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Die 7 beliebtesten Expat Wohnviertel in Dubai

Wohnviertel in Dubai: Marina

Nahezu jeder Expat muss zu Beginn seiner Zeit im Ausland eine Wohnung finden. In Dubai gibt es – auch wegen seiner hohen Zahl an Expats – eine ganze Reihe von Wohnvierteln, die bei Expats sehr beliebt sind. Interessanterweise scheinen sich die Geschmäcker von Expats und Locals deutlich zu unterscheiden. Denn eine Durchmischung findet kaum statt. Dennoch ist die Frage „Wo in Dubai wohnen“ wegen des großen Angebots an Wohnvierteln in Dubai nicht unbedingt leicht zu beantworten. Und natürlich spielen auch die Kosten einer Immobilie in Dubai eine entscheidende Rolle. Zu den beliebtesten Stadtteilen gehören:

JBR – Jumeirah Beach Residences

Einst die beliebteste Lage überhaupt: 35 Wohntürme direkt am Strand. In den unteren Stockwerken, alles was man für das tägliche Leben braucht: Supermärkte, Geschäfte und vor allem jede Menge Cafes, Bars und Restaurants. Hinzu kommt ein freier Blick auf die Palm Jumeirah und seit wenigen Jahren auch auf das Ain Dubai Ferris Wheel – Dubais Antwort auf das London Eye. Allerdings ist JBR in die Jahre gekommen und das Geblinke des Riesenrads kann aud die Dauer ziemlich nerven. Die Bausubstanz stammt aus den frühen 2000er Jahren – fühlt sich allerdings eher an Wohnblocks aus den 70er Jahren. Die Gebäude sind einigermaßen abgewirtschaftet und werden zu selten renoviert.

Seit 2015 wurde die Gegend allerdings etwas aufgewertet. Der Strand wurde neu gestaltet und in einen attraktiven, gut besuchten Beach Park umgewandelt. Nachteil: dadurch hat der Verkehr noch einmal deutlich zugenommen. Zur Rushhour ist der Stau vorprogrammiert. Insbesondere am Donnerstagabend, wenn die Besitzer von Sportwagen und aufgemotzen Muscle Cars zum JBR cruisen und die Straße am Strand entlang zu einem Laufsteg für Blech verwandeln.

Marina

Aus einem wüstenartigen Küstenstreifen entstand Mitte der 2000er Jahre ein ca. 4 Quadratkilometer großes Areal mit einem von etwa 200 Hochhäusern umrandeten Jachthafen. Die Marina ist das vielleicht internationalste Wohnviertel in Dubai. Es ist bei Expats vor allem deshalb sehr beliebt, weil die Tower und die 1- bis 4- Zimmer-Appartments darin relativ gut ausgestattet und solide gewartet sind. Neben einem schönen Blick auf die Marina bieten die meisten Wohnkomplexe entlang der geschwungenen Promenade auch Fitnessstudios, Einkaufsmöglichkeiten und Restaurants direkt im Gebäude.

Obwohl die Marina mit direktem Anschluss zur Sheikh Zayed Road, zwei Metro-Stationen und seit 2015 auch mit einer Straßenbahn ausgestattet ist, sind die Straßen häufig verstopft. Das liegt zum einen an einer sehr hohen Wohndichte – in der Marina leben ca. 150.000 Menschen. Zum anderen berichten manche Marina-Bewohner, dass die Straßenbahn das Verkehrschaos erst richtig verursacht hat.

JLT – Jumeirah Lake Towers

Gegenüber von Marina, auf der anderen Seite der Sheikh Zayed Road liegt JLT. Rund um einen künstlichen See stehen etwa 80 Hochhäuser mit bis zu 45 Stockwerken. Auch hier gibt es zahlreiche Restaurants und Geschäfte für den täglichen Bedarf. Allerdings stockte der Ausbau durch die Krise zwischen 2010 und 2015 für einige Jahre. Deshalb ist JLT etwas verschlafen und bei weitem nicht so hip wie die Marina. Dafür sind Wohnungen und Furnished Appartments in JLT auch ein gutes Stück günstiger zu haben. Tipp für Expat-Eltern mit kleinen Kindern: die Oakfield Nursery in JLT ist hervorragend.

Arabian Ranches

Die Ranches liegen etwa 10 Kilometer von der Küste entfernt im Landesinneren – und damit praktisch Mitten in der Wüste. Entsprechend trocken ist das Klima. Im Vergleich zur Vierteln in Strandnähe liegen die Temperaturen oft einige Grad höher, was besonders im Sommer nicht gerade angenehm ist. Dafür ist die Luft um wesentlich tockener. Viele Expats kommen mit der trockenen Hitze besser zurecht.

In den Arabian Ranches gibt es ausschließlich Villen – wobei jedes Wohnhaus mit mindestens 2 Stockwerken und einem eigenen Dach als Villa bezeichnet wird. Allerdings ist der Begriff in den Ranches oft durchaus zutreffend. Denn die Häuser sind großzügig geschnitten und nicht selten mit eigenem Pool ausgestattet. Entsprechend teuer ist das Quartier, auch wenn die älteren Communities schon etwas in die Jahre gekommen sind. Die Villen gruppieren sich um mehrere kleine Community Zentren mit Supermärkten, Restaurants, Sportstätten und Arztpraxen.

Durch die Lage direkt an der E311 hat man eine relativ gute Verbindung in die verschieden Free Zones. Allerdings sind die Wege dorthin recht weit.

Emirates Hills (Greens, Springs, Lakes)

Nicht zuletzt wegen ihrer Nähe zum Montgomery Golf Course sind die Emirates Hills insbesondere bei Briten beliebt. Je nach Lage innerhalb der Hills und Ausstattung der Villen variieren auch die Preise. Die Hills sind mit den Ranches vergleichbar – gut gepflegt, mit viel Aufwand bewässert und begrünt. Auch die kleinen Town Centers sind vergleichbar. Allerdings sind die Hills nicht ganz so posh. Mit etwas Glück kann man hier ein Schnäppchen mieten. Beim aktuellen Preisniveau in ganz Dubai ist das jedoch eher die Ausnahme. In Emirates Hills wohnt – trotz des Namens der Gegend – so manche Jumeirah Jane.

Greens sollte man nicht mit der Green Community verwechseln. Trotz des ähnlichen Names sind es verschiedene Wohngegenden, wobei die Green Community etwas abseits in der Nähe des Jebel Ali Investment Parks liegt.

Downtown

Rund um den Burj Khalifa, bekanntermaßen das größte Gebäude der Welt, erstreckt sich Downtown Dubai. Dementsprechend mondän ist die Gegend, die ganz unbescheiden mit dem Slogan „The Center of Now“ vermarket wird. Einige Straßen sind tatsächlich mit Marmor gepflastert. Auch sonst gibt es jede Menge Luxus. Die Gebäude sind eher flach gehalten und haben selten mehr als 4 Stockwerke. Einige wenige von ihnen haben einen schönen Blick auf das hintere Ende des Creek. Insbesondere bei Expats, die im nahegelegenen Dubai International Finance Centre (DIFC) arbeiten, ist Downtown beliebt. Der Kern von Downtown wird lustigerweise als „Old Town“ bezeichnet, obwohl das Viertel im wesentlichen erst nach 2006 entstanden ist.

The Palm Jumeirah

Die Jumeirah Palme ist eines der bekanntesten Wahrzeichen von Dubai. Auf ihrem Stamm befinden sich zahlreiche Apartmenthäuser mit durchschnittlich 10 Stockwerken. Auf den Palmwedeln befinden sich luxuriöse Villen. Die Größe der Palme wird einem erst richtig bewusst, wenn man bedenkt, dass die Hauptstraße darauf in beide Richtungen 6 Fahrspuren hat. Trotzdem kommt man zu Stoßzeiten nur langsam voran. Das liegt zum einen an den zahlreichen Speed Bumps. Zum anderen müssen fast alle Palmenbewohner täglich die Palme verlassen, denn dort gibt es – abgesehen von Hotels – keine Arbeitplätze. Die Fahrt zum Arbeiten in Dubai kann also leicht bis zu einer Stunde dauern. Gleiches gilt für den Einkauf, denn Geschäfte für den täglichen Bedarf sind hier mit wenigen Ausnahmen auch nicht zu finden.

Zum Zeitpunkt ihrer Fertigstellung war die Palm Jumeirah die größte von Menschen geschaffene Insel der Welt. Inzwischen hat sie aber eine große Schwester: die Jebel Ali Palm ist etwa doppelt so groß, allerdings aktuell kaum bebaut. Eine weitere, noch größere Palmeninsel – die Deira Palm – ist geplant. Ob sie allerdings jemals fertiggestellt wird ist fraglich.

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Frauenrechte in Dubai und Abu Dhabi

Frauenrechte in Dubai und Abu Dhabi

Eine der wichtigsten Fragen, die angehende VAE Expats stellen lautet: „Wie sieht es mit den Frauenrechten in Dubai? Unterscheiden sich Frauenrechte in Dubai und in Abu Dhabi?“ Zunächst denkt man dabei an das alltägliche Leben der Frau. Darf ich Autofahren? Muss ich Burka, Nikab, Tschador, Hijab oder sonst irgendeinen Schleier tragen? Darf ich mich alleine frei bewegen? Darf ich als Frau in Dubai arbeiten? Wer sich mit dem Thema etwas tiefergehend befasst, denkt auch an nicht alltägliche Situationen wie eine Scheidung oder ein Todesfall.

Absolutistischer Staat

Zunächst ist es – für Frauen und Männer – wichtig zu verstehen, dass das Rechtssystem der Vereinigten Arabischen Emirate nicht mit europäischen Rechtssystemen zu vergleichen ist. Die Basis ist schlicht eine andere: auf der einen Seite muslimische Traditionen und die Sharia auf der anderen Seite christlich-abendländischen Tradition. Hinzu kommt, dass der Scheich an der Spitze des Staates ein absolutistischer Herrscher ist. Einer der Titel, die er trägt ist „Ruler“. Er ist also derjenige, der die Regeln macht – und zwar weitestgehend nach Gutdünken und gelegentlich auch rückwirkend. Die VAE sind keine Demokratie.

Jedes Emirat hat seinen eigenen Scheich bzw. Emir. Dadurch gibt es auch rechtliche Unterschiede zwischen den Emiraten. Hinzu kommt, dass Menschen aus unterschiedlichen Herkunftsländern unterschiedlich behandelt werden. Vor dem Gesetz sind nicht alle gleich. Diese Ungleichbehandlung geht leider oft zu Lasten von Frauen aus Ländern, die wirtschaftlich weniger entwickelt sind. Die folgenden Beobachtungen zu Frauenrechten in Dubai und Abu Dhabi gelten dementsprechend leider nur für Europäerinnen und Amerikanerinnen.

Frauenrechte im Alltag

Im Alltag gibt es für Expat-Frauen kaum Einschränkungen der Frauenrechte in Dubai und Abu Dhabi. Man muss keinen Schleier tragen. Frauen dürfen Auto fahren, sofern ihr Sponsor zustimmt. Und ihre Bewegungsfreiheit ist auch in keiner Weise eingeschränkt. Insofern wirken Dubai und Abu Dhabi wie westliche Städte – insbesondere in den Wohnvierteln, in denen man vorwiegend auf Expats trifft. Wobei Dubai etwas liberaler ist als Abu Dhabi. Manche Expats sagen sogar, dass Dubai das bessere London sei.

In Geschäften und Behörden werden Frauen sehr freundliche behandelt. Oft gibt es eigene Schalter und Schlangen für Frauen. Die Wartezeit dort ist in der Regel kürzer als für Männer.

Allerdings ist es nicht so, dass es gar keine Einschränkungen gibt – und zwar für Frauen und Männern. Jeder öffentliche Ausdruck von Zuneigung ist verboten. Küssen in der Öffentlichkeit ist also nicht gestattet.Theoretisch gilt das auch für Händchenhalten. Allerdings wird das aktuell gedultet.

Auch eine angemessene Kleidung wird erwartet. Schultern und Knie sollten bedeckt sein. Allerdings sieht man immer wieder Touristen, die sich nicht an diese Regel halten und mit äußerst knapper Badebekleidung nur das nötigste verdecken. So bekleidet würde ein vernünftiger Mensch aber auch nicht durch Berlin oder London laufen.

Sponsorensystem

Viele Freiheiten hängen in den VAE von der Zustimmung des Sponsors ab – das gilt sowohl für Frauen als auch für Männer. Egal ob Führerschein oder Alkohollizenz – ohne schriftliche Einverständniserklärung des Sponsors läuft nichts. Das  „Familienoberhaupt“ wird vom Arbeitgeber bzw. der Free Zone gesponsert. Das Familienoberhaupt wiederum sponsort dann weitere Familienmitglieder. Voraussetzung ist eine beglaubigte Eheurkunde bzw. Geburtsurkunden für die Kinder. Statistisch gesehen ist der Normalfall, dass der Mann zum Arbeiten in Dubai bei einem Unternehmen angestellt ist. Und dann Frau und Kinder auf sein Visum laufen. Es gibt aber auch eine signifikante Anzahl von Familien, in denen die Ehefrau  angestellt ist und den Ehemann und die Kinder dann selbst sponsort.

Die Einverständniserklärungen sind natürlich eine reine Formalität. Kaum ein Mitteleuropäer würde ernsthaft in Erwägung ziehen, seiner Frau das Autofahren zu verbieten. Aber die Tatsache, dass er es theoretisch könnte, reicht bei vielen Frauen schon aus, um am Ego zu nagen. Umgekehrt sind zahlreiche Männer bekannt, bei denen der Stachel nicht weniger tief sitzt. Insbesondere dann, wenn ihre Gattin als Sponsor vor dem Unterschreiben einer Erlaubnis kurz nachfragt, was der Herr denn dafür gewillt ist, zu tun.

Scheidung oder Todesfall

Die bisherigen Punkte betrafen Frauen und Männer gleichermaßen. Doch wenn es hart auf hart kommt, ist es um die Frauenrechte in Dubai respektive den gesamten VAE schlecht bestellt. Bei Scheidungen und Erbschaften hat ein Mann nach wie vor die besseren Karten. Beispielsweise fällt das Erbe eines verstorbenen Mannes an den nächsten volljährigen, männlichen Verwandten. Das kann ein älterer Bruder des Verstorbenen sein. Die Ehefrau wird dann zur Bittstellerin bei ihrem Schwager, den sie möglicherweise noch nie leiden konnte.

Frauenrechte in Dubai und Abu Dhabi – ganz OK

Alles in allem fühlen sich die meisten Expat-Frauen aus Europa in den VAE sehr wohl und nehmen im Alltag keine Einschränkung ihrer Rechte wahr. Leider kann man das nicht von allen Ländern im mittleren Osten sagen.

Wichtiger Hinweis: wir sind keine Rechtsanwälte. Der Inhalt diese Artikels beruht auf eigener Erfahrung.

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Geburt im Ausland

Geburt im Ausland

Das Alter, ab dem Mitarbeiter für Firmen als Expats am wertvollsten sind, liegt bei Mitte dreißig. Dann haben sie genug Erfahrung gesammelt, dass sie sich als Expats in Führungspositionen eignen. Zumindest dann, wenn sie bis dahin keine Kinder haben. Andere Paare heiraten erst kurz vor dem Umzug ins Ausland (siehe auch: 7 Dinge, die man vor der Ausreise erledigen muss). Die logische Konsequeny: es ist gar nicht so selten, dass Expats im Ausland Kinder bekommen. Auch bei einer Geburt im Ausland, bringt die Frau das Kind zur Welt. Trotzdem gibt es einige Aspekte, die man beachten muss.

Geburt im Ausland oder lieber im Heimatland?

Je nach Entwicklungsstand des Einsatzlandes und dessen Gesundheitssystem stellen sich Expats die Frage, ob sie für die Geburt ins Heimatland gehen sollen. Allerdings gibt es dabei einige Hürden. Zum einen muss geprüft werden, ob die Krankenversicherung eine Geburt außerhalb des aktuellen Wohnlandes abdeckt. Zum anderen nehmen Fluggesellschaften Schwangere maximal bis zur 36. Schwangerschaftswoche an Bord. Will der Vater bei der Geburt dabei sein, muss es möglich sein, dass er einige Wochen Urlaub hat oder aus Deutschland arbeitet. Da dies selten möglich ist, läuft es oft auf eine Geburt im Ausland hinaus. In der Regel ist das auch kein Problem. Schließlich gibt es – abgesehen vom Vatikan – kein Land, in dem keine Kinder zur Welt kommen.

Es gibt aber auch Fälle, in denen es dringend anzuraten ist, für die Geburt nach Deutschland zu gehen. Lebt eine unverheiratete Frau beispielsweise als Expat in einem streng muslimischen Land und erwartet ein Baby, ist Vorsicht geboten. Unehelicher Geschlechtsverkehr ist in vielen konservativ-muslimischen Ländern (wie Saudi Arabien oder die Vereinigten Arabischen Emirate) streng verboten und das Baby ist ein unwiderlegbarer Beweis, dass dieser stattgefunden haben muss.

Wie läuft die Geburt im Ausland?

Jede Geburt ist anders. Und die Gesundheitssysteme verschiedener Länder sind es auch. Insofern läuft sich diese Frage nicht pauschal beantworten. Es gibt allerdings Besonderheiten bei Geburten in Deutschland, die sich von den meisten anderen Ländern unterscheiden. So ist beispielsweise die Rolle der Hebamme hierzulande relativ einzigartig. An Geburten sind fast ausschließlich von Hebammen beteiligt. Ärzte kommen nur in Notfällen zum Einsatz. Das ist in vielen Ländern anders. Dort fungiert die Hebamme eher als Assistentin für den Frauenarzt.

Vor allen wenn die erste Geburt ansteht, ist es für manche schwangere Expat-Frau ein Problem, dass die eigene Mutter und die beste Freundin nicht vor Ort sind. Aus der Entfernung ist es wesentlich schwieriger, der Schwangeren mit der eigenen Erfahrung zur Seite zu stehen. Und wenn die Wehen einsetzen, kann man nicht kurz vorbeifahren und unterstützen. Abhilfe schafft ein Konzept, das in Deutschland praktisch nicht existiert: die Doula. Eine Doula ist eine erfahrene Frau, die Schwangere bei der Geburt unterstützt. Und zwar nicht technisch, medizinisch wie eine Hebamme oder Ärztin, sondern psychisch, moralisch wie eine Mutter oder Freundin.

Welche Staatsbürgerschaft hat das Expat-Baby?

Ein Kind, das mindestens einen Elternteil mit deutscher Staatsangehörigkeit hat, hat Anspruch auf die deutsche Staatsbürgerschaft. Das gilt unabhängig vom Geburtsort. Bei Elternpaaren mit unterschiedlichen Staatsbürgerschaften gilt das meistens sogar für beide Staatsangehörigkeiten. Ob das Kind zusätzlich die Staatsbürgerschaft seines Geburtslandes erhält, hängt von den Gesetzen dieses Landes ab. Bekanntermaßen, darf ein Kind, das in den USA geboren wurde, US-Amerikaner werden. Allerdings sollten sich Eltern auch über die Konsequenzen einer zweiten bzw. dritten Staatsbürgerschaft bewusst sein – beispielsweise im Bereich von Steuer- oder Wehrpflichten.

Welches Standesamt ist zuständig?

Für Auslandsdeutsche ist generell das Standesamt des letzten Wohnsitzes innerhalb von Deutschland zuständig. Damit ist die Zuständigkeit für die Eltern relativ einfach geregelt. Ein neugeborenes Expat-Kind, hatte allerdings nie einen Wohnsitz in Deutschland. Für alle Deutschen, die nie in Deutschland gelebt haben, ist das Standesamt 1 in Berlin zuständig. Natürlich muss der Kindsvater für die Formalitäten nicht nach Berlin reisen. Der Kontakt findet via Botschaft bzw. Konsulat statt.

Das Standesamt 1 ist übrigens chronisch unterbesetzt. Es kann also durchaus sein, dass man auf die deutsche Geburtsurkunde für das Kind 2 bis 3 Jahre warten muss.

Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten
Standesamt I in Berlin
Schönstedtstr. 5
13357 Berlin

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Rückkehr nach Deutschland [mit Checkliste]

Rückkehr nach Deutschland

Die Rückkehr nach Deutschland erweist sich für viele Expats oft als schwierigerer Schritt als der Umzug ins Ausland. Während bei der Ausreise der Arbeitbeber unterstützt, ist man bei der Rückkehr nicht selten auf sich alleine gestellt. Die Kosten für den Umzug in die Heimat werden oft unterschätzt (siehe auch: Kostenfallen & Risiken für Expats und 5 Dinge, die man vor dem Umzug ins Ausland wissen muss). Die wenigsten Expats haben bei der Rückkehr die Möglichkeit, einen Relocation Service zu nutzen. Und der umgekehrte Kulturschock schlägt völlig unerwartet zu (siehe auch: Kultursimulation Barnga).

Die Heimat ist fremd geworden

Die Zeit ist zuhause nicht stehengeblieben. Freunde aus der Zeit bevor man ins Ausland gegangen ist, haben sich weiterentwickelt und verändert. Und zwar nicht unbedingt in die gleiche Richtung wie man selbst. Oder sie haben sich eben nicht weiterentwickelt und man selbst ist nicht mehr kompatibel. Durch die Erfahrung im Ausland ist man selbstreflektierter geworden und hat einen anderen Blick auf Konventionen in der Heimat bekommen. Traditionen wirken auf einmal engstirnig. Und ja, man nervt seine Umgebung auch irgendwann mit seinen Geschichten aus dem Ausland. Während der Zeit im Ausland ist die Heimat fremd geworden.

Checkliste: Rückkehr nach Deutschland

Die Rückkehr nach Deutschland ist schon wegen des Kulturschocks schwierig genug. Diese Checkliste hilft, zumindest nichts Wichtiges zu vergessen.

Vor dem Umzug

Rein logistisch ist der Umzug nach Deutschland gar nicht so viel anders, als der Umzug ins Ausland. Die Wohnung muss gekündigt werden, eine Spedition gefunden und allerlei Formalitäten erledigt werden. Hier hilft die Checkliste: Umzug ins Ausland.

Wohnung

Erste Hürde bei der Rückkehr nach Deutschland ist es, eine Wohnung zu finden. Das ist leichter gesagt als getan. Denn ohne Besichtigungstermin geht gar nichts. Und für jede Besichtigung einzufliegen, ist nicht gerade günstig. Sobald eine Wohnung vorhanden ist, kann man sich um günstige Versorger kümmern.

    • Strom
    • Gas
    • Wasser
    • Telefon- und Internetanschluss
    • Mobilfunk-Vertrag

Behörden, Banken & Versicherungen

  • Anmeldung im Bürgerbüro des neuen Wohnorts. Dadurch erfahren auch die Steuerbehörden, dass man wieder da ist.
  • Anmeldung bei der GEZ (respektive: Rundfunkbeitrag)
  • Bank(en) & Versicherungen über die neue Adresse informieren
  • Krankenversicherung bzw. Anwartschaftsverschaften reaktivieren
  • Autoversicherungen neu abschließen
  • Hausratsversicherung, Haftpflicht, etc abschießen bzw. reaktivieren

Familie & Freunde

  • Kindergarten / Schule finden und auswählen. Kinder anmelden.
  • Info an Freunde über die neue Adresse informieren
  • Einweihungsparty
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Die Expat Rückkehr – ein umgekehrter Kulturschock

Expat Rückkehr - Umgekehrter Kulturschock

Heimat. Nach Jahren im Ausland ist es ein ganz besonderes Gefühl für Expats, wieder nach Hause zu ziehen. Man hatte zwar nie wirklich Heimweh. Aber es gab vieles was man vermisst hat. Brot. Kneipentouren mit den Kumpels. Die Lieblingsserie mit der besten Freundin anschauen. Jetzt kann man das alles nachholen. Doch so einfach ist das nicht. Die Expat Rückkehr nach Deutschland wird von einem umgekehrten Kulturschock geprägt. Je länger man weg war, desto stärker ist dieser Effekt. Aber keine Sorge. Der umgekehrte Kulturschock ist eine ganz normale Phase des Expat Lebens.

Das Land hat sich verändert

Das Deutschland, das man verlassen hat, war ein offenes Land. Wenige Jahre vorher war die Welt zu Gast bei Freunden und hat das Selbstbewusstsein des Landes beinahe schon therapiert. Jetzt nach der Rückkehr ist das Land deutlich von Rechtsnationalen geprägt. Das Deutschland, das man verlassen hat, konnte stolz auf seine Ingenieurskunst und Verlässlichkeit sein. Jetzt schafft es das Land nicht mal einen Bahnhof zu bauen oder einen Flughafen zu eröffnen. Von Autos, die selbst gesetzte Abgasnormen erfüllen, ganz zu schweigen. Präszision und Verlässlichkeit schätzt man selbst inzwischen ohnehin eher bei Kollegen aus Indien. (Siehe auch: Kultursimulation Barnga)

Die alten Freunde haben sich verändert

Was war das damals geil. Mit den Jungs um die Häuser ziehen und am Ende doch immer in der gleichen coolen Bar landen. Aber die Jungs sind irgendwie nicht mehr zu gebrauchen. Frank erzählt jetzt ständig was vom DAX. Michi trinkt nur noch Craft-Bier. Und Olli hat diese Zicke geheiratet. Nur Kante ist der gleiche geblieben. Aber die alten, immer gleichen Sprüche von damals kann man sich echt nicht mehr anhören. Bei den Mädels sieht es ähnlich aus. Hanna ist zur Glucke mutiert. Die weltoffene Tara ist bei genauerer Betrachtung irgendwie ziemlich beschränkt. Und Ina hat sich doch glatt in den 7 Jahren, die man im Ausland war, einen neue beste Freundin gesucht. Und alle hören sie jetzt Helene Fischer. Die alten Freunde machen die Expat Rückkehr nicht gerade einfacher. Übrigens, die coole Bar gibt es auch nicht mehr. Hat vor 6 Jahren schon zugemacht. Vermutlich lags am Umsatz. Gibt es hier eigentlich eine Expat Community in der man neue Freunde finden kann?

Man selbst hat sich verändert

Am Anfang wollen alle die Storys aus dem Ausland hören. Irgendwann sind sie genervt, wenn man nur noch vom Ausland erzählt. Aber man kann einfach nicht anders. Die Zeit im Ausland hat einen selbst eben auch geprägt. Dass es weit und breit keinen gutes libanesisches Restaurant gibt, war früher kein Problem. Man wäre je sowieso nicht hingegangen. Jetzt aber. Dann halt doch wieder zum Fußball. Aber die alte Rivalität mit dem Nachbarverein kann man irgendwie nicht mehr entwickeln – geschweige denn verstehen. Selbst darüber, dass Italien und die Niederlande nicht für die WM qualifiziert sind, kann man sich nicht freuen. Im Gegenteil. Wenn sie dabei wären, hätte man so schön mit den Expat Kollegen Luigi und Kees feiern können.

Die Heimat ist fremd geworden. Und man ist der Heimat fremd geworden. Ist man hier eigentlich noch zuhause? Und wenn ja, für wie lange?

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Expat Leben in Dubai | Wie es wirklich ist

Expat Leben in Dubai

Das größte Gebäude der Welt, 7-Sterne-Hotels und Straßen voller Sportwagen – Dubai ist eine Stadt voller Superlative und bei Touristen enorm beliebt. Ganzjährig Sonne, Palmen und Strände locken ebenso wie Luxusvillen und Steuerfreiheit. Das Leben und Arbeiten in Dubai muss schlicht traumhaft sein. Oder etwa nicht? Wie ist das Expat Leben in Dubai wirklich?

Leben in Dubai – wo andere Urlaub machen

Es gibt gute Gründe, warum Dubai vor allem im Winter ein beliebter Urlaubort ist. Die Temperaturen sind mit etwa 25 Grad Celsius angenehm warm. Bevor man ins Büro geht, kann man noch eine Stunde an den Strand gehen und im arabischen Golf schwimmen. Am Wochenende gehen viele Expats auf den Golfplatz oder fahren mit ihren SUVs eine Runde in die Wüste. Restaurants öffnen ihre Terrassen. Die Beach Walks sind prall gefüllt. Und in Strandclubs herrscht eine magische Atmosphäre. Es überrascht nicht, dass man im ersten Jahr ständig Besuch aus der Heimat hat. Doch schon bald kommen nur noch die wahren Freunde regelmäßig.

Ab März steigen die Temperaturen deutlich. Nicht viel später zeigt das Thermometer schon am frühen Morgen über 40 Grad. Und im Hochsommer sind 50 Grad keine Seltenheit. Selbst mit der richtigen Kleidung ist das nur schwer auszuhalten. Das Leben spielt sich nur noch in klimatisierten Räumen ab: Wohnung, Auto, Büro, Malls. Früh morgens laufen Jogger nicht mehr durch die Marina, sondern durch die Gänge der Malls. Wer kann verlässt das Land für einige Wochen  – insbesondere wenn im Ramadan Restaurants nur noch abends geöffnet sind, weil man tagsüber weder Essen noch Getränke in der Öffentlichkeit zu sich nehmen darf.

Expats bleiben weitgehend unter sich. Sie leben in typischen Expat Quartieren wie Marina, Arabian Ranches, Greens, Meadows oder Emirates Hills. In Dubai ist man ständig auf der Suche nach neuen Freunden. Denn die meisten Expats bleiben nur für eine begrenzte Zeit und immer wieder ziehen Freunde weg. Mit Einheimischen kommt man so gut wie nie in Kontakt. Dafür kann man Staus, Baukränen und Straßensperrungen kaum entgehen.

Arbeiten in Dubai

Dubai bietet ein spannendes, internationales Arbeitsumfeld. Die Stadt beherbergt Expats aus nahezu allen Ländern der Erde. Sowohl im eigenen Unternehmen als auch bei Geschäftspartnern erlebt man täglich eine vielfältigen Mischung aus Kulturen und Arbeitsweisen. Erfahrungen aus der Heimat müssen an die neue Realität angepasst werden. Das beginnt schon bei vermeintlich banalem, wie der Arbeitswoche, die Sonntags beginnt und Donnerstags endet. Weiter geht es bei Feiertagen, die meistens erst zwei Tage vorher angekündigt werden. Und selbstverständlich erweitert auch die Vielzahl von unterschiedlichen Herangehensweisen der Kollegen den eigenen Horizont.

Das Luxusleben, das man aus dem Urlaub kennt, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Arbeitsleben in Dubai einigermaßen hart ist. Man steht im Wettbewerb mit gut ausgebildeten Menschen aus aller Welt, von denen viele deutlich niedrigere Gehaltsvorstellungen haben. Expats in Dubai arbeiten nicht selten in regionalen Hauptquartieren. Ihr Territorium umfasst also oft den gesamten mittleren Osten – teilweise auch Afrika. Dadurch ist man viel auf Geschäftsreisen, sitzt viel im Flieger. Deshalb werden Noise-Cancellation-Kopfhörer und die eGate Card, die es bei der Einreise in die Golfstaaten ermöglicht, die langen Schlangen an der Passkontrolle zu umgehen, zu den wichtigsten Utensilien.

Eine weitere Besonderheit des Arbeitens in Dubai ist das System des Sponsors für Visas (siehe auch: Mit der Lizenz zum Trinken). Der Arbeitgeber bzw. die Free Zone, in der man arbeitet, ist der Visa-Sponsor des Arbeitnehmers. Verliert man den Job, so verliert man den Sponsor und damit das Visum. Und man wird quasi zum Touristen, der innerhalb von 30 Tagen ausreisen muss. Ausnahmen gibt es für Eigentümer von Immobilien in Dubai.

Gutes Einkommen, hohe Lebenshaltungskosten

Die harte Arbeit wird – trotz der Niedriglohn-Konkurrenz – gut bezahlt, solange die Leistung stimmt. Zum Gehalt kommen oft noch Pauschalen, die sich zu einem ordentlichen Gesamtpaket summieren (siehe auch: 16 Benefits, die Expat-Arbeitsverträge erhalten können). Das gilt insbesondere für die Netto-Betrachtung. Denn die meisten Expats arbeiten in Free Zones und zahlen dadurch keine Einkommenssteuern. Dem gegenüber stehen allerdings auch hohe, volatile Lebenshaltungskosten, die immer wieder Ausschläge nach ober verzeichnen. Das Leben in Dubai ist teuer.

Seit der Entscheidung, dass die Expo 2020 in Dubai stattfindet, steigen die Mieten rasant (Siehe auch: Was kostet eine Wohnung in Dubai). Wichtig zu verstehen ist. dass die Mieten traditionell im Voraus bezahlt werden müssen – und zwar für das ganze Jahr. In Ausnahmefällen kann man sich zwar auf 2 Schecks einigen. Allerdings erhöht sich dadurch auch die Miete. Die Nebenkosten sind nicht zu unterschätzen, vor allem, wenn man in einer Villa lebt. Dort schlägt vor allem die Klimaanlage und ggf. die Wasserrechnung für den Außenpool zu Buche. Verhältnismäßig günstig sind dagegen Dienstleister wie Maid, Gärtner und Pool Boy. Siehe auch: Wohnungssuche mit Relocation Service.

Selbst wenn man sich vornimmt, die Lebenshaltungskosten niedrig zu halten und einen ordentlichen Teil des Einkommens zu sparen, macht es einem Dubai nicht gerade leicht. Man kann sich ja bewusst gegen gewissen Luxus entscheiden. Aber wenn alle Freunde und Bekannten in Dubai jedes Wochenende auf einem anderen Friday Brunch sind, dann ist es schwer sich dessen zu entziehen. (Siehe auch: Jumeirah Jane – die Expat-Woche in Dubai).

Lebensmittel

Da in der Wüste wenig wächst, müssen praktisch alle Lebensmittel importiert werden und verteuern das Leben in Dubai. Das Angebot von Carrefour, Waitrose und Spinneys ist so vielfältig, wie die Expat Community selbst. Beispielsweise gibt es Leberkäse selbst in Europa nur in Österreich und einem Teil Deutschlands. In Dubai ist er problemlos erhältlich. Etwas günstiger sind der indische Hypermarkt Lulu und Union Coop, in dem hauptsächlich Locals einkaufen. Nahezu überall gibt es auch interessante lokale Produkte wie Datteln und Kamelmilchschokolade.

Richtig teuer wird es, wenn man Bio-Produkte kauft. Sowohl der Organic Market als auch der Ripe Market rufen Spitzenpreise auf. Ganz oben in der Liste der teuren Produkte steht Alkohol. Eine Kiste Bier kostet schon mal 40 Euro, eine brauchbare Flasche Wein kostet 12 Euro, eine gute gibt es ab 25 Euro (siehe auch: Mit der Lizenz zum Trinken). Ähnliches gilt auf Grund von geringer Konkurrenz für Geschäfte wie Baumärkte und Kinderausstattung. Dort hört man auch immer wieder, dass das Produkt, das man gerade kaufen möchte leider gerade ausverkauft ist und erst mit der nächsten Lieferung wieder kommt. Wann das der Fall ist? Nächsten Monat – vielleicht.

Es gibt allerdings ein Lebensmittel, das man vergeblich sucht: richtig gutes Schwarzbrot. So mancher deutsche Expat macht sich deshalb die Mühe und backt sein Brot selbst.

Keine Steuern, aber Gebühren

Die Steuerfreiheit macht das Arbeiten in Dubai attraktiv. Doch auch wenn es keine Einkommensteuer gibt, muss der Staatshaushalt trotzdem finanziert werden. Im Gegensatz zu Abu Dhabi gibt es im Emirat Dubai auch kaum mehr Öl. Dafür gibt es jede Menge Gebühren, die das Leben in Dubai teuer machen können. Beispielsweise wird auf den Hauptverkehrsadern die Maut „Salik“ erhoben. Jede Durchfahrt durch eine Zollbrücke kostet etwa 1 Euro, Je nachdem wie viel man unterwegs ist, kommt so einiges zusammen. Gelegentlich kommt es vor, dass einfach eine zusätzliches Toll Gate aufgestellt wird, wenn die Regierung mehr Geld braucht.

Kosten entstehen auch, wenn das Auto steht. Fast überall werden per App oder Parkautomat Gebühren erhoben. Die Ausnahmen sind zuhause und in Malls. Allerdings kann es durchaus sein, dass auf dem Parkplatz vor dem Büro Parkgebühren verlangt werden. Dazu kommt, dass die Parkdauer oft auf 4 Stunden beschränkt ist und Parkwächter wissen, wann die bei den meisten Angestellten zu Arbeiten beginnen. Eine Kontrollrunde um 13 Uhr bringt dem Staat so ein ganz erträgliches Sümmchen an Einnahmen. Siehe auch: „Kostenfallen & Risiken für Expats„.

Sicherheit

Dubai ist eine enorm sichere Stadt. Gleiches gilt für Abu Dhabi und andere Städte in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE). Das liegt zum einen an einer Totalüberwachung des öffentlichen Lebens, zum anderen an drakonischen Strafen. Fast jeder Winkel Dubais ist kameraüberwacht. Dadurch ist es kaum möglich, dass ein Delikt unbemerkt geschieht. Gepaart mit der Tatsache, dass nach wie vor die Sharia gilt, ergibt sich eine Kriminalitätsrate, die praktisch bei null liegt. Wer riskiert schon einen Taschendiebstahl, wenn nahezu sicher ist, dass man ihn erwischt und dann vom Scharfrichter die Hand abgehackt werden kann. Allerdings verursachen die Lage von Dubai, das Rechtssystem und die wirtschaftliche Volatilität gewisse Risiken. Siehe auch: „Notfallkoffer für Krisensituationen„. Mancher Expat fühlt sich auch ständig überwacht und achtet deshalb darauf, dass Reisepass, Kreditkarten und Dokumente immer RFID-geschützt sind, damit nichts heimlich ausgelesen wird.

Gesundheit & medizinische Versorgung

Seit einigen Jahren betrachtet Dubai Medical Tourism als lukrativen Wirtschaftszweig. Nicht zuletzt deshalb gibt es wohl kaum eine Stadt im mittleren Osten mit einer besseren Gesundheitsversorgung. Im nördlichen Teil der Stadt befindet sich zwischen Sheikh Zayed Road und dem Creek ein ganzer Stadtteil voller Krankenhäuser und Kliniken: die Dubai Healthcare City. Hier ist man auf nahezu jede medizinische Leistung – von der Schönheits-OP bis zur Transplantation – vorbereitet und ausgestattet. Für Geburten haben wir im American Hospital sehr gute Erfahrungen gemacht.

In Jumeirah reiht sich eine Klinik an die nächste. Hausärztliche Praxen, Zahnärzte, Frauenärzte, Kinderärzt finden sich hier genauso wie Polikliniken und Ärzte mit spezifischen Fachgebieten. Und natürlich gibt es auch hier ein großes Angebot rund um die Schönheit.

Es gibt zahlreiche deutsche bzw. deutschsprachige Ärzte in Dubai. Unserer Meinung nach empfehlenswert (und Stand November 2018 auch noch in Dubai aktiv) sind insbesondere folgende Ärzte:

  • Zahnärztin Dr. Ulrike Spitz
  • Kinderarzt Dr. Jens Kempf
  • Gynäkologin Dr. Mukaddes Oksuz

Übrigens gibt es im Saudi German Hospital kaum deutschsprachige oder in Deutschland ausgebildete Ärzte.

Frauenrechte

Viele angehende Expats fragen, wie sich das Leben in Dubai für Frauen gestaltet. Darauf gibt es zwei Antworten. Die erste ist, dass Expat Frauen oft die Erfahrung machen, dass sie bevorzugt behandelt werden. Bei Behörden gibt es eine separate Schlange für Frauen, die meistens kürzer ist. Türen werden für Frauen aufgehalten. Es kann auch vorkommen, dass ein Angestellter eines Geschäfts einer Kundin die Einkaufstaschen bis ins Auto trägt.

Autofahren dürfen Frauen selbstverständlich – Führerschein vorausgesetzt. Allerdings gibt es eine kleine Formalität. Der Visa-Sponsor – also meistens der Ehemann – muss schriftlich einwilligen, dass die Frau Auto fahren darf. Gleiches gilt allerdings auch für Männer, wobei hier oft der Arbeitgeber der Sponsor ist. Trotzdem kann das am Ego kratzen. Zumal im Visum steht: „Housewife – not allowed to work“ (siehe auch: Startphase als Expat = erster Schritt zur Scheidung?).

Die zweite Antwort: Frauenrechte in Dubai und Abu Dhabi hängen von der Nationalität ab. Während es für Europäerinnen so gut wie keine Einschränkung ihrer Rechte gibt, sieht das für Frauen aus Asien oft anders aus. Beispielsweise sind viele Maids von den Philippinen ihren Arbeitgeber auf Gedeih und Verderben ausgeliefert.

Brot und Spiele

Die Expat Community langweilt sich von Event zu Event und dürstet nach Entertainment. Timeout Dubai gibt den Takt vor. Jedes neu eröffnete Restaurant wird gehypet und man muss es dringend gesehen haben. Das neue Hotel auf der Palme muss man unbedingt gesehen haben. Das Pferderennen in Maydan und der Formel 1 Zirkus in Abu Dhabi sind mehr oder weniger Pflichtveranstaltungen. Man fährt regelmäßig an die Grenzen des Emirats, weil es im Last Exit neuerdings Street Food gibt – und das ist ja sowas von cool. Selbst aufs Global Village – einer Mischung aus Expo und Frankfurter Dippe Mess – muss man jedes Jahr mindestens einmal. Wenn man keine Karte für die drei großen Veranstaltungen der deutschen Außenhandelskammer (Spargel-Essen, Oktoberfest und Gänse-Essen) ergattert, geht die Welt unter.

Nach einigen Monaten führt das Expat Leben in Dubai unweigerlich zum Dubai Stone: wenig Bewegung gepaart mit viel Essen ergibt einige Kilo zusätzliches Körpergewicht. Regelmäßg fährt mit dem Auto, das man sich zuhause nie leisten könnte, zum Friday Brunch. Ist der Wagen beim Valet Parking abgegeben, fräst man sich durch ein irrsinniges Buffet und spült alles mit Lemon Mint oder all you can drink Champagner runter (siehe auch: Jumeirah Jane – eine Woche in Dubai). Zur Bezahlung nutzt man selbstverständlich den 2-für-1 Gutschein aus dem Entertainer Buch. Nach einiger Zeit wird man dessen überdrüssig und geht lieber zum Fish Man in Jumeirah oder Saarangaa Bhojan Shala. Und ja, ab und zu ein Schnitzel im Keller (im 2. Stock des Jumeirah Beach Hotel) muss auch sein.

Big Brother is watching

Das Bunte Abo hat man längst abbestellt. Schließlich war man froh, wenn ungefähr jede dritte Ausgabe wirklich in der Post landete. Die Auswahl deutscher Zeitschriften in Supermärkten ist gelinde gesagt übersichtlich. Meistens sind die Hefte auch bereits zwei Wochen alt, wenn sie in den Handel kommen. Das liegt nicht etwa an den langen Transportwegen, sondern an der Zensur. Jedes Bisschen abgebildete Haut – egal ob auf dem Cover oder im Heft – wird händisch per Edding geschwärzt. Auch das Internet wir streng zensiert. Skype wurde bereits mehrfach verboten und abgeschaltet – wohl um höhere Einnahmen für die Telekommunikationsunternehmen Etisalat und du zu erreichen. Zwar kann man diese Zensur teilweise umgehen (siehe auch: Checkliste: 7 Dinge, die man vor der Ausreise erledigen muss), doch es bleibt immer ein Gefühl der Überwachung.

Fazit: Leben in Dubai verändert dich

Insgesamt ist das Leben und Arbeiten in Dubai eine großartige Erfahrung mit vielen Annehmlichkeiten. Die Erfahrung führt unweigerlich zur Veränderung der eigenen Perönlichkeit. Bei vielen Expats beinhaltet diese Veränderung eine Erweiterung des Horizonts. Allerdings gibt es auch immer wieder Einzelfälle, deren Charakter sich durch das Leben in Dubai zum Schlechteren verändert.

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Wie finde ich einen Job im Ausland?

Job im Ausland

Einer der ersten Schritte ins Expat-Leben ist es, einen Job im Ausland zu finden. Dabei ist die Jobsuche im Ausland nicht gerade einfacher als zuhause. Für Unternehmen ist es immer ein gewisses Risiko einen Arbeitnehmer einzustellen, der  Markt und Kultur im Land der Arbeitsstelle nicht kennt. Hinzu kommen die Kosten für einen Auslandsumzug und ein hoher Verwaltungsaufwand für Arbeitsgenehmigungen und Visa. Im Gegenzug sind Fachkräfte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in vielen Ländern sehr begehrt. Mit der richtigen Vorgehensweise kann man also durchaus einen Job im Ausland finden.

Fokussieren

Wie bei jeder Suche, muss man sich zunächst im Klaren sein, was man finden will. Welche Rollen und welche Hierarchiestufen kommen in Frage? In welches Land bzw. welche Länder soll es gehen? Schränkt man sich dabei zu stark ein, gibt es keine oder nur sehr wenige Stellen, die in das Raster passen. Ist man zu offen für alles, gibt es zwar viele Stellen, allerdings ist es dann schwierig, für alle Stellen eine passgenaue Bewerbung zu schreiben. Außerdem wird man gewissermaßen zum Spielball der Wellen, wenn man zu opportunistisch ist.

Suchen

Nächster Schritt zum Job im Ausland ist es dann, konkrete Jobangebote zu finden. Initiativbewerbungen funktionieren eher selten. Schließlich sind die Hürden und Kosten für die Anstellung eines Expats ungleich höher als bei einem lokalen Bewerber. Und selbst zuhause reagieren Unternehmen kaum mehr auf Initiativbewerbungen. Deshalb sollte man folgende Möglichkeiten zum Aufspüren von passenden Stellen im Ausland nutzen.

Interne Stellenausschreibungen im eigenen Unternehmen

Am leichtesten ist der Umzug ins Ausland innerhalb des eigenen Unternehmens. Sei es durch eine Entsendung, sei es mit einem neuen Vertrag im Zielland – man hat den Vorteil, dass man die Firma bereits kennt. Im Idealfall wird man selbst auch unternehmensweit geschätzt. Dann ist die Liste der internen Stellenausschreibungen eine gute Informationsquelle. Meistens findet sich diese in Form einer Website im Intranet. Oder man fragt regelmäßig in der Personalabteilung nach. Das hat den Vorteil, dass die Kollegen dort über die eigenen Pläne Bescheid wissen und ggf. proaktiv auf passende Stellen hinweisen können. Ohnehin werden viele Stellen nur pro forma ausgeschrieben.

Über Freunde und Kollegen

Deshalb ist das eigene Netzwerk oft der erfolgsversprechenere Weg. So kann man von offenen Jobs im Ausland erfahren, bevor sie ausgeschrieben sind. Zudem können die Kollegen auch Empfehlungen aussprechen. Mit etwas Glück hat man den Job fast schon sicher, wenn er ausgeschrieben wird. Das gilt unabhängig von der Frage, ob es um eine Stelle im eigenen oder einem anderen Unternehmen geht.

Externe Karriere-Websites von Unternehmen

Wenn man sich auf ein (oder wenige) Unternehmen festgelegt hat, lohnt es sich, deren Karriere-Websites regelmäßig zu besuchen. In der Regel befinden sich dort externe Stellenausschreibungen. Und meistens findet man auch gleich ein Online-Formular über das man sich bewerben kann. Offensichtlich ist dieser relativ anonyme Weg weniger aussichtsreich als der Weg über das eigene Netzwerk. Man muss also mit Absagen rechnen und sollte sich davon nicht entmutigen lassen.

Internationale Stellenbörsen

Führungspositionen im mittleren Management werden häufig auf internationalen Stellenbörsen im Internet ausgeschrieben. Zu den meistgenutzten gehören monster.com, stepstone.com und experteer.com. Dazu kommt eine Vielzahl von branchenspezifischen Jobportalen. Der Vorteil für den Bewerber ist, dass für die Ausschreibungen hier Kosten für die Unternehmen entstehen. Diese Investitionen sparen sich Firmen, wenn es sich nur um eine pro forma Ausschreibung handelt. Allerdings muss man zumindest bei einigen dieser Plattformen aus als Bewerber für die vielversprechendsten Serviceleistungen zahlen.

Lokale Job-Börsen

Neben den internationalen Jobportalen haben viele Länder auch lokale Anbieter. Dazu gehören zum Beispiel bayt.com in den Vereinigten Arabischen Emiraten oder jobcentral.com.sg in Singapur.

LinkedIn

Auch wenn Xing.com bemüht ist, sich einen internationalen Anstrich zu geben, ist die Plattform außerhalb des deutschsprachigen Raums kaum bekannt. International gesehen ist LinkedIn.com das erfolgreichste Karriereportal. Um sich über LinkedIn erfolgreich einen Job zu ergattern, ist ein gut gepflegtes Profil eine absolute Voraussetzung. Denn nahezu alle Recruiter nutzen LinkedIn als Informationsquelle über Bewerber.

Bewerben

Hat meinen Job im Ausland gefunden, für den man sich interessiert, muss man sich „nur noch“ erfolgreich bewerben. Dabei gibt es oft zahlreiche Unterschiede zur Vorgehensweise im Heimatmarkt.

Beispielsweise haben Lebensläufe oft einen anderen Aufbau – rückwärts chronologisch. Deutliche Unterschiede gibt es auch bei der Einbindung von Fotos. Während in manchen Ländern ein Profilbild erwartet wird, ist ein Bild in anderen Ländern – beispielsweise den USA – nicht erwünscht. Denn ein Bild könnte zu Vorurteilen und Diskriminierung führen. Gleiches gilt für die Gestaltung von Lebenslauf und Anschreiben. In manchen Ländern kann man mit einer ansprechenden Gestaltung punkten. Andere Länder und manche Firmen annonymisieren Lebensläufe und konvertieren sie in ein Standardformat bevor sie an den Hiring Manager gehen.

Das in Deutschland übliche System von Arbeitszeugnissen ist vor allem im angelsächsischen Raum nicht bekannt. Viele der heimlichen Codes und verklausulierten Informationen würden bei der Übersetzung ohnehin verloren gehen. Stattdessen erwartet man dort Referenzen, die von einem Recruiter angerufen werden können. Das können (ehemalige) Professoren, Kollegen, Mitarbeiter oder Führungskräfte sein.

Vor der Bewerbung sollte man sein LinkedIn auf Vordermann bringen. Ein wichtiges und viel zu selten genutztes Feature ist die Möglichkeit, fremdsprachige Unterprofile einzurichten. Statt deutsch und englisch zu mischen, sollte man für jede Sprache ein Unterprofil einzurichten. Selbstverständlich schadet es nicht, ein gut gepflegtes Profil in der Landessprache des Ziellandes zu haben – sofern man die Sprache gut genug beherrscht.

Man sollte sich auf eine ganze Reihe von Bewerbungsgesprächen einstellen. Aus Kostengründen werden die ersten Runden sicherlich über Skype oder eine ähnliche Software abgewickelt. Man sollte damit rechnen, dass dabei die Kamera eingeschaltet wird. Deshalb sollte man nicht nur auf ein ansprechendes Äußeres, sondern auch auf einen positiv wirkenden Bildhintergrund achten. Für die finalen Interviews kann es auch sein, dass man anreisen muss. Diese Reise kann man eventuell gleich als Look & See Trip nutzen.

Alternative: Selbständigkeit

Eine Selbständigkeit kann eine Alternative zur Anstellung im Ausland sein. Allerdings ist eine Firmengründung wohl der schwierigste und ristkanteste Weg, einen Job im Ausland auszuüben – insbesondere dann, wenn man keine Erfahrung als Unternehmer hat.

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Smørrebrød – das Sushi des Nordens

Smørrebrød - das Sushi des Nordens

Nein, ein banales Butterbrot ist Smørrebrød wirklich nicht. Zu Unrecht verwendet man den Begriff in Deutschland eher belustigt – römm, pömm. pömm, pömm, In Dänemark ist Smørrebrød nicht nur Nationalgericht, sondern eine regelrechte Kunstform. Und der Tat braucht Smørrebrød den Vergleich mit dem japanischen Sushi weder im Bezug auf die Vielfalt, noch auf die kunstvolle Präsentation zu scheuen. Basierend auf einer langen Tradition gibt es für die Kunst des dänischen Sandwich ein festes Regelwerk, das sich dem Expat, der zum Arbeiten in Dänemark weilt, oft erst nach Jahren erschließt.

Die Vielfalt der Eintönigkeit

 

In den vergangenen Jahren hat Dänemark kulinarisches Weltniveau erreicht. Die Ny Nordisk Küche ist nicht nur im noma, das seit Jahren als bestes Restaurant der Welt gilt, ein echtes Erlebnis. Traditionell hat die dänische Küche aber nicht viel zu bieten. Das läßt sich auch daran ablesen, dass Frikadellen – abhängig vom Schweine-/Rindfleisch-Mischverhältnis und von möglichen Panaden allerlei verschiedene Namen haben.

Der Smørrebrød Baukasten

Auch für die verschiedene belegte Brotkreationen gibt es Namen. Teilweise sind diese ähnlich phantasievoll wie die Gestaltung der Brote. Dabei sind die Grundzutaten immer die gleichen.

  • Roggenbrot
  • Butter
  • Wurst, Käse, Fleisch oder Fisch
  • frisches, eingewecktes oder geröstetes Gemüse
  • Eier
  • Pilze
  • Kräuter

Soweit so einfach. Um zweifelsfrei zu wissen, welche Kombination davon als Hofdame, Feuerwehrmann oder tierärztliches Abendmahl bezeichnet wird, muss man als Expat sicherlich einige Jahre in Dänemark leben.

Die wichtigsten Regeln

Ähnlich sieht es mit den zahlreichen, ungeschriebenen Regeln aus. Die wichtigsten kann (und muss) man sich allerdings schnell merken. Smørrebrød ist ein Mittagessen! Keinesfalls kommt eine zweite Brotscheibe als Deckel oben drauf! Smørrebrød wird immer mit Messer und Gabel gegessen – wer die Finger nimmt hat keine Kultur! Noch schlimmer ist es, Salami mit Majo statt mit Remoulade zu kombinieren! Warum? Ist halt so. Ein Bayer würde ja auch Weisswurst weder mit Dijonsenf noch nach 12 Uhr essen. Und ein Japaner würde niemals den Reis, sondern nur den Fisch in die Sojasoße tauchen.

Smørrebrød ist ein fester Bestandteil der dänischen Kultur. Und dementsprechend auch ein fester Bestandteil des Kulturschocks von Expats.

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Mehrwertsteuer Rückerstattung nach dem Urlaub zuhause

Mehrwertsteuer Rückerstattung

An den Kassen vieler Kaufhäuser, Butiken und Geschäfte mit Luxusartikeln, weist ein kleines, blaues Schild Touristen aus dem Ausland darauf hin, dass sie sich die Mehrwertsteuer für den Einkauf zurückzuerstatten lassen können. Je nach Land in dem man lebt, kann es ein angenehmer Nebeneffekt des Expat-Daseins sein, dass man diese Mehrwertsteuer Rückerstattung nach Heimaturlauben nutzen kann. Und so beim Shopping zuhause eine ordentliche Summe sparen.

Voraussetzungen für die Mehrwertsteuer Rückerstattung

Ob das möglich ist, hängt von drei Punken ab:

  • Man hat seinen permanenten Wohnsitz außerhalb des EU Binnenmarktes und ist als Besucher innerhalb der EU. Entscheidend ist die Wohnadresse, die im Reisepass eingetragen ist. Diese Eintragung wird von der Botschaft bzw. einem Konsulat im Gastland vorgenommen.
  • Die Ware wird komplett aus dem EU Binnenmarkt ausgeführt
  • Das Geschäft in dem man einkauft, bietet den Service an. Das ist nicht bei allen Händlern der Fall, denn für den Verkäufer entsteht ein gewisser Verwaltungsaufwand, der sich nicht für alle Unternehmen rechnet. Eventuell wird auch eine Bearbeitungsgebühr erhoben.

Wie funktioniert es?

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, geht alles in der Regel relativ einfach.

  1. Man zeigt beim Einkauf vor der Zahlung seinen Reisepass (mit eingetragenem Wohnsitz im Nicht-EU-Ausland vor). Teilweise will man auch das Flugticket sehen.
  2. Man füllt ein Formular (meistens von GlobalBlue) aus und der Verkäufer komplettiert es.
  3. Bei der Ausreise legt man die Ware, Quittung und das ausgefüllte Formular zunächst beim Zoll und anschließend an einem Schalter der Erstattungsagentur (zB GlobalBlue) vor. Dazu muss der entsprechende Gegenstand im Handgepäck transportiert werden. Für größere Gegenstände gibt es in manchen Flughäfen einen Schalter mit Check-in Möglichkeit.
    Das ganze muss allerdings am letzten Flughafen vor der EU-Ausreise stattfinden. Hat man also einen Zwischenstop innerhalb der EU, muss man darauf achten, dass das Gepäck nicht direkt durchgecheckt wird. Außerdem muss man den Weg zum Schalter und ein bisschen Wartezeit einplanen, was insbesondere bei kurzen Umsteigezeiten oder bei Verspätungen problematisch sein kann.
  4. Man erhält einen Teil der Mehrwertsteuer zurückerstattet. Den Rest behält die Agentur für ihre Dienstleistung ein. Den genauen Betrag kann man online berechnen.
  5. Nicht vergessen sollte man, dass bei der Einfuhr der Ware ins Zielland Einfuhrsteuern fällig werden können.

Theoretisch funtioniert das ganze auch ohne Erstattungsagentur. Ähnlich wie oben beschrieben, legt man Ware, Quittung und Formular vor der Ausreise dem Zoll vor. Dieser stempelt das Formular als Bestätigung der Ausreise. Nach der Ankunft schickt man das Formular an den Händler, bei dem man die Ware gekauft hat und dieser überweist (einen Teil) der einbehaltenen Mehrwertsteuer. In der Praxis sind wenige Unternehmen zu diesem etwas umständlicheren Prozess bereit.

Weitere Informationen gibt es auf der Webseite der EU oder bei Amazon.

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Krisensituationen

Expat Krisensituation

Auch wenn es paranoid klingen mag, viele Expats halten Zuhause einen Notfallkoffer als Sicherheitsmaßnahme für Krisensituationen bereit. Innerhalb von Europa ist die Notwendigkeit dafür sicherlich gering. Doch auch hier haben die Finanzkrise (insbesondere in Griechenland und Island) oder die Spannungen rund um die Unabhängigkeitsbewegung in Katalonien gezeigt, dass die Stabilität trügerisch sein kann.

In anderen Weltregionen beispielsweise dem Mittlerer Osten oder asiatischen Ländern in Reichweite von Nordkorea leuchtet es allerdings ein, wenn man für Krisensituationen vorsorgt, in denen man schnellstmöglich „raus“ muss. Schlimmstenfalls kommt es auf jede Minute an, schließlich gibt es nur eine bestimmte Anzahl an Flügen.

Krisensituationen, in denen man schnell raus muss

Sicherlich kann man nicht alle Krisensituationen vorhersehen. Je nach Land sollte man aber folgende Risiken nicht außer Acht lassen.

Militärische Eskalationen

Die wenigsten Expats würden von sich aus in ein Kriegsgebiet ziehen. Allerdings kann es auch an vermeintlich friedlichen Punkten der Erde zu kriegsähnlichen Situationen kommen. Bei Dubai denkt man zunächst an Luxus, Strand und Wirtschaftsboom. Leicht vergisst man, wie weltpolitisch exponiert Dubai bzw die Vereinigten Arabischen Emirate liegen. Im Nachbarland Jemen tobt ein Stellvertreterkrieg zwischen Saudi Arabien und dem Iran. Als Dubai Expat befindet man sich genau zwischen diesen beiden Regionalmächten. Man verfolgt die Nachrichten also immer mit einer gewissen Sorge. Auch der ferne Osten ist in den vergangenen Jahren nicht gerade sicherer geworden. Im Ernstfall will man einfach schnell weg, und wenn es nur vorübergehend ist.

Politische Umbrüche

Auch Veränderungen an der Spitze des Staates können Krisen vervorrufen. In den 70er Jahren war Teheran bei Expats enorm beliebt. Nach dem Umsturz 1979 war man froh um jede Stunde, die man früher aus dem Iran herauskam. Dabei muss es gar nicht mal ein Putch sein, der Anlass zur überstürzten Abreise gibt. Stirbt das Staatsoberhaupt eines absotutistischen Staates ist das Risiko nicht zu unterstätzen. Schwer einzuschätzen, wer plötzlich Anspruch auf die Nachfolge erhebt und was der neue Herrscher in seinen ersten Amtshandlungen verfügt. Wer auf Nummer sicher geht, schaut sich das lieber aus der Entfernung an und verlässt das Land innerhalb der ersten Stunden nach Bekanntwerden der Todesmeldung – zumindest für einige Tage.

Wirtschaftliche Krisen

Wo es boomt, sind Krisen nicht weit. Wirtschaftlicher Abschwung kann für Expats tragisch sein. Insbesondere dann, wenn der eigene Arbeitgeber in wirtschaftliche Schwierigkeiten gerät. Kommt dann noch eine Rechtsprechung dazu, die geplatzte Schecks hart bestraft, wird es geradezu gefährlich. Dann ist es angebracht, das Land schnellstmöglich zu verlassen.

Naturkatastrophen

Die Nachrichtensendungen der vergangenen Jahre waren voll von Naturkatastrophen, die Menschen zur Flucht getrieben haben. Tsunami, Hurikan, Erdbeben, Vulkanausbrüche, Überschwemmungen – viele davon in Regionen, in denen viele Expats leben. Auch wenn es teilweise Vorwarnungen gab, blieb in den wenigsten Fällen viel Zeit, das Nötigste zusammenzupacken.

Epidemien

Vor einigen Jahren wurde wurde es innerhalb kurzer Zeit relativ schwierig Asien zu verlassen.Ganze Regionen wurden unter Quarantäne gestellt. Der Grund hatte vier Buchstaben: SARS. Wer die Chance hatte, überlegte nicht lange und verließ die Region, solange es noch die Möglichkeit gab.

Alles Wichtige griffbereit

Erste und wichtigste Sicherheitsmaßnahme ist es, sich in die Elektronische Erfassung von Deutschen im Ausland einzutragen (siehe auch: Wichtige Links für Expats).

Um im Krisenfall schnell das Land verlassen zu können, ohne noch lange Papiere und andere wichtige Dinge suchen zu müssen, lagert man folgende Gegenstände griffbereit und möglichst zusammen:

  • Reisepässe aller Familienmitglieder.
  • Bargeld in verschiedenen Währungen (lokale Währung, Dollar, ggf. Euro) teilweise in kleinen Scheinen. Das Geld sollte mindestens reichen, um für die ganze Familie ein überteuertes Flugticket bar zu bezahlen. Je nach Land sind das leicht 10000 Dollar und mehr.
  • Wichtige Dokumente (zum Beispiel Geburtsurkunden, Patente, Arbeitsverträge).
  • Ausdruck mit wichtigen Adressen und Telefonnummern, insbesondere der deutschen Botschaften bzw. Konsulate im Umkreis (siehe auch: wichtige Links für Expats).
  • Medizin, auf die man angewiesen ist.
  • Wertgegenstände, die man nicht zurücklassen möchte (z.B. Diamantschmuck).

Wegen des Wertes dieser Gegenstände, empfiehlt sich ein Tresor. Ein passender Koffer oder Rucksack, der sich als Handgepäck eignet, sollte ebenfalls griffbereit sein. (Siehe auch: 9 Gadgets, die man als Expat braucht.)