Expat-Brot – wie man Auslandsdeutsche glücklich backt [mit Rezept]

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Brot - was Deutsche im Ausland vermissen

Die amerikanische Kabarettistin Gayle Tufts behauptet: Wenn man einen Deutschen vorübergehend ins Paradies schickt, kommt er zurück und sagt: „Es war wirklich traumhaft schön dort, aber das Brot war grauenhaft“. Das mag etwas überspitzt sein. Allerdings ist es gar nicht so weit von der Realität entfernt. Viele deutsche Expats vermissen wirklich gutes Sauerteigbrot. Mit einer knusprigen Kruste. Mit einer würzigen, dunklen, leicht feuchten Krume. Im Ausland ist das kaum erhältlich. Natürlich ist man als Expat weltoffen und genießt die kulinarische Vielfalt des Landes in der man lebt. Beim Gedanken an Schwarzbrot entwickelt so mancher Expat so etwas wie Heimweh. Es soll sogar Expats gegeben haben, die nur wegen des Brotes nach Deutschland zurückgekehrt sind. Zum Glücklichsein braucht der Expat Brot.

Schwarzbrot einfach selbst backen

Dabei ist es ganz einfach gutes Schwarzbrot selbst zu backen. Es ist wirklich nicht schwierig. Die Zutaten sind meistens problemlos erhältlich. Und der Aufwand hält sich mit ca. 30 Minuten (plus Wartezeiten) in Grenzen. Insbesondere wenn man bedenkt, wieviel gute Laune man damit verbreiten kann – in der eigenen Familie und darüber hinaus. Wer Freunden aus der deutschen Expat-Community ein knuspriges Schwarzbrot schenkt, kann sich deren Dankbarkeit gewiss sein.

Das Expat-Brot Rezept

Also ab in die Küche und los. Hier ist unser vielfach erprobtes Expat-Brot Rezept.

1. Sauerteig ansetzen

2 gehäufte Esslöffel Roggenmehl – am besten Vollkorn – mit etwa 30 ml Wasser zu einem weichen Brei verrühren. Zudecken. 2 Tage stehen lassen. Danach sind auf dem Brei kleine Bläschen zu sehen. Weitere 2 Löffel Roggenmehl + 30 ml Wasser zugeben. Kurz umrühren. Wieder 2 Tage stehenlassen. Die Bläschen sind nun etwas größer und er Brei riecht leicht säuerlich. Noch einmal 2 Esslöffel Mehl und 30 ml Wasser unterrühren. Noch einmal 2 Tage warten. Fertig ist der Sauerteig. Wem das zu aufwändig ist, kann sich auch getrockneten Sauerteig besorgen. Wenn man öfter backt, kann man einen Teil des Sauerteigs im Kühlschrank aufbewahren oder sogar einfrieren. Damit kann man sich 2 der 3 Runden sparen.

2. Der Teig

500g Weizenvollkornmehl + 500g Roggenvollkornmehl + ca. 500g Wasser + 100g Sauerteig + 1 Teelöffel Salz + 1 Teelöffel Brotgewürz zu einem Teig mischen. (Brotgewürz kann man auch leicht selbst machen: 100g getrockneten Kümmel + 100g getrocknete Fenchelsamen + 50g getrocknete Korianderkörner grob mörsern oder schroten.) Wichtig ist, dass der Teig gut geknetet wird – je länger, desto geschmeidiger wird die Krume. 10 Minuten sind nicht zu viel. Selbstverständlich kann diesen Part eine Küchenmaschine übernehmen. Anfangs kann der Teig noch etwas schmierig und nass sein. Nach dem Kneten sollte der Teig nicht mehr an den Fingern kleben.

Den Teig in einer großen Schüssel mit einem Geschirrtuch abdecken und 2 – 3 Stunden an einem warmen Ort gehen lassen. Das Volumen sollte sich in dieser Zeit mindestens verdoppeln. Danach den Teig nocheinmal kurz kneten, teilen und 2 längliche Laibe formen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen mit Mehl bestreuen. Die Laibe mit ausreichendem Abstand (ca. 10 cm) darauflegen und ebenfalls mit Mehl bestreuen. Hierfür eignet sich ab besten Roggenvollkornmehl. Denn damit reißt das Brot am schönsten auf. Die beiden Laibe wieder mit dem Geschirrtuch abdecken und nocheinmal 45 Minuten gehen lassen.

3. Das Backen

Ein hitzefestes Gefäß (zum beispiel ein zweites Backblech) mit mindestens 300 ml Wasser in den Backoffen stellen und diesen auf 250 Grad Umluft vorheizen. Alternativ eignet sich auch ein Gasgrill mit Deckel und Pizzastein. Wenn sich im Ofen (bzw. Grill) Dampf einwickelt hat, das Blech mit den beiden Brotlaiben in den Ofen schieben oder die Laibe auf den Pizzastein legen. Dabei möglichst wenig Hitze und Dampf entweichen lassen. Das Geschirrtuch wird selbstverständlich nicht mitgebacken.

Nach 20 Minuten die Temperatur auf 180 Grad reduzieren und von Umluft auf Ober-/Unterhitze umschalten. Am besten man öffnet die Ofentüre bzw. den Grilldeckel für einige Sekunden. Danach weitere 40 – 45 Minuten backen. Das Brot ist fertig, wenn es hohl klingt, wenn man mit einem Messerrücken oder Kochlöffel darauf klopft. Die Backzeit hängt von der Form der Laibe ab. Dünne, längliche Brote sind schneller fertig als runde Brote, weil dich Hitze weniger tief in den Teig eindringen muss. Nachdem sie aus dem Ofen raus sind, müssen die fertiggebackenen Brote nur noch etwa eine Stunde abkühlen.

Mancher Expat stellt sich einen Stuhl vor den Backofen und sieht sich den Backvorgang wie in einem Fernseher an.

Expat in Los Angeles, Dubai und Kopenhagen.

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