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10 Must-have Kleidungsstücke für Dubai Expats – und Urlauber

Must-have Kleidung für Dubai Expats - und Touristen

Fashion-Blogger sein ist in. Deshalb gibt es ja und hier ist eine Auswahl der wichtigsten Kleidungsstücke für Dubai. Egal ob Expat oder Tourist – Kleidung muss in Dubai verschiedenen Ansprüchen gerecht werden: kulturell, klimatisch, funktional und innerhalb der Expat-Community.

Für Damen

Seidentuch

Ein schönes Seidentuch ist vermutlich das wichtigste Kleidungsstück für Damen in Dubai. Nein, Expat-Frauen müssen dort in der Öffentlichkeit keinen Schleier tragen. Allerdings ist es in zahlreichen Situationen notwendig, die Schultern zu bedecken. Das Tuch lässt sich leicht in der Tasche verstauen und kann schnell über das Top mit Spaghettiträger geworfen werden. Und natürlich ist es ein Accessoir mit dem man ein Fashion-Statement setzen kann.

Knielanges Leinenkleid

Egal ob Shopping in der Mall, Sundowner am Nassimi Beach, Coffee Morning der deutschen Expat Community, Friday Brunch oder auch der Arbeitsalltag. Das Leben in Dubai ist geprägt von stetigem Wechsel von Klimaanlagen und Außentemperaturen, die schon mal Richtung 50 Grade steigen. Baumwolle saugt Feuchtigkeit wie Schweiß regelrecht auf und führt dazu, dass man in klimatisierten Räumen friert und sich erkältet. Leinen hingegen gibt die Feuchtigkeit schnell an die Umgebung ab. Deshalb eignen sich Sommerkleider aus Leinen perfekt für Dubai. Wichtig ist, dass Schultern und Knie bedeckt sind. Das gebietet der Respekt vor der Kultur der Emirate.

Weite 3/4 Hose aus Leinen

Alternativ eignen sich weite Hosen – natürlich ebenfalls aus Leinen. Eng anliegende Kleidung kann in der Hitze sehr unangenehm sein. Weit geschnittene Hosenbeine wirken dagegen wie Sonnenschirme. Spannenderweise eignen sich auch dunkle Stoffe. Im Gegensatz zu weißen Stoffen reflektieren sie zwar das Sonnenlicht nicht. Allerdings schlucken sie es und lassen weniger UV Strahlung an die Haut.

Strandponcho

Sicherlich, das Expat Leben in Dubai besteht nicht nur aus Strand und Pool. Anderseits sind Expats auch nicht ausschließlich zum Arbeiten in Dubai. Ein Poncho schützt nicht nur vor der Sonne, sondern auch vor manch unangenehmen Blicken. Allerdings sind Ponchos nicht so leicht zu finden, wenn man in Dubai Kleidung kauft. Besser man kauft sie während eines Besuchs in der Heimat – dann kann man sich vor dem Flug nach Dubai sogar die Mehrwertsteuer zurückerstatten lassen.

Sommerhut

Die Sonne in Dubai kann gnadenlos sein. Und gerade blondes Haar lässt viel UV Licht an die Kopfhaut. Es gibt wenige Körperteile, an denen ein Sonnenbrand noch unangenehmer ist, als auf dem Kopf. Ein modischer Sommerhut gehört deshalb zum festen Bestandteil der Gardarobe von Dubai Expats. Getragen wird er ganzjährig. Denn gerade im Winter spielt sich das Leben mehr im Freien ab.

UGGS

Ja, UGGS. Ohne Schmarrn. Wer sich in den Wintermonaten in Dubai umsieht, ist erstaunt, wieviele UGGS dort zu sehen sind. Einerseits kann Lammfell auch kühlende Wirkung haben. Andererseits gewöhnt man sich im Laufe eines Jahres an Temperaturen um die 40 Grad. Fällt im Winter die Temperatur unter 20 Grad, bekommen auch Expats aus Deutschland kalte Füße. Und das muss ja nicht sein.

Für Herren

Leichte Leinenhosen

Anzug trägt man in Dubai so gut wie nie. Leinenhosen, kombiniert mit Polo Shirt oder Hemd, passen bei praktisch jedem Anlass. Im Büro genauso wie im 101 Beach Club. Am Creek genauso wie auf dem Golfplatz. Im Madinat genauso wie auf dem Global Village. Leinen fühlt sich angenehm kühl auf der Haut an und gibt Feuchtigkeit schnell an die Umgebung ab. Leinenhosen sind gewissermaßen die optimale Dubai-Kleidung. Und Männerbeine in Leinenhosen sehen bei weitem nicht so albern aus wie Männerbeine in Shorts.

Luxuriöse Badehose mit Logo

An Dubais Stränden und Pools geht es wie überall auf der Welt um Sehen und Gesehenwerden. Mit einer schnöden Badehose von Adidas oder Speedo macht man dabei keine gute Figur. Angesagt ist Premium-Bademode von Versace, Armani oder insbesondere Vilebrequin. Leider muss man bei diesen Marken locker über 150 Euro für Paar Badeshorts hinlegen. Dafür gehört man dann aber auch voll und ganz dazu – zum emiratischen Jahrmarkt der Eitelkeiten.

Leichte Trekking Schuhe

Wüsten-Camping, Hiking im Oman, mit dem SUV eine Spritztour in die Big Red. Oder sei es nur ein Besuch bei der fast schon legendären Kameluschi. Viele Expats verbringen ihre Freizeit outdoor. Dafür braucht es gute Trekking Schuhe. Nicht nur, weil diese den Knöchel stützen und für einen guten Stand sorgen. Sie schützen auch vor unangenehmem Getier wie Skorpione, Spinnen und Schlangen, denen man auf der arabischen Halbinsel gelegentlich begegnen kann.

Golf Shirt

Es lässt sich nicht vermeiden. Irgendwann landet jeder Expat in Dubai auf dem Golfplatz. Aus einigen Schnupperstunden auf der Driving Range werden schnell ein ernsthaftes Hobby. Und wer dabei gut aussehen will, braucht natürlich ein ordentliches Outfit. Wer ernstgenommen werden will, trägt natürlich Golf Shirts von Callaway, Wilson oder PGA. Und keinesfalls Polo Shirts von Hilfiger oder Ralph Lauren.
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Was kostet eine Wohnung in Dubai?

Was kostet eine Wohnung in Dubai?

Der Immobilienmarkt in Dubai ist extrem volatil – egal ob Kauf oder Miete. Die Antwort auf die Frage „Was kostet eine Wohnung in Dubai?“ hängt von zahreichen Faktoren ab. Neben den üblichen Punkten wie Lage, Größe und Ausstattung spielt die Konjuktur eine enorme Rolle. Und die ist in den Vereinigten Arabischen Emiraten ein stetiges Auf und Ab. Selbst innerhalb eines Jahres können sich die Preise für gleichwertige Häuser oder Wohnungen leicht um 30% verändern.

Beispielsweise gab es in Folge der Krise von 2009 einen enormen Leerstand. Häuser und Wohnungen wurden für einen Bruchteil des Preises der Vorjahre angeboten. Bauprojekte wurden gestoppt oder erst gar nicht mehr begonnen. Ab 2014 führte die erfolgreiche Bewerbung um die Ausrichtung der Expo 2020 zu einer plötzlichen Preisexplosion. Seitdem werden jedes Jahr wieder zehntausende Wohneinheiten auf den Markt geworfen. Im Jahr 2019 wird der Immobilienmarkt von Dubai erneut von einer Krise heimgesucht. Wieder ruhen die Hoffnungen auf der Expo 2020. Allerdings ist zu befürchten, dass danach der Markt zusammenbricht und sich der Leerstand noch einmal deutlich erhöht.

Haus oder Wohnung mieten

Einen aktuellen Überblick über die aktuellen Preise für Mietwohnungen – egal ob furnished (also möbliert) oder leer – bekommt man am besten auf Webseiten wie propertyfinder.ae oder dubizzle.com. Dort werden Tausende Studios, 1-Bedroom, 2-Bedroom-Apartments oder auch größere Wohnungen und Villen angeboten. So erhält man schnell ein Gefühl für die aktuelle Marktlage. Schnäppchen darf man allerdings – wenn überhaupt – nur zu Krisenzeiten erwarten. Das Leben in Dubai ist teuer. Im Vergleich ist sind deutsche Großstädte – auch das teure München – deutlich günstiger. Deshalb mieten viele deutsche VAE-Expats keine Wohnung in Dubai, sondern leben  in anderen Emiraten und pendeln nach Dubai. Vor allem Ras al Kheima wird immer beliebter.

Mietverträge werden in der Regel für ein Jahr geschlossen. Die Miete wird nach wie vor per Cheque bezahlt und ist im Voraus fällig – meistens für das ganze Jahr. In seltenen Fällen kann man sich mit dem Vermieter auf mehrere Cheques pro Jahr einigen. Diese werden dann für das gesamte Jahr vordatiert und beim Vermieter hinterlegt.

Im Mietervertrag wird auch festgelegt, wann Mieter und Vermieter sich gegenseitig über eine mögliche Verlängerung des Vertrages informieren. Offiziell gibt es in Dubai eine Art Mietpreisbremse. Liegt die aktuelle Miete deutlich unter dem durchschnittlichen Preis vergleichbarer Wohnungen in Dubai, sind Preisanstiege bis zu 20% möglich. Bei einem geringeren Abstand zur Durchschnittsmiete verringert sich die mögliche Erhöhung. Allerdings gibt es Wege, wie Vermieter diese Regularien umgehen können. Beispielsweise kommt es immer wieder vor, dass Mietern gekündigt wird, weil der Vermieter die Wohnung (angeblich) verkaufen will – und zwar ohne Mieter. Nach erfolgreicher Kündigung entscheidet er sich dann allerdings spontan, die Wohnung zu behalten und zu einem deutlich höheren Preis wieder zu vermieten. Ein Schelm, wer böses dabei denkt.

Wohnung oder Haus kaufen

Immobiliengeschäfte in Dubai sind riskant. Egal ob man als reine Kapitalanlage investiert oder zum Arbeiten in Dubai weilt und seine eigene Bleibe kauft. Unter einer halben Million Euro ist kaum etwas zu haben. Schon gar nicht in den Wohnvierteln in Dubai, die bei Expats beonders beliebt sind. Der mittlere Osten ist ein Pulverfass, die Konjunktur kaum vorhersehbar und der Markt durchsetzt von zwielichtigen Gestalten. So mancher Verkäufer ist nur auf die üblichen 10% Anzahlung aus und läßt den Deal dann platzen. Dann ist es enorm schwierig, wieder an sein Geld heranzukommen – sei es weil ein einheimischer Geschäftspartner vor Gericht immer die besseren Karten hat, sei es weil der Geschäftspartner irgendwo im Ausland sitzt und nicht mehr erreichbar ist.

In den vergangenen Jahren hat sich die Risikolage zwar etwas verbessert, schließlich lebt das Emirat Dubai inzwischen mehr von Immobiliengeschäften als von der Ölförderung. Verläßlichkeit ist dabei ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Dennoch sind Investitionen in Immobilien in Dubai spekulativ. Insbesondere dann, wenn der Kauf noch in der Planungs- oder Bauphase getätigt wird. Immer wieder kommt es vor, dass Projekte nicht oder deutlich später als geplant fertiggestellt werden. Eventuelle Mieteinnahmen fallen dann aus und die Finanzierung bricht zusammen. Das wiederum kann zu einem Gefängnisaufenthalt führen, denn geplatzte Cheques werden hart bestraft.

Ebenfalls zu beachten ist die Tatsache, dass Immobilien in Dubai durch das Klima und gegebenenfalls auch durch häufige Ein- und Auszüge schneller „abgewohnt“ werden als in Europa.

Der Kauf einer Immobilie für den Eigenbedarf ist weniger problematisch – solange man einen Job hat und eventuelle Kredite rechtzeitig bedient werden. Wenn man zu einem günstigen Zeitpunkt einsteigt, nicht anfallende Mietkosten berücksichtigt und zum richtigen Zeitpunkt wieder verkauft, kann sich die Investition mehr als lohnen.

Nebenkosten

Die Nebenkosten sollten man keinesfalls vernachlässigen, denn sie können signifikant sein. Beispielsweise fallen beim Kauf einer Immobilie 4% Transfergebühr beim Dubai Land Department an. Diese Kosten sind mit den Notargebühren in Deutschland vergleichbar. Dazu kommen Bearbeitungsgebühren in Höhe von bis zu 5000 AED und Maklergebühren. Zwar ist der Immobilienmarkt inzwischen einigermaßen reguliert. Allerdings heißt das nicht, dass es keine unseriösen Makler gibt, die überhöhte Courtagen verlangen. Im Idealfall vermeidet man Maklerkosten komplett, indem man einen Relocation Service für die Wohnungssuche nutzt.

Nach dem Vertragsabschluss sind die Unterhaltungskosten zu beachten. Elektrizität ist verhältnismäßg günstig. Allerdings ist Wasser richtig teuer. Eigentlich ist das nicht verwunderlich – schließlich liegt Dubai bekanntermaßen in der Wüste. Dennoch ist so mancher Besitzer einer Villa mit Außenpool regelmäßig schockiert, wieviel Wasser – und damit bares Geld – im Laufe eines Jahres verdunstet.

Auch die unvermeidliche Klimaanlage reißt leicht Löcher in die Finanzen. Insbesondere im Sommer, wenn die Temperaturen auf über 50 Grad steigen. Dann laufen die Klimaanlagen auf Hochtouren. Dabei sind Wohnungen in Hochhäusern noch verhältnismäßig effizient zu kühlen. Und das obwohl die Sonneneinstrahlung durch die riesigen Glasfasaden zu einem regelrechten Treibhauseffekten führen. Moderne Wohntürme sind an District Cooling – dem kalten Äquivalent von Fernwärme – angeschlossen. Außerdem sind die Wohnungen darin von anderen gekühlten Wohnungen umgeben. Im Gegensatz dazu brennt die Sonne bei freistehenden Villen auf Dächer und Außenwände.

Ein weiterer Faktor sind Personalkosten für Gärtner, Poolboys und Torwächter.

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Expat-Brot – wie man Auslandsdeutsche glücklich backt [mit Rezept]

Brot - was Deutsche im Ausland vermissen

Zum Glücklichsein brauch der Expat Brot. Die amerikanische Kabarettistin Gayle Tufts behauptet: Wenn man einen Deutschen vorübergehend ins Paradies schickt, kommt er zurück und sagt: „Es war wirklich traumhaft schön dort, aber das Brot war grauenhaft“. Das mag etwas überspitzt sein. Allerdings ist es gar nicht so weit von der Realität entfernt. Viele deutsche Expats vermissen wirklich gutes Sauerteigbrot. Mit einer knusprigen Kruste. Mit einer würzigen, dunklen, leicht feuchten Krume. Im Ausland ist das kaum erhältlich. Natürlich ist man als Expat weltoffen und genießt die kulinarische Vielfalt des Landes in der man lebt. Beim Gedanken an Schwarzbrot entwickelt so mancher Expat so etwas wie Heimweh. Es soll sogar Expats gegeben haben, die nur wegen des Brotes nach Deutschland zurückgekehrt sind. Dabei ist Brot backen ganz einfach.

Schwarzbrot einfach selbst backen

Dabei ist es ganz einfach gutes Schwarzbrot selbst zu backen. Es ist wirklich nicht schwierig. Die Zutaten sind meistens problemlos erhältlich. Und der Aufwand hält sich mit ca. 30 Minuten (plus Wartezeiten) in Grenzen. Insbesondere wenn man bedenkt, wieviel gute Laune man damit verbreiten kann – in der eigenen Familie und darüber hinaus. Wer Freunden aus der deutschen Expat-Community ein knuspriges Schwarzbrot schenkt, kann sich deren Dankbarkeit gewiss sein.

Das Expat-Brot Rezept

Also ab in die Küche und los. Hier ist unser vielfach erprobtes Expat-Brot Rezept.

1. Sauerteig ansetzen

2 gehäufte Esslöffel Roggenmehl – am besten Vollkorn – mit etwa 30 ml Wasser zu einem weichen Brei verrühren. Zudecken. 2 Tage stehen lassen. Danach sind auf dem Brei kleine Bläschen zu sehen. Weitere 2 Löffel Roggenmehl + 30 ml Wasser zugeben. Kurz umrühren. Wieder 2 Tage stehenlassen. Die Bläschen sind nun etwas größer und er Brei riecht leicht säuerlich. Noch einmal 2 Esslöffel Mehl und 30 ml Wasser unterrühren. Noch einmal 2 Tage warten. Fertig ist der Sauerteig. Wem das zu aufwändig ist, kann sich auch getrockneten Sauerteig besorgen. Wenn man öfter backt, kann man einen Teil des Sauerteigs im Kühlschrank aufbewahren oder sogar einfrieren. Damit kann man sich 2 der 3 Runden sparen.

2. Der Teig

500g Weizenvollkornmehl + 500g Roggenvollkornmehl + ca. 500g Wasser + 100g Sauerteig + 1 Teelöffel Salz + 1 Teelöffel Brotgewürz zu einem Teig mischen. (Brotgewürz kann man auch leicht selbst machen: 100g getrockneten Kümmel + 100g getrocknete Fenchelsamen + 50g getrocknete Korianderkörner grob mörsern oder schroten.) Wichtig ist, dass der Teig gut geknetet wird – je länger, desto geschmeidiger wird die Krume. 10 Minuten sind nicht zu viel. Selbstverständlich kann diesen Part eine Küchenmaschine übernehmen. Anfangs kann der Teig noch etwas schmierig und nass sein. Nach dem Kneten sollte der Teig nicht mehr an den Fingern kleben.

Den Teig in einer großen Schüssel mit einem Geschirrtuch abdecken und 2 – 3 Stunden an einem warmen Ort gehen lassen. Das Volumen sollte sich in dieser Zeit mindestens verdoppeln. Danach den Teig noch einmal kurz kneten, teilen und 2 längliche Laibe formen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen mit Mehl bestreuen. Die Laibe mit ausreichendem Abstand (ca. 10 cm) darauflegen und ebenfalls mit Mehl bestreuen. Hierfür eignet sich ab besten Roggenvollkornmehl. Denn damit reißt das Brot am schönsten auf. Die beiden Laibe wieder mit dem Geschirrtuch abdecken und nocheinmal 45 Minuten gehen lassen.

3. Das Backen

Ein hitzefestes Gefäß (zum Beispiel ein zweites Backblech) mit mindestens 300 ml Wasser in den Backoffen stellen und diesen auf 250 Grad Umluft vorheizen. Alternativ eignet sich auch ein Gasgrill mit Deckel und Pizzastein. Wenn sich im Ofen (bzw. Grill) Dampf einwickelt hat, das Blech mit den beiden Brotlaiben in den Ofen schieben oder die Laibe auf den Pizzastein legen. Dabei möglichst wenig Hitze und Dampf entweichen lassen. Das Geschirrtuch wird selbstverständlich nicht mitgebacken.

Nach 20 Minuten die Temperatur auf 180 Grad reduzieren und von Umluft auf Ober-/Unterhitze umschalten. Am besten man öffnet die Ofentüre bzw. den Grilldeckel für einige Sekunden. Danach weitere 40 – 45 Minuten backen. Das Brot ist fertig, wenn es hohl klingt, wenn man mit einem Messerrücken oder Kochlöffel darauf klopft. Die Backzeit hängt von der Form der Laibe ab. Dünne, längliche Brote sind schneller fertig als runde Brote, weil dich Hitze weniger tief in den Teig eindringen muss. Nachdem sie aus dem Ofen raus sind, müssen die fertiggebackenen Brote nur noch etwa eine Stunde abkühlen.

Mancher Expat stellt sich einen Stuhl vor den Backofen und sieht sich den Backvorgang wie in einem Fernseher an.

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Arbeiten in Dubai | Was Expats unbedingt wissen müssen

Arbeiten in Dubai

In einer globalisierten Welt zieht es viele Deutsche ins Ausland. Auch wenn die Wirtschaft in Deutschland boomt, locken andere Standorte mit angenehmem Klima, attraktiveren Steuersätzen und geringerer Regulierung. Besonders beliebt: Arbeiten in Dubai. Was muss man beachten? Wo liegen die Unterschiede zum Arbeiten in Deutschland?

Voraussetzungen für das Arbeiten in Dubai

Zunächst einmal benötigt man ein Arbeitsvisum. Sofern man sich nicht selbständig machen möchte, bracht man vor der Einreise einen Arbeitgeber. (Siehe auch: Job im Ausland finden.) Der Arbeitgeber fungiert dann als Sponsor für das Arbeitsvisum. Hat man ein Jobangebot bzw. einen Arbeitsvertrag unterschrieben, gibt es zunächst einen ordentlichen Papierkrieg. Idealerweise kann der Arbeitgeber das an einen sogenannten Public Relations Officer (PRO) outsourcen. Ganz kann man es aber nicht vermeiden, selbst aktiv zu werden.

Für das Visum benötigt man neben dem Vertrag auch noch einen Reisepass, der noch mindestens 6 Monate gültig ist und 6 biometrische Passbilder. Sollten weitere Familienmitglieder mit einreisen, benötigt man Pässe und Passbilder natürlich für jedes Familienmitglied. Dazu kommen Ehe- und Geburtsurkunden, die von der Botschaft bzw. vom Konsulat der Vereinigten Arabischen Emirate beglaubigt sind. (Siehe auch: Checkliste: Dinge, die man vor der Ausreise erledigen muss.)

Nach der Einreise müssen sich alle Familienmitglieder noch einer medizinischen Untersuchung stellen. Diese beinhaltet u.a. eine Blutuntersuchung und eine Röntgenaufnahme. So soll sichergestellt werden, dass kein AIDS oder TBC eingeschleppt wird.

Löhne, Gehälter & Steuern

Ein durchaus angenehmer Aspekt beim Arbeiten in Dubai ist das Einkommen. Zumindest wenn man sich bei den Vertragsverhandlungen einigermaßen geschickt anstellt. Tarifverträge gibt es nicht. Gehälter liegen in etwa auf deutschem Niveau oder etwas darüber. Allerdings wird darauf keine Einkommensteuer erhoben. Brutto ist also gleich netto. Dazu kommen häufig noch Pauschalen für Wohnung und Auto. Manche Firmen zahlen auch die Ausbildungskosten für die Kinder ihrer Angestellten (siehe auch: 16 Benefits, die Expat Verträge enthalten können). Außerdem steht jedem Arbeiter bzw. Angestellten in Dubai einmal pro Jahr ein Flug ins Heimatland zu. Meistens wird das auch in Form einer Pauschale abgewickelt.

Trotz hoher Lebenshaltungskosten (Siehe auch: Was kostet eine Wohnung in Dubai) können sich die meisten westlichen Expats ein recht komfortables Leben in Dubai leisten. Doch Vorsicht: leicht übersieht man, dass Sozialversicherungen praktisch nicht vorhanden sind. So gibt es zum Beispiel keinerlei Rentenversicherung. Man muss also selbst vorsorgen. Viele Expats versuchen mit dem regulären Gehalt auszukommen und legen die Housing Allowance als Altersvorsorge an.

Außerdem gibt es viele versteckte Kosten. (Siehe auch: Kostenfallen und Risiken für Expats). Beispielsweise wurden 2013 an zahlreichen öffentlichen Parkplätzen rund um Bürogebäude Parkuhren mit einer maximalen Parkdauer von 4 Stunden aufgestellt. Wer keinen der knappen firmeneigenen Parkplatz ergattert und in der Mittagspause nicht schnell genug verlängert, bekommt mit schöner Regelmäßigkeit einen ordentliches Knöllchen. Auch Dubai hat eben einen Staatshaushalt. Und der muss weitestgehend ohne Steuern finanziert werden. 2017 stammten 76% des Haushalts aus staatlichen Gebühreneinnahmen.

Arbeitsschutz und Arbeitnehmerrechte

In Dubai herrscht Kapitalismus in Reinstform. Zumindest für Expats, denn Emirati werden vom Staat subventioniert und gefördert. Für Ausländer gibt es vergleichsweise wenig Rechte. Westliche Expats müssen – im Gegensatz zu vielen anderen Nationalitäten – zwar ihren Reisepass nicht beim Arbeitgeber abliefern. Dennoch ist man stark vom Arbeitgeber abhängig. Verliert man seinen Job, muss man innerhalb von 30 Tagen ausreisen. Es sei denn, man besitzt eine Immobilie in Dubai und kann eine Ausnahmeregelung nutzen. Dieser Fakt kann von Arbeitgebern als Druckmittel genutzt werden. Schließlich hat man seine Miete oft für ein ganzes Jahr im Voraus gezahlt. Und es ist schwierig, das Geld zurückzubekommen, wenn man das Land vorher verlässt.

Auch beim Arbeitsschutz darf man nicht die gleichen Maßstäbe wie in Europa anwenden. Vom wenig ergonomischen Schreibtisch, über einigermaßen riskant verlegte Stromkabel zu recht sporadischen Brandschutzmaßnahmen ist vieles möglich. Immer wieder hört man von tödlichen Unfällen auf Baustellen, obwohl die lokalen Medien das Thema  totschweigen. Allerdings wurde in den vergangen 10 Jahren viel für den Arbeitsschutz getan und das Unfallrisiko verringert. Im Übrigen gibt es natürlich keine Gewerkschaften oder Arbeitnehmervertretungen.

Arbeitswoche & Arbeitszeit

Offiziell gilt in Dubai eine 6-Tage Woche. Je nach Branche bzw. Arbeitsvertrag hat man allerdings doch zwei Tage Wochenende. Anders als in der westlichen Welt geht die Arbeitswoche in den Vereinigten Arabischen Emiraten von Samstag bis Donnerstag. Wobei Freitag der religiöse Wochentag – ähnlich unserem Sonntag – ist. Bei einer 5-Tage-Woche sind Freitag und Samstag das Wochenende. Insbesondere wenn man mit vielen internationalen Kollegen oder Geschäftspartnern arbeitet, kann das schon einmal dazu führen, dass wichtige Meetings während des Wochenendes stattfinden. Entweder man ist dann außen vor oder man verzichtet auf Teile des Wochenendes.

Oder man schafft es die Kollegen und Partner so zu „erziehen“, dass sie darauf Rücksicht nehmen. Das ist auch im Bezug auf die Zeitzone sinnvoll. Dubai ist Deutschland im Sommer 2 und im Winter 3 Stunden voraus. Zur US-Westküste sind es 11 bzw. 12 Stunden Zeitunterschied. Praktisch führt das dazu, dass sich Meetings bis in den späten Abend ziehen. Wer eine 35-Stunden-Woche möchte, sollte also nicht in Dubai arbeiten. Offiziell sind 40 Stunden pro Woche die Regel. In der Realität sind es aber meistens deutlich mehr. Eine Ausnahme bildet der Ramadan in Dubai, in dem die Arbeitszeit etwas verkürzt wird.

Urlaubs- und Feiertage

Je nach Branche erhalten Arbeitnehmer in Dubai etwa 20 Urlaubstage. Dazu kommt eine Reihe von Feiertagen, die sich fast alle nach dem Mondkalender richten. Deshalb werden sie auch erst wenige Tage vorher genau terminiert werden. Man erhält dann eine e-Mail mit der Information, dass der nächste oder übernächste Tag aus Anlass eines Feiertags frei ist. Komischerweise wird auch mit Feiertagen, die sich dem regulären Kalender richten (beispielsweise der National Day) und immer auf das gleiche Datum fallen, so vorgegangen. Je nach Feiertag – und Arbeitgeber bzw. Freezone in der man arbeitet – werden manchmal gleich mehrere Tage freigegeben. All das macht die Urlaubsplanung nicht gerade einfacher.

Die Liste der Feiertage umfasst:

  • Neujahr
  • Himmelfahrt Mohammeds „Leilat al-Mi’raj „
  • Beginn des Ramadan
  • Zuckerfest bzw. Fastenbrechen am Ende des Ramadan „Eid al-Fitr“ – meistens 3 freie Tage
  • Beginn der Pilgersaison
  • Opferfest „Eid al-Adha“ – meistens 3 freie Tage
  • Geburtstag des Propheten „Mouloud“
  • Nationalfeiertag am 2. Dezember

In seltenen Fällen kommen noch weitere, spontane Feiertage hinzu. Beispielsweise wurden Schulen anlässlich der Vergabe der Expo 2020 an Dubai für eine Woche geschlossen. Arbeiten in Dubai erfordert auch ein gewisses Maß an Flexibilität.

Internationalität

Der Ausländeranteil an der Gesamtbevölkerung der VAE schwankt und ist eng mit der Konjunktur verbunden. Je nach Statistik liegt er zwischen 80% und 90%. Mit anderen Worten: nur etwas mehr als 10% der Menschen dort sind Emirati. Der Rest ist meist vorübergehend zum Arbeiten in Dubai oder den anderen Emiraten. Über die Integrationsdebatte, die man in Deutschland führt, kann man dort nur lachen. Dennoch gibt es regelmäßig Programme zur „Emiratisierung“ von Unternehmen. Diese sollen dafür sorgen, dass Staatsbürger der VAE auch in der Privatwirtschaft Jobs finden. Denn aktuell lebt die Großzahl der Emirati entweder von staatlichen Zuwendungen oder Jobs im öffentlichen Sektor.

Trotz aller Versuche der Emiratisierung hat man in der Realität nahezu ausschließlich andere Expats als Kollegen. Das sorgt für ein spannendes, sehr internationales Arbeitsumfeld. Die gängige Sprache beim Arbeiten in Dubai ist englisch. Arabischkenntnisse sind kaum erforderlich, können aber hilfreich sein, wenn man Emirati als Geschäftspartner hat.

Neben sehr vielen Briten und Indern arbeiten in Dubai auch zahlreiche Pakistani, Libanesen und Ägyptern. Nahezu die ganze Welt ist vertreten. Man lernt sehr schnell die Eigenarten der verschiedenen Nationalitäten kennen, überwindet Stereotypen und stellt sich darauf ein. Gleiches gilt natürlich umgekehrt auch für die Kollegen, die sich auf den deutsche Kollegen einstellen. Vorurteile gibt es schließlich auch über uns Deutsche. Die Internationalität hat auch ihre Schattenseiten. Man konkurriert mit gut ausgebildeten Menschen aus der ganzen Welt. Teilweise sind die Kollegen bereit, den gleichen Job für deutlich weniger Gehalt zu erledigen. Und das nicht schlecht. Die bessere Bezahlung muss man durch hervorragende Leistung rechtfertigen.

Eine Studie der Rice University in Zusammenarbeit mit der Columbia University und der University of North Carolina hat festgestellt, dass das Leben und Arbeiten im Ausland die Selbstrefektion stärkt. Vermutlich gibt es kaum einen Ort auf der Welt, der besser dafür geeignet ist.

Arbeiten in Dubai als Frau

Im Gegensatz zur landläufigen Meinung gibt es kaum Einschränkungen für Frauen. So können Frauen in den Vereinigten Arabischen Emiraten genauso Arbeitsvisa erhalten wie Männer. Und dann als Familienoberhaupt das Non-Working Visum ihres Ehemanns und ihrer Kinder sponsorn. Im Arbeitsalltag werden kaum anders behandelt als in westlichen Ländern. Es soll an dieser Stelle explizit nicht unterstellt werden, dass in der westlichen Welt alles in bester Ordnung ist und für Frauen keinerlei Nachteile existieren. Und auch hierzulande gibt es im Top Management deutlich zu wenige Frauen. In manchen Punkten bietet Dubai sogar ein besseres Arbeitsumfeld als westliche Länder. Die Behörden sind bei Belästigung von Frauen extrem streng. Entsprechend zuvorkommend verhalten sich männliche Kollegen. (Siehe auch: Frauenrechte in Dubai und Abu Dhabi.)

Jobs für Deutsche

Arbeiten in Dubai ist weltweit beliebt. Man konkurriert mit Experten aus der ganzen Welt um Jobs. Es ist also nicht immer ganz leicht, einen Job in Dubai zu finden. In einigen Brachen sind Deutsche – genauso wie Österreicher und Schweizer – besonders beliebt. Dazu zählen Medizin, Ingenieurwesen, Automotive, Hospitality – und die Feuerwehr.

Selbständigkeit

Eine Sebständigkeit ist sicherlich der schwierigste und riskanteste Web zum Arbeiten in Dubai. Deutsches Know How wird in Dubai zwar durchaus geschätzt. Und am 20. Mai 2018 hat HH Sheikh Mohammed bin Zayed angekündigt, dass in Zukunft in Dubai ansässige Firmen keinen emiratischen Teilhaber mehr benötigen. Doch die rechtliche Situation ist nach wie vor komplex. Ohne vorherige Erfahrung vor Ort ist eine Firmengründung kaum zu empfehlen. Mehr dazu: Rechtliche Rahmenbedingungen für Geschäftstätigkeiten in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

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Rückkehr nach Deutschland [mit Checkliste]

Rückkehr nach Deutschland

Die Rückkehr nach Deutschland erweist sich für viele Expats oft als schwierigerer Schritt als der Umzug ins Ausland. Während bei der Ausreise der Arbeitbeber unterstützt, ist man bei der Rückkehr nicht selten auf sich alleine gestellt. Die Kosten für den Umzug in die Heimat werden oft unterschätzt (siehe auch: Kostenfallen & Risiken für Expats und 5 Dinge, die man vor dem Umzug ins Ausland wissen muss). Die wenigsten Expats haben bei der Rückkehr die Möglichkeit, einen Relocation Service zu nutzen. Und der umgekehrte Kulturschock schlägt völlig unerwartet zu (siehe auch: Kultursimulation Barnga).

Die Heimat ist fremd geworden

Die Zeit ist zuhause nicht stehengeblieben. Freunde aus der Zeit bevor man ins Ausland gegangen ist, haben sich weiterentwickelt und verändert. Und zwar nicht unbedingt in die gleiche Richtung wie man selbst. Oder sie haben sich eben nicht weiterentwickelt und man selbst ist nicht mehr kompatibel. Durch die Erfahrung im Ausland ist man selbstreflektierter geworden und hat einen anderen Blick auf Konventionen in der Heimat bekommen. Traditionen wirken auf einmal engstirnig. Und ja, man nervt seine Umgebung auch irgendwann mit seinen Geschichten aus dem Ausland. Während der Zeit im Ausland ist die Heimat fremd geworden.

Checkliste: Rückkehr nach Deutschland

Die Rückkehr nach Deutschland ist schon wegen des Kulturschocks schwierig genug. Diese Checkliste hilft, zumindest nichts Wichtiges zu vergessen.

Vor dem Umzug

Rein logistisch ist der Umzug nach Deutschland gar nicht so viel anders, als der Umzug ins Ausland. Die Wohnung muss gekündigt werden, eine Spedition gefunden und allerlei Formalitäten erledigt werden. Hier hilft die Checkliste: Umzug ins Ausland.

Wohnung

Erste Hürde bei der Rückkehr nach Deutschland ist es, eine Wohnung zu finden. Das ist leichter gesagt als getan. Denn ohne Besichtigungstermin geht gar nichts. Und für jede Besichtigung einzufliegen, ist nicht gerade günstig. Sobald eine Wohnung vorhanden ist, kann man sich um günstige Versorger kümmern.

    • Strom
    • Gas
    • Wasser
    • Telefon- und Internetanschluss
    • Mobilfunk-Vertrag

Behörden, Banken & Versicherungen

  • Anmeldung im Bürgerbüro des neuen Wohnorts. Dadurch erfahren auch die Steuerbehörden, dass man wieder da ist.
  • Anmeldung bei der GEZ (respektive: Rundfunkbeitrag)
  • Bank(en) & Versicherungen über die neue Adresse informieren
  • Krankenversicherung bzw. Anwartschaftsverschaften reaktivieren
  • Autoversicherungen neu abschließen
  • Hausratsversicherung, Haftpflicht, etc abschießen bzw. reaktivieren

Familie & Freunde

  • Kindergarten / Schule finden und auswählen. Kinder anmelden.
  • Info an Freunde über die neue Adresse informieren
  • Einweihungsparty
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Wie finde ich einen Job im Ausland?

Job im Ausland

Einer der ersten Schritte ins Expat-Leben ist es, einen Job im Ausland zu finden. Dabei ist die Jobsuche im Ausland nicht gerade einfacher als zuhause. Für Unternehmen ist es immer ein gewisses Risiko einen Arbeitnehmer einzustellen, der  Markt und Kultur im Land der Arbeitsstelle nicht kennt. Hinzu kommen die Kosten für einen Auslandsumzug und ein hoher Verwaltungsaufwand für Arbeitsgenehmigungen und Visa. Im Gegenzug sind Fachkräfte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in vielen Ländern sehr begehrt. Mit der richtigen Vorgehensweise kann man also durchaus einen Job im Ausland finden.

Fokussieren

Wie bei jeder Suche, muss man sich zunächst im Klaren sein, was man finden will. Welche Rollen und welche Hierarchiestufen kommen in Frage? In welches Land bzw. welche Länder soll es gehen? Schränkt man sich dabei zu stark ein, gibt es keine oder nur sehr wenige Stellen, die in das Raster passen. Ist man zu offen für alles, gibt es zwar viele Stellen, allerdings ist es dann schwierig, für alle Stellen eine passgenaue Bewerbung zu schreiben. Außerdem wird man gewissermaßen zum Spielball der Wellen, wenn man zu opportunistisch ist.

Suchen

Nächster Schritt zum Job im Ausland ist es dann, konkrete Jobangebote zu finden. Initiativbewerbungen funktionieren eher selten. Schließlich sind die Hürden und Kosten für die Anstellung eines Expats ungleich höher als bei einem lokalen Bewerber. Und selbst zuhause reagieren Unternehmen kaum mehr auf Initiativbewerbungen. Deshalb sollte man folgende Möglichkeiten zum Aufspüren von passenden Stellen im Ausland nutzen.

Interne Stellenausschreibungen im eigenen Unternehmen

Am leichtesten ist der Umzug ins Ausland innerhalb des eigenen Unternehmens. Sei es durch eine Entsendung, sei es mit einem neuen Vertrag im Zielland – man hat den Vorteil, dass man die Firma bereits kennt. Im Idealfall wird man selbst auch unternehmensweit geschätzt. Dann ist die Liste der internen Stellenausschreibungen eine gute Informationsquelle. Meistens findet sich diese in Form einer Website im Intranet. Oder man fragt regelmäßig in der Personalabteilung nach. Das hat den Vorteil, dass die Kollegen dort über die eigenen Pläne Bescheid wissen und ggf. proaktiv auf passende Stellen hinweisen können. Ohnehin werden viele Stellen nur pro forma ausgeschrieben.

Über Freunde und Kollegen

Deshalb ist das eigene Netzwerk oft der erfolgsversprechenere Weg. So kann man von offenen Jobs im Ausland erfahren, bevor sie ausgeschrieben sind. Zudem können die Kollegen auch Empfehlungen aussprechen. Mit etwas Glück hat man den Job fast schon sicher, wenn er ausgeschrieben wird. Das gilt unabhängig von der Frage, ob es um eine Stelle im eigenen oder einem anderen Unternehmen geht.

Externe Karriere-Websites von Unternehmen

Wenn man sich auf ein (oder wenige) Unternehmen festgelegt hat, lohnt es sich, deren Karriere-Websites regelmäßig zu besuchen. In der Regel befinden sich dort externe Stellenausschreibungen. Und meistens findet man auch gleich ein Online-Formular über das man sich bewerben kann. Offensichtlich ist dieser relativ anonyme Weg weniger aussichtsreich als der Weg über das eigene Netzwerk. Man muss also mit Absagen rechnen und sollte sich davon nicht entmutigen lassen.

Internationale Stellenbörsen

Führungspositionen im mittleren Management werden häufig auf internationalen Stellenbörsen im Internet ausgeschrieben. Zu den meistgenutzten gehören monster.com, stepstone.com und experteer.com. Dazu kommt eine Vielzahl von branchenspezifischen Jobportalen. Der Vorteil für den Bewerber ist, dass für die Ausschreibungen hier Kosten für die Unternehmen entstehen. Diese Investitionen sparen sich Firmen, wenn es sich nur um eine pro forma Ausschreibung handelt. Allerdings muss man zumindest bei einigen dieser Plattformen aus als Bewerber für die vielversprechendsten Serviceleistungen zahlen.

Lokale Job-Börsen

Neben den internationalen Jobportalen haben viele Länder auch lokale Anbieter. Dazu gehören zum Beispiel bayt.com in den Vereinigten Arabischen Emiraten oder jobcentral.com.sg in Singapur.

LinkedIn

Auch wenn Xing.com bemüht ist, sich einen internationalen Anstrich zu geben, ist die Plattform außerhalb des deutschsprachigen Raums kaum bekannt. International gesehen ist LinkedIn.com das erfolgreichste Karriereportal. Um sich über LinkedIn erfolgreich einen Job zu ergattern, ist ein gut gepflegtes Profil eine absolute Voraussetzung. Denn nahezu alle Recruiter nutzen LinkedIn als Informationsquelle über Bewerber.

Bewerben

Hat meinen Job im Ausland gefunden, für den man sich interessiert, muss man sich „nur noch“ erfolgreich bewerben. Dabei gibt es oft zahlreiche Unterschiede zur Vorgehensweise im Heimatmarkt.

Beispielsweise haben Lebensläufe oft einen anderen Aufbau – rückwärts chronologisch. Deutliche Unterschiede gibt es auch bei der Einbindung von Fotos. Während in manchen Ländern ein Profilbild erwartet wird, ist ein Bild in anderen Ländern – beispielsweise den USA – nicht erwünscht. Denn ein Bild könnte zu Vorurteilen und Diskriminierung führen. Gleiches gilt für die Gestaltung von Lebenslauf und Anschreiben. In manchen Ländern kann man mit einer ansprechenden Gestaltung punkten. Andere Länder und manche Firmen annonymisieren Lebensläufe und konvertieren sie in ein Standardformat bevor sie an den Hiring Manager gehen.

Das in Deutschland übliche System von Arbeitszeugnissen ist vor allem im angelsächsischen Raum nicht bekannt. Viele der heimlichen Codes und verklausulierten Informationen würden bei der Übersetzung ohnehin verloren gehen. Stattdessen erwartet man dort Referenzen, die von einem Recruiter angerufen werden können. Das können (ehemalige) Professoren, Kollegen, Mitarbeiter oder Führungskräfte sein.

Vor der Bewerbung sollte man sein LinkedIn auf Vordermann bringen. Ein wichtiges und viel zu selten genutztes Feature ist die Möglichkeit, fremdsprachige Unterprofile einzurichten. Statt deutsch und englisch zu mischen, sollte man für jede Sprache ein Unterprofil einzurichten. Selbstverständlich schadet es nicht, ein gut gepflegtes Profil in der Landessprache des Ziellandes zu haben – sofern man die Sprache gut genug beherrscht.

Man sollte sich auf eine ganze Reihe von Bewerbungsgesprächen einstellen. Aus Kostengründen werden die ersten Runden sicherlich über Skype oder eine ähnliche Software abgewickelt. Man sollte damit rechnen, dass dabei die Kamera eingeschaltet wird. Deshalb sollte man nicht nur auf ein ansprechendes Äußeres, sondern auch auf einen positiv wirkenden Bildhintergrund achten. Für die finalen Interviews kann es auch sein, dass man anreisen muss. Diese Reise kann man eventuell gleich als Look & See Trip nutzen.

Alternative: Selbständigkeit

Eine Selbständigkeit kann eine Alternative zur Anstellung im Ausland sein. Allerdings ist eine Firmengründung wohl der schwierigste und ristkanteste Weg, einen Job im Ausland auszuüben – insbesondere dann, wenn man keine Erfahrung als Unternehmer hat.

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Mehrwertsteuer Rückerstattung nach dem Urlaub zuhause

Mehrwertsteuer Rückerstattung

An den Kassen vieler Kaufhäuser, Butiken und Geschäfte mit Luxusartikeln, weist ein kleines, blaues Schild Touristen aus dem Ausland darauf hin, dass sie sich die Mehrwertsteuer für den Einkauf zurückzuerstatten lassen können. Je nach Land in dem man lebt, kann es ein angenehmer Nebeneffekt des Expat-Daseins sein, dass man diese Mehrwertsteuer Rückerstattung nach Heimaturlauben nutzen kann. Und so beim Shopping zuhause eine ordentliche Summe sparen.

Voraussetzungen für die Mehrwertsteuer Rückerstattung

Ob das möglich ist, hängt von drei Punken ab:

  • Man hat seinen permanenten Wohnsitz außerhalb des EU Binnenmarktes und ist als Besucher innerhalb der EU. Entscheidend ist die Wohnadresse, die im Reisepass eingetragen ist. Diese Eintragung wird von der Botschaft bzw. einem Konsulat im Gastland vorgenommen.
  • Die Ware wird komplett aus dem EU Binnenmarkt ausgeführt
  • Das Geschäft in dem man einkauft, bietet den Service an. Das ist nicht bei allen Händlern der Fall, denn für den Verkäufer entsteht ein gewisser Verwaltungsaufwand, der sich nicht für alle Unternehmen rechnet. Eventuell wird auch eine Bearbeitungsgebühr erhoben.

Wie funktioniert es?

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, geht alles in der Regel relativ einfach.

  1. Man zeigt beim Einkauf vor der Zahlung seinen Reisepass (mit eingetragenem Wohnsitz im Nicht-EU-Ausland vor). Teilweise will man auch das Flugticket sehen.
  2. Man füllt ein Formular (meistens von GlobalBlue) aus und der Verkäufer komplettiert es.
  3. Bei der Ausreise legt man die Ware, Quittung und das ausgefüllte Formular zunächst beim Zoll und anschließend an einem Schalter der Erstattungsagentur (zB GlobalBlue) vor. Dazu muss der entsprechende Gegenstand im Handgepäck transportiert werden. Für größere Gegenstände gibt es in manchen Flughäfen einen Schalter mit Check-in Möglichkeit.
    Das ganze muss allerdings am letzten Flughafen vor der EU-Ausreise stattfinden. Hat man also einen Zwischenstop innerhalb der EU, muss man darauf achten, dass das Gepäck nicht direkt durchgecheckt wird. Außerdem muss man den Weg zum Schalter und ein bisschen Wartezeit einplanen, was insbesondere bei kurzen Umsteigezeiten oder bei Verspätungen problematisch sein kann.
  4. Man erhält einen Teil der Mehrwertsteuer zurückerstattet. Den Rest behält die Agentur für ihre Dienstleistung ein. Den genauen Betrag kann man online berechnen.
  5. Nicht vergessen sollte man, dass bei der Einfuhr der Ware ins Zielland Einfuhrsteuern fällig werden können.

Theoretisch funtioniert das ganze auch ohne Erstattungsagentur. Ähnlich wie oben beschrieben, legt man Ware, Quittung und Formular vor der Ausreise dem Zoll vor. Dieser stempelt das Formular als Bestätigung der Ausreise. Nach der Ankunft schickt man das Formular an den Händler, bei dem man die Ware gekauft hat und dieser überweist (einen Teil) der einbehaltenen Mehrwertsteuer. In der Praxis sind wenige Unternehmen zu diesem etwas umständlicheren Prozess bereit.

Weitere Informationen gibt es auf der Webseite der EU oder bei Amazon.

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Krisensituationen

Expat Krisensituation

Auch wenn es paranoid klingen mag, viele Expats halten Zuhause einen Notfallkoffer als Sicherheitsmaßnahme für Krisensituationen bereit. Innerhalb von Europa ist die Notwendigkeit dafür sicherlich gering. Doch auch hier haben die Finanzkrise (insbesondere in Griechenland und Island) oder die Spannungen rund um die Unabhängigkeitsbewegung in Katalonien gezeigt, dass die Stabilität trügerisch sein kann.

In anderen Weltregionen beispielsweise dem Mittlerer Osten oder asiatischen Ländern in Reichweite von Nordkorea leuchtet es allerdings ein, wenn man für Krisensituationen vorsorgt, in denen man schnellstmöglich „raus“ muss. Schlimmstenfalls kommt es auf jede Minute an, schließlich gibt es nur eine bestimmte Anzahl an Flügen.

Krisensituationen, in denen man schnell raus muss

Sicherlich kann man nicht alle Krisensituationen vorhersehen. Je nach Land sollte man aber folgende Risiken nicht außer Acht lassen.

Militärische Eskalationen

Die wenigsten Expats würden von sich aus in ein Kriegsgebiet ziehen. Allerdings kann es auch an vermeintlich friedlichen Punkten der Erde zu kriegsähnlichen Situationen kommen. Bei Dubai denkt man zunächst an Luxus, Strand und Wirtschaftsboom. Leicht vergisst man, wie weltpolitisch exponiert Dubai bzw die Vereinigten Arabischen Emirate liegen. Im Nachbarland Jemen tobt ein Stellvertreterkrieg zwischen Saudi Arabien und dem Iran. Als Dubai Expat befindet man sich genau zwischen diesen beiden Regionalmächten. Man verfolgt die Nachrichten also immer mit einer gewissen Sorge. Auch der ferne Osten ist in den vergangenen Jahren nicht gerade sicherer geworden. Im Ernstfall will man einfach schnell weg, und wenn es nur vorübergehend ist.

Politische Umbrüche

Auch Veränderungen an der Spitze des Staates können Krisen vervorrufen. In den 70er Jahren war Teheran bei Expats enorm beliebt. Nach dem Umsturz 1979 war man froh um jede Stunde, die man früher aus dem Iran herauskam. Dabei muss es gar nicht mal ein Putch sein, der Anlass zur überstürzten Abreise gibt. Stirbt das Staatsoberhaupt eines absotutistischen Staates ist das Risiko nicht zu unterstätzen. Schwer einzuschätzen, wer plötzlich Anspruch auf die Nachfolge erhebt und was der neue Herrscher in seinen ersten Amtshandlungen verfügt. Wer auf Nummer sicher geht, schaut sich das lieber aus der Entfernung an und verlässt das Land innerhalb der ersten Stunden nach Bekanntwerden der Todesmeldung – zumindest für einige Tage.

Wirtschaftliche Krisen

Wo es boomt, sind Krisen nicht weit. Wirtschaftlicher Abschwung kann für Expats tragisch sein. Insbesondere dann, wenn der eigene Arbeitgeber in wirtschaftliche Schwierigkeiten gerät. Kommt dann noch eine Rechtsprechung dazu, die geplatzte Schecks hart bestraft, wird es geradezu gefährlich. Dann ist es angebracht, das Land schnellstmöglich zu verlassen.

Naturkatastrophen

Die Nachrichtensendungen der vergangenen Jahre waren voll von Naturkatastrophen, die Menschen zur Flucht getrieben haben. Tsunami, Hurikan, Erdbeben, Vulkanausbrüche, Überschwemmungen – viele davon in Regionen, in denen viele Expats leben. Auch wenn es teilweise Vorwarnungen gab, blieb in den wenigsten Fällen viel Zeit, das Nötigste zusammenzupacken.

Epidemien

Vor einigen Jahren wurde wurde es innerhalb kurzer Zeit relativ schwierig Asien zu verlassen.Ganze Regionen wurden unter Quarantäne gestellt. Der Grund hatte vier Buchstaben: SARS. Wer die Chance hatte, überlegte nicht lange und verließ die Region, solange es noch die Möglichkeit gab.

Alles Wichtige griffbereit

Erste und wichtigste Sicherheitsmaßnahme ist es, sich in die Elektronische Erfassung von Deutschen im Ausland einzutragen (siehe auch: Wichtige Links für Expats).

Um im Krisenfall schnell das Land verlassen zu können, ohne noch lange Papiere und andere wichtige Dinge suchen zu müssen, lagert man folgende Gegenstände griffbereit und möglichst zusammen:

  • Reisepässe aller Familienmitglieder.
  • Bargeld in verschiedenen Währungen (lokale Währung, Dollar, ggf. Euro) teilweise in kleinen Scheinen. Das Geld sollte mindestens reichen, um für die ganze Familie ein überteuertes Flugticket bar zu bezahlen. Je nach Land sind das leicht 10000 Dollar und mehr.
  • Wichtige Dokumente (zum Beispiel Geburtsurkunden, Patente, Arbeitsverträge).
  • Ausdruck mit wichtigen Adressen und Telefonnummern, insbesondere der deutschen Botschaften bzw. Konsulate im Umkreis (siehe auch: wichtige Links für Expats).
  • Medizin, auf die man angewiesen ist.
  • Wertgegenstände, die man nicht zurücklassen möchte (z.B. Diamantschmuck).

Wegen des Wertes dieser Gegenstände, empfiehlt sich ein Tresor. Ein passender Koffer oder Rucksack, der sich als Handgepäck eignet, sollte ebenfalls griffbereit sein. (Siehe auch: 9 Gadgets, die man als Expat braucht.)

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Checkliste: 7 Dinge, die man vor der Ausreise erledigen muss

Checkliste Ausreise ins Ausland

Es gibt eine Reihe von Dingen, die man unbedingt vor der Ausreise ins Ausland erledigen sollte. Entweder weil sie nach dem Umzug gar nicht mehr beziehungsweise nur mit größerem Aufwand möglich sind. Oder weil man nach der Ankunft am neuen Arbeitsplatz kaum mehr Zeit dafür hat. Oder weil man so Geld sparen kann. Diese Checkliste zur Ausreise fasst die wichtigsten Punkte zusammen.

1 – Neuer Reisepass / zweiter Reisepass

Viele Expats sind häufig auf Reisen in verschiedene Märkte. Deshalb empfiehlt es sich, rechtzeitig vor der Ausreise einen neuen Pass zu beantragen. Das gilt vor allem dann, wenn der alte Pass

  • bald abläuft.
  • fast schon vollgestempelt ist und nicht mehr viel Platz für neue Visa und Einreisestempel bietet.
  • Einreisestempel oder Visa von Ländern enthält, deren Beziehungen mit dem Land, in das man umzieht, eher angespannt sind.
  • nicht mehr im besten Zustand ist.

Bei der Gelegenheit kann man gleich einen zweiten Reisepass beantragen, falls es der neue Job erfordert.

Die Bearbeitung des Passes dauert ca. 5 Wochen. Per Expressgebühr kann diese Frist auf 6 Arbeitstage reduziert werden.

2 – Passbilder

Für den neuen Reisepass benötigt man ein biometrisches Passbild. Auch wenn man noch irgendwo eines herumliegen hat, ist es zu empfehlen, vor der Ausreise neue Passbilder machen zu lassen. Es ist oft erstaunlich, wieviel Passbilder für Einreiseformalitäten, Visa, Ausweisdokumente, Führerschein, und ähnliches benötigt. Das gilt übrigens für die ganze Familie. Teilweise muss man schon bei der Einreise am Flughafen welche bereit haben. Klar steht dort vermutlich ein Fotoautomat. Aber vor dem gibt es mit einiger Wahrscheinlichkeit eine einigermaßen lange Schlange. Und schön werden die Bilder auch nicht. Dann doch lieber vorher noch kurz Fotografen und gleich mindestens 12 Abzüge machen lassen.

3 – Internationaler Führerschein

Die Regelungen, ob und wie lange ausländische Führerscheine gelten, unterscheiden sich von Land zu Land. Fast überall darf man für einige Wochen – etwa die Dauer eines Touristenaufenthalts – einen Mietwagen fahren. Will man auch danach noch fahren oder ein Auto anmelden, braucht man in der Regel einen Führerschein, der im Gastland ausgestellt wurde. Je nach Land muss man dafür eine Fahrprüfung ablegen, auch wenn man bereits einen Führerschein hat. Wenn man Pech hat, muss man sogar in die Fahrschule. In manchen Ländern, kann man sich die Fahrschule sparen und direkt zur Prüfung antreten, wenn man einem internationalen Führerschein hat. Mancherorts bekommt man auf Basis eines internationalen Führerscheins sogar direkt eine einen lokalen Führerschein ausgestellt. Das setzt natürlich voraus, dass man vor der Ausreise daran gedacht hat, sich einen internationalen Führerschein ausstellen zu lassen.

4 – Internet Proxy

Wenn man im Ausland Mediatheken oder Live Streams deutscher Fernsehsender nutzen möchte, bekommt man oft eine Fehlermeldung. Der Stream außerhalb von Deutschland nicht verfügbar ist. Abhilfe schafft da in einigen Fällen ein Internet Proxy. Mit dessen Hilfe kann man auch im Ausland mit einer deutschen IP Adresse im Internet surfen. Dann laufen Sportschau, Voice of Germany oder der Tatort meistens problemlos. Je nach Proxy kann man sich auch mit den IP Adressen anderer Länder im Netz bewegen und deren Mediatheken nutzen. Netflix hat zwar vor einiger Zeit den Zugang per Proxy gesperrt. Bei anderen Streaming Platformen gibt es allerdings keine Einschränkungen. Proxys können auch helfen, die Internetzensur mancher Länder zu umgehen. Allerdings nur, wenn man den Proxy schon vorher eingerichtet hat. Denn die Webseiten der Proxy Anbieter sind natürlich auch gesperrt. An dieser Stelle sei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass das Umgehen von Internetzensur per Proxy unter Strafe steht und deshalb nicht empfohlen werden kann.

5 – Arbeitslos melden

Um Anspruch auf Arbeitslosengeld zu haben, muss man vorher für einen gewissen Zeitraum in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben. Das kann  für Ehepartner von Auslandstätigen zum Problem werden. Es ist unwahrscheinlich, dass beide Partner ab dem ersten Tag nach der Rückkehr einen Job haben. Da der arbeitslose Partner aber für die Dauer des Auslandsaufenthalts nichts eingezahlt hat, besteht kein Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung. Das ändert sich, wenn man zum Zeitpunkt der Ausreise arbeitslos gemeldet ist – ein Tag reicht schon. Dann meldet man dem Arbeitsamt, dass man ins Ausland zieht. Die Zahlung des Arbeitslosengelds wird unterbrochen und der Anspruch bleibt für bis zu 4 Jahren bestehen. Für Details sollte man sich Arbeitsamt bezahlen lassen.

6 – Abmeldung beim Bürgerbüro

Abmelden sollte man sich auch beim Bürgerbüro. Dadurch erfahren verschiedene Behörden, dass man fortan im Ausland lebt. Das beinhaltet auch das Finanzamt. Man wird zum Steuerausländer. Schöner Nebeneffekt: lebt man nach dem Umzug außerhalb der EU, kann man dann sich die Mehrwertsteuer für Waren zurückerstatten lassen, die man auf Heimaturlauben kauft und aus der EU ausführt.

7 – Heiraten

Kein Scherz. Wenn man gemeinsam mit einem Lebenspartner ins Ausland zieht, ist es je nach Zielland teilweise absolut notwendig, vorher zu heiraten. Während Ehepartner meistens problemlos ein Visum bekommen, sehen die Behörden vieler Länder in einer nicht-ehelichen Partnerschaft keine Grundlage für ein Visum. In vielen muslimischen Ländern kann man als nicht verheiratetes Paar keine gemeinsam eine Wohnung zu mieten. Streng genommen dürfen sich eine Mann und eine Frau teilweise nicht einmal im gleichen Raum aufhalten, wenn sie nicht verheiratet sind. Im Fall von schweren Krankheiten oder Unfällen sind Auskunfts- und Besuchsrechte sowie Entscheidungsbefugnisse für unverheiratete Partner oft schwer zu bekommen.

Hat man als unverheiratetes Paar gemeinsame Kinder, dann sollte man sich zumindest eingehend informieren, welches Sorgerecht das Zielland für diesen Fall vorsieht. Ganz problematisch kann es sein, wenn ein gemeinsames Kind gerade erst auf dem Weg ist und im Ausland auf die Welt kommen soll. Auch hier sind wieder einige muslimische Länder zu nennen. In einigen Fällen wird die Geburt eines unehelichen Kindes sogar mit Gefängnis bestraft. Es mag zwar nicht sonderlich romantisch klingen, aber eine Hochzeit vor der Ausreise, kann viele Dinge im Ausland vereinfachen. Da die Eheurkunde teilweise von der Botschaft oder Konsulaten des Landes, in das man umzieht, beglaubigt werden müssen, sollte man nicht bis auf den letzten Drücker warten.

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Relocation Service richtig nutzen

Relocation Service

Viele Unternehmen stellen ihren neu angekommenen Expats einen Relocation Service zur Verfügung. Dieser hilft bei den ersten, wichtigen Schritten nach der Ankunft. Dass dies nicht aus reiner Nächstenliebe geschieht, sondern eine rein wirtschaftliche Kalkulation zu Grunde liegt, ist nicht überraschend. Die Kosten sind schlicht geringer, als die Kosten, die entstehen würden, wenn sich der neue Mitarbeiter alleine durch den Behörden-Dschungel kämpfen müsste. Der Expat soll nach dem Umzug ins Ausland schnellstmöglich produktiv werden. Seine kostbare Arbeitszeit soll eben nicht dafür verwendet werden, herauszufinden, welche Behörde wofür zuständig ist. Zudem gäbe es dann ein gewisses Risiko, dass ein Fehler in irgendeinem fremdsprachigen Formular dazu führen würde, dass eine wichtige Genehmigung nicht erteilt wird und der Expat seinen Job erst gar nicht antreten kann. Der Relocation Service ist also ein Segen für alle Beteiligten.

Meistens bucht das Unternehmen den Relocation Service für eine festgelegte Dauer – beispielsweise für 3 Arbeitstage. Diese Zeit reicht in der Regel aus, um die wichtigsten Schritte abzuarbeiten und lässt noch ein bisschen Flexibilität für individuelle Punkte, die dem Expat wichtig sind. Da das Zeitbudget begrenzt ist, muss man zunächst mit dem Mitarbeiter des Relocation Service besprechen, welche Punkte man gemeinsam erledigen möchte, welche Sachverhalte man erklärt haben möchte und welche Dinge man noch angehen möchte, wenn noch Zeit übrig ist. Man benötigt also eine klassische Priorisierung. Idealerweise trifft man sich schon während des Look & See Trips und bespricht die Prioritäten.

Prio 1: Aufenthaltsgenehmigung und Arbeitserlaubnis

Die erste Priorität ist in jedem Fall, sicherzustellen, dass man seine Arbeitsstelle antreten darf. Dafür braucht man sowohl eine Aufenthaltsgenehmigung als auch eine Arbeitserlaubnis. Für die Aufenthaltsgenehmigung sind in manchen Ländern medizinische Untersuchungen nötig. Dafür gibt es teilweise sogar eigene Kliniken – vor allem in Ländern mit hohem Expat Anteil an der Gesamtbevölkerung (wie zum Beispiel den VAE). Ein guter Relocation Service kann helfen, die langen Wartezeiten dort deutlich zu verkürzen.

Nicht vergessen sollte man die Aufenthaltsgenehmigungen für weitere Familienmitglieder. Man darf davon ausgehen, dass die Aufenthaltsgenehmigungen für Ehepartner und Kinder im Zeitbudget vorgesehen sind. Bei tierischen Familienmitgliedern sieht das vermutlich anders aus. Dieser Service fällt aus dem Standard heraus. Man sollte zu Beginn mit dem Relocation Service absprechen, wie hoch der Aufwand dafür ist. Dann kann man entscheiden, ob der Relocation Service die Aufenthaltsgenehmigung für das Haustier beantragt oder ob man nur Informationen benötigt und sich dann selbst darum kümmert.

Weitere Prioritäten: kommt drauf an

Welche weiteren Aufgaben gemeinsam mit dem Relocation Service angegangen werden, hängt sowohl von der eigenen Situation ab, als auch davon, wie fehleranfällig, aufwendig bzw. mühsam die Aufgaben im jeweiligen Land sind. Die Priorisierung kann dann beispielsweise folgendermaßen aussehen:

Gemeinsam mit dem Relocation Service erledigen:

  1. Weitere Landesspezifische Behördengänge (z.B. Social Security Number, UAE ID, eGate Card, NemID)
  2. Zollformalitäten für den Umzugscontainer
  3. Unterstützung bei der Wohnungssuche
  4. Finden von Ärzten mit benötigter Spezialisierung

Relocation Service stellt Informationen bereit:

  1. Auswahl und Anmeldung bei Schule & Kindergarten
  2. Einrichten eines Bankkontos
  3. Umschreiben des internationalen Führerscheins

Falls noch Zeit übrig ist:

  1. Unterstützung beim Autokauf
  2. Beantragen einer Alkohollizenz 

Tendenziell ist zu empfehlen, den Relocation Service für wenige komplexe Aufgaben zu nutzen als für viele einfache – selbst wenn diese unangenehm sind.