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Expat-Brot – wie man Auslandsdeutsche glücklich backt [mit Rezept]

Brot - was Deutsche im Ausland vermissen

Zum Glücklichsein brauch der Expat Brot. Die amerikanische Kabarettistin Gayle Tufts behauptet: Wenn man einen Deutschen vorübergehend ins Paradies schickt, kommt er zurück und sagt: „Es war wirklich traumhaft schön dort, aber das Brot war grauenhaft“. Das mag etwas überspitzt sein. Allerdings ist es gar nicht so weit von der Realität entfernt. Viele deutsche Expats vermissen wirklich gutes Sauerteigbrot. Mit einer knusprigen Kruste. Mit einer würzigen, dunklen, leicht feuchten Krume. Im Ausland ist das kaum erhältlich. Natürlich ist man als Expat weltoffen und genießt die kulinarische Vielfalt des Landes in der man lebt. Beim Gedanken an Schwarzbrot entwickelt so mancher Expat so etwas wie Heimweh. Es soll sogar Expats gegeben haben, die nur wegen des Brotes nach Deutschland zurückgekehrt sind. Dabei ist Brot backen ganz einfach.

Schwarzbrot einfach selbst backen

Dabei ist es ganz einfach gutes Schwarzbrot selbst zu backen. Es ist wirklich nicht schwierig. Die Zutaten sind meistens problemlos erhältlich. Und der Aufwand hält sich mit ca. 30 Minuten (plus Wartezeiten) in Grenzen. Insbesondere wenn man bedenkt, wieviel gute Laune man damit verbreiten kann – in der eigenen Familie und darüber hinaus. Wer Freunden aus der deutschen Expat-Community ein knuspriges Schwarzbrot schenkt, kann sich deren Dankbarkeit gewiss sein.

Das Expat-Brot Rezept

Also ab in die Küche und los. Hier ist unser vielfach erprobtes Expat-Brot Rezept.

1. Sauerteig ansetzen

2 gehäufte Esslöffel Roggenmehl – am besten Vollkorn – mit etwa 30 ml Wasser zu einem weichen Brei verrühren. Zudecken. 2 Tage stehen lassen. Danach sind auf dem Brei kleine Bläschen zu sehen. Weitere 2 Löffel Roggenmehl + 30 ml Wasser zugeben. Kurz umrühren. Wieder 2 Tage stehenlassen. Die Bläschen sind nun etwas größer und er Brei riecht leicht säuerlich. Noch einmal 2 Esslöffel Mehl und 30 ml Wasser unterrühren. Noch einmal 2 Tage warten. Fertig ist der Sauerteig. Wem das zu aufwändig ist, kann sich auch getrockneten Sauerteig besorgen. Wenn man öfter backt, kann man einen Teil des Sauerteigs im Kühlschrank aufbewahren oder sogar einfrieren. Damit kann man sich 2 der 3 Runden sparen.

2. Der Teig

500g Weizenvollkornmehl + 500g Roggenvollkornmehl + ca. 500g Wasser + 100g Sauerteig + 1 Teelöffel Salz + 1 Teelöffel Brotgewürz zu einem Teig mischen. (Brotgewürz kann man auch leicht selbst machen: 100g getrockneten Kümmel + 100g getrocknete Fenchelsamen + 50g getrocknete Korianderkörner grob mörsern oder schroten.) Wichtig ist, dass der Teig gut geknetet wird – je länger, desto geschmeidiger wird die Krume. 10 Minuten sind nicht zu viel. Selbstverständlich kann diesen Part eine Küchenmaschine übernehmen. Anfangs kann der Teig noch etwas schmierig und nass sein. Nach dem Kneten sollte der Teig nicht mehr an den Fingern kleben.

Den Teig in einer großen Schüssel mit einem Geschirrtuch abdecken und 2 – 3 Stunden an einem warmen Ort gehen lassen. Das Volumen sollte sich in dieser Zeit mindestens verdoppeln. Danach den Teig noch einmal kurz kneten, teilen und 2 längliche Laibe formen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen mit Mehl bestreuen. Die Laibe mit ausreichendem Abstand (ca. 10 cm) darauflegen und ebenfalls mit Mehl bestreuen. Hierfür eignet sich ab besten Roggenvollkornmehl. Denn damit reißt das Brot am schönsten auf. Die beiden Laibe wieder mit dem Geschirrtuch abdecken und nocheinmal 45 Minuten gehen lassen.

3. Das Backen

Ein hitzefestes Gefäß (zum Beispiel ein zweites Backblech) mit mindestens 300 ml Wasser in den Backoffen stellen und diesen auf 250 Grad Umluft vorheizen. Alternativ eignet sich auch ein Gasgrill mit Deckel und Pizzastein. Wenn sich im Ofen (bzw. Grill) Dampf einwickelt hat, das Blech mit den beiden Brotlaiben in den Ofen schieben oder die Laibe auf den Pizzastein legen. Dabei möglichst wenig Hitze und Dampf entweichen lassen. Das Geschirrtuch wird selbstverständlich nicht mitgebacken.

Nach 20 Minuten die Temperatur auf 180 Grad reduzieren und von Umluft auf Ober-/Unterhitze umschalten. Am besten man öffnet die Ofentüre bzw. den Grilldeckel für einige Sekunden. Danach weitere 40 – 45 Minuten backen. Das Brot ist fertig, wenn es hohl klingt, wenn man mit einem Messerrücken oder Kochlöffel darauf klopft. Die Backzeit hängt von der Form der Laibe ab. Dünne, längliche Brote sind schneller fertig als runde Brote, weil dich Hitze weniger tief in den Teig eindringen muss. Nachdem sie aus dem Ofen raus sind, müssen die fertiggebackenen Brote nur noch etwa eine Stunde abkühlen.

Mancher Expat stellt sich einen Stuhl vor den Backofen und sieht sich den Backvorgang wie in einem Fernseher an.

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Die 7 beliebtesten Expat Wohnviertel in Dubai

Wohnviertel in Dubai: Marina

Nahezu jeder Expat muss zu Beginn seiner Zeit im Ausland eine Wohnung finden. In Dubai gibt es – auch wegen seiner hohen Zahl an Expats – eine ganze Reihe von Wohnvierteln, die bei Expats sehr beliebt sind. Interessanterweise scheinen sich die Geschmäcker von Expats und Locals deutlich zu unterscheiden. Denn eine Durchmischung findet kaum statt. Dennoch ist die Frage „Wo in Dubai wohnen“ wegen des großen Angebots an Wohnvierteln in Dubai nicht unbedingt leicht zu beantworten. Und natürlich spielen auch die Kosten einer Immobilie in Dubai eine entscheidende Rolle. Zu den beliebtesten Stadtteilen gehören:

JBR – Jumeirah Beach Residences

Einst die beliebteste Lage überhaupt: 35 Wohntürme direkt am Strand. In den unteren Stockwerken, alles was man für das tägliche Leben braucht: Supermärkte, Geschäfte und vor allem jede Menge Cafes, Bars und Restaurants. Hinzu kommt ein freier Blick auf die Palm Jumeirah und seit wenigen Jahren auch auf das Ain Dubai Ferris Wheel – Dubais Antwort auf das London Eye. Allerdings ist JBR in die Jahre gekommen und das Geblinke des Riesenrads kann aud die Dauer ziemlich nerven. Die Bausubstanz stammt aus den frühen 2000er Jahren – fühlt sich allerdings eher an Wohnblocks aus den 70er Jahren. Die Gebäude sind einigermaßen abgewirtschaftet und werden zu selten renoviert.

Seit 2015 wurde die Gegend allerdings etwas aufgewertet. Der Strand wurde neu gestaltet und in einen attraktiven, gut besuchten Beach Park umgewandelt. Nachteil: dadurch hat der Verkehr noch einmal deutlich zugenommen. Zur Rushhour ist der Stau vorprogrammiert. Insbesondere am Donnerstagabend, wenn die Besitzer von Sportwagen und aufgemotzen Muscle Cars zum JBR cruisen und die Straße am Strand entlang zu einem Laufsteg für Blech verwandeln.

Marina

Aus einem wüstenartigen Küstenstreifen entstand Mitte der 2000er Jahre ein ca. 4 Quadratkilometer großes Areal mit einem von etwa 200 Hochhäusern umrandeten Jachthafen. Die Marina ist das vielleicht internationalste Wohnviertel in Dubai. Es ist bei Expats vor allem deshalb sehr beliebt, weil die Tower und die 1- bis 4- Zimmer-Appartments darin relativ gut ausgestattet und solide gewartet sind. Neben einem schönen Blick auf die Marina bieten die meisten Wohnkomplexe entlang der geschwungenen Promenade auch Fitnessstudios, Einkaufsmöglichkeiten und Restaurants direkt im Gebäude.

Obwohl die Marina mit direktem Anschluss zur Sheikh Zayed Road, zwei Metro-Stationen und seit 2015 auch mit einer Straßenbahn ausgestattet ist, sind die Straßen häufig verstopft. Das liegt zum einen an einer sehr hohen Wohndichte – in der Marina leben ca. 150.000 Menschen. Zum anderen berichten manche Marina-Bewohner, dass die Straßenbahn das Verkehrschaos erst richtig verursacht hat.

JLT – Jumeirah Lake Towers

Gegenüber von Marina, auf der anderen Seite der Sheikh Zayed Road liegt JLT. Rund um einen künstlichen See stehen etwa 80 Hochhäuser mit bis zu 45 Stockwerken. Auch hier gibt es zahlreiche Restaurants und Geschäfte für den täglichen Bedarf. Allerdings stockte der Ausbau durch die Krise zwischen 2010 und 2015 für einige Jahre. Deshalb ist JLT etwas verschlafen und bei weitem nicht so hip wie die Marina. Dafür sind Wohnungen und Furnished Appartments in JLT auch ein gutes Stück günstiger zu haben. Tipp für Expat-Eltern mit kleinen Kindern: die Oakfield Nursery in JLT ist hervorragend.

Arabian Ranches

Die Ranches liegen etwa 10 Kilometer von der Küste entfernt im Landesinneren – und damit praktisch Mitten in der Wüste. Entsprechend trocken ist das Klima. Im Vergleich zur Vierteln in Strandnähe liegen die Temperaturen oft einige Grad höher, was besonders im Sommer nicht gerade angenehm ist. Dafür ist die Luft um wesentlich tockener. Viele Expats kommen mit der trockenen Hitze besser zurecht.

In den Arabian Ranches gibt es ausschließlich Villen – wobei jedes Wohnhaus mit mindestens 2 Stockwerken und einem eigenen Dach als Villa bezeichnet wird. Allerdings ist der Begriff in den Ranches oft durchaus zutreffend. Denn die Häuser sind großzügig geschnitten und nicht selten mit eigenem Pool ausgestattet. Entsprechend teuer ist das Quartier, auch wenn die älteren Communities schon etwas in die Jahre gekommen sind. Die Villen gruppieren sich um mehrere kleine Community Zentren mit Supermärkten, Restaurants, Sportstätten und Arztpraxen.

Durch die Lage direkt an der E311 hat man eine relativ gute Verbindung in die verschieden Free Zones. Allerdings sind die Wege dorthin recht weit.

Emirates Hills (Greens, Springs, Lakes)

Nicht zuletzt wegen ihrer Nähe zum Montgomery Golf Course sind die Emirates Hills insbesondere bei Briten beliebt. Je nach Lage innerhalb der Hills und Ausstattung der Villen variieren auch die Preise. Die Hills sind mit den Ranches vergleichbar – gut gepflegt, mit viel Aufwand bewässert und begrünt. Auch die kleinen Town Centers sind vergleichbar. Allerdings sind die Hills nicht ganz so posh. Mit etwas Glück kann man hier ein Schnäppchen mieten. Beim aktuellen Preisniveau in ganz Dubai ist das jedoch eher die Ausnahme. In Emirates Hills wohnt – trotz des Namens der Gegend – so manche Jumeirah Jane.

Greens sollte man nicht mit der Green Community verwechseln. Trotz des ähnlichen Names sind es verschiedene Wohngegenden, wobei die Green Community etwas abseits in der Nähe des Jebel Ali Investment Parks liegt.

Downtown

Rund um den Burj Khalifa, bekanntermaßen das größte Gebäude der Welt, erstreckt sich Downtown Dubai. Dementsprechend mondän ist die Gegend, die ganz unbescheiden mit dem Slogan „The Center of Now“ vermarket wird. Einige Straßen sind tatsächlich mit Marmor gepflastert. Auch sonst gibt es jede Menge Luxus. Die Gebäude sind eher flach gehalten und haben selten mehr als 4 Stockwerke. Einige wenige von ihnen haben einen schönen Blick auf das hintere Ende des Creek. Insbesondere bei Expats, die im nahegelegenen Dubai International Finance Centre (DIFC) arbeiten, ist Downtown beliebt. Der Kern von Downtown wird lustigerweise als „Old Town“ bezeichnet, obwohl das Viertel im wesentlichen erst nach 2006 entstanden ist.

The Palm Jumeirah

Die Jumeirah Palme ist eines der bekanntesten Wahrzeichen von Dubai. Auf ihrem Stamm befinden sich zahlreiche Apartmenthäuser mit durchschnittlich 10 Stockwerken. Auf den Palmwedeln befinden sich luxuriöse Villen. Die Größe der Palme wird einem erst richtig bewusst, wenn man bedenkt, dass die Hauptstraße darauf in beide Richtungen 6 Fahrspuren hat. Trotzdem kommt man zu Stoßzeiten nur langsam voran. Das liegt zum einen an den zahlreichen Speed Bumps. Zum anderen müssen fast alle Palmenbewohner täglich die Palme verlassen, denn dort gibt es – abgesehen von Hotels – keine Arbeitplätze. Die Fahrt zum Arbeiten in Dubai kann also leicht bis zu einer Stunde dauern. Gleiches gilt für den Einkauf, denn Geschäfte für den täglichen Bedarf sind hier mit wenigen Ausnahmen auch nicht zu finden.

Zum Zeitpunkt ihrer Fertigstellung war die Palm Jumeirah die größte von Menschen geschaffene Insel der Welt. Inzwischen hat sie aber eine große Schwester: die Jebel Ali Palm ist etwa doppelt so groß, allerdings aktuell kaum bebaut. Eine weitere, noch größere Palmeninsel – die Deira Palm – ist geplant. Ob sie allerdings jemals fertiggestellt wird ist fraglich.

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Frauenrechte in Dubai und Abu Dhabi

Frauenrechte in Dubai und Abu Dhabi

Eine der wichtigsten Fragen, die angehende VAE Expats stellen lautet: „Wie sieht es mit den Frauenrechten in Dubai? Unterscheiden sich Frauenrechte in Dubai und in Abu Dhabi?“ Zunächst denkt man dabei an das alltägliche Leben der Frau. Darf ich Autofahren? Muss ich Burka, Nikab, Tschador, Hijab oder sonst irgendeinen Schleier tragen? Darf ich mich alleine frei bewegen? Darf ich als Frau in Dubai arbeiten? Wer sich mit dem Thema etwas tiefergehend befasst, denkt auch an nicht alltägliche Situationen wie eine Scheidung oder ein Todesfall.

Absolutistischer Staat

Zunächst ist es – für Frauen und Männer – wichtig zu verstehen, dass das Rechtssystem der Vereinigten Arabischen Emirate nicht mit europäischen Rechtssystemen zu vergleichen ist. Die Basis ist schlicht eine andere: auf der einen Seite muslimische Traditionen und die Sharia auf der anderen Seite christlich-abendländischen Tradition. Hinzu kommt, dass der Scheich an der Spitze des Staates ein absolutistischer Herrscher ist. Einer der Titel, die er trägt ist „Ruler“. Er ist also derjenige, der die Regeln macht – und zwar weitestgehend nach Gutdünken und gelegentlich auch rückwirkend. Die VAE sind keine Demokratie.

Jedes Emirat hat seinen eigenen Scheich bzw. Emir. Dadurch gibt es auch rechtliche Unterschiede zwischen den Emiraten. Hinzu kommt, dass Menschen aus unterschiedlichen Herkunftsländern unterschiedlich behandelt werden. Vor dem Gesetz sind nicht alle gleich. Diese Ungleichbehandlung geht leider oft zu Lasten von Frauen aus Ländern, die wirtschaftlich weniger entwickelt sind. Die folgenden Beobachtungen zu Frauenrechten in Dubai und Abu Dhabi gelten dementsprechend leider nur für Europäerinnen und Amerikanerinnen.

Frauenrechte im Alltag

Im Alltag gibt es für Expat-Frauen kaum Einschränkungen der Frauenrechte in Dubai und Abu Dhabi. Man muss keinen Schleier tragen. Frauen dürfen Auto fahren, sofern ihr Sponsor zustimmt. Und ihre Bewegungsfreiheit ist auch in keiner Weise eingeschränkt. Insofern wirken Dubai und Abu Dhabi wie westliche Städte – insbesondere in den Wohnvierteln, in denen man vorwiegend auf Expats trifft. Wobei Dubai etwas liberaler ist als Abu Dhabi. Manche Expats sagen sogar, dass Dubai das bessere London sei.

In Geschäften und Behörden werden Frauen sehr freundliche behandelt. Oft gibt es eigene Schalter und Schlangen für Frauen. Die Wartezeit dort ist in der Regel kürzer als für Männer.

Allerdings ist es nicht so, dass es gar keine Einschränkungen gibt – und zwar für Frauen und Männern. Jeder öffentliche Ausdruck von Zuneigung ist verboten. Küssen in der Öffentlichkeit ist also nicht gestattet.Theoretisch gilt das auch für Händchenhalten. Allerdings wird das aktuell gedultet.

Auch eine angemessene Kleidung wird erwartet. Schultern und Knie sollten bedeckt sein. Allerdings sieht man immer wieder Touristen, die sich nicht an diese Regel halten und mit äußerst knapper Badebekleidung nur das nötigste verdecken. So bekleidet würde ein vernünftiger Mensch aber auch nicht durch Berlin oder London laufen.

Sponsorensystem

Viele Freiheiten hängen in den VAE von der Zustimmung des Sponsors ab – das gilt sowohl für Frauen als auch für Männer. Egal ob Führerschein oder Alkohollizenz – ohne schriftliche Einverständniserklärung des Sponsors läuft nichts. Das  „Familienoberhaupt“ wird vom Arbeitgeber bzw. der Free Zone gesponsert. Das Familienoberhaupt wiederum sponsort dann weitere Familienmitglieder. Voraussetzung ist eine beglaubigte Eheurkunde bzw. Geburtsurkunden für die Kinder. Statistisch gesehen ist der Normalfall, dass der Mann zum Arbeiten in Dubai bei einem Unternehmen angestellt ist. Und dann Frau und Kinder auf sein Visum laufen. Es gibt aber auch eine signifikante Anzahl von Familien, in denen die Ehefrau  angestellt ist und den Ehemann und die Kinder dann selbst sponsort.

Die Einverständniserklärungen sind natürlich eine reine Formalität. Kaum ein Mitteleuropäer würde ernsthaft in Erwägung ziehen, seiner Frau das Autofahren zu verbieten. Aber die Tatsache, dass er es theoretisch könnte, reicht bei vielen Frauen schon aus, um am Ego zu nagen. Umgekehrt sind zahlreiche Männer bekannt, bei denen der Stachel nicht weniger tief sitzt. Insbesondere dann, wenn ihre Gattin als Sponsor vor dem Unterschreiben einer Erlaubnis kurz nachfragt, was der Herr denn dafür gewillt ist, zu tun.

Scheidung oder Todesfall

Die bisherigen Punkte betrafen Frauen und Männer gleichermaßen. Doch wenn es hart auf hart kommt, ist es um die Frauenrechte in Dubai respektive den gesamten VAE schlecht bestellt. Bei Scheidungen und Erbschaften hat ein Mann nach wie vor die besseren Karten. Beispielsweise fällt das Erbe eines verstorbenen Mannes an den nächsten volljährigen, männlichen Verwandten. Das kann ein älterer Bruder des Verstorbenen sein. Die Ehefrau wird dann zur Bittstellerin bei ihrem Schwager, den sie möglicherweise noch nie leiden konnte.

Frauenrechte in Dubai und Abu Dhabi – ganz OK

Alles in allem fühlen sich die meisten Expat-Frauen aus Europa in den VAE sehr wohl und nehmen im Alltag keine Einschränkung ihrer Rechte wahr. Leider kann man das nicht von allen Ländern im mittleren Osten sagen.

Wichtiger Hinweis: wir sind keine Rechtsanwälte. Der Inhalt diese Artikels beruht auf eigener Erfahrung.

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Geburt im Ausland

Geburt im Ausland

Das Alter, ab dem Mitarbeiter für Firmen als Expats am wertvollsten sind, liegt bei Mitte dreißig. Dann haben sie genug Erfahrung gesammelt, dass sie sich als Expats in Führungspositionen eignen. Zumindest dann, wenn sie bis dahin keine Kinder haben. Andere Paare heiraten erst kurz vor dem Umzug ins Ausland (siehe auch: 7 Dinge, die man vor der Ausreise erledigen muss). Die logische Konsequeny: es ist gar nicht so selten, dass Expats im Ausland Kinder bekommen. Auch bei einer Geburt im Ausland, bringt die Frau das Kind zur Welt. Trotzdem gibt es einige Aspekte, die man beachten muss.

Geburt im Ausland oder lieber im Heimatland?

Je nach Entwicklungsstand des Einsatzlandes und dessen Gesundheitssystem stellen sich Expats die Frage, ob sie für die Geburt ins Heimatland gehen sollen. Allerdings gibt es dabei einige Hürden. Zum einen muss geprüft werden, ob die Krankenversicherung eine Geburt außerhalb des aktuellen Wohnlandes abdeckt. Zum anderen nehmen Fluggesellschaften Schwangere maximal bis zur 36. Schwangerschaftswoche an Bord. Will der Vater bei der Geburt dabei sein, muss es möglich sein, dass er einige Wochen Urlaub hat oder aus Deutschland arbeitet. Da dies selten möglich ist, läuft es oft auf eine Geburt im Ausland hinaus. In der Regel ist das auch kein Problem. Schließlich gibt es – abgesehen vom Vatikan – kein Land, in dem keine Kinder zur Welt kommen.

Es gibt aber auch Fälle, in denen es dringend anzuraten ist, für die Geburt nach Deutschland zu gehen. Lebt eine unverheiratete Frau beispielsweise als Expat in einem streng muslimischen Land und erwartet ein Baby, ist Vorsicht geboten. Unehelicher Geschlechtsverkehr ist in vielen konservativ-muslimischen Ländern (wie Saudi Arabien oder die Vereinigten Arabischen Emirate) streng verboten und das Baby ist ein unwiderlegbarer Beweis, dass dieser stattgefunden haben muss.

Wie läuft die Geburt im Ausland?

Jede Geburt ist anders. Und die Gesundheitssysteme verschiedener Länder sind es auch. Insofern läuft sich diese Frage nicht pauschal beantworten. Es gibt allerdings Besonderheiten bei Geburten in Deutschland, die sich von den meisten anderen Ländern unterscheiden. So ist beispielsweise die Rolle der Hebamme hierzulande relativ einzigartig. An Geburten sind fast ausschließlich von Hebammen beteiligt. Ärzte kommen nur in Notfällen zum Einsatz. Das ist in vielen Ländern anders. Dort fungiert die Hebamme eher als Assistentin für den Frauenarzt.

Vor allen wenn die erste Geburt ansteht, ist es für manche schwangere Expat-Frau ein Problem, dass die eigene Mutter und die beste Freundin nicht vor Ort sind. Aus der Entfernung ist es wesentlich schwieriger, der Schwangeren mit der eigenen Erfahrung zur Seite zu stehen. Und wenn die Wehen einsetzen, kann man nicht kurz vorbeifahren und unterstützen. Abhilfe schafft ein Konzept, das in Deutschland praktisch nicht existiert: die Doula. Eine Doula ist eine erfahrene Frau, die Schwangere bei der Geburt unterstützt. Und zwar nicht technisch, medizinisch wie eine Hebamme oder Ärztin, sondern psychisch, moralisch wie eine Mutter oder Freundin.

Welche Staatsbürgerschaft hat das Expat-Baby?

Ein Kind, das mindestens einen Elternteil mit deutscher Staatsangehörigkeit hat, hat Anspruch auf die deutsche Staatsbürgerschaft. Das gilt unabhängig vom Geburtsort. Bei Elternpaaren mit unterschiedlichen Staatsbürgerschaften gilt das meistens sogar für beide Staatsangehörigkeiten. Ob das Kind zusätzlich die Staatsbürgerschaft seines Geburtslandes erhält, hängt von den Gesetzen dieses Landes ab. Bekanntermaßen, darf ein Kind, das in den USA geboren wurde, US-Amerikaner werden. Allerdings sollten sich Eltern auch über die Konsequenzen einer zweiten bzw. dritten Staatsbürgerschaft bewusst sein – beispielsweise im Bereich von Steuer- oder Wehrpflichten.

Welches Standesamt ist zuständig?

Für Auslandsdeutsche ist generell das Standesamt des letzten Wohnsitzes innerhalb von Deutschland zuständig. Damit ist die Zuständigkeit für die Eltern relativ einfach geregelt. Ein neugeborenes Expat-Kind, hatte allerdings nie einen Wohnsitz in Deutschland. Für alle Deutschen, die nie in Deutschland gelebt haben, ist das Standesamt 1 in Berlin zuständig. Natürlich muss der Kindsvater für die Formalitäten nicht nach Berlin reisen. Der Kontakt findet via Botschaft bzw. Konsulat statt.

Das Standesamt 1 ist übrigens chronisch unterbesetzt. Es kann also durchaus sein, dass man auf die deutsche Geburtsurkunde für das Kind 2 bis 3 Jahre warten muss.

Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten
Standesamt I in Berlin
Schönstedtstr. 5
13357 Berlin

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Krisensituationen

Expat Krisensituation

Auch wenn es paranoid klingen mag, viele Expats halten Zuhause einen Notfallkoffer als Sicherheitsmaßnahme für Krisensituationen bereit. Innerhalb von Europa ist die Notwendigkeit dafür sicherlich gering. Doch auch hier haben die Finanzkrise (insbesondere in Griechenland und Island) oder die Spannungen rund um die Unabhängigkeitsbewegung in Katalonien gezeigt, dass die Stabilität trügerisch sein kann.

In anderen Weltregionen beispielsweise dem Mittlerer Osten oder asiatischen Ländern in Reichweite von Nordkorea leuchtet es allerdings ein, wenn man für Krisensituationen vorsorgt, in denen man schnellstmöglich „raus“ muss. Schlimmstenfalls kommt es auf jede Minute an, schließlich gibt es nur eine bestimmte Anzahl an Flügen.

Krisensituationen, in denen man schnell raus muss

Sicherlich kann man nicht alle Krisensituationen vorhersehen. Je nach Land sollte man aber folgende Risiken nicht außer Acht lassen.

Militärische Eskalationen

Die wenigsten Expats würden von sich aus in ein Kriegsgebiet ziehen. Allerdings kann es auch an vermeintlich friedlichen Punkten der Erde zu kriegsähnlichen Situationen kommen. Bei Dubai denkt man zunächst an Luxus, Strand und Wirtschaftsboom. Leicht vergisst man, wie weltpolitisch exponiert Dubai bzw die Vereinigten Arabischen Emirate liegen. Im Nachbarland Jemen tobt ein Stellvertreterkrieg zwischen Saudi Arabien und dem Iran. Als Dubai Expat befindet man sich genau zwischen diesen beiden Regionalmächten. Man verfolgt die Nachrichten also immer mit einer gewissen Sorge. Auch der ferne Osten ist in den vergangenen Jahren nicht gerade sicherer geworden. Im Ernstfall will man einfach schnell weg, und wenn es nur vorübergehend ist.

Politische Umbrüche

Auch Veränderungen an der Spitze des Staates können Krisen vervorrufen. In den 70er Jahren war Teheran bei Expats enorm beliebt. Nach dem Umsturz 1979 war man froh um jede Stunde, die man früher aus dem Iran herauskam. Dabei muss es gar nicht mal ein Putch sein, der Anlass zur überstürzten Abreise gibt. Stirbt das Staatsoberhaupt eines absotutistischen Staates ist das Risiko nicht zu unterstätzen. Schwer einzuschätzen, wer plötzlich Anspruch auf die Nachfolge erhebt und was der neue Herrscher in seinen ersten Amtshandlungen verfügt. Wer auf Nummer sicher geht, schaut sich das lieber aus der Entfernung an und verlässt das Land innerhalb der ersten Stunden nach Bekanntwerden der Todesmeldung – zumindest für einige Tage.

Wirtschaftliche Krisen

Wo es boomt, sind Krisen nicht weit. Wirtschaftlicher Abschwung kann für Expats tragisch sein. Insbesondere dann, wenn der eigene Arbeitgeber in wirtschaftliche Schwierigkeiten gerät. Kommt dann noch eine Rechtsprechung dazu, die geplatzte Schecks hart bestraft, wird es geradezu gefährlich. Dann ist es angebracht, das Land schnellstmöglich zu verlassen.

Naturkatastrophen

Die Nachrichtensendungen der vergangenen Jahre waren voll von Naturkatastrophen, die Menschen zur Flucht getrieben haben. Tsunami, Hurikan, Erdbeben, Vulkanausbrüche, Überschwemmungen – viele davon in Regionen, in denen viele Expats leben. Auch wenn es teilweise Vorwarnungen gab, blieb in den wenigsten Fällen viel Zeit, das Nötigste zusammenzupacken.

Epidemien

Vor einigen Jahren wurde wurde es innerhalb kurzer Zeit relativ schwierig Asien zu verlassen.Ganze Regionen wurden unter Quarantäne gestellt. Der Grund hatte vier Buchstaben: SARS. Wer die Chance hatte, überlegte nicht lange und verließ die Region, solange es noch die Möglichkeit gab.

Alles Wichtige griffbereit

Erste und wichtigste Sicherheitsmaßnahme ist es, sich in die Elektronische Erfassung von Deutschen im Ausland einzutragen (siehe auch: Wichtige Links für Expats).

Um im Krisenfall schnell das Land verlassen zu können, ohne noch lange Papiere und andere wichtige Dinge suchen zu müssen, lagert man folgende Gegenstände griffbereit und möglichst zusammen:

  • Reisepässe aller Familienmitglieder.
  • Bargeld in verschiedenen Währungen (lokale Währung, Dollar, ggf. Euro) teilweise in kleinen Scheinen. Das Geld sollte mindestens reichen, um für die ganze Familie ein überteuertes Flugticket bar zu bezahlen. Je nach Land sind das leicht 10000 Dollar und mehr.
  • Wichtige Dokumente (zum Beispiel Geburtsurkunden, Patente, Arbeitsverträge).
  • Ausdruck mit wichtigen Adressen und Telefonnummern, insbesondere der deutschen Botschaften bzw. Konsulate im Umkreis (siehe auch: wichtige Links für Expats).
  • Medizin, auf die man angewiesen ist.
  • Wertgegenstände, die man nicht zurücklassen möchte (z.B. Diamantschmuck).

Wegen des Wertes dieser Gegenstände, empfiehlt sich ein Tresor. Ein passender Koffer oder Rucksack, der sich als Handgepäck eignet, sollte ebenfalls griffbereit sein. (Siehe auch: 9 Gadgets, die man als Expat braucht.)

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Checkliste: 7 Dinge, die man vor der Ausreise erledigen muss

Checkliste Ausreise ins Ausland

Es gibt eine Reihe von Dingen, die man unbedingt vor der Ausreise ins Ausland erledigen sollte. Entweder weil sie nach dem Umzug gar nicht mehr beziehungsweise nur mit größerem Aufwand möglich sind. Oder weil man nach der Ankunft am neuen Arbeitsplatz kaum mehr Zeit dafür hat. Oder weil man so Geld sparen kann. Diese Checkliste zur Ausreise fasst die wichtigsten Punkte zusammen.

1 – Neuer Reisepass / zweiter Reisepass

Viele Expats sind häufig auf Reisen in verschiedene Märkte. Deshalb empfiehlt es sich, rechtzeitig vor der Ausreise einen neuen Pass zu beantragen. Das gilt vor allem dann, wenn der alte Pass

  • bald abläuft.
  • fast schon vollgestempelt ist und nicht mehr viel Platz für neue Visa und Einreisestempel bietet.
  • Einreisestempel oder Visa von Ländern enthält, deren Beziehungen mit dem Land, in das man umzieht, eher angespannt sind.
  • nicht mehr im besten Zustand ist.

Bei der Gelegenheit kann man gleich einen zweiten Reisepass beantragen, falls es der neue Job erfordert.

Die Bearbeitung des Passes dauert ca. 5 Wochen. Per Expressgebühr kann diese Frist auf 6 Arbeitstage reduziert werden.

2 – Passbilder

Für den neuen Reisepass benötigt man ein biometrisches Passbild. Auch wenn man noch irgendwo eines herumliegen hat, ist es zu empfehlen, vor der Ausreise neue Passbilder machen zu lassen. Es ist oft erstaunlich, wieviel Passbilder für Einreiseformalitäten, Visa, Ausweisdokumente, Führerschein, und ähnliches benötigt. Das gilt übrigens für die ganze Familie. Teilweise muss man schon bei der Einreise am Flughafen welche bereit haben. Klar steht dort vermutlich ein Fotoautomat. Aber vor dem gibt es mit einiger Wahrscheinlichkeit eine einigermaßen lange Schlange. Und schön werden die Bilder auch nicht. Dann doch lieber vorher noch kurz Fotografen und gleich mindestens 12 Abzüge machen lassen.

3 – Internationaler Führerschein

Die Regelungen, ob und wie lange ausländische Führerscheine gelten, unterscheiden sich von Land zu Land. Fast überall darf man für einige Wochen – etwa die Dauer eines Touristenaufenthalts – einen Mietwagen fahren. Will man auch danach noch fahren oder ein Auto anmelden, braucht man in der Regel einen Führerschein, der im Gastland ausgestellt wurde. Je nach Land muss man dafür eine Fahrprüfung ablegen, auch wenn man bereits einen Führerschein hat. Wenn man Pech hat, muss man sogar in die Fahrschule. In manchen Ländern, kann man sich die Fahrschule sparen und direkt zur Prüfung antreten, wenn man einem internationalen Führerschein hat. Mancherorts bekommt man auf Basis eines internationalen Führerscheins sogar direkt eine einen lokalen Führerschein ausgestellt. Das setzt natürlich voraus, dass man vor der Ausreise daran gedacht hat, sich einen internationalen Führerschein ausstellen zu lassen.

4 – Internet Proxy

Wenn man im Ausland Mediatheken oder Live Streams deutscher Fernsehsender nutzen möchte, bekommt man oft eine Fehlermeldung. Der Stream außerhalb von Deutschland nicht verfügbar ist. Abhilfe schafft da in einigen Fällen ein Internet Proxy. Mit dessen Hilfe kann man auch im Ausland mit einer deutschen IP Adresse im Internet surfen. Dann laufen Sportschau, Voice of Germany oder der Tatort meistens problemlos. Je nach Proxy kann man sich auch mit den IP Adressen anderer Länder im Netz bewegen und deren Mediatheken nutzen. Netflix hat zwar vor einiger Zeit den Zugang per Proxy gesperrt. Bei anderen Streaming Platformen gibt es allerdings keine Einschränkungen. Proxys können auch helfen, die Internetzensur mancher Länder zu umgehen. Allerdings nur, wenn man den Proxy schon vorher eingerichtet hat. Denn die Webseiten der Proxy Anbieter sind natürlich auch gesperrt. An dieser Stelle sei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass das Umgehen von Internetzensur per Proxy unter Strafe steht und deshalb nicht empfohlen werden kann.

5 – Arbeitslos melden

Um Anspruch auf Arbeitslosengeld zu haben, muss man vorher für einen gewissen Zeitraum in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben. Das kann  für Ehepartner von Auslandstätigen zum Problem werden. Es ist unwahrscheinlich, dass beide Partner ab dem ersten Tag nach der Rückkehr einen Job haben. Da der arbeitslose Partner aber für die Dauer des Auslandsaufenthalts nichts eingezahlt hat, besteht kein Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung. Das ändert sich, wenn man zum Zeitpunkt der Ausreise arbeitslos gemeldet ist – ein Tag reicht schon. Dann meldet man dem Arbeitsamt, dass man ins Ausland zieht. Die Zahlung des Arbeitslosengelds wird unterbrochen und der Anspruch bleibt für bis zu 4 Jahren bestehen. Für Details sollte man sich Arbeitsamt bezahlen lassen.

6 – Abmeldung beim Bürgerbüro

Abmelden sollte man sich auch beim Bürgerbüro. Dadurch erfahren verschiedene Behörden, dass man fortan im Ausland lebt. Das beinhaltet auch das Finanzamt. Man wird zum Steuerausländer. Schöner Nebeneffekt: lebt man nach dem Umzug außerhalb der EU, kann man dann sich die Mehrwertsteuer für Waren zurückerstatten lassen, die man auf Heimaturlauben kauft und aus der EU ausführt.

7 – Heiraten

Kein Scherz. Wenn man gemeinsam mit einem Lebenspartner ins Ausland zieht, ist es je nach Zielland teilweise absolut notwendig, vorher zu heiraten. Während Ehepartner meistens problemlos ein Visum bekommen, sehen die Behörden vieler Länder in einer nicht-ehelichen Partnerschaft keine Grundlage für ein Visum. In vielen muslimischen Ländern kann man als nicht verheiratetes Paar keine gemeinsam eine Wohnung zu mieten. Streng genommen dürfen sich eine Mann und eine Frau teilweise nicht einmal im gleichen Raum aufhalten, wenn sie nicht verheiratet sind. Im Fall von schweren Krankheiten oder Unfällen sind Auskunfts- und Besuchsrechte sowie Entscheidungsbefugnisse für unverheiratete Partner oft schwer zu bekommen.

Hat man als unverheiratetes Paar gemeinsame Kinder, dann sollte man sich zumindest eingehend informieren, welches Sorgerecht das Zielland für diesen Fall vorsieht. Ganz problematisch kann es sein, wenn ein gemeinsames Kind gerade erst auf dem Weg ist und im Ausland auf die Welt kommen soll. Auch hier sind wieder einige muslimische Länder zu nennen. In einigen Fällen wird die Geburt eines unehelichen Kindes sogar mit Gefängnis bestraft. Es mag zwar nicht sonderlich romantisch klingen, aber eine Hochzeit vor der Ausreise, kann viele Dinge im Ausland vereinfachen. Da die Eheurkunde teilweise von der Botschaft oder Konsulaten des Landes, in das man umzieht, beglaubigt werden müssen, sollte man nicht bis auf den letzten Drücker warten.

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Skandinavien – offen und liberal?!?

Expat Skandinavien

Es ist schon ein bisschen paradox: Norddeutsche gelten als wortkarg und verschlossen. Dänen hingegen werden als offen und liberal beschrieben. Und das, obwohl sie nur durch eine EU Binnengrenze getrennt sind. Wenn wir Deutschen an Skandinavien denken, haben wir Bilder von gemütlichen, hölzernen Ferienhäusern in weiten Dünen, fahrradfahrenden Großstädtern in puristisch eleganter Kleidung und von Pippi Langstrumpf und Michel aus Lönneberga im Kopf. Dazu mischt sich gelegentlich noch die eine oder andere Schlagzeile über skandinavische Gesetze zur Gleichstellung von Frau und Mann oder zu gleichgeschlechtlichen Partnerschaften. Und fertig ist das stereotypische Bild vom offenen und liberalen Skandinavien. Wenn man als Expat Skandinavien erlebt, zeigt sich allerdings ein deutlich differenzierteres Bild. Eines, das man nicht werten sollte, sondern als Kulturerfahrung bewusst wahrnehmen.

Expat Skandinavien ≠ Tourist Skandinavien

Unsere Vorstellung von Skandinavien basiert oft auf Urlaubserfahrungen und Kinderbüchern von Astrid Lindgren. Das Land in dem man Urlaub macht, ist allerdings eine anderes als das, in dem man als Expat arbeitet. Auch wenn es den gleichen Namen hat. Oder anders formuliert: als Tourist lernt man ein Land nur sehr eingeschränkt bzw. verfälscht kennen. Schließlich gibt es im Urlaub kaum Alltagsprobleme und man wird freundlich umgarnt, damit man gut gelaunt, möglichst viel Geld am Urlaubsort lässt.

Die Bücher von Astrid Lindgren hingegen, zeichnen ein ziemlich genaues Bild von Skandinavien. Man muss sie nur richtig lesen. Richtet man den Blick weg von den Helden unserer Kindheit hin zu den erwachsenen Figuren, dann entwickelt sich ein anderes Bild. Astrid Lindgrens Beschreibung ist an vielen Stellen recht nah daran, wie ein Expat Skandinavien skizzieren würde. Die Eltern von Tommy und Annika sind gar nicht liberal, sondern einigermaßen spießig. Die Eltern von Michel, der im Original übrigens Emil heißt, leben in einer hierarchischen Gesellschaft voller Konventionen.

Skandinavien ist beinahe sozialistisch

Skandinavien hat bekanntermaßen vergleichsweise hohe Steuern. Für Expats gibt es zwar teilweise Ausnahmeregelungen, allerdings ändert das nichts am Gesamtbild. Die Steuereinnahmen werden via Gesundheits- und Sozialsystem unter anderem zur Umverteilung genutzt. Das bedeutet zum einen, dass die soziale Schere nicht so weit auseinander geht wie in Deutschland oder gar den angelsächsischen Ländern. Im Umkehrschluss heißt das aber auch, dass nach Steuern nicht sonderlich viel übrig bleibt. Wer sich ein bisschen Luxus (also ein Auto oder einen Urlaub) leisten möchte, braucht zwei Einkommen. In der Regel arbeiten in Skandinavien beide Ehepartner. Auf der positiven Seite sorgt das für Gleichberechtigung. Allerdings hat es auch zur Folge, dass es für Expats schwieriger wird, außerhalb des Arbeitsplatz Freundschaften aufzubauen, als in Ländern in denen ein Partner viel Freizeit hat. (Siehe auch: Start im Ausland = erster Schritt zur Scheidung?) Das wiederum kann dazu führen, dass man als Expat Skandinavien als gar nicht so offen und liberal wahrnimmt.

Skandinavier sind schwer zugänglich

Expats in Skandinavien berichten immer wieder, wie schwierig es ist, Zugang zur dortigen, recht verschlossenen Gesellschaft zu finden. Das mag daran liegen, dass Kinder in skandinavischen Ländern praktisch in ein staatlich organisiertes soziales Umfeld geboren werden. Dort organisieren viele Kommunen sogenannte Müttergruppen in denen sich die Eltern von Neugeborenen treffen und ihre Erfahrungen austauschen. Oft bilden diese Müttergruppen auf Lebenszeit den Kern des Freundes- und Bekanntenkreises der Kinder. Dieser wird später durch Schulklassen und ein aktives Vereinsleben komplettiert. Skandinavier haben starke, gewachsene soziale Netzwerke. Fremdsprachige Expats sind darin eher störend. Aber ist das in Deutschland wirklich anders?

So mancher Skandinavien Expat muss sein Skandinavienbild revidieren. Aber vielleicht ist genau das der Grund, warum man als Expat Skandinavien auswählen sollte. Schließlich geht man auch deshalb ins Ausland, um neue Erfahrungen zu machen, um Vorurteile zu überwinden und um Dinge von einem anderen Blickwinkel zu sehen.

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Relocation Service richtig nutzen

Relocation Service

Viele Unternehmen stellen ihren neu angekommenen Expats einen Relocation Service zur Verfügung. Dieser hilft bei den ersten, wichtigen Schritten nach der Ankunft. Dass dies nicht aus reiner Nächstenliebe geschieht, sondern eine rein wirtschaftliche Kalkulation zu Grunde liegt, ist nicht überraschend. Die Kosten sind schlicht geringer, als die Kosten, die entstehen würden, wenn sich der neue Mitarbeiter alleine durch den Behörden-Dschungel kämpfen müsste. Der Expat soll nach dem Umzug ins Ausland schnellstmöglich produktiv werden. Seine kostbare Arbeitszeit soll eben nicht dafür verwendet werden, herauszufinden, welche Behörde wofür zuständig ist. Zudem gäbe es dann ein gewisses Risiko, dass ein Fehler in irgendeinem fremdsprachigen Formular dazu führen würde, dass eine wichtige Genehmigung nicht erteilt wird und der Expat seinen Job erst gar nicht antreten kann. Der Relocation Service ist also ein Segen für alle Beteiligten.

Meistens bucht das Unternehmen den Relocation Service für eine festgelegte Dauer – beispielsweise für 3 Arbeitstage. Diese Zeit reicht in der Regel aus, um die wichtigsten Schritte abzuarbeiten und lässt noch ein bisschen Flexibilität für individuelle Punkte, die dem Expat wichtig sind. Da das Zeitbudget begrenzt ist, muss man zunächst mit dem Mitarbeiter des Relocation Service besprechen, welche Punkte man gemeinsam erledigen möchte, welche Sachverhalte man erklärt haben möchte und welche Dinge man noch angehen möchte, wenn noch Zeit übrig ist. Man benötigt also eine klassische Priorisierung. Idealerweise trifft man sich schon während des Look & See Trips und bespricht die Prioritäten.

Prio 1: Aufenthaltsgenehmigung und Arbeitserlaubnis

Die erste Priorität ist in jedem Fall, sicherzustellen, dass man seine Arbeitsstelle antreten darf. Dafür braucht man sowohl eine Aufenthaltsgenehmigung als auch eine Arbeitserlaubnis. Für die Aufenthaltsgenehmigung sind in manchen Ländern medizinische Untersuchungen nötig. Dafür gibt es teilweise sogar eigene Kliniken – vor allem in Ländern mit hohem Expat Anteil an der Gesamtbevölkerung (wie zum Beispiel den VAE). Ein guter Relocation Service kann helfen, die langen Wartezeiten dort deutlich zu verkürzen.

Nicht vergessen sollte man die Aufenthaltsgenehmigungen für weitere Familienmitglieder. Man darf davon ausgehen, dass die Aufenthaltsgenehmigungen für Ehepartner und Kinder im Zeitbudget vorgesehen sind. Bei tierischen Familienmitgliedern sieht das vermutlich anders aus. Dieser Service fällt aus dem Standard heraus. Man sollte zu Beginn mit dem Relocation Service absprechen, wie hoch der Aufwand dafür ist. Dann kann man entscheiden, ob der Relocation Service die Aufenthaltsgenehmigung für das Haustier beantragt oder ob man nur Informationen benötigt und sich dann selbst darum kümmert.

Weitere Prioritäten: kommt drauf an

Welche weiteren Aufgaben gemeinsam mit dem Relocation Service angegangen werden, hängt sowohl von der eigenen Situation ab, als auch davon, wie fehleranfällig, aufwendig bzw. mühsam die Aufgaben im jeweiligen Land sind. Die Priorisierung kann dann beispielsweise folgendermaßen aussehen:

Gemeinsam mit dem Relocation Service erledigen:

  1. Weitere Landesspezifische Behördengänge (z.B. Social Security Number, UAE ID, eGate Card, NemID)
  2. Zollformalitäten für den Umzugscontainer
  3. Unterstützung bei der Wohnungssuche
  4. Finden von Ärzten mit benötigter Spezialisierung

Relocation Service stellt Informationen bereit:

  1. Auswahl und Anmeldung bei Schule & Kindergarten
  2. Einrichten eines Bankkontos
  3. Umschreiben des internationalen Führerscheins

Falls noch Zeit übrig ist:

  1. Unterstützung beim Autokauf
  2. Beantragen einer Alkohollizenz 

Tendenziell ist zu empfehlen, den Relocation Service für wenige komplexe Aufgaben zu nutzen als für viele einfache – selbst wenn diese unangenehm sind.

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Wohnungssuche mit Relocation Service – Tipps & Tricks

Wohnungssuche mit Relocation Service

Viele Unternehmen buchen für neu angekommene Expats einen Relocation Service. Vorteil für den Arbeitgeber ist, dass der Mitarbeiter möglichst viel Zeit für den neuen Job aufbringen kann statt sich mit Behördengängen und Wohnungssuche zu beschäftigen. Der Arbeitnehmer freut sich darüber, dass er Unterstützung für die ersten wichtigen Schritte erhält. Das erleichtert nicht nur den Start, sondern gibt auch Sicherheit. Schließlich hilft jemand mit Erfahrung, dass man nichts Wichtiges übersieht und keine Fehler macht. Eine der Hauptaufgaben für den Relocation Service ist die Unterstützung bei der Wohnungssuche.

Briefing

Meistens steht der Relocation Service für eine begrenzte Anzahl von Arbeitstagen zur Verfügung. Es ist also wichtig, keine Zeit dafür zu verschwenden. Je präziser man definiert, welche Anforderungen, Vorstellungen und Wünsche man im Bezug auf das neue Zuhause hat, desto schneller kann der Relocation Service eine passende Auswahl an Unterkünften finden. Für einen Suchauftrag sind mindestens folgende Informationen erforderlich:

  • Haus oder Wohnung
  • Möbliert oder unmöbliert
  • Miete oder Kauf
  • Größe in Quadratmeter
  • Anzahl Zimmer
  • Anzahl Badezimmer
  • Lage
  • Budget / verfügbare Housing Allowance
  • Anzahl und Art der Stellplätze für Fahrzeuge
  • Qualität der Ausstattung
  • Sonstige Anforderungen
  • Erwartete Mietdauer

Wenn die Miete nicht vom Arbeitgeber gezahlt wird, finden es viele Expats schwierig zu entscheiden, welchen Betrag sie dafür aufwenden möchten bzw. müssen. Als Daumenregel gilt hier: „nicht mehr als ein Drittel des Nettoeinkommens“. Sicherheitshalber solle man diesen Punkt allerdings mit dem Relocation Service genauer besprechen, zumal man den Wohnungsmarkt am neuen Wohnort nicht gut kennt. Voller Euphorie über die neue Lebenssituation im Ausland malen sich viele Expats ein Zuhause aus, das nicht realistisch ist. 400 Quadratmeter Villa mit Pool und 3 Marmorbädern mitten im Stadtzentrum – und das ganze für unter 1000 Euro Monatsmiete – gibt es eben in den wenigsten Großstädten.

Deshalb hilft es zu priorisieren und zu erklären, warum man diese Parameter gewählt hat. Dadurch kann der Relocation Service nach sinnvollen Alternativen suchen, wenn es nicht möglich ist, alle diese Wünsche gleichzeitig zu erfüllen, Darüber hinaus schadet es nicht, wenn man dem Mitarbeiter des Relocation Services etwas über die eigenen Lebensgewohnheiten erzählt. Wie alt sind die Kinder? Kocht man gerne? Hat man oft Gäste? Erwartet man viele Gäste aus der Heimat? Braucht man Platz für Sportgeräte? Entspannt man gerne in der Badewanne?

Besichtigungstag

Auf Basis des Briefings stellt der Relocation Service eine Auswahl von Wohnungen bzw. Häusern zusammen, die aktuell auf dem Markt sind bzw. zur Verfügung stehen. Im Idealfall kommen 10 bis 15 Objekte zusammen, wovon nach einer Vorauswahl durch den Expat maximal sieben übrig bleiben. Dafür organisiert der Relocation Service dann eine Besichtigungstour. Idealerweise finden alle Termine am gleichen Tag statt. Mehr als sieben Besichtigungen sind an einem Tag kaum machbar. Und danach kann man sich sowieso nur an maximal sieben Wohnungen erinnern, ohne sie durcheinander zu bringen. Um die Fülle an Informationen und Eindrücke an diesem Tag für die spätere Entscheidung optimal aufzubereiten, haben sich zwei Maßnahmen als sinnvoll erwiesen:

Notizen

Man stellt vor der Besichtigungstour eine Checkliste oder einen Bewertungsbogen auf und druckt für jede Immobilie ein Exemplar aus. Anforderungen aus dem Briefing sollten ebenso darin zu finden sein wie andere Punkte, die eventuell ausschlaggebend für die Entscheidung sein können: wie ist der Blick aus dem Fenster, wie gemütlich ist das Wohnzimmer, wie laut ist die Umgebung? Dazu kommt noch etwas Platz für Bemerkungen und andere Dinge, die einem während der Besichtigung aufgefallen sind. Jeder Bewertungsbogen erhält eine laufende Nummer:. erste Wochnung, zweite Wohnung, etc. Falls man ein Exposee erhält, schreibt man die gleiche Nummer darauf. So hat man alle wichtigen Informationen zusammengefasst, ohne dass man sie vergessen oder verwechseln kann.

Fotos

Man fotografiert jedes Objekt – idealerweise mit einer Kamera mit Weitwinkelobjektiv (siehe auch: 9 Gadgets, die man als Expat braucht). Dabei geht man nach einem festen Muster vor. Das erste Foto bei jeder Besichtigung ist ein Bild der eigenen Hand, die eine Zahl anzeigt. Ein Finger für die erste Wohnung, zwei Finger für die Zweite und so weiter. Dieses Foto dient als eine Art Registerkarte, trennt die Bilder von verschiedenen Wohnungen und hilft, die Fotos den Bewertungsbögen zuzuordnen. Danach folgt mindestens ein Foto von der Außenansicht der Immobilie und eines der Straße in der sie steht. In der Wohnung fotografiert man dann jeden Raum einmal aus jeder Ecke. Man macht also mindestens vier Bilder pro Zimmer. Dabei achtet man darauf, dass Details wie Steckdosen und Türgriffe gut sichtbar sind. Diese Vorgehensweise hilft, dass man während der Entscheidungsfindung, die Wohnung gedanklich mit seinen Möbeln einrichten kann.

Entscheidung

In der Regel hat man nach der Besichtigungstour nicht sehr viel Zeit, eine Entscheidung zu treffen. Die Immobilien werden meistens für den Expat reserviert, allerdings verfällt diese Reservierung  nach 24 bis 48 Stunden. Deshalb geht man am Abend nach den Besichtigungen alle Bewertungsbögen und Fotos durch – auch wenn man nach bis zu sieben Besichtigungen ziemlich geschafft ist und keine Lust mehr darauf hat. Ziel ist es, mehr als die Hälfte der angebotenen Objekte auszusortieren oder bereits eine Vorentscheidung zu treffen. Die finale Entscheidung fällt dann, wenn man eine Nacht darüber geschlafen hat und die Wohnung mit Hilfe der Fotos einmal gedanklich mit den eigenen Möbeln eingerichtet hat.

Sollte man sich gegen alle Wohnungen bzw. Häuser entscheiden, wird es schwierig. Denn meistens ist nur ein solcher Besichtigungstag inklusive der Recherche dafür vorgesehen und vom Unternehmen finanziert. Dann muss man entweder auf andere Dienstleistungen, die bezahlt wurden, verzichten, oder das Unternehmen (oder man selbst) zahlt für eine weitere Runde. Wichtig ist dann, exaktes Feedback zu geben. Warum war keine der Optionen die richtige? Was hat gefehlt? Was hat gestört? Wenn das Feedback zu unspezifisch ausfällt – zum Beispiel: „hat mir einfach alles nicht gefallen“ – hat der Relocation Service keine Chance, die Suche in die richtige Richtung umzustellen. Die Vorauswahl würde wieder auf Basis des ursprünglichen Briefings stattfinden, das ja zu keinem Erfolg geführt hat.

Vertragsabwicklung

Hat man sich für ein neues Zuhause entschieden, unterstützt der Relocation Service noch bei der Vertragsgestaltung. Als Expat hat man in dem Land, in das man gerade gezogen ist, ja keine Erfahrung mit Mietverträgen und seinen Fallen. Deshalb sorgt der Relocation Service dafür, dass man nicht übers Ohr gehauen wird. In manchen Ländern ist es zusätzlich notwendig, den Zustand der Wohnung – insbesondere kleine Schäden – vor dem EInzug exakt zu dokumentieren. Die eigenen Fotos reichen dafür nicht aus. Nach dem Auszug kann der Relocation Service dann sicherstellen, dass man die Kaution, die man möglicherweise gezahlt hat, auch wieder zurückbekommt.

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Entsendung oder lokale Anstellung im Ausland?

Entsendung oder lokaler Vertrag

Grundsätzlich gibt es 2 Varianten, wie man im Ausland angestellt sein kann. Entweder man unterzeichnet einen Vertrag mit einem Arbeitgeber im Ausland. Oder man wird von einem deutschen Arbeitgeber ins Ausland entsandt. Die Frage, ob man per Entsendung oder lokaler Anstellung im Ausland arbeitet, hat gravierenden Einfluss auf Leistungen des Arbeitgebers, Sozialversicherungen und Steuern.

Entsendung

Entsendungen sind insbesondere von deutschen Konzern-Hauptquartieren in deren Tochtergesellschaften im Ausland üblich. Bei einer Entsendung bleibt der Vertrag mit dem deutschen Arbeitgeber bestehen. Je nach Arbeitgeber erhält man einen Entsendungsvertrag und der deutsche Vertrag ruht oder der Vertrag bleibt in Kraft und wird ergänzt. Die Betriebsstätte wird ins Ausland verlegt, das Gehalt angepasst und mögliche Gehaltszusatzleistungen festgelegt. Diese können zum Beispiel folgende Punkte enthalten:

  • Zusätzliche Vergütung.
  • Ausgleichszahlungen vor dem Hintergrund unterschiedlicher Steuersysteme.
  • Heimflüge für den Arbeitnehmer und dessen Familie.
  • Übernahme von Mietkosten durch die Firma oder alternativ Zahlung einer Wohnungspauschale.
  • Regelungen zu einem Firmenfahrzeug im Ausland, je nach Land ggf. auch inklusive Fahrer.
  • Fortführung von Sozialversicherungen und Einzahlungen ins deutsche Rentensystem auf Firmenkosten.
  • Internationale Krankenversicherung während der Zeit im Ausland.
  • Weiterbildungsbudget für Ehepartner.

Da der eigentliche Vertrag fortbesteht ändert sich nichts an Aspekten wie:

  • Firmenzugehörigkeit.
  • Urlaubstagen (obwohl das in der Zusatzvereinbarung auch anders geregelt werden kann.)
  • Kündigungsfristen.

Meistens ist die Entsendung auf einen festen Zeitraum wie 3 Jahre begrenzt. Manchmal gibt es die Option auf eine Verlängerung. Danach kehrt man an seine ursprüngliche Betriebsstätte zurück und läuft der Vertrag ganz normal weiter. Doch Vorsicht: dann ist eventuell keine passende Stelle frei (siehe auch; Karriere-Turbo oder Karriere-Killer?)

Lokale Anstellung im Ausland

Im Gegensatz zur Entsendung kündigt man bei einer lokalen Anstellung seinen deutschen Vertrag und unterschreibt einen neuen im Ausland. Dabei kann man durchaus im gleichen Konzern bleiben. Zum Beispiel dann, wenn man von der deutschen Tochtergesellschaft eines ausländischen Konzerns in eine andere Landesniederlassung oder die Konzernzentrale wechselt. Eine Entsendung von einem Satelliten zum anderen ist meistens schlicht nicht vorgesehen.

Vertragsinhalte richten sich beim lokalen Vertrag danach, was im Zielland üblich ist. Insbesondere beim Jahresurlaub gibt es hier große Unterschiede. Mit durchschnittlich 28 Urlaubstagen pro Jahr sind wir in Deutschland ja verhältnismäßig gut ausgestattet. In anderen Ländern sind weniger als 20 Tage keine Seltenheit. Gehaltszusatzleistungen, wie oben beschrieben, sind eher eine Seltenheit. Es sei denn, dass sie marktüblich sind. Beispielsweise steht in den Vereinigten Arabischen Emiraten jedem Expat ein Heimflug pro Jahr auf Kosten des Arbeitgebers zu.

Wesentliche Unterschiede

Mit lokalem Vertrag gibt es kein Rückkehrrecht zu seinem Arbeitgeber in Deutschland – außer man regelt das in einem separaten Vertrag. Genauso gibt es keine begrenzte Vertragslaufzeit, sofern man das nicht als Klausel im Vertrag festlegt oder die Aufenthaltsgenehmigung irgendwann abläuft. Natürlich sind Vertragsinhalte auch im Ausland Verhandlungssache.

Ein wesentlicher Unterschied zur Entsendung ist die Tatsache, dass man die deutschen Sozialsysteme verlässt. Während der Zeit im Ausland zahlt der Arbeitgeber nichts in die deutsche Arbeitslosengeld-, Renten-, Pflege- oder gesetzliche Krankenversicherung ein. Die Beiträge komplett selbst zu zahlen, ist nur teilweise möglich bzw. sehr teuer. Je nach Sozialsystem im Land, in dem man arbeitet, baut man Ansprüche dort auf. Auch wenn wir über unsere Sozialversicherungen gerne schimpfen – in vielen Ländern sind die entsprechenden Systeme wesentlich schwächer bzw. nicht existent. Man sollte sich also vorher genau informieren, worauf man sich einlässt und gegebenenfalls privat vorsorgen.

Je nach Doppelbesteuerungsabkommen wird man durch den lokalen Vertrag für den deutschen Fiskus zum Steuerausländer sofern eine Reihe von Bedingungen erfüllt sind:

  • kein regelmäßiger Aufenthalt in Deutschland
  • kein weiteres Einkommen in Deutschland (zB durch Mieteinnahmen)
  • kein Wohneigentum in Deutschland.

Details sollte man unbedingt mit einem Steuerberater abklären.