Welcher Expat Typ bist du?

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Expat Typen

Nach ein paar Stationen im Ausland erkennt man immer wieder die gleichen Expat Typen. Viele Expats passen irgendwie in dieses Raster. Das gilt auch für die Freunde und Bekannte, die man im Ausland kennenlernt. Der Jochen ist übrigens der klassische … . Und die Patrizia ist ganz klar ein … .

Der Glücksritter

Die Börsen im Sultanat Kometistan kennen nur eine Richtung: aufwärts. Kein Wunder, seine Bodenschätze sind begehrt, die Petro-Dollars sprudeln und der Bürgerkrieg ist auch seit fast 4 Monaten beendet. In der Hauptstadt gibt es jede Menge neureiche Oligarchensprösslinge. Der Glücksritter wittert seine Chance auf das große Geschäft, das schnelle Geld, den dicken Sportwagen. Seinen Job zuhause hat er sowieso gerade verloren. Zwölf Jahre später steht er immer noch kurz vor dem großen Durchbruch.

Der Feuerwehrmann

Wo immer es brennt, wird dieser Expat Typus von seinem Arbeitgeber eingesetzt. Die Umsätze in Südamerika brechen ein, die Qualität der Produktion in Asien lässt rapide nach, die neue Niederlassung kommt nicht in Fahrt – schon heißt es: „Koffer packen“. Nervenaufreibende 3 oder 6 Monate später, wenn das Problem behoben ist, geht es wieder zurück. Auf den Feuerwehrmann – respektive die Feuerwehrfrau – ist Verlass.

Der Lebenslauf-Tuner

Ein bisschen Auslandserfahrung im Lebenslauf macht sich immer gut. Besonders dann, wenn der Job-Titel, den man sich im Ausland auf die Visitenkarte schreiben darf, einigermaßen seniorig klingt. In der Zweigniederlassung in einem eher kleinen Markt wird man eben leichter Leiter von irgendwas als im Kernmarkt zuhause. Dort kann der Lebenslauf-Tuner aber behaupten, dass er den Job ja schon mal gemacht hat.

Der Aufseher

Die strategische Investition in das Joint Venture mit dem asiatischen Staatskonzert war eine der wichtigsten Weichenstellungen des vergangenen Jahrzehnts. Aber den geschätzten Vertragspartnern kann man natürlich nicht trauen. Schon gar nicht bei den Finanzen. Diese Schlüsselstelle wird mit untadeligen Europäern oder Amerikanern besetzt. Und ein paar andere noch dazu – nur für den Fall, dass einer der Aufseher den Verlockungen der lokalen Marktwirtschaft verfällt.

Der Exilant

War aber auch blöd gelaufen damals. Der kleine Kunstfehler. Die bescheuerte Szene auf dem alljährlichen Kongress. Die Fehlinvestition, über die sich die ganze Branche das Maul zerreißt. Der Ruf war ruiniert und die Karriere jäh beendet. Obwohl – einige Flugstunden entfernt gilt der Fachmann aus Deutschland als hochkompetent. Ist er ja auch. War halt blöd gelaufen damals.

Der Berufene

In der deutschen Niederlassung des internationalen Konzerns hat er mehrfach seine Ziele übererfüllt und wurde mit Awards überschüttet. Growth Hacking und Kundenfokus waren die Basis für seinen Erfolg. Genau so einen brauchte man in der Konzernzentrale. Dort verwaltet er jetzt seine Nische und liefert sich politische Kämpfe mit anderen Expat Typen, die in ihrem Heimatland auch überragende Leistungen gezeigt haben. Aber das war ja quasi in der Regionalliga und hier ist die Champions League.

Der Gestrandete

Verliebt bis über beide Ohren war er damals. So verliebt, dass er seinen gut bezahlten Job und die schicke Wohnung gekündigt hat und seiner großen Liebe hinterher reiste, als sie nach dem Auslandssemester in ihre Heimat zurückzog. Verrückt fand er das gar nicht. Es folgte ja auch die schönste Zeit seines Lebens. Schnell fand er einen Job in einem Hotel – mangels Sprachkenntnisse war nix anderes zu finden. Blöd halt, dass seine Angebetete nach 8 Monaten einen anderen hatte. Und dass der Job nicht genug für die Heimreise abwirft, ist auch nicht optimal.

 Der digitale Nomade

Seine App verkauft sich 2000 mal im Monat. Und seine 7 Affiliate Webseiten sorgen für ein kontinuierliches passives Einkommen. Für eine Wohnung in Hamburg reicht es zwar nicht. Aber da ist das Wetter eh beschissen. Das Café auf Bali bietet alles, was sein Arbeitsplatz haben muss: WLAN. Und der geniale Grafiker aus Korea ist auch fast jeden Tag da. Den wird er richtig vermissen, wenn es nächsten Monat weitergeht nach Kambodscha.

 

Und? Welcher dieser Expat Typen bist du?

Johannes

Expat in Los Angeles, Dubai und Kopenhagen.

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