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Der Expat Soundtrack

Expat Soundtrack

Der „Soundtrack of your Life“ eines Expats ist nicht komplett ohne folgende Songs. Manche erschließen sich erst als Expat richtig. Andere erscheinen in einem neuen Licht und entwickeln für Expats eine andere Bedeutung oder starke Emotionen.

New York, Rio, Rosenheim

Expats sind Weltbürger inmitten der Globalisierung und mit Wurzeln irgendwo der Provinz oder irgendeiner kleineren oder größeren Stadt. Und zu diesem Heimatort hat jeder eine ganz spezielle Beziehung. Mal romantisch…

It never rains in Southern California

Der Klassiker von Albert Hammond. Ein Loblied an die Sonne Kaliforniens. Von wegen. Der Song erzählt die tragische Geschichte von einem, der nach Kalifornien zog, um den amerikanischen Traum zu leben. Und der trotz seines Scheiterns die Hoffnung nicht aufgeben will. (siehe auch: Kostenfallen & Risiken für Expats)

Big in Japan

Musiker kennen das Phenomen, dass eine Band in ihrem Heimatland absolut unbekannt, aber auf der anderen Seite des Globus eine große Nummer ist. Der Cineast kennt das aus dem Oskar-prämierten Film „Searching for Sugar Man“. Expats kennen ein ähnliches Phenomen: im Ausland Country Manager, zuhause stellvertretender Leiter der Fachabteilung 7c. Oder etwas salopper: „Im Ausland ein Fürstchen, zuhause ein Würstchen“.

Dirty old town

… mal eher eine Hassliebe. Selbstverständlich gibt es auch Expats, die froh sind, dem „Drecksloch“ an dem sie aufgewachsen sind, endlich entflohen zu sein.

One pound fish

Muhammad Shahid Nazir, pakistanischer Expat im Osten Londons verkauft auf dem Queen’s Market günstigen Fish und preist ihn mit seinem Gesang an. Ein Passant, der filmt ihn dabei und stellt den Clip auf Youtube. Ein paar Millionen Views später tritt er in der Sendung X-Factor auf, erhält er einen Plattenvertrag, nimmt eine Bollywood Version auf und bewirbt Mobilfunkverträge.

Griechischer Wein

Ein starker Song aus einer Zeit, in der Expats „Gastarbeiter“ hießen. Udo Jürgens zeichnet erstaunlich präzises Bild der Emotionen, die vieler Langzeit-Expats entwickeln. Oft ist ja eine gute Portion Melancholie dabei, obwohl man heute schneller um die halbe Welt fliegen kann, als man in den 70er Jahren mit dem Zug über die Alpen fahren konnte.

You wanna be Americano

Im Original von Renato Carosone, interpretiert von einer ganzen Reihe wie Sophia Loren, Ray Gelato, Adriano Celentano, Brian Setzer, Lou Bega, über Dick Brave bis hin zu Yolanda be cool. Im Kern behandelt der Song auf humorvolle Weise das schwierige Thema Integration bzw. Assimilation.

Englishman in New York

Auch nach Jahren als Expat kann man seine Herkunft nicht verbergen. Nicht nur Engländer, auch Deutsche im Ausland erkennt sofort – egal ob mit oder ohne Socken in den Sandalen.

Where the street have no names

Der Titel täuscht. Es geht nicht um einen fernen Ort und die Sehnsucht dorthin. Es geht um Belfast und die Tatsache, dass dort die Straße, in der jemand wohnt, enorm viel über sein Einkommen und eine Religion aussagt. Trotzdem muss ein Song mit diesem Titel einfach in den Expat Soundtrack.

Mahalageasca (Bucovina Dub)

Ist das nicht der Titelsong von Borat? Ja genau. Und er war ja quasi auch ein Expat. Abgesehen davon hat die Nummer einen ziemlich geilen Groove. Produziert wurde das Stück von Shantel in Zusammenarbeit mit der Blaskapelle Mahala Rai Banda. Fette Balkan Beats, die direkt in die Magengrube gehen.

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Kostenfallen & Risiken für Expats

Kostenfallen und Risiken für Expats

Dem Klischee zufolge führen Expats ein Leben in Luxus. Allerdings gibt es zahlreiche Kostenfallen für Expats, die direkt in die Armut führen. Es wäre fahrlässig, diese Risiken zu unterschätzen.

Lebenshaltungskosten falsch einschätzen

Der Arbeitsvertrag für den Job im Ausland weist meistens ein Bruttogehalt aus. Wieviel davon nach Steuern, Versicherungen und Abgaben übrig bleibt, ist schwer einzuschätzen. Trotzdem muss kurz nach der Ankunft entschieden werden, welchen Lebensstandard – und damit welche Kostenstruktur – man haben wird. Mietverträge für Wohnungen und Festlegungen haben langfristige Gültigkeit. So einfach kommt man aus diesen Verpflichtungen nicht mehr raus. Und oft bleibt dafür nicht einmal genug Zeit, dass man die erste Gehaltsabrechnung abwarten kann.

Inflation

Das Problem kann sich durch steigende Preise für Lebensmittel oder Benzin verschärfen. In vielen Ländern ist es auch üblich, dass Mietverträge eine begrenzte Laufzeit haben. Anschlussverträge können dann wesentlich teurer sein.

In Deutschland herrscht seit Jahrzehnten eine vergleichsweise niedrige Inflation. Preissteigerungen im zweistelligen Prozentbereich sind aber in vielen Ländern keine Seltenheit. Auch wenn der Arbeitsvertrag eine Klausel enthält, dass das Gehalt regelmäßig angepasst wird, heißt das nicht automatisch, dass die Inflation vollständig abgefedert wird.

Währungsschwankung

Preisstabilität innerhalb eines Landes sind eine Sache, die Stabilität gegenüber anderen Währungen eine andere. Währungsschwankungen werden insbesondere dann zum Risiko, wenn man im Heimatland laufende Kosten (z.B. Kredittilgungen oder Unterhaltsleistungen) hat. Verliert die Währung in der das Gehalt ausgezahlt wird gegenüber dem Euro deutlich an Wert, wird es immer schwieriger, diesen Verpflichtungen nachzukommen.  Selbstverständlich kann die Schwankung auch in die andere Richtung gehen. An der Börse gelten Währungsspekulationen als hochriskant. Als Expat außerhalb des Euroraums ist man unweigerlich ein Währungsspekulant.

Umzug zurück

Man bekommt ein Angebot, ins Ausland zu gehen. Dickes Gehalt, spannender Job. Der Umzug ins Ausland wird bezahlt. Wer denkt in dieser Situation schon daran, dass es irgendwann auch mal wieder zurück nach Hause geht. Und daran, dass der Umzug dann eventuell nicht von der Firma finanziert wird. Worst Case: man kann sich die Umzugskosten zurück nicht leisten und strandet im Ausland. Um sicher zu gehen, muss man jeden Monat Geld für den Umzug zurück beiseite legen. Denkt man rein wirtschaftlich muss der Nettoverdienst als Expat deutlich über dem Gehalt zuhause liegen. Über die Zeitdauer des Auslandsaufenthalts müssen mindestens die  Kosten für den Umzugs mehr hängen bleiben. Dabei ist auch zu bedenken, dass der Umzug zurück oft mehr kostet als der Umzug ins Ausland. (Siehe auch: 5 Dinge, die man vor dem Umzug wissen muss)

Rente & Versicherungen

Niedrige Steuern, geringe Sozialabgaben, hoher Lebensstandard – Expat Hochburgen wie Dubai und Singapur sind nicht nur finanziell sehr attraktiv. Allerdings vergisst man leicht, dass die Lohnnebenkosten zuhause nicht zuletzt in die eigene Vorsorge fließen. Wenn ein paar Beitragsjahre fehlen, klafft schnell eine Rentenlücke. Und von den Steueroasen ist im Alter nichts zu erwarten. Freiwillige Beitragszahlungen in die deutsche Rentenversicherung sind möglich, helfen zwar Beitragsjahre zu sammeln. Aber man sollte nicht erwarten, dass sie sich positiv auf die Rentenhöhe auswirken. Das vertrackte an dieser Kostenfalle ist, dass sie erst nach Jahrzehnten sichtbar wird.

Ähnliche Fallen gibt es bei anderen Versicherungen. Wer beispielsweise seine Krankenversicherung kündigt, muss nach der Rückkehr sogenannte Gesundheitsfragen neu beantworten. Vorerkrankungen – egal ob sie während der Zeit im Ausland oder auch davor entstanden sind – werden dann von der Versicherung ausgeschlossen. Wer also im Ausland eine schwerwiegende oder chronische Krankheit bekommt, kann also eventuell versicherungsbedingt nicht mehr zurück nach Hause ziehen. Um dieses Risiko zu vermeiden, gibt es die Möglichkeiten von Anwartschaftsversicherungen. Selbstverständlich entstehen dafür Kosten, die erst einmal erwirtschaftet werden müssen.

Steuern

Es gibt wenige  Dinge, die ähnlich kompliziert und unübersichtlich sind, wie das Steuerrecht. Wenn dann noch die Steuergesetze mehrerer Länder ins Spiel kommen, wird es endgültig komplex. Beispiel: Man arbeitet für einen amerikanischen Konzern mit lokalem Vertrag in einer Steueroase. Zusätzlich zum regulären Gehalt erhält man Aktienbonifikationen in den USA. In Deutschland hat man noch eine Wohnung. Auch wenn diese Situation gar nicht ungewöhnlich ist, sprengt sie schon den Rahmen bilateraler Doppelbesteuerungsabkommen. Wenn man dann noch einen kleinen Fehler macht, hält der Fiskus eines der beteiligten Länder die Hand auf. Es drohen Steuernachzahlungen, mit denen man nicht gerechnet hat. Bestenfalls wird der Progressionsvorbehalt auf das Welteinkommen bezogen. Wenn es ganz dumm läuft, dann fordert ein Staat Einkommenssteuern auf das Welteinkommen. Zum Beispiel, weil man sich auf Dienstreisen zu lange oder zu häufig in diesem Land aufgehalten hat.

Anspruch auf Arbeitslosengeld

Wer seinen Job im Ausland verliert, hat unter Umständen keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld in Deutschland. Das ist insbesondere dann ein Problem, wenn es im Land, in dem man bis dato arbeitete, keine adäquate Absicherung gegen Arbeitslosigkeit gibt. Besonders dramatisch ist es, wenn man ab dem Zeitpunkt, ab dem man keinen Arbeitgeber mehr hat, als Tourist gilt und innerhalb 30 Tagen ausreisen muss. Dann kann es sein, dass mehrere der oben genannten Kostenfallen gleichzeitig zuschnappen, man sich verschulden muss, um den Umzug nach Hause zu finanzieren, und dann dort ohne Einkünfte auf der Straße steht.

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Look & See Trip richtig nutzen

Look & See Trip

Ein Umzug ins Ausland ist ein großer Schritt, in den man sich nicht übereilt stürzen sollte. Deshalb ist ein Look & See Trip ist ein entscheidender Bestandteil der Vorbereitung auf die Zeit im Ausland. Auch wenn man die Umgebung schon von Geschäftsreisen oder Urlauben kennt, sollte man etwa eine Woche am zukünftigen Arbeitsort verbringen. Wichtig ist, dass man diese Zeit weder als Urlaub interpretiert, noch die Zeit nicht im Büro verplempert. Die Investition in einen Look & See Trip muss aktiv genutzt werden.

Je nach Entfernung und Fremdheit der neuem Umgebung sollte der Look & See Trip zwischen 3 Tagen und einer Woche dauern.

Finale Entscheidung

Hauptaufgabe des Look & See Trips ist es eine optimale Grundlage für die endgültige Entscheidung zu schaffen, ob man den Job im Ausland antritt. Stellt sich bei dieser Reise ein schlechtes Bauchgefühl ein, sollte es immer noch möglich sein, sich gegen den Umzug zu entscheiden. Sowohl für Arbeitnehmer als auch für den Arbeitgeber ist es besser, wenn eine negative Entscheidung nach dieser relativ geringen Investition fällt. Der Schaden ist dann wesentlich geringer, als wenn man 3 Monate nach dem Umzug in den Sack haut.

Um sich den größtmöglichen Entscheidungsspielraum zu bewahren, ist es wichtig, mit Freunden und Kollegen vor dem Look & See Trip möglichst wenig über den neuen Job zu reden. So ist der Gesichtsverlust im Falle einer negativen Entscheidung relativ gering.

Die Familie entscheidet mit

Die finale Entscheidung sollte gemeinsam mit allen Familienmitgliedern getroffen werden. Gute Arbeitgeber zahlen deshalb den Look & See Trip für die ganze Familie. Leider wird hier gelegentlich an der falschen Stelle gespart. Ehepartner und Kinder müssen sich in der neuen Umgebung ebenso wohlfühlen und nach dem Look & See Trip befragt werden. Wenn die Kinder alt genug sind, sollten sie ein Vetorecht haben.

Erfahrene Personaler interviewen übrigens auch die Ehepartner ihrer Mitarbeiter an, bevor sie eine Entsendung veranlassen.

Neuen Lebensmittelpunkt kennenlernen

Wichtig ist, einen realistischen Eindruck des neuen Lebensmittelpunkts zu bekommen. Deshalb ist es besser die Umgebung mit einem Kollegen oder einem Relocation Service als per Sightseeing Rundfahrt zu erkunden.

Mit welcher Infrastruktur muss man rechnen? In Industrieländern ist das weniger Wichtig, in Schwellenländern kann das allerdings ein Knackpunkt sein. Diese Frage hat auch gewissen Einfluss darauf, mit wieviel Besuch aus der Heimat zu erwarten ist.

Wie sieht das zukünftige Büro aus? Wenn man Kinder hat, stellt sich auch die Frage nach Kindergärten und Schulen. Mit welchem Standard kann man hier rechnen? Das gilt sowohl für die Einrichtung, als auch das pädagogische Konzept.

Es lohnt sich, auch mal in einen Supermarkt zu schauen, um zu wissen, was man dort bekommt und wie die Preise aussehen. Kann man sich das Leben dort, zumindest am Anfang mit nur einem Einkommen, überhaupt leisten? Und gibt es dort meine Lieblingsprodukte oder sollte ich beim Umzug gleich mal einen kleinen Vorrat mitbringen?

Kommt man mit dem Klima zurecht? Natürlich ist es nicht möglich, das Klima ein ganzes Jahr zu testen. Allerdings kann man den Look & See Trip vielleicht in einen Zeitraum legen, der eher schwierige Wetterbedingungen hat: Monsun, Sommerhitze, dunkle Wintertage. Dann hat man das Schlimmste schon einmal gesehen.

Wohnviertel sichten

Im Idealfall hat man am Ende des Look & See Trips eine klare Vorstellung, wo man nach einer Unterkunft suchen wird. „Haus oder Wohnung“ ist eine der ersten Fragen, die man sich beantworten muss. Daraus ergibt sich dann meistens schon eine Vorauswahl an Stadtvierteln für die anstehende Wohnungssuche.

Einkaufsmöglichkeiten, Sport- und Freizeitangebote und die Nähe zu Schulen bzw. Kindergärten können weitere Kriterien sein. Auch die Frage, wie es mit (deutschsprachiger) ärztlicher Versorgung aussieht, kann ausschlaggebend sein. Und natürlich spielt auch die Preissituation eine gewichtige Rolle.

Hat man sich schon auf einige Quartiere festgelegt, sollte man die Strecke schon einmal mit dem Mietwagen oder öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen – idealerweise zur Rush Hour. Nicht selten reduziert das die Vorauswahl noch einmal.

Wenn genügend Zeit ist, sollte man sich die Wohngegend durchaus auch einmal zu verschiedenen Tageszeiten ansehen. Nach der Dämmerung verändert sich der Charakter eines Viertels oft deutlich.

Freigepäck nutzen

Im Vorfeld des Besuchs, sollte man prüfen, ob es möglich ist, das den einen oder anderen Koffer im Büro oder bei einem Kollegen zu deponieren. Falls das möglich ist, nutzt man auf dem Hinflug sein Freigepäck voll aus. Besonders wenn man sich statt eines Umzugs für das Einlagern des Hausrats entscheidet sollte man kein Kilo Freigepäck verschenken. Neben Kleidung und Schuhen empfiehlt es sich, schon einmal Gegenstände mitzunehmen, die in der Startphase helfen, ein Gefühl von zuhause zu entwickeln. Vor allem für Kinder ist es wichtig, etwas vertrautes zu haben. Deshalb ist es eine gute Idee schon einmal etwas vom Lieblingsspielzeug oder Bilderbücher zu deponieren. Vielleicht passen auch noch ein paar Packungen vom Lieblingsmüsli oder den Lieblingskeksen rein. Aber nur, wenn sichergestellt ist, dass sich kein Ungeziefer dran macht.

Auch das Handgepäck sollte man voll ausnutzen. Am besten geht das mit einem (oder mehreren) Cabin Max Rucksäcken oder Koffern. (siehe auch: 9 Gadgets, die man als Expat braucht)

Zweifelt man während des Look & See Trips, ob man den Job antritt, kann man die Koffer ja wieder mit nach Hause nehmen.

Kollegen, Geschäftspartner treffen

Wenn man schon einmal da ist, bietet es sich an, einige Meetings mit zukünftigen Kollegen und Geschäftspartnern durchzuführen. Allerdings sollte man nicht vergessen, dass das nicht der Hauptgrund für den Look & See Trip ist. Dashalb ist es zu empfehlen, den Zeitaufwand auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Wenn man den neuen Job angetreten hat, sitzt man ohnehin noch genug in Meetings.

Relocation Service treffen

Sofern der Arbeitgeber einen Relocation Service gebucht hat, ist es empfehlenswert, sich schon einmal mit diesem zu treffen. Dieses erste Treffen schafft nicht nur Vertrauen, sondern ermöglicht es auch, schon einmal Prioritäten für den Relocation Service festzulegen und erste Informationen für die Wohnungssuche zu vermitteln.

Realistischen Blick wahren

Wichtig ist, dass man eine realistische Vorstellung des Alltagslebens am Zielort gewinnt. Der Arbeitgeber wird versuchen, die Umgebung möglichst positiv darzustellen und bucht schon mal ein Luxushotel. Weder das, noch eine gewisse Euphorie, die in dieser Situation vollkommen normal ist ,sollte den Blick trüben.

Nach dem Look & See Trip

Nach der Rückkehr sollte man die Eindrücke ein paar Tage sacken lassen und dann im Gespräch mit der ganzen Familie die finale Entscheidung treffen, ob man sich ins Abenteuer stürzen will. Falls ja, beginnt man schnellstmöglich mit der Umzugsvorbereitung.

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Startphase als Expat = erster Schritt zur Scheidung?

Boarding House

Ein Umzug ins Ausland hat nicht selten immensen Einfluss auf eine Partnerschaft. In der Regel hat nur ein Teil innerhalb einer Beziehung einen Job im Ausland. Der andere Lebens- oder Ehepartner „kommt mit“. Und das obwohl er oder sie vorher vielleicht selbst eine vielversprechende Karriere vor sich hatte. Recruiter stellen die Möglichkeit, dass auch der andere einen Job in der neuen Umgebung findet, schon mal deutlich zu optimistisch dar. Die Realität schaut aber oft anders aus.

Es ist mal wieder spät geworden im Büro. Wie in jedem neuen Job will Johannes beweisen, dass er den Job zurecht bekommen hat und beginnt schnellstmöglich einen Überblick über die Geschäftssituation zu bekommen. Als er nach 10 oder 11 Stunden voller Meetings und Telefonaten zurück ins Hotelzimmer kommt, in dem die beiden für die ersten paar Wochen wohnen, ist die Sonne schon eine Weile untergegangen. Müde. Genervt. Geschlaucht. Jetzt auf die Couch, die Füße hochlegen, vielleicht noch ein Bier und abschalten. Kyra begrüßt ihn mit den Worten: „Hi, wird aber Zeit, was machen wir jetzt?“ Sie hat sich den ganzen Tag im Hotelzimmer gelangweilt – die Sightseeing Touren hat sie alle schon in der ersten Woche hinter sich gebracht. Und jetzt muss sie noch die 20.000 Worte loswerden, die eine Frau pro Tag spricht. Für sie geht der Tag jetzt erst richtig los.

Gerade in den ersten Wochen baut sich schnell Frust auf. Das große Abenteuer weicht Stress auf der einen und Langeweile auf der anderen Seite. Eine echte Prüfung für so manche Beziehung.

Wie geht man damit um? Dafür gibt es kein Patentrezept. Es hilft jedoch, wenn man sich vorher der Situation bewusst ist. Regelmäßig gemeinsame Zeit einzuplanen, ist wichtig. Für manche Paare ist es eine Lösung, dass sich der freie Partner, erst nach einigen Wochen nachkommt, wenn es zumindest schon eine richtige Wohnung gibt. Allerdings verschiebt das manche Probleme nur und schafft andere Schwierigkeiten, beispielsweise beim Thema Steuern. Andere Paaren finden eine Aufgabe, um die sich der freie Partner kümmert: Wohnungssuche, Schulauswahl für die Kinder, Bankkonten und ähnliches. In manchen Ländern ist das – gerade für Frauen – jedoch gar nicht so einfach, was zu weiterem Frust führen kann.

Eine Aufgabe wird oft unterschätzt: Freunde finden. In Ländern mit vielen Expats gibt es regelrechte Infrastruktur für Neuankommende und solche, deren Freunde wieder in ihr Heimatland zurückgezogen sind: zum Beispiel Expat Clubs oder Coffee Mornings. In anderen Ländern wartet niemand auf die Neuankömmlinge. Bestenfalls gibt es New in Town Treffen oder eine Expat Community auf Facebook. Coffee Morning? Facebook? Klingt nach nettem Kaffeekränzchen und Zeit totschlagen. Tatsächlich ist es eine nicht zu unterschätzende Aufgabe, ein neues soziales Umfeld aufzubauen. Eine, um die man sich nicht schnell genug kümmern kann. Eine, die große Wertschätzung verdient.

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Yalla Wiesn – Oktoberfest in Dubai

Yalla Wiesn - Oktoberfest in Dubai

16 Tage der Folter. 16 Tage voller Facebook-Posts voller Maßkrüge, Lederhosen und Wiesnhendln. Zum ersten Mal seit seinem Umzug nach Dubai bekommt der ehemalige Münchner so etwas wie Heimweh. Doch kurz nachdem  “Weus’d a Herz hast wia a Bergwerk” und “Guter Mond” auf der Theresienwiese verklungen sind, sieht die Welt schon wieder besser aus. Die Deutsche Außenhandelskammer lädt zum Oktoberfest in Dubai.

„Ein Volksfest im  Garten des Grand Hyatt kann ja nix Gescheites sein“, denkt sich der Expat, der für einige Jahre zum Arbeiten in Dubai ist. Aber weil es eine Gelegenheit ist, mal wieder die Lederhose rauszuholen, geht er trotzdem hin. Und ist überrascht, dass er schon in der Hotellobby auf zahlreiche andere Gäste in Lederhosn oder Dirndl trifft. Naja – sowas ähnliches zumindest. Im Trend liegen Dirndl aus indischem Sari Stoff, die man sich in Satwa für kleines Geld maßschneidern lassen kann. Geschmackssache. Das klimatisierte Zelt ist jedenfalls besser gefüllt als jede Wiesnmaß. Und die philippinischen Keller kommen ordentlich ins Schwitzen, wenn sie bis zu 4 (!) Masskrüge gleichzeitig an die Tische tragen.

Ozapft is – mit Rückruf

Auf der Bühne ergreift ein Mitfünfziger „Typ: verwirrter Professor“ das Mikrofon und eröffnet das Oktoberfest in Dubai feierlich – mehr oder weniger feierlich. Der Englischlehrer des Vorsitzenden der Außenhandelskammer muss der gleiche sein wie der von Günther Oettinger. Seine englische Erklärung, dass er jetzt einige Worte auf arabisch sagen werde, obwohl wegen des Charakters der Veranstaltung kaum Araber anwesend sind, lässt sich an Skurrilität kaum überbieten. Es ist offensichtlich, dass er sich auf Arabisch wesentlich wohler fühlt.

Dann kündigt er verheißungsvoll an, dass gleich noch ein „Ao zuopfft iß“ folge. Er will damit vermutlich ausdrücken, dass in näherer Zukunft jemand verkünden werde, dass das Bier angezapft sei. Unter Trommelwirbel wird ein Holzfass auf die Bühne gebracht. Der Niederlassungsleiter des Hauptsponsors VW will gerade zum ersten Schlag ansetzen, als man bemerkt, dass eine Gummidichtung am Zapfhahn fehlt. Nach kurzer Zeit wird verlautbart, dass das feierliche Anzapfen „aus technischen Gründen“ abgesagt werden muss. Der VW-Mensch ruft trotzdem „Ozapft is“ und eröffnet das Büffet.

Ein Prosit der Wahnwitzigkeit

Ja, das Büffet. Mit Spanferkel, Semmel(n)knödeln, Schupfnudeln, Käsespätzle, Sauerkraut, Leberkäs, Weisswürsten, frischen Brezen – um nur einige der Schmankerln zu nennen. Obwohl, die Desserts sollte man doch erwähnen: Apfelstrudel mit Vanillesoße, Kaiserschmaren, Schwarzwälder Kirschtorte, und so weiter und so fort. Der Eintrittspreis von 270 Dirham ist also gar nicht so übertrieben. Man wirft die Marketingmaterialien der Voith Gruppe unter den Tisch, um Platz für vollgepackte Teller zu machen.

Inzwischen spielen die Kirchdorfer, also die Kapelle aus dem Hacker-Pschorr Zelt, gediegene Volksmusik. Regine Weisshäuptl wäre begeistert. Doch kurz nachdem die Kellner die leeren Teller abgeräumt haben, zeigt die Band, dass sie nicht ohne Grund eingeflogen wurde. Yakety Sax verwandelt das träge Publikum binnen weniger Takte komplett in einen dampfende Partymeute. Auch das anfängliche Fremdschämen über die rasch einsetzenden Polonaisen verfliegt schnell.  Eine halbe Maß später macht man selbst mit.

Die tönerne Zierflasche mit Doppelaroma-Schnupftabak wird aus der Lederhosn geholt und zirkuliert. Das siebte Prosit der Gemütlichkeit veranlasst die Bestellung einer dritten Maß für 100 Dirham – schlappe 25 Euro. Aber scheiß drauf, Wiesn is nur einmal im Jahr. Und das Leben in Dubai soll ja einigermaßen angenehm sein. Als die Bierbank am Nachbartisch kollabiert gibt es allerdings Ärger. Aber nicht für die Gäste – sondern für die Security. Denn die braucht zu lange, um eine neue zu bringen. Viel zu schnell geht der Abend zu Ende. Die (nüchterne) Ehefrau lässt sich vom Vallet das Auto bringen und ab geht es nach Hause.

Auch wenn es an Blasphemie grenzt: der ehemalige Münchner hat auf dem Oktoberfest in Dubai mehr Spaß als auf der Wiesn daheim. Nur zwei Dinge fehlen ihm: das Teufelsrad und ein Zaubertheater bei dem es alle halbe Stunde heißt: „Yalla beim Schichtl„.

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Umzugscontainer | 8 Todsünden beim Umzug ins Ausland

Umzugscontainer

Man kann zwar fast alles im Umzugscontainer transportieren. Sollte man aber nicht. Sonst drohen Schäden, Ärger mit Behörden und drastische Strafen. Um das zu vermeiden, sollten beim Umzug ins Ausland folgende Dinge keinesfalls im Container landen.

1 – Wichtige Dokumente

Es ist manchmal überraschend, welche Dokumente für die Zollformalitäten benötigt werden. Oft werden Ausweisdokumente, Geburtsurkunden von allen Familienmitgliedern, Heiratsurkunden und ähnliches angefordert. Blöd, wenn sich diese Dokumente im Umzugscontainer befinden. Sei es, weil man sie ganz naiv selbst eingepackt hat. Oder weil die Möbelpacker nicht lange gefragt haben. Nur einen Moment hat man nicht aufgepasst. Schon sind die Dokumente in irgendeiner Kiste verschwunden. Dann befindet man sich in der Zwickmühle. Man braucht Dokumente aus dem Container, um an den Container ranzukommen.

Abgesehen davon ist es auch nicht ausgeschlossen, dass ein Umzugscontainer mal verschwindet. Das ist ganz ähnlich wie bei Koffern auf Flügen. Aufwand und Kosten für die Wiederbeschaffung kann man sich sparen, wenn man die Dokumente bei sich behält. Am besten verwahrt man Dokumente in einem RFID-geschützten Organizer und trägt sie am Körper (siehe auch: 9 Gadgets, die man als Expat braucht)

2 – Lebensmittel

Die Verlockung ein paar Packungen vom Lieblingsmüsli oder die Restbestände an Nudeln im Umzugscontainer mitzunehmen, mag groß sein. Allerdings sollte man bedenken, dass ein Seecontainer während des Transports unweigerlich einige Zeit in Häfen steht. Zollformalitäten dauern eben einige Tage. Vielleicht dauert es auch länger als gedacht, eine Wohnung zu finden. Oder sie ist noch nicht frei, wenn der Container ankommt. Dann steht der Umzugscontainer einige Wochen auf Halde.

Ratten haben eine ausgezeichnete Nase und sind erstaunlich geschickt. Der Container wird kurz für den Zoll geöffnet. Und schon sind sie drin. Die Folge sind angefressene Möbel und stinkende Hinterlassenschaften.

3 – Medikamente

Ähnlich sieht es mit Medikamenten aus. Hauptfeind hier sind allerdings nicht Nagetiere. Salzige Meeresluft und extreme Temperaturen können Medikamenten schaden. Sie können ihre Wirksamkeit verlieren. Oder gar zur Gesundheitsgefahr werden.

Hinzu kommt, dass manche Wirkstoffe, in anderen Ländern nicht zugelassen sind. Was hierzulande ein einfaches Schmerzmittel ist, kann im Extremfall als illegale Droge angesehen werden. Und ein Gefängnisaufenthalt als Drogenschmuggler ist sicherlich nicht, wie man seine Zeit im Ausland geplant hat.

4 – Drogen

Eigentlich ein No-Brainer. Insbesondere wenn man bedenkt, dass Drogenschmugglern in manchen Ländern sogar die Todesstrafe droht. Man sollte also kein Risiko eingehen. Je nach Land gibt es an dieser Stelle keinerlei Toleranz gibt. Und das sollte man auch dem eigenen Nachwuchs im Teenager-Alter klar machen. Selbst Reste an einer Wasserpfeife oder ein paar Krümel Hanf im Nachttisch können schon zu viel sein.

5 – Waffen

Noch so ein No-Brainer. Zwar hat Deutschland eher strenge Waffengesetze – möglicherweise auch strengere als das Zielland. Trotzdem sollte man sich vor der Ausreise mit dem Zoll in Verbindung setzen und genau festhalten, was erlaubt ist und was nicht. Denn was als Waffe angesehen wird, kann oft überraschend sein. Oft gelten für den Transport von Waffen (beispielsweise für die Jagd) besondere Bestimmungen. Selbst wenn der Import bzw. der Transport im Container vom Zoll genehmigt wird, ist das Ganze riskant. Im Worst Case verschwinden die Waffen auf der Reise. Und tauchen dann an irgend einem Tatort wieder auf.

6 – Flüssigkeiten

Bei Reinigungsmittel besteht die Gefahr, dass sie mit Seeluft oder bei großer Hitze im Umzugscontainer reagieren. Im besten Fall verursachen die Chemikalien dann Schäden am Umzugsgut, Gestank oder eine klebrige Sauerei. Wenn es dumm läuft, setzen sie den Umzugscontainer in Brand. Und wenn es noch dümmer läuft, greift das Feuer auf andere Container über. Brandermittler können die Brandursache im eigenen Container lokalisieren. Keine Haftpflichtversicherung deckt so einen Schaden.

Alkohol im Container ist vor allem dann keine gute Idee, wenn der Umzug in ein muslimisches Land geht. Je nachdem wie konservativ das Land ist, reagiert der Zoll mehr oder weniger streng. Der Umzug verzögert sich in jedem Fall. Lieber vor dem Umzug noch eine Party veranstalten und Weinvorräte bzw. die Hausbar leeren.

7 – Religiöse Symbole

Abhängig vom Zielland kann schon ein kleines Kruzifix zum Problem werden. Denn religiöse Symbole, die mit der Staatsreligion nicht in Einklang sind, können verboten sein. Oder Expats sich gar in den Verdacht bringen, Missionierung betreiben zu wollen. Und das kann dazu führen, dass man sofort wieder ausgewiesen wird. Teilweise drohen auch Gefängnisstrafen. Oder noch schlimmeres.

8 – Schmuddelkram

Auch hier sollte man bei Umzügen in sehr konservative und muslimische Länder vorsichtig sein. Dabei geht es nicht nur um „Adult Entertainment“ oder die Playboy-Sammlung. Auch Dinge, die bei uns als vollkommen unproblematisch sind, können im Ausland jenseits des Erträglichen sein. So manches relativ harmlose DVD-, Buch- oder Zeitungscover gilt als illegal.

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Jobwechsel ins Ausland – Karriere-Turbo oder Karriere-Killer?

Job im Ausland - Karriere-Turbo oder Karriere-Killer

Viele Expats entscheiden sich für den Weg in ein anderes Land, weil sich hoffen, im Ausland Karriere zu machen bzw. ihre Karriere zu beschleunigen. Auslandserfahrung im Lebenslauf macht sich schließlich immer gut. In kleineren Ländern kann man leichter an Führungspositionen kommen oder Teil des Top Managements des Landes werden. Ganz so einfach ist die Sache allerdings nicht.

Zuhause wartet keiner auf dich

„Viel Erfolg in Dubai. Eins sag ich dir aber: hier wartet keiner auf dich.“  Wie ein Schlag in die Magengrube fühlt sich die Reaktion meines Kollegen in der Personalabteilung an. Gerade habe ich ihn informiert, dass ich innerhalb des Konzerns in eine andere Niederlassung wechseln werde . Inzwischen muss ich allerdings sagen: ein sehr guter Ratschlag. Es ist wichtig, nicht vergessen zu werden. Man muss sein Netzwerk zuhause aktiv pflegen.

Es ist nicht einfach, zuhause wieder einen guten Job zu finden, schon gar nicht bei kleinen und mittelständischen Unternehmen. Die eigene Stelle wird neu besetzt. Eine adäquate Führungsposition ist gerade nicht frei, wenn man zurück will. Die Rückkehr muss von langer Hand geplant werden. Doch auch das hilft manchmal nicht. Eine befreundete Personalleiterin hat mir folgendes anvertraut: „Wir wissen bei Entsendungen oft schon von Anfang an, dass wir den Kollegen kündigen, wenn er zurückkommen will.“ Oft hilft dann nur: Unternehmenswechsel oder weiterziehen zur nächsten Expat-Station. Nicht zuletzt deshalb kursiert unter Expats die Einsicht: Im Ausland ein Fürstchen, zuhause ein Würstchen.

Soweit, so pessimistisch. Fakt ist aber, dass die Erfahrung, die man als Expat sammelt, außerordentlich wertvoll sein kann. Das gilt sowohl für die Karriere als auch für andere Bereiche. Man sollte allerdings offen sein für Brüche und nicht-lineare Veränderungen wie:

  • Wechsel in ein anderes Unternehmen
  • Weitere Stationen im Ausland
  • Kompletter Verzicht auf eine Rückkehr ins Heimatland
  • Side Steps oder Rückkehr in eine niedrigere Position und Vertrauen auf eine schnelle Weiterentwicklung durch die gesammelte Erfahrung

Auslandserfahrung wird bei der Besetzung von Führungspositionen in vielen Branchen quasi vorausgesetzt. Sie ist allerdings keine Garantie für einen schnellen Aufstieg in Führungspositionen bzw. die Vorstandsebene.

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Checkliste: Umzug ins Ausland

Checkliste Umzug ins Ausland

Ein Umzug ins Ausland ist ein Großprojekt. Übersieht man etwas wichtiges, ist der Schaden groß. Diese Checkliste für den Auslandsumzug kann helfen, genau das zu vermeiden.

So früh wie möglich

  • Mit dem Arbeitgeber klären, welche Kosten übernommen werden. Manche Unternehmen managen und zahlen den kompletten Umzug. Andere bieten dem Mitarbeiter eine Pauschale für die Umzugskosten an. Der Fall, dass der Mitarbeiter die Kosten für den Umzug tragen muss, ist eher selten.
  • Umzugsunternehmen bzw. Speditionen suchen. Das Internet, im Firmen-Intranets und bei Freunde sind dafür die besten Informationsquellen. Manche Firmen haben Umzugsunternehmen, mit denen sie bevorzugt zusammenarbeiten.
  • Fristgerecht Mietvertrag kündigen und eventuell einen Nachmieter suchen.
  • Internationalen Führerschein beantragen, falls der im Zielland erforderlich ist
  • 5 Dinge, die man vor dem Umzug wissen muss und Was kostet ein Auslandsumzug lesen.
  • Zweiten Reisepass beantragen (falls erforderlich)
  • Überlegen, ob man das Auto mit umziehen will.

6 – 8 Wochen vor dem Umzugstermin

  • Wert des Umzugsgutes grob überschlagen und überlegen, welcher Betrag im Worst Case versichert sein soll.
  • Bei 5 – 10 Unternehmen Angebote anfragen.
  • Mit 3 – 5 Unternehmen eine Wohnungsbesichtigung durchführen und zur Volumen und Aufwand einschätzen lassen. Bei Pauschalangeboten und Angeboten, die auf einer selbst ausgefüllten Stückliste basieren, ist Vorsicht geboten. Seriöse Anbieter setzen eine Wohnungsbesichtigung voraus und führen bei der Gelegenheit eine kleine Beratung für den Umzug ins Ausland durch.
  • Expat Bücher bestellen und lesen

4 – 6 Wochen vor dem Umzugstermin

  • Umzugsunternehmen und angebotene Versicherungsoptionen auswählen.
  • Vertrag mit dem ausgewählten Unternehmen abschließen. In der
  • Fotos aller relevanten Räume (ggf. plus Fahrräder und Keller) aus verschiedenen Perspektiven an das Umzugsunternehmen mailen. So dokumentiert man, dass die Spedition das komplette Umzugsgut gesehen hat und vermeidet Ärger.
  • Eventuell noch mal zum Zahnarzt gehen und andere regelmäßige Arztbesuche durchführen. Möglicherweise dauert es einige Zeit, bis man im Ausland die richtigen Ärzte gefunden hat.
  • Checkliste: 7 Dinge, die man vor der Ausreise erledigen muss lesen

4 Wochen vor dem Umzugstermin

  • Genauen Umzugstermin festlegen und mit Spedition vereinbaren.
  • Falls nötig: Hotelzimmer für die Nacht nach dem Umzug buchen.
  • Handwerker für Wohnungsrenovierung & Reinigung beauftragen.

1 – 4 Wochen vor dem Umzugstermin

1 Wochen vor dem Umzugstermin

2 – 3 Tage vor dem Umzugstermin

  • Alles aus der Wohnung raus, was nicht versehentlich eingepackt werden darf. Besonders wichtig: Dokumente.
  • Koffer packen.

Am Tag des Umzugs

  • Ruhe bewahren.
  • Nicht im Weg stehen.
  • Dafür sorgen, dass die Möbelpacker bei Kräften bleiben (Essen & Getränke).
  • Plombe am Container nach kompletter Beladung prüfen.
  • Frachtpapiere und Zollerklärung unterschreiben.
  • Bei guter Arbeit ein ordentliches Trinkgeld an die Möbelpacker verteilen.

Nach dem Umzugstermin

  • Wohnung renovieren und reinigen (lassen).
  • Wohnung an den Vermieter übergeben.
  • Dieses seltsame Gefühl von besitzloser Freiheit genießen.
  • Bei der Spedition den Namen des Containerschiffs erfragen, das den eigenen Umzugscontainer transportiert. Mit VesselFinder.com kann man dann nachvollziehen, wo das Schiff gerade ist.
  • Startphase als Expat = erster Schritt zur Scheidung? lesen.
  • In die neue Heimat ausreisen.
  • Kosten beim Arbeitgeber einreichen.
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Nehme ich mein Auto mit ins Ausland?

Auto nach Umzug ins Ausland

Auf des Deutschen liebstes Kind möchten viele auch im Ausland nicht verzichten. Viele angehende Expats fragen sich, ob sie ihr Auto beim Umzug ins Ausland mitnehmen sollen. Meistens – allerdings nicht immer – lautet die Antwort auf diese Frage: Nein!

Transportkosten

Gerade wenn es weiter als ins benachbarte Ausland geht, können sich die Umzugskosten durch ein Auto schnell verdoppeln. Stellt man die Kosten für einen Überseetransport in Relation zum Wert des Wagens und bedenkt man, dass er ggf. auch wieder zurück soll, rechnet sich der Umzug des in der Regel nicht. Sinnvoll ist auch die Rechnung, wie lange man sich ein Fahrzeug für die gleichen Kosten leasen oder mieten kann.

Steuern & Gebühren

Am Zielort angekommen fallen häufig entweder Importsteuern oder drastische Gebühren für die Erstanmeldung eines Autos an. Gerade in Skandinavien sind diese Kosten enorm – auch wenn das Auto aus der EU eingeführt wird. Auch wenn das Auto schon einige Jahre alt ist, fordert der Staat dort Anmeldesteuern, die leicht den Neupreis des Wagens übersteigen. Das kann leicht zur Kostenfalle werden.

Technische Anforderungen

Auch wenn der Wagen frisch durch den TÜV ist – im Ausland gelten oft unterschiedliche Spezifikationen, die für die Zulassung erforderlich sind. Von der Anzahl an Blinkern bis zu zulässigen Abgaswerten – nicht jedes Auto, das auf deutschen Straßen fährt erfüllt die Zulassungsanforderungen anderer Länder. Manche lassen sich nur durch aufwändige Umbauten erfüllen, andere erfordern eine Ausnahmegenehmigung, die nur mit einem kleinen Papierkrieg zu bekommen ist.

Günstige Automobilpreise im Ausland

Man sollte meinen, dass Neuwagen in der Automobilbau-Nation Deutschland günstig sind. Das Gegenteil ist der Fall. In den 90er Jahren gab es deshalb das phänomenale Business-Modell „Re-Import“. Auch heute kosten Neufahrzeuge – auch die von deutschen Herstellern – in vielen Ländern deutlich weniger als in Deutschland. Beispielsweise habe ich in Dubai einen neuen VW ca. 40% unter deutschem Listenpreis gekauft. Hier stellt sich eher die Frage, ob man den im Ausland gekauften Wagen mit zurück nach Deutschland nehmen soll.

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Was haben Dubai und Daisytown gemeinsam?

Daisytown Dubai

Polternd rollt der Planwagen durch die staubige Straße. Es ist die einzige Straße in dieser Stadt. An ihrem Ende verschwindet die rote Sonne hinter dem Horizont. Der Fahrer zieht an den Zügeln, springt vom Kutschbock und bindet die Pferde an der Tränke an.  Er ruft eine kurze Anweisung in das Innere des Wagens: „Wartet“. Kurz darauf geht er in den Saloon, fragt nach einer Unterkunft und wo man ein Wagenrad reparieren kann. Für die nächsten Tage ist Daisytown das Zuhause seiner Familie. Im Saloon, der Kirche und beim Barbier finden sie schnell Freunde. Dann geht es weiter westwärts. Am Ende einer Tagesreise wartet einen neue staubige kleine Stadt auf sie.

Expats bleiben zwar länger als ein paar Tage in ihren Metropolen. Im Durchschnitt sind es ca. 3 Jahre. Trotzdem müssen sie sich ständig ein neues soziales Umfeld suchen. Kaum hat man Freunde gefunden, ist deren Entsendung zu Ende und sie ziehen zurück nach Deutschland oder weiter zur nächsten Expat-Station.

Das Gute ist, dass es in Städten mit vielen Expats (wie Singapur oder Dubai) eine regelrechte Infrastruktur für den Aufbau und die Erneuerung eines Freundeskreises gibt: Coffee Mornings der deutschen Community, den German Emirats Club oder deutsche Kirchengemeinden, die auch für weniger Gläubige offen sind.

Ein bisschen offen dafür, Fremde anzusprechen bzw. sich ansprechen zu lassen, muss man trotzdem sein.