Umzug ins Ausland | Hausrat mitnehmen oder einlagern?

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Hausrat umziehen oder einlagern?

Im Gegensatz zu Auswanderern ziehen die meisten Expats  für eine begrenzte Zeit ins Ausland. Kosten und Aufwand für einen Umzug ins Ausland sind ungleich höher als bei einem Umzug innerhalb des Heimatlands. Deshalb stellt sich als die Frage, wie man mit seinem bestehenden Hausrat umgeht. Hausrat einlagern oder mit ins Ausland nehmen?

Diese Entscheidung ist besonders dann schwierig, wenn unklar ist, wie lange man  am Zielort bleiben wird. Wie zuhause gelten Arbeitsverträge in den meisten Ländern solange, bis sie von einer Seite gekündigt werden. Es kann also sein, dass man für immer dort bleibt – ob gewollt oder ungewollt. Bei Entsendungen steht in der Regel von Anfang an fest, wie lange der Auslandseinsatz dauert. Manchmal gibt es zwar eine Option auf Verlängerung. Aber die kann man bei der Entscheidung berücksichtigen.

Kostenbetrachtung

Rein finanziell betrachtet muss man nur einige wenige Faktoren in Betracht ziehen und kann sich dann für die wirtschaftlichere Option entscheiden:

  • Kosten des Umzugs ins Ausland  (u)
  • Kosten des Umzugs zurück (r)
  • Kosten der Einlagerung pro Monat (e)
  • Monatliche Mehrkosten für eine möblierte Unterkunft im Vergleich zu einer „leeren“ Wohnung (m)
  • (Geschätzte) Dauer, die man am Zielort bleiben wird, in Monaten (d)

Mit folgender einfachen Formel kann man berechnen, welche Option die wirtschaftlich bessere ist: x = (u  + r) – (( e + m)* d)

Ist x < 0 rentiert sich der Umzug. Ist x>0  spricht das fürs Einlagern. Natürlich kann man auch Aspekte wie potentielle Transportschäden oder Kosten für eine Wäscherei (statt der eigenen Waschmaschine) in die Berechnung einfließen lassen. Aber die zusätzliche Komplexität ist meistens weder nötig noch hilfreich.

Die entscheidende Variable ist ohnehin die Frage, wie lange man im Ausland bleibt. Bei einer Verweildauer von unter 6 Monaten ist die Entscheidung meist recht einfach: Hausrat einlagern. Bleibt man länger wird die Entfernung des Ziellands zu einer zweiten wichtigen Einflussgröße.

Auch Emotionen entscheiden mit

Jenseits wirtschaftlicher Betrachtungen gibt es allerdings emotionale Aspekte, die ausschlaggebend sein können. Auch wenn die Kostenfrage klar für „Hausrat einlagern“ spricht – vertraute Gegenstände erzeugen ein Gefühl von „zuhause“.

Vor allem für Kinder ist es schwierig, eine so große Veränderung wie einen Umzug ins Ausland zu verarbeiten. Noch schwieriger wird es, wenn sie all ihr Spielzeug zuhause lassen oder gar verkaufen müssen. Dann ist das Heimweh vorprogrammiert.

Wenn man also nicht bewusst mit Erinnerungen brechen möchte, spricht einiges für den Umzug und gegen das Einlagern.

Dinge, die man im Ausland kauft

Irgendwann geht es wieder zurück nachhause. Nicht ganz vergessen sollte man deshalb die Tatsache, dass man wahrscheinlich während der Zeit im Ausland das eine oder andere kaufen wird. Landestypische Möbel, ein Gemälde, das positive Erinnerungen an die Zeit im Ausland weckt, Designer-Geschirr, das zuhause einfach nicht zu bekommen ist – es sammelt sich so einiges an, das man mit nachhause nehmen möchte. Selbst wenn man sich für „Hausrat einlagern“ entschieden hat, braucht man dann für die Rückkehr nach Deutschland möglicherweise trotzdem einen Umzugscontainer zurück.

Die Erfahrung hat übrigens auch gezeigt, dass man nach der Rückkehr vieles doppelt hat, wenn man seinen Hausstand eingelagert hat. Der Mensch ist eben ein Gewohnheitstier. Und auf den praktischen Pizzaschneider, eine Küchenmaschine und schicke Gartenmöbel will man dann doch nicht verzichten, nur weil sie irgendwo unzugänglich eingemottet sind.

Alternativen für kleine Volumen

Umziehen oder einlagern – manchmal ist beides nicht optimal. Eventuell sind auch folgende Varianten sinnvoll:

  • Es gibt kleine Flugcontainer mit 1 bis 2 Kubikmeter Volumen. Die sind zwar  extrem teuer, aber in Kombination mit Einlagern eventuell eine Lösung.
  • Je nach Zielland können kleine Volumen als Beiladung in einem andern Container mittransportieren werden. Innerhalb der EU sollte das kein Problem darstellen. Darüber hinaus lassen es allerdings nur wenige Zollämter zu.
  • Zuhause alles verkaufen, verschenken oder wegwerfen und sich im Ausland neu einrichten. Der Ansatz kann sinnvoll sein, wenn man mit einer sehr langen Verweildauer im Ausland rechnet.

Expat in Los Angeles, Dubai und Kopenhagen.

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