Veröffentlicht am Schreib einen Kommentar

Die 7 beliebtesten Expat Wohnviertel in Dubai

Wohnviertel in Dubai: Marina

Nahezu jeder Expat muss zu Beginn seiner Zeit im Ausland eine Wohnung finden. In Dubai gibt es – auch wegen seiner hohen Zahl an Expats – eine ganze Reihe von Wohnvierteln, die bei Expats sehr beliebt sind. Interessanterweise scheinen sich die Geschmäcker von Expats und Locals deutlich zu unterscheiden. Denn eine Durchmischung findet kaum statt. Dennoch ist die Frage „Wo in Dubai wohnen“ wegen des großen Angebots an Wohnvierteln in Dubai nicht unbedingt leicht zu beantworten. Und natürlich spielen auch die Kosten einer Immobilie in Dubai eine entscheidende Rolle. Zu den beliebtesten Stadtteilen gehören:

JBR – Jumeirah Beach Residences

Einst die beliebteste Lage überhaupt: 35 Wohntürme direkt am Strand. In den unteren Stockwerken, alles was man für das tägliche Leben braucht: Supermärkte, Geschäfte und vor allem jede Menge Cafes, Bars und Restaurants. Hinzu kommt ein freier Blick auf die Palm Jumeirah und seit wenigen Jahren auch auf das Ain Dubai Ferris Wheel – Dubais Antwort auf das London Eye. Allerdings ist JBR in die Jahre gekommen und das Geblinke des Riesenrads kann aud die Dauer ziemlich nerven. Die Bausubstanz stammt aus den frühen 2000er Jahren – fühlt sich allerdings eher an Wohnblocks aus den 70er Jahren. Die Gebäude sind einigermaßen abgewirtschaftet und werden zu selten renoviert.

Seit 2015 wurde die Gegend allerdings etwas aufgewertet. Der Strand wurde neu gestaltet und in einen attraktiven, gut besuchten Beach Park umgewandelt. Nachteil: dadurch hat der Verkehr noch einmal deutlich zugenommen. Zur Rushhour ist der Stau vorprogrammiert. Insbesondere am Donnerstagabend, wenn die Besitzer von Sportwagen und aufgemotzen Muscle Cars zum JBR cruisen und die Straße am Strand entlang zu einem Laufsteg für Blech verwandeln.

Marina

Aus einem wüstenartigen Küstenstreifen entstand Mitte der 2000er Jahre ein ca. 4 Quadratkilometer großes Areal mit einem von etwa 200 Hochhäusern umrandeten Jachthafen. Die Marina ist das vielleicht internationalste Wohnviertel in Dubai. Es ist bei Expats vor allem deshalb sehr beliebt, weil die Tower und die 1- bis 4- Zimmer-Appartments darin relativ gut ausgestattet und solide gewartet sind. Neben einem schönen Blick auf die Marina bieten die meisten Wohnkomplexe entlang der geschwungenen Promenade auch Fitnessstudios, Einkaufsmöglichkeiten und Restaurants direkt im Gebäude.

Obwohl die Marina mit direktem Anschluss zur Sheikh Zayed Road, zwei Metro-Stationen und seit 2015 auch mit einer Straßenbahn ausgestattet ist, sind die Straßen häufig verstopft. Das liegt zum einen an einer sehr hohen Wohndichte – in der Marina leben ca. 150.000 Menschen. Zum anderen berichten manche Marina-Bewohner, dass die Straßenbahn das Verkehrschaos erst richtig verursacht hat.

JLT – Jumeirah Lake Towers

Gegenüber von Marina, auf der anderen Seite der Sheikh Zayed Road liegt JLT. Rund um einen künstlichen See stehen etwa 80 Hochhäuser mit bis zu 45 Stockwerken. Auch hier gibt es zahlreiche Restaurants und Geschäfte für den täglichen Bedarf. Allerdings stockte der Ausbau durch die Krise zwischen 2010 und 2015 für einige Jahre. Deshalb ist JLT etwas verschlafen und bei weitem nicht so hip wie die Marina. Dafür sind Wohnungen und Furnished Appartments in JLT auch ein gutes Stück günstiger zu haben. Tipp für Expat-Eltern mit kleinen Kindern: die Oakfield Nursery in JLT ist hervorragend.

Arabian Ranches

Die Ranches liegen etwa 10 Kilometer von der Küste entfernt im Landesinneren – und damit praktisch Mitten in der Wüste. Entsprechend trocken ist das Klima. Im Vergleich zur Vierteln in Strandnähe liegen die Temperaturen oft einige Grad höher, was besonders im Sommer nicht gerade angenehm ist. Dafür ist die Luft um wesentlich tockener. Viele Expats kommen mit der trockenen Hitze besser zurecht.

In den Arabian Ranches gibt es ausschließlich Villen – wobei jedes Wohnhaus mit mindestens 2 Stockwerken und einem eigenen Dach als Villa bezeichnet wird. Allerdings ist der Begriff in den Ranches oft durchaus zutreffend. Denn die Häuser sind großzügig geschnitten und nicht selten mit eigenem Pool ausgestattet. Entsprechend teuer ist das Quartier, auch wenn die älteren Communities schon etwas in die Jahre gekommen sind. Die Villen gruppieren sich um mehrere kleine Community Zentren mit Supermärkten, Restaurants, Sportstätten und Arztpraxen.

Durch die Lage direkt an der E311 hat man eine relativ gute Verbindung in die verschieden Free Zones. Allerdings sind die Wege dorthin recht weit.

Emirates Hills (Greens, Springs, Lakes)

Nicht zuletzt wegen ihrer Nähe zum Montgomery Golf Course sind die Emirates Hills insbesondere bei Briten beliebt. Je nach Lage innerhalb der Hills und Ausstattung der Villen variieren auch die Preise. Die Hills sind mit den Ranches vergleichbar – gut gepflegt, mit viel Aufwand bewässert und begrünt. Auch die kleinen Town Centers sind vergleichbar. Allerdings sind die Hills nicht ganz so posh. Mit etwas Glück kann man hier ein Schnäppchen mieten. Beim aktuellen Preisniveau in ganz Dubai ist das jedoch eher die Ausnahme. In Emirates Hills wohnt – trotz des Namens der Gegend – so manche Jumeirah Jane.

Greens sollte man nicht mit der Green Community verwechseln. Trotz des ähnlichen Names sind es verschiedene Wohngegenden, wobei die Green Community etwas abseits in der Nähe des Jebel Ali Investment Parks liegt.

Downtown

Rund um den Burj Khalifa, bekanntermaßen das größte Gebäude der Welt, erstreckt sich Downtown Dubai. Dementsprechend mondän ist die Gegend, die ganz unbescheiden mit dem Slogan „The Center of Now“ vermarket wird. Einige Straßen sind tatsächlich mit Marmor gepflastert. Auch sonst gibt es jede Menge Luxus. Die Gebäude sind eher flach gehalten und haben selten mehr als 4 Stockwerke. Einige wenige von ihnen haben einen schönen Blick auf das hintere Ende des Creek. Insbesondere bei Expats, die im nahegelegenen Dubai International Finance Centre (DIFC) arbeiten, ist Downtown beliebt. Der Kern von Downtown wird lustigerweise als „Old Town“ bezeichnet, obwohl das Viertel im wesentlichen erst nach 2006 entstanden ist.

The Palm Jumeirah

Die Jumeirah Palme ist eines der bekanntesten Wahrzeichen von Dubai. Auf ihrem Stamm befinden sich zahlreiche Apartmenthäuser mit durchschnittlich 10 Stockwerken. Auf den Palmwedeln befinden sich luxuriöse Villen. Die Größe der Palme wird einem erst richtig bewusst, wenn man bedenkt, dass die Hauptstraße darauf in beide Richtungen 6 Fahrspuren hat. Trotzdem kommt man zu Stoßzeiten nur langsam voran. Das liegt zum einen an den zahlreichen Speed Bumps. Zum anderen müssen fast alle Palmenbewohner täglich die Palme verlassen, denn dort gibt es – abgesehen von Hotels – keine Arbeitplätze. Die Fahrt zum Arbeiten in Dubai kann also leicht bis zu einer Stunde dauern. Gleiches gilt für den Einkauf, denn Geschäfte für den täglichen Bedarf sind hier mit wenigen Ausnahmen auch nicht zu finden.

Zum Zeitpunkt ihrer Fertigstellung war die Palm Jumeirah die größte von Menschen geschaffene Insel der Welt. Inzwischen hat sie aber eine große Schwester: die Jebel Ali Palm ist etwa doppelt so groß, allerdings aktuell kaum bebaut. Eine weitere, noch größere Palmeninsel – die Deira Palm – ist geplant. Ob sie allerdings jemals fertiggestellt wird ist fraglich.

Veröffentlicht am Schreib einen Kommentar

Umzug ins Ausland | Hausrat mitnehmen oder einlagern?

Hausrat umziehen oder einlagern?

Im Gegensatz zu Auswanderern ziehen die meisten Expats  für eine begrenzte Zeit ins Ausland. Kosten und Aufwand für einen Umzug ins Ausland sind ungleich höher als bei einem Umzug innerhalb des Heimatlands. Deshalb stellt sich als die Frage, wie man mit seinem bestehenden Hausrat umgeht. Hausrat einlagern oder mit ins Ausland nehmen?

Diese Entscheidung ist besonders dann schwierig, wenn unklar ist, wie lange man  am Zielort bleiben wird. Wie zuhause gelten Arbeitsverträge in den meisten Ländern solange, bis sie von einer Seite gekündigt werden. Es kann also sein, dass man für immer dort bleibt – ob gewollt oder ungewollt. Bei Entsendungen steht in der Regel von Anfang an fest, wie lange der Auslandseinsatz dauert. Manchmal gibt es zwar eine Option auf Verlängerung. Aber die kann man bei der Entscheidung berücksichtigen.

Kostenbetrachtung

Rein finanziell betrachtet muss man nur einige wenige Faktoren in Betracht ziehen und kann sich dann für die wirtschaftlichere Option entscheiden:

  • Kosten des Umzugs ins Ausland  (u)
  • Kosten des Umzugs zurück (r)
  • Kosten der Einlagerung pro Monat (e)
  • Monatliche Mehrkosten für eine möblierte Unterkunft im Vergleich zu einer „leeren“ Wohnung (m)
  • (Geschätzte) Dauer, die man am Zielort bleiben wird, in Monaten (d)

Mit folgender einfachen Formel kann man berechnen, welche Option die wirtschaftlich bessere ist: x = (u  + r) – (( e + m)* d)

Ist x < 0 rentiert sich der Umzug. Ist x>0  spricht das fürs Einlagern. Natürlich kann man auch Aspekte wie potentielle Transportschäden oder Kosten für eine Wäscherei (statt der eigenen Waschmaschine) in die Berechnung einfließen lassen. Aber die zusätzliche Komplexität ist meistens weder nötig noch hilfreich.

Die entscheidende Variable ist ohnehin die Frage, wie lange man im Ausland bleibt. Bei einer Verweildauer von unter 6 Monaten ist die Entscheidung meist recht einfach: Hausrat einlagern. Bleibt man länger wird die Entfernung des Ziellands zu einer zweiten wichtigen Einflussgröße.

Auch Emotionen entscheiden mit

Jenseits wirtschaftlicher Betrachtungen gibt es allerdings emotionale Aspekte, die ausschlaggebend sein können. Auch wenn die Kostenfrage klar für „Hausrat einlagern“ spricht – vertraute Gegenstände erzeugen ein Gefühl von „zuhause“.

Vor allem für Kinder ist es schwierig, eine so große Veränderung wie einen Umzug ins Ausland zu verarbeiten. Noch schwieriger wird es, wenn sie all ihr Spielzeug zuhause lassen oder gar verkaufen müssen. Dann ist das Heimweh vorprogrammiert.

Wenn man also nicht bewusst mit Erinnerungen brechen möchte, spricht einiges für den Umzug und gegen das Einlagern.

Dinge, die man im Ausland kauft

Irgendwann geht es wieder zurück nachhause. Nicht ganz vergessen sollte man deshalb die Tatsache, dass man wahrscheinlich während der Zeit im Ausland das eine oder andere kaufen wird. Landestypische Möbel, ein Gemälde, das positive Erinnerungen an die Zeit im Ausland weckt, Designer-Geschirr, das zuhause einfach nicht zu bekommen ist – es sammelt sich so einiges an, das man mit nachhause nehmen möchte. Selbst wenn man sich für „Hausrat einlagern“ entschieden hat, braucht man dann für die Rückkehr nach Deutschland möglicherweise trotzdem einen Umzugscontainer zurück.

Die Erfahrung hat übrigens auch gezeigt, dass man nach der Rückkehr vieles doppelt hat, wenn man seinen Hausstand eingelagert hat. Der Mensch ist eben ein Gewohnheitstier. Und auf den praktischen Pizzaschneider, eine Küchenmaschine und schicke Gartenmöbel will man dann doch nicht verzichten, nur weil sie irgendwo unzugänglich eingemottet sind.

Alternativen für kleine Volumen

Umziehen oder einlagern – manchmal ist beides nicht optimal. Eventuell sind auch folgende Varianten sinnvoll:

  • Es gibt kleine Flugcontainer mit 1 bis 2 Kubikmeter Volumen. Die sind zwar  extrem teuer, aber in Kombination mit Einlagern eventuell eine Lösung.
  • Je nach Zielland können kleine Volumen als Beiladung in einem andern Container mittransportieren werden. Innerhalb der EU sollte das kein Problem darstellen. Darüber hinaus lassen es allerdings nur wenige Zollämter zu.
  • Zuhause alles verkaufen, verschenken oder wegwerfen und sich im Ausland neu einrichten. Der Ansatz kann sinnvoll sein, wenn man mit einer sehr langen Verweildauer im Ausland rechnet.
Veröffentlicht am 1 Kommentar

Umzugscontainer | 8 Todsünden beim Umzug ins Ausland

Umzugscontainer

Man kann zwar fast alles im Umzugscontainer transportieren. Sollte man aber nicht. Sonst drohen Schäden, Ärger mit Behörden und drastische Strafen. Um das zu vermeiden, sollten beim Umzug ins Ausland folgende Dinge keinesfalls im Container landen.

1 – Wichtige Dokumente

Es ist manchmal überraschend, welche Dokumente für die Zollformalitäten benötigt werden. Oft werden Ausweisdokumente, Geburtsurkunden von allen Familienmitgliedern, Heiratsurkunden und ähnliches angefordert. Blöd, wenn sich diese Dokumente im Umzugscontainer befinden. Sei es, weil man sie ganz naiv selbst eingepackt hat. Oder weil die Möbelpacker nicht lange gefragt haben. Nur einen Moment hat man nicht aufgepasst. Schon sind die Dokumente in irgendeiner Kiste verschwunden. Dann befindet man sich in der Zwickmühle. Man braucht Dokumente aus dem Container, um an den Container ranzukommen.

Abgesehen davon ist es auch nicht ausgeschlossen, dass ein Umzugscontainer mal verschwindet. Das ist ganz ähnlich wie bei Koffern auf Flügen. Aufwand und Kosten für die Wiederbeschaffung kann man sich sparen, wenn man die Dokumente bei sich behält. Am besten verwahrt man Dokumente in einem RFID-geschützten Organizer und trägt sie am Körper (siehe auch: 9 Gadgets, die man als Expat braucht)

2 – Lebensmittel

Die Verlockung ein paar Packungen vom Lieblingsmüsli oder die Restbestände an Nudeln im Umzugscontainer mitzunehmen, mag groß sein. Allerdings sollte man bedenken, dass ein Seecontainer während des Transports unweigerlich einige Zeit in Häfen steht. Zollformalitäten dauern eben einige Tage. Vielleicht dauert es auch länger als gedacht, eine Wohnung zu finden. Oder sie ist noch nicht frei, wenn der Container ankommt. Dann steht der Umzugscontainer einige Wochen auf Halde.

Ratten haben eine ausgezeichnete Nase und sind erstaunlich geschickt. Der Container wird kurz für den Zoll geöffnet. Und schon sind sie drin. Die Folge sind angefressene Möbel und stinkende Hinterlassenschaften.

3 – Medikamente

Ähnlich sieht es mit Medikamenten aus. Hauptfeind hier sind allerdings nicht Nagetiere. Salzige Meeresluft und extreme Temperaturen können Medikamenten schaden. Sie können ihre Wirksamkeit verlieren. Oder gar zur Gesundheitsgefahr werden.

Hinzu kommt, dass manche Wirkstoffe, in anderen Ländern nicht zugelassen sind. Was hierzulande ein einfaches Schmerzmittel ist, kann im Extremfall als illegale Droge angesehen werden. Und ein Gefängnisaufenthalt als Drogenschmuggler ist sicherlich nicht, wie man seine Zeit im Ausland geplant hat.

4 – Drogen

Eigentlich ein No-Brainer. Insbesondere wenn man bedenkt, dass Drogenschmugglern in manchen Ländern sogar die Todesstrafe droht. Man sollte also kein Risiko eingehen. Je nach Land gibt es an dieser Stelle keinerlei Toleranz gibt. Und das sollte man auch dem eigenen Nachwuchs im Teenager-Alter klar machen. Selbst Reste an einer Wasserpfeife oder ein paar Krümel Hanf im Nachttisch können schon zu viel sein.

5 – Waffen

Noch so ein No-Brainer. Zwar hat Deutschland eher strenge Waffengesetze – möglicherweise auch strengere als das Zielland. Trotzdem sollte man sich vor der Ausreise mit dem Zoll in Verbindung setzen und genau festhalten, was erlaubt ist und was nicht. Denn was als Waffe angesehen wird, kann oft überraschend sein. Oft gelten für den Transport von Waffen (beispielsweise für die Jagd) besondere Bestimmungen. Selbst wenn der Import bzw. der Transport im Container vom Zoll genehmigt wird, ist das Ganze riskant. Im Worst Case verschwinden die Waffen auf der Reise. Und tauchen dann an irgend einem Tatort wieder auf.

6 – Flüssigkeiten

Bei Reinigungsmittel besteht die Gefahr, dass sie mit Seeluft oder bei großer Hitze im Umzugscontainer reagieren. Im besten Fall verursachen die Chemikalien dann Schäden am Umzugsgut, Gestank oder eine klebrige Sauerei. Wenn es dumm läuft, setzen sie den Umzugscontainer in Brand. Und wenn es noch dümmer läuft, greift das Feuer auf andere Container über. Brandermittler können die Brandursache im eigenen Container lokalisieren. Keine Haftpflichtversicherung deckt so einen Schaden.

Alkohol im Container ist vor allem dann keine gute Idee, wenn der Umzug in ein muslimisches Land geht. Je nachdem wie konservativ das Land ist, reagiert der Zoll mehr oder weniger streng. Der Umzug verzögert sich in jedem Fall. Lieber vor dem Umzug noch eine Party veranstalten und Weinvorräte bzw. die Hausbar leeren.

7 – Religiöse Symbole

Abhängig vom Zielland kann schon ein kleines Kruzifix zum Problem werden. Denn religiöse Symbole, die mit der Staatsreligion nicht in Einklang sind, können verboten sein. Oder Expats sich gar in den Verdacht bringen, Missionierung betreiben zu wollen. Und das kann dazu führen, dass man sofort wieder ausgewiesen wird. Teilweise drohen auch Gefängnisstrafen. Oder noch schlimmeres.

8 – Schmuddelkram

Auch hier sollte man bei Umzügen in sehr konservative und muslimische Länder vorsichtig sein. Dabei geht es nicht nur um „Adult Entertainment“ oder die Playboy-Sammlung. Auch Dinge, die bei uns als vollkommen unproblematisch sind, können im Ausland jenseits des Erträglichen sein. So manches relativ harmlose DVD-, Buch- oder Zeitungscover gilt als illegal.

Veröffentlicht am Schreib einen Kommentar

Checkliste: Umzug ins Ausland

Checkliste Umzug ins Ausland

Ein Umzug ins Ausland ist ein Großprojekt. Übersieht man etwas wichtiges, ist der Schaden groß. Diese Checkliste für den Auslandsumzug kann helfen, genau das zu vermeiden.

So früh wie möglich

  • Mit dem Arbeitgeber klären, welche Kosten übernommen werden. Manche Unternehmen managen und zahlen den kompletten Umzug. Andere bieten dem Mitarbeiter eine Pauschale für die Umzugskosten an. Der Fall, dass der Mitarbeiter die Kosten für den Umzug tragen muss, ist eher selten.
  • Umzugsunternehmen bzw. Speditionen suchen. Das Internet, im Firmen-Intranets und bei Freunde sind dafür die besten Informationsquellen. Manche Firmen haben Umzugsunternehmen, mit denen sie bevorzugt zusammenarbeiten.
  • Fristgerecht Mietvertrag kündigen und eventuell einen Nachmieter suchen.
  • Internationalen Führerschein beantragen, falls der im Zielland erforderlich ist
  • 5 Dinge, die man vor dem Umzug wissen muss und Was kostet ein Auslandsumzug lesen.
  • Zweiten Reisepass beantragen (falls erforderlich)
  • Überlegen, ob man das Auto mit umziehen will.

6 – 8 Wochen vor dem Umzugstermin

  • Wert des Umzugsgutes grob überschlagen und überlegen, welcher Betrag im Worst Case versichert sein soll.
  • Bei 5 – 10 Unternehmen Angebote anfragen.
  • Mit 3 – 5 Unternehmen eine Wohnungsbesichtigung durchführen und zur Volumen und Aufwand einschätzen lassen. Bei Pauschalangeboten und Angeboten, die auf einer selbst ausgefüllten Stückliste basieren, ist Vorsicht geboten. Seriöse Anbieter setzen eine Wohnungsbesichtigung voraus und führen bei der Gelegenheit eine kleine Beratung für den Umzug ins Ausland durch.
  • Expat Bücher bestellen und lesen

4 – 6 Wochen vor dem Umzugstermin

  • Umzugsunternehmen und angebotene Versicherungsoptionen auswählen.
  • Vertrag mit dem ausgewählten Unternehmen abschließen. In der
  • Fotos aller relevanten Räume (ggf. plus Fahrräder und Keller) aus verschiedenen Perspektiven an das Umzugsunternehmen mailen. So dokumentiert man, dass die Spedition das komplette Umzugsgut gesehen hat und vermeidet Ärger.
  • Eventuell noch mal zum Zahnarzt gehen und andere regelmäßige Arztbesuche durchführen. Möglicherweise dauert es einige Zeit, bis man im Ausland die richtigen Ärzte gefunden hat.
  • Checkliste: 7 Dinge, die man vor der Ausreise erledigen muss lesen

4 Wochen vor dem Umzugstermin

  • Genauen Umzugstermin festlegen und mit Spedition vereinbaren.
  • Falls nötig: Hotelzimmer für die Nacht nach dem Umzug buchen.
  • Handwerker für Wohnungsrenovierung & Reinigung beauftragen.

1 – 4 Wochen vor dem Umzugstermin

1 Wochen vor dem Umzugstermin

2 – 3 Tage vor dem Umzugstermin

  • Alles aus der Wohnung raus, was nicht versehentlich eingepackt werden darf. Besonders wichtig: Dokumente.
  • Koffer packen.

Am Tag des Umzugs

  • Ruhe bewahren.
  • Nicht im Weg stehen.
  • Dafür sorgen, dass die Möbelpacker bei Kräften bleiben (Essen & Getränke).
  • Plombe am Container nach kompletter Beladung prüfen.
  • Frachtpapiere und Zollerklärung unterschreiben.
  • Bei guter Arbeit ein ordentliches Trinkgeld an die Möbelpacker verteilen.

Nach dem Umzugstermin

  • Wohnung renovieren und reinigen (lassen).
  • Wohnung an den Vermieter übergeben.
  • Dieses seltsame Gefühl von besitzloser Freiheit genießen.
  • Bei der Spedition den Namen des Containerschiffs erfragen, das den eigenen Umzugscontainer transportiert. Mit VesselFinder.com kann man dann nachvollziehen, wo das Schiff gerade ist.
  • Startphase als Expat = erster Schritt zur Scheidung? lesen.
  • In die neue Heimat ausreisen.
  • Kosten beim Arbeitgeber einreichen.
Veröffentlicht am Schreib einen Kommentar

Nehme ich mein Auto mit ins Ausland?

Auto nach Umzug ins Ausland

Auf des Deutschen liebstes Kind möchten viele auch im Ausland nicht verzichten. Viele angehende Expats fragen sich, ob sie ihr Auto beim Umzug ins Ausland mitnehmen sollen. Meistens – allerdings nicht immer – lautet die Antwort auf diese Frage: Nein!

Transportkosten

Gerade wenn es weiter als ins benachbarte Ausland geht, können sich die Umzugskosten durch ein Auto schnell verdoppeln. Stellt man die Kosten für einen Überseetransport in Relation zum Wert des Wagens und bedenkt man, dass er ggf. auch wieder zurück soll, rechnet sich der Umzug des in der Regel nicht. Sinnvoll ist auch die Rechnung, wie lange man sich ein Fahrzeug für die gleichen Kosten leasen oder mieten kann.

Steuern & Gebühren

Am Zielort angekommen fallen häufig entweder Importsteuern oder drastische Gebühren für die Erstanmeldung eines Autos an. Gerade in Skandinavien sind diese Kosten enorm – auch wenn das Auto aus der EU eingeführt wird. Auch wenn das Auto schon einige Jahre alt ist, fordert der Staat dort Anmeldesteuern, die leicht den Neupreis des Wagens übersteigen. Das kann leicht zur Kostenfalle werden.

Technische Anforderungen

Auch wenn der Wagen frisch durch den TÜV ist – im Ausland gelten oft unterschiedliche Spezifikationen, die für die Zulassung erforderlich sind. Von der Anzahl an Blinkern bis zu zulässigen Abgaswerten – nicht jedes Auto, das auf deutschen Straßen fährt erfüllt die Zulassungsanforderungen anderer Länder. Manche lassen sich nur durch aufwändige Umbauten erfüllen, andere erfordern eine Ausnahmegenehmigung, die nur mit einem kleinen Papierkrieg zu bekommen ist.

Günstige Automobilpreise im Ausland

Man sollte meinen, dass Neuwagen in der Automobilbau-Nation Deutschland günstig sind. Das Gegenteil ist der Fall. In den 90er Jahren gab es deshalb das phänomenale Business-Modell „Re-Import“. Auch heute kosten Neufahrzeuge – auch die von deutschen Herstellern – in vielen Ländern deutlich weniger als in Deutschland. Beispielsweise habe ich in Dubai einen neuen VW ca. 40% unter deutschem Listenpreis gekauft. Hier stellt sich eher die Frage, ob man den im Ausland gekauften Wagen mit zurück nach Deutschland nehmen soll.

Veröffentlicht am Schreib einen Kommentar

Was kostet ein Auslandsumzug?

Leben unter Palmen - Was kostet ein Auslandsumzug?

Pauschal lässt sich die Frage „Was kostet ein Umzug ins Ausland“ schwer beantworten. Deshalb einige Vergleichswerte für die Kosten eines Auslandsumzug aus unserer Vergangenheit bzw. von Freunden.

  • 3-Zimmer-Wohnung von München nach Dubai: 7.000 Euro
  • 3-Zimmer-Wohnung von Dubai nach Kopenhagen: 10.000 Euro
  • 4-Zimmer-Wohnung von Kopenhagen nach Frankfurt: 3.200 Euro (+ jede Menge Ärger mit der Umzugsfirma).
  • Kleines Haus von Seattle nach München: 30.000 Euro

Nicht inbegriffen sind dabei Kosten für Renovierungen, Malerarbeiten, Doppelmiete, etc.

Folgende voneinander unabhängige Faktoren beeinflussen die Kosten eines Auslandsumzugs:

Entfernung zwischen Start und Ziel

Selbstverständlich macht es einen Unterschied, ob man nur von Freiburg ins französische Colmar oder von Rosenheim nach Brasilia plant. Bei Umzügen über Land hängt dieser Kostenpunkt schlicht von der Entfernung zwischen den beiden Orten an. Entscheidend bei Übersee-Umzügen sind:

  • Entfernung von der Startwohnung zum Hafen
    Teilweise kommt hier ein LKW zum Einsatz. Neben den Kosten für den Fahrer, schlagen hier Maut, Diesel und sonstige Betriebskosten zu buche. Teilweise wird hier aber auch auf die Bahn umgeladen.
  • Entfernung von Start- und Zielhafen
    Diese Strecke macht zwar den größten Teil der Gesamtentfernung aus, der ist der Anteil an den Gesamtkosten ist allerdings deutlich geringer. Auf ein paar hundert Kilometer kommt es hier nicht an. Wichtiger ist die Richtung, in die der Transport geht (siehe auch 5 Dinge, die man vor dem Umzug wissen muss).
  • Entfernung vom Hafen zur Zielwohnung
    Analog zur ersten Etappe. Zu Bedenken ist allerdings die Frage wie es um die Straßenzustände bzw. Infrastruktur im bestellt ist.

Volumen des Umzugsguts

Bei Übersee-Umzügen gibt es im Prinzip nur 20 oder 40 Fuß Container. Zollbehörden erlauben es in der Regel nicht, die Kosten mit Hilfe von Beiladung zu reduzieren. Anders sieht es bei Umzügen über Land aus. Hier gibt es verschiedenste LKW-Größen und die Möglichkeit, mehrere Umzüge auf einen Transport zu laden. Wenn es nicht super schnell gehen muss, kann man so Kosten sparen.

Wichtig ist, dass man das Volumen vor Angebotserstellung von einem Mitarbeiter der Spedition besichtigen lässt. Auf dieser Basis kann der Experte das Volumen errechnen. Man selbst verschätzt sich leicht. Es ist definitiv kein Spaß, wenn der Container voll ist und die Hälfte der Kisten noch davorstehen. Kommt es trotz Berechnung durch den Speditionsmitarbeiter dazu, kann man die Spedition in die Pflicht nehmen. Bei einem Auslandsumzug will man schließlich wegen ein paar Euro Ersparnis kein Risiko eingehen. (siehe auch: Checkliste Auslandsumzug)

Aufwand für das Ein- und Auspacken bzw. Ab- und Aufbauen

Kann ich das nicht selbst machen? Nur teilweise. Selbstverständlich kann man die Kosten für einen Auslandsumzug reduzieren, indem man einzelne Möbel schon zerlegt. Allerdings ist absolut davon abzuraten, Umzugsgut selbst zu verpacken. Erstens haben Speditionen das richtige Material und die nötige Erfahrung das Umzugsgut zu schützen – nicht nur vor Kratzern sondern auch vor salziger Meeresluft. Zweitens vermeidet man so (Rechts-)Streitereien, wenn es trotzdem Transportschäden gibt. Und drittens stellen Speditionen auf diesem Weg auch sicher, dass sie nichts Verbotenes transportieren: Handelswaren, Waffen, Lebensmittel, Drogen, Chemikalien, … und bei Umzüge in muslimische Länder auch Kruzifixe. Ein entscheidener Faktor diese Kostenpunkts ist das Lohnniveau im Zielland.

Zugang zu Start- und Zielwohnung

Fünfte Etage. Ohne Lift. Enges Treppenhaus. Der Alptraum für jeden Möbelpacker. Und natürlich auch ein Kostentreiber für den Umzugskunden. Wenn es dann für den Lastwagen keine direkte Zufahrt zur Haustüre gibt oder der Container erst gar nicht in das Wohngebiet fahren kann, dann wird es richtig teuer. Gleiches gilt natürlich auch für die Zielwohnung. Die ist allerdings oftmals vor der Ausreise noch nicht bekannt. Dann rechnet die Spedition ein Risikofaktor mit ein.

Versicherungen

In der Regel sind Transporte standardmäßig über die Haftpflicht der Spedition bzw. ihrer Subunternehmer versichert. Sicherheitshalber sollte man an der Stelle natürlich genau nachfragen. Oft stellt sich dann heraus, dass die Deckungssumme gedeckelt ist, Und zwar auf den Betrag, den man als Kunde ans Umzugsunternehmen zahlt. Der Wiederbeschaffungswert der Umzugsgüter ist natürlich um ein vielfaches höher. Ein Totalverlust – wenn zum Beispiel der Lastwagen abbrennt, oder das Schiff sinkt – ist also bei weitem nicht abgedeckt. Dafür gibt es zusätzliche Versicherungen, die in der Regel mit einem dreistelligen Betrag zu Buche schlagen.

Flugcontainer

Schiffe sind langsam, Flugzeuge schnell. Braucht man einen Teil seines Umzugsguts innerhalb weniger Tage, dann kann man dafür einen Flugcontainer nutzen. Allerdings liegen die Kosten um ein Vielfaches über denen eines Seecontainers. Trotzdem kann sich diese Investition lohnen. Beispielsweise erleichtert es kleinen Kindern das Einleben in der neuen Umgebung enorm, wenn sie dort von Anfang an ihr vertrautes Bett oder ihr Spielzeug haben.

Zwischenlagerung

Viele Expats können erst nach der Ankunft im Ausland eine Wohnung bzw. ein Haus suchen. Die ersten Wochen nach dem Auslandsumzug sind dann meistens sehr hektisch und es dauert bis man etwas passendes gefunden hat. Wenn der Container schon vorher ankommt, muss er für eine gewisse Zeit geparkt werden. Für einige Tage geht das meistens kostenlos. Bei Standzeiten von einem Monat oder länger fallen allerdings Kosten an, die auch vorher nicht eingeplant sind.

Aufwand für Zollformalitäten

Zwar entsteht für privates Umzugsgut in den meisten Ländern keine Einfuhrzoll. Trotzdem berechnet die Zollbehörde Bearbeitungsgebühren. Nicht selten muss die Spedition einen Agenten als Kontaktperson für die Behörde bereitstellen.

Insgesamt ist es sinnvoll, mit einem Umzugsunternehmen einen Pauschalpreis zu vereinbaren. Dann gibt es am Ende kein böses Erwachen, wenn die Rechnung kommt. Eventuell ist es auch eine sinnvolle Option, den eigenen Hausrat einzulagern und in eine möblierte Wohnung zu ziehen.

Veröffentlicht am Schreib einen Kommentar

16 Benefits, die Expat-Arbeitsverträge enthalten können

Expat Arbeitsvertrag

Die Arbeitsverträge vieler Expats enthalten Benefits und Zusatzleistungen, die das Expat-Leben attraktiv machen. Allerdings bietet die nicht jeder Arbeitgeber von sich aus an. Im Falle einer Entsendung gibt es tendenziell mehr dieser Benefits als bei einem lokalen Vertrag. Mit etwas Verhandlungsgeschick (und abhängig von Einsatzland und Vertragsform) kann folgende Benefits erhalten bzw. im Expat-Arbeitsvertrag verankern lassen.

1 – Vorbereitungsseminar oder Coach

Nicht zuletzt dieser Blog zeigt, wie vielschichtig die Umstellung auf das Leben als Expat ist. Man hat eine Vielzahl von Fragen. Und es gibt Themen – insbesondere im interkulturellen Bereich – deren Relevanz und Bedeutung einem noch gar nicht klar ist. Vorausschauende Unternehmen investieren deshalb in die Vorbereitung ihrer zukünftigen Expats – und ihrer Familien.

2 – Look & See Trip

Vor Antritt der Expat-Stelle im Ausland ist ein Look & See Trip für alle Familienmitglieder, die mit umziehen sollen, unbedingt zu empfehlen. Und zwar unabhängig davon, wie gut man das zukünftige Wohn- und Arbeitsland kennt. Nach dieser etwa einwöchigen Reise, sollte es die Möglichkeit geben, die Entscheidung für den Auslandseinsatz zu überdenken und schlimmstenfalls abzulehnen. Ein schnelles Ende mit Schrecken kann nicht nur den sprichwörtlichen Schrecken ohne Ende, sondern auch hohe Kosten, die sich nicht rentieren, verhindern. Selbstverständlich lässt sich der Aufenthalt auch nutzen, um beispielsweise zukünftige Kollegen zu treffen, Projekte vorzubereiten und mögliche Wohnquartiere zu erkunden.

3 – Organisation des Umzugs oder Kostenpauschale

Die Erfahrung aus Umzügen ins Ausland und zwischen Expat-Stationen zeigt: es schont die Nerven, wenn sich ein Profi darum kümmert. Große Unternehmen mit vielen Expats haben eigene Abteilungen, die die Zusammenarbeit zwischen Agenturen und Speditionen organisieren. Alternativ zahlt das Unternehmen entsprechende Kosten entweder pauschal oder über eingereichte Rechnungen an den Expat aus. Bei pauschaler Abrechnung ist zu überlegen, ob das Budget tatsächlich für einen Umzug des Hausrats oder für die Einlagerung im Heimatland und/oder neue Möbel im Ausland genutzt wird. Ein Detail wird oft vergessen: wie sieht es mit dem Umzug zurück aus?

4 – Relocation Service

In den ersten Wochen nach dem Umzug stehen viele Behördengänge an und es gibt viele Dinge zu organisieren. Ein Relocation Service stellt einen vertrauten Begleiter zur Verfügung, der weiß, wie und wo man Visa- und Ausweisdokumente beantragt, verpflichtende Medizinchecks durchführt und Führerscheine umschreibt. Außerdem hilft der Relocation Service bei der Auswahl von Häusern bzw. Wohnungen, bei der Organisation von Besichtigungsterminen und beim Abschluss von Mietverträgen. Vorteil für das Unternehmen ist dabei, dass sich der Mitarbeiter mit möglichst wenig Ablenkung auf seinen Job konzentrieren kann.

5 – Boarding House oder Übergangswohnung

Dass der Arbeitgeber für einige Tage, Wochen oder gar Monate die Kosten für eine temporäre Wohnung übernimmt, sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Spannend wir es hier, wenn es um Größe, Ausstattung und Dauer geht. Während Singles gerade in den Anfangswochen oft geringe Ansprüche an die Wohnung haben – man arbeitet zu Beginn oft sehr viel – benötigen Expats mit Familie eine Wohnung, in der sich die Familie wohlfühlt. Wohn- und Kinderzimmer sind wichtig, eine gut ausgestattete Küche ist beinahe noch wichtiger. Ansonsten droht leicht zu Stress und Streit in der Familie, was nicht gerade zu einem guten Start in den neuen Job beiträgt. Andererseits – je kleiner, unbequemer und unpraktischer, desto mehr ist der Mitarbeiter motiviert, schnell eine passende Bleibe auf eigene Kosten zu finden.

6 – Miete oder Housing Allowance

Auch über den Anfangszeitraum hinaus ist es nicht unüblich, dass der Arbeitgeber entweder die Miete für Haus oder Wohnung bis zu einem bestimmten Betrag übernimmt oder alternativ eine Mietpauschale auszahlt. Die erste Variante ist zwar das Sorglos-Paket, das den Expat auch bei drastischen Mieterhöhungen entspannt sein lässt. Die zweite Variante bietet allerdings auch die Möglichkeit, einen Teil der Pauschale zu sparen oder für andere schöne Dinge zu verwenden. In Metropolen wie Tokio oder New York sollte man sich die gleichen Gedanken über Parkplätze machen. Da es sich bei Mietzuschüssen um einen Gehaltsbestandteil handelt, solle man diese Zahlung im Expat-Arbeitsvertag verankern.

7 – Car Allowance, Firmenwagen (evtl. mit Fahrer)

In der Regel ist es nicht sinnvoll, das eigene Auto mit ins Ausland zu nehmen. Transportkosten, unterschiedliche technische Anforderungen und Steuern sprechen meist dagegen. Und manchmal ist schlicht das Lenkrad auf der falschen Seite. Auch wenn Firmenwagen in vielen Ländern eher unüblich sind, erhalten viele Expat-Arbeitsverträge eine Fahrzeug- oder  Mobilitätspauschale für öffentliche Verkehrsmittel. Die Firmenlimousine inklusive Fahrer gibt es eher in asiatischen Ländern und für die oberen Gehaltsklassen.

8 – Education Allowance

Kindergärten, Schulen und Universitäten sind in Deutschland kostenlos oder zumindest vergleichsweise kostengünstig. Im Ausland fallen dafür teilweise Kosten in erheblicher Höhe an. Bildung wird dort oft mehr als Industriezweig denn als Aufgabe des Staates gesehen. Als zukünftiger Expat sollte man bei der Vertragsverhandlung darauf hinwirken, dass der Arbeitgeber diese Kosten übernimmt oder zumindest bezuschusst. Es ist zu empfehlen, dass man keine Gesamtpauschale, sondern eine Regelung pro Kind findet. Denken Sie dabei auch an Kinder, die noch nicht geboren sind.

9 – Sprachkurse und Weiterbildungsbudgets für Ehepartner

Leider ist es für Ehepartner nicht immer leicht, einen Job im Einsatzland zu finden. Sprachbarrieren, nicht anerkannten Berufs- und Studienabschlüssen oder kulturelle Gründe machen den Jobsuche kompliziert. Viele Arbeitgeber zahlen deshalb ein Weiterbildungsbudget für Ehepartner. Darüber lassen sich zum Beispiel Sprachkurse aber in manchen Fällen auch Segelscheine oder Tauchkurse finanzieren.

10 – Krankenversicherung

Die heimische Krankenversicherung greift – wenn überhaupt – im Ausland nur für einen begrenzten Zeitraum. Details, wie dieser Schutz im Ausland gestaltet und finanziert wird, sind sowohl eines der langweiligsten, aber auch eines der wichtigsten Themen. Wer zahlt die Beiträge? Sind alle Familienmitglieder mitversichert? Welche Leistungen sind enthalten, welche ausgeschlossen? Wie werden Vorerkrankungen gehandhabt?  Gibt es Einschränkungen bei der Arztwahl, Selbstbehalte, Risikodeckelungen für die Versicherung? Diese Fragen sollten unbedingt im Vorfeld geklärt sein. Erwähnt sei hier auch, dass viele Expat-Arbeitsverträge einen hervorragenden, arbeitgeberfinanzierten Versicherungsschutz enthalten.

11 – Anwartschaftsversicherungen

Nicht weniger wichtig ist die Frage, wie man mit Versicherungen und dem Sozialsystem im Heimatland umgeht. Sofern man einigermaßen sicher ist, dass man eine Rückkehr nachhause plant, empfiehlt sich eine Anwartschaft für die private Krankenversicherungen – im Idealfall vom Arbeitgeber finanziert. Diese stellt sicher, dass man nach der Zeit im Ausland den Versicherungsschutz wieder aktivieren kann, ohne Fragen zum aktuellen Gesundheitsstand zu beantworten. Dadurch sind auch Verletzungen oder chronischen Erkrankungen, die während der Zeit im Ausland entstanden sind, abgedeckt.  Gesetzliche Versicherungen bieten diese Möglichkeit eher selten an.

12 – Fortführung von Sozialversicherungen im Heimatland

Um aus der Zeit als Expat keine Rentenlücke oder Probleme mit der Pflegeversicherung entstehen zu lassen, sollte man darauf drängen, dass der Arbeitgeber die Beitragszahlungen während des Auslandsaufenthalts leistet. Gerade bei Entsendungen hat man hier gute Argumente.

13 – Regelmäßige Heimflüge

Mindestens einen kostenlosen Heimflug pro Jahr für jedes Familienmitglied sollte man als Expat erwarten können. Entweder Tickets werden direkt vom Arbeitgeber bezahlt bzw. erstattet. Oder man erhält gemäß Expat-Arbeitsvertag eine Pauschale, die sich an den durchschnittlichen Ticketpreisen im Verlauf eines Jahres orientiert. Manche Unternehmen zahlen auch mehrere Flüge – alles Verhandlungssache. Plausible Gründe sind unter anderem, dass die Familie im Heimatland geblieben ist oder dass medizinische Gründe vorliegen, die eine regelmäßige Behandlung eines speziellen Arztes erfordern. Selbstverständlich bietet auch die Frage ob Economy, Business oder First Class Verhandlungsspielraum.

14 – Internationaler Steuerberater

Wer macht schon gerne seine Steuererklärung selbst? Und wer kennt schon Details zu Doppelbesteuerungsabkommen und Progressionsvorbehalten? Wer kann von sich sagen, problemlos Steuererklärungen mit Einkommen in mehreren Staaten zu erstellen? Und das, ohne etwas zu übersehen und dadurch entweder eine Strafe zu riskieren oder unnötig viel Steuern zu bezahlen. Glücklicherweise gibt es Steuerberater. Allerdings lassen die sich für die Komplexität gerne ordentlich entlohnen. Übernimmt die Firma die Kosten – über den gesamten Zeitraum des Auslandseinsatzes plus das darauf folgende Jahr – hat der Mitarbeiter eine Sorge weniger und die Möglichkeit im Job mehr zu leisten.

15 – Gehalt in mehreren Währungen oder einer Fremdwährung

Insbesondere bei Entsendungen stellt sich die Frage: wer trägt das Risiko für Wechselkursschwankungen zwischen Heimat- und Einsatzland? Inflation und nicht vorhersehbare Ereignisse, die auf den Wechselkurs drücken, können dazu führen, dass man das Gehalt in Landeswährung gegen immer weniger Euros umtauschen kann. Hat man im Heimatland laufende Kosten wie Hypothekenkredite, oder Versicherungsbeiträge kann das zum Problem werden, selbst wenn die Kaufkraft innerhalb des Einsatzlands nicht verringert. Ein Gehalt und Euro oder Dollar kann ähnliche Probleme verursachen. Schließlich kann die Landeswährung auch an Wert gewinnen. Eine mögliche Lösung ist die Auszahlung des Gehalts: ein Teil in Landeswährung, ein Teil in Euro – wobei beide Teile als fester Betrag definiert sind. Diese Konstrukt sollte man allerdings mit einem Steuerberater besprechen.

16 – Clubmitgliedschaften

Ja, Clubmitgliedschaften. Ob Soho House oder Golf Club – hier lassen sich Geschäftsbeziehungen pflegen. Manche Unternehmen tragen deshalb die Mitgliedsbeiträge ihrer Expats. Aber auch über die Kosten für Beach oder Fitness Clubs kann man reden.

Es ist sicherlich unrealistisch alle diese Benefits zu erwarten. Aber mit  etwas Verhandlungsgeschick kann man schon die eine oder andere Zusatzleistung erhalten. Umgekehrt können Personaler diese Benefits nutzen, um einen Auslandseinsatz attraktiver zu gestalten.

Veröffentlicht am 1 Kommentar

5 Dinge, die man vor dem Umzug ins Ausland wissen muss

Umzugskartons

Ein Umzug an sich ist schon mühsam genug. Ein Umzug ins Ausland ist zusätzlich um einiges komplexer. Mehr kann schiefgehen. Hinzu kommt, dass man in der Regel relativ wenig Erfahrung mit internationalen Umzügen hat und sich deshalb auf Speditionen verlassen muss.  Umzugsunternehmen – aber auch Arbeitgeber – halten manche wertvolle Information gerne zurück und nutzen dieses Unwissen aus. Deshalb gibt es hier 5 Dinge, die man vor einem Umzug ins Ausland wissen muss.

1 – Umzugsunternehmen haben kaum Stammkunden

Die meisten Menschen ziehen eher selten um. Für Umzugsunternehmen bedeutet das: Kundenbindung ist unwichtig, Neukunden müssen her. Diese wiederum haben wenig Erfahrung mit Umzügen – insbesondere mit Umzügen ins Ausland. Es ist sehr schwierig einzuschätzen, welches Unternehmen wirklich gut ist. Onlinebewertungen sind nur bedingt verlässlich. Die Differenzierung findet meistens über den Preis statt – auf Kosten der Servicequalität. Der Kunde kommt ja sowieso nicht wieder. Ein höherer Preis ist allerdings auch kein Beleg für höhere Qualität. Auch wenn der Preis eher teuer sein mag, kann ein Umzugsunternehmen, das der Arbeitgeber empfiehlt, die Lösung sein. In diesem Fall besteht für das Umzugsunternehmen die Aussicht auf Anschlussaufträge bzw. bei schlechter Leistung das Versiegen eines Kundenstroms. Generell gilt: wer ohne Besichtigung der Wohnung ein Angebot schickt, ist unseriös.

2 – Speditionen sind oft nur Agenturen

Der Konkurrenzkampf ist hart, deshalb sparen Umzugsunternehmen wo immer es geht – insbesondere bei den Fixkosten. Festangestelltes Personal ist ein Risiko. Die Internationale Logistik – Container und Schiffspassage – übernimmt der Anbieter vielleicht noch selbst. Für die körperliche Arbeit greift man auf Freelancer zurück. Oft wird auch der komplette Job outgesourct. Als Kunde merkt man das erst, wenn etwas nicht funktioniert: die Packer erscheinen nicht zum vereinbarten Termin oder das Einpacken dauert viel länger als geplant. Ruft man beim Umzugsunternehmen – also bei dem Unternehmen mit dem man ein Vertragsverhältnis hat – an, dann müssen die erst bei ihrem Subunternehmer nachfragen. Und der wiederum beim Freelancer. Kommunikationschaos ist vorprogrammiert – besonders dann, wenn zwischen all den Beteiligten unterschiedliche Konditionen ausgemacht wurden.

3 – Umzug ins Ausland – besser am Monatsanfang

Mietverträge werden zum Monatsende gekündigt. In den Tagen vorher haben Umzugsunternehmen alle Hände voll zu tun. Lastwagen sind knapp, Packer hetzten von einem Auftrag zum nächsten, die eingeplante Zeit ist viel zu knapp bemessen. Es kommt schon mal vor, dass mehr Umzüge angenommen werden, als tatsächlich abgearbeitet werden können. Ein paar Tage später (oder früher), am Monatsanfang wollen deutlich weniger Leute umziehen. Die Situation ist viel entspannter.

4 – Die Richtung bestimmt den Preis

Der Welthandel verläuft größtenteils von Ost nach Europe bzw. Nordamerika. In der Praxis bedeutet das, dass Container leer in Richtung Asien transportiert werden. Das macht Umzüge in diese Richtung – zum Beispiel von Europa in die Expat-Metropolen Dubai oder Singapur – relativ günstig. Die böse Überraschung kommt dann beim Umzug zurück ins Heimatland. Der kann dann schnell mal doppelt so teuer werden. Aber an den Umzug zurück denkt man ja bei der Ausreise noch nicht.

Besonders ärgerlich ist dieser Umstand, wenn der Arbeitgeber den Umzug ins Ausland zahlt und man einige Jahre später für die Rückkehr nach Deutschland selbst zahlen muss.

5 – Umzugsgut versichern

Was passiert eigentlich, wenn der Container nicht ankommt, oder der Inhalt beschädigt wird? Jetzt kommt es auf das Kleingedruckte des Transportauftrags an. Oft ist der Container bis zum Gesamtpreis des Umzugs versichert. Beim Totalverlust reicht das nicht mal annähernd an den Wert des Umzugsguts heran. Deshalb gibt es Zusatzversicherungen, die auch den tatsächlichen Wert der transportierten Gegenstände abdeckt. Günstig sind die allerdings nicht. Bei Schäden kann man sich auf ein längeres Hin und Her mit der Versicherung einstellen. Der teure Designertisch ist total zerkratzt? Aber er steht ja noch und man kann auch noch daran essen. „Aus Kulanzgründen können wir Ihren 100 Euro als Entgegenkommen anbieten.“ Geduld zahlt sich jetzt aus. Man sollte nicht das erste Angebot der Versicherung annehmen, sondern hartnäckig verhandeln.