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Ramadan in Dubai – ein Erfahrungsbericht

Ramadan in Dubai - geschäftiges Bling-Bling weicht Ruhe und Besinnung.

Der Ramadan ist ein heiliger Monat für Muslime in aller Welt. Er ist eine Zeit des Fastens und der Besinnung und beeinflusst das Leben in Dubai auch für Expats deutlich. Stark vereinfacht lässt sich der Ramadan mit der Vorweihnachtszeit vergleichen, die ursprünglich auch eine Fastenzeit war. Sobald der Ramadan in Dubai beginnt, verändert sich der Charakter der Stadt.

Entscheidend ist der Mond

Der Ramadan ist der neunte Monat des islamischen Mondkalenders. Sein Beginn verschiebt sich „in unserem Kalender“ jedes Jahr um etwa 11 Tage nach vorne. Zwar lässt dich der Termin einigermaßen vorausberechnen, sodass man die Ramadan-Termine der nächsten Jahre mit einer Genauigkeit von +/- 1 Tag vorhersagen kann. So ergeben sich folgende Termine:

  • 2020 beginnt der Ramadan um den 24. April
  • 2021 beginnt der Ramadan um den 13. April

Das genaue Datum kann sich von Ort zu Ort unterscheiden und hängt davon ab, wann sich nach dem Neumond erste Anzeichen einer neuen Mondsichel beobachten lassen. Konkret bedeutet das, dass die entsprechenden Feiertag erst wenige Tage vorher – manchmal sogar erst am Vortag – festgesetzt werden. Für Expats macht das die Urlaubsplanung nicht unbedingt einfacher.

Der Ramadan beginnt in der Regel mit einem Feiertag und endet mit dem dreitätigen Zuckerfest „Eid al-Fitr“.

Kein Essen, Trinken, Rauchen, Fluchen

Während des Ramadans fasten Muslime. Fasten bedeutet in diesem Fall der Verzicht auf Essen und Trinken von Sonnenaufgang (also sobald der erste Sonnenstrahl am Horizont erkennbar ist) bis Sonnenuntergang (also bis kein Sonnenstrahl mehr zu sehen ist). Kaffee, Rauchen, aber auch Fluchen ist rund um die Uhr verboten. Und Alkohol ist ohnehin ganzjährig tabu. Zusätzlich zum Fasten sind im Ramadan Gebete, milde Gaben und großzügige Spenden üblich. Die überwiegende Mehrheit der Muslime hält sich auch streng an diese Vorgaben.

Touristen und nicht-muslimische Expats müssen sich – ebenso wie Reisende, Schwangere und Kinder – zwar nicht an diese Fastenregeln halten. Dennoch ist es verboten, in der Öffentlichkeit zu essen, trinken oder rauchen. Denn sonst könnte man ja einen Muslim in Versuchung führen. Für einen kleinen Snack muss man sich also versteckten Ecken oder private Räume verdrücken. Der Ramadan in Dubai hat also auch auf Touristen und Expats spürbaren Einfluss.

Dubai verändert sich

Während des Ramadans ist Dubai eine ganz andere Stadt als im restlichen Jahr. Viele Gebäude und öffentliche Gebäude werden festlich geschmückt. Grelles Bling-Bling weicht dem warmen Schein von arabischen Laternen. Restaurants und zahlreiche Geschäfte sind während des Tages geschlossen. Teilweise nutzen sie den Monat auch für Renovierungsarbeiten und öffnen erst nach Eid al-Fitr wieder.

Viele Expats verlassen die Stadt – sei es für Geschäftsreisen, sei es für Besuche in der Heimat, sei es für Urlaubsreisen. Dubai leert sich während des Ramadans geradezu. Über die eigentlich hektische Metropole am Golf legt sich eine fast schon besinnliche Ruhe. Insbesondere tagsüber wirkt die Stadt beinahe wie ausgestorben.

Iftar – das Fastenbrechen am Abend

Kurz vor Sonnenuntergang ist es allerdings aus mit der Besinnlichkeit. Wenn sich die Sonne dem Horizont nähert, steigen die Unfallzahlen sprunghaft an. Denn dann eilen tausende hungrige unterzuckerte, schlecht gelaunte Autofahrer zum abendlichen Fastenbrechen „Iftar“. Die Einwohner Dubais feiern Iftar gemeinsam mit ihren Familien, Freunden oder Geschäftspartnern und man möchte keine Sekunde länger als nötig auf das Abendessen warten.

Der Zeitpunkt des Sonnenuntergangs wird in den Medien veröffentlicht und ist sekundengenau bekannt. Natürlich gibt es auch Apps, die dabei helfen, keinen Moment zu lange auf das Fastenbrechen zu warten. Allerdings muss man berücksichtigen, dass man in den oberen Stockwerken der vielen Hochhaustürme Dubais, weiter über den Horizont sehen kann als am Boden. Deshalb kann man die Sonne länger sehen und muss pro 10 Stockwerke eine Minute länger warten.

Viele Hotels und Restaurants bieten üppige Iftar Büffets mit Datteln, Linsensuppe, gegrilltem Lamm und natürlich einer Vielzahl von süßen Nachspeisen wie Umm Ali an. Diese Buffets sind auch bei Expats und Touristen sehr beliebt. Gerüchten zufolge steigt der Nahrungsmittelverbrauch während des Ramadan in Dubai – also einer Fastenzeit – um 50% an.

Ramadan in Dubai = Shopping in Dubai

Ramadan ist Schnäppchenzeit. Nahezu alle Unternehmen bieten in diesem Monat umfangreiche Discounts an. Coca-Cola-Familienpackungen, Flachbildfernseher, Weber-Grills, Reisen und Mode – werden im Ramadan zu deutlich günstigeren Preisen als im restlichen Jahr angeboten. Auch bei Autos und Möbeln gibt es satte Preisnachlässe. Expats, die den Ramadan in Dubai verbringen und entsprechende Anschaffungen in diesen Zeitraum verschieben, können so eine Menge Geld sparen.

Ramadan am Arbeitsplatz

Auch das Arbeitsleben in Dubai verändert sich während des Ramadans deutlich. Kantinen, Kaffeeküchen und Snackautomaten werden geschlossen oder zumindest so mit Tüchern verhängt, dass man sie von außen nicht einsehen kann. Viele Büros haben reduzierte Öffnungszeiten – meistens von 9:30 bis 13:30. In den meisten Branchen bedeutet das allerdings für nicht-Muslime nicht unbedingt, dass sich das Volumen der Arbeit reduziert. Denn die Arbeit muss ja nach wie vor gemacht werden und viele muslimische Kollegen sind im Ramadan nicht so leistungsfähig wie sonst. Mit leerem Magen und ohne ausreichend Schlaf – denn große Teile der Nacht werden für Mahlzeiten genutzt – arbeitet es sich eben nicht wirklich gut. Natürlich schlägt sich das auch auf die Laune von Kollegen aus. Kontroverse Themen und schwierige Entscheidungen sollte man im Ramadan – soweit möglich – vermeiden.

Ramadan in Dubai – Mein Selbstversuch

Aus Neugier und Respekt vor meinen Kollegen habe ich während meiner Zeit in Dubai versucht, mich zwei Tage an das Fastengebot des Ramadan zu halten. Seither habe ich für die schlechtgelaunten Kollegen ein sehr großes Verständnis. Der Hunger wäre noch verschmerzbar gewesen. Bei Temperaturen nahe der 50 Grad-Marke für 15 bis 18 Stunden ohne Getränke auszukommen, war für mich schon Folter genug. Dazu kamen beinahe unerträgliche Kopfschmerzen aufgrund des plötzlichen Koffeinentzugs. Einfach eine Aspirin nehmen? Ging auch nicht, weil es quasi Essen gewesen wäre. Viel länger als die zwei Tage hätte ich wahrscheinlich nicht geschafft. Und das Fluchverbot habe ich sowieso schon nach wenigen Stunden gebrochen.

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Arbeiten in Dänemark | Was Expats unbedingt wissen müssen

Arbeiten in Dänemark

Wer schon einmal seinen Sommerurlaub in Dänemark verbracht hat, wird den Gedanken nicht los, wie es wäre in Dänemark zu arbeiten. Gut gelaunte Menschen, sanfte Dünenlandschaften, kein Stress, ein starkes Sozialsystem und familienfreundliche Unternehmen machen das Arbeiten in Dänemark attraktiv. Allerdings: Knapp die Hälfte der Dänen leben und arbeiten in und um Kopenhagen auf der dänischen Hauptinsel Sjælland (resp. Seeland). Arbeiten in Dänemark ist oft gleichbedeutend mit arbeiten in Kopenhagen. Die dänische Hauptstadt ist schlicht traumhaft schön. Doch Vorsicht: ein Urlaub in Jütland hat wenig mit dem Arbeitsleben in Kopenhagen zu tun. Und nicht alle Gerüchte über das Arbeitsleben in Dänemark sind wahr.

Voraussetzungen für das Arbeiten in Dänemark

Dänemark ist Mitglied der Europäischen Union und des Schengen-Raums. Dementsprechend greift die Freizügigkeit innerhalb der EU. Deutsche und Österreicher brauchen also keine Arbeitserlaubnis, um in Dänemark zu arbeiten. Dennoch ist eine EU-Aufenthaltsbescheinigung erforderlich, wenn der Aufenthalt in Dänemark mehr als 3 Monate dauert. Diese erhält man ohne größere Probleme in der Verwaltung der Kommune, in der man wohnt.

CPR-Nummer und NemID

Der dänische Staat führt ein zentrales Personen Register (Centrale Person Register, kurz CPR). Jeder Einwohner erhält eine Nummer, ähnlich der Social Security Number in den USA. Die Nummer besteht aus dem sechsstelligen Geburtsdatum (TTMMJJ), einem Bindestrich und einer vierstelligen laufenden Nummer. An der letzten Zahl kann man erkennen, ob die Person männlich oder weiblich ist. Eine gerade Zahl bedeutet Frau, eine ungerade Zahl bedeutet Mann.

Ohne diese CPR Nummer geht gar nichts. Arbeiten in Dänemark, dänisches Bankkonto, Arztbesuche, Pensionskasse – alles erfordert eine CPR Nummer. Auf Basis der CPR Nummer erhält man auch eine NemID. Diese „einfache ID“ wir für nahezu jeden online Login in Dänemark benötigt – von der Steuererklärung, über Formuare bei Behörden, dem universellen online Postfach e-Boks bis zum Online-Banking. Als Username dient die CPR Nummer. Zusätzlich erhält man eine Karte mit TANs. Die NemID wird in der Regel in Verbindung mit einem Bankkonto beantragt.

Einkommen + Steuern

Das Gehaltsniveau in Dänemark liegt mit durchschnittlich ca. 4800 Euro pro Monat bzw 500.000 Kronen pro Jahr brutto deutlich über dem deutschen Gehaltsniveau, das bei vergleichsweise niedrigen 3500 Euro im Monat liegt. In manchen Jobs können Expats in Dänemark also durchaus zum Einkommensmillionär (in dänischen Kronen) werden. Allerdings geht ein großer Teil des Einkommens direkt an die Steuerbehörde SKAT. Die Steuerlast besteht aus nationaler Steuer, Kommunalsteuer und Gesundheitsbeitrag. Bei Mitglieder der evangelisch-lutherischen dänischen Landeskirche wird auch eine Kirchensteuer erhoben. Der Spitzensteuersatz von 55% ist schon ab einem Jahreseinkommen 459.200 Kronen – also unterhalb des dänischen Durchschnittseinkommens – fällig. Hinzu kommen 8% Arbeitsmarktabgabe. Schlimmstenfalls geht also deutlich mehr als 60% des Gehaltsschecks direkt an den Staat. Es ist also nicht verwunderlich, dass in dänischen Familien meist beide Partner einen Vollzeitjob haben.

Um für ausländische Führungskräfte und Wissenschaftler nicht völlig unattraktiv zu sein, gibt es ein für diese Gruppe ein spezielles Steuermodel. Sofern eine Reihe von Bedingunen – wie ein relativ hohes Einkommen – erfüllt werden, zahlt man beim sogenannten „Professoren-Schema“ man nur 27% Steuern + 8% Arbeitsmarktabgabe. Dafür sind keinerlei Abschreibungen möglich.

Unabhängig vom Steuermodel empfiehlt es sich, in eine Pensionskasse einzuzahlen. Vom hohen Bruttoeinkommen bleibt also netto wenig übrig.

Lebenshaltungskosten

Dem verbleibenden Nettoeinkommen stehen hohe Lebenshaltungskosten gegenüber. Arbeiten in Dänemark muss man sich erst einmal leisten können. Dänen kaufen sich ihre Wohnungen oft in jungem Alter. Dadurch ist die Eigentumsquote hoch und der Mietmarkt klein. Das treibt die Mieten in die Höhe. Im Vergleich zu Kopenhagen und Umgebung sind Mietwohnungen in München eher günstig.

Auch Lebensmittel und Produkte des täglichen Gebrauchs sind deutlich teurer als in Deutschland. Das liegt nicht zuletzt an der Mehrwertsteuer von 25%, die auf alle Produkte erhoben wird. Einen vergünstigten Mehrwertsteuersatz gibt es nicht. Alkohol ist wie in allen skandinavischen Ländern fast schon schmerzhaft teuer.

Die Kosten für Dienstleistungen sind oft exorbitant hoch. Ein Haarschnitt für Herren kann leicht umgerechnet 80 Euro kosten – und das nicht bei einem Star-Stylisten sondern bei einem bodenständigen Friseurhandwerker. Wie überall liegen die Preise für Damenhaarschnitte noch einmal deutlich höher.

So mancher Dänemark Expat fährt regelmäßig am Wochenende über die deutsche Grenze, lässt sich günstig die Haare schneiden und packt sich das Auto bis unters Dach voll mit Einkäufen. Auf der Autobahn kann man dann so manches Fahrzeug sehen, das bis zum zulässigen Gesamtgewicht mit Bierdosen beladen ist.

Auto oder Firmenwagen – purer Luxus

Für diese Tyskland-Touren benötigt man natürlich ein Auto. Anders als in Deutschland ist der Besitz eines Autos – insbesondere in Kopenhagen – keineswegs Standard. Kopenhagener fahren lieber Fahrrad – egal bei welchem Wetter. Und wenn man schon ein größeres Fahrzeug anschafft, dann vielleicht eher ein Boot als ein Auto.

Im Zweifel ist ein Boot auch günstiger als ein Auto. Denn bei der Erstanmeldung eines Autos schlägt SKAT wieder erbarmungslos zu. Auf die ersten 82.800 DKK – gerade einmal etwas mehr als 11.000 Euro – des Listenpreises erhebt der Fiskus 105% Steuer. Für jede Krone, die der Listenpreis über dieser Marke liegt, werden 150% Luxussteuer kassiert. Importiert man einen Geprauchtwagen nach Dänemark, fallen diese Steuern auf den Wiederverkaufswert an (Siehe auch: Nehme ich mein Auto mit ins Ausland?). Kauft man einen Gebrauchtwagen in Dänemark, dann ist die bereits bezahlte Registrierungsgebühr Teil des Wertes des Wagens. Entsprechend hoch ist der Preis.

Bei Firmenwagen werden 25% des Listenpreises pro Jahr (bzw. 2,08% pro Monat) als geldwerter Vorteil und damit zu versteuerndes Einkommen gewertet. Darauf wird dann der reguläre Steuersatz angewendet, selbst wenn man das „Professoren-Schema“ nutzt.

Sozialversicherungen

Krankenversicherungsbeiträge werden in Dänemark als Steuer bezahlt. Die Versicherung deckt ärztliche Untersuchungen und Behandlungen ab. Medikamente muss man mit wenigen Ausnahmen selbst zahlen. Es gibt zwar private Zusatzversicherungen. Allerdings sorgen diese in der Regel nur dafür, dass man schneller einen Termin beim Arzt bekommt. Das Leistungsspektrum erweitert sich durch eine Privatversicherung kaum.

Eine weitere Säule des dänischen Sozialversicherungssystems sind Pensionskassen. Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer leisten Beiträge. Oft zahlen Firmen 8% des Lohns in eine Pensionskasse, wenn man selbst 4% einzahlt. Die eigenen Beiträge werden aus dem bereits versteuerten Einkommen geleistet. Dafür wird die Rente dann steuerfrei ausgezahlt. Expats haben hier eine Wahlmöglichkeit, wenn davon auszugehen ist, dass man nur vorübergehend in Dänemark lebt und arbeitet. Man zahlt die Beiträge aus dem unversteuerten Einkommen. Das angesparte Geld erhält man dann als Ganzes ausgezahlt, wenn man Dänemark verlässt. Allerdings muss die Gesamtsumme dann versteuert werden. Diese Expat-Variante wird als „nicht genehmigter Plan“ bezeichnet.

Urlaubs- und Feiertage

Arbeitnehmern in Dänemark stehen in der Regel mindestens 25 Urlaubstage zur Verfügung. In dänischen Arbeitsverträgen steht oft lapidar „Der Anspruch auf Urlaubstage wird vom Urlaubsabspruchsgesetz geregelt“. Dahinter verbirgt sich allerdings eine kleine Falle für Expats. Denn die Zahl der Urlaubstage im Vertrag regelt zunächst einmal nur eine Anzahl unbezahlter Urlaubstage. Und die Bezahlung während der Urlaubszeit muss man sich erst erarbeiten.

Das funktioniert folgendermaßen: Arbeitgeber zahlen zusätzlich zum Lohn bzw. Gehalt 12,5% auf ein „Ferienkonto“ ein. Aus diesem Ferienkonto wird die Bezahlung während des Urlaubs im folgenden Jahr finanziert – egal ob beim gleichen oder einem anderen Arbeitgeber. Das Problem dabei: Im ersten Jahr des Arbeitens in Dänemark ist das Ferienkonto leer. Man darf zwar die festgelegte Anzahl von Tagen freinehmen, wird aber in dieser Zeit nicht bezahlt. Angesichts der hohen Lebenshaltungskosten und Steuern, bleibt einem fast nichts übrig, als das erste Jahr ohne Urlaub durchzuarbeiten. Vorteil für Expats: verlässt man Dänemark wieder, erhält man die angesparte Summe vom Ferienkonto ausgezahlt.

Gesetzliche Feiertage sind natürlich im ersten Jahr frei. Die Liste der Feiertage umfasst:

  • Neujahr
  • Gründonnerstag + Karfreitag
  • Ostersonntag + Ostermontag
  • Buß- und Bettag
  • Christi Himmelfahrt
  • Pfingstsonntag + Pfingstmontag
  • 1. + 2. Weihnachtsfeiertag

Arbeitszeit

Dänemarks Reputation als familienfreundliches Land trifft im Bezug auf die Arbeitszeit voll und ganz zu. Die Regelarbeitszeit beträgt durchschnittlich 37 Wochenstunden. In der Praxis ist nahezu jeder ab 8:30 Uhr im Büro. Spätestens um 16:30 Uhr wird der Heimweg angetreten. Zeit für die Familie ist in Dänemark heilig – egal was im Job noch zu tun wäre. Dafür wird während der Arbeitszeit umso konzentrierter gearbeitet.

Arbeitskultur – Hygge am Arbeitsplatz

Kulturschocks können auch bei kleinen Unterschieden zur eigenen Kultur auftreten. Je kleiner die Unterschiede, desto schwieriger kann es sein, den Kulturschock zu überwinden (siehe auch: Kultursimulation Barnga). Am dänischen Arbeitsplatz fällt nimmt der Kulturschock für Deutsche allerdings beträchliche Ausmaße an. Zu deutlich sind die Unterschiede in der Arbeitskultur.

Dänen sind sehr konsensorientiert – böse Zungen sagen: „konfliktscheu“. Beim Arbeiten in Dänemark äußert sich das in Form einer geringen Entscheidungsfreudigkeit der dänischen Führungskräften. Jeder vermeintlich unbedeutende Beteiligte wird zu seiner Meinung befragt. Aus der Menge der Einzelmeinungen bildet sich ein kleinster gemeinsamer Nenner. Das liegt auch am dänischen Konzept der Gleichheit. Jedem wird – unabhängig von Hierarchiestufen – der gleiche Wert beigemessen. „Flache Hierarchien“ werden in Dänemark auf eine ganz eigene Art und Weise gelebt. Positiv ausgedrückt: es wird mehr miteinander statt gegeneinander gearbeitet. (Siehe auch: Hygge im Büro)

Gleichberechtigung

In skandinavischen Ländern gehört die Gleichberechtigung zu den wichtigsten Werten der Gesellschaft – und das nicht nur auf dem Papier. So auch in Dänemark. Weibliche Führungskräfte sind die Norm, keine Ausnahme. Das gilt auch für die oberste Führungsebene. Umgekehrt gilt das auch für die Aufgabenteilung innerhalb von Familien. Während man als Mann in Deutschland schräge Blicke ernten würde, wenn man früher das Büro verlässt, weil man sich um die Kinder kümmern muss, ist das in Dänemark absolut normal. Ein weiterer relevanter Punkt im Bezug auf die Gleichberechtigung ist die Tatsache, dass in der Regel beide Ehepartner berufstätig sind. Wegen der Steuern ist das in den meisten Fällen finanziell auch notwendig.

Internationalität

Als vergleichsweise kleines Land mit hohem Ausbildungsstandard ist Dänemark kaum auf Expats angewiesen. Zumal durch eine starke Umverteilung auch niedrig qualifizierte Jobs für Einheimische attraktiv sind. Der Ausländeranteil liegt mit 8,1% deutlich unter dem deutschen Wert (11,3%). Zwar gibt es Branchen mit starkem internationalen Einfluss. Zwischen den skandinavischen Ländern findet ein gewisser Austausch statt. Und auch aus dem Baltikum gibt es Migrationsbewegungen.  Dennoch ist Dänemark weniger international als andere westeuropäische Länder. Das liegt auch daran, dass sich das relativ kleine Land nicht für jeden Expat mit Karriereambitionen gleichermaßen eignet (siehe auch: Jobwechsel ins Ausland – Karriere Turbo oder Karriere Killer).

Die dänische Sprache ist zwar nicht ganz leicht. Trotzdem stellt die Spache für Expats nur selten ein Hindernis dar. Zum einen hat jeder Ausländer, der in Dänemark lebt, Anspruch auf bis zu 3 Jahre kostenlosen Dänischunterricht. Zum anderen sprechen fast alle Dänen sehr gut englisch. Grund dafür: wegen der kleinen Bevölkerungszahl werden Hollywood Filme und amerikanische Serien nicht synchronisiert und die meisten englischsprachigen Bücher nicht ins Dänische übersetzt. Dänen wachsen also mit Englisch als Zweitsprache auf.

In den vergangenen Jahren hat sich die dänische Politik stark nach rechts bewegt. 2015 wurde die sozialdemokratische Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmitt von einem rechtsgerichteten Bündnis um ihren Nachfolger Lars Løkke Rasmussen abgelöst. Stärkste Partei bei der Wahl wurde die Danske Folkeparti, die nur deshalb nicht den neuen Ministerpräsidenten stellte, weil sie selbst zahlreichen Koalitionären zu weit rechts im politischen Spektrum angesiedelt ist. Dänemark ist bei weitem nicht so weltoffen, wie sein Ruf.

Arbeiten in Dänemark – jenseits der Klischees

Das verbreitete Bild vom weltoffenen, familienfreundlichen Land mit glücklichen, gutaussehenden Menschen und hohem Lebensstandard ist sicherlich etwas verkürzt, respektive naiv, Es ist aber auch nicht komplett falsch. Wie attraktiv es ist, in Dänemark zu leben und zu arbeiten, hängt stark von den eigenen Zielen und der eigenen Persönlichkeit ab.

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Wie verändert dich das Leben im Ausland? [Neue Studie]

Studie: Leben im Ausland

Egal ob Japan, Dänemark, USA, Vereinigte Arabische Emirate oder Südafrika – das Leben im Ausland verändert die Persönlichkeit von Expats. Dabei spielt die jeweilige Kultur des Gastlandes eine gewisse Rolle. Schließlich ist die Erfahrung, die ein Expat macht, von Land zu Land verschieden. Und jeder Expat macht unterschiedliche Erfahrungen. Es gibt allerdings eine Eigenschaft, die fast alle Expats gemeinsam haben. Welche?

Studie zur Expat Persönlichkeit

Wissenschaftler der Rice University haben sich in Zusammenarbeit mit der renommierten Columbia University und der University of North Carolina mit der Frage beschäftigt, welchen Einfluss das Leben im Ausland auf Expats macht. In einer Studie zur Persönlichkeit von Expats analysierten sie eine Reihe von Frage und verglichen die Antworten von (ehemaligen) Expats und Menschen ohne Auslandserfahrung. Ihre Erkenntnisse veröffentlichten sie im März 2018 unter dem vielsagenden Titel „Der kürzeste Weg zu sich selbst führt um die Welt herum„.

Wie verändern sich Menschen nach mindestens einem Umzug ins Ausland in ihrer Biographie im Vergleich mit Menschen, die nie im Ausland lebten? Wie unterscheidet sich eine Expat Persönlichkeit von jemandem, der allenfalls für ein paar kurze Urlaube im Ausland war? Was zeichnet eine Expat Persönlichkeit aus?

Leben im Ausland stärkt Selbstreflektion

Durch die Erfahrungen und Einflüsse verschiedener Kulturen entwickeln Expats eine deutlich stärkere Fähigkeit, sich selbst und die Elemente der eigenen Kultur zu hinterfragen. Ein ordentlicher Kulturschock trägt sicherlich auch dazu bei. Wie in der Kultursimulation Barnga machen Expats während ihres Lebens im Ausland die Erfahrung, dass Regeln, Verhaltensmuster und Konventionen von Land zu Land unterschiedlich sind. Und dass all diese Elemente einer Kultur in sich richtig sind, auch wenn sie sich von dem unterscheiden, was man zuhause gelernt hat. Das führt dazu, dass man auch die eigene Kultur und sich selbst in einem anderem Licht sieht. Selbsterkenntnis ist bekanntermaßen der erste Schritt zur (ständigen) Verbesserung. In vielen Firmen wird diese Fähigkeit als Basis für Growth Mindset geschätzt.

Weitere Details unter: https://www.eurekalert.org/pub_releases/2018-03/ru-sla032018.php

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Jumeirah Jane – die Expat-Woche in Dubai

Jumeirah Jane

Als Jumeirah Jane bezeichnet man eine (meist britische) Ehefrau eines gut verdienenden Dubai-Expats. Einerseits genießt sie dank Maid, Gärtner und Pool Boy ein sorgenfreies Leben in einer teuren Villa. Andererseits hat sie dadurch auch keinerlei Aufgabe und ist ständig gelangweilt. Die typische Woche einer Jumeirah Jane verläuft ungefähr so:

Samstag.

For fuck’s sake. Diese Kopfschmerzen sind kaum auszuhalten. Dabei war der Friday Brunch gestern doch relativ zivilisiert. Es waren höchstens zwei Flaschen Moet. Naja, ok, vielleicht auch drei. Bubbles sind im Preis enthalten und zum Friday Brunch geht man ja schließlich nicht wegen des Essens. Was poltert die doofe Maid eigentlich  so laut rum. Um diese Zeit. Es ist noch nicht mal halb vier. Kein Wunder, dass der Schädel brummt. Wieder einschlafen wird auch nix. Dafür ist es zu hell. Was muss diese Scheiß-Sonne auch so bescheuert durch die Fenster scheinen. Kann nicht mal jemand einen Sonnenschirm über ganz Emirates Hills aufspannen? Kann doch nicht so schwer sein. Aspirin ist auch leer. Am besten die Maid geht gleich zur Apotheke. Dann kann sie auch nicht mehr rumpoltern.

Sonntag.

Harry, der Mann von Jumeirah Jane, ist früh zu einer Geschäftreise nach Jordanien aufgebrochen. Schon wieder. Arbeiten in Dubai heißt für Harry mindestens zweimal pro Monat im Flieger nach Riad, Maskat oder Amman sitzen. Die Maid muss deshalb heute auf jeden Fall das Bett frisch überziehen. Hat sie bestimmt schon 5 Tage nicht mehr gemacht. Muss man die denn an alles erinnern? Und wo sind denn schon wieder die Autoschlüssel? Am Schlüsselbrett hängen nur die vom BMW. Aber diese Blöße gibt sich eine Jumeirah Jane nur, wenn es nicht anders geht. Es könnte ja sein, dass Gwendolyn – diese Zicke – auch dort ist. Ah, da. In der Handtasche von gestern. Jetzt aber schnell mit dem Porsche Cayenne zum Shopping in der Dubai Mall. Eigentlich gehen da ja nur Touristen hin. Aber der Fendi Laden in der Mall of the Emirates wird gerade renoviert. Und das Mirdiff City Center geht schließlich gar nicht. Auf dem Rückweg zum Parkhaus gibts noch schnell einen Detox Weizengras Shot.

Wenigstens hat Wayne am Nachmittag noch einen Termin frei. Gym ohne Personal Trainer ist einfach nix halbes und nix ganzes. Auf das Training könnte sie zwar heute gut verzichten – schon wegen der noch Kopfschmerzen, die immer noch nicht ganz weg sind. Aber Wayne ist halt ein ziemliches Schnuckelchen und der Anblick seines Hinterns entschädigt für die Plackerei.

Montag.

Wie oft muss man dem Poolboy denn noch erklären, dass er nur die verwelkten Frangipaniblüten aus dem Pool fischen soll. Das nervt echt kolossal.

Harry ist zurück. Gott sei dank hat er Wein vom Duty Free mitgebracht. In den Alkoholgeschäften innerhalb von Dubai kann man ja maximal 5% des Einkommens in Alkohol umsetzen. Wer soll denn damit auskommen? For fuck’s sake. Das Leben in Dubai ist echt hart.

Die Maid kocht zwar echt gut, aber eben hauptsächlich asiatische Gerichte. Indisch kann sie nicht. Also wird heute – wie ungefähr 3 Mal die Woche – bestellt. Let me repeat your order, boss lady. One Gobi Manchurian, one Chicken Chettinadu, one Lamb Vindaloo, two piece Naan. 20 minutes. Thank you, lady boss.

Dienstag.

Keine Lust auf Golf. 20 Minuten auf der Driving Range reichen ja auch. Und danach im Club House einen Lemon Mint. Der Fisch von der Tageskarte ist schon wieder aus. Es ist zum Verzweifeln.

Wenigstens hat Jennifer am Nachmittag noch einen Termin frei. Es gibt aber auch ums Verrecken sonst keine Hair Stylistin, die blonde Haare kann. Und heute abend ist Ladies Night. Mal wieder zum Barasti Beach. Undenkbar dort aufzutauchen, ohne vorher beim Friseur gewesen zu sein. Hoffentlich ist Gwendolyn krank.

Mittwoch.

Ausschlafen. Eine Runde Golf im Montgomerie. Gwendolyn – diese Zicke – hat schon wieder eine neue Prada Tasche. Die ist mit Sicherheit aus Karama. Sieht sowas von Fake aus. Passt zu ihr.

Oh, fast vergessen: auf dem Rückweg unbedingt noch zum African Eastern. Das Heinecken ist fast alle. Und diese Woche kosten 24 Dosen nur 187 Dirham. Außerdem ist ja bald Ramadan. Besser vorher die Vorräte aufstocken.

Am Abend geht es mit dem Premium Entertainer Gutscheinbuch zum Nobu im Atlantis. Das Atlantis ist bekanntlich das Hotel in Dubai, das noch künstlicher wirkt als die aufgespritzten Lippen von Gwendolyn. Schlimm sowas.

Donnerstag.

Der Porsche sieht aus wie Sau. Getankt werden muss auch. Also gehts zur Tankstelle. Fenster runter. Ja, volltanken bitte. Fenster rauf. Fenster runter. 137 Dirham, Maam. Stimmt so. An der Waschanlage ist schon wieder eine Schlange von 3 Autos. Eine Jumeirah Jane lässt sich sowas nicht bieten. Eigentlich muss man sich mal beschweren. Soll Harry nächstes Mal machen, wenn er das Auto waschen lässt.  Die Jungs, die das Auto abtrocknen und innen reinigen, sollen sich mal beeilen. Schließlich muss man in dieser Zeit ja aussteigen und die Hitze ist heute echt unerträglich.

Wenigstens hat Naomi am Nachmittag noch einen Termin frei. Eine Woche ohne Nail Spa geht ja gar nicht. Und morgen ist ja auch schon wieder Wochenende. Gwendolyn ist auch da. Gemeinsam wird über Zoe gelästert. Wofür hat man denn sonst eine beste Freundin, wenn nicht fürs Lästern.

Freitag.

Thank god it’s Friday. For fuck’s sake. Die Typen vom Valet Parking stellen sich heute aber wieder an, wie französische Zöllner beim Bummelstreik. Kann ja wohl nicht sein. Gwendolyn hat bestimmt schon die erste Flasche Moet halb geleert. Die säuft ja wie ein Loch. Wenigstens ist der reservierte Tisch nicht weit vom Austernbuffet. Wo bleibt denn der Champagner? Glaubt ihr vielleicht, dass irgendwer wegen des Essens zum Friday Brunch ins Madinat kommt?

Das Leben als Jumeirah Jane ist schon hart. Aber wenigstens ist man keine Mirdiff Molly. Die muss sich ja um ihren Haushalt selbst kümmern.

Ein ernstes Problem

Auch wenn sich das alles vergnüglich anhört, gibt es doch einen sehr ernsten Kern. In der Regel ist in Dubai nur eine Ehepartner berufstätig. Service Personal nimmt dem nicht berufstätigen Partner nahezu alle Arbeit ab. Das führt zu Langeweile und Depressionen. Ein oft unterschätztes Problem.

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Frauenrechte in Dubai und Abu Dhabi

Frauenrechte in Dubai und Abu Dhabi

Eine der wichtigsten Fragen, die angehende VAE Expats stellen lautet: „Wie sieht es mit den Frauenrechten in Dubai? Unterscheiden sich Frauenrechte in Dubai und in Abu Dhabi?“ Zunächst denkt man dabei an das alltägliche Leben der Frau. Darf ich Autofahren? Muss ich Burka, Nikab, Tschador, Hijab oder sonst irgendeinen Schleier tragen? Darf ich mich alleine frei bewegen? Darf ich als Frau in Dubai arbeiten? Wer sich mit dem Thema etwas tiefergehend befasst, denkt auch an nicht alltägliche Situationen wie eine Scheidung oder ein Todesfall.

Absolutistischer Staat

Zunächst ist es – für Frauen und Männer – wichtig zu verstehen, dass das Rechtssystem der Vereinigten Arabischen Emirate nicht mit europäischen Rechtssystemen zu vergleichen ist. Die Basis ist schlicht eine andere: auf der einen Seite muslimische Traditionen und die Sharia auf der anderen Seite christlich-abendländischen Tradition. Hinzu kommt, dass der Scheich an der Spitze des Staates ein absolutistischer Herrscher ist. Einer der Titel, die er trägt ist „Ruler“. Er ist also derjenige, der die Regeln macht – und zwar weitestgehend nach Gutdünken und gelegentlich auch rückwirkend. Die VAE sind keine Demokratie.

Jedes Emirat hat seinen eigenen Scheich bzw. Emir. Dadurch gibt es auch rechtliche Unterschiede zwischen den Emiraten. Hinzu kommt, dass Menschen aus unterschiedlichen Herkunftsländern unterschiedlich behandelt werden. Vor dem Gesetz sind nicht alle gleich. Diese Ungleichbehandlung geht leider oft zu Lasten von Frauen aus Ländern, die wirtschaftlich weniger entwickelt sind. Die folgenden Beobachtungen zu Frauenrechten in Dubai und Abu Dhabi gelten dementsprechend leider nur für Europäerinnen und Amerikanerinnen.

Frauenrechte im Alltag

Im Alltag gibt es für Expat-Frauen kaum Einschränkungen der Frauenrechte in Dubai und Abu Dhabi. Man muss keinen Schleier tragen. Frauen dürfen Auto fahren, sofern ihr Sponsor zustimmt. Und ihre Bewegungsfreiheit ist auch in keiner Weise eingeschränkt. Insofern wirken Dubai und Abu Dhabi wie westliche Städte – insbesondere in den Wohnvierteln, in denen man vorwiegend auf Expats trifft. Wobei Dubai etwas liberaler ist als Abu Dhabi. Manche Expats sagen sogar, dass Dubai das bessere London sei.

In Geschäften und Behörden werden Frauen sehr freundliche behandelt. Oft gibt es eigene Schalter und Schlangen für Frauen. Die Wartezeit dort ist in der Regel kürzer als für Männer.

Allerdings ist es nicht so, dass es gar keine Einschränkungen gibt – und zwar für Frauen und Männern. Jeder öffentliche Ausdruck von Zuneigung ist verboten. Küssen in der Öffentlichkeit ist also nicht gestattet.Theoretisch gilt das auch für Händchenhalten. Allerdings wird das aktuell gedultet.

Auch eine angemessene Kleidung wird erwartet. Schultern und Knie sollten bedeckt sein. Allerdings sieht man immer wieder Touristen, die sich nicht an diese Regel halten und mit äußerst knapper Badebekleidung nur das nötigste verdecken. So bekleidet würde ein vernünftiger Mensch aber auch nicht durch Berlin oder London laufen.

Sponsorensystem

Viele Freiheiten hängen in den VAE von der Zustimmung des Sponsors ab – das gilt sowohl für Frauen als auch für Männer. Egal ob Führerschein oder Alkohollizenz – ohne schriftliche Einverständniserklärung des Sponsors läuft nichts. Das  „Familienoberhaupt“ wird vom Arbeitgeber bzw. der Free Zone gesponsert. Das Familienoberhaupt wiederum sponsort dann weitere Familienmitglieder. Voraussetzung ist eine beglaubigte Eheurkunde bzw. Geburtsurkunden für die Kinder. Statistisch gesehen ist der Normalfall, dass der Mann zum Arbeiten in Dubai bei einem Unternehmen angestellt ist. Und dann Frau und Kinder auf sein Visum laufen. Es gibt aber auch eine signifikante Anzahl von Familien, in denen die Ehefrau  angestellt ist und den Ehemann und die Kinder dann selbst sponsort.

Die Einverständniserklärungen sind natürlich eine reine Formalität. Kaum ein Mitteleuropäer würde ernsthaft in Erwägung ziehen, seiner Frau das Autofahren zu verbieten. Aber die Tatsache, dass er es theoretisch könnte, reicht bei vielen Frauen schon aus, um am Ego zu nagen. Umgekehrt sind zahlreiche Männer bekannt, bei denen der Stachel nicht weniger tief sitzt. Insbesondere dann, wenn ihre Gattin als Sponsor vor dem Unterschreiben einer Erlaubnis kurz nachfragt, was der Herr denn dafür gewillt ist, zu tun.

Scheidung oder Todesfall

Die bisherigen Punkte betrafen Frauen und Männer gleichermaßen. Doch wenn es hart auf hart kommt, ist es um die Frauenrechte in Dubai respektive den gesamten VAE schlecht bestellt. Bei Scheidungen und Erbschaften hat ein Mann nach wie vor die besseren Karten. Beispielsweise fällt das Erbe eines verstorbenen Mannes an den nächsten volljährigen, männlichen Verwandten. Das kann ein älterer Bruder des Verstorbenen sein. Die Ehefrau wird dann zur Bittstellerin bei ihrem Schwager, den sie möglicherweise noch nie leiden konnte.

Frauenrechte in Dubai und Abu Dhabi – ganz OK

Alles in allem fühlen sich die meisten Expat-Frauen aus Europa in den VAE sehr wohl und nehmen im Alltag keine Einschränkung ihrer Rechte wahr. Leider kann man das nicht von allen Ländern im mittleren Osten sagen.

Wichtiger Hinweis: wir sind keine Rechtsanwälte. Der Inhalt diese Artikels beruht auf eigener Erfahrung.

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Die Expat Rückkehr – ein umgekehrter Kulturschock

Expat Rückkehr - Umgekehrter Kulturschock

Heimat. Nach Jahren im Ausland ist es ein ganz besonderes Gefühl für Expats, wieder nach Hause zu ziehen. Man hatte zwar nie wirklich Heimweh. Aber es gab vieles was man vermisst hat. Brot. Kneipentouren mit den Kumpels. Die Lieblingsserie mit der besten Freundin anschauen. Jetzt kann man das alles nachholen. Doch so einfach ist das nicht. Die Expat Rückkehr nach Deutschland wird von einem umgekehrten Kulturschock geprägt. Je länger man weg war, desto stärker ist dieser Effekt. Aber keine Sorge. Der umgekehrte Kulturschock ist eine ganz normale Phase des Expat Lebens.

Das Land hat sich verändert

Das Deutschland, das man verlassen hat, war ein offenes Land. Wenige Jahre vorher war die Welt zu Gast bei Freunden und hat das Selbstbewusstsein des Landes beinahe schon therapiert. Jetzt nach der Rückkehr ist das Land deutlich von Rechtsnationalen geprägt. Das Deutschland, das man verlassen hat, konnte stolz auf seine Ingenieurskunst und Verlässlichkeit sein. Jetzt schafft es das Land nicht mal einen Bahnhof zu bauen oder einen Flughafen zu eröffnen. Von Autos, die selbst gesetzte Abgasnormen erfüllen, ganz zu schweigen. Präszision und Verlässlichkeit schätzt man selbst inzwischen ohnehin eher bei Kollegen aus Indien. (Siehe auch: Kultursimulation Barnga)

Die alten Freunde haben sich verändert

Was war das damals geil. Mit den Jungs um die Häuser ziehen und am Ende doch immer in der gleichen coolen Bar landen. Aber die Jungs sind irgendwie nicht mehr zu gebrauchen. Frank erzählt jetzt ständig was vom DAX. Michi trinkt nur noch Craft-Bier. Und Olli hat diese Zicke geheiratet. Nur Kante ist der gleiche geblieben. Aber die alten, immer gleichen Sprüche von damals kann man sich echt nicht mehr anhören. Bei den Mädels sieht es ähnlich aus. Hanna ist zur Glucke mutiert. Die weltoffene Tara ist bei genauerer Betrachtung irgendwie ziemlich beschränkt. Und Ina hat sich doch glatt in den 7 Jahren, die man im Ausland war, einen neue beste Freundin gesucht. Und alle hören sie jetzt Helene Fischer. Die alten Freunde machen die Expat Rückkehr nicht gerade einfacher. Übrigens, die coole Bar gibt es auch nicht mehr. Hat vor 6 Jahren schon zugemacht. Vermutlich lags am Umsatz. Gibt es hier eigentlich eine Expat Community in der man neue Freunde finden kann?

Man selbst hat sich verändert

Am Anfang wollen alle die Storys aus dem Ausland hören. Irgendwann sind sie genervt, wenn man nur noch vom Ausland erzählt. Aber man kann einfach nicht anders. Die Zeit im Ausland hat einen selbst eben auch geprägt. Dass es weit und breit keinen gutes libanesisches Restaurant gibt, war früher kein Problem. Man wäre je sowieso nicht hingegangen. Jetzt aber. Dann halt doch wieder zum Fußball. Aber die alte Rivalität mit dem Nachbarverein kann man irgendwie nicht mehr entwickeln – geschweige denn verstehen. Selbst darüber, dass Italien und die Niederlande nicht für die WM qualifiziert sind, kann man sich nicht freuen. Im Gegenteil. Wenn sie dabei wären, hätte man so schön mit den Expat Kollegen Luigi und Kees feiern können.

Die Heimat ist fremd geworden. Und man ist der Heimat fremd geworden. Ist man hier eigentlich noch zuhause? Und wenn ja, für wie lange?

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Expat Leben in Dubai | Wie es wirklich ist

Expat Leben in Dubai

Das größte Gebäude der Welt, 7-Sterne-Hotels und Straßen voller Sportwagen – Dubai ist eine Stadt voller Superlative und bei Touristen enorm beliebt. Ganzjährig Sonne, Palmen und Strände locken ebenso wie Luxusvillen und Steuerfreiheit. Das Leben und Arbeiten in Dubai muss schlicht traumhaft sein. Oder etwa nicht? Wie ist das Expat Leben in Dubai wirklich?

Leben in Dubai – wo andere Urlaub machen

Es gibt gute Gründe, warum Dubai vor allem im Winter ein beliebter Urlaubort ist. Die Temperaturen sind mit etwa 25 Grad Celsius angenehm warm. Bevor man ins Büro geht, kann man noch eine Stunde an den Strand gehen und im arabischen Golf schwimmen. Am Wochenende gehen viele Expats auf den Golfplatz oder fahren mit ihren SUVs eine Runde in die Wüste. Restaurants öffnen ihre Terrassen. Die Beach Walks sind prall gefüllt. Und in Strandclubs herrscht eine magische Atmosphäre. Es überrascht nicht, dass man im ersten Jahr ständig Besuch aus der Heimat hat. Doch schon bald kommen nur noch die wahren Freunde regelmäßig.

Ab März steigen die Temperaturen deutlich. Nicht viel später zeigt das Thermometer schon am frühen Morgen über 40 Grad. Und im Hochsommer sind 50 Grad keine Seltenheit. Selbst mit der richtigen Kleidung ist das nur schwer auszuhalten. Das Leben spielt sich nur noch in klimatisierten Räumen ab: Wohnung, Auto, Büro, Malls. Früh morgens laufen Jogger nicht mehr durch die Marina, sondern durch die Gänge der Malls. Wer kann verlässt das Land für einige Wochen  – insbesondere wenn im Ramadan Restaurants nur noch abends geöffnet sind, weil man tagsüber weder Essen noch Getränke in der Öffentlichkeit zu sich nehmen darf.

Expats bleiben weitgehend unter sich. Sie leben in typischen Expat Quartieren wie Marina, Arabian Ranches, Greens, Meadows oder Emirates Hills. In Dubai ist man ständig auf der Suche nach neuen Freunden. Denn die meisten Expats bleiben nur für eine begrenzte Zeit und immer wieder ziehen Freunde weg. Mit Einheimischen kommt man so gut wie nie in Kontakt. Dafür kann man Staus, Baukränen und Straßensperrungen kaum entgehen.

Arbeiten in Dubai

Dubai bietet ein spannendes, internationales Arbeitsumfeld. Die Stadt beherbergt Expats aus nahezu allen Ländern der Erde. Sowohl im eigenen Unternehmen als auch bei Geschäftspartnern erlebt man täglich eine vielfältigen Mischung aus Kulturen und Arbeitsweisen. Erfahrungen aus der Heimat müssen an die neue Realität angepasst werden. Das beginnt schon bei vermeintlich banalem, wie der Arbeitswoche, die Sonntags beginnt und Donnerstags endet. Weiter geht es bei Feiertagen, die meistens erst zwei Tage vorher angekündigt werden. Und selbstverständlich erweitert auch die Vielzahl von unterschiedlichen Herangehensweisen der Kollegen den eigenen Horizont.

Das Luxusleben, das man aus dem Urlaub kennt, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Arbeitsleben in Dubai einigermaßen hart ist. Man steht im Wettbewerb mit gut ausgebildeten Menschen aus aller Welt, von denen viele deutlich niedrigere Gehaltsvorstellungen haben. Expats in Dubai arbeiten nicht selten in regionalen Hauptquartieren. Ihr Territorium umfasst also oft den gesamten mittleren Osten – teilweise auch Afrika. Dadurch ist man viel auf Geschäftsreisen, sitzt viel im Flieger. Deshalb werden Noise-Cancellation-Kopfhörer und die eGate Card, die es bei der Einreise in die Golfstaaten ermöglicht, die langen Schlangen an der Passkontrolle zu umgehen, zu den wichtigsten Utensilien.

Eine weitere Besonderheit des Arbeitens in Dubai ist das System des Sponsors für Visas (siehe auch: Mit der Lizenz zum Trinken). Der Arbeitgeber bzw. die Free Zone, in der man arbeitet, ist der Visa-Sponsor des Arbeitnehmers. Verliert man den Job, so verliert man den Sponsor und damit das Visum. Und man wird quasi zum Touristen, der innerhalb von 30 Tagen ausreisen muss. Ausnahmen gibt es für Eigentümer von Immobilien in Dubai.

Gutes Einkommen, hohe Lebenshaltungskosten

Die harte Arbeit wird – trotz der Niedriglohn-Konkurrenz – gut bezahlt, solange die Leistung stimmt. Zum Gehalt kommen oft noch Pauschalen, die sich zu einem ordentlichen Gesamtpaket summieren (siehe auch: 16 Benefits, die Expat-Arbeitsverträge erhalten können). Das gilt insbesondere für die Netto-Betrachtung. Denn die meisten Expats arbeiten in Free Zones und zahlen dadurch keine Einkommenssteuern. Dem gegenüber stehen allerdings auch hohe, volatile Lebenshaltungskosten, die immer wieder Ausschläge nach ober verzeichnen. Das Leben in Dubai ist teuer.

Seit der Entscheidung, dass die Expo 2020 in Dubai stattfindet, steigen die Mieten rasant (Siehe auch: Was kostet eine Wohnung in Dubai). Wichtig zu verstehen ist. dass die Mieten traditionell im Voraus bezahlt werden müssen – und zwar für das ganze Jahr. In Ausnahmefällen kann man sich zwar auf 2 Schecks einigen. Allerdings erhöht sich dadurch auch die Miete. Die Nebenkosten sind nicht zu unterschätzen, vor allem, wenn man in einer Villa lebt. Dort schlägt vor allem die Klimaanlage und ggf. die Wasserrechnung für den Außenpool zu Buche. Verhältnismäßig günstig sind dagegen Dienstleister wie Maid, Gärtner und Pool Boy. Siehe auch: Wohnungssuche mit Relocation Service.

Selbst wenn man sich vornimmt, die Lebenshaltungskosten niedrig zu halten und einen ordentlichen Teil des Einkommens zu sparen, macht es einem Dubai nicht gerade leicht. Man kann sich ja bewusst gegen gewissen Luxus entscheiden. Aber wenn alle Freunde und Bekannten in Dubai jedes Wochenende auf einem anderen Friday Brunch sind, dann ist es schwer sich dessen zu entziehen. (Siehe auch: Jumeirah Jane – die Expat-Woche in Dubai).

Lebensmittel

Da in der Wüste wenig wächst, müssen praktisch alle Lebensmittel importiert werden und verteuern das Leben in Dubai. Das Angebot von Carrefour, Waitrose und Spinneys ist so vielfältig, wie die Expat Community selbst. Beispielsweise gibt es Leberkäse selbst in Europa nur in Österreich und einem Teil Deutschlands. In Dubai ist er problemlos erhältlich. Etwas günstiger sind der indische Hypermarkt Lulu und Union Coop, in dem hauptsächlich Locals einkaufen. Nahezu überall gibt es auch interessante lokale Produkte wie Datteln und Kamelmilchschokolade.

Richtig teuer wird es, wenn man Bio-Produkte kauft. Sowohl der Organic Market als auch der Ripe Market rufen Spitzenpreise auf. Ganz oben in der Liste der teuren Produkte steht Alkohol. Eine Kiste Bier kostet schon mal 40 Euro, eine brauchbare Flasche Wein kostet 12 Euro, eine gute gibt es ab 25 Euro (siehe auch: Mit der Lizenz zum Trinken). Ähnliches gilt auf Grund von geringer Konkurrenz für Geschäfte wie Baumärkte und Kinderausstattung. Dort hört man auch immer wieder, dass das Produkt, das man gerade kaufen möchte leider gerade ausverkauft ist und erst mit der nächsten Lieferung wieder kommt. Wann das der Fall ist? Nächsten Monat – vielleicht.

Es gibt allerdings ein Lebensmittel, das man vergeblich sucht: richtig gutes Schwarzbrot. So mancher deutsche Expat macht sich deshalb die Mühe und backt sein Brot selbst.

Keine Steuern, aber Gebühren

Die Steuerfreiheit macht das Arbeiten in Dubai attraktiv. Doch auch wenn es keine Einkommensteuer gibt, muss der Staatshaushalt trotzdem finanziert werden. Im Gegensatz zu Abu Dhabi gibt es im Emirat Dubai auch kaum mehr Öl. Dafür gibt es jede Menge Gebühren, die das Leben in Dubai teuer machen können. Beispielsweise wird auf den Hauptverkehrsadern die Maut „Salik“ erhoben. Jede Durchfahrt durch eine Zollbrücke kostet etwa 1 Euro, Je nachdem wie viel man unterwegs ist, kommt so einiges zusammen. Gelegentlich kommt es vor, dass einfach eine zusätzliches Toll Gate aufgestellt wird, wenn die Regierung mehr Geld braucht.

Kosten entstehen auch, wenn das Auto steht. Fast überall werden per App oder Parkautomat Gebühren erhoben. Die Ausnahmen sind zuhause und in Malls. Allerdings kann es durchaus sein, dass auf dem Parkplatz vor dem Büro Parkgebühren verlangt werden. Dazu kommt, dass die Parkdauer oft auf 4 Stunden beschränkt ist und Parkwächter wissen, wann die bei den meisten Angestellten zu Arbeiten beginnen. Eine Kontrollrunde um 13 Uhr bringt dem Staat so ein ganz erträgliches Sümmchen an Einnahmen. Siehe auch: „Kostenfallen & Risiken für Expats„.

Sicherheit

Dubai ist eine enorm sichere Stadt. Gleiches gilt für Abu Dhabi und andere Städte in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE). Das liegt zum einen an einer Totalüberwachung des öffentlichen Lebens, zum anderen an drakonischen Strafen. Fast jeder Winkel Dubais ist kameraüberwacht. Dadurch ist es kaum möglich, dass ein Delikt unbemerkt geschieht. Gepaart mit der Tatsache, dass nach wie vor die Sharia gilt, ergibt sich eine Kriminalitätsrate, die praktisch bei null liegt. Wer riskiert schon einen Taschendiebstahl, wenn nahezu sicher ist, dass man ihn erwischt und dann vom Scharfrichter die Hand abgehackt werden kann. Allerdings verursachen die Lage von Dubai, das Rechtssystem und die wirtschaftliche Volatilität gewisse Risiken. Siehe auch: „Notfallkoffer für Krisensituationen„. Mancher Expat fühlt sich auch ständig überwacht und achtet deshalb darauf, dass Reisepass, Kreditkarten und Dokumente immer RFID-geschützt sind, damit nichts heimlich ausgelesen wird.

Gesundheit & medizinische Versorgung

Seit einigen Jahren betrachtet Dubai Medical Tourism als lukrativen Wirtschaftszweig. Nicht zuletzt deshalb gibt es wohl kaum eine Stadt im mittleren Osten mit einer besseren Gesundheitsversorgung. Im nördlichen Teil der Stadt befindet sich zwischen Sheikh Zayed Road und dem Creek ein ganzer Stadtteil voller Krankenhäuser und Kliniken: die Dubai Healthcare City. Hier ist man auf nahezu jede medizinische Leistung – von der Schönheits-OP bis zur Transplantation – vorbereitet und ausgestattet. Für Geburten haben wir im American Hospital sehr gute Erfahrungen gemacht.

In Jumeirah reiht sich eine Klinik an die nächste. Hausärztliche Praxen, Zahnärzte, Frauenärzte, Kinderärzt finden sich hier genauso wie Polikliniken und Ärzte mit spezifischen Fachgebieten. Und natürlich gibt es auch hier ein großes Angebot rund um die Schönheit.

Es gibt zahlreiche deutsche bzw. deutschsprachige Ärzte in Dubai. Unserer Meinung nach empfehlenswert (und Stand November 2018 auch noch in Dubai aktiv) sind insbesondere folgende Ärzte:

  • Zahnärztin Dr. Ulrike Spitz
  • Kinderarzt Dr. Jens Kempf
  • Gynäkologin Dr. Mukaddes Oksuz

Übrigens gibt es im Saudi German Hospital kaum deutschsprachige oder in Deutschland ausgebildete Ärzte.

Frauenrechte

Viele angehende Expats fragen, wie sich das Leben in Dubai für Frauen gestaltet. Darauf gibt es zwei Antworten. Die erste ist, dass Expat Frauen oft die Erfahrung machen, dass sie bevorzugt behandelt werden. Bei Behörden gibt es eine separate Schlange für Frauen, die meistens kürzer ist. Türen werden für Frauen aufgehalten. Es kann auch vorkommen, dass ein Angestellter eines Geschäfts einer Kundin die Einkaufstaschen bis ins Auto trägt.

Autofahren dürfen Frauen selbstverständlich – Führerschein vorausgesetzt. Allerdings gibt es eine kleine Formalität. Der Visa-Sponsor – also meistens der Ehemann – muss schriftlich einwilligen, dass die Frau Auto fahren darf. Gleiches gilt allerdings auch für Männer, wobei hier oft der Arbeitgeber der Sponsor ist. Trotzdem kann das am Ego kratzen. Zumal im Visum steht: „Housewife – not allowed to work“ (siehe auch: Startphase als Expat = erster Schritt zur Scheidung?).

Die zweite Antwort: Frauenrechte in Dubai und Abu Dhabi hängen von der Nationalität ab. Während es für Europäerinnen so gut wie keine Einschränkung ihrer Rechte gibt, sieht das für Frauen aus Asien oft anders aus. Beispielsweise sind viele Maids von den Philippinen ihren Arbeitgeber auf Gedeih und Verderben ausgeliefert.

Brot und Spiele

Die Expat Community langweilt sich von Event zu Event und dürstet nach Entertainment. Timeout Dubai gibt den Takt vor. Jedes neu eröffnete Restaurant wird gehypet und man muss es dringend gesehen haben. Das neue Hotel auf der Palme muss man unbedingt gesehen haben. Das Pferderennen in Maydan und der Formel 1 Zirkus in Abu Dhabi sind mehr oder weniger Pflichtveranstaltungen. Man fährt regelmäßig an die Grenzen des Emirats, weil es im Last Exit neuerdings Street Food gibt – und das ist ja sowas von cool. Selbst aufs Global Village – einer Mischung aus Expo und Frankfurter Dippe Mess – muss man jedes Jahr mindestens einmal. Wenn man keine Karte für die drei großen Veranstaltungen der deutschen Außenhandelskammer (Spargel-Essen, Oktoberfest und Gänse-Essen) ergattert, geht die Welt unter.

Nach einigen Monaten führt das Expat Leben in Dubai unweigerlich zum Dubai Stone: wenig Bewegung gepaart mit viel Essen ergibt einige Kilo zusätzliches Körpergewicht. Regelmäßg fährt mit dem Auto, das man sich zuhause nie leisten könnte, zum Friday Brunch. Ist der Wagen beim Valet Parking abgegeben, fräst man sich durch ein irrsinniges Buffet und spült alles mit Lemon Mint oder all you can drink Champagner runter (siehe auch: Jumeirah Jane – eine Woche in Dubai). Zur Bezahlung nutzt man selbstverständlich den 2-für-1 Gutschein aus dem Entertainer Buch. Nach einiger Zeit wird man dessen überdrüssig und geht lieber zum Fish Man in Jumeirah oder Saarangaa Bhojan Shala. Und ja, ab und zu ein Schnitzel im Keller (im 2. Stock des Jumeirah Beach Hotel) muss auch sein.

Big Brother is watching

Das Bunte Abo hat man längst abbestellt. Schließlich war man froh, wenn ungefähr jede dritte Ausgabe wirklich in der Post landete. Die Auswahl deutscher Zeitschriften in Supermärkten ist gelinde gesagt übersichtlich. Meistens sind die Hefte auch bereits zwei Wochen alt, wenn sie in den Handel kommen. Das liegt nicht etwa an den langen Transportwegen, sondern an der Zensur. Jedes Bisschen abgebildete Haut – egal ob auf dem Cover oder im Heft – wird händisch per Edding geschwärzt. Auch das Internet wir streng zensiert. Skype wurde bereits mehrfach verboten und abgeschaltet – wohl um höhere Einnahmen für die Telekommunikationsunternehmen Etisalat und du zu erreichen. Zwar kann man diese Zensur teilweise umgehen (siehe auch: Checkliste: 7 Dinge, die man vor der Ausreise erledigen muss), doch es bleibt immer ein Gefühl der Überwachung.

Fazit: Leben in Dubai verändert dich

Insgesamt ist das Leben und Arbeiten in Dubai eine großartige Erfahrung mit vielen Annehmlichkeiten. Die Erfahrung führt unweigerlich zur Veränderung der eigenen Perönlichkeit. Bei vielen Expats beinhaltet diese Veränderung eine Erweiterung des Horizonts. Allerdings gibt es auch immer wieder Einzelfälle, deren Charakter sich durch das Leben in Dubai zum Schlechteren verändert.

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Smørrebrød – das Sushi des Nordens

Smørrebrød - das Sushi des Nordens

Nein, ein banales Butterbrot ist Smørrebrød wirklich nicht. Zu Unrecht verwendet man den Begriff in Deutschland eher belustigt – römm, pömm. pömm, pömm, In Dänemark ist Smørrebrød nicht nur Nationalgericht, sondern eine regelrechte Kunstform. Und der Tat braucht Smørrebrød den Vergleich mit dem japanischen Sushi weder im Bezug auf die Vielfalt, noch auf die kunstvolle Präsentation zu scheuen. Basierend auf einer langen Tradition gibt es für die Kunst des dänischen Sandwich ein festes Regelwerk, das sich dem Expat, der zum Arbeiten in Dänemark weilt, oft erst nach Jahren erschließt.

Die Vielfalt der Eintönigkeit

 

In den vergangenen Jahren hat Dänemark kulinarisches Weltniveau erreicht. Die Ny Nordisk Küche ist nicht nur im noma, das seit Jahren als bestes Restaurant der Welt gilt, ein echtes Erlebnis. Traditionell hat die dänische Küche aber nicht viel zu bieten. Das läßt sich auch daran ablesen, dass Frikadellen – abhängig vom Schweine-/Rindfleisch-Mischverhältnis und von möglichen Panaden allerlei verschiedene Namen haben.

Der Smørrebrød Baukasten

Auch für die verschiedene belegte Brotkreationen gibt es Namen. Teilweise sind diese ähnlich phantasievoll wie die Gestaltung der Brote. Dabei sind die Grundzutaten immer die gleichen.

  • Roggenbrot
  • Butter
  • Wurst, Käse, Fleisch oder Fisch
  • frisches, eingewecktes oder geröstetes Gemüse
  • Eier
  • Pilze
  • Kräuter

Soweit so einfach. Um zweifelsfrei zu wissen, welche Kombination davon als Hofdame, Feuerwehrmann oder tierärztliches Abendmahl bezeichnet wird, muss man als Expat sicherlich einige Jahre in Dänemark leben.

Die wichtigsten Regeln

Ähnlich sieht es mit den zahlreichen, ungeschriebenen Regeln aus. Die wichtigsten kann (und muss) man sich allerdings schnell merken. Smørrebrød ist ein Mittagessen! Keinesfalls kommt eine zweite Brotscheibe als Deckel oben drauf! Smørrebrød wird immer mit Messer und Gabel gegessen – wer die Finger nimmt hat keine Kultur! Noch schlimmer ist es, Salami mit Majo statt mit Remoulade zu kombinieren! Warum? Ist halt so. Ein Bayer würde ja auch Weisswurst weder mit Dijonsenf noch nach 12 Uhr essen. Und ein Japaner würde niemals den Reis, sondern nur den Fisch in die Sojasoße tauchen.

Smørrebrød ist ein fester Bestandteil der dänischen Kultur. Und dementsprechend auch ein fester Bestandteil des Kulturschocks von Expats.

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7 emotionale Phasen des Expat Lebens [mit Infografik]

Expat Phasen

Das Leben als Expat ist eine Achterbahnfahrt der Emotionen. So durchläuft man als Expat Phasen voller Glücksgefühle, aber auch Phasen, in denen man einfach nur genervt ist. Interessanterweise verläuft dieser Zyklus bei vielen Expats gleich.

7 emotionale Phasen des Expat Lebens

1 – Kribbeln im Bauch

Es ist fast ein bisschen wie verliebt sein. Plötzlich liegt ein Angebot für einen Job im Ausland auf dem Tisch. Manchmal kommt dieses Angebot völlig aus dem Nichts. Doch selbst wenn man den Schritt ins Ausland bereits angestrebt hat, bleibt kaum jemand cool, wenn es konkret wird. Soll ichs wirklich machen, oder lass ichs lieber sein? Die Entscheidung, ob man das Angebot annehmen möchte, setzt noch einmal Zweifel frei. Aber auch eine spannende Erwartung, die mit jedem Aufbruch verbunden ist.  Das Abenteuer beginnt – auch emotional.

2 – Vorfreude

Der Expat-Arbeitsvertrag ist unterschrieben und die konkrete Vorbereitung beginnt. Es gibt unglaublich viele Dinge zu erledigen (siehe auch: Checkliste: 7 Dinge, die man vor der Ausreise erledigen muss und Checkliste Umzug ins Ausland). Je näher der Umzugstermin rückt, desto weniger kann man es erwarten. Ein bisschen fühlt man sich wie ein Kind vor Weihnachten. Allerdings mischt sich auch eine kleine Prise Melancholie dazu. Schließlich lebt man bald weit entfernt von seinen Freunden. Aber dann überwiegt doch die Vorfreude auf die neue Aufgabe und die spannende neue Umgebung.

3 – Euphorie

Die Koffer sind noch nicht richtig ausgepackt, der Container ist noch unterwegs und die Stimmung wandelt sich in pralle Euphorie. Zunächst ist man mehr Tourist als jemand, der in dieser Stadt wohnt. Man erkundet die neue Heimat, macht Sightseeing Touren, richtet sich den Schreibtisch ein. Nach der Ankunft entwickelt sich ein positiver Kulturschock. Man ist aufgeschlossen gegenüber allen neuen Eindrücken und liebt die lokale Küche. Innerhalb weniger Wochen bekommt man Besuch von vielen Freunden von zuhause und zeigt ihnen stolz, wo und wie man jetzt lebt. Alles ist einfach super.

4 – Frustration

Nach einiger Zeit schlägt die Euphorie ins Gegenteil um. Die Wohnungssuche zieht sich in die Länge, die Behörden nerven und auch hier gibt es einige Kollegen, die man nicht ausstehen kann. Man arbeitet viel, stößt auf kulturelle Widerstände und kommt deshalb nicht so schnell voran, wie man dachte. Es ist ziemlich schwierig Freunde zu finden. Gleichzeitig fühlt sich der Ehepartner vernachlässigt. Schon wieder kommt Besuch aus der Heimat – langsam nervt es. Schon wieder die Tour durch die gleichen Sehenswürdigkeiten. Dass mancher Expat Phasen von Heimweh erlebt, macht die Situation auch nicht besser. Wäre ich doch zuhause geblieben.

5- Langeweile

Der Alltag macht sich breit. Was vor einiger Zeit noch spannend war ist jetzt Normalität. Man hat sich an die kulturellen Unterschiede gewöhnt. Die Probleme im Arbeitsleben sind auch die gleichen wie überall. Und Besuch von zuhause kommt schon lange nicht mehr. Wenigstens gehts demnächst in den Urlaub. Man muss einfach mal raus hier. Dieses mal geht es nicht nach Deutschland, sondern in ein Land in der Umgebung.

6 – Ernüchterung

7 – Heimatlosigkeit

Willkommen zuhause. Aber ist das hier überhaupt noch zuhause? Die Zeit hier ist nicht stehen geblieben, als man weg war. Keiner hat auf dich gewartet. Die beste Freundin hat jetzt eine andere beste Freundin. Der eine oder andere Kollege ist neidisch, weil man in seiner Karriere schneller vorangekommen ist. Nach der Rückkehr nach Deutschland durchläuft man als (nunmehr ehemaliger) Expat einen umgekehrten Kulturschock mit Phasen von Euphorie und Frustration. Irgendwie zieht es einen auch wieder ins Ausland. Je lønger man weg war, desto størker ist der Effekt. Vielleicht besucht man im nächsten Urlaub sogar Freunde, die noch dort leben, wo man bis vor kurzem auch noch gewohnt hat. Und schürt so nur Heimweh nach dem Ausland. Viele Expats machen die Erfahrung, dass die Rückkehr nach Hause der schwierigste Umzug ist. Und so manchen hält es nicht lange zuhause.

All diese Phasen und Emotionen sind Teil der Expat- bzw. Auslandserfahrung. Man sollte sich nicht dagegen wehren sondern sie annehmen. In Summe tragen sie dazu bei, dass man als Persönlichkeit wächst und auf ein breites Spektrum an Lebenserfahrung zurückgreifen kann.

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10 hervorragende TED Talks für Expats

TED Talk Expat

TED Talks sind eine Inspirationsquelle für eine große Bandbreite von Themen. Herausragende Persönlichkeiten und Experten bringen darin ihre Ideen und Erfahrungen in maximal 20 Minuten auf den Punkt. Selbstverständlich können TED Talks auch Expats inspirieren. Hier ist eine Auswahl von TED Talks für Expats, die aus verschiedensten Gründen spannend, unterhaltsam, lehrreich und in jedem Fall überraschend sind.

Welches Land ist das „guteste“ der Welt? Warum ist es gerade in einer vernetzten Welt wichtig, seine Komfortzone zu verlassen? Wie profitieren wir, wenn wir uns mit Fremden unterhalten? Warum sind Unterschiede zwischen Menschen wichtig für gute Entscheidungen?

Alle dieser TED Talks enthalten Gedanken, die Expats dazu anregen, mehr aus ihrem Aufenthalt zu machen, Dinge in einem anderen Licht zu sehen, wertvolle Erfahrungen zu machen und ausgetretene Pfade zu verlassen. Alle haben eine starke Relevany für Expats.

TED Talks für Expats

1 – John McWhorter: 4 reasons to learn a new language

2 – Pico Iyer: Where is home?

3 – Chris Sheldrick: A precise three word address for every place on earth

4 – Ngozi Okonjo Iweala: On doing business in Africa

5 – Safwat Saleem: Why I keep speaking up even when people mock my accent

6 – Ben Saunders: Why bother leaving the house?

7 – Kio Stark: Why you should talk to strangers?

8 – Simon Anholt: Which country does the most good for the world?

9 – Danny Dorling: Maps that show us who we are not just where we are

10 – Elif Shafak: The revolutionary power of diverse thought