Steuern in Dubai

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Steuern Dubai

Eines vorweg: wir sind keine Steuerberater. Der folgende Artikel zum Thema Steuern in Dubai basiert auf eigener Erfahrung als Expats in den Emiraten und kann die Erfahrung eines internationalen Steuerberaters nicht ersetzen. Nachdem das geklärt ist…

Natürlich gibt es in Dubai Steuern

Purer Luxus, immer Sonne und vor allem keine Steuern – soweit so einfach ist das Bild, das viele Deutsche vom Leben und Arbeiten in Dubai haben. Ganz falsch ist diese Vorstellung von der Steueroase Dubai zwar nicht. Sie greift aber zu kurz. Natürlich gibt es auch in Dubai Steuern. Aber der Reihe nach.

Steuerfreie Freezones

Expats arbeiten in der Regel in Dubais Freezones. Das sind räumlich begrenzten Gebiete mit eigener Gesetzgebung in denen Unternehmen einer bestimmten Branche angesiedelt werden. Meistens lässt sich am Namen der Freezone schon erkennen, um welche Branche es sich handelt. Beispielsweise findet man in der Dubai Internet City (DIC) die großen Namen der IT Industrie. Das Dubai International Financial Centre (DIFC) beherbergt Banken, Versicherungen und Hedge Fonds. Bildungseinrichtungen wie beispielsweise Ableger bekannter internationaler Universitäten drängen sich im Dubai Knowledge Village. Inzwischen gibt es allerdings auch virtuelle Freezones und Freezones ohne festgelegte Branche.

Weder Unternehmen, noch deren Mitarbeiter zahlen Steuern in Freezones. Die Mitarbeiter müssen dafür nicht in der Freezone wohnen. Oft ist diese Steuerfreiheit allerdings auf 30 Jahre begrenzt. Steuerfrei bedeutet allerdings nicht, dass es keine Abgaben gibt. Beispielsweise müssen Unternehmen zunächst einmal eine Lizenz kaufen. Außerdem benötigen Mitarbeiter Arbeitsvisa, für die hohe Gebühren entrichtet werden müssen.

Unternehmen in Freezones dürfen keine Geschäfte mit Endabnehmern in Dubai machen. Dafür benötigt man einen Zwischenhändler außerhalb der Freezones. Dort zahlen Unternehmen und deren Mitarbeiter, sowie Selbständige auch in Dubai Steuern. Früher benötigte jedes Unternehmen außerhalb der Freezones einen Mehrheitsteilhaber mit VAE Pass. Dieser trägt zwar nahezu nichts zum Unternehmenserfolg bei, beansprucht aber Teile des Umsatzes bzw. Gewinns. Seit wenigen Jahren ist dies nicht mehr zwingend notwendig. Dennoch ist dieses Model immer noch weit verbreitet.

Mehrwertsteuer in Dubai

Auch Dubai und die Vereinigten Arabischen Emirate haben einen Staatshaushalt. Auch der muss finanziert werden. Der Finanzbedarf hierfür ist gewaltig, denn die Emirate leisten sich einen Wohlfahrtsstaat, der die eigenen Staatsangehörigen ordentlich pampert.

Die Ölvorräte von Dubai sind allerdings weitestgehend versiegt. In Abu Dhabi sprudelt das Öl zwar noch in großen Mengen. Der Preisrückgang nach der Finanzkrise und insbesondere der Crash an den Ölmärkten im Frühjahr 2020 sorgt auch dort für rote Zahlen.

Deshalb wird seit 1. Januar 2018 in den VAE – und damit in Dubai – eine Mehrwertsteuer erhoben. Mit 5% ist diese zwar vergleichsweise niedrig. Allerdings sind die Zeiten, in denen Einkäufe und Anschaffungen steuerfrei sind, wohl endgültig vorbei. Insbesondere in den ersten Monaten, die man als Expat in den Emiraten verbringt, können sich diese 5% Mehrwertsteuer zu einem ordentlichen Betrag summieren. Schließlich stehen in dieser Zeit viele Investitionen, wie ein Auto oder Wohnungsausstattung an.

Luxussteuern

Richtig teuer wird es beim Thema Alkohol. Zunächst benötigen Expat für den Einkauf von Alkohol zunächst eine „Alcohol License„. Für die Erstellung zahlt man natürlich Bearbeitungsgebühren. Mit der Lizenz hat man dann Zutritt zu speziellen Alkoholläden, die eine ansehenliche Auswahl an Bier, Wein, „Bubbles“ und Spirituosen anbieten. Allerdings wird darauf alkoholische Getränke eine Luxussteuer von 30% erhoben. Ein Sixpack Bier kostet dann leicht 20 Euro. Offiziell wird diese Steuer übrigens mit der Sorge um die Gesundheit der Alkoholkonsumenten.

KFZ Steuern

Dubai ist eine Autostadt. Ohne fahrbaren Untersatz geht hier gar nichts. Und der darf gerne einmal ein paar PS mehr haben. Das Benzin ist günstig – wenn auch nicht mehr ganz so günstig wie vor einigen Jahren. Bei der Einfuhr werden lediglich 5% des Fahrzeugwertes als Steuer veranschlagt. Die Straßen sind voll mit Supersportwagen und Luxuskarossen.

Aber auch hier bleibt es nicht bzw. nur vordergründig bei der Steuerfreiheit. Denn an 8 Straßenabschnitten, insbesondere auf den großen Autobahnen „Sheikh Zayed Road“ und „Emirates Road“ stehen Mautbrücken. Für jede Durchfahrt zieht die Road and Transport Authority (RTA) 4 Dirham (AED) „Salik“ von einem Pre-Paid-Konto ein. Das läppert sich.

Dazu kommt, dass praktisch jeder öffentliche Parkplatz mit Ausnahme der Parkhäuser der großem Malls gebührenpflichtig ist. Die Parkuhren werden per App gefüttert. Richtig unangenehm wird es, wenn man am Arbeitsplatz keinen firmeneigenen Parkplatz hat. Dann summieren sich die Parkgebühren. Meistens kommen noch ein paar Strafzettel dazu. Denn die meisten Parkuhren können nur für einige Stunden am Stück gefüttert werden. Und diese Höchstdauer ist meistens geringer als ein normaler Arbeitstag.

Abgaben

Abgaben und Gebühren fallen in Dubai ständig an. Mal benötigt man eine neue Identity Card oder eGate Card. Mal muss die Registrierung für das Auto oder die Alkohollizenz erneuert werden. Jedesmal wird ein Sammelsurium an Gebühren und Abgaben erhoben. Immer mit dabei: die „Knowledge Fee“. Der Sachbearbeiter muss ja schließlich wissen, was er tut.

Kein Steuerparadies, trotzdem attraktiv

Unterm Strich lässt sich sagen, dass in den allermeisten Fällen die Steuern in Dubai vergleichsweise gering ausfallen. Viele Expats führen trotz hoher Lebenshaltungskosten ein sehr angenehmes Leben und legen dennoch eine stattliche Summe zur Seite. Wichtig zu beachten ist allerdings, dass man auch in den Freezones auch deshalb das komplette Gehalt netto übrig hat, weil es einige Sozialversicherungen schlicht nicht gibt. Wer nicht privat vorsorgt, geht ein großes Risiko ein.

Steuerpflicht im Heimatland

Aktuell gibt es mit den Vereinigten Arabischen Emiraten kein Doppelbesteuerungsabkommen. Das bedeutet, dass man unter Umständen zuhause steuerpflichtig sein kann – zum Beispiel dann man Mieteinnahmen im Heimatland hat. Dann steht das Welteinkommen unter Progressionsvorbehalt. Das bedeutet, dass das Einkommen in Dubai bei der Festlegung des Steuersatzes mit in Betracht gezogen wird. Wenn man regelmäßigen Aufenthalt oder sogar noch einen Wohnsitz in Deutschland hat, kann es sogar sein, dass der deutsche Fiskus Steuern auf Einkommen aus den Emiraten erhebt.

Sollte dies nicht der Fall sein, kann man sich als Steuerausländer nach Besuchen in Deutschland bzw. der ganzen EU die Mehrwertsteuer auf Waren, die man nach Dubai ausführt, zurückerstatten lassen.

Wie eingangs bereits erwähnt: ein internationaler Steuerberater kann helfen, böse Überraschungen zu vermeiden.

Expat in Los Angeles, Dubai und Kopenhagen.

2 Responses

  1. Huch, super Artikel.
    Darf ich fragen, denn ich verstehe den Progressionsvorbehalt bzw. die Sache mit der Einkommensteuer nicht ganz, ob man sich wirklich von Deutschland verabschieden muss. Ich möchte zwar in Dubai arbeiten, aber auch nicht Deutschland den Rücken kehren, nur finde ich es etwas unverständlich, dass man mit 30-40% vom
    dt. Finanzamt besteuert wird, obwohl man nicht da ist. Okay, Wohnsitz ist hinfällig, und ab und an werden Familie/Freunde besucht. Aber was mach ich mit meinen Mieteinnahmen? Und mit meiner Kranken/Rentenversicherung?
    Besten Dank für jede Hilfe
    Eno

    • Ein paar Tage Urlaub in Deutschland führen nicht gleich zu einer Steuerpflicht in Deutschland – zumindest wenn sich der Heimaturlaub innerhalb eines Jahres in Summe über weniger als ein halbes Jahr erstreckt. Kniffliger wird es, wenn man regelmäßig in Deutschland ist – zum Beispiel als Linienpilotin, die in Dubai wohnt aber jeden zweiten Tag nach Deutschland fliegt. In dem Fall muss genau gezählt werden, wieviele Tage man wo ist. Kompliziert wird es auch, wenn man zusätzlich zum Einkommen im Ausland auch Einkünfte in Deutschland hat: zB Mieteinnahmen oder Löhne oder Gehälter im Jahr des Umzugs ins Ausland bzw. zurück. Dann kommt zumindest der Progressionsvorbehalt ins Spiel.

      Der Progressionsvorbehalt lässt sich recht leicht erklären: bei einem kleinen Einkommen zahlt man in Deutschland einen geringeren Steuersatz als bei einem großen Einkommen. Dieser Steuersatz hängt aber nicht nur vom deutschen, sondern vom Welteinkommen ab. Sprich: wenn es Auslandseinkommen gibt, dann erhöht sich der prozentuale Steuersatz auf das in Deutschland zu versteuernde Einkommen. Das bedeutet zunächst einmal nicht, dass die Auslandseinkommen in Deutschland versteuert werden. Wo und in welchem Umfang Einkommen versteuert werden, sollte wirklich mit einem Steuerberater besprochen werden. Der Fall scheint ja doch etwas komplizierter zu sein.

      Bei privaten Krankenversicherungen kann man eine Anwartschaft abschließen. Das bedeutet, dass der bestehende Vertrag erhalten bleibt. Die Beiträge werden deutlich gesenkt. Allerdings kann man auch in der Zeit der Anwartschaft keine Leistungen nutzen. Nach der Rückkehr nach Deutschland wird Vertrag wieder in den Normalzustand versetzt – und zwar ohne, dass Gesundheitsfragen beantwortet werden müssen, die sonst zu Leistungsausschlüssen führen könnten. Bei der gesetzlichen Krankenversicherung gibt es keine Anwartschaft. Man wird nach der Rückkehr zu den regulären Beitragssätzen wieder aufgenommen. Meines Wissens gibt es hier allerdings eine Altersgrenze von 55 Jahren. 100% sicher bin ich mir an der Stelle aber nicht. Auch hier würde ich einen Versicherungsexperten zu Rate ziehen.

      Bei der gesetzlichen Rentenversicherung besteht die Möglichkeit freiwillig Beiträge zu leisten. Allerdings wird hier der Höchstsatz veranschlagt. Man sammelt dadurch zwar weiter Beitragsjahre und kann dadurch entsprechend früher ohne Abschläge in Rente gehen. Die monatliche Rente erhöht sich allerdings oft nicht signifikant. Details kann ein Berater der Deutschen Rentenversicherung errechnen.

      Auch hier wieder der Hinweis: ich bin kein Steuer-, Renten-, oder Versicherungsberater und gebe nur meine eigene Erfahrung als Expat wieder.

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