Mit der Lizenz zum Trinken

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Alkohol Lizenz

Meine britische Kollegin ist entsetzt. „Wie? Du bist jetzt schon fast eine Woche hier und HR hat den Antrag für die Alkohol Lizenz noch immer nicht unterschrieben? Im Ernst jetzt? Die spinnen doch! Ich geb‘ dir mal die Nummer vom Schwarzmarkt-Johnny“.

Chef, ich brauch ’nen Drink

Ja, richtig gelesen: die Personalabteilung muss unterschreiben, dass man Alkohol trinken darf – zumindest, wenn man als Expat in Dubai lebt. Wie bei vielen Dingen – beispielsweise Führerschein oder Bankkonto – braucht man für die Alkohol Lizenz die Zustimmung seines Visa Sponsors. Und das ist nun mal in den meisten Fällen die Firma, für die man arbeitet. Kaum angekommen geht man also zur Personalabteilung und gibt den Kollegen dort zu verstehen, dass man unbedingt an Alkohol kaufen möchte. Selbstverständlich muss man noch mehrfach nachhaken und klarstellen, dass der Durst langsam unerträglich wird.

Alkohol einkaufen in Dubai

Für Muslime ist Alkohol streng verboten. Das „Einkaufserlebnis“ ist entsprechend abenteuerlich. Es gibt zwei Liquer-Store Ketten: „mmv“ und „african+eastern“. Ihre Geschäfte sind gut versteckt und meist nur über die Parkhäuser von Malls zugänglich. Die Eingangstüren lassen vermuten, dass man dahinter eher die Werkzeuge des Hausmeisters oder Feuerwehrausrüstung befinden. Es gibt keine Fenster, keine Logos, keine Werbung. Die Läden haben etwas Verruchtes, das zuhause eher Etablissements im Rotlichtviertel haben.

Im neonbeleuchteten Inneren gibt es auch ca. 100 Quadratmetern dann allerdings eine ganz ordentliche Auswahl. Vom niederländischen Dosenbier bis zum edlen Champagner gibt es praktisch alles, was geneigte Trinker sich wünscht: Beefeater aus England, Smirnoff aus Russland, Cobra Bier aus Indien, Sherry aus Jerez, Arogoshi aus Japan, Zacapa aus Guatemala, Sauvignon Blanc aus South Africa. Und Weissbier aus München.

Sechs Flaschen Paulaner kosten ungefähr 15 Euro – plus 30% Steuer. Auf der Karte, die man bei jedem Einkauf vorlegen muss, ist ein Spend-Limit hinterlegt. Maximal 5% des eigenen Einkommens darf man pro Monat für Alkohol ausgeben.  Für eine größere Party muss man eventuell schon mal ein bisschen Bunkern.

Expat in Los Angeles, Dubai und Kopenhagen.

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