man einfach nur genervt ist. Interessanterweise verläuft dieser Zyklus bei vielen Expats gleich.

7 emotionale Phasen des Expat Lebens

1 – Kribbeln im Bauch

Es ist fast ein bisschen wie verliebt sein. Plötzlich liegt ein Angebot für einen Job im Ausland auf dem Tisch. Manchmal kommt dieses Angebot völlig aus dem Nichts. Doch selbst wenn man den Schritt ins Ausland bereits angestrebt hat, bleibt kaum jemand cool, wenn es konkret wird. Soll ichs wirklich machen, oder lass ichs lieber sein? Die Entscheidung, ob man das Angebot annehmen möchte, setzt noch einmal Zweifel frei. Aber auch eine spannende Erwartung, die mit jedem Aufbruch verbunden ist.  Das Abenteuer beginnt – auch emotional.

2 – Vorfreude

Der Expat-Arbeitsvertrag ist unterschrieben und die konkrete Vorbereitung beginnt. Es gibt unglaublich viele Dinge zu erledigen (siehe auch: Checkliste: 7 Dinge, die man vor der Ausreise erledigen muss und Checkliste Umzug ins Ausland). Je näher der Umzugstermin rückt, desto weniger kann man es erwarten. Ein bisschen fühlt man sich wie ein Kind vor Weihnachten. Allerdings mischt sich auch eine kleine Prise Melancholie dazu. Schließlich lebt man bald weit entfernt von seinen Freunden. Aber dann überwiegt doch die Vorfreude auf die neue Aufgabe und die spannende neue Umgebung.

3 – Euphorie

Die Koffer sind noch nicht richtig ausgepackt, der Container ist noch unterwegs und die Stimmung wandelt sich in pralle Euphorie. Zunächst ist man mehr Tourist als jemand, der in dieser Stadt wohnt. Man erkundet die neue Heimat, macht Sightseeing Touren, richtet sich den Schreibtisch ein. Nach der Ankunft entwickelt sich ein positiver Kulturschock. Man ist aufgeschlossen gegenüber allen neuen Eindrücken und liebt die lokale Küche. Innerhalb weniger Wochen bekommt man Besuch von vielen Freunden von zuhause und zeigt ihnen stolz, wo und wie man jetzt lebt. Alles ist einfach super.

4 – Frustration

Nach einiger Zeit schlägt die Euphorie ins Gegenteil um. Die Wohnungssuche zieht sich in die Länge, die Behörden nerven und auch hier gibt es einige Kollegen, die man nicht ausstehen kann. Man arbeitet viel, stößt auf kulturelle Widerstände und kommt deshalb nicht so schnell voran, wie man dachte. Es ist ziemlich schwierig Freunde zu finden. Gleichzeitig fühlt sich der Ehepartner vernachlässigt. Schon wieder kommt Besuch aus der Heimat – langsam nervt es. Schon wieder die Tour durch die gleichen Sehenswürdigkeiten. Dass mancher Expat Phasen von Heimweh erlebt, macht die Situation auch nicht besser. Wäre ich doch zuhause geblieben.

5- Langeweile

Der Alltag macht sich breit. Was vor einiger Zeit noch spannend war ist jetzt Normalität. Man hat sich an die kulturellen Unterschiede gewöhnt. Die Probleme im Arbeitsleben sind auch die gleichen wie überall. Und Besuch von zuhause kommt schon lange nicht mehr. Wenigstens gehts demnächst in den Urlaub. Man muss einfach mal raus hier. Dieses mal geht es nicht nach Deutschland, sondern in ein Land in der Umgebung.

6 – Ernüchterung

7 – Heimatlosigkeit

Willkommen zuhause. Aber ist das hier überhaupt noch zuhause? Die Zeit hier ist nicht stehen geblieben, als man weg war. Keiner hat auf dich gewartet. Die beste Freundin hat jetzt eine andere beste Freundin. Der eine oder andere Kollege ist neidisch, weil man in seiner Karriere schneller vorangekommen ist. Nach der Rückkehr nach Deutschland durchläuft man als (nunmehr ehemaliger) Expat einen umgekehrten Kulturschock mit Phasen von Euphorie und Frustration. Irgendwie zieht es einen auch wieder ins Ausland. Je lønger man weg war, desto størker ist der Effekt. Vielleicht besucht man im nächsten Urlaub sogar Freunde, die noch dort leben, wo man bis vor kurzem auch noch gewohnt hat. Und schürt so nur Heimweh nach dem Ausland. Viele Expats machen die Erfahrung, dass die Rückkehr nach Hause der schwierigste Umzug ist. Und so manchen hält es nicht lange zuhause.

All diese Phasen und Emotionen sind Teil der Expat- bzw. Auslandserfahrung. Man sollte sich nicht dagegen wehren sondern sie annehmen. In Summe tragen sie dazu bei, dass man als Persönlichkeit wächst und auf ein breites Spektrum an Lebenserfahrung zurückgreifen kann.

Veröffentlicht am Schreib einen Kommentar

Ramadan in Dubai – ein Erfahrungsbericht

Ramadan in Dubai - geschäftiges Bling-Bling weicht Ruhe und Besinnung.

Der Ramadan ist ein heiliger Monat für Muslime in aller Welt. Er ist eine Zeit des Fastens und der Besinnung und beeinflusst das Leben in Dubai auch für Expats deutlich. Stark vereinfacht lässt sich der Ramadan mit der Vorweihnachtszeit vergleichen, die ursprünglich auch eine Fastenzeit war. Sobald der Ramadan in Dubai beginnt, verändert sich der Charakter der Stadt.

Entscheidend ist der Mond

Der Ramadan ist der neunte Monat des islamischen Mondkalenders. Sein Beginn verschiebt sich „in unserem Kalender“ jedes Jahr um etwa 11 Tage nach vorne. Zwar lässt dich der Termin einigermaßen vorausberechnen, sodass man die Ramadan-Termine der nächsten Jahre mit einer Genauigkeit von +/- 1 Tag vorhersagen kann. So ergeben sich folgende Termine:

  • 2020 beginnt der Ramadan um den 24. April
  • 2021 beginnt der Ramadan um den 13. April

Das genaue Datum kann sich von Ort zu Ort unterscheiden und hängt davon ab, wann sich nach dem Neumond erste Anzeichen einer neuen Mondsichel beobachten lassen. Konkret bedeutet das, dass die entsprechenden Feiertag erst wenige Tage vorher – manchmal sogar erst am Vortag – festgesetzt werden. Für Expats macht das die Urlaubsplanung nicht unbedingt einfacher.

Der Ramadan beginnt in der Regel mit einem Feiertag und endet mit dem dreitätigen Zuckerfest „Eid al-Fitr“.

Kein Essen, Trinken, Rauchen, Fluchen

Während des Ramadans fasten Muslime. Fasten bedeutet in diesem Fall der Verzicht auf Essen und Trinken von Sonnenaufgang (also sobald der erste Sonnenstrahl am Horizont erkennbar ist) bis Sonnenuntergang (also bis kein Sonnenstrahl mehr zu sehen ist). Kaffee, Rauchen, aber auch Fluchen ist rund um die Uhr verboten. Und Alkohol ist ohnehin ganzjährig tabu. Zusätzlich zum Fasten sind im Ramadan Gebete, milde Gaben und großzügige Spenden üblich. Die überwiegende Mehrheit der Muslime hält sich auch streng an diese Vorgaben.

Touristen und nicht-muslimische Expats müssen sich – ebenso wie Reisende, Schwangere und Kinder – zwar nicht an diese Fastenregeln halten. Dennoch ist es verboten, in der Öffentlichkeit zu essen, trinken oder rauchen. Denn sonst könnte man ja einen Muslim in Versuchung führen. Für einen kleinen Snack muss man sich also versteckten Ecken oder private Räume verdrücken. Der Ramadan in Dubai hat also auch auf Touristen und Expats spürbaren Einfluss.

Dubai verändert sich

Während des Ramadans ist Dubai eine ganz andere Stadt als im restlichen Jahr. Viele Gebäude und öffentliche Gebäude werden festlich geschmückt. Grelles Bling-Bling weicht dem warmen Schein von arabischen Laternen. Restaurants und zahlreiche Geschäfte sind während des Tages geschlossen. Teilweise nutzen sie den Monat auch für Renovierungsarbeiten und öffnen erst nach Eid al-Fitr wieder.

Viele Expats verlassen die Stadt – sei es für Geschäftsreisen, sei es für Besuche in der Heimat, sei es für Urlaubsreisen. Dubai leert sich während des Ramadans geradezu. Über die eigentlich hektische Metropole am Golf legt sich eine fast schon besinnliche Ruhe. Insbesondere tagsüber wirkt die Stadt beinahe wie ausgestorben.

Iftar – das Fastenbrechen am Abend

Kurz vor Sonnenuntergang ist es allerdings aus mit der Besinnlichkeit. Wenn sich die Sonne dem Horizont nähert, steigen die Unfallzahlen sprunghaft an. Denn dann eilen tausende hungrige unterzuckerte, schlecht gelaunte Autofahrer zum abendlichen Fastenbrechen „Iftar“. Die Einwohner Dubais feiern Iftar gemeinsam mit ihren Familien, Freunden oder Geschäftspartnern und man möchte keine Sekunde länger als nötig auf das Abendessen warten.

Der Zeitpunkt des Sonnenuntergangs wird in den Medien veröffentlicht und ist sekundengenau bekannt. Natürlich gibt es auch Apps, die dabei helfen, keinen Moment zu lange auf das Fastenbrechen zu warten. Allerdings muss man berücksichtigen, dass man in den oberen Stockwerken der vielen Hochhaustürme Dubais, weiter über den Horizont sehen kann als am Boden. Deshalb kann man die Sonne länger sehen und muss pro 10 Stockwerke eine Minute länger warten.

Viele Hotels und Restaurants bieten üppige Iftar Büffets mit Datteln, Linsensuppe, gegrilltem Lamm und natürlich einer Vielzahl von süßen Nachspeisen wie Umm Ali an. Diese Buffets sind auch bei Expats und Touristen sehr beliebt. Gerüchten zufolge steigt der Nahrungsmittelverbrauch während des Ramadan in Dubai – also einer Fastenzeit – um 50% an.

Ramadan in Dubai = Shopping in Dubai

Ramadan ist Schnäppchenzeit. Nahezu alle Unternehmen bieten in diesem Monat umfangreiche Discounts an. Coca-Cola-Familienpackungen, Flachbildfernseher, Weber-Grills, Reisen und Mode – werden im Ramadan zu deutlich günstigeren Preisen als im restlichen Jahr angeboten. Auch bei Autos und Möbeln gibt es satte Preisnachlässe. Expats, die den Ramadan in Dubai verbringen und entsprechende Anschaffungen in diesen Zeitraum verschieben, können so eine Menge Geld sparen.

Ramadan am Arbeitsplatz

Auch das Arbeitsleben in Dubai verändert sich während des Ramadans deutlich. Kantinen, Kaffeeküchen und Snackautomaten werden geschlossen oder zumindest so mit Tüchern verhängt, dass man sie von außen nicht einsehen kann. Viele Büros haben reduzierte Öffnungszeiten – meistens von 9:30 bis 13:30. In den meisten Branchen bedeutet das allerdings für nicht-Muslime nicht unbedingt, dass sich das Volumen der Arbeit reduziert. Denn die Arbeit muss ja nach wie vor gemacht werden und viele muslimische Kollegen sind im Ramadan nicht so leistungsfähig wie sonst. Mit leerem Magen und ohne ausreichend Schlaf – denn große Teile der Nacht werden für Mahlzeiten genutzt – arbeitet es sich eben nicht wirklich gut. Natürlich schlägt sich das auch auf die Laune von Kollegen aus. Kontroverse Themen und schwierige Entscheidungen sollte man im Ramadan – soweit möglich – vermeiden.

Ramadan in Dubai – Mein Selbstversuch

Aus Neugier und Respekt vor meinen Kollegen habe ich während meiner Zeit in Dubai versucht, mich zwei Tage an das Fastengebot des Ramadan zu halten. Seither habe ich für die schlechtgelaunten Kollegen ein sehr großes Verständnis. Der Hunger wäre noch verschmerzbar gewesen. Bei Temperaturen nahe der 50 Grad-Marke für 15 bis 18 Stunden ohne Getränke auszukommen, war für mich schon Folter genug. Dazu kamen beinahe unerträgliche Kopfschmerzen aufgrund des plötzlichen Koffeinentzugs. Einfach eine Aspirin nehmen? Ging auch nicht, weil es quasi Essen gewesen wäre. Viel länger als die zwei Tage hätte ich wahrscheinlich nicht geschafft. Und das Fluchverbot habe ich sowieso schon nach wenigen Stunden gebrochen.

Veröffentlicht am Schreib einen Kommentar

Interview auf blogexpat.com

Interview mit blogexpat.com

Vor kurze ist auf blogexpat.com ein Interview mit uns erschienen. Dort beantworten wir Fragen wie:

  • Warum bist du ins Ausland umgezogen?
  • Was liebst du am meisten in Dubai?
  • Was hat dir im Ausland fehlt dir am meisten gefehlt?
  • Was hat dir im Ausland fehlt dir am meisten gefehlt?
  • Welchen Rat würdest du anderen Expats geben?

Und wir erzählen einige Geschichten aus unserer Zeit in Dubai und Dänemark. Das vollständige Interview ist unter www.blogexpat.com zu lesen.

Expat Interview

Veröffentlicht am Schreib einen Kommentar

10 Must-have Kleidungsstücke für Dubai Expats – und Urlauber

Must-have Kleidung für Dubai Expats - und Touristen

Fashion-Blogger sein ist in. Deshalb gibt es ja und hier ist eine Auswahl der wichtigsten Kleidungsstücke für Dubai. Egal ob Expat oder Tourist – Kleidung muss in Dubai verschiedenen Ansprüchen gerecht werden: kulturell, klimatisch, funktional und innerhalb der Expat-Community.

Für Damen

Seidentuch

Ein schönes Seidentuch ist vermutlich das wichtigste Kleidungsstück für Damen in Dubai. Nein, Expat-Frauen müssen dort in der Öffentlichkeit keinen Schleier tragen. Allerdings ist es in zahlreichen Situationen notwendig, die Schultern zu bedecken. Das Tuch lässt sich leicht in der Tasche verstauen und kann schnell über das Top mit Spaghettiträger geworfen werden. Und natürlich ist es ein Accessoir mit dem man ein Fashion-Statement setzen kann.

Knielanges Leinenkleid

Egal ob Shopping in der Mall, Sundowner am Nassimi Beach, Coffee Morning der deutschen Expat Community, Friday Brunch oder auch der Arbeitsalltag. Das Leben in Dubai ist geprägt von stetigem Wechsel von Klimaanlagen und Außentemperaturen, die schon mal Richtung 50 Grade steigen. Baumwolle saugt Feuchtigkeit wie Schweiß regelrecht auf und führt dazu, dass man in klimatisierten Räumen friert und sich erkältet. Leinen hingegen gibt die Feuchtigkeit schnell an die Umgebung ab. Deshalb eignen sich Sommerkleider aus Leinen perfekt für Dubai. Wichtig ist, dass Schultern und Knie bedeckt sind. Das gebietet der Respekt vor der Kultur der Emirate.

Weite 3/4 Hose aus Leinen

Alternativ eignen sich weite Hosen – natürlich ebenfalls aus Leinen. Eng anliegende Kleidung kann in der Hitze sehr unangenehm sein. Weit geschnittene Hosenbeine wirken dagegen wie Sonnenschirme. Spannenderweise eignen sich auch dunkle Stoffe. Im Gegensatz zu weißen Stoffen reflektieren sie zwar das Sonnenlicht nicht. Allerdings schlucken sie es und lassen weniger UV Strahlung an die Haut.

Strandponcho

Sicherlich, das Expat Leben in Dubai besteht nicht nur aus Strand und Pool. Anderseits sind Expats auch nicht ausschließlich zum Arbeiten in Dubai. Ein Poncho schützt nicht nur vor der Sonne, sondern auch vor manch unangenehmen Blicken. Allerdings sind Ponchos nicht so leicht zu finden, wenn man in Dubai Kleidung kauft. Besser man kauft sie während eines Besuchs in der Heimat – dann kann man sich vor dem Flug nach Dubai sogar die Mehrwertsteuer zurückerstatten lassen.

Sommerhut

Die Sonne in Dubai kann gnadenlos sein. Und gerade blondes Haar lässt viel UV Licht an die Kopfhaut. Es gibt wenige Körperteile, an denen ein Sonnenbrand noch unangenehmer ist, als auf dem Kopf. Ein modischer Sommerhut gehört deshalb zum festen Bestandteil der Gardarobe von Dubai Expats. Getragen wird er ganzjährig. Denn gerade im Winter spielt sich das Leben mehr im Freien ab.

UGGS

Ja, UGGS. Ohne Schmarrn. Wer sich in den Wintermonaten in Dubai umsieht, ist erstaunt, wieviele UGGS dort zu sehen sind. Einerseits kann Lammfell auch kühlende Wirkung haben. Andererseits gewöhnt man sich im Laufe eines Jahres an Temperaturen um die 40 Grad. Fällt im Winter die Temperatur unter 20 Grad, bekommen auch Expats aus Deutschland kalte Füße. Und das muss ja nicht sein.

Für Herren

Leichte Leinenhosen

Anzug trägt man in Dubai so gut wie nie. Leinenhosen, kombiniert mit Polo Shirt oder Hemd, passen bei praktisch jedem Anlass. Im Büro genauso wie im 101 Beach Club. Am Creek genauso wie auf dem Golfplatz. Im Madinat genauso wie auf dem Global Village. Leinen fühlt sich angenehm kühl auf der Haut an und gibt Feuchtigkeit schnell an die Umgebung ab. Leinenhosen sind gewissermaßen die optimale Dubai-Kleidung. Und Männerbeine in Leinenhosen sehen bei weitem nicht so albern aus wie Männerbeine in Shorts.

Luxuriöse Badehose mit Logo

An Dubais Stränden und Pools geht es wie überall auf der Welt um Sehen und Gesehenwerden. Mit einer schnöden Badehose von Adidas oder Speedo macht man dabei keine gute Figur. Angesagt ist Premium-Bademode von Versace, Armani oder insbesondere Vilebrequin. Leider muss man bei diesen Marken locker über 150 Euro für Paar Badeshorts hinlegen. Dafür gehört man dann aber auch voll und ganz dazu – zum emiratischen Jahrmarkt der Eitelkeiten.

Leichte Trekking Schuhe

Wüsten-Camping, Hiking im Oman, mit dem SUV eine Spritztour in die Big Red. Oder sei es nur ein Besuch bei der fast schon legendären Kameluschi. Viele Expats verbringen ihre Freizeit outdoor. Dafür braucht es gute Trekking Schuhe. Nicht nur, weil diese den Knöchel stützen und für einen guten Stand sorgen. Sie schützen auch vor unangenehmem Getier wie Skorpione, Spinnen und Schlangen, denen man auf der arabischen Halbinsel gelegentlich begegnen kann.

Golf Shirt

Es lässt sich nicht vermeiden. Irgendwann landet jeder Expat in Dubai auf dem Golfplatz. Aus einigen Schnupperstunden auf der Driving Range werden schnell ein ernsthaftes Hobby. Und wer dabei gut aussehen will, braucht natürlich ein ordentliches Outfit. Wer ernstgenommen werden will, trägt natürlich Golf Shirts von Callaway, Wilson oder PGA. Und keinesfalls Polo Shirts von Hilfiger oder Ralph Lauren.
Veröffentlicht am Schreib einen Kommentar

Was kostet eine Wohnung in Dubai?

Was kostet eine Wohnung in Dubai?

Der Immobilienmarkt in Dubai ist extrem volatil – egal ob Kauf oder Miete. Die Antwort auf die Frage „Was kostet eine Wohnung in Dubai?“ hängt von zahreichen Faktoren ab. Neben den üblichen Punkten wie Lage, Größe und Ausstattung spielt die Konjuktur eine enorme Rolle. Und die ist in den Vereinigten Arabischen Emiraten ein stetiges Auf und Ab. Selbst innerhalb eines Jahres können sich die Preise für gleichwertige Häuser oder Wohnungen leicht um 30% verändern.

Beispielsweise gab es in Folge der Krise von 2009 einen enormen Leerstand. Häuser und Wohnungen wurden für einen Bruchteil des Preises der Vorjahre angeboten. Bauprojekte wurden gestoppt oder erst gar nicht mehr begonnen. Ab 2014 führte die erfolgreiche Bewerbung um die Ausrichtung der Expo 2020 zu einer plötzlichen Preisexplosion. Seitdem werden jedes Jahr wieder zehntausende Wohneinheiten auf den Markt geworfen. Im Jahr 2019 wird der Immobilienmarkt von Dubai erneut von einer Krise heimgesucht. Wieder ruhen die Hoffnungen auf der Expo 2020. Allerdings ist zu befürchten, dass danach der Markt zusammenbricht und sich der Leerstand noch einmal deutlich erhöht.

Haus oder Wohnung mieten

Einen aktuellen Überblick über die aktuellen Preise für Mietwohnungen – egal ob furnished (also möbliert) oder leer – bekommt man am besten auf Webseiten wie propertyfinder.ae oder dubizzle.com. Dort werden Tausende Studios, 1-Bedroom, 2-Bedroom-Apartments oder auch größere Wohnungen und Villen angeboten. So erhält man schnell ein Gefühl für die aktuelle Marktlage. Schnäppchen darf man allerdings – wenn überhaupt – nur zu Krisenzeiten erwarten. Das Leben in Dubai ist teuer. Im Vergleich ist sind deutsche Großstädte – auch das teure München – deutlich günstiger. Deshalb mieten viele deutsche VAE-Expats keine Wohnung in Dubai, sondern leben  in anderen Emiraten und pendeln nach Dubai. Vor allem Ras al Kheima wird immer beliebter.

Mietverträge werden in der Regel für ein Jahr geschlossen. Die Miete wird nach wie vor per Cheque bezahlt und ist im Voraus fällig – meistens für das ganze Jahr. In seltenen Fällen kann man sich mit dem Vermieter auf mehrere Cheques pro Jahr einigen. Diese werden dann für das gesamte Jahr vordatiert und beim Vermieter hinterlegt.

Im Mietervertrag wird auch festgelegt, wann Mieter und Vermieter sich gegenseitig über eine mögliche Verlängerung des Vertrages informieren. Offiziell gibt es in Dubai eine Art Mietpreisbremse. Liegt die aktuelle Miete deutlich unter dem durchschnittlichen Preis vergleichbarer Wohnungen in Dubai, sind Preisanstiege bis zu 20% möglich. Bei einem geringeren Abstand zur Durchschnittsmiete verringert sich die mögliche Erhöhung. Allerdings gibt es Wege, wie Vermieter diese Regularien umgehen können. Beispielsweise kommt es immer wieder vor, dass Mietern gekündigt wird, weil der Vermieter die Wohnung (angeblich) verkaufen will – und zwar ohne Mieter. Nach erfolgreicher Kündigung entscheidet er sich dann allerdings spontan, die Wohnung zu behalten und zu einem deutlich höheren Preis wieder zu vermieten. Ein Schelm, wer böses dabei denkt.

Wohnung oder Haus kaufen

Immobiliengeschäfte in Dubai sind riskant. Egal ob man als reine Kapitalanlage investiert oder zum Arbeiten in Dubai weilt und seine eigene Bleibe kauft. Unter einer halben Million Euro ist kaum etwas zu haben. Schon gar nicht in den Wohnvierteln in Dubai, die bei Expats beonders beliebt sind. Der mittlere Osten ist ein Pulverfass, die Konjunktur kaum vorhersehbar und der Markt durchsetzt von zwielichtigen Gestalten. So mancher Verkäufer ist nur auf die üblichen 10% Anzahlung aus und läßt den Deal dann platzen. Dann ist es enorm schwierig, wieder an sein Geld heranzukommen – sei es weil ein einheimischer Geschäftspartner vor Gericht immer die besseren Karten hat, sei es weil der Geschäftspartner irgendwo im Ausland sitzt und nicht mehr erreichbar ist.

In den vergangenen Jahren hat sich die Risikolage zwar etwas verbessert, schließlich lebt das Emirat Dubai inzwischen mehr von Immobiliengeschäften als von der Ölförderung. Verläßlichkeit ist dabei ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Dennoch sind Investitionen in Immobilien in Dubai spekulativ. Insbesondere dann, wenn der Kauf noch in der Planungs- oder Bauphase getätigt wird. Immer wieder kommt es vor, dass Projekte nicht oder deutlich später als geplant fertiggestellt werden. Eventuelle Mieteinnahmen fallen dann aus und die Finanzierung bricht zusammen. Das wiederum kann zu einem Gefängnisaufenthalt führen, denn geplatzte Cheques werden hart bestraft.

Ebenfalls zu beachten ist die Tatsache, dass Immobilien in Dubai durch das Klima und gegebenenfalls auch durch häufige Ein- und Auszüge schneller „abgewohnt“ werden als in Europa.

Der Kauf einer Immobilie für den Eigenbedarf ist weniger problematisch – solange man einen Job hat und eventuelle Kredite rechtzeitig bedient werden. Wenn man zu einem günstigen Zeitpunkt einsteigt, nicht anfallende Mietkosten berücksichtigt und zum richtigen Zeitpunkt wieder verkauft, kann sich die Investition mehr als lohnen.

Nebenkosten

Die Nebenkosten sollten man keinesfalls vernachlässigen, denn sie können signifikant sein. Beispielsweise fallen beim Kauf einer Immobilie 4% Transfergebühr beim Dubai Land Department an. Diese Kosten sind mit den Notargebühren in Deutschland vergleichbar. Dazu kommen Bearbeitungsgebühren in Höhe von bis zu 5000 AED und Maklergebühren. Zwar ist der Immobilienmarkt inzwischen einigermaßen reguliert. Allerdings heißt das nicht, dass es keine unseriösen Makler gibt, die überhöhte Courtagen verlangen. Im Idealfall vermeidet man Maklerkosten komplett, indem man einen Relocation Service für die Wohnungssuche nutzt.

Nach dem Vertragsabschluss sind die Unterhaltungskosten zu beachten. Elektrizität ist verhältnismäßg günstig. Allerdings ist Wasser richtig teuer. Eigentlich ist das nicht verwunderlich – schließlich liegt Dubai bekanntermaßen in der Wüste. Dennoch ist so mancher Besitzer einer Villa mit Außenpool regelmäßig schockiert, wieviel Wasser – und damit bares Geld – im Laufe eines Jahres verdunstet.

Auch die unvermeidliche Klimaanlage reißt leicht Löcher in die Finanzen. Insbesondere im Sommer, wenn die Temperaturen auf über 50 Grad steigen. Dann laufen die Klimaanlagen auf Hochtouren. Dabei sind Wohnungen in Hochhäusern noch verhältnismäßig effizient zu kühlen. Und das obwohl die Sonneneinstrahlung durch die riesigen Glasfasaden zu einem regelrechten Treibhauseffekten führen. Moderne Wohntürme sind an District Cooling – dem kalten Äquivalent von Fernwärme – angeschlossen. Außerdem sind die Wohnungen darin von anderen gekühlten Wohnungen umgeben. Im Gegensatz dazu brennt die Sonne bei freistehenden Villen auf Dächer und Außenwände.

Ein weiterer Faktor sind Personalkosten für Gärtner, Poolboys und Torwächter.

Veröffentlicht am Schreib einen Kommentar

Expat-Brot – wie man Auslandsdeutsche glücklich backt [mit Rezept]

Brot - was Deutsche im Ausland vermissen

Zum Glücklichsein brauch der Expat Brot. Die amerikanische Kabarettistin Gayle Tufts behauptet: Wenn man einen Deutschen vorübergehend ins Paradies schickt, kommt er zurück und sagt: „Es war wirklich traumhaft schön dort, aber das Brot war grauenhaft“. Das mag etwas überspitzt sein. Allerdings ist es gar nicht so weit von der Realität entfernt. Viele deutsche Expats vermissen wirklich gutes Sauerteigbrot. Mit einer knusprigen Kruste. Mit einer würzigen, dunklen, leicht feuchten Krume. Im Ausland ist das kaum erhältlich. Natürlich ist man als Expat weltoffen und genießt die kulinarische Vielfalt des Landes in der man lebt. Beim Gedanken an Schwarzbrot entwickelt so mancher Expat so etwas wie Heimweh. Es soll sogar Expats gegeben haben, die nur wegen des Brotes nach Deutschland zurückgekehrt sind. Dabei ist Brot backen ganz einfach.

Schwarzbrot einfach selbst backen

Dabei ist es ganz einfach gutes Schwarzbrot selbst zu backen. Es ist wirklich nicht schwierig. Die Zutaten sind meistens problemlos erhältlich. Und der Aufwand hält sich mit ca. 30 Minuten (plus Wartezeiten) in Grenzen. Insbesondere wenn man bedenkt, wieviel gute Laune man damit verbreiten kann – in der eigenen Familie und darüber hinaus. Wer Freunden aus der deutschen Expat-Community ein knuspriges Schwarzbrot schenkt, kann sich deren Dankbarkeit gewiss sein.

Das Expat-Brot Rezept

Also ab in die Küche und los. Hier ist unser vielfach erprobtes Expat-Brot Rezept.

1. Sauerteig ansetzen

2 gehäufte Esslöffel Roggenmehl – am besten Vollkorn – mit etwa 30 ml Wasser zu einem weichen Brei verrühren. Zudecken. 2 Tage stehen lassen. Danach sind auf dem Brei kleine Bläschen zu sehen. Weitere 2 Löffel Roggenmehl + 30 ml Wasser zugeben. Kurz umrühren. Wieder 2 Tage stehenlassen. Die Bläschen sind nun etwas größer und er Brei riecht leicht säuerlich. Noch einmal 2 Esslöffel Mehl und 30 ml Wasser unterrühren. Noch einmal 2 Tage warten. Fertig ist der Sauerteig. Wem das zu aufwändig ist, kann sich auch getrockneten Sauerteig besorgen. Wenn man öfter backt, kann man einen Teil des Sauerteigs im Kühlschrank aufbewahren oder sogar einfrieren. Damit kann man sich 2 der 3 Runden sparen.

2. Der Teig

500g Weizenvollkornmehl + 500g Roggenvollkornmehl + ca. 500g Wasser + 100g Sauerteig + 1 Teelöffel Salz + 1 Teelöffel Brotgewürz zu einem Teig mischen. (Brotgewürz kann man auch leicht selbst machen: 100g getrockneten Kümmel + 100g getrocknete Fenchelsamen + 50g getrocknete Korianderkörner grob mörsern oder schroten.) Wichtig ist, dass der Teig gut geknetet wird – je länger, desto geschmeidiger wird die Krume. 10 Minuten sind nicht zu viel. Selbstverständlich kann diesen Part eine Küchenmaschine übernehmen. Anfangs kann der Teig noch etwas schmierig und nass sein. Nach dem Kneten sollte der Teig nicht mehr an den Fingern kleben.

Den Teig in einer großen Schüssel mit einem Geschirrtuch abdecken und 2 – 3 Stunden an einem warmen Ort gehen lassen. Das Volumen sollte sich in dieser Zeit mindestens verdoppeln. Danach den Teig noch einmal kurz kneten, teilen und 2 längliche Laibe formen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen mit Mehl bestreuen. Die Laibe mit ausreichendem Abstand (ca. 10 cm) darauflegen und ebenfalls mit Mehl bestreuen. Hierfür eignet sich ab besten Roggenvollkornmehl. Denn damit reißt das Brot am schönsten auf. Die beiden Laibe wieder mit dem Geschirrtuch abdecken und nocheinmal 45 Minuten gehen lassen.

3. Das Backen

Ein hitzefestes Gefäß (zum Beispiel ein zweites Backblech) mit mindestens 300 ml Wasser in den Backoffen stellen und diesen auf 250 Grad Umluft vorheizen. Alternativ eignet sich auch ein Gasgrill mit Deckel und Pizzastein. Wenn sich im Ofen (bzw. Grill) Dampf einwickelt hat, das Blech mit den beiden Brotlaiben in den Ofen schieben oder die Laibe auf den Pizzastein legen. Dabei möglichst wenig Hitze und Dampf entweichen lassen. Das Geschirrtuch wird selbstverständlich nicht mitgebacken.

Nach 20 Minuten die Temperatur auf 180 Grad reduzieren und von Umluft auf Ober-/Unterhitze umschalten. Am besten man öffnet die Ofentüre bzw. den Grilldeckel für einige Sekunden. Danach weitere 40 – 45 Minuten backen. Das Brot ist fertig, wenn es hohl klingt, wenn man mit einem Messerrücken oder Kochlöffel darauf klopft. Die Backzeit hängt von der Form der Laibe ab. Dünne, längliche Brote sind schneller fertig als runde Brote, weil dich Hitze weniger tief in den Teig eindringen muss. Nachdem sie aus dem Ofen raus sind, müssen die fertiggebackenen Brote nur noch etwa eine Stunde abkühlen.

Mancher Expat stellt sich einen Stuhl vor den Backofen und sieht sich den Backvorgang wie in einem Fernseher an.

Veröffentlicht am Schreib einen Kommentar

Arbeiten in Dänemark | Was Expats unbedingt wissen müssen

Arbeiten in Dänemark

Wer schon einmal seinen Sommerurlaub in Dänemark verbracht hat, wird den Gedanken nicht los, wie es wäre in Dänemark zu arbeiten. Gut gelaunte Menschen, sanfte Dünenlandschaften, kein Stress, ein starkes Sozialsystem und familienfreundliche Unternehmen machen das Arbeiten in Dänemark attraktiv. Allerdings: Knapp die Hälfte der Dänen leben und arbeiten in und um Kopenhagen auf der dänischen Hauptinsel Sjælland (resp. Seeland). Arbeiten in Dänemark ist oft gleichbedeutend mit arbeiten in Kopenhagen. Die dänische Hauptstadt ist schlicht traumhaft schön. Doch Vorsicht: ein Urlaub in Jütland hat wenig mit dem Arbeitsleben in Kopenhagen zu tun. Und nicht alle Gerüchte über das Arbeitsleben in Dänemark sind wahr.

Voraussetzungen für das Arbeiten in Dänemark

Dänemark ist Mitglied der Europäischen Union und des Schengen-Raums. Dementsprechend greift die Freizügigkeit innerhalb der EU. Deutsche und Österreicher brauchen also keine Arbeitserlaubnis, um in Dänemark zu arbeiten. Dennoch ist eine EU-Aufenthaltsbescheinigung erforderlich, wenn der Aufenthalt in Dänemark mehr als 3 Monate dauert. Diese erhält man ohne größere Probleme in der Verwaltung der Kommune, in der man wohnt.

CPR-Nummer und NemID

Der dänische Staat führt ein zentrales Personen Register (Centrale Person Register, kurz CPR). Jeder Einwohner erhält eine Nummer, ähnlich der Social Security Number in den USA. Die Nummer besteht aus dem sechsstelligen Geburtsdatum (TTMMJJ), einem Bindestrich und einer vierstelligen laufenden Nummer. An der letzten Zahl kann man erkennen, ob die Person männlich oder weiblich ist. Eine gerade Zahl bedeutet Frau, eine ungerade Zahl bedeutet Mann.

Ohne diese CPR Nummer geht gar nichts. Arbeiten in Dänemark, dänisches Bankkonto, Arztbesuche, Pensionskasse – alles erfordert eine CPR Nummer. Auf Basis der CPR Nummer erhält man auch eine NemID. Diese „einfache ID“ wir für nahezu jeden online Login in Dänemark benötigt – von der Steuererklärung, über Formuare bei Behörden, dem universellen online Postfach e-Boks bis zum Online-Banking. Als Username dient die CPR Nummer. Zusätzlich erhält man eine Karte mit TANs. Die NemID wird in der Regel in Verbindung mit einem Bankkonto beantragt.

Einkommen + Steuern

Das Gehaltsniveau in Dänemark liegt mit durchschnittlich ca. 4800 Euro pro Monat bzw 500.000 Kronen pro Jahr brutto deutlich über dem deutschen Gehaltsniveau, das bei vergleichsweise niedrigen 3500 Euro im Monat liegt. In manchen Jobs können Expats in Dänemark also durchaus zum Einkommensmillionär (in dänischen Kronen) werden. Allerdings geht ein großer Teil des Einkommens direkt an die Steuerbehörde SKAT. Die Steuerlast besteht aus nationaler Steuer, Kommunalsteuer und Gesundheitsbeitrag. Bei Mitglieder der evangelisch-lutherischen dänischen Landeskirche wird auch eine Kirchensteuer erhoben. Der Spitzensteuersatz von 55% ist schon ab einem Jahreseinkommen 459.200 Kronen – also unterhalb des dänischen Durchschnittseinkommens – fällig. Hinzu kommen 8% Arbeitsmarktabgabe. Schlimmstenfalls geht also deutlich mehr als 60% des Gehaltsschecks direkt an den Staat. Es ist also nicht verwunderlich, dass in dänischen Familien meist beide Partner einen Vollzeitjob haben.

Um für ausländische Führungskräfte und Wissenschaftler nicht völlig unattraktiv zu sein, gibt es ein für diese Gruppe ein spezielles Steuermodel. Sofern eine Reihe von Bedingunen – wie ein relativ hohes Einkommen – erfüllt werden, zahlt man beim sogenannten „Professoren-Schema“ man nur 27% Steuern + 8% Arbeitsmarktabgabe. Dafür sind keinerlei Abschreibungen möglich.

Unabhängig vom Steuermodel empfiehlt es sich, in eine Pensionskasse einzuzahlen. Vom hohen Bruttoeinkommen bleibt also netto wenig übrig.

Lebenshaltungskosten

Dem verbleibenden Nettoeinkommen stehen hohe Lebenshaltungskosten gegenüber. Arbeiten in Dänemark muss man sich erst einmal leisten können. Dänen kaufen sich ihre Wohnungen oft in jungem Alter. Dadurch ist die Eigentumsquote hoch und der Mietmarkt klein. Das treibt die Mieten in die Höhe. Im Vergleich zu Kopenhagen und Umgebung sind Mietwohnungen in München eher günstig.

Auch Lebensmittel und Produkte des täglichen Gebrauchs sind deutlich teurer als in Deutschland. Das liegt nicht zuletzt an der Mehrwertsteuer von 25%, die auf alle Produkte erhoben wird. Einen vergünstigten Mehrwertsteuersatz gibt es nicht. Alkohol ist wie in allen skandinavischen Ländern fast schon schmerzhaft teuer.

Die Kosten für Dienstleistungen sind oft exorbitant hoch. Ein Haarschnitt für Herren kann leicht umgerechnet 80 Euro kosten – und das nicht bei einem Star-Stylisten sondern bei einem bodenständigen Friseurhandwerker. Wie überall liegen die Preise für Damenhaarschnitte noch einmal deutlich höher.

So mancher Dänemark Expat fährt regelmäßig am Wochenende über die deutsche Grenze, lässt sich günstig die Haare schneiden und packt sich das Auto bis unters Dach voll mit Einkäufen. Auf der Autobahn kann man dann so manches Fahrzeug sehen, das bis zum zulässigen Gesamtgewicht mit Bierdosen beladen ist.

Auto oder Firmenwagen – purer Luxus

Für diese Tyskland-Touren benötigt man natürlich ein Auto. Anders als in Deutschland ist der Besitz eines Autos – insbesondere in Kopenhagen – keineswegs Standard. Kopenhagener fahren lieber Fahrrad – egal bei welchem Wetter. Und wenn man schon ein größeres Fahrzeug anschafft, dann vielleicht eher ein Boot als ein Auto.

Im Zweifel ist ein Boot auch günstiger als ein Auto. Denn bei der Erstanmeldung eines Autos schlägt SKAT wieder erbarmungslos zu. Auf die ersten 82.800 DKK – gerade einmal etwas mehr als 11.000 Euro – des Listenpreises erhebt der Fiskus 105% Steuer. Für jede Krone, die der Listenpreis über dieser Marke liegt, werden 150% Luxussteuer kassiert. Importiert man einen Geprauchtwagen nach Dänemark, fallen diese Steuern auf den Wiederverkaufswert an (Siehe auch: Nehme ich mein Auto mit ins Ausland?). Kauft man einen Gebrauchtwagen in Dänemark, dann ist die bereits bezahlte Registrierungsgebühr Teil des Wertes des Wagens. Entsprechend hoch ist der Preis.

Bei Firmenwagen werden 25% des Listenpreises pro Jahr (bzw. 2,08% pro Monat) als geldwerter Vorteil und damit zu versteuerndes Einkommen gewertet. Darauf wird dann der reguläre Steuersatz angewendet, selbst wenn man das „Professoren-Schema“ nutzt.

Sozialversicherungen

Krankenversicherungsbeiträge werden in Dänemark als Steuer bezahlt. Die Versicherung deckt ärztliche Untersuchungen und Behandlungen ab. Medikamente muss man mit wenigen Ausnahmen selbst zahlen. Es gibt zwar private Zusatzversicherungen. Allerdings sorgen diese in der Regel nur dafür, dass man schneller einen Termin beim Arzt bekommt. Das Leistungsspektrum erweitert sich durch eine Privatversicherung kaum.

Eine weitere Säule des dänischen Sozialversicherungssystems sind Pensionskassen. Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer leisten Beiträge. Oft zahlen Firmen 8% des Lohns in eine Pensionskasse, wenn man selbst 4% einzahlt. Die eigenen Beiträge werden aus dem bereits versteuerten Einkommen geleistet. Dafür wird die Rente dann steuerfrei ausgezahlt. Expats haben hier eine Wahlmöglichkeit, wenn davon auszugehen ist, dass man nur vorübergehend in Dänemark lebt und arbeitet. Man zahlt die Beiträge aus dem unversteuerten Einkommen. Das angesparte Geld erhält man dann als Ganzes ausgezahlt, wenn man Dänemark verlässt. Allerdings muss die Gesamtsumme dann versteuert werden. Diese Expat-Variante wird als „nicht genehmigter Plan“ bezeichnet.

Urlaubs- und Feiertage

Arbeitnehmern in Dänemark stehen in der Regel mindestens 25 Urlaubstage zur Verfügung. In dänischen Arbeitsverträgen steht oft lapidar „Der Anspruch auf Urlaubstage wird vom Urlaubsabspruchsgesetz geregelt“. Dahinter verbirgt sich allerdings eine kleine Falle für Expats. Denn die Zahl der Urlaubstage im Vertrag regelt zunächst einmal nur eine Anzahl unbezahlter Urlaubstage. Und die Bezahlung während der Urlaubszeit muss man sich erst erarbeiten.

Das funktioniert folgendermaßen: Arbeitgeber zahlen zusätzlich zum Lohn bzw. Gehalt 12,5% auf ein „Ferienkonto“ ein. Aus diesem Ferienkonto wird die Bezahlung während des Urlaubs im folgenden Jahr finanziert – egal ob beim gleichen oder einem anderen Arbeitgeber. Das Problem dabei: Im ersten Jahr des Arbeitens in Dänemark ist das Ferienkonto leer. Man darf zwar die festgelegte Anzahl von Tagen freinehmen, wird aber in dieser Zeit nicht bezahlt. Angesichts der hohen Lebenshaltungskosten und Steuern, bleibt einem fast nichts übrig, als das erste Jahr ohne Urlaub durchzuarbeiten. Vorteil für Expats: verlässt man Dänemark wieder, erhält man die angesparte Summe vom Ferienkonto ausgezahlt.

Gesetzliche Feiertage sind natürlich im ersten Jahr frei. Die Liste der Feiertage umfasst:

  • Neujahr
  • Gründonnerstag + Karfreitag
  • Ostersonntag + Ostermontag
  • Buß- und Bettag
  • Christi Himmelfahrt
  • Pfingstsonntag + Pfingstmontag
  • 1. + 2. Weihnachtsfeiertag

Arbeitszeit

Dänemarks Reputation als familienfreundliches Land trifft im Bezug auf die Arbeitszeit voll und ganz zu. Die Regelarbeitszeit beträgt durchschnittlich 37 Wochenstunden. In der Praxis ist nahezu jeder ab 8:30 Uhr im Büro. Spätestens um 16:30 Uhr wird der Heimweg angetreten. Zeit für die Familie ist in Dänemark heilig – egal was im Job noch zu tun wäre. Dafür wird während der Arbeitszeit umso konzentrierter gearbeitet.

Arbeitskultur – Hygge am Arbeitsplatz

Kulturschocks können auch bei kleinen Unterschieden zur eigenen Kultur auftreten. Je kleiner die Unterschiede, desto schwieriger kann es sein, den Kulturschock zu überwinden (siehe auch: Kultursimulation Barnga). Am dänischen Arbeitsplatz fällt nimmt der Kulturschock für Deutsche allerdings beträchliche Ausmaße an. Zu deutlich sind die Unterschiede in der Arbeitskultur.

Dänen sind sehr konsensorientiert – böse Zungen sagen: „konfliktscheu“. Beim Arbeiten in Dänemark äußert sich das in Form einer geringen Entscheidungsfreudigkeit der dänischen Führungskräften. Jeder vermeintlich unbedeutende Beteiligte wird zu seiner Meinung befragt. Aus der Menge der Einzelmeinungen bildet sich ein kleinster gemeinsamer Nenner. Das liegt auch am dänischen Konzept der Gleichheit. Jedem wird – unabhängig von Hierarchiestufen – der gleiche Wert beigemessen. „Flache Hierarchien“ werden in Dänemark auf eine ganz eigene Art und Weise gelebt. Positiv ausgedrückt: es wird mehr miteinander statt gegeneinander gearbeitet. (Siehe auch: Hygge im Büro)

Gleichberechtigung

In skandinavischen Ländern gehört die Gleichberechtigung zu den wichtigsten Werten der Gesellschaft – und das nicht nur auf dem Papier. So auch in Dänemark. Weibliche Führungskräfte sind die Norm, keine Ausnahme. Das gilt auch für die oberste Führungsebene. Umgekehrt gilt das auch für die Aufgabenteilung innerhalb von Familien. Während man als Mann in Deutschland schräge Blicke ernten würde, wenn man früher das Büro verlässt, weil man sich um die Kinder kümmern muss, ist das in Dänemark absolut normal. Ein weiterer relevanter Punkt im Bezug auf die Gleichberechtigung ist die Tatsache, dass in der Regel beide Ehepartner berufstätig sind. Wegen der Steuern ist das in den meisten Fällen finanziell auch notwendig.

Internationalität

Als vergleichsweise kleines Land mit hohem Ausbildungsstandard ist Dänemark kaum auf Expats angewiesen. Zumal durch eine starke Umverteilung auch niedrig qualifizierte Jobs für Einheimische attraktiv sind. Der Ausländeranteil liegt mit 8,1% deutlich unter dem deutschen Wert (11,3%). Zwar gibt es Branchen mit starkem internationalen Einfluss. Zwischen den skandinavischen Ländern findet ein gewisser Austausch statt. Und auch aus dem Baltikum gibt es Migrationsbewegungen.  Dennoch ist Dänemark weniger international als andere westeuropäische Länder. Das liegt auch daran, dass sich das relativ kleine Land nicht für jeden Expat mit Karriereambitionen gleichermaßen eignet (siehe auch: Jobwechsel ins Ausland – Karriere Turbo oder Karriere Killer).

Die dänische Sprache ist zwar nicht ganz leicht. Trotzdem stellt die Spache für Expats nur selten ein Hindernis dar. Zum einen hat jeder Ausländer, der in Dänemark lebt, Anspruch auf bis zu 3 Jahre kostenlosen Dänischunterricht. Zum anderen sprechen fast alle Dänen sehr gut englisch. Grund dafür: wegen der kleinen Bevölkerungszahl werden Hollywood Filme und amerikanische Serien nicht synchronisiert und die meisten englischsprachigen Bücher nicht ins Dänische übersetzt. Dänen wachsen also mit Englisch als Zweitsprache auf.

In den vergangenen Jahren hat sich die dänische Politik stark nach rechts bewegt. 2015 wurde die sozialdemokratische Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmitt von einem rechtsgerichteten Bündnis um ihren Nachfolger Lars Løkke Rasmussen abgelöst. Stärkste Partei bei der Wahl wurde die Danske Folkeparti, die nur deshalb nicht den neuen Ministerpräsidenten stellte, weil sie selbst zahlreichen Koalitionären zu weit rechts im politischen Spektrum angesiedelt ist. Dänemark ist bei weitem nicht so weltoffen, wie sein Ruf.

Arbeiten in Dänemark – jenseits der Klischees

Das verbreitete Bild vom weltoffenen, familienfreundlichen Land mit glücklichen, gutaussehenden Menschen und hohem Lebensstandard ist sicherlich etwas verkürzt, respektive naiv, Es ist aber auch nicht komplett falsch. Wie attraktiv es ist, in Dänemark zu leben und zu arbeiten, hängt stark von den eigenen Zielen und der eigenen Persönlichkeit ab.

Veröffentlicht am Schreib einen Kommentar

Wie verändert dich das Leben im Ausland? [Neue Studie]

Studie: Leben im Ausland

Egal ob Japan, Dänemark, USA, Vereinigte Arabische Emirate oder Südafrika – das Leben im Ausland verändert die Persönlichkeit von Expats. Dabei spielt die jeweilige Kultur des Gastlandes eine gewisse Rolle. Schließlich ist die Erfahrung, die ein Expat macht, von Land zu Land verschieden. Und jeder Expat macht unterschiedliche Erfahrungen. Es gibt allerdings eine Eigenschaft, die fast alle Expats gemeinsam haben. Welche?

Studie zur Expat Persönlichkeit

Wissenschaftler der Rice University haben sich in Zusammenarbeit mit der renommierten Columbia University und der University of North Carolina mit der Frage beschäftigt, welchen Einfluss das Leben im Ausland auf Expats macht. In einer Studie zur Persönlichkeit von Expats analysierten sie eine Reihe von Frage und verglichen die Antworten von (ehemaligen) Expats und Menschen ohne Auslandserfahrung. Ihre Erkenntnisse veröffentlichten sie im März 2018 unter dem vielsagenden Titel „Der kürzeste Weg zu sich selbst führt um die Welt herum„.

Wie verändern sich Menschen nach mindestens einem Umzug ins Ausland in ihrer Biographie im Vergleich mit Menschen, die nie im Ausland lebten? Wie unterscheidet sich eine Expat Persönlichkeit von jemandem, der allenfalls für ein paar kurze Urlaube im Ausland war? Was zeichnet eine Expat Persönlichkeit aus?

Leben im Ausland stärkt Selbstreflektion

Durch die Erfahrungen und Einflüsse verschiedener Kulturen entwickeln Expats eine deutlich stärkere Fähigkeit, sich selbst und die Elemente der eigenen Kultur zu hinterfragen. Ein ordentlicher Kulturschock trägt sicherlich auch dazu bei. Wie in der Kultursimulation Barnga machen Expats während ihres Lebens im Ausland die Erfahrung, dass Regeln, Verhaltensmuster und Konventionen von Land zu Land unterschiedlich sind. Und dass all diese Elemente einer Kultur in sich richtig sind, auch wenn sie sich von dem unterscheiden, was man zuhause gelernt hat. Das führt dazu, dass man auch die eigene Kultur und sich selbst in einem anderem Licht sieht. Selbsterkenntnis ist bekanntermaßen der erste Schritt zur (ständigen) Verbesserung. In vielen Firmen wird diese Fähigkeit als Basis für Growth Mindset geschätzt.

Weitere Details unter: https://www.eurekalert.org/pub_releases/2018-03/ru-sla032018.php

Veröffentlicht am Schreib einen Kommentar

Arbeiten in Dubai | Was Expats unbedingt wissen müssen

Arbeiten in Dubai

In einer globalisierten Welt zieht es viele Deutsche ins Ausland. Auch wenn die Wirtschaft in Deutschland boomt, locken andere Standorte mit angenehmem Klima, attraktiveren Steuersätzen und geringerer Regulierung. Besonders beliebt: Arbeiten in Dubai. Was muss man beachten? Wo liegen die Unterschiede zum Arbeiten in Deutschland?

Voraussetzungen für das Arbeiten in Dubai

Zunächst einmal benötigt man ein Arbeitsvisum. Sofern man sich nicht selbständig machen möchte, bracht man vor der Einreise einen Arbeitgeber. (Siehe auch: Job im Ausland finden.) Der Arbeitgeber fungiert dann als Sponsor für das Arbeitsvisum. Hat man ein Jobangebot bzw. einen Arbeitsvertrag unterschrieben, gibt es zunächst einen ordentlichen Papierkrieg. Idealerweise kann der Arbeitgeber das an einen sogenannten Public Relations Officer (PRO) outsourcen. Ganz kann man es aber nicht vermeiden, selbst aktiv zu werden.

Für das Visum benötigt man neben dem Vertrag auch noch einen Reisepass, der noch mindestens 6 Monate gültig ist und 6 biometrische Passbilder. Sollten weitere Familienmitglieder mit einreisen, benötigt man Pässe und Passbilder natürlich für jedes Familienmitglied. Dazu kommen Ehe- und Geburtsurkunden, die von der Botschaft bzw. vom Konsulat der Vereinigten Arabischen Emirate beglaubigt sind. (Siehe auch: Checkliste: Dinge, die man vor der Ausreise erledigen muss.)

Nach der Einreise müssen sich alle Familienmitglieder noch einer medizinischen Untersuchung stellen. Diese beinhaltet u.a. eine Blutuntersuchung und eine Röntgenaufnahme. So soll sichergestellt werden, dass kein AIDS oder TBC eingeschleppt wird.

Löhne, Gehälter & Steuern

Ein durchaus angenehmer Aspekt beim Arbeiten in Dubai ist das Einkommen. Zumindest wenn man sich bei den Vertragsverhandlungen einigermaßen geschickt anstellt. Tarifverträge gibt es nicht. Gehälter liegen in etwa auf deutschem Niveau oder etwas darüber. Allerdings wird darauf keine Einkommensteuer erhoben. Brutto ist also gleich netto. Dazu kommen häufig noch Pauschalen für Wohnung und Auto. Manche Firmen zahlen auch die Ausbildungskosten für die Kinder ihrer Angestellten (siehe auch: 16 Benefits, die Expat Verträge enthalten können). Außerdem steht jedem Arbeiter bzw. Angestellten in Dubai einmal pro Jahr ein Flug ins Heimatland zu. Meistens wird das auch in Form einer Pauschale abgewickelt.

Trotz hoher Lebenshaltungskosten (Siehe auch: Was kostet eine Wohnung in Dubai) können sich die meisten westlichen Expats ein recht komfortables Leben in Dubai leisten. Doch Vorsicht: leicht übersieht man, dass Sozialversicherungen praktisch nicht vorhanden sind. So gibt es zum Beispiel keinerlei Rentenversicherung. Man muss also selbst vorsorgen. Viele Expats versuchen mit dem regulären Gehalt auszukommen und legen die Housing Allowance als Altersvorsorge an.

Außerdem gibt es viele versteckte Kosten. (Siehe auch: Kostenfallen und Risiken für Expats). Beispielsweise wurden 2013 an zahlreichen öffentlichen Parkplätzen rund um Bürogebäude Parkuhren mit einer maximalen Parkdauer von 4 Stunden aufgestellt. Wer keinen der knappen firmeneigenen Parkplatz ergattert und in der Mittagspause nicht schnell genug verlängert, bekommt mit schöner Regelmäßigkeit einen ordentliches Knöllchen. Auch Dubai hat eben einen Staatshaushalt. Und der muss weitestgehend ohne Steuern finanziert werden. 2017 stammten 76% des Haushalts aus staatlichen Gebühreneinnahmen.

Arbeitsschutz und Arbeitnehmerrechte

In Dubai herrscht Kapitalismus in Reinstform. Zumindest für Expats, denn Emirati werden vom Staat subventioniert und gefördert. Für Ausländer gibt es vergleichsweise wenig Rechte. Westliche Expats müssen – im Gegensatz zu vielen anderen Nationalitäten – zwar ihren Reisepass nicht beim Arbeitgeber abliefern. Dennoch ist man stark vom Arbeitgeber abhängig. Verliert man seinen Job, muss man innerhalb von 30 Tagen ausreisen. Es sei denn, man besitzt eine Immobilie in Dubai und kann eine Ausnahmeregelung nutzen. Dieser Fakt kann von Arbeitgebern als Druckmittel genutzt werden. Schließlich hat man seine Miete oft für ein ganzes Jahr im Voraus gezahlt. Und es ist schwierig, das Geld zurückzubekommen, wenn man das Land vorher verlässt.

Auch beim Arbeitsschutz darf man nicht die gleichen Maßstäbe wie in Europa anwenden. Vom wenig ergonomischen Schreibtisch, über einigermaßen riskant verlegte Stromkabel zu recht sporadischen Brandschutzmaßnahmen ist vieles möglich. Immer wieder hört man von tödlichen Unfällen auf Baustellen, obwohl die lokalen Medien das Thema  totschweigen. Allerdings wurde in den vergangen 10 Jahren viel für den Arbeitsschutz getan und das Unfallrisiko verringert. Im Übrigen gibt es natürlich keine Gewerkschaften oder Arbeitnehmervertretungen.

Arbeitswoche & Arbeitszeit

Offiziell gilt in Dubai eine 6-Tage Woche. Je nach Branche bzw. Arbeitsvertrag hat man allerdings doch zwei Tage Wochenende. Anders als in der westlichen Welt geht die Arbeitswoche in den Vereinigten Arabischen Emiraten von Samstag bis Donnerstag. Wobei Freitag der religiöse Wochentag – ähnlich unserem Sonntag – ist. Bei einer 5-Tage-Woche sind Freitag und Samstag das Wochenende. Insbesondere wenn man mit vielen internationalen Kollegen oder Geschäftspartnern arbeitet, kann das schon einmal dazu führen, dass wichtige Meetings während des Wochenendes stattfinden. Entweder man ist dann außen vor oder man verzichtet auf Teile des Wochenendes.

Oder man schafft es die Kollegen und Partner so zu „erziehen“, dass sie darauf Rücksicht nehmen. Das ist auch im Bezug auf die Zeitzone sinnvoll. Dubai ist Deutschland im Sommer 2 und im Winter 3 Stunden voraus. Zur US-Westküste sind es 11 bzw. 12 Stunden Zeitunterschied. Praktisch führt das dazu, dass sich Meetings bis in den späten Abend ziehen. Wer eine 35-Stunden-Woche möchte, sollte also nicht in Dubai arbeiten. Offiziell sind 40 Stunden pro Woche die Regel. In der Realität sind es aber meistens deutlich mehr. Eine Ausnahme bildet der Ramadan in Dubai, in dem die Arbeitszeit etwas verkürzt wird.

Urlaubs- und Feiertage

Je nach Branche erhalten Arbeitnehmer in Dubai etwa 20 Urlaubstage. Dazu kommt eine Reihe von Feiertagen, die sich fast alle nach dem Mondkalender richten. Deshalb werden sie auch erst wenige Tage vorher genau terminiert werden. Man erhält dann eine e-Mail mit der Information, dass der nächste oder übernächste Tag aus Anlass eines Feiertags frei ist. Komischerweise wird auch mit Feiertagen, die sich dem regulären Kalender richten (beispielsweise der National Day) und immer auf das gleiche Datum fallen, so vorgegangen. Je nach Feiertag – und Arbeitgeber bzw. Freezone in der man arbeitet – werden manchmal gleich mehrere Tage freigegeben. All das macht die Urlaubsplanung nicht gerade einfacher.

Die Liste der Feiertage umfasst:

  • Neujahr
  • Himmelfahrt Mohammeds „Leilat al-Mi’raj „
  • Beginn des Ramadan
  • Zuckerfest bzw. Fastenbrechen am Ende des Ramadan „Eid al-Fitr“ – meistens 3 freie Tage
  • Beginn der Pilgersaison
  • Opferfest „Eid al-Adha“ – meistens 3 freie Tage
  • Geburtstag des Propheten „Mouloud“
  • Nationalfeiertag am 2. Dezember

In seltenen Fällen kommen noch weitere, spontane Feiertage hinzu. Beispielsweise wurden Schulen anlässlich der Vergabe der Expo 2020 an Dubai für eine Woche geschlossen. Arbeiten in Dubai erfordert auch ein gewisses Maß an Flexibilität.

Internationalität

Der Ausländeranteil an der Gesamtbevölkerung der VAE schwankt und ist eng mit der Konjunktur verbunden. Je nach Statistik liegt er zwischen 80% und 90%. Mit anderen Worten: nur etwas mehr als 10% der Menschen dort sind Emirati. Der Rest ist meist vorübergehend zum Arbeiten in Dubai oder den anderen Emiraten. Über die Integrationsdebatte, die man in Deutschland führt, kann man dort nur lachen. Dennoch gibt es regelmäßig Programme zur „Emiratisierung“ von Unternehmen. Diese sollen dafür sorgen, dass Staatsbürger der VAE auch in der Privatwirtschaft Jobs finden. Denn aktuell lebt die Großzahl der Emirati entweder von staatlichen Zuwendungen oder Jobs im öffentlichen Sektor.

Trotz aller Versuche der Emiratisierung hat man in der Realität nahezu ausschließlich andere Expats als Kollegen. Das sorgt für ein spannendes, sehr internationales Arbeitsumfeld. Die gängige Sprache beim Arbeiten in Dubai ist englisch. Arabischkenntnisse sind kaum erforderlich, können aber hilfreich sein, wenn man Emirati als Geschäftspartner hat.

Neben sehr vielen Briten und Indern arbeiten in Dubai auch zahlreiche Pakistani, Libanesen und Ägyptern. Nahezu die ganze Welt ist vertreten. Man lernt sehr schnell die Eigenarten der verschiedenen Nationalitäten kennen, überwindet Stereotypen und stellt sich darauf ein. Gleiches gilt natürlich umgekehrt auch für die Kollegen, die sich auf den deutsche Kollegen einstellen. Vorurteile gibt es schließlich auch über uns Deutsche. Die Internationalität hat auch ihre Schattenseiten. Man konkurriert mit gut ausgebildeten Menschen aus der ganzen Welt. Teilweise sind die Kollegen bereit, den gleichen Job für deutlich weniger Gehalt zu erledigen. Und das nicht schlecht. Die bessere Bezahlung muss man durch hervorragende Leistung rechtfertigen.

Eine Studie der Rice University in Zusammenarbeit mit der Columbia University und der University of North Carolina hat festgestellt, dass das Leben und Arbeiten im Ausland die Selbstrefektion stärkt. Vermutlich gibt es kaum einen Ort auf der Welt, der besser dafür geeignet ist.

Arbeiten in Dubai als Frau

Im Gegensatz zur landläufigen Meinung gibt es kaum Einschränkungen für Frauen. So können Frauen in den Vereinigten Arabischen Emiraten genauso Arbeitsvisa erhalten wie Männer. Und dann als Familienoberhaupt das Non-Working Visum ihres Ehemanns und ihrer Kinder sponsorn. Im Arbeitsalltag werden kaum anders behandelt als in westlichen Ländern. Es soll an dieser Stelle explizit nicht unterstellt werden, dass in der westlichen Welt alles in bester Ordnung ist und für Frauen keinerlei Nachteile existieren. Und auch hierzulande gibt es im Top Management deutlich zu wenige Frauen. In manchen Punkten bietet Dubai sogar ein besseres Arbeitsumfeld als westliche Länder. Die Behörden sind bei Belästigung von Frauen extrem streng. Entsprechend zuvorkommend verhalten sich männliche Kollegen. (Siehe auch: Frauenrechte in Dubai und Abu Dhabi.)

Jobs für Deutsche

Arbeiten in Dubai ist weltweit beliebt. Man konkurriert mit Experten aus der ganzen Welt um Jobs. Es ist also nicht immer ganz leicht, einen Job in Dubai zu finden. In einigen Brachen sind Deutsche – genauso wie Österreicher und Schweizer – besonders beliebt. Dazu zählen Medizin, Ingenieurwesen, Automotive, Hospitality – und die Feuerwehr.

Selbständigkeit

Eine Sebständigkeit ist sicherlich der schwierigste und riskanteste Web zum Arbeiten in Dubai. Deutsches Know How wird in Dubai zwar durchaus geschätzt. Und am 20. Mai 2018 hat HH Sheikh Mohammed bin Zayed angekündigt, dass in Zukunft in Dubai ansässige Firmen keinen emiratischen Teilhaber mehr benötigen. Doch die rechtliche Situation ist nach wie vor komplex. Ohne vorherige Erfahrung vor Ort ist eine Firmengründung kaum zu empfehlen. Mehr dazu: Rechtliche Rahmenbedingungen für Geschäftstätigkeiten in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Veröffentlicht am Schreib einen Kommentar

Jumeirah Jane – die Expat-Woche in Dubai

Jumeirah Jane

Als Jumeirah Jane bezeichnet man eine (meist britische) Ehefrau eines gut verdienenden Dubai-Expats. Einerseits genießt sie dank Maid, Gärtner und Pool Boy ein sorgenfreies Leben in einer teuren Villa. Andererseits hat sie dadurch auch keinerlei Aufgabe und ist ständig gelangweilt. Die typische Woche einer Jumeirah Jane verläuft ungefähr so:

Samstag.

For fuck’s sake. Diese Kopfschmerzen sind kaum auszuhalten. Dabei war der Friday Brunch gestern doch relativ zivilisiert. Es waren höchstens zwei Flaschen Moet. Naja, ok, vielleicht auch drei. Bubbles sind im Preis enthalten und zum Friday Brunch geht man ja schließlich nicht wegen des Essens. Was poltert die doofe Maid eigentlich  so laut rum. Um diese Zeit. Es ist noch nicht mal halb vier. Kein Wunder, dass der Schädel brummt. Wieder einschlafen wird auch nix. Dafür ist es zu hell. Was muss diese Scheiß-Sonne auch so bescheuert durch die Fenster scheinen. Kann nicht mal jemand einen Sonnenschirm über ganz Emirates Hills aufspannen? Kann doch nicht so schwer sein. Aspirin ist auch leer. Am besten die Maid geht gleich zur Apotheke. Dann kann sie auch nicht mehr rumpoltern.

Sonntag.

Harry, der Mann von Jumeirah Jane, ist früh zu einer Geschäftreise nach Jordanien aufgebrochen. Schon wieder. Arbeiten in Dubai heißt für Harry mindestens zweimal pro Monat im Flieger nach Riad, Maskat oder Amman sitzen. Die Maid muss deshalb heute auf jeden Fall das Bett frisch überziehen. Hat sie bestimmt schon 5 Tage nicht mehr gemacht. Muss man die denn an alles erinnern? Und wo sind denn schon wieder die Autoschlüssel? Am Schlüsselbrett hängen nur die vom BMW. Aber diese Blöße gibt sich eine Jumeirah Jane nur, wenn es nicht anders geht. Es könnte ja sein, dass Gwendolyn – diese Zicke – auch dort ist. Ah, da. In der Handtasche von gestern. Jetzt aber schnell mit dem Porsche Cayenne zum Shopping in der Dubai Mall. Eigentlich gehen da ja nur Touristen hin. Aber der Fendi Laden in der Mall of the Emirates wird gerade renoviert. Und das Mirdiff City Center geht schließlich gar nicht. Auf dem Rückweg zum Parkhaus gibts noch schnell einen Detox Weizengras Shot.

Wenigstens hat Wayne am Nachmittag noch einen Termin frei. Gym ohne Personal Trainer ist einfach nix halbes und nix ganzes. Auf das Training könnte sie zwar heute gut verzichten – schon wegen der noch Kopfschmerzen, die immer noch nicht ganz weg sind. Aber Wayne ist halt ein ziemliches Schnuckelchen und der Anblick seines Hinterns entschädigt für die Plackerei.

Montag.

Wie oft muss man dem Poolboy denn noch erklären, dass er nur die verwelkten Frangipaniblüten aus dem Pool fischen soll. Das nervt echt kolossal.

Harry ist zurück. Gott sei dank hat er Wein vom Duty Free mitgebracht. In den Alkoholgeschäften innerhalb von Dubai kann man ja maximal 5% des Einkommens in Alkohol umsetzen. Wer soll denn damit auskommen? For fuck’s sake. Das Leben in Dubai ist echt hart.

Die Maid kocht zwar echt gut, aber eben hauptsächlich asiatische Gerichte. Indisch kann sie nicht. Also wird heute – wie ungefähr 3 Mal die Woche – bestellt. Let me repeat your order, boss lady. One Gobi Manchurian, one Chicken Chettinadu, one Lamb Vindaloo, two piece Naan. 20 minutes. Thank you, lady boss.

Dienstag.

Keine Lust auf Golf. 20 Minuten auf der Driving Range reichen ja auch. Und danach im Club House einen Lemon Mint. Der Fisch von der Tageskarte ist schon wieder aus. Es ist zum Verzweifeln.

Wenigstens hat Jennifer am Nachmittag noch einen Termin frei. Es gibt aber auch ums Verrecken sonst keine Hair Stylistin, die blonde Haare kann. Und heute abend ist Ladies Night. Mal wieder zum Barasti Beach. Undenkbar dort aufzutauchen, ohne vorher beim Friseur gewesen zu sein. Hoffentlich ist Gwendolyn krank.

Mittwoch.

Ausschlafen. Eine Runde Golf im Montgomerie. Gwendolyn – diese Zicke – hat schon wieder eine neue Prada Tasche. Die ist mit Sicherheit aus Karama. Sieht sowas von Fake aus. Passt zu ihr.

Oh, fast vergessen: auf dem Rückweg unbedingt noch zum African Eastern. Das Heinecken ist fast alle. Und diese Woche kosten 24 Dosen nur 187 Dirham. Außerdem ist ja bald Ramadan. Besser vorher die Vorräte aufstocken.

Am Abend geht es mit dem Premium Entertainer Gutscheinbuch zum Nobu im Atlantis. Das Atlantis ist bekanntlich das Hotel in Dubai, das noch künstlicher wirkt als die aufgespritzten Lippen von Gwendolyn. Schlimm sowas.

Donnerstag.

Der Porsche sieht aus wie Sau. Getankt werden muss auch. Also gehts zur Tankstelle. Fenster runter. Ja, volltanken bitte. Fenster rauf. Fenster runter. 137 Dirham, Maam. Stimmt so. An der Waschanlage ist schon wieder eine Schlange von 3 Autos. Eine Jumeirah Jane lässt sich sowas nicht bieten. Eigentlich muss man sich mal beschweren. Soll Harry nächstes Mal machen, wenn er das Auto waschen lässt.  Die Jungs, die das Auto abtrocknen und innen reinigen, sollen sich mal beeilen. Schließlich muss man in dieser Zeit ja aussteigen und die Hitze ist heute echt unerträglich.

Wenigstens hat Naomi am Nachmittag noch einen Termin frei. Eine Woche ohne Nail Spa geht ja gar nicht. Und morgen ist ja auch schon wieder Wochenende. Gwendolyn ist auch da. Gemeinsam wird über Zoe gelästert. Wofür hat man denn sonst eine beste Freundin, wenn nicht fürs Lästern.

Freitag.

Thank god it’s Friday. For fuck’s sake. Die Typen vom Valet Parking stellen sich heute aber wieder an, wie französische Zöllner beim Bummelstreik. Kann ja wohl nicht sein. Gwendolyn hat bestimmt schon die erste Flasche Moet halb geleert. Die säuft ja wie ein Loch. Wenigstens ist der reservierte Tisch nicht weit vom Austernbuffet. Wo bleibt denn der Champagner? Glaubt ihr vielleicht, dass irgendwer wegen des Essens zum Friday Brunch ins Madinat kommt?

Das Leben als Jumeirah Jane ist schon hart. Aber wenigstens ist man keine Mirdiff Molly. Die muss sich ja um ihren Haushalt selbst kümmern.

Ein ernstes Problem

Auch wenn sich das alles vergnüglich anhört, gibt es doch einen sehr ernsten Kern. In der Regel ist in Dubai nur eine Ehepartner berufstätig. Service Personal nimmt dem nicht berufstätigen Partner nahezu alle Arbeit ab. Das führt zu Langeweile und Depressionen. Ein oft unterschätztes Problem.

Veröffentlicht am Schreib einen Kommentar

Doppelbesteuerungsabkommen – was Expats wissen müssen

Doppelbesteuerungsabkommen

Doppelbesteuerungsabkommen ist die Kurzform von Abkommen zur Vermeidung von Doppelbesteuerung. Das klingt ja zunächst mal nett und fürsorglich. De facto einigen sich zwei Staaten aber nur darüber, wer welche Steuereinnahmen bekommt, wenn ein Bürger des einen Staats in dem anderen Staat lebt oder arbeitet. Ein Doppelbesteuerungsabkommen kann für Expats hilfreich sein. Es kann aber auch Nachteile mit sich bringen. Deshalb sollte man vor der endgültigen Entscheidung über einen Wechsel ins Ausland mit einem Steuerberater sprechen.

Wer seinen Wohnsitz oder gewöhlichen Aufenthalt in Deutschland hat, ist in Deutschland mit dem Welteinkommen steuerpflichtig. Gleiches gilt natürlich für andere Staaten: wer auf deren Territorium lebt oder arbeitet, ist nach dortigem Recht steuerpflichtig. Komplex wird es, wenn man noch einen Zweitwohnsitz in Deutschland hat oder eine Immobilie besitzt. Das kann dazu führen, dass der deutsche Fiskus einen gewöhnlichen Aufenthalt unterstellt. Das wiederum bedeutet, dass man in Deutschland steuerpflichtig ist.

Ist die Wohnung vermietet, kann zwar kein gewöhnlicher Aufenthalt unterstellt werden. Allerdings bestehen dann innerhalb von Deutschland zu versteuernde Einkommen. Zu deren Besteuerung wird wiederum das Welteinkommen herangezogen. Bestenfalls stehen die deutschen Einkommensanteile unter Progressionsvorbehalt. Das heißt, dass der Steuersatz auf Basis des Welteinkommens festgelegt wird. Dieser Steuersatz wird dann aber nur auf die Einkünfte in Deutschland angewendet. Im schlechtesten Fall erheben die Steuerbehörden beider Länder – Deutschlands und das Einsatzland – Anspruch auf Steuerzahlung für das gesamte Welteinkommen.

Teuer kann es auch werden, wenn man in einem Niedrigsteuerland wohnt und arbeitet, der deutsche Staat aber dennoch Steuern für das Welteinkommen verlangt. Das kann teuer werden. Entsprechend wichtig ist es, einen erfahrenen internationalen Steuerberater zu konsultieren.

Liste der Doppelbesteuerungsabkommen der Bundesrepublik Deutschland

  • Ägypten
  • Albanien
  • Algerien
  • Andorra
  • Anguilla
  • Antigua und Barbuda
  • Argentinien
  • Armenien
  • Aruba
  • Aserbaidschan
  • Australien
  • Bangladesch
  • Bahamas
  • Belarus
  • Belgien
  • Bermuda
  • Bolivien
  • Bosnien und Herzegowina
  • Brasilien
  • Britische Jungferninseln
  • Bulgarien
  • Caico Inseln
  • Cayman Islands
  • Chile
  • China
  • Cookinseln
  • Costa Rica
  • Dänemark
  • Dominica
  • Ecuador
  • Elfenbeinküste (Côte d’Ivoire)
  • Estland
  • Finnland
  • Frankreich
  • Georgien
  • Ghana
  • Gibraltar
  • Grenada
  • Griechenland
  • Großbritannien
  • Guernsey
  • Hongkong
  • Indien
  • Indonesien
  • Iran
  • Irland
  • Island
  • Insel Man
  • Israel
  • Italien
  • Jamaika
  • Japan
  • Jemen
  • Jersey
  • Kamerun
  • Kanada
  • Kasachstan
  • Kenia
  • Kirgisistan
  • Kolumbien
  • Korea, Republik
  • Kosovo
  • Kroatien
  • Kuwait
  • Lettland
  • Liberia
  • Liechtenstein
  • Litauen
  • Luxemburg
  • Malaysia
  • Malta
  • Marokko
  • Mauritius
  • Mazedonien
  • Mexiko
  • Moldau
  • Monaco
  • Mongolei
  • Montenegro
  • Montserrat
  • Namibia
  • Neuseeland
  • Niederlande
  • Niederländische Antillen
  • Norwegen
  • Oman
  • Österreich
  • Pakistan
  • Panama
  • Paraguay
  • Philippinen
  • Polen
  • Portugal
  • Rumänien
  • Russische Föderation
  • San Marino
  • Sambia
  • Saudi-Arabien
  • Schweden
  • Schweiz
  • Serbien
  • Simbabwe
  • Singapur
  • Slowakei
  • Slowenien
  • Spanien
  • Sri Lanka
  • St. Kitts und Nevis
  • St.Lucia
  • St.Vincent und die Grenadinen
  • Südafrika
  • Syrien
  • Tadschikistan
  • Taiwan
  • Thailand
  • Trinidad und Tobago
  • Tschechien
  • Tunesien
  • Turks
  • Turkmenistan
  • Türkei
  • Ukraine
  • Ungarn
  • Uruguay
  • Usbekistan
  • Venezuela
  • Vereinigte Arabische Emirate
  • Vereinigte Staaten
  • Vereinigtes Königreich
  • Vietnam
  • Zypern

(Stand 1. Januar 2018)