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Wie finde ich einen Job im Ausland?

Job im Ausland

Einer der ersten Schritte ins Expat-Leben ist es, einen Job im Ausland zu finden. Dabei ist die Jobsuche im Ausland nicht gerade einfacher als zuhause. Für Unternehmen ist es immer ein gewisses Risiko einen Arbeitnehmer einzustellen, der  Markt und Kultur im Land der Arbeitsstelle nicht kennt. Hinzu kommen die Kosten für einen Auslandsumzug und ein hoher Verwaltungsaufwand für Arbeitsgenehmigungen und Visa. Im Gegenzug sind Fachkräfte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in vielen Ländern sehr begehrt. Mit der richtigen Vorgehensweise kann man also durchaus einen Job im Ausland finden.

Fokussieren

Wie bei jeder Suche, muss man sich zunächst im Klaren sein, was man finden will. Welche Rollen und welche Hierarchiestufen kommen in Frage? In welches Land bzw. welche Länder soll es gehen? Schränkt man sich dabei zu stark ein, gibt es keine oder nur sehr wenige Stellen, die in das Raster passen. Ist man zu offen für alles, gibt es zwar viele Stellen, allerdings ist es dann schwierig, für alle Stellen eine passgenaue Bewerbung zu schreiben. Außerdem wird man gewissermaßen zum Spielball der Wellen, wenn man zu opportunistisch ist.

Suchen

Nächster Schritt zum Job im Ausland ist es dann, konkrete Jobangebote zu finden. Initiativbewerbungen funktionieren eher selten. Schließlich sind die Hürden und Kosten für die Anstellung eines Expats ungleich höher als bei einem lokalen Bewerber. Und selbst zuhause reagieren Unternehmen kaum mehr auf Initiativbewerbungen. Deshalb sollte man folgende Möglichkeiten zum Aufspüren von passenden Stellen im Ausland nutzen.

Interne Stellenausschreibungen im eigenen Unternehmen

Am leichtesten ist der Umzug ins Ausland innerhalb des eigenen Unternehmens. Sei es durch eine Entsendung, sei es mit einem neuen Vertrag im Zielland – man hat den Vorteil, dass man die Firma bereits kennt. Im Idealfall wird man selbst auch unternehmensweit geschätzt. Dann ist die Liste der internen Stellenausschreibungen eine gute Informationsquelle. Meistens findet sich diese in Form einer Website im Intranet. Oder man fragt regelmäßig in der Personalabteilung nach. Das hat den Vorteil, dass die Kollegen dort über die eigenen Pläne Bescheid wissen und ggf. proaktiv auf passende Stellen hinweisen können. Ohnehin werden viele Stellen nur pro forma ausgeschrieben.

Über Freunde und Kollegen

Deshalb ist das eigene Netzwerk oft der erfolgsversprechenere Weg. So kann man von offenen Jobs im Ausland erfahren, bevor sie ausgeschrieben sind. Zudem können die Kollegen auch Empfehlungen aussprechen. Mit etwas Glück hat man den Job fast schon sicher, wenn er ausgeschrieben wird. Das gilt unabhängig von der Frage, ob es um eine Stelle im eigenen oder einem anderen Unternehmen geht.

Externe Karriere-Websites von Unternehmen

Wenn man sich auf ein (oder wenige) Unternehmen festgelegt hat, lohnt es sich, deren Karriere-Websites regelmäßig zu besuchen. In der Regel befinden sich dort externe Stellenausschreibungen. Und meistens findet man auch gleich ein Online-Formular über das man sich bewerben kann. Offensichtlich ist dieser relativ anonyme Weg weniger aussichtsreich als der Weg über das eigene Netzwerk. Man muss also mit Absagen rechnen und sollte sich davon nicht entmutigen lassen.

Internationale Stellenbörsen

Führungspositionen im mittleren Management werden häufig auf internationalen Stellenbörsen im Internet ausgeschrieben. Zu den meistgenutzten gehören monster.com, stepstone.com und experteer.com. Dazu kommt eine Vielzahl von branchenspezifischen Jobportalen. Der Vorteil für den Bewerber ist, dass für die Ausschreibungen hier Kosten für die Unternehmen entstehen. Diese Investitionen sparen sich Firmen, wenn es sich nur um eine pro forma Ausschreibung handelt. Allerdings muss man zumindest bei einigen dieser Plattformen aus als Bewerber für die vielversprechendsten Serviceleistungen zahlen.

Lokale Job-Börsen

Neben den internationalen Jobportalen haben viele Länder auch lokale Anbieter. Dazu gehören zum Beispiel bayt.com in den Vereinigten Arabischen Emiraten oder jobcentral.com.sg in Singapur.

LinkedIn

Auch wenn Xing.com bemüht ist, sich einen internationalen Anstrich zu geben, ist die Plattform außerhalb des deutschsprachigen Raums kaum bekannt. International gesehen ist LinkedIn.com das erfolgreichste Karriereportal. Um sich über LinkedIn erfolgreich einen Job zu ergattern, ist ein gut gepflegtes Profil eine absolute Voraussetzung. Denn nahezu alle Recruiter nutzen LinkedIn als Informationsquelle über Bewerber.

Bewerben

Hat meinen Job im Ausland gefunden, für den man sich interessiert, muss man sich „nur noch“ erfolgreich bewerben. Dabei gibt es oft zahlreiche Unterschiede zur Vorgehensweise im Heimatmarkt.

Beispielsweise haben Lebensläufe oft einen anderen Aufbau – rückwärts chronologisch. Deutliche Unterschiede gibt es auch bei der Einbindung von Fotos. Während in manchen Ländern ein Profilbild erwartet wird, ist ein Bild in anderen Ländern – beispielsweise den USA – nicht erwünscht. Denn ein Bild könnte zu Vorurteilen und Diskriminierung führen. Gleiches gilt für die Gestaltung von Lebenslauf und Anschreiben. In manchen Ländern kann man mit einer ansprechenden Gestaltung punkten. Andere Länder und manche Firmen annonymisieren Lebensläufe und konvertieren sie in ein Standardformat bevor sie an den Hiring Manager gehen.

Das in Deutschland übliche System von Arbeitszeugnissen ist vor allem im angelsächsischen Raum nicht bekannt. Viele der heimlichen Codes und verklausulierten Informationen würden bei der Übersetzung ohnehin verloren gehen. Stattdessen erwartet man dort Referenzen, die von einem Recruiter angerufen werden können. Das können (ehemalige) Professoren, Kollegen, Mitarbeiter oder Führungskräfte sein.

Vor der Bewerbung sollte man sein LinkedIn auf Vordermann bringen. Ein wichtiges und viel zu selten genutztes Feature ist die Möglichkeit, fremdsprachige Unterprofile einzurichten. Statt deutsch und englisch zu mischen, sollte man für jede Sprache ein Unterprofil einzurichten. Selbstverständlich schadet es nicht, ein gut gepflegtes Profil in der Landessprache des Ziellandes zu haben – sofern man die Sprache gut genug beherrscht.

Man sollte sich auf eine ganze Reihe von Bewerbungsgesprächen einstellen. Aus Kostengründen werden die ersten Runden sicherlich über Skype oder eine ähnliche Software abgewickelt. Man sollte damit rechnen, dass dabei die Kamera eingeschaltet wird. Deshalb sollte man nicht nur auf ein ansprechendes Äußeres, sondern auch auf einen positiv wirkenden Bildhintergrund achten. Für die finalen Interviews kann es auch sein, dass man anreisen muss. Diese Reise kann man eventuell gleich als Look & See Trip nutzen.

Alternative: Selbständigkeit

Eine Selbständigkeit kann eine Alternative zur Anstellung im Ausland sein. Allerdings ist eine Firmengründung wohl der schwierigste und ristkanteste Weg, einen Job im Ausland auszuüben – insbesondere dann, wenn man keine Erfahrung als Unternehmer hat.

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Checkliste: 7 Dinge, die man vor der Ausreise erledigen muss

Checkliste Ausreise ins Ausland

Es gibt eine Reihe von Dingen, die man unbedingt vor der Ausreise ins Ausland erledigen sollte. Entweder weil sie nach dem Umzug gar nicht mehr beziehungsweise nur mit größerem Aufwand möglich sind. Oder weil man nach der Ankunft am neuen Arbeitsplatz kaum mehr Zeit dafür hat. Oder weil man so Geld sparen kann. Diese Checkliste zur Ausreise fasst die wichtigsten Punkte zusammen.

1 – Neuer Reisepass / zweiter Reisepass

Viele Expats sind häufig auf Reisen in verschiedene Märkte. Deshalb empfiehlt es sich, rechtzeitig vor der Ausreise einen neuen Pass zu beantragen. Das gilt vor allem dann, wenn der alte Pass

  • bald abläuft.
  • fast schon vollgestempelt ist und nicht mehr viel Platz für neue Visa und Einreisestempel bietet.
  • Einreisestempel oder Visa von Ländern enthält, deren Beziehungen mit dem Land, in das man umzieht, eher angespannt sind.
  • nicht mehr im besten Zustand ist.

Bei der Gelegenheit kann man gleich einen zweiten Reisepass beantragen, falls es der neue Job erfordert.

Die Bearbeitung des Passes dauert ca. 5 Wochen. Per Expressgebühr kann diese Frist auf 6 Arbeitstage reduziert werden.

2 – Passbilder

Für den neuen Reisepass benötigt man ein biometrisches Passbild. Auch wenn man noch irgendwo eines herumliegen hat, ist es zu empfehlen, vor der Ausreise neue Passbilder machen zu lassen. Es ist oft erstaunlich, wieviel Passbilder für Einreiseformalitäten, Visa, Ausweisdokumente, Führerschein, und ähnliches benötigt. Das gilt übrigens für die ganze Familie. Teilweise muss man schon bei der Einreise am Flughafen welche bereit haben. Klar steht dort vermutlich ein Fotoautomat. Aber vor dem gibt es mit einiger Wahrscheinlichkeit eine einigermaßen lange Schlange. Und schön werden die Bilder auch nicht. Dann doch lieber vorher noch kurz Fotografen und gleich mindestens 12 Abzüge machen lassen.

3 – Internationaler Führerschein

Die Regelungen, ob und wie lange ausländische Führerscheine gelten, unterscheiden sich von Land zu Land. Fast überall darf man für einige Wochen – etwa die Dauer eines Touristenaufenthalts – einen Mietwagen fahren. Will man auch danach noch fahren oder ein Auto anmelden, braucht man in der Regel einen Führerschein, der im Gastland ausgestellt wurde. Je nach Land muss man dafür eine Fahrprüfung ablegen, auch wenn man bereits einen Führerschein hat. Wenn man Pech hat, muss man sogar in die Fahrschule. In manchen Ländern, kann man sich die Fahrschule sparen und direkt zur Prüfung antreten, wenn man einem internationalen Führerschein hat. Mancherorts bekommt man auf Basis eines internationalen Führerscheins sogar direkt eine einen lokalen Führerschein ausgestellt. Das setzt natürlich voraus, dass man vor der Ausreise daran gedacht hat, sich einen internationalen Führerschein ausstellen zu lassen.

4 – Internet Proxy

Wenn man im Ausland Mediatheken oder Live Streams deutscher Fernsehsender nutzen möchte, bekommt man oft eine Fehlermeldung. Der Stream außerhalb von Deutschland nicht verfügbar ist. Abhilfe schafft da in einigen Fällen ein Internet Proxy. Mit dessen Hilfe kann man auch im Ausland mit einer deutschen IP Adresse im Internet surfen. Dann laufen Sportschau, Voice of Germany oder der Tatort meistens problemlos. Je nach Proxy kann man sich auch mit den IP Adressen anderer Länder im Netz bewegen und deren Mediatheken nutzen. Netflix hat zwar vor einiger Zeit den Zugang per Proxy gesperrt. Bei anderen Streaming Platformen gibt es allerdings keine Einschränkungen. Proxys können auch helfen, die Internetzensur mancher Länder zu umgehen. Allerdings nur, wenn man den Proxy schon vorher eingerichtet hat. Denn die Webseiten der Proxy Anbieter sind natürlich auch gesperrt. An dieser Stelle sei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass das Umgehen von Internetzensur per Proxy unter Strafe steht und deshalb nicht empfohlen werden kann.

5 – Arbeitslos melden

Um Anspruch auf Arbeitslosengeld zu haben, muss man vorher für einen gewissen Zeitraum in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben. Das kann  für Ehepartner von Auslandstätigen zum Problem werden. Es ist unwahrscheinlich, dass beide Partner ab dem ersten Tag nach der Rückkehr einen Job haben. Da der arbeitslose Partner aber für die Dauer des Auslandsaufenthalts nichts eingezahlt hat, besteht kein Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung. Das ändert sich, wenn man zum Zeitpunkt der Ausreise arbeitslos gemeldet ist – ein Tag reicht schon. Dann meldet man dem Arbeitsamt, dass man ins Ausland zieht. Die Zahlung des Arbeitslosengelds wird unterbrochen und der Anspruch bleibt für bis zu 4 Jahren bestehen. Für Details sollte man sich Arbeitsamt bezahlen lassen.

6 – Abmeldung beim Bürgerbüro

Abmelden sollte man sich auch beim Bürgerbüro. Dadurch erfahren verschiedene Behörden, dass man fortan im Ausland lebt. Das beinhaltet auch das Finanzamt. Man wird zum Steuerausländer. Schöner Nebeneffekt: lebt man nach dem Umzug außerhalb der EU, kann man dann sich die Mehrwertsteuer für Waren zurückerstatten lassen, die man auf Heimaturlauben kauft und aus der EU ausführt.

7 – Heiraten

Kein Scherz. Wenn man gemeinsam mit einem Lebenspartner ins Ausland zieht, ist es je nach Zielland teilweise absolut notwendig, vorher zu heiraten. Während Ehepartner meistens problemlos ein Visum bekommen, sehen die Behörden vieler Länder in einer nicht-ehelichen Partnerschaft keine Grundlage für ein Visum. In vielen muslimischen Ländern kann man als nicht verheiratetes Paar keine gemeinsam eine Wohnung zu mieten. Streng genommen dürfen sich eine Mann und eine Frau teilweise nicht einmal im gleichen Raum aufhalten, wenn sie nicht verheiratet sind. Im Fall von schweren Krankheiten oder Unfällen sind Auskunfts- und Besuchsrechte sowie Entscheidungsbefugnisse für unverheiratete Partner oft schwer zu bekommen.

Hat man als unverheiratetes Paar gemeinsame Kinder, dann sollte man sich zumindest eingehend informieren, welches Sorgerecht das Zielland für diesen Fall vorsieht. Ganz problematisch kann es sein, wenn ein gemeinsames Kind gerade erst auf dem Weg ist und im Ausland auf die Welt kommen soll. Auch hier sind wieder einige muslimische Länder zu nennen. In einigen Fällen wird die Geburt eines unehelichen Kindes sogar mit Gefängnis bestraft. Es mag zwar nicht sonderlich romantisch klingen, aber eine Hochzeit vor der Ausreise, kann viele Dinge im Ausland vereinfachen. Da die Eheurkunde teilweise von der Botschaft oder Konsulaten des Landes, in das man umzieht, beglaubigt werden müssen, sollte man nicht bis auf den letzten Drücker warten.

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Entsendung oder lokale Anstellung im Ausland?

Entsendung oder lokaler Vertrag

Grundsätzlich gibt es 2 Varianten, wie man im Ausland angestellt sein kann. Entweder man unterzeichnet einen Vertrag mit einem Arbeitgeber im Ausland. Oder man wird von einem deutschen Arbeitgeber ins Ausland entsandt. Die Frage, ob man per Entsendung oder lokaler Anstellung im Ausland arbeitet, hat gravierenden Einfluss auf Leistungen des Arbeitgebers, Sozialversicherungen und Steuern.

Entsendung

Entsendungen sind insbesondere von deutschen Konzern-Hauptquartieren in deren Tochtergesellschaften im Ausland üblich. Bei einer Entsendung bleibt der Vertrag mit dem deutschen Arbeitgeber bestehen. Je nach Arbeitgeber erhält man einen Entsendungsvertrag und der deutsche Vertrag ruht oder der Vertrag bleibt in Kraft und wird ergänzt. Die Betriebsstätte wird ins Ausland verlegt, das Gehalt angepasst und mögliche Gehaltszusatzleistungen festgelegt. Diese können zum Beispiel folgende Punkte enthalten:

  • Zusätzliche Vergütung.
  • Ausgleichszahlungen vor dem Hintergrund unterschiedlicher Steuersysteme.
  • Heimflüge für den Arbeitnehmer und dessen Familie.
  • Übernahme von Mietkosten durch die Firma oder alternativ Zahlung einer Wohnungspauschale.
  • Regelungen zu einem Firmenfahrzeug im Ausland, je nach Land ggf. auch inklusive Fahrer.
  • Fortführung von Sozialversicherungen und Einzahlungen ins deutsche Rentensystem auf Firmenkosten.
  • Internationale Krankenversicherung während der Zeit im Ausland.
  • Weiterbildungsbudget für Ehepartner.

Da der eigentliche Vertrag fortbesteht ändert sich nichts an Aspekten wie:

  • Firmenzugehörigkeit.
  • Urlaubstagen (obwohl das in der Zusatzvereinbarung auch anders geregelt werden kann.)
  • Kündigungsfristen.

Meistens ist die Entsendung auf einen festen Zeitraum wie 3 Jahre begrenzt. Manchmal gibt es die Option auf eine Verlängerung. Danach kehrt man an seine ursprüngliche Betriebsstätte zurück und läuft der Vertrag ganz normal weiter. Doch Vorsicht: dann ist eventuell keine passende Stelle frei (siehe auch; Karriere-Turbo oder Karriere-Killer?)

Lokale Anstellung im Ausland

Im Gegensatz zur Entsendung kündigt man bei einer lokalen Anstellung seinen deutschen Vertrag und unterschreibt einen neuen im Ausland. Dabei kann man durchaus im gleichen Konzern bleiben. Zum Beispiel dann, wenn man von der deutschen Tochtergesellschaft eines ausländischen Konzerns in eine andere Landesniederlassung oder die Konzernzentrale wechselt. Eine Entsendung von einem Satelliten zum anderen ist meistens schlicht nicht vorgesehen.

Vertragsinhalte richten sich beim lokalen Vertrag danach, was im Zielland üblich ist. Insbesondere beim Jahresurlaub gibt es hier große Unterschiede. Mit durchschnittlich 28 Urlaubstagen pro Jahr sind wir in Deutschland ja verhältnismäßig gut ausgestattet. In anderen Ländern sind weniger als 20 Tage keine Seltenheit. Gehaltszusatzleistungen, wie oben beschrieben, sind eher eine Seltenheit. Es sei denn, dass sie marktüblich sind. Beispielsweise steht in den Vereinigten Arabischen Emiraten jedem Expat ein Heimflug pro Jahr auf Kosten des Arbeitgebers zu.

Wesentliche Unterschiede

Mit lokalem Vertrag gibt es kein Rückkehrrecht zu seinem Arbeitgeber in Deutschland – außer man regelt das in einem separaten Vertrag. Genauso gibt es keine begrenzte Vertragslaufzeit, sofern man das nicht als Klausel im Vertrag festlegt oder die Aufenthaltsgenehmigung irgendwann abläuft. Natürlich sind Vertragsinhalte auch im Ausland Verhandlungssache.

Ein wesentlicher Unterschied zur Entsendung ist die Tatsache, dass man die deutschen Sozialsysteme verlässt. Während der Zeit im Ausland zahlt der Arbeitgeber nichts in die deutsche Arbeitslosengeld-, Renten-, Pflege- oder gesetzliche Krankenversicherung ein. Die Beiträge komplett selbst zu zahlen, ist nur teilweise möglich bzw. sehr teuer. Je nach Sozialsystem im Land, in dem man arbeitet, baut man Ansprüche dort auf. Auch wenn wir über unsere Sozialversicherungen gerne schimpfen – in vielen Ländern sind die entsprechenden Systeme wesentlich schwächer bzw. nicht existent. Man sollte sich also vorher genau informieren, worauf man sich einlässt und gegebenenfalls privat vorsorgen.

Je nach Doppelbesteuerungsabkommen wird man durch den lokalen Vertrag für den deutschen Fiskus zum Steuerausländer sofern eine Reihe von Bedingungen erfüllt sind:

  • kein regelmäßiger Aufenthalt in Deutschland
  • kein weiteres Einkommen in Deutschland (zB durch Mieteinnahmen)
  • kein Wohneigentum in Deutschland.

Details sollte man unbedingt mit einem Steuerberater abklären.

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Look & See Trip richtig nutzen

Look & See Trip

Ein Umzug ins Ausland ist ein großer Schritt, in den man sich nicht übereilt stürzen sollte. Deshalb ist ein Look & See Trip ist ein entscheidender Bestandteil der Vorbereitung auf die Zeit im Ausland. Auch wenn man die Umgebung schon von Geschäftsreisen oder Urlauben kennt, sollte man etwa eine Woche am zukünftigen Arbeitsort verbringen. Wichtig ist, dass man diese Zeit weder als Urlaub interpretiert, noch die Zeit nicht im Büro verplempert. Die Investition in einen Look & See Trip muss aktiv genutzt werden.

Je nach Entfernung und Fremdheit der neuem Umgebung sollte der Look & See Trip zwischen 3 Tagen und einer Woche dauern.

Finale Entscheidung

Hauptaufgabe des Look & See Trips ist es eine optimale Grundlage für die endgültige Entscheidung zu schaffen, ob man den Job im Ausland antritt. Stellt sich bei dieser Reise ein schlechtes Bauchgefühl ein, sollte es immer noch möglich sein, sich gegen den Umzug zu entscheiden. Sowohl für Arbeitnehmer als auch für den Arbeitgeber ist es besser, wenn eine negative Entscheidung nach dieser relativ geringen Investition fällt. Der Schaden ist dann wesentlich geringer, als wenn man 3 Monate nach dem Umzug in den Sack haut.

Um sich den größtmöglichen Entscheidungsspielraum zu bewahren, ist es wichtig, mit Freunden und Kollegen vor dem Look & See Trip möglichst wenig über den neuen Job zu reden. So ist der Gesichtsverlust im Falle einer negativen Entscheidung relativ gering.

Die Familie entscheidet mit

Die finale Entscheidung sollte gemeinsam mit allen Familienmitgliedern getroffen werden. Gute Arbeitgeber zahlen deshalb den Look & See Trip für die ganze Familie. Leider wird hier gelegentlich an der falschen Stelle gespart. Ehepartner und Kinder müssen sich in der neuen Umgebung ebenso wohlfühlen und nach dem Look & See Trip befragt werden. Wenn die Kinder alt genug sind, sollten sie ein Vetorecht haben.

Erfahrene Personaler interviewen übrigens auch die Ehepartner ihrer Mitarbeiter an, bevor sie eine Entsendung veranlassen.

Neuen Lebensmittelpunkt kennenlernen

Wichtig ist, einen realistischen Eindruck des neuen Lebensmittelpunkts zu bekommen. Deshalb ist es besser die Umgebung mit einem Kollegen oder einem Relocation Service als per Sightseeing Rundfahrt zu erkunden.

Mit welcher Infrastruktur muss man rechnen? In Industrieländern ist das weniger Wichtig, in Schwellenländern kann das allerdings ein Knackpunkt sein. Diese Frage hat auch gewissen Einfluss darauf, mit wieviel Besuch aus der Heimat zu erwarten ist.

Wie sieht das zukünftige Büro aus? Wenn man Kinder hat, stellt sich auch die Frage nach Kindergärten und Schulen. Mit welchem Standard kann man hier rechnen? Das gilt sowohl für die Einrichtung, als auch das pädagogische Konzept.

Es lohnt sich, auch mal in einen Supermarkt zu schauen, um zu wissen, was man dort bekommt und wie die Preise aussehen. Kann man sich das Leben dort, zumindest am Anfang mit nur einem Einkommen, überhaupt leisten? Und gibt es dort meine Lieblingsprodukte oder sollte ich beim Umzug gleich mal einen kleinen Vorrat mitbringen?

Kommt man mit dem Klima zurecht? Natürlich ist es nicht möglich, das Klima ein ganzes Jahr zu testen. Allerdings kann man den Look & See Trip vielleicht in einen Zeitraum legen, der eher schwierige Wetterbedingungen hat: Monsun, Sommerhitze, dunkle Wintertage. Dann hat man das Schlimmste schon einmal gesehen.

Wohnviertel sichten

Im Idealfall hat man am Ende des Look & See Trips eine klare Vorstellung, wo man nach einer Unterkunft suchen wird. „Haus oder Wohnung“ ist eine der ersten Fragen, die man sich beantworten muss. Daraus ergibt sich dann meistens schon eine Vorauswahl an Stadtvierteln für die anstehende Wohnungssuche.

Einkaufsmöglichkeiten, Sport- und Freizeitangebote und die Nähe zu Schulen bzw. Kindergärten können weitere Kriterien sein. Auch die Frage, wie es mit (deutschsprachiger) ärztlicher Versorgung aussieht, kann ausschlaggebend sein. Und natürlich spielt auch die Preissituation eine gewichtige Rolle.

Hat man sich schon auf einige Quartiere festgelegt, sollte man die Strecke schon einmal mit dem Mietwagen oder öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen – idealerweise zur Rush Hour. Nicht selten reduziert das die Vorauswahl noch einmal.

Wenn genügend Zeit ist, sollte man sich die Wohngegend durchaus auch einmal zu verschiedenen Tageszeiten ansehen. Nach der Dämmerung verändert sich der Charakter eines Viertels oft deutlich.

Freigepäck nutzen

Im Vorfeld des Besuchs, sollte man prüfen, ob es möglich ist, das den einen oder anderen Koffer im Büro oder bei einem Kollegen zu deponieren. Falls das möglich ist, nutzt man auf dem Hinflug sein Freigepäck voll aus. Besonders wenn man sich statt eines Umzugs für das Einlagern des Hausrats entscheidet sollte man kein Kilo Freigepäck verschenken. Neben Kleidung und Schuhen empfiehlt es sich, schon einmal Gegenstände mitzunehmen, die in der Startphase helfen, ein Gefühl von zuhause zu entwickeln. Vor allem für Kinder ist es wichtig, etwas vertrautes zu haben. Deshalb ist es eine gute Idee schon einmal etwas vom Lieblingsspielzeug oder Bilderbücher zu deponieren. Vielleicht passen auch noch ein paar Packungen vom Lieblingsmüsli oder den Lieblingskeksen rein. Aber nur, wenn sichergestellt ist, dass sich kein Ungeziefer dran macht.

Auch das Handgepäck sollte man voll ausnutzen. Am besten geht das mit einem (oder mehreren) Cabin Max Rucksäcken oder Koffern. (siehe auch: 9 Gadgets, die man als Expat braucht)

Zweifelt man während des Look & See Trips, ob man den Job antritt, kann man die Koffer ja wieder mit nach Hause nehmen.

Kollegen, Geschäftspartner treffen

Wenn man schon einmal da ist, bietet es sich an, einige Meetings mit zukünftigen Kollegen und Geschäftspartnern durchzuführen. Allerdings sollte man nicht vergessen, dass das nicht der Hauptgrund für den Look & See Trip ist. Dashalb ist es zu empfehlen, den Zeitaufwand auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Wenn man den neuen Job angetreten hat, sitzt man ohnehin noch genug in Meetings.

Relocation Service treffen

Sofern der Arbeitgeber einen Relocation Service gebucht hat, ist es empfehlenswert, sich schon einmal mit diesem zu treffen. Dieses erste Treffen schafft nicht nur Vertrauen, sondern ermöglicht es auch, schon einmal Prioritäten für den Relocation Service festzulegen und erste Informationen für die Wohnungssuche zu vermitteln.

Realistischen Blick wahren

Wichtig ist, dass man eine realistische Vorstellung des Alltagslebens am Zielort gewinnt. Der Arbeitgeber wird versuchen, die Umgebung möglichst positiv darzustellen und bucht schon mal ein Luxushotel. Weder das, noch eine gewisse Euphorie, die in dieser Situation vollkommen normal ist ,sollte den Blick trüben.

Nach dem Look & See Trip

Nach der Rückkehr sollte man die Eindrücke ein paar Tage sacken lassen und dann im Gespräch mit der ganzen Familie die finale Entscheidung treffen, ob man sich ins Abenteuer stürzen will. Falls ja, beginnt man schnellstmöglich mit der Umzugsvorbereitung.

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Checkliste: Umzug ins Ausland

Checkliste Umzug ins Ausland

Ein Umzug ins Ausland ist ein Großprojekt. Übersieht man etwas wichtiges, ist der Schaden groß. Diese Checkliste für den Auslandsumzug kann helfen, genau das zu vermeiden.

So früh wie möglich

  • Mit dem Arbeitgeber klären, welche Kosten übernommen werden. Manche Unternehmen managen und zahlen den kompletten Umzug. Andere bieten dem Mitarbeiter eine Pauschale für die Umzugskosten an. Der Fall, dass der Mitarbeiter die Kosten für den Umzug tragen muss, ist eher selten.
  • Umzugsunternehmen bzw. Speditionen suchen. Das Internet, im Firmen-Intranets und bei Freunde sind dafür die besten Informationsquellen. Manche Firmen haben Umzugsunternehmen, mit denen sie bevorzugt zusammenarbeiten.
  • Fristgerecht Mietvertrag kündigen und eventuell einen Nachmieter suchen.
  • Internationalen Führerschein beantragen, falls der im Zielland erforderlich ist
  • 5 Dinge, die man vor dem Umzug wissen muss und Was kostet ein Auslandsumzug lesen.
  • Zweiten Reisepass beantragen (falls erforderlich)
  • Überlegen, ob man das Auto mit umziehen will.

6 – 8 Wochen vor dem Umzugstermin

  • Wert des Umzugsgutes grob überschlagen und überlegen, welcher Betrag im Worst Case versichert sein soll.
  • Bei 5 – 10 Unternehmen Angebote anfragen.
  • Mit 3 – 5 Unternehmen eine Wohnungsbesichtigung durchführen und zur Volumen und Aufwand einschätzen lassen. Bei Pauschalangeboten und Angeboten, die auf einer selbst ausgefüllten Stückliste basieren, ist Vorsicht geboten. Seriöse Anbieter setzen eine Wohnungsbesichtigung voraus und führen bei der Gelegenheit eine kleine Beratung für den Umzug ins Ausland durch.
  • Expat Bücher bestellen und lesen

4 – 6 Wochen vor dem Umzugstermin

  • Umzugsunternehmen und angebotene Versicherungsoptionen auswählen.
  • Vertrag mit dem ausgewählten Unternehmen abschließen. In der
  • Fotos aller relevanten Räume (ggf. plus Fahrräder und Keller) aus verschiedenen Perspektiven an das Umzugsunternehmen mailen. So dokumentiert man, dass die Spedition das komplette Umzugsgut gesehen hat und vermeidet Ärger.
  • Eventuell noch mal zum Zahnarzt gehen und andere regelmäßige Arztbesuche durchführen. Möglicherweise dauert es einige Zeit, bis man im Ausland die richtigen Ärzte gefunden hat.
  • Checkliste: 7 Dinge, die man vor der Ausreise erledigen muss lesen

4 Wochen vor dem Umzugstermin

  • Genauen Umzugstermin festlegen und mit Spedition vereinbaren.
  • Falls nötig: Hotelzimmer für die Nacht nach dem Umzug buchen.
  • Handwerker für Wohnungsrenovierung & Reinigung beauftragen.

1 – 4 Wochen vor dem Umzugstermin

1 Wochen vor dem Umzugstermin

2 – 3 Tage vor dem Umzugstermin

  • Alles aus der Wohnung raus, was nicht versehentlich eingepackt werden darf. Besonders wichtig: Dokumente.
  • Koffer packen.

Am Tag des Umzugs

  • Ruhe bewahren.
  • Nicht im Weg stehen.
  • Dafür sorgen, dass die Möbelpacker bei Kräften bleiben (Essen & Getränke).
  • Plombe am Container nach kompletter Beladung prüfen.
  • Frachtpapiere und Zollerklärung unterschreiben.
  • Bei guter Arbeit ein ordentliches Trinkgeld an die Möbelpacker verteilen.

Nach dem Umzugstermin

  • Wohnung renovieren und reinigen (lassen).
  • Wohnung an den Vermieter übergeben.
  • Dieses seltsame Gefühl von besitzloser Freiheit genießen.
  • Bei der Spedition den Namen des Containerschiffs erfragen, das den eigenen Umzugscontainer transportiert. Mit VesselFinder.com kann man dann nachvollziehen, wo das Schiff gerade ist.
  • Startphase als Expat = erster Schritt zur Scheidung? lesen.
  • In die neue Heimat ausreisen.
  • Kosten beim Arbeitgeber einreichen.
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Nehme ich mein Auto mit ins Ausland?

Auto nach Umzug ins Ausland

Auf des Deutschen liebstes Kind möchten viele auch im Ausland nicht verzichten. Viele angehende Expats fragen sich, ob sie ihr Auto beim Umzug ins Ausland mitnehmen sollen. Meistens – allerdings nicht immer – lautet die Antwort auf diese Frage: Nein!

Transportkosten

Gerade wenn es weiter als ins benachbarte Ausland geht, können sich die Umzugskosten durch ein Auto schnell verdoppeln. Stellt man die Kosten für einen Überseetransport in Relation zum Wert des Wagens und bedenkt man, dass er ggf. auch wieder zurück soll, rechnet sich der Umzug des in der Regel nicht. Sinnvoll ist auch die Rechnung, wie lange man sich ein Fahrzeug für die gleichen Kosten leasen oder mieten kann.

Steuern & Gebühren

Am Zielort angekommen fallen häufig entweder Importsteuern oder drastische Gebühren für die Erstanmeldung eines Autos an. Gerade in Skandinavien sind diese Kosten enorm – auch wenn das Auto aus der EU eingeführt wird. Auch wenn das Auto schon einige Jahre alt ist, fordert der Staat dort Anmeldesteuern, die leicht den Neupreis des Wagens übersteigen. Das kann leicht zur Kostenfalle werden.

Technische Anforderungen

Auch wenn der Wagen frisch durch den TÜV ist – im Ausland gelten oft unterschiedliche Spezifikationen, die für die Zulassung erforderlich sind. Von der Anzahl an Blinkern bis zu zulässigen Abgaswerten – nicht jedes Auto, das auf deutschen Straßen fährt erfüllt die Zulassungsanforderungen anderer Länder. Manche lassen sich nur durch aufwändige Umbauten erfüllen, andere erfordern eine Ausnahmegenehmigung, die nur mit einem kleinen Papierkrieg zu bekommen ist.

Günstige Automobilpreise im Ausland

Man sollte meinen, dass Neuwagen in der Automobilbau-Nation Deutschland günstig sind. Das Gegenteil ist der Fall. In den 90er Jahren gab es deshalb das phänomenale Business-Modell „Re-Import“. Auch heute kosten Neufahrzeuge – auch die von deutschen Herstellern – in vielen Ländern deutlich weniger als in Deutschland. Beispielsweise habe ich in Dubai einen neuen VW ca. 40% unter deutschem Listenpreis gekauft. Hier stellt sich eher die Frage, ob man den im Ausland gekauften Wagen mit zurück nach Deutschland nehmen soll.

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Was kostet ein Auslandsumzug?

Leben unter Palmen - Was kostet ein Auslandsumzug?

Pauschal lässt sich die Frage „Was kostet ein Umzug ins Ausland“ schwer beantworten. Deshalb einige Vergleichswerte für die Kosten eines Auslandsumzug aus unserer Vergangenheit bzw. von Freunden.

  • 3-Zimmer-Wohnung von München nach Dubai: 7.000 Euro
  • 3-Zimmer-Wohnung von Dubai nach Kopenhagen: 10.000 Euro
  • 4-Zimmer-Wohnung von Kopenhagen nach Frankfurt: 3.200 Euro (+ jede Menge Ärger mit der Umzugsfirma).
  • Kleines Haus von Seattle nach München: 30.000 Euro

Nicht inbegriffen sind dabei Kosten für Renovierungen, Malerarbeiten, Doppelmiete, etc.

Folgende voneinander unabhängige Faktoren beeinflussen die Kosten eines Auslandsumzugs:

Entfernung zwischen Start und Ziel

Selbstverständlich macht es einen Unterschied, ob man nur von Freiburg ins französische Colmar oder von Rosenheim nach Brasilia plant. Bei Umzügen über Land hängt dieser Kostenpunkt schlicht von der Entfernung zwischen den beiden Orten an. Entscheidend bei Übersee-Umzügen sind:

  • Entfernung von der Startwohnung zum Hafen
    Teilweise kommt hier ein LKW zum Einsatz. Neben den Kosten für den Fahrer, schlagen hier Maut, Diesel und sonstige Betriebskosten zu buche. Teilweise wird hier aber auch auf die Bahn umgeladen.
  • Entfernung von Start- und Zielhafen
    Diese Strecke macht zwar den größten Teil der Gesamtentfernung aus, der ist der Anteil an den Gesamtkosten ist allerdings deutlich geringer. Auf ein paar hundert Kilometer kommt es hier nicht an. Wichtiger ist die Richtung, in die der Transport geht (siehe auch 5 Dinge, die man vor dem Umzug wissen muss).
  • Entfernung vom Hafen zur Zielwohnung
    Analog zur ersten Etappe. Zu Bedenken ist allerdings die Frage wie es um die Straßenzustände bzw. Infrastruktur im bestellt ist.

Volumen des Umzugsguts

Bei Übersee-Umzügen gibt es im Prinzip nur 20 oder 40 Fuß Container. Zollbehörden erlauben es in der Regel nicht, die Kosten mit Hilfe von Beiladung zu reduzieren. Anders sieht es bei Umzügen über Land aus. Hier gibt es verschiedenste LKW-Größen und die Möglichkeit, mehrere Umzüge auf einen Transport zu laden. Wenn es nicht super schnell gehen muss, kann man so Kosten sparen.

Wichtig ist, dass man das Volumen vor Angebotserstellung von einem Mitarbeiter der Spedition besichtigen lässt. Auf dieser Basis kann der Experte das Volumen errechnen. Man selbst verschätzt sich leicht. Es ist definitiv kein Spaß, wenn der Container voll ist und die Hälfte der Kisten noch davorstehen. Kommt es trotz Berechnung durch den Speditionsmitarbeiter dazu, kann man die Spedition in die Pflicht nehmen. Bei einem Auslandsumzug will man schließlich wegen ein paar Euro Ersparnis kein Risiko eingehen. (siehe auch: Checkliste Auslandsumzug)

Aufwand für das Ein- und Auspacken bzw. Ab- und Aufbauen

Kann ich das nicht selbst machen? Nur teilweise. Selbstverständlich kann man die Kosten für einen Auslandsumzug reduzieren, indem man einzelne Möbel schon zerlegt. Allerdings ist absolut davon abzuraten, Umzugsgut selbst zu verpacken. Erstens haben Speditionen das richtige Material und die nötige Erfahrung das Umzugsgut zu schützen – nicht nur vor Kratzern sondern auch vor salziger Meeresluft. Zweitens vermeidet man so (Rechts-)Streitereien, wenn es trotzdem Transportschäden gibt. Und drittens stellen Speditionen auf diesem Weg auch sicher, dass sie nichts Verbotenes transportieren: Handelswaren, Waffen, Lebensmittel, Drogen, Chemikalien, … und bei Umzüge in muslimische Länder auch Kruzifixe. Ein entscheidener Faktor diese Kostenpunkts ist das Lohnniveau im Zielland.

Zugang zu Start- und Zielwohnung

Fünfte Etage. Ohne Lift. Enges Treppenhaus. Der Alptraum für jeden Möbelpacker. Und natürlich auch ein Kostentreiber für den Umzugskunden. Wenn es dann für den Lastwagen keine direkte Zufahrt zur Haustüre gibt oder der Container erst gar nicht in das Wohngebiet fahren kann, dann wird es richtig teuer. Gleiches gilt natürlich auch für die Zielwohnung. Die ist allerdings oftmals vor der Ausreise noch nicht bekannt. Dann rechnet die Spedition ein Risikofaktor mit ein.

Versicherungen

In der Regel sind Transporte standardmäßig über die Haftpflicht der Spedition bzw. ihrer Subunternehmer versichert. Sicherheitshalber sollte man an der Stelle natürlich genau nachfragen. Oft stellt sich dann heraus, dass die Deckungssumme gedeckelt ist, Und zwar auf den Betrag, den man als Kunde ans Umzugsunternehmen zahlt. Der Wiederbeschaffungswert der Umzugsgüter ist natürlich um ein vielfaches höher. Ein Totalverlust – wenn zum Beispiel der Lastwagen abbrennt, oder das Schiff sinkt – ist also bei weitem nicht abgedeckt. Dafür gibt es zusätzliche Versicherungen, die in der Regel mit einem dreistelligen Betrag zu Buche schlagen.

Flugcontainer

Schiffe sind langsam, Flugzeuge schnell. Braucht man einen Teil seines Umzugsguts innerhalb weniger Tage, dann kann man dafür einen Flugcontainer nutzen. Allerdings liegen die Kosten um ein Vielfaches über denen eines Seecontainers. Trotzdem kann sich diese Investition lohnen. Beispielsweise erleichtert es kleinen Kindern das Einleben in der neuen Umgebung enorm, wenn sie dort von Anfang an ihr vertrautes Bett oder ihr Spielzeug haben.

Zwischenlagerung

Viele Expats können erst nach der Ankunft im Ausland eine Wohnung bzw. ein Haus suchen. Die ersten Wochen nach dem Auslandsumzug sind dann meistens sehr hektisch und es dauert bis man etwas passendes gefunden hat. Wenn der Container schon vorher ankommt, muss er für eine gewisse Zeit geparkt werden. Für einige Tage geht das meistens kostenlos. Bei Standzeiten von einem Monat oder länger fallen allerdings Kosten an, die auch vorher nicht eingeplant sind.

Aufwand für Zollformalitäten

Zwar entsteht für privates Umzugsgut in den meisten Ländern keine Einfuhrzoll. Trotzdem berechnet die Zollbehörde Bearbeitungsgebühren. Nicht selten muss die Spedition einen Agenten als Kontaktperson für die Behörde bereitstellen.

Insgesamt ist es sinnvoll, mit einem Umzugsunternehmen einen Pauschalpreis zu vereinbaren. Dann gibt es am Ende kein böses Erwachen, wenn die Rechnung kommt. Eventuell ist es auch eine sinnvolle Option, den eigenen Hausrat einzulagern und in eine möblierte Wohnung zu ziehen.

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9 Gadgets, die man als Expat braucht

Gadgets für Expats

Im Laufe der Jahre habe ich bei vielen meiner Expat-Freunde immer wieder die gleichen Gegenstände gesehen. Gegenstände, die das Expat-Leben erleichtern oder angenehmer Gestalten. Gegenstände, die sich als praktisch erwiesen haben – vor allem wenn man oft im Flugzeug unterwegs ist.

1 – Reiseorganizer mit RFID Schutz

Visum, Reisepass, Kreditkarte, Flugticket, goldene Vielfliegerkarte, eGate-Karte – alles griffbereit und vor allem RFID-geschützt. Expats wissen gerade diese Funktion zu schätzen. In vielen Ländern ist der Diebstahl von elektronischen Ausweis- und Kreditkartendaten eine deutlich größere Gefahr als zuhause. Stellt sich nur die Frage: lieber schick in Leder oder wasserdicht in einem robusteren Material

2 – Cabin Max Rucksack

Koffer einchecken oder reicht Handgepäck? Wer die maximal erlaubte Handgepäckdimensionen optimal ausnutzt, kann langes, nerviges Warten am Gepäckband vermeiden. Und bei Heimatbesuchen kommt es sowieso darauf an, möglichst viel transportieren zu können.

3 – Noise Cancelling Kopfhörer

Nicht nur Vielflieger kennen das Gefühl, nach einem Flug wie total gerädert zu sein. Das liegt nicht nur am Jetlag, sondern auch an der Geräuschkulisse im Flugzeug. Abhilfe schaffen Noise Cancelling Kopfhörer. Wichtig ist, dass sich der Kopfhörer auch mit einem Kabel betreiben lässt. Sonst darf er während des Flugs nicht genutzt werden. Ich persönlich habe sehr gute Erfahrungen mit dem Bose QuietComfort 25 gemacht.

4 – Kompressionsstrümpfe

Langes Sitzen im Flieger ist eine Tortur für die Venen. Und macht schläfrig und träge. Denn Blut, das in den Beinen hängt, kann keinen frischen Sauerstoff ins Hirn transportieren. Erstaunlicherweise wirken Kompressionsstrümpfe fast genauso gut wie die oben genannten Kopfhörer. Noch besser wirkt beides zusammen.

5 – Spiegelreflexkamera

Wer eine Reise tut, hat etwas zu erzählen. Und Bilder sagen mehr als tausend Worte. Natürlich will man die spannende Zeit im Ausland auch im Bild festhalten. Auch von Urlaubsreisen in die Nachbarländer soll es tolle Fotos geben. Schade, wenn die Bilder davon mit einer eher schlechten als rechten Handykamera oder Touristenknipse geschossen werden. Die Investition in eine gute Spiegelreflexkamera wie der Nikon D7100 lohnt sich. Und wer Spaß am Fotografieren hat, gönnt sich am besten auch gleich Zoom, Weitwinkel und Festbrennweitenobjektiv.

6 – Internet Radio

Internet Radios sind die Weltempfänger des 21. Jahrhunderts. Mit ihnen lässt sichein kleines Stück Heimat ins Ausland bringen. Klar. Ein Laptop tuts theoretisch auch. Aber ein richtiges Radiogerät – zB ein Grundig Cosmopolit – wirkt irgendwie anders. Vielleicht deshalb weil ein wenig den Charme eines Weltempfängers versprüht. Auf der Liege am Pool, ein kaltes Bier und dazu die ARD Bundesliga-Konferenz. Unbezahlbar.

7 – Kindle

Wer auch im Ausland nicht auf deutschsprachige Literatur verzichten möchte, kommt um einen e-Reader kaum herum. Der Amazon Kindle Paperwhite bietet nicht nur eine enorme Auswahl an Büchern, sondern überzeugt auch mit einem angenehmen, augenfreundlichen Bild. Und mit 3G ausgestattet, liefert er das neuste Buch des Lieblingsautors sogar auf nahezu jede einsame Insel.

8 – Tresor

Maid, Reinigungskräfte, Handwerker, Babysitter – als Expat macht man schnell die Erfahrung, dass häufig fremde Personen in der eigenen Wohnung sind. Doch  man kann nicht immer zuhause sein und sie beaufsichtigen. Wichtige Dokumente, Bargeld und Schmuck gehören deshalb in einen Safe. Damit Gelegenheit keine Diebe machen kann, lohnt es sich, vor der Ausreise einen Tresor zu kaufen und mit zu verschiffen.

9 – SKROSS Adapter

Andere Länder, andere Stecker. Um seine elektrischen Geräte im Ausland zu betreiben, braucht man passende Adapter. Gerade bei teuren Geräten wie Fernseher, Computer oder Thermomix bzw. Maschinen mit hoher Leistungsaufnahme wie Waschmaschine und Trockner empfiehlt es sich, auf die Qualität des Adapters zu achten und nicht an der falschen Stelle zu sparen. Skross bietet Adapter für nahezu alle Länder an und überzeugt mit hoher Qualität. Am besten, man bestellt sie noch vor dem Umzug und nimmt lieber einen zu viel als zu wenig.

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Wie bekomme ich einen zweiten Reisepass?

Zweiter Reisepass

Eigentlich darf man nur einen gültigen Reisepass besitzen. Eigentlich muss man seinen alten Reisepass entwerten lassen oder als verloren bzw. gestohlen melden, bevor man einen neuen erhält. Naja, eigentlich …

Denn unter gewissen Bedingungen gilt das nicht für Expats. Ein zweiter Reisepass ist manchmal geradezu lebenswichtig: z.B. Expats für im Mittleren Osten, deren Job Reisen in miteinander verfeindete Länder erfordert. Unter solchen Umständen können Expats einen Zweitpass beantragen. Dafür benötigt man:

  • seinen gültigen Reisepass
  • ein biometrisches Foto
  • einen Nachweis dafür, dass man den zweiten Pass wirklich braucht. Am besten, man hat ein Schreiben seiner Firma dabei, das möglichst detailliert erläutert, warum man den Antrag stellt
  • eine EC-Karte

Damit geht man zur Passstelle seiner Gemeinde- bzw. Stadtverwaltung. Dort muss dann nochmal selbst eine mündliche Begründung vortragen. Und weil’s so schön war auch nochmal handschriftlich auf einem Formular. Wenn der Beamte mit der Begründung einverstanden ist, geht der Antrag samt Passbild an die Bundesdruckerei.

Die Bearbeitung dauert 4 – 5 Wochen und kostet 60 Euro. Gegen eine Zusatzgebühr von 32 Euro kann man die Wartezeit aber auch auf 6 Arbeitstage reduzieren. Gültig ist der Zweitpass dann für 6 Jahre.

Jetzt muss man nur noch darauf achten, auf Reisen den jeweils richtigen Pass mitzunehmen. Wenn der falsche Stempel im falschen Reisepass landet, war der ganze Aufwand umsonst.

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16 Benefits, die Expat-Arbeitsverträge enthalten können

Expat Arbeitsvertrag

Die Arbeitsverträge vieler Expats enthalten Benefits und Zusatzleistungen, die das Expat-Leben attraktiv machen. Allerdings bietet die nicht jeder Arbeitgeber von sich aus an. Im Falle einer Entsendung gibt es tendenziell mehr dieser Benefits als bei einem lokalen Vertrag. Mit etwas Verhandlungsgeschick (und abhängig von Einsatzland und Vertragsform) kann folgende Benefits erhalten bzw. im Expat-Arbeitsvertrag verankern lassen.

1 – Vorbereitungsseminar oder Coach

Nicht zuletzt dieser Blog zeigt, wie vielschichtig die Umstellung auf das Leben als Expat ist. Man hat eine Vielzahl von Fragen. Und es gibt Themen – insbesondere im interkulturellen Bereich – deren Relevanz und Bedeutung einem noch gar nicht klar ist. Vorausschauende Unternehmen investieren deshalb in die Vorbereitung ihrer zukünftigen Expats – und ihrer Familien.

2 – Look & See Trip

Vor Antritt der Expat-Stelle im Ausland ist ein Look & See Trip für alle Familienmitglieder, die mit umziehen sollen, unbedingt zu empfehlen. Und zwar unabhängig davon, wie gut man das zukünftige Wohn- und Arbeitsland kennt. Nach dieser etwa einwöchigen Reise, sollte es die Möglichkeit geben, die Entscheidung für den Auslandseinsatz zu überdenken und schlimmstenfalls abzulehnen. Ein schnelles Ende mit Schrecken kann nicht nur den sprichwörtlichen Schrecken ohne Ende, sondern auch hohe Kosten, die sich nicht rentieren, verhindern. Selbstverständlich lässt sich der Aufenthalt auch nutzen, um beispielsweise zukünftige Kollegen zu treffen, Projekte vorzubereiten und mögliche Wohnquartiere zu erkunden.

3 – Organisation des Umzugs oder Kostenpauschale

Die Erfahrung aus Umzügen ins Ausland und zwischen Expat-Stationen zeigt: es schont die Nerven, wenn sich ein Profi darum kümmert. Große Unternehmen mit vielen Expats haben eigene Abteilungen, die die Zusammenarbeit zwischen Agenturen und Speditionen organisieren. Alternativ zahlt das Unternehmen entsprechende Kosten entweder pauschal oder über eingereichte Rechnungen an den Expat aus. Bei pauschaler Abrechnung ist zu überlegen, ob das Budget tatsächlich für einen Umzug des Hausrats oder für die Einlagerung im Heimatland und/oder neue Möbel im Ausland genutzt wird. Ein Detail wird oft vergessen: wie sieht es mit dem Umzug zurück aus?

4 – Relocation Service

In den ersten Wochen nach dem Umzug stehen viele Behördengänge an und es gibt viele Dinge zu organisieren. Ein Relocation Service stellt einen vertrauten Begleiter zur Verfügung, der weiß, wie und wo man Visa- und Ausweisdokumente beantragt, verpflichtende Medizinchecks durchführt und Führerscheine umschreibt. Außerdem hilft der Relocation Service bei der Auswahl von Häusern bzw. Wohnungen, bei der Organisation von Besichtigungsterminen und beim Abschluss von Mietverträgen. Vorteil für das Unternehmen ist dabei, dass sich der Mitarbeiter mit möglichst wenig Ablenkung auf seinen Job konzentrieren kann.

5 – Boarding House oder Übergangswohnung

Dass der Arbeitgeber für einige Tage, Wochen oder gar Monate die Kosten für eine temporäre Wohnung übernimmt, sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Spannend wir es hier, wenn es um Größe, Ausstattung und Dauer geht. Während Singles gerade in den Anfangswochen oft geringe Ansprüche an die Wohnung haben – man arbeitet zu Beginn oft sehr viel – benötigen Expats mit Familie eine Wohnung, in der sich die Familie wohlfühlt. Wohn- und Kinderzimmer sind wichtig, eine gut ausgestattete Küche ist beinahe noch wichtiger. Ansonsten droht leicht zu Stress und Streit in der Familie, was nicht gerade zu einem guten Start in den neuen Job beiträgt. Andererseits – je kleiner, unbequemer und unpraktischer, desto mehr ist der Mitarbeiter motiviert, schnell eine passende Bleibe auf eigene Kosten zu finden.

6 – Miete oder Housing Allowance

Auch über den Anfangszeitraum hinaus ist es nicht unüblich, dass der Arbeitgeber entweder die Miete für Haus oder Wohnung bis zu einem bestimmten Betrag übernimmt oder alternativ eine Mietpauschale auszahlt. Die erste Variante ist zwar das Sorglos-Paket, das den Expat auch bei drastischen Mieterhöhungen entspannt sein lässt. Die zweite Variante bietet allerdings auch die Möglichkeit, einen Teil der Pauschale zu sparen oder für andere schöne Dinge zu verwenden. In Metropolen wie Tokio oder New York sollte man sich die gleichen Gedanken über Parkplätze machen. Da es sich bei Mietzuschüssen um einen Gehaltsbestandteil handelt, solle man diese Zahlung im Expat-Arbeitsvertag verankern.

7 – Car Allowance, Firmenwagen (evtl. mit Fahrer)

In der Regel ist es nicht sinnvoll, das eigene Auto mit ins Ausland zu nehmen. Transportkosten, unterschiedliche technische Anforderungen und Steuern sprechen meist dagegen. Und manchmal ist schlicht das Lenkrad auf der falschen Seite. Auch wenn Firmenwagen in vielen Ländern eher unüblich sind, erhalten viele Expat-Arbeitsverträge eine Fahrzeug- oder  Mobilitätspauschale für öffentliche Verkehrsmittel. Die Firmenlimousine inklusive Fahrer gibt es eher in asiatischen Ländern und für die oberen Gehaltsklassen.

8 – Education Allowance

Kindergärten, Schulen und Universitäten sind in Deutschland kostenlos oder zumindest vergleichsweise kostengünstig. Im Ausland fallen dafür teilweise Kosten in erheblicher Höhe an. Bildung wird dort oft mehr als Industriezweig denn als Aufgabe des Staates gesehen. Als zukünftiger Expat sollte man bei der Vertragsverhandlung darauf hinwirken, dass der Arbeitgeber diese Kosten übernimmt oder zumindest bezuschusst. Es ist zu empfehlen, dass man keine Gesamtpauschale, sondern eine Regelung pro Kind findet. Denken Sie dabei auch an Kinder, die noch nicht geboren sind.

9 – Sprachkurse und Weiterbildungsbudgets für Ehepartner

Leider ist es für Ehepartner nicht immer leicht, einen Job im Einsatzland zu finden. Sprachbarrieren, nicht anerkannten Berufs- und Studienabschlüssen oder kulturelle Gründe machen den Jobsuche kompliziert. Viele Arbeitgeber zahlen deshalb ein Weiterbildungsbudget für Ehepartner. Darüber lassen sich zum Beispiel Sprachkurse aber in manchen Fällen auch Segelscheine oder Tauchkurse finanzieren.

10 – Krankenversicherung

Die heimische Krankenversicherung greift – wenn überhaupt – im Ausland nur für einen begrenzten Zeitraum. Details, wie dieser Schutz im Ausland gestaltet und finanziert wird, sind sowohl eines der langweiligsten, aber auch eines der wichtigsten Themen. Wer zahlt die Beiträge? Sind alle Familienmitglieder mitversichert? Welche Leistungen sind enthalten, welche ausgeschlossen? Wie werden Vorerkrankungen gehandhabt?  Gibt es Einschränkungen bei der Arztwahl, Selbstbehalte, Risikodeckelungen für die Versicherung? Diese Fragen sollten unbedingt im Vorfeld geklärt sein. Erwähnt sei hier auch, dass viele Expat-Arbeitsverträge einen hervorragenden, arbeitgeberfinanzierten Versicherungsschutz enthalten.

11 – Anwartschaftsversicherungen

Nicht weniger wichtig ist die Frage, wie man mit Versicherungen und dem Sozialsystem im Heimatland umgeht. Sofern man einigermaßen sicher ist, dass man eine Rückkehr nachhause plant, empfiehlt sich eine Anwartschaft für die private Krankenversicherungen – im Idealfall vom Arbeitgeber finanziert. Diese stellt sicher, dass man nach der Zeit im Ausland den Versicherungsschutz wieder aktivieren kann, ohne Fragen zum aktuellen Gesundheitsstand zu beantworten. Dadurch sind auch Verletzungen oder chronischen Erkrankungen, die während der Zeit im Ausland entstanden sind, abgedeckt.  Gesetzliche Versicherungen bieten diese Möglichkeit eher selten an.

12 – Fortführung von Sozialversicherungen im Heimatland

Um aus der Zeit als Expat keine Rentenlücke oder Probleme mit der Pflegeversicherung entstehen zu lassen, sollte man darauf drängen, dass der Arbeitgeber die Beitragszahlungen während des Auslandsaufenthalts leistet. Gerade bei Entsendungen hat man hier gute Argumente.

13 – Regelmäßige Heimflüge

Mindestens einen kostenlosen Heimflug pro Jahr für jedes Familienmitglied sollte man als Expat erwarten können. Entweder Tickets werden direkt vom Arbeitgeber bezahlt bzw. erstattet. Oder man erhält gemäß Expat-Arbeitsvertag eine Pauschale, die sich an den durchschnittlichen Ticketpreisen im Verlauf eines Jahres orientiert. Manche Unternehmen zahlen auch mehrere Flüge – alles Verhandlungssache. Plausible Gründe sind unter anderem, dass die Familie im Heimatland geblieben ist oder dass medizinische Gründe vorliegen, die eine regelmäßige Behandlung eines speziellen Arztes erfordern. Selbstverständlich bietet auch die Frage ob Economy, Business oder First Class Verhandlungsspielraum.

14 – Internationaler Steuerberater

Wer macht schon gerne seine Steuererklärung selbst? Und wer kennt schon Details zu Doppelbesteuerungsabkommen und Progressionsvorbehalten? Wer kann von sich sagen, problemlos Steuererklärungen mit Einkommen in mehreren Staaten zu erstellen? Und das, ohne etwas zu übersehen und dadurch entweder eine Strafe zu riskieren oder unnötig viel Steuern zu bezahlen. Glücklicherweise gibt es Steuerberater. Allerdings lassen die sich für die Komplexität gerne ordentlich entlohnen. Übernimmt die Firma die Kosten – über den gesamten Zeitraum des Auslandseinsatzes plus das darauf folgende Jahr – hat der Mitarbeiter eine Sorge weniger und die Möglichkeit im Job mehr zu leisten.

15 – Gehalt in mehreren Währungen oder einer Fremdwährung

Insbesondere bei Entsendungen stellt sich die Frage: wer trägt das Risiko für Wechselkursschwankungen zwischen Heimat- und Einsatzland? Inflation und nicht vorhersehbare Ereignisse, die auf den Wechselkurs drücken, können dazu führen, dass man das Gehalt in Landeswährung gegen immer weniger Euros umtauschen kann. Hat man im Heimatland laufende Kosten wie Hypothekenkredite, oder Versicherungsbeiträge kann das zum Problem werden, selbst wenn die Kaufkraft innerhalb des Einsatzlands nicht verringert. Ein Gehalt und Euro oder Dollar kann ähnliche Probleme verursachen. Schließlich kann die Landeswährung auch an Wert gewinnen. Eine mögliche Lösung ist die Auszahlung des Gehalts: ein Teil in Landeswährung, ein Teil in Euro – wobei beide Teile als fester Betrag definiert sind. Diese Konstrukt sollte man allerdings mit einem Steuerberater besprechen.

16 – Clubmitgliedschaften

Ja, Clubmitgliedschaften. Ob Soho House oder Golf Club – hier lassen sich Geschäftsbeziehungen pflegen. Manche Unternehmen tragen deshalb die Mitgliedsbeiträge ihrer Expats. Aber auch über die Kosten für Beach oder Fitness Clubs kann man reden.

Es ist sicherlich unrealistisch alle diese Benefits zu erwarten. Aber mit  etwas Verhandlungsgeschick kann man schon die eine oder andere Zusatzleistung erhalten. Umgekehrt können Personaler diese Benefits nutzen, um einen Auslandseinsatz attraktiver zu gestalten.