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Umzug ins Ausland | Hausrat mitnehmen oder einlagern?

Hausrat umziehen oder einlagern?

Im Gegensatz zu Auswanderern ziehen die meisten Expats  für eine begrenzte Zeit ins Ausland. Kosten und Aufwand für einen Umzug ins Ausland sind ungleich höher als bei einem Umzug innerhalb des Heimatlands. Deshalb stellt sich als die Frage, wie man mit seinem bestehenden Hausrat umgeht. Hausrat einlagern oder mit ins Ausland nehmen?

Diese Entscheidung ist besonders dann schwierig, wenn unklar ist, wie lange man  am Zielort bleiben wird. Wie zuhause gelten Arbeitsverträge in den meisten Ländern solange, bis sie von einer Seite gekündigt werden. Es kann also sein, dass man für immer dort bleibt – ob gewollt oder ungewollt. Bei Entsendungen steht in der Regel von Anfang an fest, wie lange der Auslandseinsatz dauert. Manchmal gibt es zwar eine Option auf Verlängerung. Aber die kann man bei der Entscheidung berücksichtigen.

Kostenbetrachtung

Rein finanziell betrachtet muss man nur einige wenige Faktoren in Betracht ziehen und kann sich dann für die wirtschaftlichere Option entscheiden:

  • Kosten des Umzugs ins Ausland  (u)
  • Kosten des Umzugs zurück (r)
  • Kosten der Einlagerung pro Monat (e)
  • Monatliche Mehrkosten für eine möblierte Unterkunft im Vergleich zu einer „leeren“ Wohnung (m)
  • (Geschätzte) Dauer, die man am Zielort bleiben wird, in Monaten (d)

Mit folgender einfachen Formel kann man berechnen, welche Option die wirtschaftlich bessere ist: x = (u  + r) – (( e + m)* d)

Ist x < 0 rentiert sich der Umzug. Ist x>0  spricht das fürs Einlagern. Natürlich kann man auch Aspekte wie potentielle Transportschäden oder Kosten für eine Wäscherei (statt der eigenen Waschmaschine) in die Berechnung einfließen lassen. Aber die zusätzliche Komplexität ist meistens weder nötig noch hilfreich.

Die entscheidende Variable ist ohnehin die Frage, wie lange man im Ausland bleibt. Bei einer Verweildauer von unter 6 Monaten ist die Entscheidung meist recht einfach: Hausrat einlagern. Bleibt man länger wird die Entfernung des Ziellands zu einer zweiten wichtigen Einflussgröße.

Auch Emotionen entscheiden mit

Jenseits wirtschaftlicher Betrachtungen gibt es allerdings emotionale Aspekte, die ausschlaggebend sein können. Auch wenn die Kostenfrage klar für „Hausrat einlagern“ spricht – vertraute Gegenstände erzeugen ein Gefühl von „zuhause“.

Vor allem für Kinder ist es schwierig, eine so große Veränderung wie einen Umzug ins Ausland zu verarbeiten. Noch schwieriger wird es, wenn sie all ihr Spielzeug zuhause lassen oder gar verkaufen müssen. Dann ist das Heimweh vorprogrammiert.

Wenn man also nicht bewusst mit Erinnerungen brechen möchte, spricht einiges für den Umzug und gegen das Einlagern.

Dinge, die man im Ausland kauft

Irgendwann geht es wieder zurück nachhause. Nicht ganz vergessen sollte man deshalb die Tatsache, dass man wahrscheinlich während der Zeit im Ausland das eine oder andere kaufen wird. Landestypische Möbel, ein Gemälde, das positive Erinnerungen an die Zeit im Ausland weckt, Designer-Geschirr, das zuhause einfach nicht zu bekommen ist – es sammelt sich so einiges an, das man mit nachhause nehmen möchte. Selbst wenn man sich für „Hausrat einlagern“ entschieden hat, braucht man dann für die Rückkehr nach Deutschland möglicherweise trotzdem einen Umzugscontainer zurück.

Die Erfahrung hat übrigens auch gezeigt, dass man nach der Rückkehr vieles doppelt hat, wenn man seinen Hausstand eingelagert hat. Der Mensch ist eben ein Gewohnheitstier. Und auf den praktischen Pizzaschneider, eine Küchenmaschine und schicke Gartenmöbel will man dann doch nicht verzichten, nur weil sie irgendwo unzugänglich eingemottet sind.

Alternativen für kleine Volumen

Umziehen oder einlagern – manchmal ist beides nicht optimal. Eventuell sind auch folgende Varianten sinnvoll:

  • Es gibt kleine Flugcontainer mit 1 bis 2 Kubikmeter Volumen. Die sind zwar  extrem teuer, aber in Kombination mit Einlagern eventuell eine Lösung.
  • Je nach Zielland können kleine Volumen als Beiladung in einem andern Container mittransportieren werden. Innerhalb der EU sollte das kein Problem darstellen. Darüber hinaus lassen es allerdings nur wenige Zollämter zu.
  • Zuhause alles verkaufen, verschenken oder wegwerfen und sich im Ausland neu einrichten. Der Ansatz kann sinnvoll sein, wenn man mit einer sehr langen Verweildauer im Ausland rechnet.
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Look & See Trip richtig nutzen

Look & See Trip

Ein Umzug ins Ausland ist ein großer Schritt, in den man sich nicht übereilt stürzen sollte. Deshalb ist ein Look & See Trip ist ein entscheidender Bestandteil der Vorbereitung auf die Zeit im Ausland. Auch wenn man die Umgebung schon von Geschäftsreisen oder Urlauben kennt, sollte man etwa eine Woche am zukünftigen Arbeitsort verbringen. Wichtig ist, dass man diese Zeit weder als Urlaub interpretiert, noch die Zeit nicht im Büro verplempert. Die Investition in einen Look & See Trip muss aktiv genutzt werden.

Je nach Entfernung und Fremdheit der neuem Umgebung sollte der Look & See Trip zwischen 3 Tagen und einer Woche dauern.

Finale Entscheidung

Hauptaufgabe des Look & See Trips ist es eine optimale Grundlage für die endgültige Entscheidung zu schaffen, ob man den Job im Ausland antritt. Stellt sich bei dieser Reise ein schlechtes Bauchgefühl ein, sollte es immer noch möglich sein, sich gegen den Umzug zu entscheiden. Sowohl für Arbeitnehmer als auch für den Arbeitgeber ist es besser, wenn eine negative Entscheidung nach dieser relativ geringen Investition fällt. Der Schaden ist dann wesentlich geringer, als wenn man 3 Monate nach dem Umzug in den Sack haut.

Um sich den größtmöglichen Entscheidungsspielraum zu bewahren, ist es wichtig, mit Freunden und Kollegen vor dem Look & See Trip möglichst wenig über den neuen Job zu reden. So ist der Gesichtsverlust im Falle einer negativen Entscheidung relativ gering.

Die Familie entscheidet mit

Die finale Entscheidung sollte gemeinsam mit allen Familienmitgliedern getroffen werden. Gute Arbeitgeber zahlen deshalb den Look & See Trip für die ganze Familie. Leider wird hier gelegentlich an der falschen Stelle gespart. Ehepartner und Kinder müssen sich in der neuen Umgebung ebenso wohlfühlen und nach dem Look & See Trip befragt werden. Wenn die Kinder alt genug sind, sollten sie ein Vetorecht haben.

Erfahrene Personaler interviewen übrigens auch die Ehepartner ihrer Mitarbeiter an, bevor sie eine Entsendung veranlassen.

Neuen Lebensmittelpunkt kennenlernen

Wichtig ist, einen realistischen Eindruck des neuen Lebensmittelpunkts zu bekommen. Deshalb ist es besser die Umgebung mit einem Kollegen oder einem Relocation Service als per Sightseeing Rundfahrt zu erkunden.

Mit welcher Infrastruktur muss man rechnen? In Industrieländern ist das weniger Wichtig, in Schwellenländern kann das allerdings ein Knackpunkt sein. Diese Frage hat auch gewissen Einfluss darauf, mit wieviel Besuch aus der Heimat zu erwarten ist.

Wie sieht das zukünftige Büro aus? Wenn man Kinder hat, stellt sich auch die Frage nach Kindergärten und Schulen. Mit welchem Standard kann man hier rechnen? Das gilt sowohl für die Einrichtung, als auch das pädagogische Konzept.

Es lohnt sich, auch mal in einen Supermarkt zu schauen, um zu wissen, was man dort bekommt und wie die Preise aussehen. Kann man sich das Leben dort, zumindest am Anfang mit nur einem Einkommen, überhaupt leisten? Und gibt es dort meine Lieblingsprodukte oder sollte ich beim Umzug gleich mal einen kleinen Vorrat mitbringen?

Kommt man mit dem Klima zurecht? Natürlich ist es nicht möglich, das Klima ein ganzes Jahr zu testen. Allerdings kann man den Look & See Trip vielleicht in einen Zeitraum legen, der eher schwierige Wetterbedingungen hat: Monsun, Sommerhitze, dunkle Wintertage. Dann hat man das Schlimmste schon einmal gesehen.

Wohnviertel sichten

Im Idealfall hat man am Ende des Look & See Trips eine klare Vorstellung, wo man nach einer Unterkunft suchen wird. „Haus oder Wohnung“ ist eine der ersten Fragen, die man sich beantworten muss. Daraus ergibt sich dann meistens schon eine Vorauswahl an Stadtvierteln für die anstehende Wohnungssuche.

Einkaufsmöglichkeiten, Sport- und Freizeitangebote und die Nähe zu Schulen bzw. Kindergärten können weitere Kriterien sein. Auch die Frage, wie es mit (deutschsprachiger) ärztlicher Versorgung aussieht, kann ausschlaggebend sein. Und natürlich spielt auch die Preissituation eine gewichtige Rolle.

Hat man sich schon auf einige Quartiere festgelegt, sollte man die Strecke schon einmal mit dem Mietwagen oder öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen – idealerweise zur Rush Hour. Nicht selten reduziert das die Vorauswahl noch einmal.

Wenn genügend Zeit ist, sollte man sich die Wohngegend durchaus auch einmal zu verschiedenen Tageszeiten ansehen. Nach der Dämmerung verändert sich der Charakter eines Viertels oft deutlich.

Freigepäck nutzen

Im Vorfeld des Besuchs, sollte man prüfen, ob es möglich ist, das den einen oder anderen Koffer im Büro oder bei einem Kollegen zu deponieren. Falls das möglich ist, nutzt man auf dem Hinflug sein Freigepäck voll aus. Besonders wenn man sich statt eines Umzugs für das Einlagern des Hausrats entscheidet sollte man kein Kilo Freigepäck verschenken. Neben Kleidung und Schuhen empfiehlt es sich, schon einmal Gegenstände mitzunehmen, die in der Startphase helfen, ein Gefühl von zuhause zu entwickeln. Vor allem für Kinder ist es wichtig, etwas vertrautes zu haben. Deshalb ist es eine gute Idee schon einmal etwas vom Lieblingsspielzeug oder Bilderbücher zu deponieren. Vielleicht passen auch noch ein paar Packungen vom Lieblingsmüsli oder den Lieblingskeksen rein. Aber nur, wenn sichergestellt ist, dass sich kein Ungeziefer dran macht.

Auch das Handgepäck sollte man voll ausnutzen. Am besten geht das mit einem (oder mehreren) Cabin Max Rucksäcken oder Koffern. (siehe auch: 9 Gadgets, die man als Expat braucht)

Zweifelt man während des Look & See Trips, ob man den Job antritt, kann man die Koffer ja wieder mit nach Hause nehmen.

Kollegen, Geschäftspartner treffen

Wenn man schon einmal da ist, bietet es sich an, einige Meetings mit zukünftigen Kollegen und Geschäftspartnern durchzuführen. Allerdings sollte man nicht vergessen, dass das nicht der Hauptgrund für den Look & See Trip ist. Dashalb ist es zu empfehlen, den Zeitaufwand auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Wenn man den neuen Job angetreten hat, sitzt man ohnehin noch genug in Meetings.

Relocation Service treffen

Sofern der Arbeitgeber einen Relocation Service gebucht hat, ist es empfehlenswert, sich schon einmal mit diesem zu treffen. Dieses erste Treffen schafft nicht nur Vertrauen, sondern ermöglicht es auch, schon einmal Prioritäten für den Relocation Service festzulegen und erste Informationen für die Wohnungssuche zu vermitteln.

Realistischen Blick wahren

Wichtig ist, dass man eine realistische Vorstellung des Alltagslebens am Zielort gewinnt. Der Arbeitgeber wird versuchen, die Umgebung möglichst positiv darzustellen und bucht schon mal ein Luxushotel. Weder das, noch eine gewisse Euphorie, die in dieser Situation vollkommen normal ist ,sollte den Blick trüben.

Nach dem Look & See Trip

Nach der Rückkehr sollte man die Eindrücke ein paar Tage sacken lassen und dann im Gespräch mit der ganzen Familie die finale Entscheidung treffen, ob man sich ins Abenteuer stürzen will. Falls ja, beginnt man schnellstmöglich mit der Umzugsvorbereitung.

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Umzugscontainer | 8 Todsünden beim Umzug ins Ausland

Umzugscontainer

Man kann zwar fast alles im Umzugscontainer transportieren. Sollte man aber nicht. Sonst drohen Schäden, Ärger mit Behörden und drastische Strafen. Um das zu vermeiden, sollten beim Umzug ins Ausland folgende Dinge keinesfalls im Container landen.

1 – Wichtige Dokumente

Es ist manchmal überraschend, welche Dokumente für die Zollformalitäten benötigt werden. Oft werden Ausweisdokumente, Geburtsurkunden von allen Familienmitgliedern, Heiratsurkunden und ähnliches angefordert. Blöd, wenn sich diese Dokumente im Umzugscontainer befinden. Sei es, weil man sie ganz naiv selbst eingepackt hat. Oder weil die Möbelpacker nicht lange gefragt haben. Nur einen Moment hat man nicht aufgepasst. Schon sind die Dokumente in irgendeiner Kiste verschwunden. Dann befindet man sich in der Zwickmühle. Man braucht Dokumente aus dem Container, um an den Container ranzukommen.

Abgesehen davon ist es auch nicht ausgeschlossen, dass ein Umzugscontainer mal verschwindet. Das ist ganz ähnlich wie bei Koffern auf Flügen. Aufwand und Kosten für die Wiederbeschaffung kann man sich sparen, wenn man die Dokumente bei sich behält. Am besten verwahrt man Dokumente in einem RFID-geschützten Organizer und trägt sie am Körper (siehe auch: 9 Gadgets, die man als Expat braucht)

2 – Lebensmittel

Die Verlockung ein paar Packungen vom Lieblingsmüsli oder die Restbestände an Nudeln im Umzugscontainer mitzunehmen, mag groß sein. Allerdings sollte man bedenken, dass ein Seecontainer während des Transports unweigerlich einige Zeit in Häfen steht. Zollformalitäten dauern eben einige Tage. Vielleicht dauert es auch länger als gedacht, eine Wohnung zu finden. Oder sie ist noch nicht frei, wenn der Container ankommt. Dann steht der Umzugscontainer einige Wochen auf Halde.

Ratten haben eine ausgezeichnete Nase und sind erstaunlich geschickt. Der Container wird kurz für den Zoll geöffnet. Und schon sind sie drin. Die Folge sind angefressene Möbel und stinkende Hinterlassenschaften.

3 – Medikamente

Ähnlich sieht es mit Medikamenten aus. Hauptfeind hier sind allerdings nicht Nagetiere. Salzige Meeresluft und extreme Temperaturen können Medikamenten schaden. Sie können ihre Wirksamkeit verlieren. Oder gar zur Gesundheitsgefahr werden.

Hinzu kommt, dass manche Wirkstoffe, in anderen Ländern nicht zugelassen sind. Was hierzulande ein einfaches Schmerzmittel ist, kann im Extremfall als illegale Droge angesehen werden. Und ein Gefängnisaufenthalt als Drogenschmuggler ist sicherlich nicht, wie man seine Zeit im Ausland geplant hat.

4 – Drogen

Eigentlich ein No-Brainer. Insbesondere wenn man bedenkt, dass Drogenschmugglern in manchen Ländern sogar die Todesstrafe droht. Man sollte also kein Risiko eingehen. Je nach Land gibt es an dieser Stelle keinerlei Toleranz gibt. Und das sollte man auch dem eigenen Nachwuchs im Teenager-Alter klar machen. Selbst Reste an einer Wasserpfeife oder ein paar Krümel Hanf im Nachttisch können schon zu viel sein.

5 – Waffen

Noch so ein No-Brainer. Zwar hat Deutschland eher strenge Waffengesetze – möglicherweise auch strengere als das Zielland. Trotzdem sollte man sich vor der Ausreise mit dem Zoll in Verbindung setzen und genau festhalten, was erlaubt ist und was nicht. Denn was als Waffe angesehen wird, kann oft überraschend sein. Oft gelten für den Transport von Waffen (beispielsweise für die Jagd) besondere Bestimmungen. Selbst wenn der Import bzw. der Transport im Container vom Zoll genehmigt wird, ist das Ganze riskant. Im Worst Case verschwinden die Waffen auf der Reise. Und tauchen dann an irgend einem Tatort wieder auf.

6 – Flüssigkeiten

Bei Reinigungsmittel besteht die Gefahr, dass sie mit Seeluft oder bei großer Hitze im Umzugscontainer reagieren. Im besten Fall verursachen die Chemikalien dann Schäden am Umzugsgut, Gestank oder eine klebrige Sauerei. Wenn es dumm läuft, setzen sie den Umzugscontainer in Brand. Und wenn es noch dümmer läuft, greift das Feuer auf andere Container über. Brandermittler können die Brandursache im eigenen Container lokalisieren. Keine Haftpflichtversicherung deckt so einen Schaden.

Alkohol im Container ist vor allem dann keine gute Idee, wenn der Umzug in ein muslimisches Land geht. Je nachdem wie konservativ das Land ist, reagiert der Zoll mehr oder weniger streng. Der Umzug verzögert sich in jedem Fall. Lieber vor dem Umzug noch eine Party veranstalten und Weinvorräte bzw. die Hausbar leeren.

7 – Religiöse Symbole

Abhängig vom Zielland kann schon ein kleines Kruzifix zum Problem werden. Denn religiöse Symbole, die mit der Staatsreligion nicht in Einklang sind, können verboten sein. Oder Expats sich gar in den Verdacht bringen, Missionierung betreiben zu wollen. Und das kann dazu führen, dass man sofort wieder ausgewiesen wird. Teilweise drohen auch Gefängnisstrafen. Oder noch schlimmeres.

8 – Schmuddelkram

Auch hier sollte man bei Umzügen in sehr konservative und muslimische Länder vorsichtig sein. Dabei geht es nicht nur um „Adult Entertainment“ oder die Playboy-Sammlung. Auch Dinge, die bei uns als vollkommen unproblematisch sind, können im Ausland jenseits des Erträglichen sein. So manches relativ harmlose DVD-, Buch- oder Zeitungscover gilt als illegal.

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Checkliste: Umzug ins Ausland

Checkliste Umzug ins Ausland

Ein Umzug ins Ausland ist ein Großprojekt. Übersieht man etwas wichtiges, ist der Schaden groß. Diese Checkliste für den Auslandsumzug kann helfen, genau das zu vermeiden.

So früh wie möglich

  • Mit dem Arbeitgeber klären, welche Kosten übernommen werden. Manche Unternehmen managen und zahlen den kompletten Umzug. Andere bieten dem Mitarbeiter eine Pauschale für die Umzugskosten an. Der Fall, dass der Mitarbeiter die Kosten für den Umzug tragen muss, ist eher selten.
  • Umzugsunternehmen bzw. Speditionen suchen. Das Internet, im Firmen-Intranets und bei Freunde sind dafür die besten Informationsquellen. Manche Firmen haben Umzugsunternehmen, mit denen sie bevorzugt zusammenarbeiten.
  • Fristgerecht Mietvertrag kündigen und eventuell einen Nachmieter suchen.
  • Internationalen Führerschein beantragen, falls der im Zielland erforderlich ist
  • 5 Dinge, die man vor dem Umzug wissen muss und Was kostet ein Auslandsumzug lesen.
  • Zweiten Reisepass beantragen (falls erforderlich)
  • Überlegen, ob man das Auto mit umziehen will.

6 – 8 Wochen vor dem Umzugstermin

  • Wert des Umzugsgutes grob überschlagen und überlegen, welcher Betrag im Worst Case versichert sein soll.
  • Bei 5 – 10 Unternehmen Angebote anfragen.
  • Mit 3 – 5 Unternehmen eine Wohnungsbesichtigung durchführen und zur Volumen und Aufwand einschätzen lassen. Bei Pauschalangeboten und Angeboten, die auf einer selbst ausgefüllten Stückliste basieren, ist Vorsicht geboten. Seriöse Anbieter setzen eine Wohnungsbesichtigung voraus und führen bei der Gelegenheit eine kleine Beratung für den Umzug ins Ausland durch.
  • Expat Bücher bestellen und lesen

4 – 6 Wochen vor dem Umzugstermin

  • Umzugsunternehmen und angebotene Versicherungsoptionen auswählen.
  • Vertrag mit dem ausgewählten Unternehmen abschließen. In der
  • Fotos aller relevanten Räume (ggf. plus Fahrräder und Keller) aus verschiedenen Perspektiven an das Umzugsunternehmen mailen. So dokumentiert man, dass die Spedition das komplette Umzugsgut gesehen hat und vermeidet Ärger.
  • Eventuell noch mal zum Zahnarzt gehen und andere regelmäßige Arztbesuche durchführen. Möglicherweise dauert es einige Zeit, bis man im Ausland die richtigen Ärzte gefunden hat.
  • Checkliste: 7 Dinge, die man vor der Ausreise erledigen muss lesen

4 Wochen vor dem Umzugstermin

  • Genauen Umzugstermin festlegen und mit Spedition vereinbaren.
  • Falls nötig: Hotelzimmer für die Nacht nach dem Umzug buchen.
  • Handwerker für Wohnungsrenovierung & Reinigung beauftragen.

1 – 4 Wochen vor dem Umzugstermin

1 Wochen vor dem Umzugstermin

2 – 3 Tage vor dem Umzugstermin

  • Alles aus der Wohnung raus, was nicht versehentlich eingepackt werden darf. Besonders wichtig: Dokumente.
  • Koffer packen.

Am Tag des Umzugs

  • Ruhe bewahren.
  • Nicht im Weg stehen.
  • Dafür sorgen, dass die Möbelpacker bei Kräften bleiben (Essen & Getränke).
  • Plombe am Container nach kompletter Beladung prüfen.
  • Frachtpapiere und Zollerklärung unterschreiben.
  • Bei guter Arbeit ein ordentliches Trinkgeld an die Möbelpacker verteilen.

Nach dem Umzugstermin

  • Wohnung renovieren und reinigen (lassen).
  • Wohnung an den Vermieter übergeben.
  • Dieses seltsame Gefühl von besitzloser Freiheit genießen.
  • Bei der Spedition den Namen des Containerschiffs erfragen, das den eigenen Umzugscontainer transportiert. Mit VesselFinder.com kann man dann nachvollziehen, wo das Schiff gerade ist.
  • Startphase als Expat = erster Schritt zur Scheidung? lesen.
  • In die neue Heimat ausreisen.
  • Kosten beim Arbeitgeber einreichen.
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Was kostet ein Auslandsumzug?

Leben unter Palmen - Was kostet ein Auslandsumzug?

Pauschal lässt sich die Frage „Was kostet ein Umzug ins Ausland“ schwer beantworten. Deshalb einige Vergleichswerte für die Kosten eines Auslandsumzug aus unserer Vergangenheit bzw. von Freunden.

  • 3-Zimmer-Wohnung von München nach Dubai: 7.000 Euro
  • 3-Zimmer-Wohnung von Dubai nach Kopenhagen: 10.000 Euro
  • 4-Zimmer-Wohnung von Kopenhagen nach Frankfurt: 3.200 Euro (+ jede Menge Ärger mit der Umzugsfirma).
  • Kleines Haus von Seattle nach München: 30.000 Euro

Nicht inbegriffen sind dabei Kosten für Renovierungen, Malerarbeiten, Doppelmiete, etc.

Folgende voneinander unabhängige Faktoren beeinflussen die Kosten eines Auslandsumzugs:

Entfernung zwischen Start und Ziel

Selbstverständlich macht es einen Unterschied, ob man nur von Freiburg ins französische Colmar oder von Rosenheim nach Brasilia plant. Bei Umzügen über Land hängt dieser Kostenpunkt schlicht von der Entfernung zwischen den beiden Orten an. Entscheidend bei Übersee-Umzügen sind:

  • Entfernung von der Startwohnung zum Hafen
    Teilweise kommt hier ein LKW zum Einsatz. Neben den Kosten für den Fahrer, schlagen hier Maut, Diesel und sonstige Betriebskosten zu buche. Teilweise wird hier aber auch auf die Bahn umgeladen.
  • Entfernung von Start- und Zielhafen
    Diese Strecke macht zwar den größten Teil der Gesamtentfernung aus, der ist der Anteil an den Gesamtkosten ist allerdings deutlich geringer. Auf ein paar hundert Kilometer kommt es hier nicht an. Wichtiger ist die Richtung, in die der Transport geht (siehe auch 5 Dinge, die man vor dem Umzug wissen muss).
  • Entfernung vom Hafen zur Zielwohnung
    Analog zur ersten Etappe. Zu Bedenken ist allerdings die Frage wie es um die Straßenzustände bzw. Infrastruktur im bestellt ist.

Volumen des Umzugsguts

Bei Übersee-Umzügen gibt es im Prinzip nur 20 oder 40 Fuß Container. Zollbehörden erlauben es in der Regel nicht, die Kosten mit Hilfe von Beiladung zu reduzieren. Anders sieht es bei Umzügen über Land aus. Hier gibt es verschiedenste LKW-Größen und die Möglichkeit, mehrere Umzüge auf einen Transport zu laden. Wenn es nicht super schnell gehen muss, kann man so Kosten sparen.

Wichtig ist, dass man das Volumen vor Angebotserstellung von einem Mitarbeiter der Spedition besichtigen lässt. Auf dieser Basis kann der Experte das Volumen errechnen. Man selbst verschätzt sich leicht. Es ist definitiv kein Spaß, wenn der Container voll ist und die Hälfte der Kisten noch davorstehen. Kommt es trotz Berechnung durch den Speditionsmitarbeiter dazu, kann man die Spedition in die Pflicht nehmen. Bei einem Auslandsumzug will man schließlich wegen ein paar Euro Ersparnis kein Risiko eingehen. (siehe auch: Checkliste Auslandsumzug)

Aufwand für das Ein- und Auspacken bzw. Ab- und Aufbauen

Kann ich das nicht selbst machen? Nur teilweise. Selbstverständlich kann man die Kosten für einen Auslandsumzug reduzieren, indem man einzelne Möbel schon zerlegt. Allerdings ist absolut davon abzuraten, Umzugsgut selbst zu verpacken. Erstens haben Speditionen das richtige Material und die nötige Erfahrung das Umzugsgut zu schützen – nicht nur vor Kratzern sondern auch vor salziger Meeresluft. Zweitens vermeidet man so (Rechts-)Streitereien, wenn es trotzdem Transportschäden gibt. Und drittens stellen Speditionen auf diesem Weg auch sicher, dass sie nichts Verbotenes transportieren: Handelswaren, Waffen, Lebensmittel, Drogen, Chemikalien, … und bei Umzüge in muslimische Länder auch Kruzifixe. Ein entscheidener Faktor diese Kostenpunkts ist das Lohnniveau im Zielland.

Zugang zu Start- und Zielwohnung

Fünfte Etage. Ohne Lift. Enges Treppenhaus. Der Alptraum für jeden Möbelpacker. Und natürlich auch ein Kostentreiber für den Umzugskunden. Wenn es dann für den Lastwagen keine direkte Zufahrt zur Haustüre gibt oder der Container erst gar nicht in das Wohngebiet fahren kann, dann wird es richtig teuer. Gleiches gilt natürlich auch für die Zielwohnung. Die ist allerdings oftmals vor der Ausreise noch nicht bekannt. Dann rechnet die Spedition ein Risikofaktor mit ein.

Versicherungen

In der Regel sind Transporte standardmäßig über die Haftpflicht der Spedition bzw. ihrer Subunternehmer versichert. Sicherheitshalber sollte man an der Stelle natürlich genau nachfragen. Oft stellt sich dann heraus, dass die Deckungssumme gedeckelt ist, Und zwar auf den Betrag, den man als Kunde ans Umzugsunternehmen zahlt. Der Wiederbeschaffungswert der Umzugsgüter ist natürlich um ein vielfaches höher. Ein Totalverlust – wenn zum Beispiel der Lastwagen abbrennt, oder das Schiff sinkt – ist also bei weitem nicht abgedeckt. Dafür gibt es zusätzliche Versicherungen, die in der Regel mit einem dreistelligen Betrag zu Buche schlagen.

Flugcontainer

Schiffe sind langsam, Flugzeuge schnell. Braucht man einen Teil seines Umzugsguts innerhalb weniger Tage, dann kann man dafür einen Flugcontainer nutzen. Allerdings liegen die Kosten um ein Vielfaches über denen eines Seecontainers. Trotzdem kann sich diese Investition lohnen. Beispielsweise erleichtert es kleinen Kindern das Einleben in der neuen Umgebung enorm, wenn sie dort von Anfang an ihr vertrautes Bett oder ihr Spielzeug haben.

Zwischenlagerung

Viele Expats können erst nach der Ankunft im Ausland eine Wohnung bzw. ein Haus suchen. Die ersten Wochen nach dem Auslandsumzug sind dann meistens sehr hektisch und es dauert bis man etwas passendes gefunden hat. Wenn der Container schon vorher ankommt, muss er für eine gewisse Zeit geparkt werden. Für einige Tage geht das meistens kostenlos. Bei Standzeiten von einem Monat oder länger fallen allerdings Kosten an, die auch vorher nicht eingeplant sind.

Aufwand für Zollformalitäten

Zwar entsteht für privates Umzugsgut in den meisten Ländern keine Einfuhrzoll. Trotzdem berechnet die Zollbehörde Bearbeitungsgebühren. Nicht selten muss die Spedition einen Agenten als Kontaktperson für die Behörde bereitstellen.

Insgesamt ist es sinnvoll, mit einem Umzugsunternehmen einen Pauschalpreis zu vereinbaren. Dann gibt es am Ende kein böses Erwachen, wenn die Rechnung kommt. Eventuell ist es auch eine sinnvolle Option, den eigenen Hausrat einzulagern und in eine möblierte Wohnung zu ziehen.

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5 Dinge, die man vor dem Umzug ins Ausland wissen muss

Umzugskartons

Ein Umzug an sich ist schon mühsam genug. Ein Umzug ins Ausland ist zusätzlich um einiges komplexer. Mehr kann schiefgehen. Hinzu kommt, dass man in der Regel relativ wenig Erfahrung mit internationalen Umzügen hat und sich deshalb auf Speditionen verlassen muss.  Umzugsunternehmen – aber auch Arbeitgeber – halten manche wertvolle Information gerne zurück und nutzen dieses Unwissen aus. Deshalb gibt es hier 5 Dinge, die man vor einem Umzug ins Ausland wissen muss.

1 – Umzugsunternehmen haben kaum Stammkunden

Die meisten Menschen ziehen eher selten um. Für Umzugsunternehmen bedeutet das: Kundenbindung ist unwichtig, Neukunden müssen her. Diese wiederum haben wenig Erfahrung mit Umzügen – insbesondere mit Umzügen ins Ausland. Es ist sehr schwierig einzuschätzen, welches Unternehmen wirklich gut ist. Onlinebewertungen sind nur bedingt verlässlich. Die Differenzierung findet meistens über den Preis statt – auf Kosten der Servicequalität. Der Kunde kommt ja sowieso nicht wieder. Ein höherer Preis ist allerdings auch kein Beleg für höhere Qualität. Auch wenn der Preis eher teuer sein mag, kann ein Umzugsunternehmen, das der Arbeitgeber empfiehlt, die Lösung sein. In diesem Fall besteht für das Umzugsunternehmen die Aussicht auf Anschlussaufträge bzw. bei schlechter Leistung das Versiegen eines Kundenstroms. Generell gilt: wer ohne Besichtigung der Wohnung ein Angebot schickt, ist unseriös.

2 – Speditionen sind oft nur Agenturen

Der Konkurrenzkampf ist hart, deshalb sparen Umzugsunternehmen wo immer es geht – insbesondere bei den Fixkosten. Festangestelltes Personal ist ein Risiko. Die Internationale Logistik – Container und Schiffspassage – übernimmt der Anbieter vielleicht noch selbst. Für die körperliche Arbeit greift man auf Freelancer zurück. Oft wird auch der komplette Job outgesourct. Als Kunde merkt man das erst, wenn etwas nicht funktioniert: die Packer erscheinen nicht zum vereinbarten Termin oder das Einpacken dauert viel länger als geplant. Ruft man beim Umzugsunternehmen – also bei dem Unternehmen mit dem man ein Vertragsverhältnis hat – an, dann müssen die erst bei ihrem Subunternehmer nachfragen. Und der wiederum beim Freelancer. Kommunikationschaos ist vorprogrammiert – besonders dann, wenn zwischen all den Beteiligten unterschiedliche Konditionen ausgemacht wurden.

3 – Umzug ins Ausland – besser am Monatsanfang

Mietverträge werden zum Monatsende gekündigt. In den Tagen vorher haben Umzugsunternehmen alle Hände voll zu tun. Lastwagen sind knapp, Packer hetzten von einem Auftrag zum nächsten, die eingeplante Zeit ist viel zu knapp bemessen. Es kommt schon mal vor, dass mehr Umzüge angenommen werden, als tatsächlich abgearbeitet werden können. Ein paar Tage später (oder früher), am Monatsanfang wollen deutlich weniger Leute umziehen. Die Situation ist viel entspannter.

4 – Die Richtung bestimmt den Preis

Der Welthandel verläuft größtenteils von Ost nach Europe bzw. Nordamerika. In der Praxis bedeutet das, dass Container leer in Richtung Asien transportiert werden. Das macht Umzüge in diese Richtung – zum Beispiel von Europa in die Expat-Metropolen Dubai oder Singapur – relativ günstig. Die böse Überraschung kommt dann beim Umzug zurück ins Heimatland. Der kann dann schnell mal doppelt so teuer werden. Aber an den Umzug zurück denkt man ja bei der Ausreise noch nicht.

Besonders ärgerlich ist dieser Umstand, wenn der Arbeitgeber den Umzug ins Ausland zahlt und man einige Jahre später für die Rückkehr nach Deutschland selbst zahlen muss.

5 – Umzugsgut versichern

Was passiert eigentlich, wenn der Container nicht ankommt, oder der Inhalt beschädigt wird? Jetzt kommt es auf das Kleingedruckte des Transportauftrags an. Oft ist der Container bis zum Gesamtpreis des Umzugs versichert. Beim Totalverlust reicht das nicht mal annähernd an den Wert des Umzugsguts heran. Deshalb gibt es Zusatzversicherungen, die auch den tatsächlichen Wert der transportierten Gegenstände abdeckt. Günstig sind die allerdings nicht. Bei Schäden kann man sich auf ein längeres Hin und Her mit der Versicherung einstellen. Der teure Designertisch ist total zerkratzt? Aber er steht ja noch und man kann auch noch daran essen. „Aus Kulanzgründen können wir Ihren 100 Euro als Entgegenkommen anbieten.“ Geduld zahlt sich jetzt aus. Man sollte nicht das erste Angebot der Versicherung annehmen, sondern hartnäckig verhandeln.