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Was kostet eine Wohnung in Dubai?

Was kostet eine Wohnung in Dubai?

Der Immobilienmarkt in Dubai ist extrem volatil – egal ob Kauf oder Miete. Die Antwort auf die Frage „Was kostet eine Wohnung in Dubai?“ hängt von zahreichen Faktoren ab. Neben den üblichen Punkten wie Lage, Größe und Ausstattung spielt die Konjuktur eine enorme Rolle. Und die ist in den Vereinigten Arabischen Emiraten ein stetiges Auf und Ab. Selbst innerhalb eines Jahres können sich die Preise für gleichwertige Häuser oder Wohnungen leicht um 30% verändern.

Beispielsweise gab es in Folge der Krise von 2009 einen enormen Leerstand. Häuser und Wohnungen wurden für einen Bruchteil des Preises der Vorjahre angeboten. Bauprojekte wurden gestoppt oder erst gar nicht mehr begonnen. Ab 2014 führte die erfolgreiche Bewerbung um die Ausrichtung der Expo 2020 zu einer plötzlichen Preisexplosion. Seitdem werden jedes Jahr wieder zehntausende Wohneinheiten auf den Markt geworfen. Im Jahr 2019 wird der Immobilienmarkt von Dubai erneut von einer Krise heimgesucht. Wieder ruhen die Hoffnungen auf der Expo 2020. Allerdings ist zu befürchten, dass danach der Markt zusammenbricht und sich der Leerstand noch einmal deutlich erhöht.

Haus oder Wohnung mieten

Einen aktuellen Überblick über die aktuellen Preise für Mietwohnungen – egal ob furnished (also möbliert) oder leer – bekommt man am besten auf Webseiten wie propertyfinder.ae oder dubizzle.com. Dort werden Tausende Studios, 1-Bedroom, 2-Bedroom-Apartments oder auch größere Wohnungen und Villen angeboten. So erhält man schnell ein Gefühl für die aktuelle Marktlage. Schnäppchen darf man allerdings – wenn überhaupt – nur zu Krisenzeiten erwarten. Das Leben in Dubai ist teuer. Im Vergleich ist sind deutsche Großstädte – auch das teure München – deutlich günstiger. Deshalb mieten viele deutsche VAE-Expats keine Wohnung in Dubai, sondern leben  in anderen Emiraten und pendeln nach Dubai. Vor allem Ras al Kheima wird immer beliebter.

Mietverträge werden in der Regel für ein Jahr geschlossen. Die Miete wird nach wie vor per Cheque bezahlt und ist im Voraus fällig – meistens für das ganze Jahr. In seltenen Fällen kann man sich mit dem Vermieter auf mehrere Cheques pro Jahr einigen. Diese werden dann für das gesamte Jahr vordatiert und beim Vermieter hinterlegt.

Im Mietervertrag wird auch festgelegt, wann Mieter und Vermieter sich gegenseitig über eine mögliche Verlängerung des Vertrages informieren. Offiziell gibt es in Dubai eine Art Mietpreisbremse. Liegt die aktuelle Miete deutlich unter dem durchschnittlichen Preis vergleichbarer Wohnungen in Dubai, sind Preisanstiege bis zu 20% möglich. Bei einem geringeren Abstand zur Durchschnittsmiete verringert sich die mögliche Erhöhung. Allerdings gibt es Wege, wie Vermieter diese Regularien umgehen können. Beispielsweise kommt es immer wieder vor, dass Mietern gekündigt wird, weil der Vermieter die Wohnung (angeblich) verkaufen will – und zwar ohne Mieter. Nach erfolgreicher Kündigung entscheidet er sich dann allerdings spontan, die Wohnung zu behalten und zu einem deutlich höheren Preis wieder zu vermieten. Ein Schelm, wer böses dabei denkt.

Wohnung oder Haus kaufen

Immobiliengeschäfte in Dubai sind riskant. Egal ob man als reine Kapitalanlage investiert oder zum Arbeiten in Dubai weilt und seine eigene Bleibe kauft. Unter einer halben Million Euro ist kaum etwas zu haben. Schon gar nicht in den Wohnvierteln in Dubai, die bei Expats beonders beliebt sind. Der mittlere Osten ist ein Pulverfass, die Konjunktur kaum vorhersehbar und der Markt durchsetzt von zwielichtigen Gestalten. So mancher Verkäufer ist nur auf die üblichen 10% Anzahlung aus und läßt den Deal dann platzen. Dann ist es enorm schwierig, wieder an sein Geld heranzukommen – sei es weil ein einheimischer Geschäftspartner vor Gericht immer die besseren Karten hat, sei es weil der Geschäftspartner irgendwo im Ausland sitzt und nicht mehr erreichbar ist.

In den vergangenen Jahren hat sich die Risikolage zwar etwas verbessert, schließlich lebt das Emirat Dubai inzwischen mehr von Immobiliengeschäften als von der Ölförderung. Verläßlichkeit ist dabei ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Dennoch sind Investitionen in Immobilien in Dubai spekulativ. Insbesondere dann, wenn der Kauf noch in der Planungs- oder Bauphase getätigt wird. Immer wieder kommt es vor, dass Projekte nicht oder deutlich später als geplant fertiggestellt werden. Eventuelle Mieteinnahmen fallen dann aus und die Finanzierung bricht zusammen. Das wiederum kann zu einem Gefängnisaufenthalt führen, denn geplatzte Cheques werden hart bestraft.

Ebenfalls zu beachten ist die Tatsache, dass Immobilien in Dubai durch das Klima und gegebenenfalls auch durch häufige Ein- und Auszüge schneller „abgewohnt“ werden als in Europa.

Der Kauf einer Immobilie für den Eigenbedarf ist weniger problematisch – solange man einen Job hat und eventuelle Kredite rechtzeitig bedient werden. Wenn man zu einem günstigen Zeitpunkt einsteigt, nicht anfallende Mietkosten berücksichtigt und zum richtigen Zeitpunkt wieder verkauft, kann sich die Investition mehr als lohnen.

Nebenkosten

Die Nebenkosten sollten man keinesfalls vernachlässigen, denn sie können signifikant sein. Beispielsweise fallen beim Kauf einer Immobilie 4% Transfergebühr beim Dubai Land Department an. Diese Kosten sind mit den Notargebühren in Deutschland vergleichbar. Dazu kommen Bearbeitungsgebühren in Höhe von bis zu 5000 AED und Maklergebühren. Zwar ist der Immobilienmarkt inzwischen einigermaßen reguliert. Allerdings heißt das nicht, dass es keine unseriösen Makler gibt, die überhöhte Courtagen verlangen. Im Idealfall vermeidet man Maklerkosten komplett, indem man einen Relocation Service für die Wohnungssuche nutzt.

Nach dem Vertragsabschluss sind die Unterhaltungskosten zu beachten. Elektrizität ist verhältnismäßg günstig. Allerdings ist Wasser richtig teuer. Eigentlich ist das nicht verwunderlich – schließlich liegt Dubai bekanntermaßen in der Wüste. Dennoch ist so mancher Besitzer einer Villa mit Außenpool regelmäßig schockiert, wieviel Wasser – und damit bares Geld – im Laufe eines Jahres verdunstet.

Auch die unvermeidliche Klimaanlage reißt leicht Löcher in die Finanzen. Insbesondere im Sommer, wenn die Temperaturen auf über 50 Grad steigen. Dann laufen die Klimaanlagen auf Hochtouren. Dabei sind Wohnungen in Hochhäusern noch verhältnismäßig effizient zu kühlen. Und das obwohl die Sonneneinstrahlung durch die riesigen Glasfasaden zu einem regelrechten Treibhauseffekten führen. Moderne Wohntürme sind an District Cooling – dem kalten Äquivalent von Fernwärme – angeschlossen. Außerdem sind die Wohnungen darin von anderen gekühlten Wohnungen umgeben. Im Gegensatz dazu brennt die Sonne bei freistehenden Villen auf Dächer und Außenwände.

Ein weiterer Faktor sind Personalkosten für Gärtner, Poolboys und Torwächter.

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Arbeiten in Dänemark | Was Expats unbedingt wissen müssen

Arbeiten in Dänemark

Wer schon einmal seinen Sommerurlaub in Dänemark verbracht hat, wird den Gedanken nicht los, wie es wäre in Dänemark zu arbeiten. Gut gelaunte Menschen, sanfte Dünenlandschaften, kein Stress, ein starkes Sozialsystem und familienfreundliche Unternehmen machen das Arbeiten in Dänemark attraktiv. Allerdings: Knapp die Hälfte der Dänen leben und arbeiten in und um Kopenhagen auf der dänischen Hauptinsel Sjælland (resp. Seeland). Arbeiten in Dänemark ist oft gleichbedeutend mit arbeiten in Kopenhagen. Die dänische Hauptstadt ist schlicht traumhaft schön. Doch Vorsicht: ein Urlaub in Jütland hat wenig mit dem Arbeitsleben in Kopenhagen zu tun. Und nicht alle Gerüchte über das Arbeitsleben in Dänemark sind wahr.

Voraussetzungen für das Arbeiten in Dänemark

Dänemark ist Mitglied der Europäischen Union und des Schengen-Raums. Dementsprechend greift die Freizügigkeit innerhalb der EU. Deutsche und Österreicher brauchen also keine Arbeitserlaubnis, um in Dänemark zu arbeiten. Dennoch ist eine EU-Aufenthaltsbescheinigung erforderlich, wenn der Aufenthalt in Dänemark mehr als 3 Monate dauert. Diese erhält man ohne größere Probleme in der Verwaltung der Kommune, in der man wohnt.

CPR-Nummer und NemID

Der dänische Staat führt ein zentrales Personen Register (Centrale Person Register, kurz CPR). Jeder Einwohner erhält eine Nummer, ähnlich der Social Security Number in den USA. Die Nummer besteht aus dem sechsstelligen Geburtsdatum (TTMMJJ), einem Bindestrich und einer vierstelligen laufenden Nummer. An der letzten Zahl kann man erkennen, ob die Person männlich oder weiblich ist. Eine gerade Zahl bedeutet Frau, eine ungerade Zahl bedeutet Mann.

Ohne diese CPR Nummer geht gar nichts. Arbeiten in Dänemark, dänisches Bankkonto, Arztbesuche, Pensionskasse – alles erfordert eine CPR Nummer. Auf Basis der CPR Nummer erhält man auch eine NemID. Diese „einfache ID“ wir für nahezu jeden online Login in Dänemark benötigt – von der Steuererklärung, über Formuare bei Behörden, dem universellen online Postfach e-Boks bis zum Online-Banking. Als Username dient die CPR Nummer. Zusätzlich erhält man eine Karte mit TANs. Die NemID wird in der Regel in Verbindung mit einem Bankkonto beantragt.

Einkommen + Steuern

Das Gehaltsniveau in Dänemark liegt mit durchschnittlich ca. 4800 Euro pro Monat bzw 500.000 Kronen pro Jahr brutto deutlich über dem deutschen Gehaltsniveau, das bei vergleichsweise niedrigen 3500 Euro im Monat liegt. In manchen Jobs können Expats in Dänemark also durchaus zum Einkommensmillionär (in dänischen Kronen) werden. Allerdings geht ein großer Teil des Einkommens direkt an die Steuerbehörde SKAT. Die Steuerlast besteht aus nationaler Steuer, Kommunalsteuer und Gesundheitsbeitrag. Bei Mitglieder der evangelisch-lutherischen dänischen Landeskirche wird auch eine Kirchensteuer erhoben. Der Spitzensteuersatz von 55% ist schon ab einem Jahreseinkommen 459.200 Kronen – also unterhalb des dänischen Durchschnittseinkommens – fällig. Hinzu kommen 8% Arbeitsmarktabgabe. Schlimmstenfalls geht also deutlich mehr als 60% des Gehaltsschecks direkt an den Staat. Es ist also nicht verwunderlich, dass in dänischen Familien meist beide Partner einen Vollzeitjob haben.

Um für ausländische Führungskräfte und Wissenschaftler nicht völlig unattraktiv zu sein, gibt es ein für diese Gruppe ein spezielles Steuermodel. Sofern eine Reihe von Bedingunen – wie ein relativ hohes Einkommen – erfüllt werden, zahlt man beim sogenannten „Professoren-Schema“ man nur 27% Steuern + 8% Arbeitsmarktabgabe. Dafür sind keinerlei Abschreibungen möglich.

Unabhängig vom Steuermodel empfiehlt es sich, in eine Pensionskasse einzuzahlen. Vom hohen Bruttoeinkommen bleibt also netto wenig übrig.

Lebenshaltungskosten

Dem verbleibenden Nettoeinkommen stehen hohe Lebenshaltungskosten gegenüber. Arbeiten in Dänemark muss man sich erst einmal leisten können. Dänen kaufen sich ihre Wohnungen oft in jungem Alter. Dadurch ist die Eigentumsquote hoch und der Mietmarkt klein. Das treibt die Mieten in die Höhe. Im Vergleich zu Kopenhagen und Umgebung sind Mietwohnungen in München eher günstig.

Auch Lebensmittel und Produkte des täglichen Gebrauchs sind deutlich teurer als in Deutschland. Das liegt nicht zuletzt an der Mehrwertsteuer von 25%, die auf alle Produkte erhoben wird. Einen vergünstigten Mehrwertsteuersatz gibt es nicht. Alkohol ist wie in allen skandinavischen Ländern fast schon schmerzhaft teuer.

Die Kosten für Dienstleistungen sind oft exorbitant hoch. Ein Haarschnitt für Herren kann leicht umgerechnet 80 Euro kosten – und das nicht bei einem Star-Stylisten sondern bei einem bodenständigen Friseurhandwerker. Wie überall liegen die Preise für Damenhaarschnitte noch einmal deutlich höher.

So mancher Dänemark Expat fährt regelmäßig am Wochenende über die deutsche Grenze, lässt sich günstig die Haare schneiden und packt sich das Auto bis unters Dach voll mit Einkäufen. Auf der Autobahn kann man dann so manches Fahrzeug sehen, das bis zum zulässigen Gesamtgewicht mit Bierdosen beladen ist.

Auto oder Firmenwagen – purer Luxus

Für diese Tyskland-Touren benötigt man natürlich ein Auto. Anders als in Deutschland ist der Besitz eines Autos – insbesondere in Kopenhagen – keineswegs Standard. Kopenhagener fahren lieber Fahrrad – egal bei welchem Wetter. Und wenn man schon ein größeres Fahrzeug anschafft, dann vielleicht eher ein Boot als ein Auto.

Im Zweifel ist ein Boot auch günstiger als ein Auto. Denn bei der Erstanmeldung eines Autos schlägt SKAT wieder erbarmungslos zu. Auf die ersten 82.800 DKK – gerade einmal etwas mehr als 11.000 Euro – des Listenpreises erhebt der Fiskus 105% Steuer. Für jede Krone, die der Listenpreis über dieser Marke liegt, werden 150% Luxussteuer kassiert. Importiert man einen Geprauchtwagen nach Dänemark, fallen diese Steuern auf den Wiederverkaufswert an (Siehe auch: Nehme ich mein Auto mit ins Ausland?). Kauft man einen Gebrauchtwagen in Dänemark, dann ist die bereits bezahlte Registrierungsgebühr Teil des Wertes des Wagens. Entsprechend hoch ist der Preis.

Bei Firmenwagen werden 25% des Listenpreises pro Jahr (bzw. 2,08% pro Monat) als geldwerter Vorteil und damit zu versteuerndes Einkommen gewertet. Darauf wird dann der reguläre Steuersatz angewendet, selbst wenn man das „Professoren-Schema“ nutzt.

Sozialversicherungen

Krankenversicherungsbeiträge werden in Dänemark als Steuer bezahlt. Die Versicherung deckt ärztliche Untersuchungen und Behandlungen ab. Medikamente muss man mit wenigen Ausnahmen selbst zahlen. Es gibt zwar private Zusatzversicherungen. Allerdings sorgen diese in der Regel nur dafür, dass man schneller einen Termin beim Arzt bekommt. Das Leistungsspektrum erweitert sich durch eine Privatversicherung kaum.

Eine weitere Säule des dänischen Sozialversicherungssystems sind Pensionskassen. Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer leisten Beiträge. Oft zahlen Firmen 8% des Lohns in eine Pensionskasse, wenn man selbst 4% einzahlt. Die eigenen Beiträge werden aus dem bereits versteuerten Einkommen geleistet. Dafür wird die Rente dann steuerfrei ausgezahlt. Expats haben hier eine Wahlmöglichkeit, wenn davon auszugehen ist, dass man nur vorübergehend in Dänemark lebt und arbeitet. Man zahlt die Beiträge aus dem unversteuerten Einkommen. Das angesparte Geld erhält man dann als Ganzes ausgezahlt, wenn man Dänemark verlässt. Allerdings muss die Gesamtsumme dann versteuert werden. Diese Expat-Variante wird als „nicht genehmigter Plan“ bezeichnet.

Urlaubs- und Feiertage

Arbeitnehmern in Dänemark stehen in der Regel mindestens 25 Urlaubstage zur Verfügung. In dänischen Arbeitsverträgen steht oft lapidar „Der Anspruch auf Urlaubstage wird vom Urlaubsabspruchsgesetz geregelt“. Dahinter verbirgt sich allerdings eine kleine Falle für Expats. Denn die Zahl der Urlaubstage im Vertrag regelt zunächst einmal nur eine Anzahl unbezahlter Urlaubstage. Und die Bezahlung während der Urlaubszeit muss man sich erst erarbeiten.

Das funktioniert folgendermaßen: Arbeitgeber zahlen zusätzlich zum Lohn bzw. Gehalt 12,5% auf ein „Ferienkonto“ ein. Aus diesem Ferienkonto wird die Bezahlung während des Urlaubs im folgenden Jahr finanziert – egal ob beim gleichen oder einem anderen Arbeitgeber. Das Problem dabei: Im ersten Jahr des Arbeitens in Dänemark ist das Ferienkonto leer. Man darf zwar die festgelegte Anzahl von Tagen freinehmen, wird aber in dieser Zeit nicht bezahlt. Angesichts der hohen Lebenshaltungskosten und Steuern, bleibt einem fast nichts übrig, als das erste Jahr ohne Urlaub durchzuarbeiten. Vorteil für Expats: verlässt man Dänemark wieder, erhält man die angesparte Summe vom Ferienkonto ausgezahlt.

Gesetzliche Feiertage sind natürlich im ersten Jahr frei. Die Liste der Feiertage umfasst:

  • Neujahr
  • Gründonnerstag + Karfreitag
  • Ostersonntag + Ostermontag
  • Buß- und Bettag
  • Christi Himmelfahrt
  • Pfingstsonntag + Pfingstmontag
  • 1. + 2. Weihnachtsfeiertag

Arbeitszeit

Dänemarks Reputation als familienfreundliches Land trifft im Bezug auf die Arbeitszeit voll und ganz zu. Die Regelarbeitszeit beträgt durchschnittlich 37 Wochenstunden. In der Praxis ist nahezu jeder ab 8:30 Uhr im Büro. Spätestens um 16:30 Uhr wird der Heimweg angetreten. Zeit für die Familie ist in Dänemark heilig – egal was im Job noch zu tun wäre. Dafür wird während der Arbeitszeit umso konzentrierter gearbeitet.

Arbeitskultur – Hygge am Arbeitsplatz

Kulturschocks können auch bei kleinen Unterschieden zur eigenen Kultur auftreten. Je kleiner die Unterschiede, desto schwieriger kann es sein, den Kulturschock zu überwinden (siehe auch: Kultursimulation Barnga). Am dänischen Arbeitsplatz fällt nimmt der Kulturschock für Deutsche allerdings beträchliche Ausmaße an. Zu deutlich sind die Unterschiede in der Arbeitskultur.

Dänen sind sehr konsensorientiert – böse Zungen sagen: „konfliktscheu“. Beim Arbeiten in Dänemark äußert sich das in Form einer geringen Entscheidungsfreudigkeit der dänischen Führungskräften. Jeder vermeintlich unbedeutende Beteiligte wird zu seiner Meinung befragt. Aus der Menge der Einzelmeinungen bildet sich ein kleinster gemeinsamer Nenner. Das liegt auch am dänischen Konzept der Gleichheit. Jedem wird – unabhängig von Hierarchiestufen – der gleiche Wert beigemessen. „Flache Hierarchien“ werden in Dänemark auf eine ganz eigene Art und Weise gelebt. Positiv ausgedrückt: es wird mehr miteinander statt gegeneinander gearbeitet. (Siehe auch: Hygge im Büro)

Gleichberechtigung

In skandinavischen Ländern gehört die Gleichberechtigung zu den wichtigsten Werten der Gesellschaft – und das nicht nur auf dem Papier. So auch in Dänemark. Weibliche Führungskräfte sind die Norm, keine Ausnahme. Das gilt auch für die oberste Führungsebene. Umgekehrt gilt das auch für die Aufgabenteilung innerhalb von Familien. Während man als Mann in Deutschland schräge Blicke ernten würde, wenn man früher das Büro verlässt, weil man sich um die Kinder kümmern muss, ist das in Dänemark absolut normal. Ein weiterer relevanter Punkt im Bezug auf die Gleichberechtigung ist die Tatsache, dass in der Regel beide Ehepartner berufstätig sind. Wegen der Steuern ist das in den meisten Fällen finanziell auch notwendig.

Internationalität

Als vergleichsweise kleines Land mit hohem Ausbildungsstandard ist Dänemark kaum auf Expats angewiesen. Zumal durch eine starke Umverteilung auch niedrig qualifizierte Jobs für Einheimische attraktiv sind. Der Ausländeranteil liegt mit 8,1% deutlich unter dem deutschen Wert (11,3%). Zwar gibt es Branchen mit starkem internationalen Einfluss. Zwischen den skandinavischen Ländern findet ein gewisser Austausch statt. Und auch aus dem Baltikum gibt es Migrationsbewegungen.  Dennoch ist Dänemark weniger international als andere westeuropäische Länder. Das liegt auch daran, dass sich das relativ kleine Land nicht für jeden Expat mit Karriereambitionen gleichermaßen eignet (siehe auch: Jobwechsel ins Ausland – Karriere Turbo oder Karriere Killer).

Die dänische Sprache ist zwar nicht ganz leicht. Trotzdem stellt die Spache für Expats nur selten ein Hindernis dar. Zum einen hat jeder Ausländer, der in Dänemark lebt, Anspruch auf bis zu 3 Jahre kostenlosen Dänischunterricht. Zum anderen sprechen fast alle Dänen sehr gut englisch. Grund dafür: wegen der kleinen Bevölkerungszahl werden Hollywood Filme und amerikanische Serien nicht synchronisiert und die meisten englischsprachigen Bücher nicht ins Dänische übersetzt. Dänen wachsen also mit Englisch als Zweitsprache auf.

In den vergangenen Jahren hat sich die dänische Politik stark nach rechts bewegt. 2015 wurde die sozialdemokratische Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmitt von einem rechtsgerichteten Bündnis um ihren Nachfolger Lars Løkke Rasmussen abgelöst. Stärkste Partei bei der Wahl wurde die Danske Folkeparti, die nur deshalb nicht den neuen Ministerpräsidenten stellte, weil sie selbst zahlreichen Koalitionären zu weit rechts im politischen Spektrum angesiedelt ist. Dänemark ist bei weitem nicht so weltoffen, wie sein Ruf.

Arbeiten in Dänemark – jenseits der Klischees

Das verbreitete Bild vom weltoffenen, familienfreundlichen Land mit glücklichen, gutaussehenden Menschen und hohem Lebensstandard ist sicherlich etwas verkürzt, respektive naiv, Es ist aber auch nicht komplett falsch. Wie attraktiv es ist, in Dänemark zu leben und zu arbeiten, hängt stark von den eigenen Zielen und der eigenen Persönlichkeit ab.

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Doppelbesteuerungsabkommen – was Expats wissen müssen

Doppelbesteuerungsabkommen

Doppelbesteuerungsabkommen ist die Kurzform von Abkommen zur Vermeidung von Doppelbesteuerung. Das klingt ja zunächst mal nett und fürsorglich. De facto einigen sich zwei Staaten aber nur darüber, wer welche Steuereinnahmen bekommt, wenn ein Bürger des einen Staats in dem anderen Staat lebt oder arbeitet. Ein Doppelbesteuerungsabkommen kann für Expats hilfreich sein. Es kann aber auch Nachteile mit sich bringen. Deshalb sollte man vor der endgültigen Entscheidung über einen Wechsel ins Ausland mit einem Steuerberater sprechen.

Wer seinen Wohnsitz oder gewöhlichen Aufenthalt in Deutschland hat, ist in Deutschland mit dem Welteinkommen steuerpflichtig. Gleiches gilt natürlich für andere Staaten: wer auf deren Territorium lebt oder arbeitet, ist nach dortigem Recht steuerpflichtig. Komplex wird es, wenn man noch einen Zweitwohnsitz in Deutschland hat oder eine Immobilie besitzt. Das kann dazu führen, dass der deutsche Fiskus einen gewöhnlichen Aufenthalt unterstellt. Das wiederum bedeutet, dass man in Deutschland steuerpflichtig ist.

Ist die Wohnung vermietet, kann zwar kein gewöhnlicher Aufenthalt unterstellt werden. Allerdings bestehen dann innerhalb von Deutschland zu versteuernde Einkommen. Zu deren Besteuerung wird wiederum das Welteinkommen herangezogen. Bestenfalls stehen die deutschen Einkommensanteile unter Progressionsvorbehalt. Das heißt, dass der Steuersatz auf Basis des Welteinkommens festgelegt wird. Dieser Steuersatz wird dann aber nur auf die Einkünfte in Deutschland angewendet. Im schlechtesten Fall erheben die Steuerbehörden beider Länder – Deutschlands und das Einsatzland – Anspruch auf Steuerzahlung für das gesamte Welteinkommen.

Teuer kann es auch werden, wenn man in einem Niedrigsteuerland wohnt und arbeitet, der deutsche Staat aber dennoch Steuern für das Welteinkommen verlangt. Das kann teuer werden. Entsprechend wichtig ist es, einen erfahrenen internationalen Steuerberater zu konsultieren.

Liste der Doppelbesteuerungsabkommen der Bundesrepublik Deutschland

  • Ägypten
  • Albanien
  • Algerien
  • Andorra
  • Anguilla
  • Antigua und Barbuda
  • Argentinien
  • Armenien
  • Aruba
  • Aserbaidschan
  • Australien
  • Bangladesch
  • Bahamas
  • Belarus
  • Belgien
  • Bermuda
  • Bolivien
  • Bosnien und Herzegowina
  • Brasilien
  • Britische Jungferninseln
  • Bulgarien
  • Caico Inseln
  • Cayman Islands
  • Chile
  • China
  • Cookinseln
  • Costa Rica
  • Dänemark
  • Dominica
  • Ecuador
  • Elfenbeinküste (Côte d’Ivoire)
  • Estland
  • Finnland
  • Frankreich
  • Georgien
  • Ghana
  • Gibraltar
  • Grenada
  • Griechenland
  • Großbritannien
  • Guernsey
  • Hongkong
  • Indien
  • Indonesien
  • Iran
  • Irland
  • Island
  • Insel Man
  • Israel
  • Italien
  • Jamaika
  • Japan
  • Jemen
  • Jersey
  • Kamerun
  • Kanada
  • Kasachstan
  • Kenia
  • Kirgisistan
  • Kolumbien
  • Korea, Republik
  • Kosovo
  • Kroatien
  • Kuwait
  • Lettland
  • Liberia
  • Liechtenstein
  • Litauen
  • Luxemburg
  • Malaysia
  • Malta
  • Marokko
  • Mauritius
  • Mazedonien
  • Mexiko
  • Moldau
  • Monaco
  • Mongolei
  • Montenegro
  • Montserrat
  • Namibia
  • Neuseeland
  • Niederlande
  • Niederländische Antillen
  • Norwegen
  • Oman
  • Österreich
  • Pakistan
  • Panama
  • Paraguay
  • Philippinen
  • Polen
  • Portugal
  • Rumänien
  • Russische Föderation
  • San Marino
  • Sambia
  • Saudi-Arabien
  • Schweden
  • Schweiz
  • Serbien
  • Simbabwe
  • Singapur
  • Slowakei
  • Slowenien
  • Spanien
  • Sri Lanka
  • St. Kitts und Nevis
  • St.Lucia
  • St.Vincent und die Grenadinen
  • Südafrika
  • Syrien
  • Tadschikistan
  • Taiwan
  • Thailand
  • Trinidad und Tobago
  • Tschechien
  • Tunesien
  • Turks
  • Turkmenistan
  • Türkei
  • Ukraine
  • Ungarn
  • Uruguay
  • Usbekistan
  • Venezuela
  • Vereinigte Arabische Emirate
  • Vereinigte Staaten
  • Vereinigtes Königreich
  • Vietnam
  • Zypern

(Stand 1. Januar 2018)

 

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Mehrwertsteuer Rückerstattung nach dem Urlaub zuhause

Mehrwertsteuer Rückerstattung

An den Kassen vieler Kaufhäuser, Butiken und Geschäfte mit Luxusartikeln, weist ein kleines, blaues Schild Touristen aus dem Ausland darauf hin, dass sie sich die Mehrwertsteuer für den Einkauf zurückzuerstatten lassen können. Je nach Land in dem man lebt, kann es ein angenehmer Nebeneffekt des Expat-Daseins sein, dass man diese Mehrwertsteuer Rückerstattung nach Heimaturlauben nutzen kann. Und so beim Shopping zuhause eine ordentliche Summe sparen.

Voraussetzungen für die Mehrwertsteuer Rückerstattung

Ob das möglich ist, hängt von drei Punken ab:

  • Man hat seinen permanenten Wohnsitz außerhalb des EU Binnenmarktes und ist als Besucher innerhalb der EU. Entscheidend ist die Wohnadresse, die im Reisepass eingetragen ist. Diese Eintragung wird von der Botschaft bzw. einem Konsulat im Gastland vorgenommen.
  • Die Ware wird komplett aus dem EU Binnenmarkt ausgeführt
  • Das Geschäft in dem man einkauft, bietet den Service an. Das ist nicht bei allen Händlern der Fall, denn für den Verkäufer entsteht ein gewisser Verwaltungsaufwand, der sich nicht für alle Unternehmen rechnet. Eventuell wird auch eine Bearbeitungsgebühr erhoben.

Wie funktioniert es?

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, geht alles in der Regel relativ einfach.

  1. Man zeigt beim Einkauf vor der Zahlung seinen Reisepass (mit eingetragenem Wohnsitz im Nicht-EU-Ausland vor). Teilweise will man auch das Flugticket sehen.
  2. Man füllt ein Formular (meistens von GlobalBlue) aus und der Verkäufer komplettiert es.
  3. Bei der Ausreise legt man die Ware, Quittung und das ausgefüllte Formular zunächst beim Zoll und anschließend an einem Schalter der Erstattungsagentur (zB GlobalBlue) vor. Dazu muss der entsprechende Gegenstand im Handgepäck transportiert werden. Für größere Gegenstände gibt es in manchen Flughäfen einen Schalter mit Check-in Möglichkeit.
    Das ganze muss allerdings am letzten Flughafen vor der EU-Ausreise stattfinden. Hat man also einen Zwischenstop innerhalb der EU, muss man darauf achten, dass das Gepäck nicht direkt durchgecheckt wird. Außerdem muss man den Weg zum Schalter und ein bisschen Wartezeit einplanen, was insbesondere bei kurzen Umsteigezeiten oder bei Verspätungen problematisch sein kann.
  4. Man erhält einen Teil der Mehrwertsteuer zurückerstattet. Den Rest behält die Agentur für ihre Dienstleistung ein. Den genauen Betrag kann man online berechnen.
  5. Nicht vergessen sollte man, dass bei der Einfuhr der Ware ins Zielland Einfuhrsteuern fällig werden können.

Theoretisch funtioniert das ganze auch ohne Erstattungsagentur. Ähnlich wie oben beschrieben, legt man Ware, Quittung und Formular vor der Ausreise dem Zoll vor. Dieser stempelt das Formular als Bestätigung der Ausreise. Nach der Ankunft schickt man das Formular an den Händler, bei dem man die Ware gekauft hat und dieser überweist (einen Teil) der einbehaltenen Mehrwertsteuer. In der Praxis sind wenige Unternehmen zu diesem etwas umständlicheren Prozess bereit.

Weitere Informationen gibt es auf der Webseite der EU oder bei Amazon.

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Wohnungssuche mit Relocation Service – Tipps & Tricks

Wohnungssuche mit Relocation Service

Viele Unternehmen buchen für neu angekommene Expats einen Relocation Service. Vorteil für den Arbeitgeber ist, dass der Mitarbeiter möglichst viel Zeit für den neuen Job aufbringen kann statt sich mit Behördengängen und Wohnungssuche zu beschäftigen. Der Arbeitnehmer freut sich darüber, dass er Unterstützung für die ersten wichtigen Schritte erhält. Das erleichtert nicht nur den Start, sondern gibt auch Sicherheit. Schließlich hilft jemand mit Erfahrung, dass man nichts Wichtiges übersieht und keine Fehler macht. Eine der Hauptaufgaben für den Relocation Service ist die Unterstützung bei der Wohnungssuche.

Briefing

Meistens steht der Relocation Service für eine begrenzte Anzahl von Arbeitstagen zur Verfügung. Es ist also wichtig, keine Zeit dafür zu verschwenden. Je präziser man definiert, welche Anforderungen, Vorstellungen und Wünsche man im Bezug auf das neue Zuhause hat, desto schneller kann der Relocation Service eine passende Auswahl an Unterkünften finden. Für einen Suchauftrag sind mindestens folgende Informationen erforderlich:

  • Haus oder Wohnung
  • Möbliert oder unmöbliert
  • Miete oder Kauf
  • Größe in Quadratmeter
  • Anzahl Zimmer
  • Anzahl Badezimmer
  • Lage
  • Budget / verfügbare Housing Allowance
  • Anzahl und Art der Stellplätze für Fahrzeuge
  • Qualität der Ausstattung
  • Sonstige Anforderungen
  • Erwartete Mietdauer

Wenn die Miete nicht vom Arbeitgeber gezahlt wird, finden es viele Expats schwierig zu entscheiden, welchen Betrag sie dafür aufwenden möchten bzw. müssen. Als Daumenregel gilt hier: „nicht mehr als ein Drittel des Nettoeinkommens“. Sicherheitshalber solle man diesen Punkt allerdings mit dem Relocation Service genauer besprechen, zumal man den Wohnungsmarkt am neuen Wohnort nicht gut kennt. Voller Euphorie über die neue Lebenssituation im Ausland malen sich viele Expats ein Zuhause aus, das nicht realistisch ist. 400 Quadratmeter Villa mit Pool und 3 Marmorbädern mitten im Stadtzentrum – und das ganze für unter 1000 Euro Monatsmiete – gibt es eben in den wenigsten Großstädten.

Deshalb hilft es zu priorisieren und zu erklären, warum man diese Parameter gewählt hat. Dadurch kann der Relocation Service nach sinnvollen Alternativen suchen, wenn es nicht möglich ist, alle diese Wünsche gleichzeitig zu erfüllen, Darüber hinaus schadet es nicht, wenn man dem Mitarbeiter des Relocation Services etwas über die eigenen Lebensgewohnheiten erzählt. Wie alt sind die Kinder? Kocht man gerne? Hat man oft Gäste? Erwartet man viele Gäste aus der Heimat? Braucht man Platz für Sportgeräte? Entspannt man gerne in der Badewanne?

Besichtigungstag

Auf Basis des Briefings stellt der Relocation Service eine Auswahl von Wohnungen bzw. Häusern zusammen, die aktuell auf dem Markt sind bzw. zur Verfügung stehen. Im Idealfall kommen 10 bis 15 Objekte zusammen, wovon nach einer Vorauswahl durch den Expat maximal sieben übrig bleiben. Dafür organisiert der Relocation Service dann eine Besichtigungstour. Idealerweise finden alle Termine am gleichen Tag statt. Mehr als sieben Besichtigungen sind an einem Tag kaum machbar. Und danach kann man sich sowieso nur an maximal sieben Wohnungen erinnern, ohne sie durcheinander zu bringen. Um die Fülle an Informationen und Eindrücke an diesem Tag für die spätere Entscheidung optimal aufzubereiten, haben sich zwei Maßnahmen als sinnvoll erwiesen:

Notizen

Man stellt vor der Besichtigungstour eine Checkliste oder einen Bewertungsbogen auf und druckt für jede Immobilie ein Exemplar aus. Anforderungen aus dem Briefing sollten ebenso darin zu finden sein wie andere Punkte, die eventuell ausschlaggebend für die Entscheidung sein können: wie ist der Blick aus dem Fenster, wie gemütlich ist das Wohnzimmer, wie laut ist die Umgebung? Dazu kommt noch etwas Platz für Bemerkungen und andere Dinge, die einem während der Besichtigung aufgefallen sind. Jeder Bewertungsbogen erhält eine laufende Nummer:. erste Wochnung, zweite Wohnung, etc. Falls man ein Exposee erhält, schreibt man die gleiche Nummer darauf. So hat man alle wichtigen Informationen zusammengefasst, ohne dass man sie vergessen oder verwechseln kann.

Fotos

Man fotografiert jedes Objekt – idealerweise mit einer Kamera mit Weitwinkelobjektiv (siehe auch: 9 Gadgets, die man als Expat braucht). Dabei geht man nach einem festen Muster vor. Das erste Foto bei jeder Besichtigung ist ein Bild der eigenen Hand, die eine Zahl anzeigt. Ein Finger für die erste Wohnung, zwei Finger für die Zweite und so weiter. Dieses Foto dient als eine Art Registerkarte, trennt die Bilder von verschiedenen Wohnungen und hilft, die Fotos den Bewertungsbögen zuzuordnen. Danach folgt mindestens ein Foto von der Außenansicht der Immobilie und eines der Straße in der sie steht. In der Wohnung fotografiert man dann jeden Raum einmal aus jeder Ecke. Man macht also mindestens vier Bilder pro Zimmer. Dabei achtet man darauf, dass Details wie Steckdosen und Türgriffe gut sichtbar sind. Diese Vorgehensweise hilft, dass man während der Entscheidungsfindung, die Wohnung gedanklich mit seinen Möbeln einrichten kann.

Entscheidung

In der Regel hat man nach der Besichtigungstour nicht sehr viel Zeit, eine Entscheidung zu treffen. Die Immobilien werden meistens für den Expat reserviert, allerdings verfällt diese Reservierung  nach 24 bis 48 Stunden. Deshalb geht man am Abend nach den Besichtigungen alle Bewertungsbögen und Fotos durch – auch wenn man nach bis zu sieben Besichtigungen ziemlich geschafft ist und keine Lust mehr darauf hat. Ziel ist es, mehr als die Hälfte der angebotenen Objekte auszusortieren oder bereits eine Vorentscheidung zu treffen. Die finale Entscheidung fällt dann, wenn man eine Nacht darüber geschlafen hat und die Wohnung mit Hilfe der Fotos einmal gedanklich mit den eigenen Möbeln eingerichtet hat.

Sollte man sich gegen alle Wohnungen bzw. Häuser entscheiden, wird es schwierig. Denn meistens ist nur ein solcher Besichtigungstag inklusive der Recherche dafür vorgesehen und vom Unternehmen finanziert. Dann muss man entweder auf andere Dienstleistungen, die bezahlt wurden, verzichten, oder das Unternehmen (oder man selbst) zahlt für eine weitere Runde. Wichtig ist dann, exaktes Feedback zu geben. Warum war keine der Optionen die richtige? Was hat gefehlt? Was hat gestört? Wenn das Feedback zu unspezifisch ausfällt – zum Beispiel: „hat mir einfach alles nicht gefallen“ – hat der Relocation Service keine Chance, die Suche in die richtige Richtung umzustellen. Die Vorauswahl würde wieder auf Basis des ursprünglichen Briefings stattfinden, das ja zu keinem Erfolg geführt hat.

Vertragsabwicklung

Hat man sich für ein neues Zuhause entschieden, unterstützt der Relocation Service noch bei der Vertragsgestaltung. Als Expat hat man in dem Land, in das man gerade gezogen ist, ja keine Erfahrung mit Mietverträgen und seinen Fallen. Deshalb sorgt der Relocation Service dafür, dass man nicht übers Ohr gehauen wird. In manchen Ländern ist es zusätzlich notwendig, den Zustand der Wohnung – insbesondere kleine Schäden – vor dem EInzug exakt zu dokumentieren. Die eigenen Fotos reichen dafür nicht aus. Nach dem Auszug kann der Relocation Service dann sicherstellen, dass man die Kaution, die man möglicherweise gezahlt hat, auch wieder zurückbekommt.

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Umzug ins Ausland | Hausrat mitnehmen oder einlagern?

Hausrat umziehen oder einlagern?

Im Gegensatz zu Auswanderern ziehen die meisten Expats  für eine begrenzte Zeit ins Ausland. Kosten und Aufwand für einen Umzug ins Ausland sind ungleich höher als bei einem Umzug innerhalb des Heimatlands. Deshalb stellt sich als die Frage, wie man mit seinem bestehenden Hausrat umgeht. Hausrat einlagern oder mit ins Ausland nehmen?

Diese Entscheidung ist besonders dann schwierig, wenn unklar ist, wie lange man  am Zielort bleiben wird. Wie zuhause gelten Arbeitsverträge in den meisten Ländern solange, bis sie von einer Seite gekündigt werden. Es kann also sein, dass man für immer dort bleibt – ob gewollt oder ungewollt. Bei Entsendungen steht in der Regel von Anfang an fest, wie lange der Auslandseinsatz dauert. Manchmal gibt es zwar eine Option auf Verlängerung. Aber die kann man bei der Entscheidung berücksichtigen.

Kostenbetrachtung

Rein finanziell betrachtet muss man nur einige wenige Faktoren in Betracht ziehen und kann sich dann für die wirtschaftlichere Option entscheiden:

  • Kosten des Umzugs ins Ausland  (u)
  • Kosten des Umzugs zurück (r)
  • Kosten der Einlagerung pro Monat (e)
  • Monatliche Mehrkosten für eine möblierte Unterkunft im Vergleich zu einer „leeren“ Wohnung (m)
  • (Geschätzte) Dauer, die man am Zielort bleiben wird, in Monaten (d)

Mit folgender einfachen Formel kann man berechnen, welche Option die wirtschaftlich bessere ist: x = (u  + r) – (( e + m)* d)

Ist x < 0 rentiert sich der Umzug. Ist x>0  spricht das fürs Einlagern. Natürlich kann man auch Aspekte wie potentielle Transportschäden oder Kosten für eine Wäscherei (statt der eigenen Waschmaschine) in die Berechnung einfließen lassen. Aber die zusätzliche Komplexität ist meistens weder nötig noch hilfreich.

Die entscheidende Variable ist ohnehin die Frage, wie lange man im Ausland bleibt. Bei einer Verweildauer von unter 6 Monaten ist die Entscheidung meist recht einfach: Hausrat einlagern. Bleibt man länger wird die Entfernung des Ziellands zu einer zweiten wichtigen Einflussgröße.

Auch Emotionen entscheiden mit

Jenseits wirtschaftlicher Betrachtungen gibt es allerdings emotionale Aspekte, die ausschlaggebend sein können. Auch wenn die Kostenfrage klar für „Hausrat einlagern“ spricht – vertraute Gegenstände erzeugen ein Gefühl von „zuhause“.

Vor allem für Kinder ist es schwierig, eine so große Veränderung wie einen Umzug ins Ausland zu verarbeiten. Noch schwieriger wird es, wenn sie all ihr Spielzeug zuhause lassen oder gar verkaufen müssen. Dann ist das Heimweh vorprogrammiert.

Wenn man also nicht bewusst mit Erinnerungen brechen möchte, spricht einiges für den Umzug und gegen das Einlagern.

Dinge, die man im Ausland kauft

Irgendwann geht es wieder zurück nachhause. Nicht ganz vergessen sollte man deshalb die Tatsache, dass man wahrscheinlich während der Zeit im Ausland das eine oder andere kaufen wird. Landestypische Möbel, ein Gemälde, das positive Erinnerungen an die Zeit im Ausland weckt, Designer-Geschirr, das zuhause einfach nicht zu bekommen ist – es sammelt sich so einiges an, das man mit nachhause nehmen möchte. Selbst wenn man sich für „Hausrat einlagern“ entschieden hat, braucht man dann für die Rückkehr nach Deutschland möglicherweise trotzdem einen Umzugscontainer zurück.

Die Erfahrung hat übrigens auch gezeigt, dass man nach der Rückkehr vieles doppelt hat, wenn man seinen Hausstand eingelagert hat. Der Mensch ist eben ein Gewohnheitstier. Und auf den praktischen Pizzaschneider, eine Küchenmaschine und schicke Gartenmöbel will man dann doch nicht verzichten, nur weil sie irgendwo unzugänglich eingemottet sind.

Alternativen für kleine Volumen

Umziehen oder einlagern – manchmal ist beides nicht optimal. Eventuell sind auch folgende Varianten sinnvoll:

  • Es gibt kleine Flugcontainer mit 1 bis 2 Kubikmeter Volumen. Die sind zwar  extrem teuer, aber in Kombination mit Einlagern eventuell eine Lösung.
  • Je nach Zielland können kleine Volumen als Beiladung in einem andern Container mittransportieren werden. Innerhalb der EU sollte das kein Problem darstellen. Darüber hinaus lassen es allerdings nur wenige Zollämter zu.
  • Zuhause alles verkaufen, verschenken oder wegwerfen und sich im Ausland neu einrichten. Der Ansatz kann sinnvoll sein, wenn man mit einer sehr langen Verweildauer im Ausland rechnet.
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Kostenfallen & Risiken für Expats

Kostenfallen und Risiken für Expats

Dem Klischee zufolge führen Expats ein Leben in Luxus. Allerdings gibt es zahlreiche Kostenfallen für Expats, die direkt in die Armut führen. Es wäre fahrlässig, diese Risiken zu unterschätzen.

Lebenshaltungskosten falsch einschätzen

Der Arbeitsvertrag für den Job im Ausland weist meistens ein Bruttogehalt aus. Wieviel davon nach Steuern, Versicherungen und Abgaben übrig bleibt, ist schwer einzuschätzen. Trotzdem muss kurz nach der Ankunft entschieden werden, welchen Lebensstandard – und damit welche Kostenstruktur – man haben wird. Mietverträge für Wohnungen und Festlegungen haben langfristige Gültigkeit. So einfach kommt man aus diesen Verpflichtungen nicht mehr raus. Und oft bleibt dafür nicht einmal genug Zeit, dass man die erste Gehaltsabrechnung abwarten kann.

Inflation

Das Problem kann sich durch steigende Preise für Lebensmittel oder Benzin verschärfen. In vielen Ländern ist es auch üblich, dass Mietverträge eine begrenzte Laufzeit haben. Anschlussverträge können dann wesentlich teurer sein.

In Deutschland herrscht seit Jahrzehnten eine vergleichsweise niedrige Inflation. Preissteigerungen im zweistelligen Prozentbereich sind aber in vielen Ländern keine Seltenheit. Auch wenn der Arbeitsvertrag eine Klausel enthält, dass das Gehalt regelmäßig angepasst wird, heißt das nicht automatisch, dass die Inflation vollständig abgefedert wird.

Währungsschwankung

Preisstabilität innerhalb eines Landes sind eine Sache, die Stabilität gegenüber anderen Währungen eine andere. Währungsschwankungen werden insbesondere dann zum Risiko, wenn man im Heimatland laufende Kosten (z.B. Kredittilgungen oder Unterhaltsleistungen) hat. Verliert die Währung in der das Gehalt ausgezahlt wird gegenüber dem Euro deutlich an Wert, wird es immer schwieriger, diesen Verpflichtungen nachzukommen.  Selbstverständlich kann die Schwankung auch in die andere Richtung gehen. An der Börse gelten Währungsspekulationen als hochriskant. Als Expat außerhalb des Euroraums ist man unweigerlich ein Währungsspekulant.

Umzug zurück

Man bekommt ein Angebot, ins Ausland zu gehen. Dickes Gehalt, spannender Job. Der Umzug ins Ausland wird bezahlt. Wer denkt in dieser Situation schon daran, dass es irgendwann auch mal wieder zurück nach Hause geht. Und daran, dass der Umzug dann eventuell nicht von der Firma finanziert wird. Worst Case: man kann sich die Umzugskosten zurück nicht leisten und strandet im Ausland. Um sicher zu gehen, muss man jeden Monat Geld für den Umzug zurück beiseite legen. Denkt man rein wirtschaftlich muss der Nettoverdienst als Expat deutlich über dem Gehalt zuhause liegen. Über die Zeitdauer des Auslandsaufenthalts müssen mindestens die  Kosten für den Umzugs mehr hängen bleiben. Dabei ist auch zu bedenken, dass der Umzug zurück oft mehr kostet als der Umzug ins Ausland. (Siehe auch: 5 Dinge, die man vor dem Umzug wissen muss)

Rente & Versicherungen

Niedrige Steuern, geringe Sozialabgaben, hoher Lebensstandard – Expat Hochburgen wie Dubai und Singapur sind nicht nur finanziell sehr attraktiv. Allerdings vergisst man leicht, dass die Lohnnebenkosten zuhause nicht zuletzt in die eigene Vorsorge fließen. Wenn ein paar Beitragsjahre fehlen, klafft schnell eine Rentenlücke. Und von den Steueroasen ist im Alter nichts zu erwarten. Freiwillige Beitragszahlungen in die deutsche Rentenversicherung sind möglich, helfen zwar Beitragsjahre zu sammeln. Aber man sollte nicht erwarten, dass sie sich positiv auf die Rentenhöhe auswirken. Das vertrackte an dieser Kostenfalle ist, dass sie erst nach Jahrzehnten sichtbar wird.

Ähnliche Fallen gibt es bei anderen Versicherungen. Wer beispielsweise seine Krankenversicherung kündigt, muss nach der Rückkehr sogenannte Gesundheitsfragen neu beantworten. Vorerkrankungen – egal ob sie während der Zeit im Ausland oder auch davor entstanden sind – werden dann von der Versicherung ausgeschlossen. Wer also im Ausland eine schwerwiegende oder chronische Krankheit bekommt, kann also eventuell versicherungsbedingt nicht mehr zurück nach Hause ziehen. Um dieses Risiko zu vermeiden, gibt es die Möglichkeiten von Anwartschaftsversicherungen. Selbstverständlich entstehen dafür Kosten, die erst einmal erwirtschaftet werden müssen.

Steuern

Es gibt wenige  Dinge, die ähnlich kompliziert und unübersichtlich sind, wie das Steuerrecht. Wenn dann noch die Steuergesetze mehrerer Länder ins Spiel kommen, wird es endgültig komplex. Beispiel: Man arbeitet für einen amerikanischen Konzern mit lokalem Vertrag in einer Steueroase. Zusätzlich zum regulären Gehalt erhält man Aktienbonifikationen in den USA. In Deutschland hat man noch eine Wohnung. Auch wenn diese Situation gar nicht ungewöhnlich ist, sprengt sie schon den Rahmen bilateraler Doppelbesteuerungsabkommen. Wenn man dann noch einen kleinen Fehler macht, hält der Fiskus eines der beteiligten Länder die Hand auf. Es drohen Steuernachzahlungen, mit denen man nicht gerechnet hat. Bestenfalls wird der Progressionsvorbehalt auf das Welteinkommen bezogen. Wenn es ganz dumm läuft, dann fordert ein Staat Einkommenssteuern auf das Welteinkommen. Zum Beispiel, weil man sich auf Dienstreisen zu lange oder zu häufig in diesem Land aufgehalten hat.

Anspruch auf Arbeitslosengeld

Wer seinen Job im Ausland verliert, hat unter Umständen keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld in Deutschland. Das ist insbesondere dann ein Problem, wenn es im Land, in dem man bis dato arbeitete, keine adäquate Absicherung gegen Arbeitslosigkeit gibt. Besonders dramatisch ist es, wenn man ab dem Zeitpunkt, ab dem man keinen Arbeitgeber mehr hat, als Tourist gilt und innerhalb 30 Tagen ausreisen muss. Dann kann es sein, dass mehrere der oben genannten Kostenfallen gleichzeitig zuschnappen, man sich verschulden muss, um den Umzug nach Hause zu finanzieren, und dann dort ohne Einkünfte auf der Straße steht.

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Jobwechsel ins Ausland – Karriere-Turbo oder Karriere-Killer?

Job im Ausland - Karriere-Turbo oder Karriere-Killer

Viele Expats entscheiden sich für den Weg in ein anderes Land, weil sich hoffen, im Ausland Karriere zu machen bzw. ihre Karriere zu beschleunigen. Auslandserfahrung im Lebenslauf macht sich schließlich immer gut. In kleineren Ländern kann man leichter an Führungspositionen kommen oder Teil des Top Managements des Landes werden. Ganz so einfach ist die Sache allerdings nicht.

Zuhause wartet keiner auf dich

„Viel Erfolg in Dubai. Eins sag ich dir aber: hier wartet keiner auf dich.“  Wie ein Schlag in die Magengrube fühlt sich die Reaktion meines Kollegen in der Personalabteilung an. Gerade habe ich ihn informiert, dass ich innerhalb des Konzerns in eine andere Niederlassung wechseln werde . Inzwischen muss ich allerdings sagen: ein sehr guter Ratschlag. Es ist wichtig, nicht vergessen zu werden. Man muss sein Netzwerk zuhause aktiv pflegen.

Es ist nicht einfach, zuhause wieder einen guten Job zu finden, schon gar nicht bei kleinen und mittelständischen Unternehmen. Die eigene Stelle wird neu besetzt. Eine adäquate Führungsposition ist gerade nicht frei, wenn man zurück will. Die Rückkehr muss von langer Hand geplant werden. Doch auch das hilft manchmal nicht. Eine befreundete Personalleiterin hat mir folgendes anvertraut: „Wir wissen bei Entsendungen oft schon von Anfang an, dass wir den Kollegen kündigen, wenn er zurückkommen will.“ Oft hilft dann nur: Unternehmenswechsel oder weiterziehen zur nächsten Expat-Station. Nicht zuletzt deshalb kursiert unter Expats die Einsicht: Im Ausland ein Fürstchen, zuhause ein Würstchen.

Soweit, so pessimistisch. Fakt ist aber, dass die Erfahrung, die man als Expat sammelt, außerordentlich wertvoll sein kann. Das gilt sowohl für die Karriere als auch für andere Bereiche. Man sollte allerdings offen sein für Brüche und nicht-lineare Veränderungen wie:

  • Wechsel in ein anderes Unternehmen
  • Weitere Stationen im Ausland
  • Kompletter Verzicht auf eine Rückkehr ins Heimatland
  • Side Steps oder Rückkehr in eine niedrigere Position und Vertrauen auf eine schnelle Weiterentwicklung durch die gesammelte Erfahrung

Auslandserfahrung wird bei der Besetzung von Führungspositionen in vielen Branchen quasi vorausgesetzt. Sie ist allerdings keine Garantie für einen schnellen Aufstieg in Führungspositionen bzw. die Vorstandsebene.

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Nehme ich mein Auto mit ins Ausland?

Auto nach Umzug ins Ausland

Auf des Deutschen liebstes Kind möchten viele auch im Ausland nicht verzichten. Viele angehende Expats fragen sich, ob sie ihr Auto beim Umzug ins Ausland mitnehmen sollen. Meistens – allerdings nicht immer – lautet die Antwort auf diese Frage: Nein!

Transportkosten

Gerade wenn es weiter als ins benachbarte Ausland geht, können sich die Umzugskosten durch ein Auto schnell verdoppeln. Stellt man die Kosten für einen Überseetransport in Relation zum Wert des Wagens und bedenkt man, dass er ggf. auch wieder zurück soll, rechnet sich der Umzug des in der Regel nicht. Sinnvoll ist auch die Rechnung, wie lange man sich ein Fahrzeug für die gleichen Kosten leasen oder mieten kann.

Steuern & Gebühren

Am Zielort angekommen fallen häufig entweder Importsteuern oder drastische Gebühren für die Erstanmeldung eines Autos an. Gerade in Skandinavien sind diese Kosten enorm – auch wenn das Auto aus der EU eingeführt wird. Auch wenn das Auto schon einige Jahre alt ist, fordert der Staat dort Anmeldesteuern, die leicht den Neupreis des Wagens übersteigen. Das kann leicht zur Kostenfalle werden.

Technische Anforderungen

Auch wenn der Wagen frisch durch den TÜV ist – im Ausland gelten oft unterschiedliche Spezifikationen, die für die Zulassung erforderlich sind. Von der Anzahl an Blinkern bis zu zulässigen Abgaswerten – nicht jedes Auto, das auf deutschen Straßen fährt erfüllt die Zulassungsanforderungen anderer Länder. Manche lassen sich nur durch aufwändige Umbauten erfüllen, andere erfordern eine Ausnahmegenehmigung, die nur mit einem kleinen Papierkrieg zu bekommen ist.

Günstige Automobilpreise im Ausland

Man sollte meinen, dass Neuwagen in der Automobilbau-Nation Deutschland günstig sind. Das Gegenteil ist der Fall. In den 90er Jahren gab es deshalb das phänomenale Business-Modell „Re-Import“. Auch heute kosten Neufahrzeuge – auch die von deutschen Herstellern – in vielen Ländern deutlich weniger als in Deutschland. Beispielsweise habe ich in Dubai einen neuen VW ca. 40% unter deutschem Listenpreis gekauft. Hier stellt sich eher die Frage, ob man den im Ausland gekauften Wagen mit zurück nach Deutschland nehmen soll.

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Was kostet ein Auslandsumzug?

Leben unter Palmen - Was kostet ein Auslandsumzug?

Pauschal lässt sich die Frage „Was kostet ein Umzug ins Ausland“ schwer beantworten. Deshalb einige Vergleichswerte für die Kosten eines Auslandsumzug aus unserer Vergangenheit bzw. von Freunden.

  • 3-Zimmer-Wohnung von München nach Dubai: 7.000 Euro
  • 3-Zimmer-Wohnung von Dubai nach Kopenhagen: 10.000 Euro
  • 4-Zimmer-Wohnung von Kopenhagen nach Frankfurt: 3.200 Euro (+ jede Menge Ärger mit der Umzugsfirma).
  • Kleines Haus von Seattle nach München: 30.000 Euro

Nicht inbegriffen sind dabei Kosten für Renovierungen, Malerarbeiten, Doppelmiete, etc.

Folgende voneinander unabhängige Faktoren beeinflussen die Kosten eines Auslandsumzugs:

Entfernung zwischen Start und Ziel

Selbstverständlich macht es einen Unterschied, ob man nur von Freiburg ins französische Colmar oder von Rosenheim nach Brasilia plant. Bei Umzügen über Land hängt dieser Kostenpunkt schlicht von der Entfernung zwischen den beiden Orten an. Entscheidend bei Übersee-Umzügen sind:

  • Entfernung von der Startwohnung zum Hafen
    Teilweise kommt hier ein LKW zum Einsatz. Neben den Kosten für den Fahrer, schlagen hier Maut, Diesel und sonstige Betriebskosten zu buche. Teilweise wird hier aber auch auf die Bahn umgeladen.
  • Entfernung von Start- und Zielhafen
    Diese Strecke macht zwar den größten Teil der Gesamtentfernung aus, der ist der Anteil an den Gesamtkosten ist allerdings deutlich geringer. Auf ein paar hundert Kilometer kommt es hier nicht an. Wichtiger ist die Richtung, in die der Transport geht (siehe auch 5 Dinge, die man vor dem Umzug wissen muss).
  • Entfernung vom Hafen zur Zielwohnung
    Analog zur ersten Etappe. Zu Bedenken ist allerdings die Frage wie es um die Straßenzustände bzw. Infrastruktur im bestellt ist.

Volumen des Umzugsguts

Bei Übersee-Umzügen gibt es im Prinzip nur 20 oder 40 Fuß Container. Zollbehörden erlauben es in der Regel nicht, die Kosten mit Hilfe von Beiladung zu reduzieren. Anders sieht es bei Umzügen über Land aus. Hier gibt es verschiedenste LKW-Größen und die Möglichkeit, mehrere Umzüge auf einen Transport zu laden. Wenn es nicht super schnell gehen muss, kann man so Kosten sparen.

Wichtig ist, dass man das Volumen vor Angebotserstellung von einem Mitarbeiter der Spedition besichtigen lässt. Auf dieser Basis kann der Experte das Volumen errechnen. Man selbst verschätzt sich leicht. Es ist definitiv kein Spaß, wenn der Container voll ist und die Hälfte der Kisten noch davorstehen. Kommt es trotz Berechnung durch den Speditionsmitarbeiter dazu, kann man die Spedition in die Pflicht nehmen. Bei einem Auslandsumzug will man schließlich wegen ein paar Euro Ersparnis kein Risiko eingehen. (siehe auch: Checkliste Auslandsumzug)

Aufwand für das Ein- und Auspacken bzw. Ab- und Aufbauen

Kann ich das nicht selbst machen? Nur teilweise. Selbstverständlich kann man die Kosten für einen Auslandsumzug reduzieren, indem man einzelne Möbel schon zerlegt. Allerdings ist absolut davon abzuraten, Umzugsgut selbst zu verpacken. Erstens haben Speditionen das richtige Material und die nötige Erfahrung das Umzugsgut zu schützen – nicht nur vor Kratzern sondern auch vor salziger Meeresluft. Zweitens vermeidet man so (Rechts-)Streitereien, wenn es trotzdem Transportschäden gibt. Und drittens stellen Speditionen auf diesem Weg auch sicher, dass sie nichts Verbotenes transportieren: Handelswaren, Waffen, Lebensmittel, Drogen, Chemikalien, … und bei Umzüge in muslimische Länder auch Kruzifixe. Ein entscheidener Faktor diese Kostenpunkts ist das Lohnniveau im Zielland.

Zugang zu Start- und Zielwohnung

Fünfte Etage. Ohne Lift. Enges Treppenhaus. Der Alptraum für jeden Möbelpacker. Und natürlich auch ein Kostentreiber für den Umzugskunden. Wenn es dann für den Lastwagen keine direkte Zufahrt zur Haustüre gibt oder der Container erst gar nicht in das Wohngebiet fahren kann, dann wird es richtig teuer. Gleiches gilt natürlich auch für die Zielwohnung. Die ist allerdings oftmals vor der Ausreise noch nicht bekannt. Dann rechnet die Spedition ein Risikofaktor mit ein.

Versicherungen

In der Regel sind Transporte standardmäßig über die Haftpflicht der Spedition bzw. ihrer Subunternehmer versichert. Sicherheitshalber sollte man an der Stelle natürlich genau nachfragen. Oft stellt sich dann heraus, dass die Deckungssumme gedeckelt ist, Und zwar auf den Betrag, den man als Kunde ans Umzugsunternehmen zahlt. Der Wiederbeschaffungswert der Umzugsgüter ist natürlich um ein vielfaches höher. Ein Totalverlust – wenn zum Beispiel der Lastwagen abbrennt, oder das Schiff sinkt – ist also bei weitem nicht abgedeckt. Dafür gibt es zusätzliche Versicherungen, die in der Regel mit einem dreistelligen Betrag zu Buche schlagen.

Flugcontainer

Schiffe sind langsam, Flugzeuge schnell. Braucht man einen Teil seines Umzugsguts innerhalb weniger Tage, dann kann man dafür einen Flugcontainer nutzen. Allerdings liegen die Kosten um ein Vielfaches über denen eines Seecontainers. Trotzdem kann sich diese Investition lohnen. Beispielsweise erleichtert es kleinen Kindern das Einleben in der neuen Umgebung enorm, wenn sie dort von Anfang an ihr vertrautes Bett oder ihr Spielzeug haben.

Zwischenlagerung

Viele Expats können erst nach der Ankunft im Ausland eine Wohnung bzw. ein Haus suchen. Die ersten Wochen nach dem Auslandsumzug sind dann meistens sehr hektisch und es dauert bis man etwas passendes gefunden hat. Wenn der Container schon vorher ankommt, muss er für eine gewisse Zeit geparkt werden. Für einige Tage geht das meistens kostenlos. Bei Standzeiten von einem Monat oder länger fallen allerdings Kosten an, die auch vorher nicht eingeplant sind.

Aufwand für Zollformalitäten

Zwar entsteht für privates Umzugsgut in den meisten Ländern keine Einfuhrzoll. Trotzdem berechnet die Zollbehörde Bearbeitungsgebühren. Nicht selten muss die Spedition einen Agenten als Kontaktperson für die Behörde bereitstellen.

Insgesamt ist es sinnvoll, mit einem Umzugsunternehmen einen Pauschalpreis zu vereinbaren. Dann gibt es am Ende kein böses Erwachen, wenn die Rechnung kommt. Eventuell ist es auch eine sinnvolle Option, den eigenen Hausrat einzulagern und in eine möblierte Wohnung zu ziehen.