Doppelbesteuerungsabkommen – was Expats wissen müssen

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Doppelbesteuerungsabkommen

Doppelbesteuerungsabkommen ist die Kurzform von Abkommen zur Vermeidung von Doppelbesteuerung. Das klingt ja zunächst mal nett und fürsorglich. De facto einigen sich zwei Staaten aber nur darüber, wer welche Steuereinnahmen bekommt, wenn ein Bürger des einen Staats in dem anderen Staat lebt oder arbeitet. Ein Doppelbesteuerungsabkommen kann für Expats hilfreich sein. Es kann aber auch Nachteile mit sich bringen. Deshalb sollte man vor der endgültigen Entscheidung über einen Wechsel ins Ausland mit einem Steuerberater sprechen.

Wer seinen Wohnsitz oder gewöhlichen Aufenthalt in Deutschland hat, ist in Deutschland mit dem Welteinkommen steuerpflichtig. Gleiches gilt natürlich für andere Staaten: wer auf deren Territorium lebt oder arbeitet, ist nach dortigem Recht steuerpflichtig. Komplex wird es, wenn man noch einen Zweitwohnsitz in Deutschland hat oder eine Immobilie besitzt. Das kann dazu führen, dass der deutsche Fiskus einen gewöhnlichen Aufenthalt unterstellt. Das wiederum bedeutet, dass man in Deutschland steuerpflichtig ist.

Ist die Wohnung vermietet, kann zwar kein gewöhnlicher Aufenthalt unterstellt werden. Allerdings bestehen dann innerhalb von Deutschland zu versteuernde Einkommen. Zu deren Besteuerung wird wiederum das Welteinkommen herangezogen. Bestenfalls stehen die deutschen Einkommensanteile unter Progressionsvorbehalt. Das heißt, dass der Steuersatz auf Basis des Welteinkommens festgelegt wird. Dieser Steuersatz wird dann aber nur auf die Einkünfte in Deutschland angewendet. Im schlechtesten Fall erheben die Steuerbehörden beider Länder – Deutschlands und das Einsatzland – Anspruch auf Steuerzahlung für das gesamte Welteinkommen.

Teuer kann es auch werden, wenn man in einem Niedrigsteuerland wohnt und arbeitet, der deutsche Staat aber dennoch Steuern für das Welteinkommen verlangt. Das kann teuer werden. Entsprechend wichtig ist es, einen erfahrenen internationalen Steuerberater zu konsultieren.

Liste der Doppelbesteuerungsabkommen der Bundesrepublik Deutschland

  • Ägypten
  • Albanien
  • Algerien
  • Andorra
  • Anguilla
  • Antigua und Barbuda
  • Argentinien
  • Armenien
  • Aruba
  • Aserbaidschan
  • Australien
  • Bangladesch
  • Bahamas
  • Belarus
  • Belgien
  • Bermuda
  • Bolivien
  • Bosnien und Herzegowina
  • Brasilien
  • Britische Jungferninseln
  • Bulgarien
  • Caico Inseln
  • Cayman Islands
  • Chile
  • China
  • Cookinseln
  • Costa Rica
  • Dänemark
  • Dominica
  • Ecuador
  • Elfenbeinküste (Côte d’Ivoire)
  • Estland
  • Finnland
  • Frankreich
  • Georgien
  • Ghana
  • Gibraltar
  • Grenada
  • Griechenland
  • Großbritannien
  • Guernsey
  • Hongkong
  • Indien
  • Indonesien
  • Iran
  • Irland
  • Island
  • Insel Man
  • Israel
  • Italien
  • Jamaika
  • Japan
  • Jemen
  • Jersey
  • Kamerun
  • Kanada
  • Kasachstan
  • Kenia
  • Kirgisistan
  • Kolumbien
  • Korea, Republik
  • Kosovo
  • Kroatien
  • Kuwait
  • Lettland
  • Liberia
  • Liechtenstein
  • Litauen
  • Luxemburg
  • Malaysia
  • Malta
  • Marokko
  • Mauritius
  • Mazedonien
  • Mexiko
  • Moldau
  • Monaco
  • Mongolei
  • Montenegro
  • Montserrat
  • Namibia
  • Neuseeland
  • Niederlande
  • Niederländische Antillen
  • Norwegen
  • Oman
  • Österreich
  • Pakistan
  • Panama
  • Paraguay
  • Philippinen
  • Polen
  • Portugal
  • Rumänien
  • Russische Föderation
  • San Marino
  • Sambia
  • Saudi-Arabien
  • Schweden
  • Schweiz
  • Serbien
  • Simbabwe
  • Singapur
  • Slowakei
  • Slowenien
  • Spanien
  • Sri Lanka
  • St. Kitts und Nevis
  • St.Lucia
  • St.Vincent und die Grenadinen
  • Südafrika
  • Syrien
  • Tadschikistan
  • Taiwan
  • Thailand
  • Trinidad und Tobago
  • Tschechien
  • Tunesien
  • Turks
  • Turkmenistan
  • Türkei
  • Ukraine
  • Ungarn
  • Uruguay
  • Usbekistan
  • Venezuela
  • Vereinigte Arabische Emirate
  • Vereinigte Staaten
  • Vereinigtes Königreich
  • Vietnam
  • Zypern

(Stand 1. Januar 2018)

 

Expat in Los Angeles, Dubai und Kopenhagen.

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