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Ramadan in Dubai – ein Erfahrungsbericht

Ramadan in Dubai - geschäftiges Bling-Bling weicht Ruhe und Besinnung.

Der Ramadan ist ein heiliger Monat für Muslime in aller Welt. Er ist eine Zeit des Fastens und der Besinnung und beeinflusst das Leben in Dubai auch für Expats deutlich. Stark vereinfacht lässt sich der Ramadan mit der Vorweihnachtszeit vergleichen, die ursprünglich auch eine Fastenzeit war. Sobald der Ramadan in Dubai beginnt, verändert sich der Charakter der Stadt.

Entscheidend ist der Mond

Der Ramadan ist der neunte Monat des islamischen Mondkalenders. Sein Beginn verschiebt sich „in unserem Kalender“ jedes Jahr um etwa 11 Tage nach vorne. Zwar lässt dich der Termin einigermaßen vorausberechnen, sodass man die Ramadan-Termine der nächsten Jahre mit einer Genauigkeit von +/- 1 Tag vorhersagen kann. So ergeben sich folgende Termine:

  • 2020 beginnt der Ramadan um den 24. April
  • 2021 beginnt der Ramadan um den 13. April

Das genaue Datum kann sich von Ort zu Ort unterscheiden und hängt davon ab, wann sich nach dem Neumond erste Anzeichen einer neuen Mondsichel beobachten lassen. Konkret bedeutet das, dass die entsprechenden Feiertag erst wenige Tage vorher – manchmal sogar erst am Vortag – festgesetzt werden. Für Expats macht das die Urlaubsplanung nicht unbedingt einfacher.

Der Ramadan beginnt in der Regel mit einem Feiertag und endet mit dem dreitätigen Zuckerfest „Eid al-Fitr“.

Kein Essen, Trinken, Rauchen, Fluchen

Während des Ramadans fasten Muslime. Fasten bedeutet in diesem Fall der Verzicht auf Essen und Trinken von Sonnenaufgang (also sobald der erste Sonnenstrahl am Horizont erkennbar ist) bis Sonnenuntergang (also bis kein Sonnenstrahl mehr zu sehen ist). Kaffee, Rauchen, aber auch Fluchen ist rund um die Uhr verboten. Und Alkohol ist ohnehin ganzjährig tabu. Zusätzlich zum Fasten sind im Ramadan Gebete, milde Gaben und großzügige Spenden üblich. Die überwiegende Mehrheit der Muslime hält sich auch streng an diese Vorgaben.

Touristen und nicht-muslimische Expats müssen sich – ebenso wie Reisende, Schwangere und Kinder – zwar nicht an diese Fastenregeln halten. Dennoch ist es verboten, in der Öffentlichkeit zu essen, trinken oder rauchen. Denn sonst könnte man ja einen Muslim in Versuchung führen. Für einen kleinen Snack muss man sich also versteckten Ecken oder private Räume verdrücken. Der Ramadan in Dubai hat also auch auf Touristen und Expats spürbaren Einfluss.

Dubai verändert sich

Während des Ramadans ist Dubai eine ganz andere Stadt als im restlichen Jahr. Viele Gebäude und öffentliche Gebäude werden festlich geschmückt. Grelles Bling-Bling weicht dem warmen Schein von arabischen Laternen. Restaurants und zahlreiche Geschäfte sind während des Tages geschlossen. Teilweise nutzen sie den Monat auch für Renovierungsarbeiten und öffnen erst nach Eid al-Fitr wieder.

Viele Expats verlassen die Stadt – sei es für Geschäftsreisen, sei es für Besuche in der Heimat, sei es für Urlaubsreisen. Dubai leert sich während des Ramadans geradezu. Über die eigentlich hektische Metropole am Golf legt sich eine fast schon besinnliche Ruhe. Insbesondere tagsüber wirkt die Stadt beinahe wie ausgestorben.

Iftar – das Fastenbrechen am Abend

Kurz vor Sonnenuntergang ist es allerdings aus mit der Besinnlichkeit. Wenn sich die Sonne dem Horizont nähert, steigen die Unfallzahlen sprunghaft an. Denn dann eilen tausende hungrige unterzuckerte, schlecht gelaunte Autofahrer zum abendlichen Fastenbrechen „Iftar“. Die Einwohner Dubais feiern Iftar gemeinsam mit ihren Familien, Freunden oder Geschäftspartnern und man möchte keine Sekunde länger als nötig auf das Abendessen warten.

Der Zeitpunkt des Sonnenuntergangs wird in den Medien veröffentlicht und ist sekundengenau bekannt. Natürlich gibt es auch Apps, die dabei helfen, keinen Moment zu lange auf das Fastenbrechen zu warten. Allerdings muss man berücksichtigen, dass man in den oberen Stockwerken der vielen Hochhaustürme Dubais, weiter über den Horizont sehen kann als am Boden. Deshalb kann man die Sonne länger sehen und muss pro 10 Stockwerke eine Minute länger warten.

Viele Hotels und Restaurants bieten üppige Iftar Büffets mit Datteln, Linsensuppe, gegrilltem Lamm und natürlich einer Vielzahl von süßen Nachspeisen wie Umm Ali an. Diese Buffets sind auch bei Expats und Touristen sehr beliebt. Gerüchten zufolge steigt der Nahrungsmittelverbrauch während des Ramadan in Dubai – also einer Fastenzeit – um 50% an.

Ramadan in Dubai = Shopping in Dubai

Ramadan ist Schnäppchenzeit. Nahezu alle Unternehmen bieten in diesem Monat umfangreiche Discounts an. Coca-Cola-Familienpackungen, Flachbildfernseher, Weber-Grills, Reisen und Mode – werden im Ramadan zu deutlich günstigeren Preisen als im restlichen Jahr angeboten. Auch bei Autos und Möbeln gibt es satte Preisnachlässe. Expats, die den Ramadan in Dubai verbringen und entsprechende Anschaffungen in diesen Zeitraum verschieben, können so eine Menge Geld sparen.

Ramadan am Arbeitsplatz

Auch das Arbeitsleben in Dubai verändert sich während des Ramadans deutlich. Kantinen, Kaffeeküchen und Snackautomaten werden geschlossen oder zumindest so mit Tüchern verhängt, dass man sie von außen nicht einsehen kann. Viele Büros haben reduzierte Öffnungszeiten – meistens von 9:30 bis 13:30. In den meisten Branchen bedeutet das allerdings für nicht-Muslime nicht unbedingt, dass sich das Volumen der Arbeit reduziert. Denn die Arbeit muss ja nach wie vor gemacht werden und viele muslimische Kollegen sind im Ramadan nicht so leistungsfähig wie sonst. Mit leerem Magen und ohne ausreichend Schlaf – denn große Teile der Nacht werden für Mahlzeiten genutzt – arbeitet es sich eben nicht wirklich gut. Natürlich schlägt sich das auch auf die Laune von Kollegen aus. Kontroverse Themen und schwierige Entscheidungen sollte man im Ramadan – soweit möglich – vermeiden.

Ramadan in Dubai – Mein Selbstversuch

Aus Neugier und Respekt vor meinen Kollegen habe ich während meiner Zeit in Dubai versucht, mich zwei Tage an das Fastengebot des Ramadan zu halten. Seither habe ich für die schlechtgelaunten Kollegen ein sehr großes Verständnis. Der Hunger wäre noch verschmerzbar gewesen. Bei Temperaturen nahe der 50 Grad-Marke für 15 bis 18 Stunden ohne Getränke auszukommen, war für mich schon Folter genug. Dazu kamen beinahe unerträgliche Kopfschmerzen aufgrund des plötzlichen Koffeinentzugs. Einfach eine Aspirin nehmen? Ging auch nicht, weil es quasi Essen gewesen wäre. Viel länger als die zwei Tage hätte ich wahrscheinlich nicht geschafft. Und das Fluchverbot habe ich sowieso schon nach wenigen Stunden gebrochen.

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10 Must-have Kleidungsstücke für Dubai Expats – und Urlauber

Must-have Kleidung für Dubai Expats - und Touristen

Fashion-Blogger sein ist in. Deshalb gibt es ja und hier ist eine Auswahl der wichtigsten Kleidungsstücke für Dubai. Egal ob Expat oder Tourist – Kleidung muss in Dubai verschiedenen Ansprüchen gerecht werden: kulturell, klimatisch, funktional und innerhalb der Expat-Community.

Für Damen

Seidentuch

Ein schönes Seidentuch ist vermutlich das wichtigste Kleidungsstück für Damen in Dubai. Nein, Expat-Frauen müssen dort in der Öffentlichkeit keinen Schleier tragen. Allerdings ist es in zahlreichen Situationen notwendig, die Schultern zu bedecken. Das Tuch lässt sich leicht in der Tasche verstauen und kann schnell über das Top mit Spaghettiträger geworfen werden. Und natürlich ist es ein Accessoir mit dem man ein Fashion-Statement setzen kann.

Knielanges Leinenkleid

Egal ob Shopping in der Mall, Sundowner am Nassimi Beach, Coffee Morning der deutschen Expat Community, Friday Brunch oder auch der Arbeitsalltag. Das Leben in Dubai ist geprägt von stetigem Wechsel von Klimaanlagen und Außentemperaturen, die schon mal Richtung 50 Grade steigen. Baumwolle saugt Feuchtigkeit wie Schweiß regelrecht auf und führt dazu, dass man in klimatisierten Räumen friert und sich erkältet. Leinen hingegen gibt die Feuchtigkeit schnell an die Umgebung ab. Deshalb eignen sich Sommerkleider aus Leinen perfekt für Dubai. Wichtig ist, dass Schultern und Knie bedeckt sind. Das gebietet der Respekt vor der Kultur der Emirate.

Weite 3/4 Hose aus Leinen

Alternativ eignen sich weite Hosen – natürlich ebenfalls aus Leinen. Eng anliegende Kleidung kann in der Hitze sehr unangenehm sein. Weit geschnittene Hosenbeine wirken dagegen wie Sonnenschirme. Spannenderweise eignen sich auch dunkle Stoffe. Im Gegensatz zu weißen Stoffen reflektieren sie zwar das Sonnenlicht nicht. Allerdings schlucken sie es und lassen weniger UV Strahlung an die Haut.

Strandponcho

Sicherlich, das Expat Leben in Dubai besteht nicht nur aus Strand und Pool. Anderseits sind Expats auch nicht ausschließlich zum Arbeiten in Dubai. Ein Poncho schützt nicht nur vor der Sonne, sondern auch vor manch unangenehmen Blicken. Allerdings sind Ponchos nicht so leicht zu finden, wenn man in Dubai Kleidung kauft. Besser man kauft sie während eines Besuchs in der Heimat – dann kann man sich vor dem Flug nach Dubai sogar die Mehrwertsteuer zurückerstatten lassen.

Sommerhut

Die Sonne in Dubai kann gnadenlos sein. Und gerade blondes Haar lässt viel UV Licht an die Kopfhaut. Es gibt wenige Körperteile, an denen ein Sonnenbrand noch unangenehmer ist, als auf dem Kopf. Ein modischer Sommerhut gehört deshalb zum festen Bestandteil der Gardarobe von Dubai Expats. Getragen wird er ganzjährig. Denn gerade im Winter spielt sich das Leben mehr im Freien ab.

UGGS

Ja, UGGS. Ohne Schmarrn. Wer sich in den Wintermonaten in Dubai umsieht, ist erstaunt, wieviele UGGS dort zu sehen sind. Einerseits kann Lammfell auch kühlende Wirkung haben. Andererseits gewöhnt man sich im Laufe eines Jahres an Temperaturen um die 40 Grad. Fällt im Winter die Temperatur unter 20 Grad, bekommen auch Expats aus Deutschland kalte Füße. Und das muss ja nicht sein.

Für Herren

Leichte Leinenhosen

Anzug trägt man in Dubai so gut wie nie. Leinenhosen, kombiniert mit Polo Shirt oder Hemd, passen bei praktisch jedem Anlass. Im Büro genauso wie im 101 Beach Club. Am Creek genauso wie auf dem Golfplatz. Im Madinat genauso wie auf dem Global Village. Leinen fühlt sich angenehm kühl auf der Haut an und gibt Feuchtigkeit schnell an die Umgebung ab. Leinenhosen sind gewissermaßen die optimale Dubai-Kleidung. Und Männerbeine in Leinenhosen sehen bei weitem nicht so albern aus wie Männerbeine in Shorts.

Luxuriöse Badehose mit Logo

An Dubais Stränden und Pools geht es wie überall auf der Welt um Sehen und Gesehenwerden. Mit einer schnöden Badehose von Adidas oder Speedo macht man dabei keine gute Figur. Angesagt ist Premium-Bademode von Versace, Armani oder insbesondere Vilebrequin. Leider muss man bei diesen Marken locker über 150 Euro für Paar Badeshorts hinlegen. Dafür gehört man dann aber auch voll und ganz dazu – zum emiratischen Jahrmarkt der Eitelkeiten.

Leichte Trekking Schuhe

Wüsten-Camping, Hiking im Oman, mit dem SUV eine Spritztour in die Big Red. Oder sei es nur ein Besuch bei der fast schon legendären Kameluschi. Viele Expats verbringen ihre Freizeit outdoor. Dafür braucht es gute Trekking Schuhe. Nicht nur, weil diese den Knöchel stützen und für einen guten Stand sorgen. Sie schützen auch vor unangenehmem Getier wie Skorpione, Spinnen und Schlangen, denen man auf der arabischen Halbinsel gelegentlich begegnen kann.

Golf Shirt

Es lässt sich nicht vermeiden. Irgendwann landet jeder Expat in Dubai auf dem Golfplatz. Aus einigen Schnupperstunden auf der Driving Range werden schnell ein ernsthaftes Hobby. Und wer dabei gut aussehen will, braucht natürlich ein ordentliches Outfit. Wer ernstgenommen werden will, trägt natürlich Golf Shirts von Callaway, Wilson oder PGA. Und keinesfalls Polo Shirts von Hilfiger oder Ralph Lauren.
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Expat-Brot – wie man Auslandsdeutsche glücklich backt [mit Rezept]

Brot - was Deutsche im Ausland vermissen

Zum Glücklichsein brauch der Expat Brot. Die amerikanische Kabarettistin Gayle Tufts behauptet: Wenn man einen Deutschen vorübergehend ins Paradies schickt, kommt er zurück und sagt: „Es war wirklich traumhaft schön dort, aber das Brot war grauenhaft“. Das mag etwas überspitzt sein. Allerdings ist es gar nicht so weit von der Realität entfernt. Viele deutsche Expats vermissen wirklich gutes Sauerteigbrot. Mit einer knusprigen Kruste. Mit einer würzigen, dunklen, leicht feuchten Krume. Im Ausland ist das kaum erhältlich. Natürlich ist man als Expat weltoffen und genießt die kulinarische Vielfalt des Landes in der man lebt. Beim Gedanken an Schwarzbrot entwickelt so mancher Expat so etwas wie Heimweh. Es soll sogar Expats gegeben haben, die nur wegen des Brotes nach Deutschland zurückgekehrt sind. Dabei ist Brot backen ganz einfach.

Schwarzbrot einfach selbst backen

Dabei ist es ganz einfach gutes Schwarzbrot selbst zu backen. Es ist wirklich nicht schwierig. Die Zutaten sind meistens problemlos erhältlich. Und der Aufwand hält sich mit ca. 30 Minuten (plus Wartezeiten) in Grenzen. Insbesondere wenn man bedenkt, wieviel gute Laune man damit verbreiten kann – in der eigenen Familie und darüber hinaus. Wer Freunden aus der deutschen Expat-Community ein knuspriges Schwarzbrot schenkt, kann sich deren Dankbarkeit gewiss sein.

Das Expat-Brot Rezept

Also ab in die Küche und los. Hier ist unser vielfach erprobtes Expat-Brot Rezept.

1. Sauerteig ansetzen

2 gehäufte Esslöffel Roggenmehl – am besten Vollkorn – mit etwa 30 ml Wasser zu einem weichen Brei verrühren. Zudecken. 2 Tage stehen lassen. Danach sind auf dem Brei kleine Bläschen zu sehen. Weitere 2 Löffel Roggenmehl + 30 ml Wasser zugeben. Kurz umrühren. Wieder 2 Tage stehenlassen. Die Bläschen sind nun etwas größer und er Brei riecht leicht säuerlich. Noch einmal 2 Esslöffel Mehl und 30 ml Wasser unterrühren. Noch einmal 2 Tage warten. Fertig ist der Sauerteig. Wem das zu aufwändig ist, kann sich auch getrockneten Sauerteig besorgen. Wenn man öfter backt, kann man einen Teil des Sauerteigs im Kühlschrank aufbewahren oder sogar einfrieren. Damit kann man sich 2 der 3 Runden sparen.

2. Der Teig

500g Weizenvollkornmehl + 500g Roggenvollkornmehl + ca. 500g Wasser + 100g Sauerteig + 1 Teelöffel Salz + 1 Teelöffel Brotgewürz zu einem Teig mischen. (Brotgewürz kann man auch leicht selbst machen: 100g getrockneten Kümmel + 100g getrocknete Fenchelsamen + 50g getrocknete Korianderkörner grob mörsern oder schroten.) Wichtig ist, dass der Teig gut geknetet wird – je länger, desto geschmeidiger wird die Krume. 10 Minuten sind nicht zu viel. Selbstverständlich kann diesen Part eine Küchenmaschine übernehmen. Anfangs kann der Teig noch etwas schmierig und nass sein. Nach dem Kneten sollte der Teig nicht mehr an den Fingern kleben.

Den Teig in einer großen Schüssel mit einem Geschirrtuch abdecken und 2 – 3 Stunden an einem warmen Ort gehen lassen. Das Volumen sollte sich in dieser Zeit mindestens verdoppeln. Danach den Teig noch einmal kurz kneten, teilen und 2 längliche Laibe formen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen mit Mehl bestreuen. Die Laibe mit ausreichendem Abstand (ca. 10 cm) darauflegen und ebenfalls mit Mehl bestreuen. Hierfür eignet sich ab besten Roggenvollkornmehl. Denn damit reißt das Brot am schönsten auf. Die beiden Laibe wieder mit dem Geschirrtuch abdecken und nocheinmal 45 Minuten gehen lassen.

3. Das Backen

Ein hitzefestes Gefäß (zum Beispiel ein zweites Backblech) mit mindestens 300 ml Wasser in den Backoffen stellen und diesen auf 250 Grad Umluft vorheizen. Alternativ eignet sich auch ein Gasgrill mit Deckel und Pizzastein. Wenn sich im Ofen (bzw. Grill) Dampf einwickelt hat, das Blech mit den beiden Brotlaiben in den Ofen schieben oder die Laibe auf den Pizzastein legen. Dabei möglichst wenig Hitze und Dampf entweichen lassen. Das Geschirrtuch wird selbstverständlich nicht mitgebacken.

Nach 20 Minuten die Temperatur auf 180 Grad reduzieren und von Umluft auf Ober-/Unterhitze umschalten. Am besten man öffnet die Ofentüre bzw. den Grilldeckel für einige Sekunden. Danach weitere 40 – 45 Minuten backen. Das Brot ist fertig, wenn es hohl klingt, wenn man mit einem Messerrücken oder Kochlöffel darauf klopft. Die Backzeit hängt von der Form der Laibe ab. Dünne, längliche Brote sind schneller fertig als runde Brote, weil dich Hitze weniger tief in den Teig eindringen muss. Nachdem sie aus dem Ofen raus sind, müssen die fertiggebackenen Brote nur noch etwa eine Stunde abkühlen.

Mancher Expat stellt sich einen Stuhl vor den Backofen und sieht sich den Backvorgang wie in einem Fernseher an.

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Arbeiten in Dänemark | Was Expats unbedingt wissen müssen

Arbeiten in Dänemark

Wer schon einmal seinen Sommerurlaub in Dänemark verbracht hat, wird den Gedanken nicht los, wie es wäre in Dänemark zu arbeiten. Gut gelaunte Menschen, sanfte Dünenlandschaften, kein Stress, ein starkes Sozialsystem und familienfreundliche Unternehmen machen das Arbeiten in Dänemark attraktiv. Allerdings: Knapp die Hälfte der Dänen leben und arbeiten in und um Kopenhagen auf der dänischen Hauptinsel Sjælland (resp. Seeland). Arbeiten in Dänemark ist oft gleichbedeutend mit arbeiten in Kopenhagen. Die dänische Hauptstadt ist schlicht traumhaft schön. Doch Vorsicht: ein Urlaub in Jütland hat wenig mit dem Arbeitsleben in Kopenhagen zu tun. Und nicht alle Gerüchte über das Arbeitsleben in Dänemark sind wahr.

Voraussetzungen für das Arbeiten in Dänemark

Dänemark ist Mitglied der Europäischen Union und des Schengen-Raums. Dementsprechend greift die Freizügigkeit innerhalb der EU. Deutsche und Österreicher brauchen also keine Arbeitserlaubnis, um in Dänemark zu arbeiten. Dennoch ist eine EU-Aufenthaltsbescheinigung erforderlich, wenn der Aufenthalt in Dänemark mehr als 3 Monate dauert. Diese erhält man ohne größere Probleme in der Verwaltung der Kommune, in der man wohnt.

CPR-Nummer und NemID

Der dänische Staat führt ein zentrales Personen Register (Centrale Person Register, kurz CPR). Jeder Einwohner erhält eine Nummer, ähnlich der Social Security Number in den USA. Die Nummer besteht aus dem sechsstelligen Geburtsdatum (TTMMJJ), einem Bindestrich und einer vierstelligen laufenden Nummer. An der letzten Zahl kann man erkennen, ob die Person männlich oder weiblich ist. Eine gerade Zahl bedeutet Frau, eine ungerade Zahl bedeutet Mann.

Ohne diese CPR Nummer geht gar nichts. Arbeiten in Dänemark, dänisches Bankkonto, Arztbesuche, Pensionskasse – alles erfordert eine CPR Nummer. Auf Basis der CPR Nummer erhält man auch eine NemID. Diese „einfache ID“ wir für nahezu jeden online Login in Dänemark benötigt – von der Steuererklärung, über Formuare bei Behörden, dem universellen online Postfach e-Boks bis zum Online-Banking. Als Username dient die CPR Nummer. Zusätzlich erhält man eine Karte mit TANs. Die NemID wird in der Regel in Verbindung mit einem Bankkonto beantragt.

Einkommen + Steuern

Das Gehaltsniveau in Dänemark liegt mit durchschnittlich ca. 4800 Euro pro Monat bzw 500.000 Kronen pro Jahr brutto deutlich über dem deutschen Gehaltsniveau, das bei vergleichsweise niedrigen 3500 Euro im Monat liegt. In manchen Jobs können Expats in Dänemark also durchaus zum Einkommensmillionär (in dänischen Kronen) werden. Allerdings geht ein großer Teil des Einkommens direkt an die Steuerbehörde SKAT. Die Steuerlast besteht aus nationaler Steuer, Kommunalsteuer und Gesundheitsbeitrag. Bei Mitglieder der evangelisch-lutherischen dänischen Landeskirche wird auch eine Kirchensteuer erhoben. Der Spitzensteuersatz von 55% ist schon ab einem Jahreseinkommen 459.200 Kronen – also unterhalb des dänischen Durchschnittseinkommens – fällig. Hinzu kommen 8% Arbeitsmarktabgabe. Schlimmstenfalls geht also deutlich mehr als 60% des Gehaltsschecks direkt an den Staat. Es ist also nicht verwunderlich, dass in dänischen Familien meist beide Partner einen Vollzeitjob haben.

Um für ausländische Führungskräfte und Wissenschaftler nicht völlig unattraktiv zu sein, gibt es ein für diese Gruppe ein spezielles Steuermodel. Sofern eine Reihe von Bedingunen – wie ein relativ hohes Einkommen – erfüllt werden, zahlt man beim sogenannten „Professoren-Schema“ man nur 27% Steuern + 8% Arbeitsmarktabgabe. Dafür sind keinerlei Abschreibungen möglich.

Unabhängig vom Steuermodel empfiehlt es sich, in eine Pensionskasse einzuzahlen. Vom hohen Bruttoeinkommen bleibt also netto wenig übrig.

Lebenshaltungskosten

Dem verbleibenden Nettoeinkommen stehen hohe Lebenshaltungskosten gegenüber. Arbeiten in Dänemark muss man sich erst einmal leisten können. Dänen kaufen sich ihre Wohnungen oft in jungem Alter. Dadurch ist die Eigentumsquote hoch und der Mietmarkt klein. Das treibt die Mieten in die Höhe. Im Vergleich zu Kopenhagen und Umgebung sind Mietwohnungen in München eher günstig.

Auch Lebensmittel und Produkte des täglichen Gebrauchs sind deutlich teurer als in Deutschland. Das liegt nicht zuletzt an der Mehrwertsteuer von 25%, die auf alle Produkte erhoben wird. Einen vergünstigten Mehrwertsteuersatz gibt es nicht. Alkohol ist wie in allen skandinavischen Ländern fast schon schmerzhaft teuer.

Die Kosten für Dienstleistungen sind oft exorbitant hoch. Ein Haarschnitt für Herren kann leicht umgerechnet 80 Euro kosten – und das nicht bei einem Star-Stylisten sondern bei einem bodenständigen Friseurhandwerker. Wie überall liegen die Preise für Damenhaarschnitte noch einmal deutlich höher.

So mancher Dänemark Expat fährt regelmäßig am Wochenende über die deutsche Grenze, lässt sich günstig die Haare schneiden und packt sich das Auto bis unters Dach voll mit Einkäufen. Auf der Autobahn kann man dann so manches Fahrzeug sehen, das bis zum zulässigen Gesamtgewicht mit Bierdosen beladen ist.

Auto oder Firmenwagen – purer Luxus

Für diese Tyskland-Touren benötigt man natürlich ein Auto. Anders als in Deutschland ist der Besitz eines Autos – insbesondere in Kopenhagen – keineswegs Standard. Kopenhagener fahren lieber Fahrrad – egal bei welchem Wetter. Und wenn man schon ein größeres Fahrzeug anschafft, dann vielleicht eher ein Boot als ein Auto.

Im Zweifel ist ein Boot auch günstiger als ein Auto. Denn bei der Erstanmeldung eines Autos schlägt SKAT wieder erbarmungslos zu. Auf die ersten 82.800 DKK – gerade einmal etwas mehr als 11.000 Euro – des Listenpreises erhebt der Fiskus 105% Steuer. Für jede Krone, die der Listenpreis über dieser Marke liegt, werden 150% Luxussteuer kassiert. Importiert man einen Geprauchtwagen nach Dänemark, fallen diese Steuern auf den Wiederverkaufswert an (Siehe auch: Nehme ich mein Auto mit ins Ausland?). Kauft man einen Gebrauchtwagen in Dänemark, dann ist die bereits bezahlte Registrierungsgebühr Teil des Wertes des Wagens. Entsprechend hoch ist der Preis.

Bei Firmenwagen werden 25% des Listenpreises pro Jahr (bzw. 2,08% pro Monat) als geldwerter Vorteil und damit zu versteuerndes Einkommen gewertet. Darauf wird dann der reguläre Steuersatz angewendet, selbst wenn man das „Professoren-Schema“ nutzt.

Sozialversicherungen

Krankenversicherungsbeiträge werden in Dänemark als Steuer bezahlt. Die Versicherung deckt ärztliche Untersuchungen und Behandlungen ab. Medikamente muss man mit wenigen Ausnahmen selbst zahlen. Es gibt zwar private Zusatzversicherungen. Allerdings sorgen diese in der Regel nur dafür, dass man schneller einen Termin beim Arzt bekommt. Das Leistungsspektrum erweitert sich durch eine Privatversicherung kaum.

Eine weitere Säule des dänischen Sozialversicherungssystems sind Pensionskassen. Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer leisten Beiträge. Oft zahlen Firmen 8% des Lohns in eine Pensionskasse, wenn man selbst 4% einzahlt. Die eigenen Beiträge werden aus dem bereits versteuerten Einkommen geleistet. Dafür wird die Rente dann steuerfrei ausgezahlt. Expats haben hier eine Wahlmöglichkeit, wenn davon auszugehen ist, dass man nur vorübergehend in Dänemark lebt und arbeitet. Man zahlt die Beiträge aus dem unversteuerten Einkommen. Das angesparte Geld erhält man dann als Ganzes ausgezahlt, wenn man Dänemark verlässt. Allerdings muss die Gesamtsumme dann versteuert werden. Diese Expat-Variante wird als „nicht genehmigter Plan“ bezeichnet.

Urlaubs- und Feiertage

Arbeitnehmern in Dänemark stehen in der Regel mindestens 25 Urlaubstage zur Verfügung. In dänischen Arbeitsverträgen steht oft lapidar „Der Anspruch auf Urlaubstage wird vom Urlaubsabspruchsgesetz geregelt“. Dahinter verbirgt sich allerdings eine kleine Falle für Expats. Denn die Zahl der Urlaubstage im Vertrag regelt zunächst einmal nur eine Anzahl unbezahlter Urlaubstage. Und die Bezahlung während der Urlaubszeit muss man sich erst erarbeiten.

Das funktioniert folgendermaßen: Arbeitgeber zahlen zusätzlich zum Lohn bzw. Gehalt 12,5% auf ein „Ferienkonto“ ein. Aus diesem Ferienkonto wird die Bezahlung während des Urlaubs im folgenden Jahr finanziert – egal ob beim gleichen oder einem anderen Arbeitgeber. Das Problem dabei: Im ersten Jahr des Arbeitens in Dänemark ist das Ferienkonto leer. Man darf zwar die festgelegte Anzahl von Tagen freinehmen, wird aber in dieser Zeit nicht bezahlt. Angesichts der hohen Lebenshaltungskosten und Steuern, bleibt einem fast nichts übrig, als das erste Jahr ohne Urlaub durchzuarbeiten. Vorteil für Expats: verlässt man Dänemark wieder, erhält man die angesparte Summe vom Ferienkonto ausgezahlt.

Gesetzliche Feiertage sind natürlich im ersten Jahr frei. Die Liste der Feiertage umfasst:

  • Neujahr
  • Gründonnerstag + Karfreitag
  • Ostersonntag + Ostermontag
  • Buß- und Bettag
  • Christi Himmelfahrt
  • Pfingstsonntag + Pfingstmontag
  • 1. + 2. Weihnachtsfeiertag

Arbeitszeit

Dänemarks Reputation als familienfreundliches Land trifft im Bezug auf die Arbeitszeit voll und ganz zu. Die Regelarbeitszeit beträgt durchschnittlich 37 Wochenstunden. In der Praxis ist nahezu jeder ab 8:30 Uhr im Büro. Spätestens um 16:30 Uhr wird der Heimweg angetreten. Zeit für die Familie ist in Dänemark heilig – egal was im Job noch zu tun wäre. Dafür wird während der Arbeitszeit umso konzentrierter gearbeitet.

Arbeitskultur – Hygge am Arbeitsplatz

Kulturschocks können auch bei kleinen Unterschieden zur eigenen Kultur auftreten. Je kleiner die Unterschiede, desto schwieriger kann es sein, den Kulturschock zu überwinden (siehe auch: Kultursimulation Barnga). Am dänischen Arbeitsplatz fällt nimmt der Kulturschock für Deutsche allerdings beträchliche Ausmaße an. Zu deutlich sind die Unterschiede in der Arbeitskultur.

Dänen sind sehr konsensorientiert – böse Zungen sagen: „konfliktscheu“. Beim Arbeiten in Dänemark äußert sich das in Form einer geringen Entscheidungsfreudigkeit der dänischen Führungskräften. Jeder vermeintlich unbedeutende Beteiligte wird zu seiner Meinung befragt. Aus der Menge der Einzelmeinungen bildet sich ein kleinster gemeinsamer Nenner. Das liegt auch am dänischen Konzept der Gleichheit. Jedem wird – unabhängig von Hierarchiestufen – der gleiche Wert beigemessen. „Flache Hierarchien“ werden in Dänemark auf eine ganz eigene Art und Weise gelebt. Positiv ausgedrückt: es wird mehr miteinander statt gegeneinander gearbeitet. (Siehe auch: Hygge im Büro)

Gleichberechtigung

In skandinavischen Ländern gehört die Gleichberechtigung zu den wichtigsten Werten der Gesellschaft – und das nicht nur auf dem Papier. So auch in Dänemark. Weibliche Führungskräfte sind die Norm, keine Ausnahme. Das gilt auch für die oberste Führungsebene. Umgekehrt gilt das auch für die Aufgabenteilung innerhalb von Familien. Während man als Mann in Deutschland schräge Blicke ernten würde, wenn man früher das Büro verlässt, weil man sich um die Kinder kümmern muss, ist das in Dänemark absolut normal. Ein weiterer relevanter Punkt im Bezug auf die Gleichberechtigung ist die Tatsache, dass in der Regel beide Ehepartner berufstätig sind. Wegen der Steuern ist das in den meisten Fällen finanziell auch notwendig.

Internationalität

Als vergleichsweise kleines Land mit hohem Ausbildungsstandard ist Dänemark kaum auf Expats angewiesen. Zumal durch eine starke Umverteilung auch niedrig qualifizierte Jobs für Einheimische attraktiv sind. Der Ausländeranteil liegt mit 8,1% deutlich unter dem deutschen Wert (11,3%). Zwar gibt es Branchen mit starkem internationalen Einfluss. Zwischen den skandinavischen Ländern findet ein gewisser Austausch statt. Und auch aus dem Baltikum gibt es Migrationsbewegungen.  Dennoch ist Dänemark weniger international als andere westeuropäische Länder. Das liegt auch daran, dass sich das relativ kleine Land nicht für jeden Expat mit Karriereambitionen gleichermaßen eignet (siehe auch: Jobwechsel ins Ausland – Karriere Turbo oder Karriere Killer).

Die dänische Sprache ist zwar nicht ganz leicht. Trotzdem stellt die Spache für Expats nur selten ein Hindernis dar. Zum einen hat jeder Ausländer, der in Dänemark lebt, Anspruch auf bis zu 3 Jahre kostenlosen Dänischunterricht. Zum anderen sprechen fast alle Dänen sehr gut englisch. Grund dafür: wegen der kleinen Bevölkerungszahl werden Hollywood Filme und amerikanische Serien nicht synchronisiert und die meisten englischsprachigen Bücher nicht ins Dänische übersetzt. Dänen wachsen also mit Englisch als Zweitsprache auf.

In den vergangenen Jahren hat sich die dänische Politik stark nach rechts bewegt. 2015 wurde die sozialdemokratische Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmitt von einem rechtsgerichteten Bündnis um ihren Nachfolger Lars Løkke Rasmussen abgelöst. Stärkste Partei bei der Wahl wurde die Danske Folkeparti, die nur deshalb nicht den neuen Ministerpräsidenten stellte, weil sie selbst zahlreichen Koalitionären zu weit rechts im politischen Spektrum angesiedelt ist. Dänemark ist bei weitem nicht so weltoffen, wie sein Ruf.

Arbeiten in Dänemark – jenseits der Klischees

Das verbreitete Bild vom weltoffenen, familienfreundlichen Land mit glücklichen, gutaussehenden Menschen und hohem Lebensstandard ist sicherlich etwas verkürzt, respektive naiv, Es ist aber auch nicht komplett falsch. Wie attraktiv es ist, in Dänemark zu leben und zu arbeiten, hängt stark von den eigenen Zielen und der eigenen Persönlichkeit ab.

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Arbeiten in Dubai | Was Expats unbedingt wissen müssen

Arbeiten in Dubai

In einer globalisierten Welt zieht es viele Deutsche ins Ausland. Auch wenn die Wirtschaft in Deutschland boomt, locken andere Standorte mit angenehmem Klima, attraktiveren Steuersätzen und geringerer Regulierung. Besonders beliebt: Arbeiten in Dubai. Was muss man beachten? Wo liegen die Unterschiede zum Arbeiten in Deutschland?

Voraussetzungen für das Arbeiten in Dubai

Zunächst einmal benötigt man ein Arbeitsvisum. Sofern man sich nicht selbständig machen möchte, bracht man vor der Einreise einen Arbeitgeber. (Siehe auch: Job im Ausland finden.) Der Arbeitgeber fungiert dann als Sponsor für das Arbeitsvisum. Hat man ein Jobangebot bzw. einen Arbeitsvertrag unterschrieben, gibt es zunächst einen ordentlichen Papierkrieg. Idealerweise kann der Arbeitgeber das an einen sogenannten Public Relations Officer (PRO) outsourcen. Ganz kann man es aber nicht vermeiden, selbst aktiv zu werden.

Für das Visum benötigt man neben dem Vertrag auch noch einen Reisepass, der noch mindestens 6 Monate gültig ist und 6 biometrische Passbilder. Sollten weitere Familienmitglieder mit einreisen, benötigt man Pässe und Passbilder natürlich für jedes Familienmitglied. Dazu kommen Ehe- und Geburtsurkunden, die von der Botschaft bzw. vom Konsulat der Vereinigten Arabischen Emirate beglaubigt sind. (Siehe auch: Checkliste: Dinge, die man vor der Ausreise erledigen muss.)

Nach der Einreise müssen sich alle Familienmitglieder noch einer medizinischen Untersuchung stellen. Diese beinhaltet u.a. eine Blutuntersuchung und eine Röntgenaufnahme. So soll sichergestellt werden, dass kein AIDS oder TBC eingeschleppt wird.

Löhne, Gehälter & Steuern

Ein durchaus angenehmer Aspekt beim Arbeiten in Dubai ist das Einkommen. Zumindest wenn man sich bei den Vertragsverhandlungen einigermaßen geschickt anstellt. Tarifverträge gibt es nicht. Gehälter liegen in etwa auf deutschem Niveau oder etwas darüber. Allerdings wird darauf keine Einkommensteuer erhoben. Brutto ist also gleich netto. Dazu kommen häufig noch Pauschalen für Wohnung und Auto. Manche Firmen zahlen auch die Ausbildungskosten für die Kinder ihrer Angestellten (siehe auch: 16 Benefits, die Expat Verträge enthalten können). Außerdem steht jedem Arbeiter bzw. Angestellten in Dubai einmal pro Jahr ein Flug ins Heimatland zu. Meistens wird das auch in Form einer Pauschale abgewickelt.

Trotz hoher Lebenshaltungskosten (Siehe auch: Was kostet eine Wohnung in Dubai) können sich die meisten westlichen Expats ein recht komfortables Leben in Dubai leisten. Doch Vorsicht: leicht übersieht man, dass Sozialversicherungen praktisch nicht vorhanden sind. So gibt es zum Beispiel keinerlei Rentenversicherung. Man muss also selbst vorsorgen. Viele Expats versuchen mit dem regulären Gehalt auszukommen und legen die Housing Allowance als Altersvorsorge an.

Außerdem gibt es viele versteckte Kosten. (Siehe auch: Kostenfallen und Risiken für Expats). Beispielsweise wurden 2013 an zahlreichen öffentlichen Parkplätzen rund um Bürogebäude Parkuhren mit einer maximalen Parkdauer von 4 Stunden aufgestellt. Wer keinen der knappen firmeneigenen Parkplatz ergattert und in der Mittagspause nicht schnell genug verlängert, bekommt mit schöner Regelmäßigkeit einen ordentliches Knöllchen. Auch Dubai hat eben einen Staatshaushalt. Und der muss weitestgehend ohne Steuern finanziert werden. 2017 stammten 76% des Haushalts aus staatlichen Gebühreneinnahmen.

Arbeitsschutz und Arbeitnehmerrechte

In Dubai herrscht Kapitalismus in Reinstform. Zumindest für Expats, denn Emirati werden vom Staat subventioniert und gefördert. Für Ausländer gibt es vergleichsweise wenig Rechte. Westliche Expats müssen – im Gegensatz zu vielen anderen Nationalitäten – zwar ihren Reisepass nicht beim Arbeitgeber abliefern. Dennoch ist man stark vom Arbeitgeber abhängig. Verliert man seinen Job, muss man innerhalb von 30 Tagen ausreisen. Es sei denn, man besitzt eine Immobilie in Dubai und kann eine Ausnahmeregelung nutzen. Dieser Fakt kann von Arbeitgebern als Druckmittel genutzt werden. Schließlich hat man seine Miete oft für ein ganzes Jahr im Voraus gezahlt. Und es ist schwierig, das Geld zurückzubekommen, wenn man das Land vorher verlässt.

Auch beim Arbeitsschutz darf man nicht die gleichen Maßstäbe wie in Europa anwenden. Vom wenig ergonomischen Schreibtisch, über einigermaßen riskant verlegte Stromkabel zu recht sporadischen Brandschutzmaßnahmen ist vieles möglich. Immer wieder hört man von tödlichen Unfällen auf Baustellen, obwohl die lokalen Medien das Thema  totschweigen. Allerdings wurde in den vergangen 10 Jahren viel für den Arbeitsschutz getan und das Unfallrisiko verringert. Im Übrigen gibt es natürlich keine Gewerkschaften oder Arbeitnehmervertretungen.

Arbeitswoche & Arbeitszeit

Offiziell gilt in Dubai eine 6-Tage Woche. Je nach Branche bzw. Arbeitsvertrag hat man allerdings doch zwei Tage Wochenende. Anders als in der westlichen Welt geht die Arbeitswoche in den Vereinigten Arabischen Emiraten von Samstag bis Donnerstag. Wobei Freitag der religiöse Wochentag – ähnlich unserem Sonntag – ist. Bei einer 5-Tage-Woche sind Freitag und Samstag das Wochenende. Insbesondere wenn man mit vielen internationalen Kollegen oder Geschäftspartnern arbeitet, kann das schon einmal dazu führen, dass wichtige Meetings während des Wochenendes stattfinden. Entweder man ist dann außen vor oder man verzichtet auf Teile des Wochenendes.

Oder man schafft es die Kollegen und Partner so zu „erziehen“, dass sie darauf Rücksicht nehmen. Das ist auch im Bezug auf die Zeitzone sinnvoll. Dubai ist Deutschland im Sommer 2 und im Winter 3 Stunden voraus. Zur US-Westküste sind es 11 bzw. 12 Stunden Zeitunterschied. Praktisch führt das dazu, dass sich Meetings bis in den späten Abend ziehen. Wer eine 35-Stunden-Woche möchte, sollte also nicht in Dubai arbeiten. Offiziell sind 40 Stunden pro Woche die Regel. In der Realität sind es aber meistens deutlich mehr. Eine Ausnahme bildet der Ramadan in Dubai, in dem die Arbeitszeit etwas verkürzt wird.

Urlaubs- und Feiertage

Je nach Branche erhalten Arbeitnehmer in Dubai etwa 20 Urlaubstage. Dazu kommt eine Reihe von Feiertagen, die sich fast alle nach dem Mondkalender richten. Deshalb werden sie auch erst wenige Tage vorher genau terminiert werden. Man erhält dann eine e-Mail mit der Information, dass der nächste oder übernächste Tag aus Anlass eines Feiertags frei ist. Komischerweise wird auch mit Feiertagen, die sich dem regulären Kalender richten (beispielsweise der National Day) und immer auf das gleiche Datum fallen, so vorgegangen. Je nach Feiertag – und Arbeitgeber bzw. Freezone in der man arbeitet – werden manchmal gleich mehrere Tage freigegeben. All das macht die Urlaubsplanung nicht gerade einfacher.

Die Liste der Feiertage umfasst:

  • Neujahr
  • Himmelfahrt Mohammeds „Leilat al-Mi’raj „
  • Beginn des Ramadan
  • Zuckerfest bzw. Fastenbrechen am Ende des Ramadan „Eid al-Fitr“ – meistens 3 freie Tage
  • Beginn der Pilgersaison
  • Opferfest „Eid al-Adha“ – meistens 3 freie Tage
  • Geburtstag des Propheten „Mouloud“
  • Nationalfeiertag am 2. Dezember

In seltenen Fällen kommen noch weitere, spontane Feiertage hinzu. Beispielsweise wurden Schulen anlässlich der Vergabe der Expo 2020 an Dubai für eine Woche geschlossen. Arbeiten in Dubai erfordert auch ein gewisses Maß an Flexibilität.

Internationalität

Der Ausländeranteil an der Gesamtbevölkerung der VAE schwankt und ist eng mit der Konjunktur verbunden. Je nach Statistik liegt er zwischen 80% und 90%. Mit anderen Worten: nur etwas mehr als 10% der Menschen dort sind Emirati. Der Rest ist meist vorübergehend zum Arbeiten in Dubai oder den anderen Emiraten. Über die Integrationsdebatte, die man in Deutschland führt, kann man dort nur lachen. Dennoch gibt es regelmäßig Programme zur „Emiratisierung“ von Unternehmen. Diese sollen dafür sorgen, dass Staatsbürger der VAE auch in der Privatwirtschaft Jobs finden. Denn aktuell lebt die Großzahl der Emirati entweder von staatlichen Zuwendungen oder Jobs im öffentlichen Sektor.

Trotz aller Versuche der Emiratisierung hat man in der Realität nahezu ausschließlich andere Expats als Kollegen. Das sorgt für ein spannendes, sehr internationales Arbeitsumfeld. Die gängige Sprache beim Arbeiten in Dubai ist englisch. Arabischkenntnisse sind kaum erforderlich, können aber hilfreich sein, wenn man Emirati als Geschäftspartner hat.

Neben sehr vielen Briten und Indern arbeiten in Dubai auch zahlreiche Pakistani, Libanesen und Ägyptern. Nahezu die ganze Welt ist vertreten. Man lernt sehr schnell die Eigenarten der verschiedenen Nationalitäten kennen, überwindet Stereotypen und stellt sich darauf ein. Gleiches gilt natürlich umgekehrt auch für die Kollegen, die sich auf den deutsche Kollegen einstellen. Vorurteile gibt es schließlich auch über uns Deutsche. Die Internationalität hat auch ihre Schattenseiten. Man konkurriert mit gut ausgebildeten Menschen aus der ganzen Welt. Teilweise sind die Kollegen bereit, den gleichen Job für deutlich weniger Gehalt zu erledigen. Und das nicht schlecht. Die bessere Bezahlung muss man durch hervorragende Leistung rechtfertigen.

Eine Studie der Rice University in Zusammenarbeit mit der Columbia University und der University of North Carolina hat festgestellt, dass das Leben und Arbeiten im Ausland die Selbstrefektion stärkt. Vermutlich gibt es kaum einen Ort auf der Welt, der besser dafür geeignet ist.

Arbeiten in Dubai als Frau

Im Gegensatz zur landläufigen Meinung gibt es kaum Einschränkungen für Frauen. So können Frauen in den Vereinigten Arabischen Emiraten genauso Arbeitsvisa erhalten wie Männer. Und dann als Familienoberhaupt das Non-Working Visum ihres Ehemanns und ihrer Kinder sponsorn. Im Arbeitsalltag werden kaum anders behandelt als in westlichen Ländern. Es soll an dieser Stelle explizit nicht unterstellt werden, dass in der westlichen Welt alles in bester Ordnung ist und für Frauen keinerlei Nachteile existieren. Und auch hierzulande gibt es im Top Management deutlich zu wenige Frauen. In manchen Punkten bietet Dubai sogar ein besseres Arbeitsumfeld als westliche Länder. Die Behörden sind bei Belästigung von Frauen extrem streng. Entsprechend zuvorkommend verhalten sich männliche Kollegen. (Siehe auch: Frauenrechte in Dubai und Abu Dhabi.)

Jobs für Deutsche

Arbeiten in Dubai ist weltweit beliebt. Man konkurriert mit Experten aus der ganzen Welt um Jobs. Es ist also nicht immer ganz leicht, einen Job in Dubai zu finden. In einigen Brachen sind Deutsche – genauso wie Österreicher und Schweizer – besonders beliebt. Dazu zählen Medizin, Ingenieurwesen, Automotive, Hospitality – und die Feuerwehr.

Selbständigkeit

Eine Sebständigkeit ist sicherlich der schwierigste und riskanteste Web zum Arbeiten in Dubai. Deutsches Know How wird in Dubai zwar durchaus geschätzt. Und am 20. Mai 2018 hat HH Sheikh Mohammed bin Zayed angekündigt, dass in Zukunft in Dubai ansässige Firmen keinen emiratischen Teilhaber mehr benötigen. Doch die rechtliche Situation ist nach wie vor komplex. Ohne vorherige Erfahrung vor Ort ist eine Firmengründung kaum zu empfehlen. Mehr dazu: Rechtliche Rahmenbedingungen für Geschäftstätigkeiten in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

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Die 7 beliebtesten Expat Wohnviertel in Dubai

Wohnviertel in Dubai: Marina

Nahezu jeder Expat muss zu Beginn seiner Zeit im Ausland eine Wohnung finden. In Dubai gibt es – auch wegen seiner hohen Zahl an Expats – eine ganze Reihe von Wohnvierteln, die bei Expats sehr beliebt sind. Interessanterweise scheinen sich die Geschmäcker von Expats und Locals deutlich zu unterscheiden. Denn eine Durchmischung findet kaum statt. Dennoch ist die Frage „Wo in Dubai wohnen“ wegen des großen Angebots an Wohnvierteln in Dubai nicht unbedingt leicht zu beantworten. Und natürlich spielen auch die Kosten einer Immobilie in Dubai eine entscheidende Rolle. Zu den beliebtesten Stadtteilen gehören:

JBR – Jumeirah Beach Residences

Einst die beliebteste Lage überhaupt: 35 Wohntürme direkt am Strand. In den unteren Stockwerken, alles was man für das tägliche Leben braucht: Supermärkte, Geschäfte und vor allem jede Menge Cafes, Bars und Restaurants. Hinzu kommt ein freier Blick auf die Palm Jumeirah und seit wenigen Jahren auch auf das Ain Dubai Ferris Wheel – Dubais Antwort auf das London Eye. Allerdings ist JBR in die Jahre gekommen und das Geblinke des Riesenrads kann aud die Dauer ziemlich nerven. Die Bausubstanz stammt aus den frühen 2000er Jahren – fühlt sich allerdings eher an Wohnblocks aus den 70er Jahren. Die Gebäude sind einigermaßen abgewirtschaftet und werden zu selten renoviert.

Seit 2015 wurde die Gegend allerdings etwas aufgewertet. Der Strand wurde neu gestaltet und in einen attraktiven, gut besuchten Beach Park umgewandelt. Nachteil: dadurch hat der Verkehr noch einmal deutlich zugenommen. Zur Rushhour ist der Stau vorprogrammiert. Insbesondere am Donnerstagabend, wenn die Besitzer von Sportwagen und aufgemotzen Muscle Cars zum JBR cruisen und die Straße am Strand entlang zu einem Laufsteg für Blech verwandeln.

Marina

Aus einem wüstenartigen Küstenstreifen entstand Mitte der 2000er Jahre ein ca. 4 Quadratkilometer großes Areal mit einem von etwa 200 Hochhäusern umrandeten Jachthafen. Die Marina ist das vielleicht internationalste Wohnviertel in Dubai. Es ist bei Expats vor allem deshalb sehr beliebt, weil die Tower und die 1- bis 4- Zimmer-Appartments darin relativ gut ausgestattet und solide gewartet sind. Neben einem schönen Blick auf die Marina bieten die meisten Wohnkomplexe entlang der geschwungenen Promenade auch Fitnessstudios, Einkaufsmöglichkeiten und Restaurants direkt im Gebäude.

Obwohl die Marina mit direktem Anschluss zur Sheikh Zayed Road, zwei Metro-Stationen und seit 2015 auch mit einer Straßenbahn ausgestattet ist, sind die Straßen häufig verstopft. Das liegt zum einen an einer sehr hohen Wohndichte – in der Marina leben ca. 150.000 Menschen. Zum anderen berichten manche Marina-Bewohner, dass die Straßenbahn das Verkehrschaos erst richtig verursacht hat.

JLT – Jumeirah Lake Towers

Gegenüber von Marina, auf der anderen Seite der Sheikh Zayed Road liegt JLT. Rund um einen künstlichen See stehen etwa 80 Hochhäuser mit bis zu 45 Stockwerken. Auch hier gibt es zahlreiche Restaurants und Geschäfte für den täglichen Bedarf. Allerdings stockte der Ausbau durch die Krise zwischen 2010 und 2015 für einige Jahre. Deshalb ist JLT etwas verschlafen und bei weitem nicht so hip wie die Marina. Dafür sind Wohnungen und Furnished Appartments in JLT auch ein gutes Stück günstiger zu haben. Tipp für Expat-Eltern mit kleinen Kindern: die Oakfield Nursery in JLT ist hervorragend.

Arabian Ranches

Die Ranches liegen etwa 10 Kilometer von der Küste entfernt im Landesinneren – und damit praktisch Mitten in der Wüste. Entsprechend trocken ist das Klima. Im Vergleich zur Vierteln in Strandnähe liegen die Temperaturen oft einige Grad höher, was besonders im Sommer nicht gerade angenehm ist. Dafür ist die Luft um wesentlich tockener. Viele Expats kommen mit der trockenen Hitze besser zurecht.

In den Arabian Ranches gibt es ausschließlich Villen – wobei jedes Wohnhaus mit mindestens 2 Stockwerken und einem eigenen Dach als Villa bezeichnet wird. Allerdings ist der Begriff in den Ranches oft durchaus zutreffend. Denn die Häuser sind großzügig geschnitten und nicht selten mit eigenem Pool ausgestattet. Entsprechend teuer ist das Quartier, auch wenn die älteren Communities schon etwas in die Jahre gekommen sind. Die Villen gruppieren sich um mehrere kleine Community Zentren mit Supermärkten, Restaurants, Sportstätten und Arztpraxen.

Durch die Lage direkt an der E311 hat man eine relativ gute Verbindung in die verschieden Free Zones. Allerdings sind die Wege dorthin recht weit.

Emirates Hills (Greens, Springs, Lakes)

Nicht zuletzt wegen ihrer Nähe zum Montgomery Golf Course sind die Emirates Hills insbesondere bei Briten beliebt. Je nach Lage innerhalb der Hills und Ausstattung der Villen variieren auch die Preise. Die Hills sind mit den Ranches vergleichbar – gut gepflegt, mit viel Aufwand bewässert und begrünt. Auch die kleinen Town Centers sind vergleichbar. Allerdings sind die Hills nicht ganz so posh. Mit etwas Glück kann man hier ein Schnäppchen mieten. Beim aktuellen Preisniveau in ganz Dubai ist das jedoch eher die Ausnahme. In Emirates Hills wohnt – trotz des Namens der Gegend – so manche Jumeirah Jane.

Greens sollte man nicht mit der Green Community verwechseln. Trotz des ähnlichen Names sind es verschiedene Wohngegenden, wobei die Green Community etwas abseits in der Nähe des Jebel Ali Investment Parks liegt.

Downtown

Rund um den Burj Khalifa, bekanntermaßen das größte Gebäude der Welt, erstreckt sich Downtown Dubai. Dementsprechend mondän ist die Gegend, die ganz unbescheiden mit dem Slogan „The Center of Now“ vermarket wird. Einige Straßen sind tatsächlich mit Marmor gepflastert. Auch sonst gibt es jede Menge Luxus. Die Gebäude sind eher flach gehalten und haben selten mehr als 4 Stockwerke. Einige wenige von ihnen haben einen schönen Blick auf das hintere Ende des Creek. Insbesondere bei Expats, die im nahegelegenen Dubai International Finance Centre (DIFC) arbeiten, ist Downtown beliebt. Der Kern von Downtown wird lustigerweise als „Old Town“ bezeichnet, obwohl das Viertel im wesentlichen erst nach 2006 entstanden ist.

The Palm Jumeirah

Die Jumeirah Palme ist eines der bekanntesten Wahrzeichen von Dubai. Auf ihrem Stamm befinden sich zahlreiche Apartmenthäuser mit durchschnittlich 10 Stockwerken. Auf den Palmwedeln befinden sich luxuriöse Villen. Die Größe der Palme wird einem erst richtig bewusst, wenn man bedenkt, dass die Hauptstraße darauf in beide Richtungen 6 Fahrspuren hat. Trotzdem kommt man zu Stoßzeiten nur langsam voran. Das liegt zum einen an den zahlreichen Speed Bumps. Zum anderen müssen fast alle Palmenbewohner täglich die Palme verlassen, denn dort gibt es – abgesehen von Hotels – keine Arbeitplätze. Die Fahrt zum Arbeiten in Dubai kann also leicht bis zu einer Stunde dauern. Gleiches gilt für den Einkauf, denn Geschäfte für den täglichen Bedarf sind hier mit wenigen Ausnahmen auch nicht zu finden.

Zum Zeitpunkt ihrer Fertigstellung war die Palm Jumeirah die größte von Menschen geschaffene Insel der Welt. Inzwischen hat sie aber eine große Schwester: die Jebel Ali Palm ist etwa doppelt so groß, allerdings aktuell kaum bebaut. Eine weitere, noch größere Palmeninsel – die Deira Palm – ist geplant. Ob sie allerdings jemals fertiggestellt wird ist fraglich.

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Frauenrechte in Dubai und Abu Dhabi

Frauenrechte in Dubai und Abu Dhabi

Eine der wichtigsten Fragen, die angehende VAE Expats stellen lautet: „Wie sieht es mit den Frauenrechten in Dubai? Unterscheiden sich Frauenrechte in Dubai und in Abu Dhabi?“ Zunächst denkt man dabei an das alltägliche Leben der Frau. Darf ich Autofahren? Muss ich Burka, Nikab, Tschador, Hijab oder sonst irgendeinen Schleier tragen? Darf ich mich alleine frei bewegen? Darf ich als Frau in Dubai arbeiten? Wer sich mit dem Thema etwas tiefergehend befasst, denkt auch an nicht alltägliche Situationen wie eine Scheidung oder ein Todesfall.

Absolutistischer Staat

Zunächst ist es – für Frauen und Männer – wichtig zu verstehen, dass das Rechtssystem der Vereinigten Arabischen Emirate nicht mit europäischen Rechtssystemen zu vergleichen ist. Die Basis ist schlicht eine andere: auf der einen Seite muslimische Traditionen und die Sharia auf der anderen Seite christlich-abendländischen Tradition. Hinzu kommt, dass der Scheich an der Spitze des Staates ein absolutistischer Herrscher ist. Einer der Titel, die er trägt ist „Ruler“. Er ist also derjenige, der die Regeln macht – und zwar weitestgehend nach Gutdünken und gelegentlich auch rückwirkend. Die VAE sind keine Demokratie.

Jedes Emirat hat seinen eigenen Scheich bzw. Emir. Dadurch gibt es auch rechtliche Unterschiede zwischen den Emiraten. Hinzu kommt, dass Menschen aus unterschiedlichen Herkunftsländern unterschiedlich behandelt werden. Vor dem Gesetz sind nicht alle gleich. Diese Ungleichbehandlung geht leider oft zu Lasten von Frauen aus Ländern, die wirtschaftlich weniger entwickelt sind. Die folgenden Beobachtungen zu Frauenrechten in Dubai und Abu Dhabi gelten dementsprechend leider nur für Europäerinnen und Amerikanerinnen.

Frauenrechte im Alltag

Im Alltag gibt es für Expat-Frauen kaum Einschränkungen der Frauenrechte in Dubai und Abu Dhabi. Man muss keinen Schleier tragen. Frauen dürfen Auto fahren, sofern ihr Sponsor zustimmt. Und ihre Bewegungsfreiheit ist auch in keiner Weise eingeschränkt. Insofern wirken Dubai und Abu Dhabi wie westliche Städte – insbesondere in den Wohnvierteln, in denen man vorwiegend auf Expats trifft. Wobei Dubai etwas liberaler ist als Abu Dhabi. Manche Expats sagen sogar, dass Dubai das bessere London sei.

In Geschäften und Behörden werden Frauen sehr freundliche behandelt. Oft gibt es eigene Schalter und Schlangen für Frauen. Die Wartezeit dort ist in der Regel kürzer als für Männer.

Allerdings ist es nicht so, dass es gar keine Einschränkungen gibt – und zwar für Frauen und Männern. Jeder öffentliche Ausdruck von Zuneigung ist verboten. Küssen in der Öffentlichkeit ist also nicht gestattet.Theoretisch gilt das auch für Händchenhalten. Allerdings wird das aktuell gedultet.

Auch eine angemessene Kleidung wird erwartet. Schultern und Knie sollten bedeckt sein. Allerdings sieht man immer wieder Touristen, die sich nicht an diese Regel halten und mit äußerst knapper Badebekleidung nur das nötigste verdecken. So bekleidet würde ein vernünftiger Mensch aber auch nicht durch Berlin oder London laufen.

Sponsorensystem

Viele Freiheiten hängen in den VAE von der Zustimmung des Sponsors ab – das gilt sowohl für Frauen als auch für Männer. Egal ob Führerschein oder Alkohollizenz – ohne schriftliche Einverständniserklärung des Sponsors läuft nichts. Das  „Familienoberhaupt“ wird vom Arbeitgeber bzw. der Free Zone gesponsert. Das Familienoberhaupt wiederum sponsort dann weitere Familienmitglieder. Voraussetzung ist eine beglaubigte Eheurkunde bzw. Geburtsurkunden für die Kinder. Statistisch gesehen ist der Normalfall, dass der Mann zum Arbeiten in Dubai bei einem Unternehmen angestellt ist. Und dann Frau und Kinder auf sein Visum laufen. Es gibt aber auch eine signifikante Anzahl von Familien, in denen die Ehefrau  angestellt ist und den Ehemann und die Kinder dann selbst sponsort.

Die Einverständniserklärungen sind natürlich eine reine Formalität. Kaum ein Mitteleuropäer würde ernsthaft in Erwägung ziehen, seiner Frau das Autofahren zu verbieten. Aber die Tatsache, dass er es theoretisch könnte, reicht bei vielen Frauen schon aus, um am Ego zu nagen. Umgekehrt sind zahlreiche Männer bekannt, bei denen der Stachel nicht weniger tief sitzt. Insbesondere dann, wenn ihre Gattin als Sponsor vor dem Unterschreiben einer Erlaubnis kurz nachfragt, was der Herr denn dafür gewillt ist, zu tun.

Scheidung oder Todesfall

Die bisherigen Punkte betrafen Frauen und Männer gleichermaßen. Doch wenn es hart auf hart kommt, ist es um die Frauenrechte in Dubai respektive den gesamten VAE schlecht bestellt. Bei Scheidungen und Erbschaften hat ein Mann nach wie vor die besseren Karten. Beispielsweise fällt das Erbe eines verstorbenen Mannes an den nächsten volljährigen, männlichen Verwandten. Das kann ein älterer Bruder des Verstorbenen sein. Die Ehefrau wird dann zur Bittstellerin bei ihrem Schwager, den sie möglicherweise noch nie leiden konnte.

Frauenrechte in Dubai und Abu Dhabi – ganz OK

Alles in allem fühlen sich die meisten Expat-Frauen aus Europa in den VAE sehr wohl und nehmen im Alltag keine Einschränkung ihrer Rechte wahr. Leider kann man das nicht von allen Ländern im mittleren Osten sagen.

Wichtiger Hinweis: wir sind keine Rechtsanwälte. Der Inhalt diese Artikels beruht auf eigener Erfahrung.

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Geburt im Ausland

Geburt im Ausland

Das Alter, ab dem Mitarbeiter für Firmen als Expats am wertvollsten sind, liegt bei Mitte dreißig. Dann haben sie genug Erfahrung gesammelt, dass sie sich als Expats in Führungspositionen eignen. Zumindest dann, wenn sie bis dahin keine Kinder haben. Andere Paare heiraten erst kurz vor dem Umzug ins Ausland (siehe auch: 7 Dinge, die man vor der Ausreise erledigen muss). Die logische Konsequeny: es ist gar nicht so selten, dass Expats im Ausland Kinder bekommen. Auch bei einer Geburt im Ausland, bringt die Frau das Kind zur Welt. Trotzdem gibt es einige Aspekte, die man beachten muss.

Geburt im Ausland oder lieber im Heimatland?

Je nach Entwicklungsstand des Einsatzlandes und dessen Gesundheitssystem stellen sich Expats die Frage, ob sie für die Geburt ins Heimatland gehen sollen. Allerdings gibt es dabei einige Hürden. Zum einen muss geprüft werden, ob die Krankenversicherung eine Geburt außerhalb des aktuellen Wohnlandes abdeckt. Zum anderen nehmen Fluggesellschaften Schwangere maximal bis zur 36. Schwangerschaftswoche an Bord. Will der Vater bei der Geburt dabei sein, muss es möglich sein, dass er einige Wochen Urlaub hat oder aus Deutschland arbeitet. Da dies selten möglich ist, läuft es oft auf eine Geburt im Ausland hinaus. In der Regel ist das auch kein Problem. Schließlich gibt es – abgesehen vom Vatikan – kein Land, in dem keine Kinder zur Welt kommen.

Es gibt aber auch Fälle, in denen es dringend anzuraten ist, für die Geburt nach Deutschland zu gehen. Lebt eine unverheiratete Frau beispielsweise als Expat in einem streng muslimischen Land und erwartet ein Baby, ist Vorsicht geboten. Unehelicher Geschlechtsverkehr ist in vielen konservativ-muslimischen Ländern (wie Saudi Arabien oder die Vereinigten Arabischen Emirate) streng verboten und das Baby ist ein unwiderlegbarer Beweis, dass dieser stattgefunden haben muss.

Wie läuft die Geburt im Ausland?

Jede Geburt ist anders. Und die Gesundheitssysteme verschiedener Länder sind es auch. Insofern läuft sich diese Frage nicht pauschal beantworten. Es gibt allerdings Besonderheiten bei Geburten in Deutschland, die sich von den meisten anderen Ländern unterscheiden. So ist beispielsweise die Rolle der Hebamme hierzulande relativ einzigartig. An Geburten sind fast ausschließlich von Hebammen beteiligt. Ärzte kommen nur in Notfällen zum Einsatz. Das ist in vielen Ländern anders. Dort fungiert die Hebamme eher als Assistentin für den Frauenarzt.

Vor allen wenn die erste Geburt ansteht, ist es für manche schwangere Expat-Frau ein Problem, dass die eigene Mutter und die beste Freundin nicht vor Ort sind. Aus der Entfernung ist es wesentlich schwieriger, der Schwangeren mit der eigenen Erfahrung zur Seite zu stehen. Und wenn die Wehen einsetzen, kann man nicht kurz vorbeifahren und unterstützen. Abhilfe schafft ein Konzept, das in Deutschland praktisch nicht existiert: die Doula. Eine Doula ist eine erfahrene Frau, die Schwangere bei der Geburt unterstützt. Und zwar nicht technisch, medizinisch wie eine Hebamme oder Ärztin, sondern psychisch, moralisch wie eine Mutter oder Freundin.

Welche Staatsbürgerschaft hat das Expat-Baby?

Ein Kind, das mindestens einen Elternteil mit deutscher Staatsangehörigkeit hat, hat Anspruch auf die deutsche Staatsbürgerschaft. Das gilt unabhängig vom Geburtsort. Bei Elternpaaren mit unterschiedlichen Staatsbürgerschaften gilt das meistens sogar für beide Staatsangehörigkeiten. Ob das Kind zusätzlich die Staatsbürgerschaft seines Geburtslandes erhält, hängt von den Gesetzen dieses Landes ab. Bekanntermaßen, darf ein Kind, das in den USA geboren wurde, US-Amerikaner werden. Allerdings sollten sich Eltern auch über die Konsequenzen einer zweiten bzw. dritten Staatsbürgerschaft bewusst sein – beispielsweise im Bereich von Steuer- oder Wehrpflichten.

Welches Standesamt ist zuständig?

Für Auslandsdeutsche ist generell das Standesamt des letzten Wohnsitzes innerhalb von Deutschland zuständig. Damit ist die Zuständigkeit für die Eltern relativ einfach geregelt. Ein neugeborenes Expat-Kind, hatte allerdings nie einen Wohnsitz in Deutschland. Für alle Deutschen, die nie in Deutschland gelebt haben, ist das Standesamt 1 in Berlin zuständig. Natürlich muss der Kindsvater für die Formalitäten nicht nach Berlin reisen. Der Kontakt findet via Botschaft bzw. Konsulat statt.

Das Standesamt 1 ist übrigens chronisch unterbesetzt. Es kann also durchaus sein, dass man auf die deutsche Geburtsurkunde für das Kind 2 bis 3 Jahre warten muss.

Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten
Standesamt I in Berlin
Schönstedtstr. 5
13357 Berlin

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Expat Leben in Dubai | Wie es wirklich ist

Expat Leben in Dubai

Das größte Gebäude der Welt, 7-Sterne-Hotels und Straßen voller Sportwagen – Dubai ist eine Stadt voller Superlative und bei Touristen enorm beliebt. Ganzjährig Sonne, Palmen und Strände locken ebenso wie Luxusvillen und Steuerfreiheit. Das Leben und Arbeiten in Dubai muss schlicht traumhaft sein. Oder etwa nicht? Wie ist das Expat Leben in Dubai wirklich?

Leben in Dubai – wo andere Urlaub machen

Es gibt gute Gründe, warum Dubai vor allem im Winter ein beliebter Urlaubort ist. Die Temperaturen sind mit etwa 25 Grad Celsius angenehm warm. Bevor man ins Büro geht, kann man noch eine Stunde an den Strand gehen und im arabischen Golf schwimmen. Am Wochenende gehen viele Expats auf den Golfplatz oder fahren mit ihren SUVs eine Runde in die Wüste. Restaurants öffnen ihre Terrassen. Die Beach Walks sind prall gefüllt. Und in Strandclubs herrscht eine magische Atmosphäre. Es überrascht nicht, dass man im ersten Jahr ständig Besuch aus der Heimat hat. Doch schon bald kommen nur noch die wahren Freunde regelmäßig.

Ab März steigen die Temperaturen deutlich. Nicht viel später zeigt das Thermometer schon am frühen Morgen über 40 Grad. Und im Hochsommer sind 50 Grad keine Seltenheit. Selbst mit der richtigen Kleidung ist das nur schwer auszuhalten. Das Leben spielt sich nur noch in klimatisierten Räumen ab: Wohnung, Auto, Büro, Malls. Früh morgens laufen Jogger nicht mehr durch die Marina, sondern durch die Gänge der Malls. Wer kann verlässt das Land für einige Wochen  – insbesondere wenn im Ramadan Restaurants nur noch abends geöffnet sind, weil man tagsüber weder Essen noch Getränke in der Öffentlichkeit zu sich nehmen darf.

Expats bleiben weitgehend unter sich. Sie leben in typischen Expat Quartieren wie Marina, Arabian Ranches, Greens, Meadows oder Emirates Hills. In Dubai ist man ständig auf der Suche nach neuen Freunden. Denn die meisten Expats bleiben nur für eine begrenzte Zeit und immer wieder ziehen Freunde weg. Mit Einheimischen kommt man so gut wie nie in Kontakt. Dafür kann man Staus, Baukränen und Straßensperrungen kaum entgehen.

Arbeiten in Dubai

Dubai bietet ein spannendes, internationales Arbeitsumfeld. Die Stadt beherbergt Expats aus nahezu allen Ländern der Erde. Sowohl im eigenen Unternehmen als auch bei Geschäftspartnern erlebt man täglich eine vielfältigen Mischung aus Kulturen und Arbeitsweisen. Erfahrungen aus der Heimat müssen an die neue Realität angepasst werden. Das beginnt schon bei vermeintlich banalem, wie der Arbeitswoche, die Sonntags beginnt und Donnerstags endet. Weiter geht es bei Feiertagen, die meistens erst zwei Tage vorher angekündigt werden. Und selbstverständlich erweitert auch die Vielzahl von unterschiedlichen Herangehensweisen der Kollegen den eigenen Horizont.

Das Luxusleben, das man aus dem Urlaub kennt, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Arbeitsleben in Dubai einigermaßen hart ist. Man steht im Wettbewerb mit gut ausgebildeten Menschen aus aller Welt, von denen viele deutlich niedrigere Gehaltsvorstellungen haben. Expats in Dubai arbeiten nicht selten in regionalen Hauptquartieren. Ihr Territorium umfasst also oft den gesamten mittleren Osten – teilweise auch Afrika. Dadurch ist man viel auf Geschäftsreisen, sitzt viel im Flieger. Deshalb werden Noise-Cancellation-Kopfhörer und die eGate Card, die es bei der Einreise in die Golfstaaten ermöglicht, die langen Schlangen an der Passkontrolle zu umgehen, zu den wichtigsten Utensilien.

Eine weitere Besonderheit des Arbeitens in Dubai ist das System des Sponsors für Visas (siehe auch: Mit der Lizenz zum Trinken). Der Arbeitgeber bzw. die Free Zone, in der man arbeitet, ist der Visa-Sponsor des Arbeitnehmers. Verliert man den Job, so verliert man den Sponsor und damit das Visum. Und man wird quasi zum Touristen, der innerhalb von 30 Tagen ausreisen muss. Ausnahmen gibt es für Eigentümer von Immobilien in Dubai.

Gutes Einkommen, hohe Lebenshaltungskosten

Die harte Arbeit wird – trotz der Niedriglohn-Konkurrenz – gut bezahlt, solange die Leistung stimmt. Zum Gehalt kommen oft noch Pauschalen, die sich zu einem ordentlichen Gesamtpaket summieren (siehe auch: 16 Benefits, die Expat-Arbeitsverträge erhalten können). Das gilt insbesondere für die Netto-Betrachtung. Denn die meisten Expats arbeiten in Free Zones und zahlen dadurch keine Einkommenssteuern. Dem gegenüber stehen allerdings auch hohe, volatile Lebenshaltungskosten, die immer wieder Ausschläge nach ober verzeichnen. Das Leben in Dubai ist teuer.

Seit der Entscheidung, dass die Expo 2020 in Dubai stattfindet, steigen die Mieten rasant (Siehe auch: Was kostet eine Wohnung in Dubai). Wichtig zu verstehen ist. dass die Mieten traditionell im Voraus bezahlt werden müssen – und zwar für das ganze Jahr. In Ausnahmefällen kann man sich zwar auf 2 Schecks einigen. Allerdings erhöht sich dadurch auch die Miete. Die Nebenkosten sind nicht zu unterschätzen, vor allem, wenn man in einer Villa lebt. Dort schlägt vor allem die Klimaanlage und ggf. die Wasserrechnung für den Außenpool zu Buche. Verhältnismäßig günstig sind dagegen Dienstleister wie Maid, Gärtner und Pool Boy. Siehe auch: Wohnungssuche mit Relocation Service.

Selbst wenn man sich vornimmt, die Lebenshaltungskosten niedrig zu halten und einen ordentlichen Teil des Einkommens zu sparen, macht es einem Dubai nicht gerade leicht. Man kann sich ja bewusst gegen gewissen Luxus entscheiden. Aber wenn alle Freunde und Bekannten in Dubai jedes Wochenende auf einem anderen Friday Brunch sind, dann ist es schwer sich dessen zu entziehen. (Siehe auch: Jumeirah Jane – die Expat-Woche in Dubai).

Lebensmittel

Da in der Wüste wenig wächst, müssen praktisch alle Lebensmittel importiert werden und verteuern das Leben in Dubai. Das Angebot von Carrefour, Waitrose und Spinneys ist so vielfältig, wie die Expat Community selbst. Beispielsweise gibt es Leberkäse selbst in Europa nur in Österreich und einem Teil Deutschlands. In Dubai ist er problemlos erhältlich. Etwas günstiger sind der indische Hypermarkt Lulu und Union Coop, in dem hauptsächlich Locals einkaufen. Nahezu überall gibt es auch interessante lokale Produkte wie Datteln und Kamelmilchschokolade.

Richtig teuer wird es, wenn man Bio-Produkte kauft. Sowohl der Organic Market als auch der Ripe Market rufen Spitzenpreise auf. Ganz oben in der Liste der teuren Produkte steht Alkohol. Eine Kiste Bier kostet schon mal 40 Euro, eine brauchbare Flasche Wein kostet 12 Euro, eine gute gibt es ab 25 Euro (siehe auch: Mit der Lizenz zum Trinken). Ähnliches gilt auf Grund von geringer Konkurrenz für Geschäfte wie Baumärkte und Kinderausstattung. Dort hört man auch immer wieder, dass das Produkt, das man gerade kaufen möchte leider gerade ausverkauft ist und erst mit der nächsten Lieferung wieder kommt. Wann das der Fall ist? Nächsten Monat – vielleicht.

Es gibt allerdings ein Lebensmittel, das man vergeblich sucht: richtig gutes Schwarzbrot. So mancher deutsche Expat macht sich deshalb die Mühe und backt sein Brot selbst.

Keine Steuern, aber Gebühren

Die Steuerfreiheit macht das Arbeiten in Dubai attraktiv. Doch auch wenn es keine Einkommensteuer gibt, muss der Staatshaushalt trotzdem finanziert werden. Im Gegensatz zu Abu Dhabi gibt es im Emirat Dubai auch kaum mehr Öl. Dafür gibt es jede Menge Gebühren, die das Leben in Dubai teuer machen können. Beispielsweise wird auf den Hauptverkehrsadern die Maut „Salik“ erhoben. Jede Durchfahrt durch eine Zollbrücke kostet etwa 1 Euro, Je nachdem wie viel man unterwegs ist, kommt so einiges zusammen. Gelegentlich kommt es vor, dass einfach eine zusätzliches Toll Gate aufgestellt wird, wenn die Regierung mehr Geld braucht.

Kosten entstehen auch, wenn das Auto steht. Fast überall werden per App oder Parkautomat Gebühren erhoben. Die Ausnahmen sind zuhause und in Malls. Allerdings kann es durchaus sein, dass auf dem Parkplatz vor dem Büro Parkgebühren verlangt werden. Dazu kommt, dass die Parkdauer oft auf 4 Stunden beschränkt ist und Parkwächter wissen, wann die bei den meisten Angestellten zu Arbeiten beginnen. Eine Kontrollrunde um 13 Uhr bringt dem Staat so ein ganz erträgliches Sümmchen an Einnahmen. Siehe auch: „Kostenfallen & Risiken für Expats„.

Sicherheit

Dubai ist eine enorm sichere Stadt. Gleiches gilt für Abu Dhabi und andere Städte in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE). Das liegt zum einen an einer Totalüberwachung des öffentlichen Lebens, zum anderen an drakonischen Strafen. Fast jeder Winkel Dubais ist kameraüberwacht. Dadurch ist es kaum möglich, dass ein Delikt unbemerkt geschieht. Gepaart mit der Tatsache, dass nach wie vor die Sharia gilt, ergibt sich eine Kriminalitätsrate, die praktisch bei null liegt. Wer riskiert schon einen Taschendiebstahl, wenn nahezu sicher ist, dass man ihn erwischt und dann vom Scharfrichter die Hand abgehackt werden kann. Allerdings verursachen die Lage von Dubai, das Rechtssystem und die wirtschaftliche Volatilität gewisse Risiken. Siehe auch: „Notfallkoffer für Krisensituationen„. Mancher Expat fühlt sich auch ständig überwacht und achtet deshalb darauf, dass Reisepass, Kreditkarten und Dokumente immer RFID-geschützt sind, damit nichts heimlich ausgelesen wird.

Gesundheit & medizinische Versorgung

Seit einigen Jahren betrachtet Dubai Medical Tourism als lukrativen Wirtschaftszweig. Nicht zuletzt deshalb gibt es wohl kaum eine Stadt im mittleren Osten mit einer besseren Gesundheitsversorgung. Im nördlichen Teil der Stadt befindet sich zwischen Sheikh Zayed Road und dem Creek ein ganzer Stadtteil voller Krankenhäuser und Kliniken: die Dubai Healthcare City. Hier ist man auf nahezu jede medizinische Leistung – von der Schönheits-OP bis zur Transplantation – vorbereitet und ausgestattet. Für Geburten haben wir im American Hospital sehr gute Erfahrungen gemacht.

In Jumeirah reiht sich eine Klinik an die nächste. Hausärztliche Praxen, Zahnärzte, Frauenärzte, Kinderärzt finden sich hier genauso wie Polikliniken und Ärzte mit spezifischen Fachgebieten. Und natürlich gibt es auch hier ein großes Angebot rund um die Schönheit.

Es gibt zahlreiche deutsche bzw. deutschsprachige Ärzte in Dubai. Unserer Meinung nach empfehlenswert (und Stand November 2018 auch noch in Dubai aktiv) sind insbesondere folgende Ärzte:

  • Zahnärztin Dr. Ulrike Spitz
  • Kinderarzt Dr. Jens Kempf
  • Gynäkologin Dr. Mukaddes Oksuz

Übrigens gibt es im Saudi German Hospital kaum deutschsprachige oder in Deutschland ausgebildete Ärzte.

Frauenrechte

Viele angehende Expats fragen, wie sich das Leben in Dubai für Frauen gestaltet. Darauf gibt es zwei Antworten. Die erste ist, dass Expat Frauen oft die Erfahrung machen, dass sie bevorzugt behandelt werden. Bei Behörden gibt es eine separate Schlange für Frauen, die meistens kürzer ist. Türen werden für Frauen aufgehalten. Es kann auch vorkommen, dass ein Angestellter eines Geschäfts einer Kundin die Einkaufstaschen bis ins Auto trägt.

Autofahren dürfen Frauen selbstverständlich – Führerschein vorausgesetzt. Allerdings gibt es eine kleine Formalität. Der Visa-Sponsor – also meistens der Ehemann – muss schriftlich einwilligen, dass die Frau Auto fahren darf. Gleiches gilt allerdings auch für Männer, wobei hier oft der Arbeitgeber der Sponsor ist. Trotzdem kann das am Ego kratzen. Zumal im Visum steht: „Housewife – not allowed to work“ (siehe auch: Startphase als Expat = erster Schritt zur Scheidung?).

Die zweite Antwort: Frauenrechte in Dubai und Abu Dhabi hängen von der Nationalität ab. Während es für Europäerinnen so gut wie keine Einschränkung ihrer Rechte gibt, sieht das für Frauen aus Asien oft anders aus. Beispielsweise sind viele Maids von den Philippinen ihren Arbeitgeber auf Gedeih und Verderben ausgeliefert.

Brot und Spiele

Die Expat Community langweilt sich von Event zu Event und dürstet nach Entertainment. Timeout Dubai gibt den Takt vor. Jedes neu eröffnete Restaurant wird gehypet und man muss es dringend gesehen haben. Das neue Hotel auf der Palme muss man unbedingt gesehen haben. Das Pferderennen in Maydan und der Formel 1 Zirkus in Abu Dhabi sind mehr oder weniger Pflichtveranstaltungen. Man fährt regelmäßig an die Grenzen des Emirats, weil es im Last Exit neuerdings Street Food gibt – und das ist ja sowas von cool. Selbst aufs Global Village – einer Mischung aus Expo und Frankfurter Dippe Mess – muss man jedes Jahr mindestens einmal. Wenn man keine Karte für die drei großen Veranstaltungen der deutschen Außenhandelskammer (Spargel-Essen, Oktoberfest und Gänse-Essen) ergattert, geht die Welt unter.

Nach einigen Monaten führt das Expat Leben in Dubai unweigerlich zum Dubai Stone: wenig Bewegung gepaart mit viel Essen ergibt einige Kilo zusätzliches Körpergewicht. Regelmäßg fährt mit dem Auto, das man sich zuhause nie leisten könnte, zum Friday Brunch. Ist der Wagen beim Valet Parking abgegeben, fräst man sich durch ein irrsinniges Buffet und spült alles mit Lemon Mint oder all you can drink Champagner runter (siehe auch: Jumeirah Jane – eine Woche in Dubai). Zur Bezahlung nutzt man selbstverständlich den 2-für-1 Gutschein aus dem Entertainer Buch. Nach einiger Zeit wird man dessen überdrüssig und geht lieber zum Fish Man in Jumeirah oder Saarangaa Bhojan Shala. Und ja, ab und zu ein Schnitzel im Keller (im 2. Stock des Jumeirah Beach Hotel) muss auch sein.

Big Brother is watching

Das Bunte Abo hat man längst abbestellt. Schließlich war man froh, wenn ungefähr jede dritte Ausgabe wirklich in der Post landete. Die Auswahl deutscher Zeitschriften in Supermärkten ist gelinde gesagt übersichtlich. Meistens sind die Hefte auch bereits zwei Wochen alt, wenn sie in den Handel kommen. Das liegt nicht etwa an den langen Transportwegen, sondern an der Zensur. Jedes Bisschen abgebildete Haut – egal ob auf dem Cover oder im Heft – wird händisch per Edding geschwärzt. Auch das Internet wir streng zensiert. Skype wurde bereits mehrfach verboten und abgeschaltet – wohl um höhere Einnahmen für die Telekommunikationsunternehmen Etisalat und du zu erreichen. Zwar kann man diese Zensur teilweise umgehen (siehe auch: Checkliste: 7 Dinge, die man vor der Ausreise erledigen muss), doch es bleibt immer ein Gefühl der Überwachung.

Fazit: Leben in Dubai verändert dich

Insgesamt ist das Leben und Arbeiten in Dubai eine großartige Erfahrung mit vielen Annehmlichkeiten. Die Erfahrung führt unweigerlich zur Veränderung der eigenen Perönlichkeit. Bei vielen Expats beinhaltet diese Veränderung eine Erweiterung des Horizonts. Allerdings gibt es auch immer wieder Einzelfälle, deren Charakter sich durch das Leben in Dubai zum Schlechteren verändert.

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Krisensituationen

Expat Krisensituation

Auch wenn es paranoid klingen mag, viele Expats halten Zuhause einen Notfallkoffer als Sicherheitsmaßnahme für Krisensituationen bereit. Innerhalb von Europa ist die Notwendigkeit dafür sicherlich gering. Doch auch hier haben die Finanzkrise (insbesondere in Griechenland und Island) oder die Spannungen rund um die Unabhängigkeitsbewegung in Katalonien gezeigt, dass die Stabilität trügerisch sein kann.

In anderen Weltregionen beispielsweise dem Mittlerer Osten oder asiatischen Ländern in Reichweite von Nordkorea leuchtet es allerdings ein, wenn man für Krisensituationen vorsorgt, in denen man schnellstmöglich „raus“ muss. Schlimmstenfalls kommt es auf jede Minute an, schließlich gibt es nur eine bestimmte Anzahl an Flügen.

Krisensituationen, in denen man schnell raus muss

Sicherlich kann man nicht alle Krisensituationen vorhersehen. Je nach Land sollte man aber folgende Risiken nicht außer Acht lassen.

Militärische Eskalationen

Die wenigsten Expats würden von sich aus in ein Kriegsgebiet ziehen. Allerdings kann es auch an vermeintlich friedlichen Punkten der Erde zu kriegsähnlichen Situationen kommen. Bei Dubai denkt man zunächst an Luxus, Strand und Wirtschaftsboom. Leicht vergisst man, wie weltpolitisch exponiert Dubai bzw die Vereinigten Arabischen Emirate liegen. Im Nachbarland Jemen tobt ein Stellvertreterkrieg zwischen Saudi Arabien und dem Iran. Als Dubai Expat befindet man sich genau zwischen diesen beiden Regionalmächten. Man verfolgt die Nachrichten also immer mit einer gewissen Sorge. Auch der ferne Osten ist in den vergangenen Jahren nicht gerade sicherer geworden. Im Ernstfall will man einfach schnell weg, und wenn es nur vorübergehend ist.

Politische Umbrüche

Auch Veränderungen an der Spitze des Staates können Krisen vervorrufen. In den 70er Jahren war Teheran bei Expats enorm beliebt. Nach dem Umsturz 1979 war man froh um jede Stunde, die man früher aus dem Iran herauskam. Dabei muss es gar nicht mal ein Putch sein, der Anlass zur überstürzten Abreise gibt. Stirbt das Staatsoberhaupt eines absotutistischen Staates ist das Risiko nicht zu unterstätzen. Schwer einzuschätzen, wer plötzlich Anspruch auf die Nachfolge erhebt und was der neue Herrscher in seinen ersten Amtshandlungen verfügt. Wer auf Nummer sicher geht, schaut sich das lieber aus der Entfernung an und verlässt das Land innerhalb der ersten Stunden nach Bekanntwerden der Todesmeldung – zumindest für einige Tage.

Wirtschaftliche Krisen

Wo es boomt, sind Krisen nicht weit. Wirtschaftlicher Abschwung kann für Expats tragisch sein. Insbesondere dann, wenn der eigene Arbeitgeber in wirtschaftliche Schwierigkeiten gerät. Kommt dann noch eine Rechtsprechung dazu, die geplatzte Schecks hart bestraft, wird es geradezu gefährlich. Dann ist es angebracht, das Land schnellstmöglich zu verlassen.

Naturkatastrophen

Die Nachrichtensendungen der vergangenen Jahre waren voll von Naturkatastrophen, die Menschen zur Flucht getrieben haben. Tsunami, Hurikan, Erdbeben, Vulkanausbrüche, Überschwemmungen – viele davon in Regionen, in denen viele Expats leben. Auch wenn es teilweise Vorwarnungen gab, blieb in den wenigsten Fällen viel Zeit, das Nötigste zusammenzupacken.

Epidemien

Vor einigen Jahren wurde wurde es innerhalb kurzer Zeit relativ schwierig Asien zu verlassen.Ganze Regionen wurden unter Quarantäne gestellt. Der Grund hatte vier Buchstaben: SARS. Wer die Chance hatte, überlegte nicht lange und verließ die Region, solange es noch die Möglichkeit gab.

Alles Wichtige griffbereit

Erste und wichtigste Sicherheitsmaßnahme ist es, sich in die Elektronische Erfassung von Deutschen im Ausland einzutragen (siehe auch: Wichtige Links für Expats).

Um im Krisenfall schnell das Land verlassen zu können, ohne noch lange Papiere und andere wichtige Dinge suchen zu müssen, lagert man folgende Gegenstände griffbereit und möglichst zusammen:

  • Reisepässe aller Familienmitglieder.
  • Bargeld in verschiedenen Währungen (lokale Währung, Dollar, ggf. Euro) teilweise in kleinen Scheinen. Das Geld sollte mindestens reichen, um für die ganze Familie ein überteuertes Flugticket bar zu bezahlen. Je nach Land sind das leicht 10000 Dollar und mehr.
  • Wichtige Dokumente (zum Beispiel Geburtsurkunden, Patente, Arbeitsverträge).
  • Ausdruck mit wichtigen Adressen und Telefonnummern, insbesondere der deutschen Botschaften bzw. Konsulate im Umkreis (siehe auch: wichtige Links für Expats).
  • Medizin, auf die man angewiesen ist.
  • Wertgegenstände, die man nicht zurücklassen möchte (z.B. Diamantschmuck).

Wegen des Wertes dieser Gegenstände, empfiehlt sich ein Tresor. Ein passender Koffer oder Rucksack, der sich als Handgepäck eignet, sollte ebenfalls griffbereit sein. (Siehe auch: 9 Gadgets, die man als Expat braucht.)