Wie finde ich einen Job im Ausland?

Einer der ersten Schritte ins Expat-Leben ist es, einen Job im Ausland zu finden. Dabei ist die Jobsuche im Ausland nicht gerade einfacher als zuhause. Für Unternehmen ist es immer ein gewisses Risiko einen Arbeitnehmer einzustellen, der  Markt und Kultur im Land der Arbeitsstelle nicht kennt. Hinzu kommen die Kosten für einen Auslandsumzug und ein hoher Verwaltungsaufwand für Arbeitsgenehmigungen und Visa. Im Gegenzug sind Fachkräfte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in vielen Ländern sehr begehrt. Mit der richtigen Vorgehensweise kann man also durchaus einen Job im Ausland finden.

Fokussieren

Wie bei jeder Suche, muss man sich zunächst im Klaren sein, was man finden will. Welche Rollen und welche Hierarchiestufen kommen in Frage? In welches Land bzw. welche Länder soll es gehen? Schränkt man sich dabei zu stark ein, gibt es keine oder nur sehr wenige Stellen, die in das Raster passen. Ist man zu offen für alles, gibt es zwar viele Stellen, allerdings ist es dann schwierig, für alle Stellen eine passgenaue Bewerbung zu schreiben. Außerdem wird man gewissermaßen zum Spielball der Wellen, wenn man zu opportunistisch ist.

Suchen

Nächster Schritt zum Job im Ausland ist es dann, konkrete Jobangebote zu finden. Initiativbewerbungen funktionieren eher selten. Schließlich sind die Hürden und Kosten für die Anstellung eines Expats ungleich höher als bei einem lokalen Bewerber. Und selbst zuhause reagieren Unternehmen kaum mehr auf Initiativbewerbungen. Deshalb sollte man folgende Möglichkeiten zum Aufspüren von passenden Stellen im Ausland nutzen.

Interne Stellenausschreibungen im eigenen Unternehmen

Am leichtesten ist der Wechsel ins Ausland innerhalb des eigenen Unternehmens. Sei es durch eine Entsendung, sei es mit einem neuen Vertrag im Zielland – man hat den Vorteil, dass man die Firma bereits kennt. Im Idealfall wird man selbst auch unternehmensweit geschätzt. Dann ist die Liste der internen Stellenausschreibungen eine gute Informationsquelle. Meistens findet sich diese in Form einer Website im Intranet. Oder man fragt regelmäßig in der Personalabteilung nach. Das hat den Vorteil, dass die Kollegen dort über die eigenen Pläne Bescheid wissen und ggf. proaktiv auf passende Stellen hinweisen können. Ohnehin werden viele Stellen nur pro forma ausgeschrieben.

Über Freunde und Kollegen

Deshalb ist das eigene Netzwerk oft der erfolgsversprechenere Weg. So kann man von offenen Jobs im Ausland erfahren, bevor sie ausgeschrieben sind. Zudem können die Kollegen auch Empfehlungen aussprechen. Mit etwas Glück hat man den Job fast schon sicher, wenn er ausgeschrieben wird. Das gilt unabhängig von der Frage, ob es um eine Stelle im eigenen oder einem anderen Unternehmen geht.

Externe Karriere-Websites von Unternehmen

Wenn man sich auf ein (oder wenige) Unternehmen festgelegt hat, lohnt es sich, deren Karriere-Websites regelmäßig zu besuchen. In der Regel befinden sich dort externe Stellenausschreibungen. Und meistens findet man auch gleich ein Online-Formular über das man sich bewerben kann. Offensichtlich ist dieser relativ anonyme Weg weniger aussichtsreich als der Weg über das eigene Netzwerk. Man muss also mit Absagen rechnen und sollte sich davon nicht entmutigen lassen.

Internationale Stellenbörsen

Führungspositionen im mittleren Management werden häufig auf internationalen Stellenbörsen im Internet ausgeschrieben. Zu den meistgenutzten gehören monster.com, stepstone.com und experteer.com. Dazu kommt eine Vielzahl von branchenspezifischen Jobportalen. Der Vorteil für den Bewerber ist, dass für die Ausschreibungen hier Kosten für die Unternehmen entstehen. Diese Investitionen sparen sich Firmen, wenn es sich nur um eine pro forma Ausschreibung handelt. Allerdings muss man zumindest bei einigen dieser Plattformen aus als Bewerber für die vielversprechendsten Serviceleistungen zahlen.

Lokale Job-Börsen

Neben den internationalen Jobportalen haben viele Länder auch lokale Anbieter. Dazu gehören zum Beispiel bayt.com in den Vereinigten Arabischen Emiraten oder jobcentral.com.sg in Singapur.

LinkedIn

Auch wenn Xing.com bemüht ist, sich einen internationalen Anstrich zu geben, ist die Plattform außerhalb des deutschsprachigen Raums kaum bekannt. International gesehen ist LinkedIn.com das erfolgreichste Karriereportal. Um sich über LinkedIn erfolgreich einen Job zu ergattern, ist ein gut gepflegtes Profil eine absolute Voraussetzung. Denn nahezu alle Recruiter nutzen LinkedIn als Informationsquelle über Bewerber.

Bewerben

Hat meinen Job im Ausland gefunden, für den man sich interessiert, muss man sich „nur noch“ erfolgreich bewerben. Dabei gibt es oft zahlreiche Unterschiede zur Vorgehensweise im Heimatmarkt.

Beispielsweise haben Lebensläufe oft einen anderen Aufbau – rückwärts chronologisch. Deutliche Unterschiede gibt es auch bei der Einbindung von Fotos. Während in manchen Ländern ein Profilbild erwartet wird, ist ein Bild in anderen Ländern – beispielsweise den USA – nicht erwünscht. Denn ein Bild könnte zu Vorurteilen und Diskriminierung führen. Gleiches gilt für die Gestaltung von Lebenslauf und Anschreiben. In manchen Ländern kann man mit einer ansprechenden Gestaltung punkten. Andere Länder und manche Firmen annonymisieren Lebensläufe und konvertieren sie in ein Standardformat bevor sie an den Hiring Manager gehen.

Das in Deutschland übliche System von Arbeitszeugnissen ist vor allem im angelsächsischen Raum nicht bekannt. Viele der heimlichen Codes und verklausulierten Informationen würden bei der Übersetzung ohnehin verloren gehen. Stattdessen erwartet man dort Referenzen, die von einem Recruiter angerufen werden können. Das können (ehemalige) Professoren, Kollegen, Mitarbeiter oder Führungskräfte sein.

Vor der Bewerbung sollte man sein LinkedIn auf Vordermann bringen. Ein wichtiges und viel zu selten genutztes Feature ist die Möglichkeit, fremdsprachige Unterprofile einzurichten. Statt deutsch und englisch zu mischen, sollte man für jede Sprache ein Unterprofil einzurichten. Selbstverständlich schadet es nicht, ein gut gepflegtes Profil in der Landessprache des Ziellandes zu haben – sofern man die Sprache gut genug beherrscht.

Man sollte sich auf eine ganze Reihe von Bewerbungsgesprächen einstellen. Aus Kostengründen werden die ersten Runden sicherlich über Skype oder eine ähnliche Software abgewickelt. Man sollte damit rechnen, dass dabei die Kamera eingeschaltet wird. Deshalb sollte man nicht nur auf ein ansprechendes Äußeres, sondern auch auf einen positiv wirkenden Bildhintergrund achten. Für die finalen Interviews kann es auch sein, dass man anreisen muss. Diese Reise kann man eventuell gleich als Look & See Trip nutzen.

Alternative: Selbständigkeit

Eine Selbständigkeit kann eine Alternative zur Anstellung im Ausland sein. Allerdings ist eine Firmengründung wohl der schwierigste und ristkanteste Weg, einen Job im Ausland auszuüben – insbesondere dann, wenn man keine Erfahrung als Unternehmer hat.

Johannes

Expat in Los Angeles, Dubai und Kopenhagen.

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