Was kostet ein Auslandsumzug?

Last modified date

Leben unter Palmen - Was kostet ein Auslandsumzug?

Pauschal lässt sich die Frage „Was kostet ein Umzug ins Ausland“ schwer beantworten. Deshalb einige Vergleichswerte für die Kosten eines Auslandsumzug aus unserer Vergangenheit bzw. von Freunden.

  • 3-Zimmer-Wohnung von München nach Dubai: 7.000 Euro
  • 3-Zimmer-Wohnung von Dubai nach Kopenhagen: 10.000 Euro
  • 4-Zimmer-Wohnung von Kopenhagen nach Frankfurt: 3.200 Euro (+ jede Menge Ärger mit der Umzugsfirma).
  • Kleines Haus von Seattle nach München: 30.000 Euro

Nicht inbegriffen sind dabei Kosten für Renovierungen, Malerarbeiten, Doppelmiete, etc.

Folgende voneinander unabhängige Faktoren beeinflussen die Kosten eines Auslandsumzugs:

Entfernung zwischen Start und Ziel

Selbstverständlich macht es einen Unterschied, ob man nur von Freiburg ins französische Colmar oder von Rosenheim nach Brasilia plant. Bei Umzügen über Land hängt dieser Kostenpunkt schlicht von der Entfernung zwischen den beiden Orten an. Entscheidend bei Übersee-Umzügen sind:

  • Entfernung von der Startwohnung zum Hafen
    Teilweise kommt hier ein LKW zum Einsatz. Neben den Kosten für den Fahrer, schlagen hier Maut, Diesel und sonstige Betriebskosten zu buche. Teilweise wird hier aber auch auf die Bahn umgeladen.
  • Entfernung von Start- und Zielhafen
    Diese Strecke macht zwar den größten Teil der Gesamtentfernung aus, der ist der Anteil an den Gesamtkosten ist allerdings deutlich geringer. Auf ein paar hundert Kilometer kommt es hier nicht an. Wichtiger ist die Richtung, in die der Transport geht (siehe auch 5 Dinge, die man vor dem Umzug wissen muss).
  • Entfernung vom Hafen zur Zielwohnung
    Analog zur ersten Etappe. Zu Bedenken ist allerdings die Frage wie es um die Straßenzustände bzw. Infrastruktur im bestellt ist.

Volumen des Umzugsguts

Bei Übersee-Umzügen gibt es im Prinzip nur 20 oder 40 Fuß Container. Zollbehörden erlauben es in der Regel nicht, die Kosten mit Hilfe von Beiladung zu reduzieren. Anders sieht es bei Umzügen über Land aus. Hier gibt es verschiedenste LKW-Größen und die Möglichkeit, mehrere Umzüge auf einen Transport zu laden. Wenn es nicht super schnell gehen muss, kann man so Kosten sparen.

Wichtig ist, dass man das Volumen vor Angebotserstellung von einem Mitarbeiter der Spedition besichtigen lässt. Auf dieser Basis kann der Experte das Volumen errechnen. Man selbst verschätzt sich leicht. Es ist definitiv kein Spaß, wenn der Container voll ist und die Hälfte der Kisten noch davorstehen. Kommt es trotz Berechnung durch den Speditionsmitarbeiter dazu, kann man die Spedition in die Pflicht nehmen. Bei einem Auslandsumzug will man schließlich wegen ein paar Euro Ersparnis kein Risiko eingehen. (siehe auch: Checkliste Auslandsumzug)

Aufwand für das Ein- und Auspacken bzw. Ab- und Aufbauen

Kann ich das nicht selbst machen? Nur teilweise. Selbstverständlich kann man die Kosten für einen Auslandsumzug reduzieren, indem man einzelne Möbel schon zerlegt. Allerdings ist absolut davon abzuraten, Umzugsgut selbst zu verpacken. Erstens haben Speditionen das richtige Material und die nötige Erfahrung das Umzugsgut zu schützen – nicht nur vor Kratzern sondern auch vor salziger Meeresluft. Zweitens vermeidet man so (Rechts-)Streitereien, wenn es trotzdem Transportschäden gibt. Und drittens stellen Speditionen auf diesem Weg auch sicher, dass sie nichts Verbotenes transportieren: Handelswaren, Waffen, Lebensmittel, Drogen, Chemikalien, … und bei Umzüge in muslimische Länder auch Kruzifixe. Ein entscheidener Faktor diese Kostenpunkts ist das Lohnniveau im Zielland.

Zugang zu Start- und Zielwohnung

Fünfte Etage. Ohne Lift. Enges Treppenhaus. Der Alptraum für jeden Möbelpacker. Und natürlich auch ein Kostentreiber für den Umzugskunden. Wenn es dann für den Lastwagen keine direkte Zufahrt zur Haustüre gibt oder der Container erst gar nicht in das Wohngebiet fahren kann, dann wird es richtig teuer. Gleiches gilt natürlich auch für die Zielwohnung. Die ist allerdings oftmals vor der Ausreise noch nicht bekannt. Dann rechnet die Spedition ein Risikofaktor mit ein.

Versicherungen

In der Regel sind Transporte standardmäßig über die Haftpflicht der Spedition bzw. ihrer Subunternehmer versichert. Sicherheitshalber sollte man an der Stelle natürlich genau nachfragen. Oft stellt sich dann heraus, dass die Deckungssumme gedeckelt ist, Und zwar auf den Betrag, den man als Kunde ans Umzugsunternehmen zahlt. Der Wiederbeschaffungswert der Umzugsgüter ist natürlich um ein vielfaches höher. Ein Totalverlust – wenn zum Beispiel der Lastwagen abbrennt, oder das Schiff sinkt – ist also bei weitem nicht abgedeckt. Dafür gibt es zusätzliche Versicherungen, die in der Regel mit einem dreistelligen Betrag zu Buche schlagen.

Flugcontainer

Schiffe sind langsam, Flugzeuge schnell. Braucht man einen Teil seines Umzugsguts innerhalb weniger Tage, dann kann man dafür einen Flugcontainer nutzen. Allerdings liegen die Kosten um ein Vielfaches über denen eines Seecontainers. Trotzdem kann sich diese Investition lohnen. Beispielsweise erleichtert es kleinen Kindern das Einleben in der neuen Umgebung enorm, wenn sie dort von Anfang an ihr vertrautes Bett oder ihr Spielzeug haben.

Zwischenlagerung

Viele Expats können erst nach der Ankunft im Ausland eine Wohnung bzw. ein Haus suchen. Die ersten Wochen nach dem Auslandsumzug sind dann meistens sehr hektisch und es dauert bis man etwas passendes gefunden hat. Wenn der Container schon vorher ankommt, muss er für eine gewisse Zeit geparkt werden. Für einige Tage geht das meistens kostenlos. Bei Standzeiten von einem Monat oder länger fallen allerdings Kosten an, die auch vorher nicht eingeplant sind.

Aufwand für Zollformalitäten

Zwar entsteht für privates Umzugsgut in den meisten Ländern keine Einfuhrzoll. Trotzdem berechnet die Zollbehörde Bearbeitungsgebühren. Nicht selten muss die Spedition einen Agenten als Kontaktperson für die Behörde bereitstellen.

Insgesamt ist es sinnvoll, mit einem Umzugsunternehmen einen Pauschalpreis zu vereinbaren. Dann gibt es am Ende kein böses Erwachen, wenn die Rechnung kommt. Eventuell ist es auch eine sinnvolle Option, den eigenen Hausrat einzulagern und in eine möblierte Wohnung zu ziehen.

Expat in Los Angeles, Dubai und Kopenhagen.

Share

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Post comment

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.