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Geburt im Ausland

Geburt im Ausland

Das Alter, ab dem Mitarbeiter für Firmen als Expats am wertvollsten sind, liegt bei Mitte dreißig. Dann haben sie genug Erfahrung gesammelt, dass sie sich als Expats in Führungspositionen eignen. Zumindest dann, wenn sie bis dahin keine Kinder haben. Andere Paare heiraten erst kurz vor dem Umzug ins Ausland (siehe auch: 7 Dinge, die man vor der Ausreise erledigen muss). Die logische Konsequeny: es ist gar nicht so selten, dass Expats im Ausland Kinder bekommen. Auch bei einer Geburt im Ausland, bringt die Frau das Kind zur Welt. Trotzdem gibt es einige Aspekte, die man beachten muss.

Geburt im Ausland oder lieber im Heimatland?

Je nach Entwicklungsstand des Einsatzlandes und dessen Gesundheitssystem stellen sich Expats die Frage, ob sie für die Geburt ins Heimatland gehen sollen. Allerdings gibt es dabei einige Hürden. Zum einen muss geprüft werden, ob die Krankenversicherung eine Geburt außerhalb des aktuellen Wohnlandes abdeckt. Zum anderen nehmen Fluggesellschaften Schwangere maximal bis zur 36. Schwangerschaftswoche an Bord. Will der Vater bei der Geburt dabei sein, muss es möglich sein, dass er einige Wochen Urlaub hat oder aus Deutschland arbeitet. Da dies selten möglich ist, läuft es oft auf eine Geburt im Ausland hinaus. In der Regel ist das auch kein Problem. Schließlich gibt es – abgesehen vom Vatikan – kein Land, in dem keine Kinder zur Welt kommen.

Es gibt aber auch Fälle, in denen es dringend anzuraten ist, für die Geburt nach Deutschland zu gehen. Lebt eine unverheiratete Frau beispielsweise als Expat in einem streng muslimischen Land und erwartet ein Baby, ist Vorsicht geboten. Unehelicher Geschlechtsverkehr ist in vielen konservativ-muslimischen Ländern (wie Saudi Arabien oder die Vereinigten Arabischen Emirate) streng verboten und das Baby ist ein unwiderlegbarer Beweis, dass dieser stattgefunden haben muss.

Wie läuft die Geburt im Ausland?

Jede Geburt ist anders. Und die Gesundheitssysteme verschiedener Länder sind es auch. Insofern läuft sich diese Frage nicht pauschal beantworten. Es gibt allerdings Besonderheiten bei Geburten in Deutschland, die sich von den meisten anderen Ländern unterscheiden. So ist beispielsweise die Rolle der Hebamme hierzulande relativ einzigartig. An Geburten sind fast ausschließlich von Hebammen beteiligt. Ärzte kommen nur in Notfällen zum Einsatz. Das ist in vielen Ländern anders. Dort fungiert die Hebamme eher als Assistentin für den Frauenarzt.

Vor allen wenn die erste Geburt ansteht, ist es für manche schwangere Expat-Frau ein Problem, dass die eigene Mutter und die beste Freundin nicht vor Ort sind. Aus der Entfernung ist es wesentlich schwieriger, der Schwangeren mit der eigenen Erfahrung zur Seite zu stehen. Und wenn die Wehen einsetzen, kann man nicht kurz vorbeifahren und unterstützen. Abhilfe schafft ein Konzept, das in Deutschland praktisch nicht existiert: die Doula. Eine Doula ist eine erfahrene Frau, die Schwangere bei der Geburt unterstützt. Und zwar nicht technisch, medizinisch wie eine Hebamme oder Ärztin, sondern psychisch, moralisch wie eine Mutter oder Freundin.

Welche Staatsbürgerschaft hat das Expat-Baby?

Ein Kind, das mindestens einen Elternteil mit deutscher Staatsangehörigkeit hat, hat Anspruch auf die deutsche Staatsbürgerschaft. Das gilt unabhängig vom Geburtsort. Bei Elternpaaren mit unterschiedlichen Staatsbürgerschaften gilt das meistens sogar für beide Staatsangehörigkeiten. Ob das Kind zusätzlich die Staatsbürgerschaft seines Geburtslandes erhält, hängt von den Gesetzen dieses Landes ab. Bekanntermaßen, darf ein Kind, das in den USA geboren wurde, US-Amerikaner werden. Allerdings sollten sich Eltern auch über die Konsequenzen einer zweiten bzw. dritten Staatsbürgerschaft bewusst sein – beispielsweise im Bereich von Steuer- oder Wehrpflichten.

Welches Standesamt ist zuständig?

Für Auslandsdeutsche ist generell das Standesamt des letzten Wohnsitzes innerhalb von Deutschland zuständig. Damit ist die Zuständigkeit für die Eltern relativ einfach geregelt. Ein neugeborenes Expat-Kind, hatte allerdings nie einen Wohnsitz in Deutschland. Für alle Deutschen, die nie in Deutschland gelebt haben, ist das Standesamt 1 in Berlin zuständig. Natürlich muss der Kindsvater für die Formalitäten nicht nach Berlin reisen. Der Kontakt findet via Botschaft bzw. Konsulat statt.

Das Standesamt 1 ist übrigens chronisch unterbesetzt. Es kann also durchaus sein, dass man auf die deutsche Geburtsurkunde für das Kind 2 bis 3 Jahre warten muss.

Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten
Standesamt I in Berlin
Schönstedtstr. 5
13357 Berlin

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Relocation Service richtig nutzen

Relocation Service

Viele Unternehmen stellen ihren neu angekommenen Expats einen Relocation Service zur Verfügung. Dieser hilft bei den ersten, wichtigen Schritten nach der Ankunft. Dass dies nicht aus reiner Nächstenliebe geschieht, sondern eine rein wirtschaftliche Kalkulation zu Grunde liegt, ist nicht überraschend. Die Kosten sind schlicht geringer, als die Kosten, die entstehen würden, wenn sich der neue Mitarbeiter alleine durch den Behörden-Dschungel kämpfen müsste. Der Expat soll nach dem Umzug ins Ausland schnellstmöglich produktiv werden. Seine kostbare Arbeitszeit soll eben nicht dafür verwendet werden, herauszufinden, welche Behörde wofür zuständig ist. Zudem gäbe es dann ein gewisses Risiko, dass ein Fehler in irgendeinem fremdsprachigen Formular dazu führen würde, dass eine wichtige Genehmigung nicht erteilt wird und der Expat seinen Job erst gar nicht antreten kann. Der Relocation Service ist also ein Segen für alle Beteiligten.

Meistens bucht das Unternehmen den Relocation Service für eine festgelegte Dauer – beispielsweise für 3 Arbeitstage. Diese Zeit reicht in der Regel aus, um die wichtigsten Schritte abzuarbeiten und lässt noch ein bisschen Flexibilität für individuelle Punkte, die dem Expat wichtig sind. Da das Zeitbudget begrenzt ist, muss man zunächst mit dem Mitarbeiter des Relocation Service besprechen, welche Punkte man gemeinsam erledigen möchte, welche Sachverhalte man erklärt haben möchte und welche Dinge man noch angehen möchte, wenn noch Zeit übrig ist. Man benötigt also eine klassische Priorisierung. Idealerweise trifft man sich schon während des Look & See Trips und bespricht die Prioritäten.

Prio 1: Aufenthaltsgenehmigung und Arbeitserlaubnis

Die erste Priorität ist in jedem Fall, sicherzustellen, dass man seine Arbeitsstelle antreten darf. Dafür braucht man sowohl eine Aufenthaltsgenehmigung als auch eine Arbeitserlaubnis. Für die Aufenthaltsgenehmigung sind in manchen Ländern medizinische Untersuchungen nötig. Dafür gibt es teilweise sogar eigene Kliniken – vor allem in Ländern mit hohem Expat Anteil an der Gesamtbevölkerung (wie zum Beispiel den VAE). Ein guter Relocation Service kann helfen, die langen Wartezeiten dort deutlich zu verkürzen.

Nicht vergessen sollte man die Aufenthaltsgenehmigungen für weitere Familienmitglieder. Man darf davon ausgehen, dass die Aufenthaltsgenehmigungen für Ehepartner und Kinder im Zeitbudget vorgesehen sind. Bei tierischen Familienmitgliedern sieht das vermutlich anders aus. Dieser Service fällt aus dem Standard heraus. Man sollte zu Beginn mit dem Relocation Service absprechen, wie hoch der Aufwand dafür ist. Dann kann man entscheiden, ob der Relocation Service die Aufenthaltsgenehmigung für das Haustier beantragt oder ob man nur Informationen benötigt und sich dann selbst darum kümmert.

Weitere Prioritäten: kommt drauf an

Welche weiteren Aufgaben gemeinsam mit dem Relocation Service angegangen werden, hängt sowohl von der eigenen Situation ab, als auch davon, wie fehleranfällig, aufwendig bzw. mühsam die Aufgaben im jeweiligen Land sind. Die Priorisierung kann dann beispielsweise folgendermaßen aussehen:

Gemeinsam mit dem Relocation Service erledigen:

  1. Weitere Landesspezifische Behördengänge (z.B. Social Security Number, UAE ID, eGate Card, NemID)
  2. Zollformalitäten für den Umzugscontainer
  3. Unterstützung bei der Wohnungssuche
  4. Finden von Ärzten mit benötigter Spezialisierung

Relocation Service stellt Informationen bereit:

  1. Auswahl und Anmeldung bei Schule & Kindergarten
  2. Einrichten eines Bankkontos
  3. Umschreiben des internationalen Führerscheins

Falls noch Zeit übrig ist:

  1. Unterstützung beim Autokauf
  2. Beantragen einer Alkohollizenz 

Tendenziell ist zu empfehlen, den Relocation Service für wenige komplexe Aufgaben zu nutzen als für viele einfache – selbst wenn diese unangenehm sind.

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Umzug ins Ausland | Hausrat mitnehmen oder einlagern?

Hausrat umziehen oder einlagern?

Im Gegensatz zu Auswanderern ziehen die meisten Expats  für eine begrenzte Zeit ins Ausland. Kosten und Aufwand für einen Umzug ins Ausland sind ungleich höher als bei einem Umzug innerhalb des Heimatlands. Deshalb stellt sich als die Frage, wie man mit seinem bestehenden Hausrat umgeht. Hausrat einlagern oder mit ins Ausland nehmen?

Diese Entscheidung ist besonders dann schwierig, wenn unklar ist, wie lange man  am Zielort bleiben wird. Wie zuhause gelten Arbeitsverträge in den meisten Ländern solange, bis sie von einer Seite gekündigt werden. Es kann also sein, dass man für immer dort bleibt – ob gewollt oder ungewollt. Bei Entsendungen steht in der Regel von Anfang an fest, wie lange der Auslandseinsatz dauert. Manchmal gibt es zwar eine Option auf Verlängerung. Aber die kann man bei der Entscheidung berücksichtigen.

Kostenbetrachtung

Rein finanziell betrachtet muss man nur einige wenige Faktoren in Betracht ziehen und kann sich dann für die wirtschaftlichere Option entscheiden:

  • Kosten des Umzugs ins Ausland  (u)
  • Kosten des Umzugs zurück (r)
  • Kosten der Einlagerung pro Monat (e)
  • Monatliche Mehrkosten für eine möblierte Unterkunft im Vergleich zu einer „leeren“ Wohnung (m)
  • (Geschätzte) Dauer, die man am Zielort bleiben wird, in Monaten (d)

Mit folgender einfachen Formel kann man berechnen, welche Option die wirtschaftlich bessere ist: x = (u  + r) – (( e + m)* d)

Ist x < 0 rentiert sich der Umzug. Ist x>0  spricht das fürs Einlagern. Natürlich kann man auch Aspekte wie potentielle Transportschäden oder Kosten für eine Wäscherei (statt der eigenen Waschmaschine) in die Berechnung einfließen lassen. Aber die zusätzliche Komplexität ist meistens weder nötig noch hilfreich.

Die entscheidende Variable ist ohnehin die Frage, wie lange man im Ausland bleibt. Bei einer Verweildauer von unter 6 Monaten ist die Entscheidung meist recht einfach: Hausrat einlagern. Bleibt man länger wird die Entfernung des Ziellands zu einer zweiten wichtigen Einflussgröße.

Auch Emotionen entscheiden mit

Jenseits wirtschaftlicher Betrachtungen gibt es allerdings emotionale Aspekte, die ausschlaggebend sein können. Auch wenn die Kostenfrage klar für „Hausrat einlagern“ spricht – vertraute Gegenstände erzeugen ein Gefühl von „zuhause“.

Vor allem für Kinder ist es schwierig, eine so große Veränderung wie einen Umzug ins Ausland zu verarbeiten. Noch schwieriger wird es, wenn sie all ihr Spielzeug zuhause lassen oder gar verkaufen müssen. Dann ist das Heimweh vorprogrammiert.

Wenn man also nicht bewusst mit Erinnerungen brechen möchte, spricht einiges für den Umzug und gegen das Einlagern.

Dinge, die man im Ausland kauft

Irgendwann geht es wieder zurück nachhause. Nicht ganz vergessen sollte man deshalb die Tatsache, dass man wahrscheinlich während der Zeit im Ausland das eine oder andere kaufen wird. Landestypische Möbel, ein Gemälde, das positive Erinnerungen an die Zeit im Ausland weckt, Designer-Geschirr, das zuhause einfach nicht zu bekommen ist – es sammelt sich so einiges an, das man mit nachhause nehmen möchte. Selbst wenn man sich für „Hausrat einlagern“ entschieden hat, braucht man dann für die Rückkehr nach Deutschland möglicherweise trotzdem einen Umzugscontainer zurück.

Die Erfahrung hat übrigens auch gezeigt, dass man nach der Rückkehr vieles doppelt hat, wenn man seinen Hausstand eingelagert hat. Der Mensch ist eben ein Gewohnheitstier. Und auf den praktischen Pizzaschneider, eine Küchenmaschine und schicke Gartenmöbel will man dann doch nicht verzichten, nur weil sie irgendwo unzugänglich eingemottet sind.

Alternativen für kleine Volumen

Umziehen oder einlagern – manchmal ist beides nicht optimal. Eventuell sind auch folgende Varianten sinnvoll:

  • Es gibt kleine Flugcontainer mit 1 bis 2 Kubikmeter Volumen. Die sind zwar  extrem teuer, aber in Kombination mit Einlagern eventuell eine Lösung.
  • Je nach Zielland können kleine Volumen als Beiladung in einem andern Container mittransportieren werden. Innerhalb der EU sollte das kein Problem darstellen. Darüber hinaus lassen es allerdings nur wenige Zollämter zu.
  • Zuhause alles verkaufen, verschenken oder wegwerfen und sich im Ausland neu einrichten. Der Ansatz kann sinnvoll sein, wenn man mit einer sehr langen Verweildauer im Ausland rechnet.
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Was kostet ein Auslandsumzug?

Leben unter Palmen - Was kostet ein Auslandsumzug?

Pauschal lässt sich die Frage „Was kostet ein Umzug ins Ausland“ schwer beantworten. Deshalb einige Vergleichswerte für die Kosten eines Auslandsumzug aus unserer Vergangenheit bzw. von Freunden.

  • 3-Zimmer-Wohnung von München nach Dubai: 7.000 Euro
  • 3-Zimmer-Wohnung von Dubai nach Kopenhagen: 10.000 Euro
  • 4-Zimmer-Wohnung von Kopenhagen nach Frankfurt: 3.200 Euro (+ jede Menge Ärger mit der Umzugsfirma).
  • Kleines Haus von Seattle nach München: 30.000 Euro

Nicht inbegriffen sind dabei Kosten für Renovierungen, Malerarbeiten, Doppelmiete, etc.

Folgende voneinander unabhängige Faktoren beeinflussen die Kosten eines Auslandsumzugs:

Entfernung zwischen Start und Ziel

Selbstverständlich macht es einen Unterschied, ob man nur von Freiburg ins französische Colmar oder von Rosenheim nach Brasilia plant. Bei Umzügen über Land hängt dieser Kostenpunkt schlicht von der Entfernung zwischen den beiden Orten an. Entscheidend bei Übersee-Umzügen sind:

  • Entfernung von der Startwohnung zum Hafen
    Teilweise kommt hier ein LKW zum Einsatz. Neben den Kosten für den Fahrer, schlagen hier Maut, Diesel und sonstige Betriebskosten zu buche. Teilweise wird hier aber auch auf die Bahn umgeladen.
  • Entfernung von Start- und Zielhafen
    Diese Strecke macht zwar den größten Teil der Gesamtentfernung aus, der ist der Anteil an den Gesamtkosten ist allerdings deutlich geringer. Auf ein paar hundert Kilometer kommt es hier nicht an. Wichtiger ist die Richtung, in die der Transport geht (siehe auch 5 Dinge, die man vor dem Umzug wissen muss).
  • Entfernung vom Hafen zur Zielwohnung
    Analog zur ersten Etappe. Zu Bedenken ist allerdings die Frage wie es um die Straßenzustände bzw. Infrastruktur im bestellt ist.

Volumen des Umzugsguts

Bei Übersee-Umzügen gibt es im Prinzip nur 20 oder 40 Fuß Container. Zollbehörden erlauben es in der Regel nicht, die Kosten mit Hilfe von Beiladung zu reduzieren. Anders sieht es bei Umzügen über Land aus. Hier gibt es verschiedenste LKW-Größen und die Möglichkeit, mehrere Umzüge auf einen Transport zu laden. Wenn es nicht super schnell gehen muss, kann man so Kosten sparen.

Wichtig ist, dass man das Volumen vor Angebotserstellung von einem Mitarbeiter der Spedition besichtigen lässt. Auf dieser Basis kann der Experte das Volumen errechnen. Man selbst verschätzt sich leicht. Es ist definitiv kein Spaß, wenn der Container voll ist und die Hälfte der Kisten noch davorstehen. Kommt es trotz Berechnung durch den Speditionsmitarbeiter dazu, kann man die Spedition in die Pflicht nehmen. Bei einem Auslandsumzug will man schließlich wegen ein paar Euro Ersparnis kein Risiko eingehen. (siehe auch: Checkliste Auslandsumzug)

Aufwand für das Ein- und Auspacken bzw. Ab- und Aufbauen

Kann ich das nicht selbst machen? Nur teilweise. Selbstverständlich kann man die Kosten für einen Auslandsumzug reduzieren, indem man einzelne Möbel schon zerlegt. Allerdings ist absolut davon abzuraten, Umzugsgut selbst zu verpacken. Erstens haben Speditionen das richtige Material und die nötige Erfahrung das Umzugsgut zu schützen – nicht nur vor Kratzern sondern auch vor salziger Meeresluft. Zweitens vermeidet man so (Rechts-)Streitereien, wenn es trotzdem Transportschäden gibt. Und drittens stellen Speditionen auf diesem Weg auch sicher, dass sie nichts Verbotenes transportieren: Handelswaren, Waffen, Lebensmittel, Drogen, Chemikalien, … und bei Umzüge in muslimische Länder auch Kruzifixe. Ein entscheidener Faktor diese Kostenpunkts ist das Lohnniveau im Zielland.

Zugang zu Start- und Zielwohnung

Fünfte Etage. Ohne Lift. Enges Treppenhaus. Der Alptraum für jeden Möbelpacker. Und natürlich auch ein Kostentreiber für den Umzugskunden. Wenn es dann für den Lastwagen keine direkte Zufahrt zur Haustüre gibt oder der Container erst gar nicht in das Wohngebiet fahren kann, dann wird es richtig teuer. Gleiches gilt natürlich auch für die Zielwohnung. Die ist allerdings oftmals vor der Ausreise noch nicht bekannt. Dann rechnet die Spedition ein Risikofaktor mit ein.

Versicherungen

In der Regel sind Transporte standardmäßig über die Haftpflicht der Spedition bzw. ihrer Subunternehmer versichert. Sicherheitshalber sollte man an der Stelle natürlich genau nachfragen. Oft stellt sich dann heraus, dass die Deckungssumme gedeckelt ist, Und zwar auf den Betrag, den man als Kunde ans Umzugsunternehmen zahlt. Der Wiederbeschaffungswert der Umzugsgüter ist natürlich um ein vielfaches höher. Ein Totalverlust – wenn zum Beispiel der Lastwagen abbrennt, oder das Schiff sinkt – ist also bei weitem nicht abgedeckt. Dafür gibt es zusätzliche Versicherungen, die in der Regel mit einem dreistelligen Betrag zu Buche schlagen.

Flugcontainer

Schiffe sind langsam, Flugzeuge schnell. Braucht man einen Teil seines Umzugsguts innerhalb weniger Tage, dann kann man dafür einen Flugcontainer nutzen. Allerdings liegen die Kosten um ein Vielfaches über denen eines Seecontainers. Trotzdem kann sich diese Investition lohnen. Beispielsweise erleichtert es kleinen Kindern das Einleben in der neuen Umgebung enorm, wenn sie dort von Anfang an ihr vertrautes Bett oder ihr Spielzeug haben.

Zwischenlagerung

Viele Expats können erst nach der Ankunft im Ausland eine Wohnung bzw. ein Haus suchen. Die ersten Wochen nach dem Auslandsumzug sind dann meistens sehr hektisch und es dauert bis man etwas passendes gefunden hat. Wenn der Container schon vorher ankommt, muss er für eine gewisse Zeit geparkt werden. Für einige Tage geht das meistens kostenlos. Bei Standzeiten von einem Monat oder länger fallen allerdings Kosten an, die auch vorher nicht eingeplant sind.

Aufwand für Zollformalitäten

Zwar entsteht für privates Umzugsgut in den meisten Ländern keine Einfuhrzoll. Trotzdem berechnet die Zollbehörde Bearbeitungsgebühren. Nicht selten muss die Spedition einen Agenten als Kontaktperson für die Behörde bereitstellen.

Insgesamt ist es sinnvoll, mit einem Umzugsunternehmen einen Pauschalpreis zu vereinbaren. Dann gibt es am Ende kein böses Erwachen, wenn die Rechnung kommt. Eventuell ist es auch eine sinnvolle Option, den eigenen Hausrat einzulagern und in eine möblierte Wohnung zu ziehen.