Checkliste: 7 Dinge, die man vor der Ausreise erledigen muss

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Checkliste Ausreise ins Ausland

Es gibt eine Reihe von Dingen, die man unbedingt vor der Ausreise ins Ausland erledigen sollte. Entweder weil sie nach dem Umzug gar nicht mehr beziehungsweise nur mit größerem Aufwand möglich sind. Oder weil man nach der Ankunft am neuen Arbeitsplatz kaum mehr Zeit dafür hat. Oder weil man so Geld sparen kann. Diese Checkliste zur Ausreise fasst die wichtigsten Punkte zusammen.

1 – Neuer Reisepass / zweiter Reisepass

Viele Expats sind häufig auf Reisen in verschiedene Märkte. Deshalb empfiehlt es sich, rechtzeitig vor der Ausreise einen neuen Pass zu beantragen. Das gilt vor allem dann, wenn der alte Pass

  • bald abläuft.
  • fast schon vollgestempelt ist und nicht mehr viel Platz für neue Visa und Einreisestempel bietet.
  • Einreisestempel oder Visa von Ländern enthält, deren Beziehungen mit dem Land, in das man umzieht, eher angespannt sind.
  • nicht mehr im besten Zustand ist.

Bei der Gelegenheit kann man gleich einen zweiten Reisepass beantragen, falls es der neue Job erfordert.

Die Bearbeitung des Passes dauert ca. 5 Wochen. Per Expressgebühr kann diese Frist auf 6 Arbeitstage reduziert werden.

2 – Passbilder

Für den neuen Reisepass benötigt man ein biometrisches Passbild. Auch wenn man noch irgendwo eines herumliegen hat, ist es zu empfehlen, vor der Ausreise neue Passbilder machen zu lassen. Es ist oft erstaunlich, wieviel Passbilder für Einreiseformalitäten, Visa, Ausweisdokumente, Führerschein, und ähnliches benötigt. Das gilt übrigens für die ganze Familie. Teilweise muss man schon bei der Einreise am Flughafen welche bereit haben. Klar steht dort vermutlich ein Fotoautomat. Aber vor dem gibt es mit einiger Wahrscheinlichkeit eine einigermaßen lange Schlange. Und schön werden die Bilder auch nicht. Dann doch lieber vorher noch kurz Fotografen und gleich mindestens 12 Abzüge machen lassen.

3 – Internationaler Führerschein

Die Regelungen, ob und wie lange ausländische Führerscheine gelten, unterscheiden sich von Land zu Land. Fast überall darf man für einige Wochen – etwa die Dauer eines Touristenaufenthalts – einen Mietwagen fahren. Will man auch danach noch fahren oder ein Auto anmelden, braucht man in der Regel einen Führerschein, der im Gastland ausgestellt wurde. Je nach Land muss man dafür eine Fahrprüfung ablegen, auch wenn man bereits einen Führerschein hat. Wenn man Pech hat, muss man sogar in die Fahrschule. In manchen Ländern, kann man sich die Fahrschule sparen und direkt zur Prüfung antreten, wenn man einem internationalen Führerschein hat. Mancherorts bekommt man auf Basis eines internationalen Führerscheins sogar direkt eine einen lokalen Führerschein ausgestellt. Das setzt natürlich voraus, dass man vor der Ausreise daran gedacht hat, sich einen internationalen Führerschein ausstellen zu lassen.

4 – Internet Proxy

Wenn man im Ausland Mediatheken oder Live Streams deutscher Fernsehsender nutzen möchte, bekommt man oft eine Fehlermeldung. Der Stream außerhalb von Deutschland nicht verfügbar ist. Abhilfe schafft da in einigen Fällen ein Internet Proxy. Mit dessen Hilfe kann man auch im Ausland mit einer deutschen IP Adresse im Internet surfen. Dann laufen Sportschau, Voice of Germany oder der Tatort meistens problemlos. Je nach Proxy kann man sich auch mit den IP Adressen anderer Länder im Netz bewegen und deren Mediatheken nutzen. Netflix hat zwar vor einiger Zeit den Zugang per Proxy gesperrt. Bei anderen Streaming Platformen gibt es allerdings keine Einschränkungen. Proxys können auch helfen, die Internetzensur mancher Länder zu umgehen. Allerdings nur, wenn man den Proxy schon vorher eingerichtet hat. Denn die Webseiten der Proxy Anbieter sind natürlich auch gesperrt. An dieser Stelle sei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass das Umgehen von Internetzensur per Proxy unter Strafe steht und deshalb nicht empfohlen werden kann.

5 – Arbeitslos melden

Um Anspruch auf Arbeitslosengeld zu haben, muss man vorher für einen gewissen Zeitraum in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben. Das kann  für Ehepartner von Auslandstätigen zum Problem werden. Es ist unwahrscheinlich, dass beide Partner ab dem ersten Tag nach der Rückkehr einen Job haben. Da der arbeitslose Partner aber für die Dauer des Auslandsaufenthalts nichts eingezahlt hat, besteht kein Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung. Das ändert sich, wenn man zum Zeitpunkt der Ausreise arbeitslos gemeldet ist – ein Tag reicht schon. Dann meldet man dem Arbeitsamt, dass man ins Ausland zieht. Die Zahlung des Arbeitslosengelds wird unterbrochen und der Anspruch bleibt für bis zu 4 Jahren bestehen. Für Details sollte man sich Arbeitsamt bezahlen lassen.

6 – Abmeldung beim Bürgerbüro

Abmelden sollte man sich auch beim Bürgerbüro. Dadurch erfahren verschiedene Behörden, dass man fortan im Ausland lebt. Das beinhaltet auch das Finanzamt. Man wird zum Steuerausländer. Schöner Nebeneffekt: lebt man nach dem Umzug außerhalb der EU, kann man dann sich die Mehrwertsteuer für Waren zurückerstatten lassen, die man auf Heimaturlauben kauft und aus der EU ausführt.

7 – Heiraten

Kein Scherz. Wenn man gemeinsam mit einem Lebenspartner ins Ausland zieht, ist es je nach Zielland teilweise absolut notwendig, vorher zu heiraten. Während Ehepartner meistens problemlos ein Visum bekommen, sehen die Behörden vieler Länder in einer nicht-ehelichen Partnerschaft keine Grundlage für ein Visum. In vielen muslimischen Ländern kann man als nicht verheiratetes Paar keine gemeinsam eine Wohnung zu mieten. Streng genommen dürfen sich eine Mann und eine Frau teilweise nicht einmal im gleichen Raum aufhalten, wenn sie nicht verheiratet sind. Im Fall von schweren Krankheiten oder Unfällen sind Auskunfts- und Besuchsrechte sowie Entscheidungsbefugnisse für unverheiratete Partner oft schwer zu bekommen.

Hat man als unverheiratetes Paar gemeinsame Kinder, dann sollte man sich zumindest eingehend informieren, welches Sorgerecht das Zielland für diesen Fall vorsieht. Ganz problematisch kann es sein, wenn ein gemeinsames Kind gerade erst auf dem Weg ist und im Ausland auf die Welt kommen soll. Auch hier sind wieder einige muslimische Länder zu nennen. In einigen Fällen wird die Geburt eines unehelichen Kindes sogar mit Gefängnis bestraft. Es mag zwar nicht sonderlich romantisch klingen, aber eine Hochzeit vor der Ausreise, kann viele Dinge im Ausland vereinfachen. Da die Eheurkunde teilweise von der Botschaft oder Konsulaten des Landes, in das man umzieht, beglaubigt werden müssen, sollte man nicht bis auf den letzten Drücker warten.

Expat in Los Angeles, Dubai und Kopenhagen.

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