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7 emotionale Phasen des Expat Lebens [mit Infografik]

Expat Phasen

Das Leben als Expat ist eine Achterbahnfahrt der Emotionen. So durchläuft man als Expat Phasen voller Glücksgefühle, aber auch Phasen, in denen man einfach nur genervt ist. Interessanterweise verläuft dieser Zyklus bei vielen Expats gleich.

7 emotionale Phasen des Expat Lebens

1 – Kribbeln im Bauch

Es ist fast ein bisschen wie verliebt sein. Plötzlich liegt ein Angebot für einen Job im Ausland auf dem Tisch. Manchmal kommt dieses Angebot völlig aus dem Nichts. Doch selbst wenn man den Schritt ins Ausland bereits angestrebt hat, bleibt kaum jemand cool, wenn es konkret wird. Soll ichs wirklich machen, oder lass ichs lieber sein? Die Entscheidung, ob man das Angebot annehmen möchte, setzt noch einmal Zweifel frei. Aber auch eine spannende Erwartung, die mit jedem Aufbruch verbunden ist.  Das Abenteuer beginnt – auch emotional.

2 – Vorfreude

Der Expat-Arbeitsvertrag ist unterschrieben und die konkrete Vorbereitung beginnt. Es gibt unglaublich viele Dinge zu erledigen (siehe auch: Checkliste: 7 Dinge, die man vor der Ausreise erledigen muss und Checkliste Umzug ins Ausland). Je näher der Umzugstermin rückt, desto weniger kann man es erwarten. Ein bisschen fühlt man sich wie ein Kind vor Weihnachten. Allerdings mischt sich auch eine kleine Prise Melancholie dazu. Schließlich lebt man bald weit entfernt von seinen Freunden. Aber dann überwiegt doch die Vorfreude auf die neue Aufgabe und die spannende neue Umgebung.

3 – Euphorie

Die Koffer sind noch nicht richtig ausgepackt, der Container ist noch unterwegs und die Stimmung wandelt sich in pralle Euphorie. Zunächst ist man mehr Tourist als jemand, der in dieser Stadt wohnt. Man erkundet die neue Heimat, macht Sightseeing Touren, richtet sich den Schreibtisch ein. Nach der Ankunft entwickelt sich ein positiver Kulturschock. Man ist aufgeschlossen gegenüber allen neuen Eindrücken und liebt die lokale Küche. Innerhalb weniger Wochen bekommt man Besuch von vielen Freunden von zuhause und zeigt ihnen stolz, wo und wie man jetzt lebt. Alles ist einfach super.

4 – Frustration

Nach einiger Zeit schlägt die Euphorie ins Gegenteil um. Die Wohnungssuche zieht sich in die Länge, die Behörden nerven und auch hier gibt es einige Kollegen, die man nicht ausstehen kann. Man arbeitet viel, stößt auf kulturelle Widerstände und kommt deshalb nicht so schnell voran, wie man dachte. Es ist ziemlich schwierig Freunde zu finden. Gleichzeitig fühlt sich der Ehepartner vernachlässigt. Schon wieder kommt Besuch aus der Heimat – langsam nervt es. Schon wieder die Tour durch die gleichen Sehenswürdigkeiten. Dass mancher Expat Phasen von Heimweh erlebt, macht die Situation auch nicht besser. Wäre ich doch zuhause geblieben.

5- Langeweile

Der Alltag macht sich breit. Was vor einiger Zeit noch spannend war ist jetzt Normalität. Man hat sich an die kulturellen Unterschiede gewöhnt. Die Probleme im Arbeitsleben sind auch die gleichen wie überall. Und Besuch von zuhause kommt schon lange nicht mehr. Wenigstens gehts demnächst in den Urlaub. Man muss einfach mal raus hier. Dieses mal geht es nicht nach Deutschland, sondern in ein Land in der Umgebung.

6 – Ernüchterung

7 – Heimatlosigkeit

Willkommen zuhause. Aber ist das hier überhaupt noch zuhause? Die Zeit hier ist nicht stehen geblieben, als man weg war. Keiner hat auf dich gewartet. Die beste Freundin hat jetzt eine andere beste Freundin. Der eine oder andere Kollege ist neidisch, weil man in seiner Karriere schneller vorangekommen ist. Nach der Rückkehr nach Deutschland durchläuft man als (nunmehr ehemaliger) Expat einen umgekehrten Kulturschock mit Phasen von Euphorie und Frustration. Irgendwie zieht es einen auch wieder ins Ausland. Je lønger man weg war, desto størker ist der Effekt. Vielleicht besucht man im nächsten Urlaub sogar Freunde, die noch dort leben, wo man bis vor kurzem auch noch gewohnt hat. Und schürt so nur Heimweh nach dem Ausland. Viele Expats machen die Erfahrung, dass die Rückkehr nach Hause der schwierigste Umzug ist. Und so manchen hält es nicht lange zuhause.

All diese Phasen und Emotionen sind Teil der Expat- bzw. Auslandserfahrung. Man sollte sich nicht dagegen wehren sondern sie annehmen. In Summe tragen sie dazu bei, dass man als Persönlichkeit wächst und auf ein breites Spektrum an Lebenserfahrung zurückgreifen kann.

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10 hervorragende TED Talks für Expats

TED Talk Expat

TED Talks sind eine Inspirationsquelle für eine große Bandbreite von Themen. Herausragende Persönlichkeiten und Experten bringen darin ihre Ideen und Erfahrungen in maximal 20 Minuten auf den Punkt. Selbstverständlich können TED Talks auch Expats inspirieren. Hier ist eine Auswahl von TED Talks für Expats, die aus verschiedensten Gründen spannend, unterhaltsam, lehrreich und in jedem Fall überraschend sind.

Welches Land ist das „guteste“ der Welt? Warum ist es gerade in einer vernetzten Welt wichtig, seine Komfortzone zu verlassen? Wie profitieren wir, wenn wir uns mit Fremden unterhalten? Warum sind Unterschiede zwischen Menschen wichtig für gute Entscheidungen?

Alle dieser TED Talks enthalten Gedanken, die Expats dazu anregen, mehr aus ihrem Aufenthalt zu machen, Dinge in einem anderen Licht zu sehen, wertvolle Erfahrungen zu machen und ausgetretene Pfade zu verlassen. Alle haben eine starke Relevany für Expats.

TED Talks für Expats

1 – John McWhorter: 4 reasons to learn a new language

2 – Pico Iyer: Where is home?

3 – Chris Sheldrick: A precise three word address for every place on earth

4 – Ngozi Okonjo Iweala: On doing business in Africa

5 – Safwat Saleem: Why I keep speaking up even when people mock my accent

6 – Ben Saunders: Why bother leaving the house?

7 – Kio Stark: Why you should talk to strangers?

8 – Simon Anholt: Which country does the most good for the world?

9 – Danny Dorling: Maps that show us who we are not just where we are

10 – Elif Shafak: The revolutionary power of diverse thought

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Checkliste: 7 Dinge, die man vor der Ausreise erledigen muss

Checkliste Ausreise ins Ausland

Es gibt eine Reihe von Dingen, die man unbedingt vor der Ausreise ins Ausland erledigen sollte. Entweder weil sie nach dem Umzug gar nicht mehr beziehungsweise nur mit größerem Aufwand möglich sind. Oder weil man nach der Ankunft am neuen Arbeitsplatz kaum mehr Zeit dafür hat. Oder weil man so Geld sparen kann. Diese Checkliste zur Ausreise fasst die wichtigsten Punkte zusammen.

1 – Neuer Reisepass / zweiter Reisepass

Viele Expats sind häufig auf Reisen in verschiedene Märkte. Deshalb empfiehlt es sich, rechtzeitig vor der Ausreise einen neuen Pass zu beantragen. Das gilt vor allem dann, wenn der alte Pass

  • bald abläuft.
  • fast schon vollgestempelt ist und nicht mehr viel Platz für neue Visa und Einreisestempel bietet.
  • Einreisestempel oder Visa von Ländern enthält, deren Beziehungen mit dem Land, in das man umzieht, eher angespannt sind.
  • nicht mehr im besten Zustand ist.

Bei der Gelegenheit kann man gleich einen zweiten Reisepass beantragen, falls es der neue Job erfordert.

Die Bearbeitung des Passes dauert ca. 5 Wochen. Per Expressgebühr kann diese Frist auf 6 Arbeitstage reduziert werden.

2 – Passbilder

Für den neuen Reisepass benötigt man ein biometrisches Passbild. Auch wenn man noch irgendwo eines herumliegen hat, ist es zu empfehlen, vor der Ausreise neue Passbilder machen zu lassen. Es ist oft erstaunlich, wieviel Passbilder für Einreiseformalitäten, Visa, Ausweisdokumente, Führerschein, und ähnliches benötigt. Das gilt übrigens für die ganze Familie. Teilweise muss man schon bei der Einreise am Flughafen welche bereit haben. Klar steht dort vermutlich ein Fotoautomat. Aber vor dem gibt es mit einiger Wahrscheinlichkeit eine einigermaßen lange Schlange. Und schön werden die Bilder auch nicht. Dann doch lieber vorher noch kurz Fotografen und gleich mindestens 12 Abzüge machen lassen.

3 – Internationaler Führerschein

Die Regelungen, ob und wie lange ausländische Führerscheine gelten, unterscheiden sich von Land zu Land. Fast überall darf man für einige Wochen – etwa die Dauer eines Touristenaufenthalts – einen Mietwagen fahren. Will man auch danach noch fahren oder ein Auto anmelden, braucht man in der Regel einen Führerschein, der im Gastland ausgestellt wurde. Je nach Land muss man dafür eine Fahrprüfung ablegen, auch wenn man bereits einen Führerschein hat. Wenn man Pech hat, muss man sogar in die Fahrschule. In manchen Ländern, kann man sich die Fahrschule sparen und direkt zur Prüfung antreten, wenn man einem internationalen Führerschein hat. Mancherorts bekommt man auf Basis eines internationalen Führerscheins sogar direkt eine einen lokalen Führerschein ausgestellt. Das setzt natürlich voraus, dass man vor der Ausreise daran gedacht hat, sich einen internationalen Führerschein ausstellen zu lassen.

4 – Internet Proxy

Wenn man im Ausland Mediatheken oder Live Streams deutscher Fernsehsender nutzen möchte, bekommt man oft eine Fehlermeldung. Der Stream außerhalb von Deutschland nicht verfügbar ist. Abhilfe schafft da in einigen Fällen ein Internet Proxy. Mit dessen Hilfe kann man auch im Ausland mit einer deutschen IP Adresse im Internet surfen. Dann laufen Sportschau, Voice of Germany oder der Tatort meistens problemlos. Je nach Proxy kann man sich auch mit den IP Adressen anderer Länder im Netz bewegen und deren Mediatheken nutzen. Netflix hat zwar vor einiger Zeit den Zugang per Proxy gesperrt. Bei anderen Streaming Platformen gibt es allerdings keine Einschränkungen. Proxys können auch helfen, die Internetzensur mancher Länder zu umgehen. Allerdings nur, wenn man den Proxy schon vorher eingerichtet hat. Denn die Webseiten der Proxy Anbieter sind natürlich auch gesperrt. An dieser Stelle sei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass das Umgehen von Internetzensur per Proxy unter Strafe steht und deshalb nicht empfohlen werden kann.

5 – Arbeitslos melden

Um Anspruch auf Arbeitslosengeld zu haben, muss man vorher für einen gewissen Zeitraum in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben. Das kann  für Ehepartner von Auslandstätigen zum Problem werden. Es ist unwahrscheinlich, dass beide Partner ab dem ersten Tag nach der Rückkehr einen Job haben. Da der arbeitslose Partner aber für die Dauer des Auslandsaufenthalts nichts eingezahlt hat, besteht kein Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung. Das ändert sich, wenn man zum Zeitpunkt der Ausreise arbeitslos gemeldet ist – ein Tag reicht schon. Dann meldet man dem Arbeitsamt, dass man ins Ausland zieht. Die Zahlung des Arbeitslosengelds wird unterbrochen und der Anspruch bleibt für bis zu 4 Jahren bestehen. Für Details sollte man sich Arbeitsamt bezahlen lassen.

6 – Abmeldung beim Bürgerbüro

Abmelden sollte man sich auch beim Bürgerbüro. Dadurch erfahren verschiedene Behörden, dass man fortan im Ausland lebt. Das beinhaltet auch das Finanzamt. Man wird zum Steuerausländer. Schöner Nebeneffekt: lebt man nach dem Umzug außerhalb der EU, kann man dann sich die Mehrwertsteuer für Waren zurückerstatten lassen, die man auf Heimaturlauben kauft und aus der EU ausführt.

7 – Heiraten

Kein Scherz. Wenn man gemeinsam mit einem Lebenspartner ins Ausland zieht, ist es je nach Zielland teilweise absolut notwendig, vorher zu heiraten. Während Ehepartner meistens problemlos ein Visum bekommen, sehen die Behörden vieler Länder in einer nicht-ehelichen Partnerschaft keine Grundlage für ein Visum. In vielen muslimischen Ländern kann man als nicht verheiratetes Paar keine gemeinsam eine Wohnung zu mieten. Streng genommen dürfen sich eine Mann und eine Frau teilweise nicht einmal im gleichen Raum aufhalten, wenn sie nicht verheiratet sind. Im Fall von schweren Krankheiten oder Unfällen sind Auskunfts- und Besuchsrechte sowie Entscheidungsbefugnisse für unverheiratete Partner oft schwer zu bekommen.

Hat man als unverheiratetes Paar gemeinsame Kinder, dann sollte man sich zumindest eingehend informieren, welches Sorgerecht das Zielland für diesen Fall vorsieht. Ganz problematisch kann es sein, wenn ein gemeinsames Kind gerade erst auf dem Weg ist und im Ausland auf die Welt kommen soll. Auch hier sind wieder einige muslimische Länder zu nennen. In einigen Fällen wird die Geburt eines unehelichen Kindes sogar mit Gefängnis bestraft. Es mag zwar nicht sonderlich romantisch klingen, aber eine Hochzeit vor der Ausreise, kann viele Dinge im Ausland vereinfachen. Da die Eheurkunde teilweise von der Botschaft oder Konsulaten des Landes, in das man umzieht, beglaubigt werden müssen, sollte man nicht bis auf den letzten Drücker warten.

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Skandinavien – offen und liberal?!?

Expat Skandinavien

Es ist schon ein bisschen paradox: Norddeutsche gelten als wortkarg und verschlossen. Dänen hingegen werden als offen und liberal beschrieben. Und das, obwohl sie nur durch eine EU Binnengrenze getrennt sind. Wenn wir Deutschen an Skandinavien denken, haben wir Bilder von gemütlichen, hölzernen Ferienhäusern in weiten Dünen, fahrradfahrenden Großstädtern in puristisch eleganter Kleidung und von Pippi Langstrumpf und Michel aus Lönneberga im Kopf. Dazu mischt sich gelegentlich noch die eine oder andere Schlagzeile über skandinavische Gesetze zur Gleichstellung von Frau und Mann oder zu gleichgeschlechtlichen Partnerschaften. Und fertig ist das stereotypische Bild vom offenen und liberalen Skandinavien. Wenn man als Expat Skandinavien erlebt, zeigt sich allerdings ein deutlich differenzierteres Bild. Eines, das man nicht werten sollte, sondern als Kulturerfahrung bewusst wahrnehmen.

Expat Skandinavien ≠ Tourist Skandinavien

Unsere Vorstellung von Skandinavien basiert oft auf Urlaubserfahrungen und Kinderbüchern von Astrid Lindgren. Das Land in dem man Urlaub macht, ist allerdings eine anderes als das, in dem man als Expat arbeitet. Auch wenn es den gleichen Namen hat. Oder anders formuliert: als Tourist lernt man ein Land nur sehr eingeschränkt bzw. verfälscht kennen. Schließlich gibt es im Urlaub kaum Alltagsprobleme und man wird freundlich umgarnt, damit man gut gelaunt, möglichst viel Geld am Urlaubsort lässt.

Die Bücher von Astrid Lindgren hingegen, zeichnen ein ziemlich genaues Bild von Skandinavien. Man muss sie nur richtig lesen. Richtet man den Blick weg von den Helden unserer Kindheit hin zu den erwachsenen Figuren, dann entwickelt sich ein anderes Bild. Astrid Lindgrens Beschreibung ist an vielen Stellen recht nah daran, wie ein Expat Skandinavien skizzieren würde. Die Eltern von Tommy und Annika sind gar nicht liberal, sondern einigermaßen spießig. Die Eltern von Michel, der im Original übrigens Emil heißt, leben in einer hierarchischen Gesellschaft voller Konventionen.

Skandinavien ist beinahe sozialistisch

Skandinavien hat bekanntermaßen vergleichsweise hohe Steuern. Für Expats gibt es zwar teilweise Ausnahmeregelungen, allerdings ändert das nichts am Gesamtbild. Die Steuereinnahmen werden via Gesundheits- und Sozialsystem unter anderem zur Umverteilung genutzt. Das bedeutet zum einen, dass die soziale Schere nicht so weit auseinander geht wie in Deutschland oder gar den angelsächsischen Ländern. Im Umkehrschluss heißt das aber auch, dass nach Steuern nicht sonderlich viel übrig bleibt. Wer sich ein bisschen Luxus (also ein Auto oder einen Urlaub) leisten möchte, braucht zwei Einkommen. In der Regel arbeiten in Skandinavien beide Ehepartner. Auf der positiven Seite sorgt das für Gleichberechtigung. Allerdings hat es auch zur Folge, dass es für Expats schwieriger wird, außerhalb des Arbeitsplatz Freundschaften aufzubauen, als in Ländern in denen ein Partner viel Freizeit hat. (Siehe auch: Start im Ausland = erster Schritt zur Scheidung?) Das wiederum kann dazu führen, dass man als Expat Skandinavien als gar nicht so offen und liberal wahrnimmt.

Skandinavier sind schwer zugänglich

Expats in Skandinavien berichten immer wieder, wie schwierig es ist, Zugang zur dortigen, recht verschlossenen Gesellschaft zu finden. Das mag daran liegen, dass Kinder in skandinavischen Ländern praktisch in ein staatlich organisiertes soziales Umfeld geboren werden. Dort organisieren viele Kommunen sogenannte Müttergruppen in denen sich die Eltern von Neugeborenen treffen und ihre Erfahrungen austauschen. Oft bilden diese Müttergruppen auf Lebenszeit den Kern des Freundes- und Bekanntenkreises der Kinder. Dieser wird später durch Schulklassen und ein aktives Vereinsleben komplettiert. Skandinavier haben starke, gewachsene soziale Netzwerke. Fremdsprachige Expats sind darin eher störend. Aber ist das in Deutschland wirklich anders?

So mancher Skandinavien Expat muss sein Skandinavienbild revidieren. Aber vielleicht ist genau das der Grund, warum man als Expat Skandinavien auswählen sollte. Schließlich geht man auch deshalb ins Ausland, um neue Erfahrungen zu machen, um Vorurteile zu überwinden und um Dinge von einem anderen Blickwinkel zu sehen.

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Relocation Service richtig nutzen

Relocation Service

Viele Unternehmen stellen ihren neu angekommenen Expats einen Relocation Service zur Verfügung. Dieser hilft bei den ersten, wichtigen Schritten nach der Ankunft. Dass dies nicht aus reiner Nächstenliebe geschieht, sondern eine rein wirtschaftliche Kalkulation zu Grunde liegt, ist nicht überraschend. Die Kosten sind schlicht geringer, als die Kosten, die entstehen würden, wenn sich der neue Mitarbeiter alleine durch den Behörden-Dschungel kämpfen müsste. Der Expat soll nach dem Umzug ins Ausland schnellstmöglich produktiv werden. Seine kostbare Arbeitszeit soll eben nicht dafür verwendet werden, herauszufinden, welche Behörde wofür zuständig ist. Zudem gäbe es dann ein gewisses Risiko, dass ein Fehler in irgendeinem fremdsprachigen Formular dazu führen würde, dass eine wichtige Genehmigung nicht erteilt wird und der Expat seinen Job erst gar nicht antreten kann. Der Relocation Service ist also ein Segen für alle Beteiligten.

Meistens bucht das Unternehmen den Relocation Service für eine festgelegte Dauer – beispielsweise für 3 Arbeitstage. Diese Zeit reicht in der Regel aus, um die wichtigsten Schritte abzuarbeiten und lässt noch ein bisschen Flexibilität für individuelle Punkte, die dem Expat wichtig sind. Da das Zeitbudget begrenzt ist, muss man zunächst mit dem Mitarbeiter des Relocation Service besprechen, welche Punkte man gemeinsam erledigen möchte, welche Sachverhalte man erklärt haben möchte und welche Dinge man noch angehen möchte, wenn noch Zeit übrig ist. Man benötigt also eine klassische Priorisierung. Idealerweise trifft man sich schon während des Look & See Trips und bespricht die Prioritäten.

Prio 1: Aufenthaltsgenehmigung und Arbeitserlaubnis

Die erste Priorität ist in jedem Fall, sicherzustellen, dass man seine Arbeitsstelle antreten darf. Dafür braucht man sowohl eine Aufenthaltsgenehmigung als auch eine Arbeitserlaubnis. Für die Aufenthaltsgenehmigung sind in manchen Ländern medizinische Untersuchungen nötig. Dafür gibt es teilweise sogar eigene Kliniken – vor allem in Ländern mit hohem Expat Anteil an der Gesamtbevölkerung (wie zum Beispiel den VAE). Ein guter Relocation Service kann helfen, die langen Wartezeiten dort deutlich zu verkürzen.

Nicht vergessen sollte man die Aufenthaltsgenehmigungen für weitere Familienmitglieder. Man darf davon ausgehen, dass die Aufenthaltsgenehmigungen für Ehepartner und Kinder im Zeitbudget vorgesehen sind. Bei tierischen Familienmitgliedern sieht das vermutlich anders aus. Dieser Service fällt aus dem Standard heraus. Man sollte zu Beginn mit dem Relocation Service absprechen, wie hoch der Aufwand dafür ist. Dann kann man entscheiden, ob der Relocation Service die Aufenthaltsgenehmigung für das Haustier beantragt oder ob man nur Informationen benötigt und sich dann selbst darum kümmert.

Weitere Prioritäten: kommt drauf an

Welche weiteren Aufgaben gemeinsam mit dem Relocation Service angegangen werden, hängt sowohl von der eigenen Situation ab, als auch davon, wie fehleranfällig, aufwendig bzw. mühsam die Aufgaben im jeweiligen Land sind. Die Priorisierung kann dann beispielsweise folgendermaßen aussehen:

Gemeinsam mit dem Relocation Service erledigen:

  1. Weitere Landesspezifische Behördengänge (z.B. Social Security Number, UAE ID, eGate Card, NemID)
  2. Zollformalitäten für den Umzugscontainer
  3. Unterstützung bei der Wohnungssuche
  4. Finden von Ärzten mit benötigter Spezialisierung

Relocation Service stellt Informationen bereit:

  1. Auswahl und Anmeldung bei Schule & Kindergarten
  2. Einrichten eines Bankkontos
  3. Umschreiben des internationalen Führerscheins

Falls noch Zeit übrig ist:

  1. Unterstützung beim Autokauf
  2. Beantragen einer Alkohollizenz 

Tendenziell ist zu empfehlen, den Relocation Service für wenige komplexe Aufgaben zu nutzen als für viele einfache – selbst wenn diese unangenehm sind.

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Hygge im Büro

Hygge im Büro

Man sagt den Dänen nach, sie seien das glücklichste Volk der Welt. Mit schöner Regelmäßigkeit bestätigen Studien diese These. Der Grund dafür ist Hygge – ein Wort, das vor kurzem auch den Einzug in den Duden geschafft hat. Hygge wird oft mit Begriffen wie Gemütlichkeit oder Behaglichkeit umschrieben. Manche Dänen behaupten sogar, dass man Hygge riechen kann. Es sei eine Mischung aus Kerzenwachs, Kaminrauch und Gløgg. Das ganze erweckt schnell ein Bild von kuscheliger Vorweihnachtszeit. Falsch ist das zwar nicht, es greift aber zu kurz. Hygge ist ein Lebensgefühl. Hygge gibt es nicht nur in den eigenen vier Wänden. Erstaunlicherweise gibt es Hygge dort wo wir Deutschen es am wenigsten erwarten. Tatsächlich gibt es Hygge im Büro. Und das hat nichts mit Duftlämpchen und Schreibtischen von skandinavischen Designern zu tun.

Hyggelig (ursprünglich dän. und norw. [‚hygəli], eingedeutscht [‚hʏgəliç] oder, wohl in Analogie zu hügelig, [‚hyːgəliç]) ist ein im Dänischen und Norwegischen häufig verwendetes Adjektiv, das wörtlich „gemütlich“, „angenehm“, „nett“ und „gut“ bedeutet. Darüber hinaus hat hyggelig auch weitere, durchweg positiv belegte Konnotationen wie „geborgen“, „intim“, „behaglich“, „im trauten Heim“, „lieblich“, „malerisch“, „Trost spendend“, „klein, aber fein“, „niedlich“. Diese Bedeutungen umfassend wird der Begriff oft im Sinne von „typisch dänisch“ auch von Dänen selbst als nationales Stereotyp gebraucht. (Quelle: Wikipedia)

Hygge im Job

Arbeiten in Dänemark kann sehr hyggelig sein. Schon am ersten Arbeitstag in Dänemark wird dem Expat die unterschiedliche Arbeitskultur plastisch vor Augen geführt. Zuhause in Deutschland musste er sich doofe Sprüche anhören, wenn er schon um 18 Uhr das Büro verließ: „Hast du einen halben Tag Urlaub genommen?“ Das Büro in Dänemark hingegen beginnt sich ab 16 Uhr zu leeren. Gegen 16:30 sind fast alle Kollegen gegangen. Ab 17 Uhr wird er von der Security mit mitleidsvollen Blicken bedacht.

Da der Expat sich auch persönlich weiterentwickeln möchte, fragt er einen Kollegen: „Wie schaffen es die dänischen Kollegen, so effizient zu sein, dass um spätestens 16:30 schon alles abgearbeitet ist“? Die Antwort ist verblüffend: „Erstens fangen hier alle schon um 8:30 an. Und zweitens ist es nicht schlimm, wenn was liegen bleibt. Das ist hier schließlich nur ein Job. Es gibt wichtigeres.“ Die Möbelpacker, die tags darauf das Umzugsgut in die neue Wohnung bringen und eigentlich alle Möbel aufbauen sollen, sehen das offensichtlich genauso.

Eine weiterer Bereich, in der sich Hygge im Büro zeigt, sind Entscheidungsprozesse. Viele Deutsche verzweifeln nahezu, weil Entscheidungen entweder gar nicht, oder nur im Konsens getroffen werden. Gelegentlich kommt es auch vor, dass eine Entscheidung nur vermeintlich getroffen wurde. Die radikale Kurskorrektur, die man auf Initiative des Expats aus Deutschland beschlossen hatte, wird ebenso kollektiv wie konsequent nicht umgesetzt. Zu deutlicher Widerspruch gegen die Pläne hätte eben die Hygge im Büro gestört.

Vi ses efter sommeren

Der dänische Winter ist nasskalt, grau und dauert gefühlte acht Monate. Er schreit geradezu nach allen, was Hygge ausmacht. Allerdings ist Hygge kein Phänomen der kalten Jahreszeit(en). Ab Anfang Juni hört man im Büro den Satz „Vi ses efter sommeren“. Wir sehen uns nach dem Sommer. Zunächst sporadisch, dann immer häufiger. Schnell wird klar, dass das keine leere Redensart ist. Die Bevölkerung aus den Wirtschaftszentren in und um Kopenhagen verabschiedet sich in der Tat für mindestens vier Wochen in ihre „Sommerhäuser“. Die heißen so, weil die Besitzer dort den kompletten Sommer verbringen. Klar – teilweise arbeiten die Kollegen auch von dort. Aber wenn die Internetverbindung in ihren spartanisch eingerichteten Häusern in den Dünen zu schwach für Skype-Konferenzen ist, dann nimmt man halt nicht daran teil. Auf jeden Fall ist das kein Grund, den Aufenthalt im Sommerhaus zu unterbrechen.

Hygge im Büro – ein klarer Fall von Kulturschock

Die dänische Lebensart spiegelt eine ausgesprochen große Gelassenheit wieder. Viele Deutsche sind davon einigermaßen irritiert. Mancher deutsche Dänemark-Expat hat sich schon zu der Aussage hinreißen lassen, dass die Dänen einen „Lari-Fari-Arbeitsethos“ an den Tag legen. Dänen würden das empört zurückweisen und versichern, dass Dänen wirklich hart arbeiten. So mancher Deutsche würde das wiederum mit einem gönnerhaften Lächeln kommentieren. Aus der Distanz betrachtet, tritt hier eine der zentralen Lehren der Kultursimulation Barnga zu Tage: je ähnlicher Kulturen sind, desto schwieriger ist es, ihre Unterschiede zu akzeptieren.

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Wohnungssuche mit Relocation Service – Tipps & Tricks

Wohnungssuche mit Relocation Service

Viele Unternehmen buchen für neu angekommene Expats einen Relocation Service. Vorteil für den Arbeitgeber ist, dass der Mitarbeiter möglichst viel Zeit für den neuen Job aufbringen kann statt sich mit Behördengängen und Wohnungssuche zu beschäftigen. Der Arbeitnehmer freut sich darüber, dass er Unterstützung für die ersten wichtigen Schritte erhält. Das erleichtert nicht nur den Start, sondern gibt auch Sicherheit. Schließlich hilft jemand mit Erfahrung, dass man nichts Wichtiges übersieht und keine Fehler macht. Eine der Hauptaufgaben für den Relocation Service ist die Unterstützung bei der Wohnungssuche.

Briefing

Meistens steht der Relocation Service für eine begrenzte Anzahl von Arbeitstagen zur Verfügung. Es ist also wichtig, keine Zeit dafür zu verschwenden. Je präziser man definiert, welche Anforderungen, Vorstellungen und Wünsche man im Bezug auf das neue Zuhause hat, desto schneller kann der Relocation Service eine passende Auswahl an Unterkünften finden. Für einen Suchauftrag sind mindestens folgende Informationen erforderlich:

  • Haus oder Wohnung
  • Möbliert oder unmöbliert
  • Miete oder Kauf
  • Größe in Quadratmeter
  • Anzahl Zimmer
  • Anzahl Badezimmer
  • Lage
  • Budget / verfügbare Housing Allowance
  • Anzahl und Art der Stellplätze für Fahrzeuge
  • Qualität der Ausstattung
  • Sonstige Anforderungen
  • Erwartete Mietdauer

Wenn die Miete nicht vom Arbeitgeber gezahlt wird, finden es viele Expats schwierig zu entscheiden, welchen Betrag sie dafür aufwenden möchten bzw. müssen. Als Daumenregel gilt hier: „nicht mehr als ein Drittel des Nettoeinkommens“. Sicherheitshalber solle man diesen Punkt allerdings mit dem Relocation Service genauer besprechen, zumal man den Wohnungsmarkt am neuen Wohnort nicht gut kennt. Voller Euphorie über die neue Lebenssituation im Ausland malen sich viele Expats ein Zuhause aus, das nicht realistisch ist. 400 Quadratmeter Villa mit Pool und 3 Marmorbädern mitten im Stadtzentrum – und das ganze für unter 1000 Euro Monatsmiete – gibt es eben in den wenigsten Großstädten.

Deshalb hilft es zu priorisieren und zu erklären, warum man diese Parameter gewählt hat. Dadurch kann der Relocation Service nach sinnvollen Alternativen suchen, wenn es nicht möglich ist, alle diese Wünsche gleichzeitig zu erfüllen, Darüber hinaus schadet es nicht, wenn man dem Mitarbeiter des Relocation Services etwas über die eigenen Lebensgewohnheiten erzählt. Wie alt sind die Kinder? Kocht man gerne? Hat man oft Gäste? Erwartet man viele Gäste aus der Heimat? Braucht man Platz für Sportgeräte? Entspannt man gerne in der Badewanne?

Besichtigungstag

Auf Basis des Briefings stellt der Relocation Service eine Auswahl von Wohnungen bzw. Häusern zusammen, die aktuell auf dem Markt sind bzw. zur Verfügung stehen. Im Idealfall kommen 10 bis 15 Objekte zusammen, wovon nach einer Vorauswahl durch den Expat maximal sieben übrig bleiben. Dafür organisiert der Relocation Service dann eine Besichtigungstour. Idealerweise finden alle Termine am gleichen Tag statt. Mehr als sieben Besichtigungen sind an einem Tag kaum machbar. Und danach kann man sich sowieso nur an maximal sieben Wohnungen erinnern, ohne sie durcheinander zu bringen. Um die Fülle an Informationen und Eindrücke an diesem Tag für die spätere Entscheidung optimal aufzubereiten, haben sich zwei Maßnahmen als sinnvoll erwiesen:

Notizen

Man stellt vor der Besichtigungstour eine Checkliste oder einen Bewertungsbogen auf und druckt für jede Immobilie ein Exemplar aus. Anforderungen aus dem Briefing sollten ebenso darin zu finden sein wie andere Punkte, die eventuell ausschlaggebend für die Entscheidung sein können: wie ist der Blick aus dem Fenster, wie gemütlich ist das Wohnzimmer, wie laut ist die Umgebung? Dazu kommt noch etwas Platz für Bemerkungen und andere Dinge, die einem während der Besichtigung aufgefallen sind. Jeder Bewertungsbogen erhält eine laufende Nummer:. erste Wochnung, zweite Wohnung, etc. Falls man ein Exposee erhält, schreibt man die gleiche Nummer darauf. So hat man alle wichtigen Informationen zusammengefasst, ohne dass man sie vergessen oder verwechseln kann.

Fotos

Man fotografiert jedes Objekt – idealerweise mit einer Kamera mit Weitwinkelobjektiv (siehe auch: 9 Gadgets, die man als Expat braucht). Dabei geht man nach einem festen Muster vor. Das erste Foto bei jeder Besichtigung ist ein Bild der eigenen Hand, die eine Zahl anzeigt. Ein Finger für die erste Wohnung, zwei Finger für die Zweite und so weiter. Dieses Foto dient als eine Art Registerkarte, trennt die Bilder von verschiedenen Wohnungen und hilft, die Fotos den Bewertungsbögen zuzuordnen. Danach folgt mindestens ein Foto von der Außenansicht der Immobilie und eines der Straße in der sie steht. In der Wohnung fotografiert man dann jeden Raum einmal aus jeder Ecke. Man macht also mindestens vier Bilder pro Zimmer. Dabei achtet man darauf, dass Details wie Steckdosen und Türgriffe gut sichtbar sind. Diese Vorgehensweise hilft, dass man während der Entscheidungsfindung, die Wohnung gedanklich mit seinen Möbeln einrichten kann.

Entscheidung

In der Regel hat man nach der Besichtigungstour nicht sehr viel Zeit, eine Entscheidung zu treffen. Die Immobilien werden meistens für den Expat reserviert, allerdings verfällt diese Reservierung  nach 24 bis 48 Stunden. Deshalb geht man am Abend nach den Besichtigungen alle Bewertungsbögen und Fotos durch – auch wenn man nach bis zu sieben Besichtigungen ziemlich geschafft ist und keine Lust mehr darauf hat. Ziel ist es, mehr als die Hälfte der angebotenen Objekte auszusortieren oder bereits eine Vorentscheidung zu treffen. Die finale Entscheidung fällt dann, wenn man eine Nacht darüber geschlafen hat und die Wohnung mit Hilfe der Fotos einmal gedanklich mit den eigenen Möbeln eingerichtet hat.

Sollte man sich gegen alle Wohnungen bzw. Häuser entscheiden, wird es schwierig. Denn meistens ist nur ein solcher Besichtigungstag inklusive der Recherche dafür vorgesehen und vom Unternehmen finanziert. Dann muss man entweder auf andere Dienstleistungen, die bezahlt wurden, verzichten, oder das Unternehmen (oder man selbst) zahlt für eine weitere Runde. Wichtig ist dann, exaktes Feedback zu geben. Warum war keine der Optionen die richtige? Was hat gefehlt? Was hat gestört? Wenn das Feedback zu unspezifisch ausfällt – zum Beispiel: „hat mir einfach alles nicht gefallen“ – hat der Relocation Service keine Chance, die Suche in die richtige Richtung umzustellen. Die Vorauswahl würde wieder auf Basis des ursprünglichen Briefings stattfinden, das ja zu keinem Erfolg geführt hat.

Vertragsabwicklung

Hat man sich für ein neues Zuhause entschieden, unterstützt der Relocation Service noch bei der Vertragsgestaltung. Als Expat hat man in dem Land, in das man gerade gezogen ist, ja keine Erfahrung mit Mietverträgen und seinen Fallen. Deshalb sorgt der Relocation Service dafür, dass man nicht übers Ohr gehauen wird. In manchen Ländern ist es zusätzlich notwendig, den Zustand der Wohnung – insbesondere kleine Schäden – vor dem EInzug exakt zu dokumentieren. Die eigenen Fotos reichen dafür nicht aus. Nach dem Auszug kann der Relocation Service dann sicherstellen, dass man die Kaution, die man möglicherweise gezahlt hat, auch wieder zurückbekommt.

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Entsendung oder lokale Anstellung im Ausland?

Entsendung oder lokaler Vertrag

Grundsätzlich gibt es 2 Varianten, wie man im Ausland angestellt sein kann. Entweder man unterzeichnet einen Vertrag mit einem Arbeitgeber im Ausland. Oder man wird von einem deutschen Arbeitgeber ins Ausland entsandt. Die Frage, ob man per Entsendung oder lokaler Anstellung im Ausland arbeitet, hat gravierenden Einfluss auf Leistungen des Arbeitgebers, Sozialversicherungen und Steuern.

Entsendung

Entsendungen sind insbesondere von deutschen Konzern-Hauptquartieren in deren Tochtergesellschaften im Ausland üblich. Bei einer Entsendung bleibt der Vertrag mit dem deutschen Arbeitgeber bestehen. Je nach Arbeitgeber erhält man einen Entsendungsvertrag und der deutsche Vertrag ruht oder der Vertrag bleibt in Kraft und wird ergänzt. Die Betriebsstätte wird ins Ausland verlegt, das Gehalt angepasst und mögliche Gehaltszusatzleistungen festgelegt. Diese können zum Beispiel folgende Punkte enthalten:

  • Zusätzliche Vergütung.
  • Ausgleichszahlungen vor dem Hintergrund unterschiedlicher Steuersysteme.
  • Heimflüge für den Arbeitnehmer und dessen Familie.
  • Übernahme von Mietkosten durch die Firma oder alternativ Zahlung einer Wohnungspauschale.
  • Regelungen zu einem Firmenfahrzeug im Ausland, je nach Land ggf. auch inklusive Fahrer.
  • Fortführung von Sozialversicherungen und Einzahlungen ins deutsche Rentensystem auf Firmenkosten.
  • Internationale Krankenversicherung während der Zeit im Ausland.
  • Weiterbildungsbudget für Ehepartner.

Da der eigentliche Vertrag fortbesteht ändert sich nichts an Aspekten wie:

  • Firmenzugehörigkeit.
  • Urlaubstagen (obwohl das in der Zusatzvereinbarung auch anders geregelt werden kann.)
  • Kündigungsfristen.

Meistens ist die Entsendung auf einen festen Zeitraum wie 3 Jahre begrenzt. Manchmal gibt es die Option auf eine Verlängerung. Danach kehrt man an seine ursprüngliche Betriebsstätte zurück und läuft der Vertrag ganz normal weiter. Doch Vorsicht: dann ist eventuell keine passende Stelle frei (siehe auch; Karriere-Turbo oder Karriere-Killer?)

Lokale Anstellung im Ausland

Im Gegensatz zur Entsendung kündigt man bei einer lokalen Anstellung seinen deutschen Vertrag und unterschreibt einen neuen im Ausland. Dabei kann man durchaus im gleichen Konzern bleiben. Zum Beispiel dann, wenn man von der deutschen Tochtergesellschaft eines ausländischen Konzerns in eine andere Landesniederlassung oder die Konzernzentrale wechselt. Eine Entsendung von einem Satelliten zum anderen ist meistens schlicht nicht vorgesehen.

Vertragsinhalte richten sich beim lokalen Vertrag danach, was im Zielland üblich ist. Insbesondere beim Jahresurlaub gibt es hier große Unterschiede. Mit durchschnittlich 28 Urlaubstagen pro Jahr sind wir in Deutschland ja verhältnismäßig gut ausgestattet. In anderen Ländern sind weniger als 20 Tage keine Seltenheit. Gehaltszusatzleistungen, wie oben beschrieben, sind eher eine Seltenheit. Es sei denn, dass sie marktüblich sind. Beispielsweise steht in den Vereinigten Arabischen Emiraten jedem Expat ein Heimflug pro Jahr auf Kosten des Arbeitgebers zu.

Wesentliche Unterschiede

Mit lokalem Vertrag gibt es kein Rückkehrrecht zu seinem Arbeitgeber in Deutschland – außer man regelt das in einem separaten Vertrag. Genauso gibt es keine begrenzte Vertragslaufzeit, sofern man das nicht als Klausel im Vertrag festlegt oder die Aufenthaltsgenehmigung irgendwann abläuft. Natürlich sind Vertragsinhalte auch im Ausland Verhandlungssache.

Ein wesentlicher Unterschied zur Entsendung ist die Tatsache, dass man die deutschen Sozialsysteme verlässt. Während der Zeit im Ausland zahlt der Arbeitgeber nichts in die deutsche Arbeitslosengeld-, Renten-, Pflege- oder gesetzliche Krankenversicherung ein. Die Beiträge komplett selbst zu zahlen, ist nur teilweise möglich bzw. sehr teuer. Je nach Sozialsystem im Land, in dem man arbeitet, baut man Ansprüche dort auf. Auch wenn wir über unsere Sozialversicherungen gerne schimpfen – in vielen Ländern sind die entsprechenden Systeme wesentlich schwächer bzw. nicht existent. Man sollte sich also vorher genau informieren, worauf man sich einlässt und gegebenenfalls privat vorsorgen.

Je nach Doppelbesteuerungsabkommen wird man durch den lokalen Vertrag für den deutschen Fiskus zum Steuerausländer sofern eine Reihe von Bedingungen erfüllt sind:

  • kein regelmäßiger Aufenthalt in Deutschland
  • kein weiteres Einkommen in Deutschland (zB durch Mieteinnahmen)
  • kein Wohneigentum in Deutschland.

Details sollte man unbedingt mit einem Steuerberater abklären.

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Welcher Expat Typ bist du?

Expat Typen

Nach ein paar Stationen im Ausland erkennt man immer wieder die gleichen Expat Typen. Viele Expats passen irgendwie in dieses Raster. Das gilt auch für die Freunde und Bekannte, die man im Ausland kennenlernt. Der Jochen ist übrigens der klassische … . Und die Patrizia ist ganz klar ein … .

Der Glücksritter

Die Börsen im Sultanat Kometistan kennen nur eine Richtung: aufwärts. Kein Wunder, seine Bodenschätze sind begehrt, die Petro-Dollars sprudeln und der Bürgerkrieg ist auch seit fast 4 Monaten beendet. In der Hauptstadt gibt es jede Menge neureiche Oligarchensprösslinge. Der Glücksritter wittert seine Chance auf das große Geschäft, das schnelle Geld, den dicken Sportwagen. Seinen Job zuhause hat er sowieso gerade verloren. Zwölf Jahre später steht er immer noch kurz vor dem großen Durchbruch.

Der Feuerwehrmann

Wo immer es brennt, wird dieser Expat Typus von seinem Arbeitgeber eingesetzt. Die Umsätze in Südamerika brechen ein, die Qualität der Produktion in Asien lässt rapide nach, die neue Niederlassung kommt nicht in Fahrt – schon heißt es: „Koffer packen“. Nervenaufreibende 3 oder 6 Monate später, wenn das Problem behoben ist, geht es wieder zurück. Auf den Feuerwehrmann – respektive die Feuerwehrfrau – ist Verlass.

Der Lebenslauf-Tuner

Ein bisschen Auslandserfahrung im Lebenslauf macht sich immer gut. Besonders dann, wenn der Job-Titel, den man sich im Ausland auf die Visitenkarte schreiben darf, einigermaßen seniorig klingt. In der Zweigniederlassung in einem eher kleinen Markt wird man eben leichter Leiter von irgendwas als im Kernmarkt zuhause. Dort kann der Lebenslauf-Tuner aber behaupten, dass er den Job ja schon mal gemacht hat.

Der Aufseher

Die strategische Investition in das Joint Venture mit dem asiatischen Staatskonzert war eine der wichtigsten Weichenstellungen des vergangenen Jahrzehnts. Aber den geschätzten Vertragspartnern kann man natürlich nicht trauen. Schon gar nicht bei den Finanzen. Diese Schlüsselstelle wird mit untadeligen Europäern oder Amerikanern besetzt. Und ein paar andere noch dazu – nur für den Fall, dass einer der Aufseher den Verlockungen der lokalen Marktwirtschaft verfällt.

Der Exilant

War aber auch blöd gelaufen damals. Der kleine Kunstfehler. Die bescheuerte Szene auf dem alljährlichen Kongress. Die Fehlinvestition, über die sich die ganze Branche das Maul zerreißt. Der Ruf war ruiniert und die Karriere jäh beendet. Obwohl – einige Flugstunden entfernt gilt der Fachmann aus Deutschland als hochkompetent. Ist er ja auch. War halt blöd gelaufen damals.

Der Berufene

In der deutschen Niederlassung des internationalen Konzerns hat er mehrfach seine Ziele übererfüllt und wurde mit Awards überschüttet. Growth Hacking und Kundenfokus waren die Basis für seinen Erfolg. Genau so einen brauchte man in der Konzernzentrale. Dort verwaltet er jetzt seine Nische und liefert sich politische Kämpfe mit anderen Expat Typen, die in ihrem Heimatland auch überragende Leistungen gezeigt haben. Aber das war ja quasi in der Regionalliga und hier ist die Champions League.

Der Gestrandete

Verliebt bis über beide Ohren war er damals. So verliebt, dass er seinen gut bezahlten Job und die schicke Wohnung gekündigt hat und seiner großen Liebe hinterher reiste, als sie nach dem Auslandssemester in ihre Heimat zurückzog. Verrückt fand er das gar nicht. Es folgte ja auch die schönste Zeit seines Lebens. Schnell fand er einen Job in einem Hotel – mangels Sprachkenntnisse war nix anderes zu finden. Blöd halt, dass seine Angebetete nach 8 Monaten einen anderen hatte. Und dass der Job nicht genug für die Heimreise abwirft, ist auch nicht optimal.

 Der digitale Nomade

Seine App verkauft sich 2000 mal im Monat. Und seine 7 Affiliate Webseiten sorgen für ein kontinuierliches passives Einkommen. Für eine Wohnung in Hamburg reicht es zwar nicht. Aber da ist das Wetter eh beschissen. Das Café auf Bali bietet alles, was sein Arbeitsplatz haben muss: WLAN. Und der geniale Grafiker aus Korea ist auch fast jeden Tag da. Den wird er richtig vermissen, wenn es nächsten Monat weitergeht nach Kambodscha.

 

Und? Welcher dieser Expat Typen bist du?

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Umzug ins Ausland | Hausrat mitnehmen oder einlagern?

Hausrat umziehen oder einlagern?

Im Gegensatz zu Auswanderern ziehen die meisten Expats  für eine begrenzte Zeit ins Ausland. Kosten und Aufwand für einen Umzug ins Ausland sind ungleich höher als bei einem Umzug innerhalb des Heimatlands. Deshalb stellt sich als die Frage, wie man mit seinem bestehenden Hausrat umgeht. Hausrat einlagern oder mit ins Ausland nehmen?

Diese Entscheidung ist besonders dann schwierig, wenn unklar ist, wie lange man  am Zielort bleiben wird. Wie zuhause gelten Arbeitsverträge in den meisten Ländern solange, bis sie von einer Seite gekündigt werden. Es kann also sein, dass man für immer dort bleibt – ob gewollt oder ungewollt. Bei Entsendungen steht in der Regel von Anfang an fest, wie lange der Auslandseinsatz dauert. Manchmal gibt es zwar eine Option auf Verlängerung. Aber die kann man bei der Entscheidung berücksichtigen.

Kostenbetrachtung

Rein finanziell betrachtet muss man nur einige wenige Faktoren in Betracht ziehen und kann sich dann für die wirtschaftlichere Option entscheiden:

  • Kosten des Umzugs ins Ausland  (u)
  • Kosten des Umzugs zurück (r)
  • Kosten der Einlagerung pro Monat (e)
  • Monatliche Mehrkosten für eine möblierte Unterkunft im Vergleich zu einer „leeren“ Wohnung (m)
  • (Geschätzte) Dauer, die man am Zielort bleiben wird, in Monaten (d)

Mit folgender einfachen Formel kann man berechnen, welche Option die wirtschaftlich bessere ist: x = (u  + r) – (( e + m)* d)

Ist x < 0 rentiert sich der Umzug. Ist x>0  spricht das fürs Einlagern. Natürlich kann man auch Aspekte wie potentielle Transportschäden oder Kosten für eine Wäscherei (statt der eigenen Waschmaschine) in die Berechnung einfließen lassen. Aber die zusätzliche Komplexität ist meistens weder nötig noch hilfreich.

Die entscheidende Variable ist ohnehin die Frage, wie lange man im Ausland bleibt. Bei einer Verweildauer von unter 6 Monaten ist die Entscheidung meist recht einfach: Hausrat einlagern. Bleibt man länger wird die Entfernung des Ziellands zu einer zweiten wichtigen Einflussgröße.

Auch Emotionen entscheiden mit

Jenseits wirtschaftlicher Betrachtungen gibt es allerdings emotionale Aspekte, die ausschlaggebend sein können. Auch wenn die Kostenfrage klar für „Hausrat einlagern“ spricht – vertraute Gegenstände erzeugen ein Gefühl von „zuhause“.

Vor allem für Kinder ist es schwierig, eine so große Veränderung wie einen Umzug ins Ausland zu verarbeiten. Noch schwieriger wird es, wenn sie all ihr Spielzeug zuhause lassen oder gar verkaufen müssen. Dann ist das Heimweh vorprogrammiert.

Wenn man also nicht bewusst mit Erinnerungen brechen möchte, spricht einiges für den Umzug und gegen das Einlagern.

Dinge, die man im Ausland kauft

Irgendwann geht es wieder zurück nachhause. Nicht ganz vergessen sollte man deshalb die Tatsache, dass man wahrscheinlich während der Zeit im Ausland das eine oder andere kaufen wird. Landestypische Möbel, ein Gemälde, das positive Erinnerungen an die Zeit im Ausland weckt, Designer-Geschirr, das zuhause einfach nicht zu bekommen ist – es sammelt sich so einiges an, das man mit nachhause nehmen möchte. Selbst wenn man sich für „Hausrat einlagern“ entschieden hat, braucht man dann für die Rückkehr nach Deutschland möglicherweise trotzdem einen Umzugscontainer zurück.

Die Erfahrung hat übrigens auch gezeigt, dass man nach der Rückkehr vieles doppelt hat, wenn man seinen Hausstand eingelagert hat. Der Mensch ist eben ein Gewohnheitstier. Und auf den praktischen Pizzaschneider, eine Küchenmaschine und schicke Gartenmöbel will man dann doch nicht verzichten, nur weil sie irgendwo unzugänglich eingemottet sind.

Alternativen für kleine Volumen

Umziehen oder einlagern – manchmal ist beides nicht optimal. Eventuell sind auch folgende Varianten sinnvoll:

  • Es gibt kleine Flugcontainer mit 1 bis 2 Kubikmeter Volumen. Die sind zwar  extrem teuer, aber in Kombination mit Einlagern eventuell eine Lösung.
  • Je nach Zielland können kleine Volumen als Beiladung in einem andern Container mittransportieren werden. Innerhalb der EU sollte das kein Problem darstellen. Darüber hinaus lassen es allerdings nur wenige Zollämter zu.
  • Zuhause alles verkaufen, verschenken oder wegwerfen und sich im Ausland neu einrichten. Der Ansatz kann sinnvoll sein, wenn man mit einer sehr langen Verweildauer im Ausland rechnet.