16 Benefits, die Expat-Arbeitsverträge enthalten können

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Expat Arbeitsvertrag

Die Arbeitsverträge vieler Expats enthalten Benefits und Zusatzleistungen, die das Expat-Leben attraktiv machen. Allerdings bietet die nicht jeder Arbeitgeber von sich aus an. Im Falle einer Entsendung gibt es tendenziell mehr dieser Benefits als bei einem lokalen Vertrag. Mit etwas Verhandlungsgeschick (und abhängig von Einsatzland und Vertragsform) kann folgende Benefits erhalten bzw. im Expat-Arbeitsvertrag verankern lassen.

1 – Vorbereitungsseminar oder Coach

Nicht zuletzt dieser Blog zeigt, wie vielschichtig die Umstellung auf das Leben als Expat ist. Man hat eine Vielzahl von Fragen. Und es gibt Themen – insbesondere im interkulturellen Bereich – deren Relevanz und Bedeutung einem noch gar nicht klar ist. Vorausschauende Unternehmen investieren deshalb in die Vorbereitung ihrer zukünftigen Expats – und ihrer Familien.

2 – Look & See Trip

Vor Antritt der Expat-Stelle im Ausland ist ein Look & See Trip für alle Familienmitglieder, die mit umziehen sollen, unbedingt zu empfehlen. Und zwar unabhängig davon, wie gut man das zukünftige Wohn- und Arbeitsland kennt. Nach dieser etwa einwöchigen Reise, sollte es die Möglichkeit geben, die Entscheidung für den Auslandseinsatz zu überdenken und schlimmstenfalls abzulehnen. Ein schnelles Ende mit Schrecken kann nicht nur den sprichwörtlichen Schrecken ohne Ende, sondern auch hohe Kosten, die sich nicht rentieren, verhindern. Selbstverständlich lässt sich der Aufenthalt auch nutzen, um beispielsweise zukünftige Kollegen zu treffen, Projekte vorzubereiten und mögliche Wohnquartiere zu erkunden.

3 – Organisation des Umzugs oder Kostenpauschale

Die Erfahrung aus Umzügen ins Ausland und zwischen Expat-Stationen zeigt: es schont die Nerven, wenn sich ein Profi darum kümmert. Große Unternehmen mit vielen Expats haben eigene Abteilungen, die die Zusammenarbeit zwischen Agenturen und Speditionen organisieren. Alternativ zahlt das Unternehmen entsprechende Kosten entweder pauschal oder über eingereichte Rechnungen an den Expat aus. Bei pauschaler Abrechnung ist zu überlegen, ob das Budget tatsächlich für einen Umzug des Hausrats oder für die Einlagerung im Heimatland und/oder neue Möbel im Ausland genutzt wird. Ein Detail wird oft vergessen: wie sieht es mit dem Umzug zurück aus?

4 – Relocation Service

In den ersten Wochen nach dem Umzug stehen viele Behördengänge an und es gibt viele Dinge zu organisieren. Ein Relocation Service stellt einen vertrauten Begleiter zur Verfügung, der weiß, wie und wo man Visa- und Ausweisdokumente beantragt, verpflichtende Medizinchecks durchführt und Führerscheine umschreibt. Außerdem hilft der Relocation Service bei der Auswahl von Häusern bzw. Wohnungen, bei der Organisation von Besichtigungsterminen und beim Abschluss von Mietverträgen. Vorteil für das Unternehmen ist dabei, dass sich der Mitarbeiter mit möglichst wenig Ablenkung auf seinen Job konzentrieren kann.

5 – Boarding House oder Übergangswohnung

Dass der Arbeitgeber für einige Tage, Wochen oder gar Monate die Kosten für eine temporäre Wohnung übernimmt, sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Spannend wir es hier, wenn es um Größe, Ausstattung und Dauer geht. Während Singles gerade in den Anfangswochen oft geringe Ansprüche an die Wohnung haben – man arbeitet zu Beginn oft sehr viel – benötigen Expats mit Familie eine Wohnung, in der sich die Familie wohlfühlt. Wohn- und Kinderzimmer sind wichtig, eine gut ausgestattete Küche ist beinahe noch wichtiger. Ansonsten droht leicht zu Stress und Streit in der Familie, was nicht gerade zu einem guten Start in den neuen Job beiträgt. Andererseits – je kleiner, unbequemer und unpraktischer, desto mehr ist der Mitarbeiter motiviert, schnell eine passende Bleibe auf eigene Kosten zu finden.

6 – Miete oder Housing Allowance

Auch über den Anfangszeitraum hinaus ist es nicht unüblich, dass der Arbeitgeber entweder die Miete für Haus oder Wohnung bis zu einem bestimmten Betrag übernimmt oder alternativ eine Mietpauschale auszahlt. Die erste Variante ist zwar das Sorglos-Paket, das den Expat auch bei drastischen Mieterhöhungen entspannt sein lässt. Die zweite Variante bietet allerdings auch die Möglichkeit, einen Teil der Pauschale zu sparen oder für andere schöne Dinge zu verwenden. In Metropolen wie Tokio oder New York sollte man sich die gleichen Gedanken über Parkplätze machen. Da es sich bei Mietzuschüssen um einen Gehaltsbestandteil handelt, solle man diese Zahlung im Expat-Arbeitsvertag verankern.

7 – Car Allowance, Firmenwagen (evtl. mit Fahrer)

In der Regel ist es nicht sinnvoll, das eigene Auto mit ins Ausland zu nehmen. Transportkosten, unterschiedliche technische Anforderungen und Steuern sprechen meist dagegen. Und manchmal ist schlicht das Lenkrad auf der falschen Seite. Auch wenn Firmenwagen in vielen Ländern eher unüblich sind, erhalten viele Expat-Arbeitsverträge eine Fahrzeug- oder  Mobilitätspauschale für öffentliche Verkehrsmittel. Die Firmenlimousine inklusive Fahrer gibt es eher in asiatischen Ländern und für die oberen Gehaltsklassen.

8 – Education Allowance

Kindergärten, Schulen und Universitäten sind in Deutschland kostenlos oder zumindest vergleichsweise kostengünstig. Im Ausland fallen dafür teilweise Kosten in erheblicher Höhe an. Bildung wird dort oft mehr als Industriezweig denn als Aufgabe des Staates gesehen. Als zukünftiger Expat sollte man bei der Vertragsverhandlung darauf hinwirken, dass der Arbeitgeber diese Kosten übernimmt oder zumindest bezuschusst. Es ist zu empfehlen, dass man keine Gesamtpauschale, sondern eine Regelung pro Kind findet. Denken Sie dabei auch an Kinder, die noch nicht geboren sind.

9 – Sprachkurse und Weiterbildungsbudgets für Ehepartner

Leider ist es für Ehepartner nicht immer leicht, einen Job im Einsatzland zu finden. Sprachbarrieren, nicht anerkannten Berufs- und Studienabschlüssen oder kulturelle Gründe machen den Jobsuche kompliziert. Viele Arbeitgeber zahlen deshalb ein Weiterbildungsbudget für Ehepartner. Darüber lassen sich zum Beispiel Sprachkurse aber in manchen Fällen auch Segelscheine oder Tauchkurse finanzieren.

10 – Krankenversicherung

Die heimische Krankenversicherung greift – wenn überhaupt – im Ausland nur für einen begrenzten Zeitraum. Details, wie dieser Schutz im Ausland gestaltet und finanziert wird, sind sowohl eines der langweiligsten, aber auch eines der wichtigsten Themen. Wer zahlt die Beiträge? Sind alle Familienmitglieder mitversichert? Welche Leistungen sind enthalten, welche ausgeschlossen? Wie werden Vorerkrankungen gehandhabt?  Gibt es Einschränkungen bei der Arztwahl, Selbstbehalte, Risikodeckelungen für die Versicherung? Diese Fragen sollten unbedingt im Vorfeld geklärt sein. Erwähnt sei hier auch, dass viele Expat-Arbeitsverträge einen hervorragenden, arbeitgeberfinanzierten Versicherungsschutz enthalten.

11 – Anwartschaftsversicherungen

Nicht weniger wichtig ist die Frage, wie man mit Versicherungen und dem Sozialsystem im Heimatland umgeht. Sofern man einigermaßen sicher ist, dass man eine Rückkehr nachhause plant, empfiehlt sich eine Anwartschaft für die private Krankenversicherungen – im Idealfall vom Arbeitgeber finanziert. Diese stellt sicher, dass man nach der Zeit im Ausland den Versicherungsschutz wieder aktivieren kann, ohne Fragen zum aktuellen Gesundheitsstand zu beantworten. Dadurch sind auch Verletzungen oder chronischen Erkrankungen, die während der Zeit im Ausland entstanden sind, abgedeckt.  Gesetzliche Versicherungen bieten diese Möglichkeit eher selten an.

12 – Fortführung von Sozialversicherungen im Heimatland

Um aus der Zeit als Expat keine Rentenlücke oder Probleme mit der Pflegeversicherung entstehen zu lassen, sollte man darauf drängen, dass der Arbeitgeber die Beitragszahlungen während des Auslandsaufenthalts leistet. Gerade bei Entsendungen hat man hier gute Argumente.

13 – Regelmäßige Heimflüge

Mindestens einen kostenlosen Heimflug pro Jahr für jedes Familienmitglied sollte man als Expat erwarten können. Entweder Tickets werden direkt vom Arbeitgeber bezahlt bzw. erstattet. Oder man erhält gemäß Expat-Arbeitsvertag eine Pauschale, die sich an den durchschnittlichen Ticketpreisen im Verlauf eines Jahres orientiert. Manche Unternehmen zahlen auch mehrere Flüge – alles Verhandlungssache. Plausible Gründe sind unter anderem, dass die Familie im Heimatland geblieben ist oder dass medizinische Gründe vorliegen, die eine regelmäßige Behandlung eines speziellen Arztes erfordern. Selbstverständlich bietet auch die Frage ob Economy, Business oder First Class Verhandlungsspielraum.

14 – Internationaler Steuerberater

Wer macht schon gerne seine Steuererklärung selbst? Und wer kennt schon Details zu Doppelbesteuerungsabkommen und Progressionsvorbehalten? Wer kann von sich sagen, problemlos Steuererklärungen mit Einkommen in mehreren Staaten zu erstellen? Und das, ohne etwas zu übersehen und dadurch entweder eine Strafe zu riskieren oder unnötig viel Steuern zu bezahlen. Glücklicherweise gibt es Steuerberater. Allerdings lassen die sich für die Komplexität gerne ordentlich entlohnen. Übernimmt die Firma die Kosten – über den gesamten Zeitraum des Auslandseinsatzes plus das darauf folgende Jahr – hat der Mitarbeiter eine Sorge weniger und die Möglichkeit im Job mehr zu leisten.

15 – Gehalt in mehreren Währungen oder einer Fremdwährung

Insbesondere bei Entsendungen stellt sich die Frage: wer trägt das Risiko für Wechselkursschwankungen zwischen Heimat- und Einsatzland? Inflation und nicht vorhersehbare Ereignisse, die auf den Wechselkurs drücken, können dazu führen, dass man das Gehalt in Landeswährung gegen immer weniger Euros umtauschen kann. Hat man im Heimatland laufende Kosten wie Hypothekenkredite, oder Versicherungsbeiträge kann das zum Problem werden, selbst wenn die Kaufkraft innerhalb des Einsatzlands nicht verringert. Ein Gehalt und Euro oder Dollar kann ähnliche Probleme verursachen. Schließlich kann die Landeswährung auch an Wert gewinnen. Eine mögliche Lösung ist die Auszahlung des Gehalts: ein Teil in Landeswährung, ein Teil in Euro – wobei beide Teile als fester Betrag definiert sind. Diese Konstrukt sollte man allerdings mit einem Steuerberater besprechen.

16 – Clubmitgliedschaften

Ja, Clubmitgliedschaften. Ob Soho House oder Golf Club – hier lassen sich Geschäftsbeziehungen pflegen. Manche Unternehmen tragen deshalb die Mitgliedsbeiträge ihrer Expats. Aber auch über die Kosten für Beach oder Fitness Clubs kann man reden.

Expat in Los Angeles, Dubai und Kopenhagen.

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